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Freitag, 30. März 2012

Seltsamer Abend

Es war ein seltsamer Abend im Stade Velodrome zu Marseille. Mehr als 20.000 zusätzliche Zuschauer fehlten aufgrund von Umbaumaßnahmen, sowie der Unterstützungsverweigerung einiger Marseille-Anhänger wegen der schlechten Leistungen des französischen Meisters in den letzten Wochen. Leere Tribünen - ein komischer Anblick bei einem Champions League-Viertelfinale in der fußballverrückten südfranzösischen Metropole.
Seltsam war auch das Spiel: eher Krampf und Kampf, aber letztlich für alle Bayern-Fans doch extrem zufriedenstellend im Ergebnis. Zwei Tore auswärts als Voraussetzung für das Rückspiel in einer Woche, damit kann man prima leben. 

Es war interessant zu sehen wie sich Franck Ribérys zuvor versprochene Zurückhaltung plötzlich ins Gegenteil verkehrte. Nach dauernden Pfiffen gegen ihn und einem Transparent "Scheiße Ribéry", jubelte der Franzose fröhlich über die Niederlage seines Ex-Vereins. Dann eben nicht, wird er sich gedacht haben.
Der Schiedsrichter der Partie zeigte zwar unnötigerweise Philipp Lahm (ja, der ist wirklich Kapitän und darf mal protestieren!) und Bastian Schweinsteiger jeweils Gelb, aber im Falle Schweinsteiger war das auch ganz gut so. Sollte man ins Halbfinale einziehen, ist das Risiko einer Sperre gegen Real Madrid somit verhindert. Wofür er allerdings die Gelbe Karte bekam, erschließt sich mir nicht? Schweinsteiger selbst tat jedenfalls nichts dazu bei. Die Karten für Gustavo und Kroos waren hingegen absolut berechtigt; Luiz Gustavo war na dran an Gelb-Rot.Überhaupt war es eine eher robuste Partie - gut zu sehen, dass die Bayern bis zum Ende dagegenhielten.

Nein, Bayern München steht noch nicht im Halbfinale - auch wenn die Ausgangsposition vor dem nächsten Dienstag eine gute ist. Das Team tut gut daran, von Spiel zu Spiel zu denken und jeweils mit Vollgas und höchster Konzentration in die bevorstehende Partie zu gehen. Über Madrid kann man dann auch noch später sprechen.   

Montag, 26. März 2012

Konstanter Druck

Konstanten Druck auf den amtierenden Deutschen Meister und Tabellenführer aufbauen, heißt die momentane Devise. Dazu muss man siegen - Woche für Woche, Spiel für Spiel. Der FCB hat dies - trotz des langen Pokalabends gegen Gladbach am Mittwoch - auch gegen Hannover 96 getan. Ein Arbeitssieg. Da macht es gar nichts, dass die schwarz-gelbe Borussia in Köln erwartungsgemäß gewann. Wer rechnete schon mit einem Stolpern gegen den Abstiegskandidaten aus der Domstadt?! Dortmund spielt noch gegen die Bayern zuhause, gegen Schalke und gegen Mönchengladbach - allesamt "echte" Gegner. Wenn der BvB noch verliert, dann in Begegnungen wie diesen. Um zumindest die Chance zu wahren, in einem solchen Fall Profiteur zu sein, muss der FC Bayern seine Bundesliga-Partien gewinnen; egal wie hoch oder knapp, egal wie schön oder hässlich - nur so lässt sich der Druck auf den Tabellenführer aufrechterhalten. 

Das klitzekleine Problemchen, das dem FCB diese Geschichte erschwert, ist die Tatsache dass man - im Gegensatz zu Dortmund - noch in der Champions League verweilt. Niemand im Bayern-Lager wird darüber jammern, aber die Aufgabe Woche für Woche in der Liga, ob in Nürnberg oder gegen Augsburg, Mainz etc., mit sehr kurzen Regerationsphasen erfolgreich zu sein, ist gewaltig. Wir haben fünf Pflichtspielsiege in Folge erreicht, es fehlen uns alleine in der Liga noch sechs oder sieben. Eine Herkulesaufgabe in einer psychisch wie physisch sehr anspruchsvollen Saison. 
In nur einer Handvoll Wochen kann der FC Bayern die Ernte einfahren, oder zumindest einen Teil davon. Im schlimmsten aller Fälle belohnt man sich überhaupt nicht.    

Erst am Ende wird man sehen, ob der personell und qualitativ dünn* besetzte Kader ausgereicht hat oder nicht. Dass Spieler wie Pranjic und leider auch Ivica Olic das Bayern-Niveau nicht erreichen, war gegen Hannover wieder deutlich zu sehen. Zugegeben, Mario Gomez setzte im Stürmerduell die Messlatte im direkten Vergleich extrem hoch - das ist nicht immer der Fall bei ihm. Doch - bei aller kämpferischen Qualität - hat Olic bei keinem (Kurz)Einsatz in diesem Spieljahr überzeugt. Seine Leistung gegen Hannover war unterirdisch. 
*Im Vergleich zu internationalen Top-Teams liegt unsere Bank meilenweit unter der Qualität, die man in Madrid, Barcelona, Milan oder Chelsea zur Verfügung hat. 
Diese Tatsache kann uns natürlich auch in der Bundesliga am Ende Kopf und Kragen kosten, sei es durch Sperren, Verletzungen oder Überlastung derer, die jetzt den Stamm des Teams bilden. Der Grat zwischen "alles richtig gemacht" (also: hoch gepokert und gewonnen) und "falscher Personalplanung" ist schmal - und, wie immer beim FC Bayern, von Titeln abhängig.   

Sich jetzt noch mit dem Hannover-Spiel befassen? Sich über Abseitspfiffe und andere merkwürdige Entscheidungen des Schiedsrichtergespannes am vergangenen Samstag aufregen? Wozu? Das Viertelfinalhinspiel gegen Olympique Marseille steht bereits vor der Tür! Am Mittwochabend muss der FCB in Marseille die Ausgangsposition schaffen, spätestens im Rückspiel nächster Woche die Franzosen aus der Champions League zu kicken. Leicht wird das nicht. Aber was ist  in diesen Tagen schon leicht?!  Auch wir haben konstanten Druck, dem es standzuhalten gilt.

Freitag, 23. März 2012

Gegen Bayern kann man mal verlieren

Der nationale Pokalwettbewerb ist der hässliche, kämpferische, kleine Bruder der Liga. Insofern sind Pokalspiele selten Partien, die durch ihre Ästhetik bestechen. Im Pokal dominieren das gegenseitige Belauern, der Versuch des Knockouts und purer Kampf, gepaart mit einer Laufbereitschaft, die an Körperverletzung grenzt. Das entspricht natürlich dem Charakter des Pokals, weil über weite Strecken auch unterklassige Gegner mit diesen Mitteln versuchen, dem Favoriten ein Bein zu stellen. Das Halbfinalspiel in Mönchengladbach am Mittwoch war ein würdiger Vertreter dieser Gattung von Pokalschlachten. Und wie das oft so ist, werden solche Begegnungen am Ende durch Elfmeterschießen entschieden - so auch diesmal. 

Beide Teams neutralisierten sich weitgehend durch aufopferungsvolle Defensivarbeit, oder sollte man besser Maloche sagen?! Nichts für Genießer hoher Fußballkunst, die auf beeindruckende Ballstafetten und Hochgeschwindigkeits-Dribblings gewartet hatten. Die Taktikfüchse kamen da schon eher auf ihre Kosten. Am Ende zog die dritte Begegnung Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München in diesem Spieljahr ihre Faszination aus der Spannung, die ja im Pokal zwangsläufig hoch ist, da einer am Ende aus dem Wettbewerb fliegt.   

Wer war denn nun die bessere Mannschaft, wenn es am Ende der Verlängerung nach 120 Minuten immer noch "0:0" steht?  Als ersten Richtwert könnte man hier die Anzahl der Chancen jedes Teams nehmen, wenngleich eine Chance in gewisser Weise doch auch ein Scheitern dokumentiert - Chance ja, Tor nein. Aber auch das Erspielen dieser Tormöglichkeiten drückt entweder eine Qualität (Qualität berechnet sich aus Güte, Klasse und Effizienz) bei der Mannschaft aus, die Torchancen erspielt - oder eben eine "Minderqualität" bei der verteidigenden Mannschaft, da sie Torchancen zulässt. Für mich lagen in Sachen Chancen die Bayern in Anzahl und Güte vor Gladbach.    
Als weitere Parameter kamen für mich die Physis (Fitness) und letztlich das Auftreten im Elfmeterschießen hinzu. Auch hier machten die Bayern letztendlich den besseren Eindruck.
Während die Gastgeber in der Verlängerung zunehmend auf dem Zahnfleisch über den Platz krochen, sahen die Roten doch noch recht fit aus. Beim Penalty-Schießen ließ der Rekordpokalsieger dann keinen Zweifel mehr aufkommen und verwandelte Elfer für Elfer mit vor Selbstsicherheit strotzender Ausstrahlung. Die Borussen hingegen wirkten regelrecht nervös, was sich ja dann letztlich auch an zwei vergebenen Strafstößen festmachen ließ. Dante jagte den Ball übers Tor und Nordtveit scheiterte an Neuer.  

Der verdiente Sieger hieß also wieder Bayern München - Gladbach konnte bislang noch kein Pokalduell gegen die Bayern für sich entscheiden. Matchwinner der Partie war nicht der Franzose Ribéry, der a) keinen sonderlich guten Tag erwischte und b) bei Jantschke recht gut aufgehoben war - und auch nicht Arjen Robben oder Mario Gomez. Mann des Spiels war Manuel Neuer, der mit zwei großartigen Aktionen die Gladbacher Führung vereitelte und den entscheidenden Elfer abwehrte. 
Die, die da im Gästeblock des Borussia-Parks am Ende lauthals jubelten, sollten sich also bewusst sein wer uns den Finaleinzug garantierte. Ironischerweise war es Manuel Neuer, der noch in den beiden Bundesligapartien aufgrund zweier Patzer vom Gladbacher Anhang höhnisch bejohlt wurde, der Gladbachs Traum vom Endspiel in Berlin zunichte machte. So kann's gehen. 

Der Leistung der Borussia muss man Respekt zollen; stellte sie doch wieder unter Beweis, warum dem Klub in dieser Saison einen so phänomenalen Sprung an die Tabellenspitze gelang.
Nun kommt es also zum Duell des Jahres, Dortmund gegen die Bayern. Die beiden Teams, die sich um die Meisterschaft streiten, treten also auch in Berlin gegeneinander an. 
Tragischer Held war Dante - mit einer Zweikampfquote von 100 Prozent gewonnener Zweikämpfe, gehörte er zu den besten Spielern seines Teams und zeigte sich vor dem Elfmeterschießen als Motivator und Antreiber für seine Kameraden. Ausgerechnet Dante schoss seinen Elfmeter dann über das Gebälk - und ausgerechnet Dante sehen Viele schon in der nächsten Saison im Bayern-Dress auflaufen. Natürlich fällt einem da direkt Lothar Matthäus, sein verschossener Elfmeter im Jahr 1984 und die unseligen "Judas"-Schimpftiraden ein. Aber in beiden Fällen waren es nicht deren Elfer, die das Ausscheiden Gladbachs besiegelten. Hoffen wir für den Fußball und für Dante, dass schlichte Gemüter unter den Gladbacher Fans nicht wieder eine Verschwörung daraus kreieren.    

"Wir fahren also am 12. Mai nach Berlin"! Also ich eher nicht, da ich das Pokalendspiel in Berlin nicht sonderlich prickelnd finde, aber zumindest im übertragenen Sinne. Dann wird wieder vom "Deutschen Wembley" gelobhudelt bis die Schwarte kracht. Das sagt aber auch nur der, der nie in Wembley war. Nichtsdestotrotz spielt der FCB um den Pokal und hat bewiesen, dass man nicht nur schwache Gegner vom Platz schießen, sondern auch ein Duell auf Augenhöhe mit Kampf, Leidenschaft und den besseren Nerven für sich entscheiden kann. Eine ganz wichtige Erkenntnis vor den englischen Wochen der Wahrheit, die uns jetzt bevorstehen. Das nächste "Endspiel" steht schon vor der Tür: morgen Nachmittag gegen die "Eurofighter" von Hannover 96 in der Meisterschaft. 

Montag, 19. März 2012

Gegnerportrait: l'OM

Olympique de Marseille ist ein Gegner, auf den der ruhmreiche FC Bayern noch nie in seiner Europapokalgeschichte getroffen ist - ein schillernder Klub, in positiver wie negativer Hinsicht, und der einzige französische Verein, der die Champions League gewinnen konnte. Jetzt kommt es zum Duell mit den Südfranzosen - im Viertelfinale der Champions League-Saison 2011/2012. Bayern-Star Franck Ribéry spielte von 2005 bis 2007 bei OM.

OM wurde 1899 gegründet, also in dem Jahr als auch die TSG Hoffenheim das Licht der Welt erblickte - kleiner Scherz am Rande. Marseille hatte in der Vergangenheit so einiges an Spielerpersönlichkeiten zu bieten: Völler, Papin, Gerets, Ribéry, Drogba, Desailly, Deschamps, Förster, Waddle, Nasri, Barthez, Weah, Allofs, Köpke, Djorkaeff, Tigana, der aktuelle französische Nationalcoach Laurent Blanc - ja sogar Franz Beckenbauer war mal sportlicher Direktor bei Olympique. Unter Beckenbauer gelang es dem Klub 1991 ins Finale der Champions League einzuziehen, dort verlor man allerdings gegen Roter Stern Belgrad im Elfmeterschießen. Zwei Jahre später holte OM dann den Titel gegen den AC Milan.

Marseille, die Hafenstadt am Golfe du Lion, ist nach Paris die zweitgrößte Stadt Frankreichs und hat mit dem Stadion Stade Vélodrome das zweitgrößte Stadion des Landes (über 60.000 Zuschauer) - nach dem Stade de France in der Hauptstadt. 

In der aktuellen Meisterschaftssaison schwächselt OM derzeit - fünf Niederlagen in Folge rücken die Champions League-Teilnahme in der nächsten Saison in weite Ferne. 
Doch bei Top-Spielen wie gegen Dortmund oder Inter in der Champions League zeigte Olympique seine Gefährlichkeit. Bester Torschütze des Teams in der Champions League ist André Ayew mit vier Treffern. 
Das Viertelfinalhinspiel findet am Mittwoch, den 28. März, in Marseille statt - das Rückspiel dann nur eine Woche später am Dienstag, den 3. April, in München.  Der Sieger dieser Begegnung trifft im Halbfinale auf den Sieger der Partie Nikosia vs Real. 

Sonntag, 18. März 2012

Boom Boom Bayern!

20 Tore in drei Spielen! Mit dem 6:0-Auswärtssieg bei Abstiegskandidat Hertha BSC Berlin hat der FCB seine Torrausch-Laune auch auf fremdem Platz bestätigt. Auf Sand anstelle von Rasen gab es gestern Abend im Olympiastadion erneut ein Schützenfest für die Roten. Das ändert an der Tabellensituation zunächst einmal nichts, es sind immer noch fünf Punkte Differenz bis zum Tabellenersten. Doch es ist die Tendenz, die erfreut - und so kann man zumindest den Druck auf Spitzenreiter Dortmund weiter hoch halten.

Auch wenn drei der sechs Treffer Elfmeter-Tore waren, schmälert das keineswegs die überragende Form der Bayern. Alle drei Strafstöße gingen so in Ordnung, waren sie doch der Torverhinderung einer überforderten Herthaner Abwehr geschuldet. Die Berliner agierten wie schon Hoffenheim und Basel eher als Kaninchen vor der Schlange, aber dazu muss man den Gegner auch erstmal degradieren. Ohne Frage, das Knallerspiel am Mittwoch bei Borussia Mönchengladbach im Pokal wird eine andere Qualität haben. Aber in dieser bestechenden Form wird man mit derzeit etwas müde wirkenden Gladbachern fertig werden können. Bei Müller und Robben platzt endlich der Knoten - Gomez trifft wieder - und Ribéry bestätigt seine herausragende Form in dieser Saison jedes Mal aufs Neue. Die Bayern haben wieder Spaß und eine breite Brust. Das ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Schlüssel in dieser extrem anspruchsvollen Saison. Wir können uns keine Schwächephase mehr leisten.

Selbst eine beeindruckende Serie von zwanzig ungeschlagenen Spielen in Folge, verschafft dem BvB (noch) nicht den ausreichenden Vorsprung in der Meisterschaft. Das direkte Duell der beiden Meisterschaftsaspiranten kann die Vorentscheidung bringen - Showdown also im Signal-Iduna-Park?

Bis dahin stehen für beide die Halbfinalpartien im DFB-Pokal an - danach haben die Bayern dann Hannover (zuhause), Nürnberg (auswärts) und Augsburg (zuhause) vor der Brust - nicht zu vergessen die beiden Viertelfinalspiele gegen Olympique Marseille in der Champions League.
Ich prognostiziere, dass wenn wir bis zum 11. April alle drei Bundesliga-Partien gewinnen, der BvB in Dortmund gegen uns Federn lässt. Doch bis dahin gilt es sich auf jedes Spiel bestmöglich zu fokussieren und das abzurufen, was wir derzeit erleben.   

Jetzt gilt es mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein aber ohne Übermut im Borussia-Park am Mittwochabend den Finaleinzug perfekt zu machen. Der Spaß bei den Bayern-Fans ist zurück! Schön wär's, wenn die Party am Mittwoch weiterginge.

Freitag, 16. März 2012

Olympique Marseille

... ist also der nächste Gegner in der Champions League - und wir haben das Rückspiel zuhause. Damit darf man durchaus recht zufrieden sein. Im Halbfinale dann träfen wir auf Real Madrid - ein Lieblingsgegner, der derzeit allerdings in einer bestechenden Form ist. Dass Apoel Nicosia das Wunder schafft, Madrid aus dem Wettbewerb zu kegeln, halte ich für eine sehr gewagte These.
Knaller des Viertelfinales ist zweifelsohne Milan vs Barca. Zudem trifft Benfica Lissabon auf den FC Chelsea.  

Donnerstag, 15. März 2012

Jetzt gibt's Klatschen!

Franz Beckenbauer verriet gestern Abend auf Sat1 was wir doch alle immer schon ahnten: die Stimmung im Stadion ist künstlich, kommt aus den Lautsprechern - oder wird zumindest durch jene verstärkt. Selbst in Liverpool an der Anfield Road ist es so. Aha. Danke Franz, Du Gralshüter der Wahrheit.

In München, beim 7 zu 0 gegen Basel gab es fürs Publikum "Klatschen" - also solche komischen Dinger, die Klatschgeräusche machen und dabei einen Höllenlärm verursachen. So stellt sich der FC Bayern also Maßnahmen zur Verbesserung der Stimmung im Stadion vor. Alleine daran erkennt man wie weit entfernt die Vereinsführung in ihrer Wahrnehmung vom echten Fan entfernt ist.
Die Fanklubs, Ultra-Gruppierungen, der Club Nr. 12 - sie alle haben sich "an einen Tisch" gesetzt, um die Stimmung in der Münchner Arena zu verbessern. Die Tatsache, dass es in München keine "rote Wand" gibt und dass - ganz im Gegensatz zu anderen Stadien - die Gästefans einen akkustischen Vorteil genießen, zwingt zur Einigkeit in Sachen Anfeuerung. Doch das war in der Vergangenheit nicht  immer gegeben.  Ein fast verzweifelter Akt, denn der Klub hat in dieser lange währenden Diskussion um Stehplätze, Bayern-Kurve und Gästeblock immer noch keine Lösung präsentiert, die es ermöglichen würde die Stimmung im Stadion zu optimieren. "Für Eure Scheiss-Stimmung da seid doch Ihr für verantwortlich" - diese Worte des Präsidenten klingen immer noch in den Ohren - und man muss ohnmächtig feststellen, dass sich seit dieser legendären Jahreshauptversammlung nichts geändert hat.  Fan-Beauftragter des FC Bayern ist nach wie vor Raimond Aumann - ein Mann also, der sich dem Dialog mit der FCB-Fankurve verweigert. Auch hier sieht es nicht danach auch, als würde sich in der Bayern-Führung dahingehend etwas zum Besseren wenden.

Uli Hoeneß sprach nach dem Champions League-Triumph euphorisiert von einer Super-Stimmung. Die gab es - bei einem Sieben zu Null naheliegend - selbstverständlich. Aber bitte in Zukunft ohne irgendwelche albernen Hilfsmittel.
Es wäre an der Zeit im Stadion bessere Voraussetzungen für eine angemessene Stadionatmosphäre zu schaffen, dann könnte man auch die Lautsprecher leiser drehen und Herr Beckenbauer dürfte in Zukunft wieder seinen eigenen Worten lauschen können.       

Mittwoch, 14. März 2012

Back on track - aber: Zurückhaltung bitte!

7:0 in der Champions League gegen den Schweizer Meister, der zudem eine ganze Weile ungeschlagen ist - das sollte doch Grund genug sein jetzt wieder vom Finaleinzug zu faseln. Nein! Keineswegs, denn sieben Treffer gegen schwache Hoffenheimer und sieben Treffer gegen ganz schwache Basler geben keine Auskunft darüber, wie es gegen starke Gladbacher im Pokal oder zähere Gegner in der Meisterschaft laufen kann.

Ja, der gestrige Kantersieg ist Balsam auf die Seele des Klubs und hilft die altgewohnte breite Brust wieder zurückzugewinnen. Aber tun wir bitte nicht so, als würde uns nun nur noch der FC Barcelona im Weg stehen. Vieles war deutlich besser anzuschauen als vor dem Hoffenheim-Spiel: Gomez trifft wieder - Robben auch - die Außen (Stürmer und Abwehrspieler Lahm) marschieren bis oder entlang der Grundlinien und schaffen so Räume - diese Räume werden von Dritten genutzt (dass ich das noch mal irgendwann schreiben darf?!) - das schnelle Umschalten auf Konter funktioniert -  die Defensive steht gut. Alles prima, aber messen wir diese Leistung - ohne sie schmälern zu wollen - bitte auch an den letzten beiden schwachen Gegnern.  Das böse Erwachen könnte bereits im Pokalhalbfinale in Gladbach drohen.

Ich bin nicht bereit in die Huldigungen und euphorischen Jubelarien (und Ausblicke) einzustimmen - dazu ist es viel zu früh. Was zudem fehlt, ist der starke Gegner - kompakt, gefährlich und besser organisiert als es der FC Basel oder die TSG Hoffenheim war.
Interessant ist, wie gut das Zusammenspiel zwischen Lahm und Robben funktioniert. Das Fazit kann nur lauten: Rafinha kann die Erwartungen an ihn nicht erfüllen - ergo: Fehleinkauf. Lahm spielt auf rechts ebenso gut wie links - das wussten wir schon. Ob Alaba auf links auch gegen Kracher funktioniert, es ist zu bezweifeln. Schön ist, dass Bastian Schweinsteiger jetzt schon ein tolles Niveau abrufen kann - die Krönung: sein Bilderbuchpass als Torvorlage. Und da ist noch Luiz Gustavo, bei dem man sich zu Recht gefragt hat, wann er endlich auch beim FCB sein Niveau erreicht. Gestern zeigte er alle diese Stärken, die ihn zum FC Bayern gebracht haben. Herausragend auch: Holger Badstuber! 
Zu Kroos, Gomez, Ribéry, Robben und Müller muss man nichts sagen, wenn sie ihre Top-Form erreichen - das war gestern Abend zum Teil barcelonesk. Aber so schwach und uninspiriert Bayer Leverkusen in Barcelona auftrat, so unterdurchschnittlich agierte gestern auch der FC Basel in München.

Trainer Heynckes hat die richtigen Stellschrauben bewegt, aber warum er nicht mal einen Petersen, Usami oder Emre Can auf den Platz lässt, wenn ohnehin nichts mehr anbrennen kann - stattdessen aber ein Dani Pranjic bringt, erschließt sich mir nicht. Auch daraus muss man schlussfolgern, dass Einkäufe wie Petersen oder Usami streng genommen Unsinn waren.

Es stünde den Verantwortlichen des FC Bayern gut zu Gesicht, wenn jetzt zum richtigen Zeitpunkt mal der Ball flach gehalten würde. Wir sind fünf Punkte hinter dem Tabellenführer! Wir spielen auswärts im Pokal beim Tabellendritten der Liga! Wir stehen im Viertelfinale der Champions League - im Viertelfinale! Also schön ruhig bleiben Ihr Roten! Und weiter arbeiten.

Montag, 12. März 2012

Knoten geplatzt? Die Antwort folgt später

Wenn man 7 zu 1 gewinnt und dabei alle acht Tore schießt, ja sogar noch ein, zwei weitere hätte schießen können - und man nicht gegen einen potenziellen Abstiegskandidaten gespielt hat, ja dann.... aber genau dieses Denken hat seit geraumer Zeit wieder und wieder für Enttäuschungen gesorgt. Denn die Mannschaft konnte gute Leistungen nicht konservieren und trat (meist auswärts) nach Siegen immer wieder in ein Loch und stolperte.
Es war ein Ausrufezeichen, ein Weckruf - dieser Kantersieg gegen die TSG Hoffenheim. Doch ob jetzt endgültig der Knoten beim FCB geplatzt ist, erfahren wir erst in ein paar Wochen. Basel, Hertha und das Pokalspiel in Gladbach stehen auf dem Programm - und in diesen so wichtigen Spielen sollte der FC Bayern besser nicht patzen, sonst wird der jeweilige Wettbewerb für den FC Bayern schon gelaufen sein. Zwei dieser Spiele finden auswärts statt. Und die Auswärtsbilanz des FC Bayern ist zur Zeit unterdurchschnittlich.

Bei allem Respekt vor der Leistung unserer Mannschaft - und so schön die Tore, so beeindruckend die Leistung eines Philipp Lahms, Toni Kroos', Mario Gomez', Thomas Müllers, Arjen Robbens und Franck Ribérys war, Ex-Bayer Markus Babbel fand wieder einmal kein adäquates Konzept gegen den FCB in der Allianz-Arena. Sein Defensivkonzept war nach nur fünf Spielminuten in sich zusammengebrochen. Danach gab die TSG Hoffenheim auf.

Ich bin weit davon entfernt jetzt wieder alles in den Himmel zu hieven, was noch nach den Leverkusen-Spiel in Schutt und Asche lag, aber auch Jupp Heynckes hat am Samstag eine Reaktion gezeigt. Er hat die Defensivreihe höher stehen lassen und für den verletzten Rafinha Philipp Lahm auf die rechte Seite gestellt. David Alaba übernahm die Lahm-Position. Zudem wurden die Außen beordert bis zur Grundlinie vorzustoßen, was die Abwehr Hoffenheims vor große Probleme stellte. Den Sieg aber stellte die geballte Willenskraft der Mannschaft sicher - das spürte man von der ersten Minute an.
Den Rausch perfekt machte die Einwechslung von Bastian Schweinsteiger, der in den dreißig Minuten auf dem Platz toll kämpfte und zeigte, wie wichtig seine Ausstrahlung für das Team ist. Dass es bei ihm schon wieder so gut läuft, ist ein gutes Zeichen zum richtigen Zeitpunkt.      

Nun steht das Spiel gegen den FC Basel am Dienstag in München an und ich warne ausdrücklich davor, sich durch die Gala gegen Hoffenheim blenden zu lassen. Der schweizer FCB ist ein anderes Kaliber - und die Eidgenossen werden sich nicht wie ein Opferlamm zur Schlachtbank führen lassen. In der Meisterschaft haben wir wieder Witterung aufgenommen, da der BvB in Augsburg keinen Sieg erringen konnte. Fünf Punkte Differenz ist aber immer noch ein Polster, das sehr schnell wieder anwachsen kann.
Die Bayern tun gut daran, sich ruhig und mit voller Konzentration auf die bevorstehenden Aufgaben zu fokussieren, Spiel für Spiel, Woche für Woche. Wenn der März ein erfolgreicher Monat wird, ist auch in Sachen Titel wieder alles möglich. Doch davor hat der liebe Gott den Schweiss gesetzt!   

Freitag, 9. März 2012

FernglasFCB ist Gastblog des Monats

bei der FCB Gruppe von SPOX

Herzlichen Dank für die 
Einladung.

Hier geht's zum Text -->

Freitag, 2. März 2012

Trauerflor

für

Henryk "Balu" Baluszynski 
(1994 bis 2011 VfL Bochum)


Der Pole verstarb im Alter von nur 39 Jahren an einem Herzinfarkt, 
gab der VfL Bochum auf der Vereins-Website bekannt.

Donnerstag, 1. März 2012

Länderspielform

Merci France - so der Tenor der großen deutschen Tageszeitungen! Dank der gestrigen Niederlage hat unsere Nationalmannschaft einen hoffentlich rechtzeitigen Schuss vor den Bug erhalten. Nur noch wenige Testspiele, dann geht es zur EM und man kann nur hoffen, dass das gestrige Spiel a) die Erwartungshaltung der Deutschen und den Respekt vor anderen Teams etwas zurechtrückt und b) die Mannschaft dadurch begriffen hat, dass Schönspielerei ohne Kampf und Einsatz nicht ausreichen wird.

Interessant war zu beobachten wie die Bayern-Akteure ihre derzeitige Form in den jeweiligen Nationalmannschaften widerspiegelten. Badstuber - stabil, aber auch immer wieder für einen Bock gut, der zu einem Gegentor führt. Boateng - in einigen Situationen einfach nicht (gedanken)schnell genug. Ribéry - bis zu seinem Pferdekuss sehr gut. Robben - kommt so langsam in die Form, die wir uns sehnsüchtig zurückwünschen. Gomez - na ja, kleine Lehrstunde vom Oldie Klose, wie es geht. Kroos - mit mehr Schatten als Licht. Manuel Neuer hat nicht gespielt - und wie heute bekannt wurde, demnächst wohl mit Jaroslav Drobný vom HSV als Stellvertreter à la Hansjörg Butt auf der Bank des FC Bayern. Ein nachvollziehbarer Wechsel. 

Franck Ribéry und Holger Badstuber sollen etwas angeschlagen von ihrem Länderspieleinsatz zurückgekehrt sein. Hoffen wir mal, dass sie am Samstag in Leverkusen auflaufen können. Dort darf man dann gespannt sein, ob Arjen Robben seine exzellente Länderspielform mit in die BayArena bringen wird. Drei Punkte für uns sind Pflicht - zumal die Dortmunder wieder ein Heimspiel (gegen Mainz) haben und vermutlich nicht straucheln werden. Und Papa wird wieder dabei sein, in Leverkusen - ich freu mich.  

   

Termine März 2012

03. März 2012 - Bundesliga
TSV Bayer 04 Leverkusen vs FCB
15.30 Uhr

10. März 2012 - Bundesliga
FCB vs TSG 1899 Hoffenheim
15.30 Uhr

13. März 2012 - Champions League Achtelfinale
FCB vs FC Basel
20.45 Uhr 

17. März 2012 - Bundesliga
Hertha BSC Berlin vs FCB
18.30 Uhr

21. März 2012 - DFB-Pokal Halbfinale
VfL Borussia Mönchengladbach vs FCB
20.30 Uhr

24. März 2012 - Bundesliga
FCB vs Hannover 96
15.30 Uhr