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Dienstag, 24. Januar 2012

Abwarten - die Rückrunde ist jung

Die Rückrunde hat gerade erst begonnen und es geht schon heiß her, wenn man sich alleine die Kommentare zum Gladbach-Spiel bei Breitnigge so durchliest.
The Offside hat die Entstehung des zweiten Gladbacher Treffers mit Bildern analysiert - hochinteressant, wie ich finde - stellt das doch sehr schön das Problem des FCB während des ganzen Spiels dar.
Da steht Philipp Lahm aufgerückt fast auf Höhe der gegnerischen Abwehrreihe und wird partout nicht angespielt, um einen Angriff einleiten zu können. Tymoschtschuk hat dazu die beste Ausgangsposition, ignoriert Lahm aber und schiebt den Ball zurück zu Badstuber. Auch Holger Badstuber erkennt die durch Lahm ausgehende Option nicht und schiebt den Ball dann zu van Buyten. Selbst der Belgier könnte nun noch eine Flanke auf Lahm wagen, die Ausgangsposition des Bayern-Kapitäns hat sich nicht verändert, tut dies aber ebenso wenig. Ob Lahm selbst seine gute Ausgangsposition erkannt hat? Ich weiß es nicht, jedenfalls versäumte er es energisch auf sich aufmerksam zu machen. Wir wissen wie es weiterging, am Ende schoss Herrmann das 2:0 für Mönchengladbach, die Vorentscheidung im Spiel.

Viele haben - nicht ganz zu unrecht - Arjen Robben und das defensive Mittelfeld (Schweinsteiger/Tymoschtschuk) der Bayern für den Gegentreffer verantwortlich gemacht. Die Schlüsselszene für mich ist allerdings das zuvor behäbige Verhalten von Anatolij Tymoschtschuk. Solche Situationen hat es am vergangenen Freitag zuhauf gegeben - ich erinnere mich auch wie Mario Gomez eine aussichtsreiche Kontermöglichkeit von Robben durch diverse Zwischenschritte statt zügigem Abspiel im Keim erstickte.

Man kann sicher über die fehlende Variabilität des Teams, die Anfälligkeit beim Umschalten oder die Rolle Boatengs diskutieren, aber die Niederlage von Freitag schreibe ich im Wesentlichen der mangelnden geistigen Beweglichkeit und nicht vorhandener Spritzigkeit zu.

Die personelle Situation durch van Buytens Mittelfußbruch in der Innenverteidigung ist (noch) nicht prekär - Boateng gefällt mir dort ohnehin besser als in der Rolle des Außenverteidigers. Allerdings sollte es das für die nächsten Monate an Ausfällen in der Abwehr besser gewesen sein.
Die gesehenen Fehler sind vermeidbar; ein Bastian Schweinsteiger wird mit zunehmender Spieldauer wieder ein zentraler Stabilisierungsfaktor werden; gegen Wolfsburg läuft Franck Ribéry wieder auf - ich bin sicher, wir werden in Kürze wieder einen FC Bayern sehen, den man aus Sicht des jeweiligen Gegners besser fürchten sollte.