Follow by Email

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Nächster Sponsor Gazprom?

Uli Hoeneß deutete im letzten Bayern-Magazin schon an, dass er "in Sachen FC Bayern unterwegs war" und heute veröffentlicht die Süddeutsche Zeitung Folgendes:

[...] Nach Informationen der SZ folgte dem Auftritt des Managers in der Staatskanzlei am Mittwoch ein Geheimtreffen des mächtigen Wirtschaftslenkers mit dem Vorstandschef und dem Aufsichtsratschef des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß. Den Angaben zufolge will der Gazprom-Konzern oder eine seiner Marken als Sponsor des Clubs aktiv werden. Gazprom und der FC Bayern kommentierten die Angaben bis Redaktionsschluss nicht. Gazprom ist seit Anfang 2007 Hauptsponsor des Bundesligaklubs Schalke 04. Der Vertrag hat eine Laufzeit von fünfeinhalb Spielzeiten. Mit dem Ende der laufenden Saison wäre die Russen demnach frei.
Klingt nach einem möglichen Sponsorendeal für die neue Saison , der es in sich hat. 

Nussknacker - ein Ballet in zwei Akten

Natürlich rede ich nicht von Tschaikowski - und mit Ballet hatten die letzten zwei Auftritte des FC Bayern im Jahr 2011 auch nicht so wirklich viel zu tun, doch eine gewisse "Nussknackermentalität" war schon von Nöten. 

Erster Akt
Nachdem ich mir den Auftritt der Roten gegen den 1. FC Köln gestern als Aufzeichnung angesehen hatte, musste ich über die doch etwas realitätsferne Wahrnehmung so manch Kölner Anhänger aus meinem Kollegenkreis schmunzeln. "Wenn", "dann", "hätte", "dann aber" - da glaubte man doch allen Ernstes, dass "mit ein bißchen mehr Glück" mehr drin gewesen wäre bei den Bayern.
Also bitte! Was war denn das? Fünf Abwehrspieler, davon drei Innenverteidiger - quasi mit Libero (!), den es im modernen Fußball gar nicht mehr gibt. Die Kölner generierten dementsprechend ihre erste - nennen wir sie mal - Torchance in der 55. Spielminute - die nächste (und letzte) folgte dann irgendwann nach der 70. Minute. Da dies nicht erst seit Solbakken die altbekannte Taktik der Kölner ist, in München mit Destruktiv-Fußball etwas mitzunehmen, hatte ich mit meinem "grausam" nicht so ganz unrecht. Doch diesmal ging es gut für uns aus. Der FCB begann keineswegs pomadig, sondern versuchte das Defensivbollwerk des FC spielerisch zu knacken. Dumm nur, dass sich der bis dahin beste Spieler, Franck Ribéry, aufgrund einer Undiszipliniertheit die Gelb-Rote Karte abholte und schon ab der 33. Minute nur noch zehn Bayern auf dem Platz standen. 
Die Kölner waren ganz und gar chancenlos und es war nur eine Frage der Zeit, wann die Bayern endlich Tore erzielen. Am Ende dann - um es kurz zu machen - waren es noch drei an der Zahl. Standesgemäß - und der FC Bayern konnte den ersten Heimsieg gegen Köln in der Arena einfahren. Die erste harte Nuss war also geknackt. Beste Spieler: Ribéry, Kroos, Tymoschtschuk.

Bayern München vs 1. FC Köln 3:0 (FernglasFCB tippte 1:1)
Zweiter Akt
Auswärts im Pokal gegen den VfL Bochum - und es galt was bei solchen Spielen immer gilt: Hauptsache weiter, egal wie. Das ist eben der Pokal, da bekommst Du nichts fürs Schönspielen. 
Die Bayern in der ersten Hälfte irgendwie nicht bissig genug - mit zu wenig Bewegung - fast ein bißchen lässig unterwegs. Der VfL stand gut und war - im Gegensatz zur Taktik der Kölner - sogar bemüht hier und da Angriffe einzuleiten. Doch trotz des zwischenzeitigen Rückstandes spielte der FCB zunehmend seine Qualtität aus und zog nach der Pause ein regelrechtes Powerplay auf. Folgerichtig kamen die Bayern zum Ausgleich - und als sich das Bochumer Publikum schon auf eine Verlängerung einstellte, schlug der last-minute FC Bayern in persona Arjen Robben in der 91. Minute zu und gewann letzten Endes verdient. Nuss Nummer Zwei war geknackt. Jetzt treffen die Bayern Anfang Februar auf den VfB Stuttgart, der sich etwas glücklich gegen den HSV behaupten konnte. Beste Spieler: Franck Ribéry, Toni Kroos.

VfL Bochum vs Bayern München 1:2 (FernglasFCB tippte: 0:3)


Damit ist der positive Schlussstrich unter das Jahr 2011 gezogen und die Mannschaft hat sich ein paar Tage Ruhe verdient, um Kräfte zu tanken für ein äußerst anstrengendes und spannendes Jahr 2012.

FernglasFCB wünscht allen Lesern und Bayern-Fans ein gemütliches Weihnachtsfest und alles Gute für das kommende Jahr!

Dienstag, 20. Dezember 2011

Jeder darf mal - oder auch nicht

Andere Bundesliga-Klubs vermelden ihren Dauerkartenverkauf wie einen Triumpf - was hier und da zu vermehrter Planungssicherheit bezüglich der Stadioneinnahmen führt und von daher durchaus nachvollziehbar ist. Beim FC Bayern ist die Sachlage eine andere. Hoeneß' Politik war es schon seit geraumer Zeit, dass der FCB ein "offener" Verein sein muss - und keine geschlossene Gesellschaft. Fans sollten die Möglichkeit erhalten, Spiele des Klubs auch im Stadion sehen zu können, daher beschränkte man sich beim Rekordmeister schon zu Zeiten als man noch im Olympiastadion spielte auf ein Mindestmaß an Dauerkarten. Fluktuation ist das Stichwort - und eine solche garantiert dem Klub "neue" Zuschauer und somit potenziell "neue, zukünftige Fans". Rein ökonomisch kann man das auch als das Erschließen neuer Kundenpotenziale bezeichnen. 

Seitdem der FC Bayern in die Allianz Arena umgezogen ist, gilt für Bundesliga-Spiele des Top-Klubs das Adjektiv "ausverkauft". Bei Pokal- und Europapokalbegegnungen ist es meist genauso. Wenn Präsident Hoeneß also jetzt verkündet, dass er in Zukunft mehr Gerechtigkeit bei der Ticketvergabe erreichen will, dann ist das nur eine Fortsetzung der bislang ohnehin schon betriebenen Vorgehensweise. Die Zahl von 35.000 verkauften Dauerkarten soll wohlmöglich in Zukunft verringert werden. 
Wenn Uli Hoeneß wirklich mehr Gerechtigkeit in Sachen Kartenvergabe erreichen will, wäre ein erster Schritt die Zusammenarbeit mit der nicht unumstrittenen Ticketbörse "Viagogo" und dem FC Bayern zu beenden. Aber dafür gibt es derzeit keine Anzeichen. Bis dahin bleibt letztlich alles beim Alten.  

Jetzt nur noch ein Pflichtsieg

Schau mal an, der FCB hat endlich die Kölner ernstgenommen und gewonnen! Verrückte Welt. Ich werde mir die Aufzeichnung der Partie heute erst ansehen, da ich erst gestern Abend aus Paris zurück kam. Überhaupt muss man mit dem Hinrundenabschluss in der Liga zufrieden sein. Alle drei Partien nach den Niederlagen gegen Dortmund und Mainz - Bremen, Stuttgart und Köln - wurden gewonnen, neun Punkte geholt und die Herbstmeisterschaft somit sicher gestellt. Gut!

Heute Abend kann dann das Sahnestück dazu kommen, wenn der FC Bayern das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht, in dem man den VfL Bochum besiegt. Meine Eintrittskarte musste ich leider opfern, aber gesundheitlich bin ich für den Stehblock in einem proppevollen Rewirpower-Stadion noch nicht wieder fit genug. 

Ich überlege schon die ganze Zeit ob es irgendetwas gibt, dass für einen Überraschungssieg des VfL spricht? Mir fällt nichts ein. Die Bochumer haben in dieser Saison dermaßen enttäuscht, dass es einem Wunder gleichkäme, würde man ausgerechnet dem FC Bayern im Pokal ein Bein stellen. Doch Wunder gibt es immer wieder, sang schon Katja Ebstein. Doch ehrlich gesagt, für mich ist das Spiel eine Bank: Bayern wird sich weder überraschen lassen, noch so schlecht auftreten wie es nötig wäre, um dem VfL Bochum zu Siegchancen zu verhelfen.

FernglasFCB tippt:
VfL Bochum vs Bayern München 0:3

 
Last but not least hat der FCB am vergangenen Freitag den Schweizer FCB in der Champions League zugelost bekommen, also den FC Basel. Der Klub, dem die Sensation gelang, Manchester United aus dem Wettbewerb zu werfen. Und dennoch ist mir dieser Gegner im Achtelfinale lieber, als ein AC Mailand oder unbequeme Franzosen. Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil des Gruppensieges ist, dass man das Rückspiel im heimischen Stadion austragen darf. Gerade bei diesem Gegner ist mir das sehr recht. 
Die Bayern haben alles in allem eine sehr gute Ausgangsposition für das Jahr 2012 und die bevorstehenden Aufgaben im laufenden Spieljahr. Freuen wir uns also auf 2012! 

Freitag, 16. Dezember 2011

Auslosung Champions League Achtelfinale

Heute findet ab 12 Uhr die Auslosung der ersten Finalrunde der laufenden Champions League-Saison in Nyon (Schweiz) statt.

Das sind die möglichen Gegner im Achtelfinale der Champions League für den FC Bayern:

ZSKA Moskau
Olympique Lyon
Olympique Marseille
FC Basel
Zenit St. Petersburg
AC Mailand

Mein Tipp: ZSKA Moskau

Der FC Bayern darf zunächst auswärts antreten.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Es wird grausam werden

Am Freitag, am Tag der Champions League-Auslosung zur ersten Finalrunde, kommt der 1. FC Köln in die Münchner Allianz-Arena. Das letzte Spiel der Bundesliga-Hinrunde. Und es wird grausam werden.
Wir werden erleben wie der Fokus der Sportberichterstattung auf Mario Gomez, noch mehr aber auf Lukas Podolski gerichtet wird - Podolski folgt gemeinsam mit Klaas-Jan Huntelaar dem Münchner Stürmer in der aktuellen Torschützentabelle mit 14 Treffern. Viel mehr gäbe es dann auch von der Mannschaft der Gäste nicht zu berichten - außer vielleicht man kocht die alte Suppe um FC-Torhüter Rensing wieder hoch. Bei einer solchen Betrachtungsweise wird es erfahrungsgemäß für den TV-Zuschauer ganz bitter, weil schlicht zuviel Unsinn auf sehr spektakuläre und dramatische Art verzapft werden wird. Gut, dass ich in Frankreich bin.

Köln steht momentan auf Platz 10 und hat es am gestrigen Dienstag beim Nachholspiel gegen Mainz verpasst, sich auf den siebten Platz in obere Gefilde hochzukatapultieren. Mit anderen Worten: Köln ist dem Abstieg genauso nah, wie dem Traum vom "internationalen Tabellenplatz". Gegen die "Großen" der aktuellen Liga hat sich der Effzeh in der Hinrunde meist ohne Gegenwehr verwursten lassen - furios gewann man meist gegen die "kleineren" Gegner - aber auch hier gab es Ausnahmen, so dass der rheinische Traditionsklub doch die typische Wundertüte bleibt. 
Podolskis (gegenwärtigen) Wert für den Klub kann man allein an seinen Treffern deutlich beziffern: mehr als die Hälfte aller Tore des Teams schoss Lukas Podolski himself - von irgendwelchen Scorer-Punkten ganz abgesehen. Wo stünde der Klub aus der Domstadt in der Saison 2011/12 ohne ihn?
Doch sagt das nicht nur etwas über die momentane Form des Nationalspielers aus, es spricht auch Bände über die Qualität seiner Mannschaftskollegen. Sagen wir wie es ist, ohne Podolski wäre der FC auch in dieser Saison wieder ein Abstiegskandidat. 

Die Vereinsoberen des 1. FC Köln sind zwiegespalten - Podolski selbst vermutlich auch: Der Klub kann 20 oder auch 25 Millionen für einen Spieler wie Podolski gut - nein, sehr gut - gebrauchen. Das dadurch entstehende Loch in der Offensive muss aus solchen Transfererlösen gestopft werden und mehr noch, die Mannschaft benötigt weitere adäquate Ergänzungen. Außer Podolski und Geromel und vielleicht zwei bis drei Perspektivspielern hat das Team nicht viel zu bieten. Zur Schuldentilgung blieben dann im besten Falle noch 10 Millionen - aber immerhin. Lukas Podolski auf der anderen Seite, ist in Köln vergöttert und verehrt - vor allem aber unumstritten. Ob dies bei einem Wechsel zu einem "größeren" Klub oder ins Ausland noch so wäre, darf berechtigter Weise bezweifelt werden. Doch die sportliche und auch monetäre Karriere des "Prinzen Poldi" wird über kurz oder lang beim FC stagnieren. Wenn er jetzt nicht wechselt, kann er's eigentlich auch ganz lassen.

Komischerweise - und das Wort passt hier hervorragend - hat der FC Bayern ausgerechnet mit diesem 1. FC Köln größte Probleme. Die Kölner sind so etwas wie unser Angstgegner - trotz aller minderwertigen Qualität. Ich kann nicht erklären warum das so ist, verstehen kann ich es ohnehin nicht. Als echter kölsche Jung der ich nun einmal bin, tut mir das weh und verärgert mich das regelmäßig. Und ich befürchte, dass es auch am kommenden Freitag wieder so sein wird. Live sehen kann ich die Partie nicht. Aber wenn ich mich irre und die Bayern sich vielleicht doch besinnen, diesen Gegner endlich mal ernst zu nehmen, dann kann ich mir das Spiel ja immer noch als Aufzeichnung im Nachhinein ansehen. Doch erfahrungsgemäß befürchte ich, es wird grausam werden.  

FernglasFCB tippt:
Bayern München vs 1. FC Köln 1:1
  

Dienstag, 13. Dezember 2011

Hinrundenfazit

Mit einem 3:0 gegen Eintracht Braunschweig im Pokal läutete der FCB die Saison 2011/2012 ein - die neue Bundesligasaison ging hingegen mit einer Niederlage los. Im eigenen Stadion - gegen Gladbach, dem Fast-Absteiger der Vorsaison (und wer hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass die Elf vom Niederrhein in der Hinrunde für mehr als nur diese Überraschung sorgen werde). Die Sportjournalisten hatten gleich zu Beginn der Saison ein neues Lieblingskind: die gemessene Laufleistung! Und so war es eindeutig, warum der Rekordmeister gegen Borussia Mönchengladbach unter die Räder kam: man lief nicht so viel wie der Gegner. Aha!
In Wolfsburg, eine Woche später dann, zeigte der FCB einen grauenhaften Auftritt, obsiegte aber durch ein Glückstor kurz vor Ende der Partie. Dann aber ging es richtig los - und man durfte sich zu Recht fragen, ob der Auftakt zu Kantersiegen in Serie und einer beeindruckenden "zu-Null-Serie" nun jeweils dem schwachen Gegner geschuldet war oder einer starken Bayern-Mannschaft, die nun endlich in die Saison gefunden hatte?   
Zwischenzeitlich hatte der FCB schon den Grundstein für die Champions League-Qualifikation gelegt und diese dann auch mit einem langweiligen 1:0-Sieg im Rückspiel in Zürich erreicht. 
Ein souveränes 3:0 in Lautern, ein 7:0-Kantersieg gegen den SC Freiburg, ein erfolgreicher Auftakt in der Champions League bei Villarreal, das siegreiche Comeback des Manuel Neuer in der Veltins-Arena und der obligatorische Heimsieg gegen Bayer Leverkusen - viele Tore, keine Gegentore, der Bayern-Express rollte unter Volldampf! Als dann noch Manchester City im zweiten CL-Gruppenspiel mit 2:0 nachhause geschickt wurde, konnte es dem Bayern-Fan schon ein wenig unheimlich werden. Entscheidend waren meist frühe Bayern-Tore und eine ausgesprochen effiziente Defensivleistung des gesamten Teams - Neuzugang Manuel Neuer muss sich im falschen Film gewähnt haben, so wenig hatte der Ex-Schalker im Bayern-Gehäuse zu tun.

In Hoffenheim nahmen sich die Bayern dann eine kleine Auszeit - ein glücklicher Punktgewinn und wieder kein Gegentor. Damit konnte man durchaus gut leben, zumal die Kraichgauer ihre beste Saisonleistung zeigten. Die Hertha aus Berlin wurde danach wieder mit einem ordentlichen 4:0 abgefertigt. In der Champions League wurde im dritten Spiel der Gruppe A dem SSC Neapel auswärts ein Punkt abgetrotzt. 
Der zweite Nackenschlag nach dem missglückten Auftakt in der Liga kam dann in Hannover. Der FC Bayern schlug sich - wie schon gegen Gladbach - selbst. In der Hannoveraner AWD-Arena spielte sich ein regelrechtes Fußball-Drama ab, nicht ganz unumstritten dabei die Schiedsrichterleistung. Es folgten zwei Siege in der Liga - gegen Nürnberg (wieder hoch, mit 4:0) und in Augsburg knapp. Ganz nebenbei wurde im DFB-Pokal der FC Ingolstadt mit 6:0 entsorgt. Der dritte Rückschlag für den FCB folgte in Form einer Personalie: Bastian Schweinsteiger verletzte sich beim Heimsieg gegen den SSC Neapel schwer und die Hinrunde war für den "Motor des FCB" bis auf Weiteres gelaufen. In Augsburg zeigte sich bereits, dass das Fehlen Schweinsteigers schwer zu kompensieren werden würde.

Im heiß ersehnten Duell zwischen dem amtierenden Meister und dem aktuellen Meisterschaftsfavoriten unterlagen die Bayern dann dem BvB im eigenen Stadion - bitter und unnötig. Zum Fußball gehören allerdings auch Kampf und Bewegung - diese Eigenschaften fehlten dem Bayern-Team im Spitzenspiel in den entscheidenden Momenten. Souverän war der FCB hingegen weiterhin in der Champions League und machte mit einem Heimsieg gegen Villarreal den Einzug in die Finalrunde fix. Noch bitterer als die Niederlage gegen Dortmund war dann die Pleite in Mainz - und irgendwie war die zeitweise gigantische Hinrunde wieder weniger glanzvoll und die Bayern plötzlich nicht mehr das Maß der Dinge. Doch die Bayern zeigten - wenngleich auch nicht mehr so dominant - Charakter, und schlugen sowohl wieder erstarkte Bremer, als auch den VfB Stuttgart auswärts. Auffallend war, dass nicht nur die "Lücke Schweinsteiger" nicht adäquat zu stopfen war, sondern dass sich das Team des Öfteren extrem schwer tat mit Gegnern, die hoch und kompakt verteidigen und zudem in der Lage sind, in schnelle Angriffsaktionen überzugehen. Ebenso bemerkenswert war, dass der FCB erst in Stuttgart das erste Mal im laufenden Spieljahr einen Rückstand in einen Sieg verwandeln konnte. Die Sicherheit der Abwehr ist bei schnellen Gegenangriffen dahin - und auch bei Standardaktionen ist der FC Bayern anfällig.

Trainer Heynckes hat die Defensive der Mannschaft stabilisiert und für schnelleres Umschalten nach vorne gesorgt. Dies verdankt er natürlich auch einem zusätzlichen "Abwehrspieler" und Sicherheitsfaktor namens Manuel Neuer. Heynckes profitierte ebenso von der unter van Gaal einstudierten Ballsicherheit im Team und von einem extrem effektiven Mario Gomez als einziger Spitze. Coach Heynckes ist es zu verdanken, dass Franck Ribéry die bislang beste Saison für den FC Bayern spielt (bester Scorer-Wert) - der Dribbelkönig hat wieder Spaß am Fußball.
Die Stimmung und Harmonie im Team ist gut; Heynckes' "Rotationsprinzip" wird akzeptiert - menschlich ist der neue Bayern-Trainer ein deutlicher Zugewinn. Taktisch doktert Heynckes immer noch am Team herum - es fehlen Spitzenkräfte als Alternativen für diverse Positionen - nicht nur für Schweinsteiger. Daher ist man auch an Marco Reus von Borussia Mönchengladbach interessiert - Jupp Heynckes will die Qualität in der Breite erhöhen, wie das bei europäischen Top-Teams Usus ist.
Die taktische Vielfalt hat aber auch Heynckes der Mannschaft noch nicht vermitteln können, aber es ist ja auch gerade erst eine Hinrunde absolviert. 

Ob sich Neuzugänge wie Petersen oder Usami langfristig durchsetzen, wird sich vermutlich nicht mal in dieser Spielzeit beantworten lassen. Luiz Gustavo ist noch nicht beim FCB angekommen; Rafinha hat ebenfalls noch Steigerungsmöglichkeiten - und Boateng wird wegen van Buytens guter Form wieder regelmäßig auf die Außenverteidigerposition verbannt. Fraglich ist auch der weitere Saisonverlauf für den wieder genesenen Arjen Robben. Bleibt Robben gesund, ist er vielleicht das Zünglein an der Waage in den kommenden Top-Spielen. Schweinsteigers Genesung macht deutliche Fortschritte, er trainiert bereits wieder mit dem Reserve-Team.
Ein ganz wichtiger Baustein im Bayern-Team ist Toni Kroos, der unter Heynckes nicht wieder zu erkennen ist. Kroos ist vielleicht die positivste Erscheinung im aktuellen Kader. 
Bis zum letzten Spieltag liegt der FC Bayern nun also mit drei Punkten Vorsprung und der deutlich besseren Tordifferenz vor der Konkurrenz in Führung - und wird wohl als Herbstmeister über die Halbdistanz gehen. In der Champions League hat der FCB in der "Todes",- "Hammer-", "Knaller"-Gruppe souverän den Einzug als Gruppenerster in die Finalrunde erreicht - und im Pokal steht noch das Achtelfinalspiel beim VfL Bochum aus. Vorausgesetzt man blamiert sich nicht wieder gegen den Effzeh aus Köln und fliegt nicht gegen Bochum aus dem Pokal, ist die Hinrunde alles in allem im grünen Bereich und lässt auf ein Titeljahr hoffen. Doch die Saison ist eisenhart, das hat sich schon in der Hinrunde angekündigt. Einerseits ist die Leistungsdichte in der Liga enorm - Schalke, Dortmund, Gladbach, Bremen spielten allesamt eine (Ergebnis-)starke Hinrunde, andererseits kommen in der Champions League jetzt die richtigen Herausforderungen! Die Wundertüte DFB-Pokal ist der am wenigsten wichtige Wettbewerb in der aktuellen Saison, aber natürlich würde der FC Bayern nur allzu gerne wieder in Berlin die Rekordserie von DFB-Pokal-Titeln ausbauen.  Am Ende muss der Meistertitel her - und vom Finalsieg in der Champions League im eigenen Stadion am 19. Mai träumt natürlich jeder Bayern-Fan, aber bis dahin fließt noch verdammt viel Wasser die Isar herunter.    

Montag, 12. Dezember 2011

Fast durch! Zeit wirds

Gestern merkte man den Bayern an, dass es Zeit wird für die wohlverdiente Winterpause. In den letzten zwanzig Minuten der Partie gegen den VfB Stuttgart schleppte sich das Team des Rekordmeisters irgendwie betäubt über das Grün, darauf hoffend dass bald Schluss sei. Doch noch gilt es am kommenden Freitag die Herbstmeisterschaft endgültig unter Dach und Fach zu bringen und das Pokalachtelfinale beim VfL Bochum zu überstehen. Erst dann ist die erste Hälfte des Spieljahres 2011/2012 geschafft. 

Es war ein merkwürdiger Auftritt der Roten in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena - von souverän beherrschend, über hilf- und harmlos, bis hin zu einigen Weltklasse-Aktionen, es war alles dabei. Doch so richtig "rund" war am Ende nur das Ergebnis. Die Bayern beherrschten von Beginn an das Geschehen und hätten in Führung gehen müssen - Mario Gomez kann vermutlich selbst heute noch nicht erklären, wie er diese Möglichkeit hat vergeben können. Im Gegenzug machten es die Stuttgarter besser und gingen bereits in der sechsten Minute durch Gentner in Führung. Die Defensive der Bayern war wieder mal vollkommen überrascht und überfordert vom schnellen Umschalten des Gegners.
Immer wieder kamen die Bayern vor allem über die Robben-Seite zu gefährlichen Aktionen. Ribéry auf links war zugestellt, auf Robbens rechtem Flügel lag die Achilles-Ferse der Gastgeber. In der 13-ten Minute flankt Rafinha - der Ball landet leicht abgefälscht perfekt bei Gomez - und Gomez vollstreckt in großartiger Manier zum Ausgleich. Stuttgarts Molinaro ging dann überhart gegen Robben zu Sache und kassierte folgerichtig die Gelbe Karte. Nach einer halben Stunde wiederholt Molinaro diese völlig unnötige Aktion und wird korrekterweise mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Beim Stuttgarter Publikum machte sich danach das schlechte schwäbische Bier bemerkbar - und so bekam Arjen Robben bei jedem Ballkontakt ein gellendes Pfeifkonzert zu hören. Robbens spektakuläre Fallsucht ist dafür verantwortlich, da hilft es ihm auch nichts, wenn er - so wie gestern Abend - tatsächlich umgesenst wird. Für mich ist es jedoch vollkommen unangebracht, dass Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia und auch Fredi Bobic selbst nach dem Spiel diese Entscheidungen noch vehement kritisieren. Man sollte meinen, die Herren hätten zumindest mal einen Blick auf die Fernsehbilder geworfen.
Dass der VfB mit nur noch zehn Mann auf dem Platz stand, tat vor allem dem Bayern-Spiel nicht gut. Der VfB stellte sich kompakter auf und ging in die Verteidigung über, was die Bayern vor arge Probleme stellte. In der 50-ten Spielminute kann Kroos freistehend abziehen, doch Torhüter Ullreich vereitelt die Bayern-Führung mit einer großartigen Parade. Sechs Minuten später ist es dann soweit, die Bayern schießen das 2:1 - wieder durch Gomez, vorbereitet durch Lahm. Zehn Minuten vor Ende hätte van Buyten dann fast für den Ausgleich gesorgt, als der den Ball zu Neuer zurück chippen will und Cacao diesen Patzer fast ausgenutzt hätte. 

Letztendlich war der Auswärtssieg gerechtfertigt und durch die Punktverluste von Gladbach und Dortmund dürfte die Herbstmeisterschaft so gut wie sicher sein. 
Es war in der Summe ein krampfhafter, aber durchaus kämpferischer Auftritt der Bayern - immerhin konnte man einen Rückstand aufholen und am Ende triumphieren. Beste Spieler auf dem Platz: Gomez und Kroos. Kuriositäten am Rande: Badstuber und van Buyten dürften sich mittleriweile wohl auch wieder vertragen haben - und Uli Hoeneß hatte wieder regen Diskusionsbedarf mit einem Stuttgarter Zuschauer.   

VfB Stuttgart vs Bayern München 1:2 (FernglasFCB tippte 1:2)

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Es wird wieder ernsthafter

Über die gestrige Partie der Bayern in Manchester muss an dieser Stelle wohl keine Zusammenfassung verloren werden. Heynckes schenkte mit seiner "B-Aufstellung" ein ordentliches Ergebnis her - City konnte ohne Schützenhilfe von Villarreal allerdings kein Happy End daraus machen. Aus Trainer-Sicht kann man das Schonprogramm sicher nachvollziehen; die Bayern-Fans in Manchester dürften dahingehend eine etwas andere Sichtweise haben. Mir ging es wie Uli Hoeneß auf der Tribüne im Etihad-Stadium: ich wäre fast eingeschlafen. 

Am Sonntagabend wird es wieder ernsthafter, denn mit dem VfB Stuttgart droht den Bayern ein Gegner, der in der laufenden Saison zumindest gegen nominell große Gegner sehr ordentliche Ergebnisse in der heimischen Arena erzielt hatte. Gegen Schalke, Hannover, Hoffenheim und Dortmund konnte gepunktet werden - Probleme bekamen die Schwaben eher mit den "kleineren" Gegnern. Beim letzten Ligaspiel gegen Köln verschenkte der VfB drei sicher geglaubte Punkte völlig unnötig. Auf solche Vorweihnachtsgeschenke wird der FCB am Sonntag sicher nicht spekulieren dürfen. Der VfB Stuttgart steht nunmehr auf dem siebten Tabellenplatz - der Kontakt zur Spitzengruppe droht bei einer Niederlage verloren zu gehen. Die Stuttgarter werden dementsprechend aggressiv und motiviert auftreten wollen. Bei den Schwaben fehlt Abwehrspieler Boulahrouz, bei den Bayern nach wie vor Bastian Schweinsteiger. Ob die Bayern-Grippe noch für Ausfälle auf Bayern-Seite sorgen wird, bleibt abzuwarten.
Die Wichtigkeit der vorletzten Partie dieser Hinrunde ist enorm; gerade mal ein Punkt liegen die Bayern vor dem BvB und Borussia Mönchengladbach - selbst Schalke ist wieder in Schlagdistanz. Sechs Punkte aus den verbleibenden zwei Spielen und das Weihnachtsfest an der Säbener Straße wird harmonisch verlaufen - mit Herbstmeisterschaft unterm Tannenbaum.

FernglasFCB tippt: 
VfB Stuttgart vs Bayern München 1:2

Mittwoch, 7. Dezember 2011

"Was Manchester heute macht, macht die ganze Welt morgen"

So hieß es einst im Viktorianischen Zeitalter - da war Manchester noch der "Maschinenraum der Welt". Mittlerweile hat die Stadt im Nordwesten  Englands sich neu erfunden. Textil- und Kohleindustrie verloren an Bedeutung und so musste ein Strukturwandel her. Wenn man so will hat sich auch der Fußballklub Manchester City neu erfunden. Jahrzehntelang bedeutungslos und dem Lokalnachbar Manchester United hoffnungslos unterlegen, wurde der Klub durch das Geld von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan ab September 2009 zu einem neuen Schwergewicht ins Englands Profifußball. Die erste Teilnahme in der Champions League könnte allerdings ein kurzes Gastspiel werden. Mit der Niederlage bei Neapel ist Manchester City nun auf einen Sieg gegen die Bayern und auf Schützenhilfe von Villarreal angewiesen. Ein Sieg heute Abend nutzt den Citizens nur, wenn zeitgleich die Neapolitaner in Spanien nicht gewinnen. 

Zu Gast sind Grippe geschwächte Bayern - seines Zeichens Gruppensieger und dementsprechend schon qualifiziert. Hier treffen zwei Klubs aufeinander deren wirtschaftliches Handeln nicht unterschiedlicher sein könnte. Einerseits der englische Vertreter, dessen Investor Unsummen in Verein und Mannschaft pumpt, um so schnell als möglich Manchester City als absoluten Top-Klub zu manifestieren; andererseits die Bayern, deren Politik nicht mehr Geld auszugeben als vorhanden ist, seit Jahrzehnten für europäische Fußballvereine das Maß der Dinge ist. Ein vorrübergehender Clash of Cultures, wenn man so will. 

Die Bayern dürfen verlieren, sich schonen, experimentieren - das alles richtet für den Klub aus München nichts an. Dennoch sollte man im Hinterkopf haben, dass ein Ausscheiden von Manchester City auch bedeutet, sich eines weiteren britischen Konkurrenten für die Finalrunden frühzeitig zu entledigen. Dafür kann alleine schon der SSC Neapel sorgen - doch darauf verlassen sollten sich die Bayern dann besser doch nicht.
Andererseits ist die von einer Erkältungswelle erfasste Mannschaft (Kroos, Robben, Müller, van Buyten) gut beraten, sich noch etwas Power für das kommende Liga-Spiel beim VfB Stuttgart aufzuheben. Für die Vereinskasse und die Bewertung deutscher Klubs wäre ein Sieg zudem gut, doch unter Druck steht heute Abend im Etihad Stadium nur ein Team, das der Gastgeber.   

Es wird ein Sturmlauf Manchesters erwartet, was eine "Nadelstich-Taktik" der Bayern favorisieren würde. Ich bevorzuge Boateng und Badstuber in der Innenverteidigung, Rafinha wieder ins Aufgebot - Tymoschtschuk und Gustavo als Doppelsechs - und vielleicht Alaba für den geschwächten Toni Kroos zentral, sowie Olic für den ebenfalls verschnupften Müller auf der rechten Seite. Je nach Spielverlauf könnte auch Stürmer Petersen im Laufe der Partie wertvolle Champions League-Erfahrung sammeln dürfen. Wir dürfen gespannt sein, wie die Bayern diese Partie angehen werden. Das Spiel wird heute Abend live im Free-TV übertragen.  

FernglasFCB tippt: 
Manchester City vs Bayern München 2:2 

Uli Hoeneß hat immer Recht (1)

In einem gestern veröffentlichten Interview mit der tz sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß:

"Denn ich fürchte, dass Dortmund am Dienstag nicht weiterkommt in der Champions League und es möglicherweise nicht mal in die Europa League schafft."
So ist es gekommen. Dortmund beendete als Gruppenletzter die Champions League-Gruppenphase und ist somit nicht mal für die Europa League qualifiziert. 

Montag, 5. Dezember 2011

Durchgeboxt!

Nein, die ganz große Gala war es trotz der hohen Anzahl von Treffern am Samstagnachmittag nicht, es hatte eher etwas von einem Boxkampf. Diese Analogie trifft es in meinen Augen ganz gut: Bayern und Bremen war zunächst nicht geneigt, zu viel zu riskieren - man tastete sich ab und traute sich selten aus der eigenen Deckung. Nach Punkten dürften die Bayern nach den ersten 45 Minuten in Führung gelegen haben, nach Toren taten sie es durch das 1:0 von Franck Ribéry. Bremens Angriffsversuch verkehrte sich ins Gegenteil und die Nordlichter wurden klassisch ausgekontert durch einen wunderschönen Diagonalpass von Alaba auf den Franzosen. Die mitgelaufenen Müller und Gomez verteilten sich dann auf links und rechts, so dass der verteidigende Clemens Fritz schlussendlich die Mitte aufmachte und Ribéry den Ball in die Maschen hämmern konnte. Müllers Diagonalspurt war für mich dabei der entscheidende Impuls Bremens Fritz zu verunsichern. 

Nach der Pause schlug dann Werder Bremen aus dem Nichts zu - der zuvor eingewechselte Rosenberg setzt sich gegen vier verteidigende Bayern durch und versenkt den Ball an Neuer vorbei im Tor. Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt weder verdient, noch zu erwarten. Doch taten die Bayern das, was keine Mannschaft tut, die verunsichert oder mental fragil unterwegs ist - sie stemmten sich gegen das erneut drohende Unheil und gingen in den Infight über. Die Dominanz wurde größer und Bayern erhöhte den Druck auf die Werderaner. Mit Erfolg. Müller wird im Strafraum entscheidend von Wolf angegangen und beim Torschuss behindert - Elfmeter. Seltsamerweise gibt es keine Gelbe Karte für den Übeltäter, der zuvor schon gelbverwarnt war. Der eingewechselte Arjen Robben schnappt sich den Ball und verwandelt den Strafstoß zur Führung. Ein paar Minuten später klingelts erneut im Bremer Kasten - doch der Linienrichter sah eine Abseitsstellung von Gomez wo keine war. Fehlentscheidung. 
Das Schiedsrichtergespann um Florian Meyer meinte es gut mit den Gästen von der Weser, denn Claudio Pizarro hätte zwingend die Rote Karte sehen müssen, als er Holger Badstuber den Ellbogen in den Solar Plexus rammte. Komischerweise ahndete Meyer diese Aktion mit einem Freistoß, gab aber keine Karte. Daher ist auch eine Sperre im Nachgang für den Peruaner ausgeschossen. Unverständlich ist mir die Reaktion von Klaus Allofs in einem Interview mit Reviersport..
Auch Claudio Pizarro ist negativ aufgefallen, als er sich gegen Holger Badstuber eine Tätlichkeit leistete. Wie beurteilen Sie diesen Ellbogenschlag kurz vor der Halbzeit?

Vorher gab es ein ganz klares Halten und Klammern, sodass sich Claudio eben aus dieser Umklammerung löst. So etwas passiert ständig. Ich würde mir wünschen, dass die Stürmer da auch mal geschützt werden. Ich will es nicht auf den Schiedsrichter schieben, aber wir haben es auch heute wieder zigmal erlebt, dass er bei taktischen Fouls der Bayern sehr, sehr gnädig war. Da hat er sehr häufig ein Auge zugedrückt.
Die Entscheidung dann eine Viertelsstunde vor Ende der Partie - Pass von Robben auf Gomez, der eskortiert von Ribéry aufs Tor zuläuft - Ribéry befindet sich in der besseren Schussposition und Gomez überlässt dem Franzosen den Ball zum Vollstrecken. Für mich keineswegs eine "diebische Aktion" vom Franzosen, sondern eine uneigennützige und die beste Aktion von Mario Gomez, der sonst im gesamten Spiel eher unauffällig agierte.  
Zehn Minuten vor Ende gibt es dann noch noch Rot - und zwar für Aaron Hunt, der mit beiden Füßen gestreckt in den Mann (Toni Kroos) springt. Eine Minute später wird dann Ribéry im Strafraum zu Fall gebracht - auch hier unzweifelhaft Elfmeter für die Bayern. Wieder tritt Robben den Elfer und wieder verwandelt er zum 4:1. Und auch hier ist Allofs Aussage wohl er dem Frust als der Objektivität geschuldet:
Es ist schon eine gewisse Verärgerung bei Ihnen da. Wie groß ist der Frust über die Schiedsrichterleistung?

Wir haben verloren, weil wir nicht mutig genug waren. Ich gebe nicht dem Schiedsrichter die Schuld an der Niederlage. Aber die zwei Elfmeter kriegt man auch nur als Bayern München in einem Heimspiel.
Am Ende entschieden die Bayern durch mehr Bereitschaft und mit wachsendem Selbstvertrauen und zunehmender Dominanz die Partie deutlich, wenngleich Werder nicht den besten Tag erwischte um in München anzutreten. Durch die Punkteteilung bei Borussia gegen Borussia landeten die Bayern nun wieder auf dem Spitzenplatz der Liga. 
Trainer Heynckes hat nicht erneut im Mittelfeld experimentiert, sondern ließ die gleiche Aufstellung wie gegen Mainz Wiedergutmachung betreiben. Leider fiel erneut Luiz Gustavo durch eine äußerst schwaches Spiel auf. Bester Mann auf dem Platz war Franck Ribéry. Es ist noch nicht wieder alles rund, wie es das Ergebnis vermuten lassen würde. Aber immerhin hat die Mannschaft eine Reaktion gezeigt und sich auch durch den zwischenzeitlichen Ausgleich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Jetzt geht es in der Liga nach Stuttgart, deren unnötiger Punktverlust gegen Köln besonders motivierend für die Schwabentruppe sein dürfte. Für die Bayern heißt das, man muss sich bis zur Herbstmeisterschaft weiterhin durchboxen.   

Bayern München vs Werder Bremen 4:1 (FernglasFCB tippte: 3:0)

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Spiel gegen die Krise

Am Samstag ist die launische Diva von der Weser zu Gast, ein Team das sowohl offensiv in der Lage ist, ein wahres Tore-Feuerwerk abzubrennen, als auch defensiv immer mal wieder gnadenlos untergehen kann. Rechnen wir besser mal mit der ersten - für uns gefährlichen - Variante. Die Heimbilanz des FCB gegen den SV Werder ist mau, wenngleich durchschnittlich bei den Begegnungen der beiden Teams drei Tore fielen - was alles andere als "mau" ist. Bremen kann mit einem Sieg am FC Bayern vorzeiziehen - in diesem Falle dürfte man getrost von einer "Krise" beim Rekordmeister sprechen. 
Personell leidet der Bremer Klub durch den Ausfall vom wieder mal hervorragend aufgelegten Claudio Pizarro, auch wenn man das letzte Liga-Spiel gegen Stuttgart ohne den Peruaner gewinnen konnte. "Pizza" ist die personifizierte Torgarantie des Klubs von der Weser. Pizarro konnte bis gestern noch nicht mit der Mannschaft trainieren und laboriert an einer Innenbandverletzung. Nicht dabei ist auch Torhüter Tim Wiese, wegen eines Trauerfalls in der Familie. 

Die schönste Erinnerung an Werder Bremen ist mir so präsent, als wäre es erst letzte Woche gewesen: die Meisterschaft 1985/86 - ansonsten ließ mich der Klub aus dem Norden eigentlich immer recht kalt. Nicht Fisch (oder doch?), nicht Fleisch - trotz der immerwährenden Fehde zwischen Hoeneß und Lemke. Bremen entlockt mir selten Emotionen, schon gar nicht mehr als bei anderen Gegnern.
Doch die Brisanz der kommenden Partie ist nicht zu verleugnen: Am Samstag geht es um Wiedergutmachung nach den letzten zwei Niederlagen in der Liga - und es geht um unseren Führungsanspruch, unser Selbstverständnis. Verlieren wir, landen wir auf dem vierten Platz. Ein Sieg, vor allem aber ein anderes Auftreten ist also Pflicht. Alles erwartet eine eindeutige Reaktion der Mannschaft. Ich auch.

FernglasFCB tippt:
Bayern München vs Werder Bremen 3:0
 

Termine Dezember 2011

03. Dezember 2011 - Bundesliga
FCB vs SV Werder Bremen
15.30 Uhr

07. Dezember 2011 - Champions League Gruppe A
Manchester City vs FCB
20.45 Uhr

11. Dezember 2011 - Bundesliga
VfB Stuttgart vs FCB
17.30 Uhr

16. Dezember 2011 - Auslosung 1. Finalrunde Champions League, Nyon
12.00 Uhr

16. Dezember 2011 - Bundesliga
FCB vs 1. FC Köln
20.30 Uhr

20. Dezember 2011 - DFB-Pokal Achtelfinale
VfL Bochum vs FCB
19.00 Uhr