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Montag, 31. Oktober 2011

Der Duft von selbbewusster "Arroganz"

4:0-Heimsieg gegen den Glubb - hatte ich exakt so erwartet. Mittlerweile zieht wieder dieser Duft von selbstbewusster "Arroganz" in die Wohnungen der Bayern-Fans ein. Herrlich, oder?! 

Die Bayern 2011/12 machen nicht nur Spaß und spielen schönen Fußball, sie sind auch ziemlich verlässlich. Eine wahre Wohltat, nach den Aufs und Abs der letzten Saison. Selbst die Niederlagen gegen Gladbach und Hannover hätten weder sein müssen, noch war man spielerisch dem Gegner unterlegen. Man bedenke, dass in Hannover zehn (!) Minuten vor Spielende das Heimpublikum ängstlich schwieg, weil man sich bei einer 2:0-Führung noch nicht sicher war das Spiel wirklich zu gewinnen - zehn Minuten vor Abpfiff! Man kann - bei aller Vorsicht - das Schwärmen über diese Mannschaft einfach nicht zurückhalten - und warum sollten wir das auch? Der FCB spielt schön, ist erfolgreich, wir haben eine junge, fantastisch talentierte Mannschaft, einen prima Trainer - und sind auf dem besten Wege, eine wirklich große Bayern-Saison zu erleben. Genießen wir's! 

Mit vier Punkten Vorsprung vor dem Tabellenzweiten geht es dann nächste Woche nach Augsburg - natürlich nicht zu unterschätzen, aber eigentlich keine wirkliche Hürde für uns. Am kommenden Mittwoch steht aber zunächst das wichtige Heimspiel gegen den SSC Neapel in der Champions League an - eines von zweien, das wir gewinnen sollten, um als Tabellenführer in die Finalrunde einzuziehen. Den Schongang durfte man sowohl im Pokal gegen Ingolstadt, als auch am Samstag gegen Nürnberg einlegen. Neapel allerdings, wird uns richtig fordern! Vom Mittwochsspiel in der Champions League wird vielleicht auch ein wenig unser Auftreten in Augsburg abhängen, gut zu wissen dass auch unser zweiter Anzug prima sitzt - warten wir es mal ab. 

Die Pokalauslosung mit einer etwas sonderbar gekleideten Nadine Angerer verlief dann auch noch ganz nach Wunsch: Bochum also - schön für den VfL bzw. dessen Kasse - gut auch für uns, da der sportlich kriselnde Revierverein wohl kaum eine ernsthafte Hürde darstellen wird.

Bayern München vs 1. FC Nürnberg 4:0 (FernglasFCB tippte: 4:0)

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Im Süden nach Nebel zeitweise sonnig und recht mild

So könnte man nicht nur das derzeitige Wetter, sondern auch die Gemütslage der Bayern-Fans nach der Niederlage in Hannover und dem gestrigen Pokal-Kantersieg beschreiben.  

Tja, nun ist Hannover 96 nicht mehr im diesjährigen Pokalwettbewerb vertreten, Elfer versemmelt, in letzter Minute. Dabei durfte man noch am vergangenen Sonntag glücksbesoffen von der Arena bis ins Steintorviertel taumeln. Die Bayern hingegen ließen gestern Abend selbst mit der "zweiten Garnitur" keinen Zweifel daran, wer ins Achtelfinale einziehen würde - Die Schanzer aus Ingolstadt waren vollkommen chancenlos (Zufall, kein Wortspiel). Besonders beeindruckend war das funktionierende Kombinationsspiel und die individuelle Qualität von "Bankdrückern" wie Contento, Alaba, Petersen und Pranjic. Selbst der Japaner Takashi Usami kam noch zu seinem Einsatz und sogar zu einem Treffer - seinem ersten für die Profimannschaft des FCB. Zu bemängeln wäre vielleicht die Chancenauswertung in Durchgang Eins, wenn man letztlich nicht mit geilem Fußball und sechs Treffern dafür entschädigt worden wäre. 

Jetzt kommt am Samstag die nächste Südmannschaft in die Münchner Arena, der Club aus Nürnberg. Ohne Frage, die in Hannover eingebüßten Punkte müssen gegen den FCN zumindest moralisch zurückgewonnen werden. Am Tabellenplatz ändert das Ergebnis zwar nichts, aber den erarbeiteten Vorsprung so früh wieder zu verlieren, wäre alles andere als gut. Ein Sieg ist Pflicht - bei einem Südderby ohnehin! Wir wollen doch, dass es mild und sonnig bleibt - an der Isar.  

FernglasFCB tippt:
Bayern vs Nürnberg 4:0
 


Bis einer weint! Oder stirbt!

Mindestens acht Polizisten sind bei Auseinandersetzungen vor dem Fußball-Pokalspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern verletzt worden. Fans hatten am Mittwochabend auf dem Weg zum Stadion mit Flaschen, Böllern und Steinen geworfen. Die Polizei setzte mehrere hundert Beamte ein, wie ein Sprecher der Behörde am Donnerstag mitteilte.

Polizisten schlugen mit Schlagstöcken auf die Randalierer ein. Acht Fußball-Fans wurden festgenommen. Im Gedränge wurde am Bahnhof ein Fan vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Er kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.[...]
(Quelle: FNP online vom 27.10.2011)

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Abgelehnt!

Gestern Abend übertrug das ZDF die Pokalbegegnung Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden. Kann man machen, immerhin gebührt dem Meister ein gewisses Prioritätsrecht - auch unzählige langweilige Bayern-Spiele gegen Underdogs zog man in der Vergangenheit von der Konstellation her spannenderen Begegnungen vor. Im Vorfeld wurde die Partie zum Hochrisikospiel eingestuft. Für den Laien: Hochrisikospiel bedeutet, das Risiko von Krawall ist höher als sonst, da der Anhang eines oder beider beteiligten Klubs dafür bekannt ist, nicht ausschließlich wegen des sportlichen Reizes Spiele zu besuchen. 
Das Zweite Deutsche Fernsehen machte aus der Sportübertragung - wie schon so oft - dann auch gleich eine Plattform, die von "gewaltorientierten" Stadionbesuchern allzu gern angenommen wird: vermummte Brüllaffen in Großaufnahme, ebenso wie eindrucksvolle Panoramaaufnahmen des verpönten Pyro-Spektakels. Ist halt doch schön anzuschauen, vor allem im Fernsehen. Natürlich kann man das nicht unkommentiert stehen lassen, und so gab es dann doch den eindringlichen und verlogenen Tadel per Kommentar, dass man so etwas nicht gutheißt - man zeigt es eben nur gerne. 

Die Partie gab nicht wirklich viel her, so dass man ohne schlechtes Gewissen in der Halbzeitpause den "Blog-Sturm" vor Spielbeginn einspielte, dessen Ziel es höchstwahrscheinlich war, möglichst viele pyrotechnische Gegenstände ins Stadion zu bekommen. Die Mission war gelungen, guten Morgen Dortmunder Polizeiführung! Mit der Spielentscheidung durch den zweiten Dortmunder Treffer fiel der Fokus während der Übertragung dann endgültig auf die Gäste aus Dresden. Wenn es nicht ganz so auffällig sensationslüstern gewesen wäre, hätte die Regie vermutlich durchgehend das Treiben im Gästeblock übertragen, so allerdings war man gezwungen sich doch noch hin und wieder auf den Platz und das Spielgeschehen zu konzentrieren.Übrigens: schönes Tor von Götze!

Nach Spielschluss wurde dann jeder der Interviewpartner - Spieler, Trainer, Vereinsrepräsentanten - zu "den Vorfällen" befragt, als ob man nicht hätte ahnen können, welchen Inhalt diese Antworten haben werden. Natürlich verurteilen wir alle diese unschönen Randerscheinungen des professionellen Fußballs. Für wen also wird das stetig wiederholt?
Dummerweise sprach man gestern (und schreibt die Presse heute) immer wieder von den Gästefans, dem Dynamo-Anhang, den angereisten Dresdnern - völlig außer Acht lassend, dass die Masse der Anhänger der Gästemannschaft friedlich und ohne böse Absichten das Spiel in Dortmund besuchten. Die scharfsinnige Beobachtung, dass es sich bei den Bengalos zündenden, Knallkörper werfenden, den Stadionzugang stürmenden und über den Zaun kletternden Personen um die Dresdner Ultras handelte, wurde leider  nur ein Mal so deutlich formuliert.
   
Kurz vor Ende des Spiels inszenierten die Gästefans Dortmunder eine Choreographie, die sich mir nicht so ganz erschloss: "Europa wir kommen", "Ausreiseantrag" und am Ende dann Banner mit dem Wort "Abgelehnt!". Nun ja. Abgelehnt hätte das ZDF gestern Abend dann besser mal die reißerische Berichterstattung, ganz abgesehen davon dass das Verhalten von mehreren hundert Vollidioten mit zu kleinen Hodensäcken ohnehin ablehenswert war. Aber das wissen wir ja schon. 

Montag, 24. Oktober 2011

Beim falschen Spiel?

Wenn man im Stadion ein Spiel sieht, sieht man Vieles nicht - man hat keine Zeitlupen, keine Wiederholungen und auch keine "Experten", die jede Szene zeitnah analysieren und einschätzen. Man reagiert instinktiv, verlässt sich - wie ein Schiedsrichter - auf seinen ersten Eindruck. Das gestrige Spiel in Hannover scheidet in dieser Hinsicht die Geister. Wieder zuhause angekommen, nach Studium diverser Fernsehbilder und Einschätzungen anderer Menschen, dachte ich, ich hätte ein anderes Spiel gesehen. Gut, dass es Blogs von Gleichgesinnten gibt, denn nach deren Studium und einem Blick in die Kommentare kann ich beruhigt sein: Ich war beim richtigen Spiel.

Für mich - und da mag ich nahezu allein auf weiter Flur stehen - hat Schiedsrichter Gräfe & Gespann gestern keinen guten Job gemacht. Natürlich kann man seine Entscheidungen, jede für sich allein genommen, so treffen. Lahms Gewurschtel im eigenen Strafraum zu pfeifen, kann man - unnötig zu sagen, wie unnötig Lahms Aktion war. Aber muss man es auch? Im Strafraum finden Berührungen statt, Fußball ist kein berührungsloses Spiel - wenn jedes Berühren eines Gegenspielers im Strafraum zum Elfer führt, hätten wir in jedem Spiel en masse davon. Das kann niemand wollen. Auf europäischer Ebene wäre so etwas wohl kaum gepfiffen worden. In Deutschland liebt man die kleinliche Regelauslegung hingegen. Kein Vorteil für unseren Fußball, wie ich finde. Aber gehen wir mal davon aus, die Aktion war so gerechtfertigt, dann ist das eine harte Entscheidung. Und auch die Rote Karte für Boateng war eine harte Entscheidung, wenngleich man sie vielleicht so treffen kann. Getroffen hat sie übrigens der Vierte Offizielle. Gemusst hätte Gräfe es nicht. Gelb für Boateng und Gelb für den Erstschubser Schulz hätte vollkommen ausgereicht, vor allem wenn man berücksichtigt, dass Boateng nun noch weitere Spiele gesperrt wird. Nach Gräfes harter Linie hätte Christian Schulz spätestens kurz nach Boatengs Platzverweis mit Gelb-Rot zum Duschen geschickt werden müssen (Trikotzerren bei Müller); eine stringente Linie hätte den Bayern kurz vor Spielende noch einen Elfmeter beschert (Lahm kommt aus vollem Lauf bei guter Schussposition durch Berührung im Strafraum zu Fall). Doch Gräfes Stringenz traf nur die Bayern.

Wir haben nicht wegen des Schiedsrichtergespanns verloren, wir haben verloren weil wir zu viele Fehler gemacht haben und unsere Tormöglichkeiten nicht nutzen konnten. Aber Herrn Gräfe und Kollegen auch noch zu loben, finde ich ehrlich gesagt falsch. Dass zehn Minuten vor Schluss das Hannoveraner Publikum nicht lautstark den nahenden Sieg gegen Bayern München feierte - und das bei einer 2:0-Führung - sagt wohl einiges über die Gefährlichkeit des FCB aus. Niemand im weiten Rund der AWD-Arena war sich schon sicher, dass es das gewesen sein könnte. Dabei haben wir gestern nun wirklich nicht unsere beste Leistung gezeigt. Schweinsteiger glänzte mit Fehlpässen und misslungen Kopfballaktionen, Ribéry wirkte teilnahmslos und erinnerte an seine Leistung in der Vorsaison, Müller war schlicht gar nicht anwesend (Pause nötig?) und Gomez spielte den Chancentod, nachdem er gefühlte hundert Mal im Abseits stand.

Wieder Mal schlägt der FC Bayern sich irgendwie selbst: Die Tore durch einen selbstverschuldeten Elfer und ein dämliches Eigentor - wie schon gegen Gladbach (Torwartfehler) oder Neapel (Eigentor). Wir kassieren kaum Tore - und die, die wir kassieren, hauen wir uns auch noch selber rein.
Pfostenschüsse, Lattentreffer hüben wie drüben sorgten für weiteres Spektakel, dennoch gehe ich nicht mit der Einschätzung konform, dass es sich um ein gutes Spiel gehandelt. hat. Passiert ist nichts, außer dass uns jetzt die Seuche im Nacken sitzt (Dortmund und Schalke). Wir führen immer noch in der Tabelle - und das wird sich auch nach dem nächsten Spieltag nicht ändern. Dennoch sollte es schleunigst wieder besser werden, denn so machen wir uns nur selbst das Leben schwer - und das wäre wieder typisch für den FC Bayern. Typisch war übrigens auch wieder Hannovers "Sports"kamerad Pinto. Vielleicht sollte er sich mal ein Beispiel an seinem Trainer nehmen.

Hannover 96 vs Bayern München 2:1 (FernglasFCB tippte: 0:2)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Wenn Stürme brausen

Heute muss Hannover 96 gegen den FC Kopenhagen antreten - und die Chance, dass Jan Schlaudraff für die Niedersachsen auflaufen kann, liegen bei 50:50. Probleme mit der Patellasehne. Ohne Schlaudraff war H96 am vergangenen Wochenende im Liga-Spiel gegen den 1. FC Köln nur mittelmäßig. Die Inspiration aus dem Mittelfeld fehlte vollends. Ob wir nun eine - wie in Köln - harmlose oder von der EuroLeague müde Truppe in Hannover antreffen, oder ob Niedersachsens Söhne fest wie Eichen standhalten*, wer weiß das schon?! Wir wissen auch nicht, wie gut der FC Bayern sein Auswärtsspiel bei Neapel verkraftet hat, aber ein Tag mehr zur Erholung als Hannovers Spieler sollte da schon hilfreich sein. 

FernglasFCB, also ich in persona, werde vor Ort sein - mein erstes Mal in der AWD-Arena. Dass 49.000 Zuschauer hier hinein passen sollen wundert, wenn man die Arena von außen betrachtet - sie sieht doch recht winzig aus.  
Hannover selbst ist mir gut bekannt. Ich bin jedes Jahr ein bis zwei Mal in Niedersachsens Landeshauptstadt. Wer es noch nicht wusste, Hannover ist die Hauptstadt der Schrebergärten - nirgends gibt es mehr als dort. Zudem beherbergt die Stadt im Neuen Rathaus den einzigen Bogenaufzug der Welt - will heißen: der Aufzug fährt zunächst senkrecht und dann in einem Winkel von 17 Grad auf die 98 Meter hohe Kuppel des Gebäudes. Steintorviertel, Schützenfest und Maschsee, das alles kennt man auch außerhalb der Region. Aber ich muss für die erdverwachsenen Hannoveraner eine Lanze brechen: Die meisten können viele Kölner Karnevalshits von der ersten bis zur letzten Strophe mitsingen, sind gastfreundlich und feierwütig. 
Am kommenden Sonntagabend wird mir vermutlich eine andere Stimmung entgegenschlagen: die Bayern kommen in die Stadt. Hoffen wir mal, dass am Sonntag ein gewaltiger Sturm über Herzog Widukinds Stamm hereinbricht und danach nichts mehr steht wie standfeste Eichen - ein Sturm der Bayern!

FernglasFCB tippt:
Hannover 96 vs Bayern München 0:2


Mittwoch, 19. Oktober 2011

Italienisch für Anfänger (auf Weg ins Achtelfinale)

Fangen wir mit dem Positiven an: Ich sah das Spiel in einer Lokalität, in der man den Ton bei Champions League-Übertragungen gar nicht erst einschaltet - so blieb mir wenigstens Marcel Reif erspart. Die ersten 35 Minuten dominierte der FCB auf fremden Platz das Spiel so deutlich, wie wir das aus der Bundesliga in den letzten Wochen gewohnt waren. Bereits nach zwei Minuten nutzten die Bayern eine Unaufmerksamkeit in der Defensive Neapels zum 1:0 durch Kroos. Ab Minute Dreißig wurde es dann ein anderes Spiel, die Neapolitaner wurden aggressiver  und es zeigt die Klasse eines Bastian Schweinsteigers, dass er verstanden hatte jetzt ein Zeichen an die Mannschaftskollegen zu setzen - so wie es große Spieler nun einmal machen. Erst grabschte Cannavaro ihm ins Gesicht - was ungeahndet blieb, dann revanchierte sich Schweinsteiger nach einer anschließenden Ecke, was ihm Gelb einbrachte. Allerdings bekam auch Cannavaro die Gelbe Karte, so dass der Italiener im Rückspiel gesperrt ist. Von da ab entwickelte sich ein Kampfspiel, in dem Kombinationsfußball weitestgehend auf der Strecke blieb. 

Seinen negativen Höhepunkt erreichte das Spiel bereits kurz vor der Halbzeitpause, als der erste ernstzunehmende Angriff des SSC Neapel sofort zum Ausgleich führte - allerdings ein vermeidbares Tor. schneller Angriff der Italiener, Lahm kommt nicht mehr zu seinem Gegenspieler und vermeidet ein Foul im Strafraum - die Bayern ließen diesen Angriff zu, ohne früh den Gegner zu attackieren oder die Räume zu beengen. Maggio kann ungehindert scharf in den Sechzehner schießen, der Ball wird unglücklich von Badstuber an Neuer vorbei ins Tor gelenkt. Im 13-ten Spiel ist der "zu-Null-Rekord" damit ad acta gelegt, nach 1.147 Minuten ohne Gegentor. Verflixt. 
Bayern hatte bis dato zwei gute Möglichkeiten die Führung auszubauen, nutzte diese aber nicht.

In Halbzeit Zwei machten die Neapolitaner dann das, was italienische Mannschaften eben gerne tun, wenn die spielerischen Mittel nicht ausreichen: man packt die "italienische Trickkiste" aus und tut alles, um Spielfluss und Kombinationen des Gegners zu ersticken - mit anderen Worten: man müllt das Spiel mit Dreck zu, bis es nicht mehr wiederzuerkennen ist. Nickeligkeiten, versteckte Fouls, sterbende Schwäne, Diskussionen mit dem Gegner und Palaver mit dem Schiedsrichter - dummerweise war der dann auch noch sehr anfällig für diese Art von Spielzerstörung. Schiri Benquerenca aus Portugal zerpfiff mehr und mehr das Spiel und sah bei einigen Aktionen mehr als unglücklich aus - wie schon kurz vor der Halbzeitpause, als er ein Foul am einschussbereiten Schweinsteiger einfach nicht ahndete und zum Pausentee pfiff. Die Konzessionsentscheidung in der 49. Spielminute durch einen angeblichen Handelfmeter konnte Gomez nicht nutzen. Zudem übersah der Mann in Grün ein klares Foul an Ribéry in aussichtsreicher Position - hier hätte die Vorteilsregel (mit anschließendem Freistoßpfiff) angewandt werden müssen.

Die Bayern verloren mit zunehmender Spielzeit den Zugriff auf das Spiel, ohne dass sich Neapel wirkliche Chancen erarbeiten konnte. Zwar kamen die Bayern im zweiten Durchgang zu ein paar Möglichkeiten, die aber allesamt ungenutzt blieben. Auffällig wie oft Thomas Müller in den letzten Spielen beste Chancen verdaddelt. Gomez zu umständlich, geistig und körperlich irgendwie langsam - ohne seine bekannte Durchschlagskraft. Franck Ribéry fand nicht ins Spiel, was zuallererst seinem gut aufgelegten Gegenspieler zuzuschreiben war. Auch Philipp Lahm konnte an seine Leistung aus dem letzten Bundesligaspiel nicht ansatzweise anknüpfen. Beste Bayern: Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger.

Fraglich, ob Gustavo anstelle von Tymo und Rafinha an van Buytens Stelle - mit Boateng in der IV - nicht die bessere Variante gewesen wäre - dem Konterspiel der Bayern wäre es sicher zuträglicher gewesen. Am Ende muss und kann man aber mit dem Punkt aus Neapel zufrieden sein. Dennoch war dies eine Lehrstunde, wie es zugeht wenn man einen Gegner hat, der das Spiel bewusst zerstören will. Hätte der FCB den Spielfluss gehalten, weiter kombiniert und nicht so stark abgebaut, wäre mehr drin gewesen. Ein Warnschuss zur richtigen Zeit, bevor es in der Finalrunde ans Eingemachte geht. Dass die Bayern ins Achtelfinale einziehen werden, daran zweifle ich nicht im Geringsten. 

SSC Neapel vs Bayern München 1:1 (FernglasFCB tippte: 0:1)


Dienstag, 18. Oktober 2011

Der nächste Gegner ist immer der schwerste

Die früheste 3:0-Führung in der Bundesliga seit 1983 (damals gegen den KSC) - nach 12 Minuten war das Spiel bereits entschieden, Herthas erster Schuss aufs Bayern-Tor in Minute 39., der zweite Schuss dann in der 87. Minute und die erste und letzte Torchance des Gastes aus der Hauptstadt in Minute 88. Mehr braucht man wohl zum Spiel nicht mehr zu sagen. Man kann schon gar nicht mehr die besten Spieler des Teams benennen, denn es waren elf an der Zahl - einer - ein kleiner Franzose - mit Sternchen.
Wieder zu Null (seit eintausendeinhundertundnochwas Minuten), wieder hoch gewonnen, wieder die Tordifferenz ausgebaut - der Abstand auf den Tabellenzweiten beträgt nun fünf Punkte.

Bayern München vs Hertha BSC 4:0 (FernglasFCB tippte: 3:0)


... und jetzt kommt dann wohl endlich der wirklich "erste schwere Brocken", nachdem weder Villarreal noch Manchester City (von irgendwelchen Bundesligisten ganz zu schweigen) diese Rolle unter Beweis stellen konnten.
Der SSC Neapel, der derzeitige Tabellendritte der italienischen Serie A, ist Tabellenzweiter in der Gruppe A - und somit also unser Hauptkonkurrent, wenn es um den Gruppensieg geht. Ernstzunehmen ja, auswärts erst recht - denn wir wissen ja wie schwer sich Bayern-Mannschaften in Italien in der Vergangenheit getan haben. Aber wenn der FCB sein derzeitiges Leistungsvermögen abrufen kann und darüberhinaus noch ein paar Prozent Champions League-Motivation oben drauf legt, dürfte auch für Neapel nichts zu holen sein. Ruhe und Geduld sind gefragt - vor allem aber: von Beginn an wach und aufmerksam zu sein.   
Nein, große Sorgen mache ich mir nicht - selbst wenn es nicht zu einem Sieg reichen wird, haben wir auch den Gruppensieg noch selbst in der Hand. Ich freu mich riesig auf heute Abend und darauf diese Bayern wieder spielen sehen zu dürfen. 

FernglasFCB tippt: 
SSC Neapel 0, Bayern 1

Freitag, 14. Oktober 2011

LigaGlobus - Episode 23

 Die Episode 23 vom Sportradio 360 ist online - mit dabei auch wieder FernglasFCB im LigaGlobus:

Zudem werden noch "Stadionkommentatoren" gesucht! Wer Interesse hat, Info an mich per Mail oder die Kommentarfunktion. Details folgen dann. 

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Auftakt in die Englischen Wochen

Zwei Länderspiele später, stehen wir vor dem 9. Spieltag der noch jungen Saison und Aufsteiger Hertha kommt zu Besuch. Und wenn es sich noch so gut anhört, es ist kein "Besuch der alten Dame" und auch keiner eines "schlafenden Riesen" - Hertha ist eine Mittelfeldmannschaft, nicht mehr und nicht weniger. In Berlin wird man es dieser Tage gern hören, aber ein Abstieg der Hauptstädter ist derzeit kein Thema. Markus Babbel macht seinen Job gut, insofern kommt da kein Fallobst in die Münchner Arena.
Bayern kann wieder auf Franck Ribéry zurückgreifen, auch Rafinha stieg wieder ins Mannschaftstraining ein. Ivica Olic wird am Samstag wohl schon auf der Bank sitzen dürfen - und selbst die Genesung von Arjen Robben macht rasante Fortschritte, auch wenn der Niederländer für das Spiel gegen die Berliner noch keine Option ist. Good news also.    

Viel Zeit zur Vorbereitung blieb nicht - und auch für das Champions League-Gruppenspiel am kommenden Dienstag in Neapel stehen Bayern-Trainer Heynckes nicht viele Übungsstunden zur Verfügung. Hertha ist aber nur der Auftakt zu drei aufeinander folgenden englischen Wochen  (Hertha, samstags - Neapel, dienstags - Hannover, sonntags - Ingolstadt, mittwochs - Nürnberg, samstags - Neapel, mittwochs und Augsburg, sonntags). 

FernglasFCB tippt:
Bayern 3, Hertha 0


by the way, ich will auch nicht nach Berlin...

Dienstag, 4. Oktober 2011

Einen Punkt gewonnen

Die TSG Hoffenheim vom Samstag war einer der stärksten Gegner, die dem FCB im bisherigen Saisonverlauf begegneten. Der FC Bayern vom Samstag war allerdings nicht das, was wir seit Wochen gewohnt sind. Müde - im Kopf, wie in den Beinen -, angeschlagen (Ribéry, Badstuber, Rafinha, van Buyten) und einfach nicht auf dem Niveau der letzten Partien, sieht man mal von Manuel Neuer ab. Im Endergebnis haben wir zu Null gespielt, auswärts einen Punkt gewonnen und haben ein wenig Vorsprung in der Tabelle auf Werder und Gladbach ausgebaut. Damit kann ich unterm Strich sehr gut leben. 

Doch beschlich mich am Samstag das ungute Gefühl, dass der FCB 2011/12 in der Kaderbreite vielleicht doch nicht stark genug aufgestellt sein könnte, wenn es in der Champions League ans Eingemachte gehen sollte - sprich: ab Achtelfinale. Und wenn wir doch breit genug aufgestellt sein sollten, warum spielte in Hoffenheim nicht ein Danijel Pranjic (der wird ja wohl kaum das Fußballspielen verlernt haben?!). Der Kroate saß nicht mal auf der Bank (vielleicht hat das aber auch mit Pranjics Rauswurf aus der Nationalmannschaft zu tun). Auch ein Contento wäre für die dezimierte Abwehrreihe eine Option gewesen, blieb aber auf der Bank. 

Arjen Robben kam für Franck Ribéry auf den Platz und lieferte den Beweis, warum er von Heynckes noch nicht von Beginn an gebracht wurde. Robben tut gut daran, sich jetzt so ruhig und so mannschaftsdienlich wie möglich zu verhalten, die Problemsucher des Boulevards sollten nicht noch zusätzlich gefüttert werden.   
Ich bin ja kein Freund von Länderspielpausen - aber diesmal kommt sie uns dann doch gelegen. Für den einen (Robben) ist sie hilfreich wieder Spielpraxis zu bekommen, für den anderen (Ribéry) sich auszukurieren und wieder Kraft zu schöpfen. Danach kommt dann die Hertha - da gilt es, die Zügel wieder anzuziehen.

Hoffenheim 0, Bayern München 0 (FernglasFCB tippte: 0:1) 

Samstag, 1. Oktober 2011

Termine Oktober 2011

01. Oktober 2011 - Bundesliga
TSG 1899 Hoffenheim vs FCB
15.30 Uhr

15. Oktober 2011 - Bundesliga
FCB vs Hertha BSC Berlin
15.30 Uhr

18. Oktober 2011 - Champions League Gruppe A
SSC Neapel vs FCB
20.45 Uhr

23. Oktober 2011 - Bundesliga
Hannover 96 vs FCB
17.30 Uhr

26. Oktober 2011 - DFB-Pokal (2. Hauptrunde)
FCB vs FC Ingolstadt
20.30 Uhr

29. Oktober 2011 - Bundesliga
FCB vs 1. FC Nürnberg
15.30 Uhr

30. Oktober 2011 - Auslosung Achtelfinale DFB-Pokal