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Freitag, 30. September 2011

Zu Besuch bei der Kraichgauer Wundertüte

Siege und Niederlagen wechseln sich bislang ab, bei der TSG aus Hoffenheim - der Klub aus Sinsheim ist ein bisschen die Wundertüte der Liga - nicht richtig schlecht, aber auch nicht konstant gut. Dennoch muss man konstatieren, dass unter dem neuen Trainer Holger Stanislawski im Vergleich zum letzten Spieljahr wieder ein bisschen mehr spielerische Klasse in den Kraichgau zurückgekehrt ist. Die schlechteste Saisonleistung erbrachte die TSG am vergangenen Wochenende beim Auswärtsspiel in Köln und verlor sang- und klanglos. 
Zu den Bayern ist nicht viel zu sagen - die Null steht, Bayern ist der Favorit - und das Rotieren von Trainer Jupp Heynckes wird dem ein oder anderen Spieler Gelegenheit geben, die Champions League-Müdigkeit auszukurieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass Arjen Robben diesmal von Beginn an auf dem Feld steht und Thomas Müller eine Verschnaufpause bekommt. Gleiches könnte auf Luiz Gustavo zutreffen, für den dann Tymoshchuk auflaufen würde. Für Ivica Olic könnte Hoffenheim bereits der Ort des Comebacks sein - der Kroate stand bereits wieder im Mannschaftstraining. 

Will man die Tabellenführung sicherstellen, ist ein Sieg des FCB bei Dietmar Hopps Fußballprojekt Pflicht. Aber irgendwann kommt der Tag, an dem Bayerns beeindruckende Siegesserie und die derzeitige zu-Null-Quote ein Ende haben wird. Hoffen wir mal, dass es nicht schon am Samstag so weit sein wird.
Die Bayern-Bilanz ist bislang beeindruckend: Sechs Zu-Null-Siege in der Bundesliga schaffte zuvor nur der FCB selbst (acht Siege im Jahr 1998/99). Kein anderer Bundesliga-Klub schaffte mehr als vier. Das 2:0 am vergangenen Dienstag gegen Manchester City in der CL war der zehnte Pflichtspielsieg ohne Gegentor in Folge für die Bayern. Damit stellte der Klub einen neuen Vereinsrekord auf. Nur in der Saison 2002/03, blieben die Bayern zuvor neun Pflichtspiele in Folge ohne Gegentreffer.
Der FC Bayern stellt derzeit die beste Offensive der Liga: Lediglich 1981/82 (22 Tore) und 1976/77 (26) erzielte man an den ersten sieben Spieltagen mehr Treffer als aktuell. Die Bayern kassierten erst ein Gegentor (im Auftaktspiel gegen Gladbach) - besser war zuvor nur der VfB Stuttgart, der 2003/04 in den ersten acht Bundesliga-Spielen ohne Gegentreffer blieb. Manuel Neuer ist seit über 15 Stunden in Pflichtspielen (928 Minuten) ohne Gegentreffer - mit 568 gegentorlosen Bundesliga-Minuten nähert er sich dem Rekord von Timo Hildebrand (882 Minuten).

Es ist das siebte Aufeinandertreffen der beiden Klubs - Hoffenheim ist gegen Bayern noch sieglos. Neben zwei Unentschieden, siegten die Bayern vier Mal. Am Samstag gibt es außerdem ein Wiedersehen mit Edson Braafheid, der für Hoffenheim auflaufen wird.

FernglasFCB tippt:
Hoffenheim 0, Bayern 1

Mittwoch, 28. September 2011

Man ahnt etwas Großes

Eine gewisse Zurückhaltung angesichts des zweiten Champions League-Gruppenspiels gestern Abend gegen Manchester City kann man nachempfinden, denn Rummenigge hat natürlich Recht wenn er sagt, dass Titel nicht schon im September vergeben werden. Da ist es noch ein weiter Weg bis man an den Punkt kommt, an dem man die aktuelle Saison glorifizieren kann. Doch die Vorzeichen - und das hat spätestens der gestrige Abend deutlich gezeigt - lassen etwas ahnen, (mit Verlaub) etwas Großes. 

Der ewige Stirnrunzler wird eine gewisse Grünohrigkeit bei den Gästen von der Insel beobachtet haben, immerhin war das gerade mal das zweite Champions League-Spiel für Manchester City in deren Vereinsgeschichte. Oder aber Trainer Roberto Mancini wird Unfähigkeit attestiert, weil der beim Stande von 2:0 für die Bayern die Defensive verstärkte und Stürmer Dzeko vom Platz nahm. Man kann sich auch ausschließlich auf die ersten 25 Minuten der Partie konzentrieren und Schwächen beim Bayern-Team ausmachen, die man bislang in dieser Saison so noch nicht beobachten konnte. Zum guten Schluss könnte man das "was-wäre-wenn"-Totschlagargument ins Feld führen und die Strafraumszenen ansprechen, die zweifelsohne in der Bundesliga zu zwei Elfmetern für die Gäste geführt hätten (auch den Bayern verweigerte Schiedsrichter Kassai einen klaren Elfer). Kann man alles machen und hätte damit sogar ein bisschen Recht. Dennoch würde man das, was da gestern wirklich auf dem Grün der Münchner Arena passiert ist, sträflich ignorieren.
Wer jetzt immer noch meint, die Bayern hätten sich bislang noch nicht gegen wirklich schwere Gegner bewiesen, der wird auch noch auf Barcelona oder Madrid warten müssen. Selbst ein so ausgezeichnet besetztes Team wie die City aus Manchester, die sich ja auch nicht zu unrecht mit Manchester United den ersten  Platz der Premier League teilen, wird dominiert und "zu Null" geschlagen. Spätestens jetzt muss man Jupp Heynckes attestieren, dass er die an ihn gerichteten Erwartungen sogar noch übertrifft.   

Für den erkälteten Holger Badstuber stand Daniel van Buyten als Innenverteidiger neben Jerome Boateng im Aufgebot. Wie zu erwarten war, lief Luiz Gustavo auf und Arjen Robben nahm auf der Bank Platz. Manchester überraschte hingegen mit zwei Stürmern, der eine davon - Agüero - hängend. Die Anfangsphase ließ Schlimmes befürchten: Die Bayern wirkten übernervös, Manchester hingegen wie eine selbstbewusste Heimmannschaft. Die Gäste störten den Spielaufbau der Bayern extrem früh, profitierten aber auch davon, dass die Bayern-Spieler ihnen zu viel Raum ließen. Da Silva konnte unbedrängt schalten und walten - und auch Agüero hatte viel zu viel Platz sich zu entfalten. Die Bayern-Innenverteidiger waren sofort gefordert und das Forechecking der City sorgte für einige Unruhe in Bayerns Abwehr. Das intensive Pressing der Himmelblauen ließ keinen geordneten Spielaufbau des Gastgebers zu. Zu echten Chancen kam City allerdings nicht, sieht man mal von Dzekos Schuss aus der 4-ten Spielminute ab. 
Nach rund zehn Minuten ordneten sich die Bayern und bekamen das Spiel etwas besser in den Griff. Die ersten Möglichkeiten durch Fernschüsse von Schweinsteiger und Rafinha. Danach erhöhte sich der Bayern-Druck ab der zwanzigsten Minute - weitere Möglichkeiten durch Ribéry, Kroos, Müller und erneut Schweinsteiger, der eine Hereingabe von Müller über das Tor bugsierte, folgten.
Franck Ribéry spielte seine Gegner schwindlig und sorgte mit Tempovorstößen immer wieder für Möglichkeiten. Ein Fernschuss des Franzosen kann Citys Schlussmann Hart nur abklatschen, den Nachschuss von Müller noch parieren, bevor Gomez dann endgültig zum 1:0-Führungstreffer vollstreckt. Sieben Minuten später erzielt Mario Gomez seinen zweiten Treffer - nach einer Kopfballverlängerung von van Buyten, die Hart wieder nur abklatschen kann. 2:0 zur Pause.  

Die Bayern waren bis dahin die zwingendere Mannschaft, wenngleich Sky-Kommentator Marcel Reif - der Frank Elstner der Kommentatorenszene - sich schon früh darauf einschoss, dass die Bayern nun endlich an ihre Grenzen geführt würden. Reif, der mit einer hölzernen Gabriele Krone-Schmalz-Gedächtnisbrille entsetzte, revidierte diese Meinung dann auch erst Mitte der zweiten Hälfte, als er gar nicht mehr anders konnte als die Überlegenheit der Bayern zu akzeptieren. Manche wüssten besser, wenn es Zeit ist ihre Karriere zu beenden.     

Die zweite Hälfte war dann das, was Louis van Gaal wohl unter der "totalen Dominanz" versteht. Bayern beherrschte den Gegner nach Belieben, erspielte sich beste Chancen und demütigte mit fortlaufender Spielzeit die Millionentruppe des "reichsten Klubs der Welt".  Es erinnerte doch sehr stark an die Spiele des FC Barcelona, was man da 45 Minuten lang sah. Roberto Mancitnyi erkannte die Unterlegenheit seines Teams und nachdem Stürmer Carlos Tevez ihm seine Einsatzbereitschaft verweigerte, ging es dem Coach nur noch um Schadensbegrenzung. Er verstärkte die Defensive (Kolarov, Milner), um ein Debakel zu verhindern.
Auch Manuel Neuer wurde noch ein paar Mal geprüft, war aber hellwach und hielt alles fest, was auf sein Tor kam. Auch ein Endstand von 4:0 wäre durchaus machbar gewesen.
Die Besten auf dem Platz: Franck Ribéry, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos. 
Daniel van Buyten, nach anfänglichen Schwierigkeiten absolut stabil und sicher. Rafinha und Lahm in der Vorwärtsbewegung sehr gut.      

Die Art und Weise wie der FC Bayern München erneut Ball und Gegner beherrschte, gnadenlos vollstreckte und das ganze Spielfeld nutzte, um die City einzuschnüren und vom Spielbetrieb auszuschließen, war das Beste was ich seit langem von einer Bayern-Mannschaft gesehen habe. Wenn sie Selbstbewusstsein und Spiellaune konservieren können und ohne nennenswerte Ausfälle bleiben, ist Bayern ein Top-Kandidat in dieser Champions League-Saison. Wie Rudi Völler nach dem Leverkusen-Spiel schon sagte und dafür belächelt wurde: „Bayern ist das Maß aller Dinge, sie stehen auf einer Stufe mit Barcelona, Real oder Chelsea" .

Bayern München 2, Manchester City 0 (FernglasFCB tippte: 2:0)

Dienstag, 27. September 2011

Englischer Besuch

Manchester City ist ein Neuling auf der Bühne der Champions League - aber dieser Neuling hat es in sich. Seit Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan Unsummen in den Verein fließen lässt, frohlocken die City-Fans dass die Zeit bald vorbei sein wird, in der man nur neidisch und hilflos auf den erfolgreichen Stadtrivalen United schauen muss. Die letzte Saison beendeten sie als Tabellendritter der englischen Premier League.  Beim Auftaktspiel in der Champions League kam die City zuhause nicht über ein 1:1 gegen den SSC Neapel hinaus. Die "Citizens" haben am vergangenen Wochenende zum Tabellenführer Manchester United aufgeschlossen (2:0 gegen Everton).

Das Team von Roberto Mancini ist gespickt mit Stars und bekannten Namen: Allein im Sturm spielen der Ex-Wolfsburger Edin Džeko, Sergio Agüero (mit Maradonnas Tochter liiert) oder Carlos Tévez. Tévez dürfte am Dienstagabend wohl eher auf der Bank sitzen, da Trainer Mancini derzeit Mario Balotelli dem Argentinier vorzieht.  Nigel de Jong, Yaya Touré, der Ex-Münchner Owen Hargreaves, Samir Nasri, Vincent Kompany und James Milner sind weitere bekannte City-Spieler. Übrigens auch der frühere Bayern-Spieler Roque Santa Cruz ist bei City unter Vertrag, derzeit aber - wie auch Emmanuel Adebayor -  ausgeliehen.

Liest man die Aussagen von Seiten des kommenden Gegners, klingen sie nach Zweckoptimismus bis hin zu trotzigen Kampfansagen. Auch bis nach Manchester ist die Kunde über die äußerst stabile Defensive der Bayern und deren eindrucksvolle Bilanz gedrungen. 
Keine Frage, die Partie am heutigen Dienstagabend (live auf Sky, ab 20.45 Uhr) wird vermutlich mehr von den Bayern verlangen als es die bisherigen Gegner taten. Nichtsdestotrotz kann man selbstbewusst und optimistisch auf das zweite Gruppenspiel der Bayern blicken - eine Übermannschaft ist Manchester City nicht.    

FernglasFCB tippt:
Bayern 2, Manchester City 0


Montag, 26. September 2011

Die Bayern im Schongang für Manchester City

"Barcelona, Real Madrid - das ist dasselbe Niveau", adelte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler den Rekordmeister nach dem Samstagabendspiel. Nun ja...
Dass Leverkusen - und wer hätte das vor wenigen Wochen so vermutet? - nicht der Maßstab für den FC Bayern München sein würde, war nach nur fünf gespielten Minuten klar. Dutt stellte einen jungen Novizen als Bewacher für Franck Ribéry ab - das kann man fahrlässig oder mutig nennen -  und eben dieser Danny de Costa wurde nur fünf Minuten nach Anpfiff vom Franzosen ausgetanzt, der zieht den Ball nach innen und Müller spitzelt das Spielgerät ins Netz zur frühen Bayern-Führung. 
Leverkusens Trainer musste zudem auf Ballack, Schwaab, Kadlec und Schürrle verzichten. Barnetta ist ohnehin langzeitverletzt. Bei Bayern saß Robben wieder auf der Bank und Daniel van Buyten rückte für Boateng in die Innenverteidigung - Gustavo wurde von Tymoshchuk ersetzt.

Das frühe Bayern-Tor beendete alle Wünsche, Träume und Vorhaben der Gäste früh, zumal Leverkusen keine Mittel fand, die Bayern unter Druck zu setzen. In der 19-ten Minute trat dann van Buyten zum Freistoß an - richtig gelesen! Daniel van Buyten - und nicht etwa Ribéry, Schweinsteiger, Kroos oder Rafinha. Und wie auf Knopfdruck sprangen beim Flachschuss des Belgiers alle Bayer-Spieler in der Mauer hoch und gaben so den Weg frei. Der hart und platziert geschossene Ball schlug punktgenau zwischen Pfosten und Bayers Schlussmann im Tor ein - 2:0! Nicht mal zwanzig Minuten gespielt und es war klar, dass auch diesmal Bayer 04 Leverkusen ohne Punkte aus München heimkehren würde. Wie schon seit nunmehr 22 Jahren. Den Schlusspunkt setzte Rückkehrer Robben in der 90-sten Minute mit dem 3:0.  

Es war nicht das beste Spiel der Bayern in letzter Zeit - und doch ist es beeindruckend wie dominant der FCB den Vizemeister der Vorsaison im Griff hatte. Manuel Neuer musste gerade zwei Mal eingreifen - in neunzig Minuten, was auch der guten Abwehrarbeit der Bayern zu verdanken war. Die herausragenden Akteure hier: Badstuber, fehlerlos und souverän, sowie Philipp Lahm, der sich immer wieder in die Angriffsbemühungen der Bayern einschaltete und mit einer hohen Passquote glänzte. Auch van Buyten spielte sehr stabil und lief gegnerische Attacken über außen sicher ab. Eine solide, nicht sonderlich glänzende Leistung der Bayern reichte aus, um Bayer Leverkusen wieder mal zuhause abzufertigen.

Neun Zu-Null-Spiele hintereinander, neunter Pflichtspielsieg in Folge, 838 Pflichtspielminuten ohne Gegentor, Torbilanz von 21:1 in der Bundesliga und insgesamt eine Torbilanz in dieser Saison von 29:1. Die Bayern 2011/12 machen ernst - und das dürfte für die Konkurrenz jetzt langsam beängstigend werden. 

Bayern München 3, Bayer Leverkusen 0 (FernglasFCB tippte: 3:0)

Freitag, 23. September 2011

The League Is A Vampire

Ich möchte das Thema Neuer-Wechsel nochmals aufgreifen und das nicht weil Manuel Neuer nun bei Bayern im Tor steht oder weil es Schalker Fans waren, die ihm letztes Wochenende diesen schaurigen Empfang bereitet haben. Es war bei Ballack in München nicht so viel anders - und es kommen andere Spieler, bei denen der Wechsel zu einem anderen Verein solche unschönen Emotionen auslösen.
Was mich wirklich wundert, ist der Erklärungsversuch einiger Schalker Anhänger oder auch von Herrn Heldt, der dieses Verhalten a) legitimiert und b) in das Kleidchen der zu akzeptierenden emotionalen Haltung der Fans steckt (wie Manuel Neuer selbst übrigens auch). Noch mal: Bei uns Bayern-Fans ist es nicht anders und auch nicht besser - und mich graust es jedes Mal, wenn ein Michael Ballack in der Allianz-Arena ausgepfiffen wird.

Beschränktes Zeitfenster
Die Karriere eines Spielers der Profiliga beläuft sich - wenn alles gut geht - auf ungefähr 15 Jahre im Höchstfall. Maximal fünfzehn Jahre einer beruflichen Tätigkeit, in der der Spieler alles erreichen kann - bis hin zum Millionär mit anschließender Job-Garantie in Vereinen oder in der Medienbranche. Der Weg dorthin ist steinig, das Risiko hoch. Ich bin als Jung-Profi also gut beraten, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn ich das Maximum erreichen will: Erfolg, berufliche Sicherheit und genügend Geld. Dieser Weg beginnt im Jugendbereich. Spielt man für den FC Kleinmannshausen und am Spielfeldrand stehen Beobachter aus Schalke, Dortmund oder Leverkusen, braucht man nicht lange zu überlegen, wenn bei einem entsprechenden Angebot einer der "Großen" Interesse hegt. Da geht man doch zu Schalke, Dortmund oder Leverkusen, statt in Kleinmannshausen zu bleiben. Für Profis ist das alles nichts Ungewöhnliches - ihre Karriere ist mit solchen Wechseln und Entscheidungen von frühester Jugend an gespickt.

Als Bundesliga-Profi und als Sportprofi ganz generell steckt man sich Ziele und verfolgt sie vehement, denn anders ist eine erfolgreiche Karriere nicht zu erreichen - dazu gehören letztendlich Titel, Teilnahme an internationalen Wettbewerben und die Nationalmannschaft. Das alles in einem Zeitrahmen zu schaffen, der im besten Fall zwölf bis fünfzehn Jahre dauert, ist ambitioniert. Eineinhalb Jahrzehnte im Beruf sind nicht wirklich viel. Hier trifft der Jungprofi eine Entscheidung für sich, nicht für Fans oder Verein, sondern allein ausgerichtet auf Erfolgsaussichten, Bezahlung und Karriereoptionen - und dies ist absolut legitim. Dafür hat er hart gearbeitet und auf Vieles verzichtet, ganz abgesehen vom stets präsenten Risiko einer Verletzung, die im schlimmsten Fall die Karriere abrupt beenden könnte, und mit der Ungewissheit ob das Ganze überhaupt jemals zu dem gewünschten Erfolg führt. Zu glauben, dass ein Manuel Neuer oder wer auch immer zu Vereinstreue verpflichtet ist und dass die Fans einen Anspruch auf solche Spieler erheben, halte ich für falsch. Wir als Fans erwerben nicht das Recht an einem Spieler. Wir erwerben das Recht auf Einsatz und Bemühen. Nicht mal gute Leistungen können wir einfordern, denn die Protagonisten unseres Sports sind Menschen und keine Maschinen. Sie funktionieren nun mal nicht immer einwandfrei. Allein der Wille und der Einsatz gute Leistungen erbringen zu wollen ist etwas, das wir mit unserer Eintrittskarte oder unserem PayTV-Abonnement und auch für den Aufwand unserer Zeit wirklich verlangen dürfen. Das Recht am Spieler - im arbeitsrechtlichen Sinne - besitzt der Verein. 

Was hat Manuel Neuer getan - und wie hat er es getan? 
Das Ausnahmetalent Neuer zählt zu den besten Torhütern der Welt, darauf war man auch auf Schalke lange stolz. Hätte er mit dem FC Schalke das erreichen können, was mit einem FC Bayern möglich ist? Mit Sicherheit nicht, oder zumindest nicht innerhalb der nächsten Jahre. Er hat sich also für die Option "Erfolg und Perspektive" entschieden und verdient ganz nebenbei auch noch mehr Geld bei seinem neuen Klub. Neuer traf eine Entscheidung, die wohl die meisten von uns im Berufsleben genauso getroffen hätten. Ist es da nicht etwas verlogen, Treue einzufordern und den Spieler im Hinblick auf seine individuelle Entscheidung zu kritisieren? Da standen am vergangenen Sonntag 20-Jährige auf den Tribünen, von denen der ein- oder andere vielleicht nicht mal den Ehrgeiz aufbringt eine Ausbildung zu absolvieren oder erfolgreich zu beenden. Diese Jungs fühlen sich verraten von einem Gleichaltrigen, der seit frühester Jugend für seinen Sport hart gearbeitet hat, nicht in Diskotheken oder Clubs ging, weil am nächsten Tag ein Spiel anstand - der drei bis vier Mal unter der Woche trainierte und in erster Linie Verzicht leistete. Verzicht auf das, was für junge Menschen seines Alters normal war. Mit welchem Recht echauffieren sich diese Leute nun also über die individuelle Karriereentscheidung eines solchen Spielers?
Das "Wie" des Abgangs Neuers hätte wie aussehen sollen, damit es akzeptabel ist? Manuel Neuer leistete seit gut einem Jahr vor dem Wechsel zu Bayern keine "Schalke-Treueschwüre" mehr und hielt sich auf die Frage seiner Karriereplanung merklich zurück. Diese Zurückhaltung ließ keine Fragen offen - Neuer würde früher oder später wechseln / wechseln müssen. Wie hätte Neuer es richtig machen können? Hätte ein richtig überhaupt gegeben? Wäre er zu Manchester United gegangen, wäre der Aufschrei genauso groß gewesen? Ich denke nicht. Der Wechsel "zu den Bayern" ist es doch, der diese Emotionen auslöst - aus Rivalitätsgründen wäre höchstens noch ein Wechsel zum BvB dem gleichgekommen.  

Die abenteuerlichste These las ich bei Twitter: Manuel Neuer muss dem FC Schalke für seine Ausbildung dankbar sein - im Umkehrschluss heißt das: Neuer ist undankbar, weil er nun wechselte. Hat Schalke ihn zu dem gemacht, der er heute ist? Oder war er es nicht am Ende selber? Hat der Verein in den letzten 20 Jahren nicht von Neuer profitiert, sondern nur Neuer von Schalke? Ich weiß nicht wie viele Punkte Neuer für Schalke gerettet hat  - noch weniger weiß ich, wie man diese Bilanz in monetären Erfolg des Klubs umrechnet. Aber sicher ist, dass der FC Schalke mindestens ebenso dankbar gegenüber dem Spieler Manuel Neuer sein muss, wie es umgekehrt der Fall ist.

Emotionen
Neuer ist Mitglied bei Schalke 04 und er ist Fan des Vereins. Daran ist nichts auszusetzen - und daran wird sich wohl auch nichts ändern. Dies ist ein Kompliment für den Verein und dessen Fans, so empfinde ich es. Was hätte der Klub und seine Fans für ein Bild abgegeben, wenn man Manuel Neuer beim ersten Auftritt im Bayern-Trikot in der Veltins-Arena gefeiert hätte? Wäre das nicht ein Gewinn für den Klub, die Schalker Fans und vor allem für den Fußball in Deutschland ganz allgemein? Der Charakter einer Gesellschaft zeigt sich an bestimmten Verhaltenweisen. Und leider sind negative Ausdrucksformen eine sehr deutsche Attitüde. Hier werden verdiente Nationalspieler ausgepfiffen, ganz unabhängig von ihren erbrachten Leistungen - in England würden sie unabhängig von ihrer Vereinszugehörigkeit stolz beklatscht. Als Schalke 04 bei Steaua Bukarest auflief, klatschten die rumänischen Fans frenetisch Beifall als Raúl den Platz betrat - weil sie sich freuten, einen solchen Spieler sehen zu dürfen. Dass so etwas in Deutschland passiert, kann ich mir nicht vorstellen.

Die emotionale Welt beim FC Schalke soll eine andere sein, so hört und liest man es von Schalker Seite immer wieder. Wenn diese Emotionalität ein negatives Gesicht hat, ist das jedoch kein Ruhmesblatt. Noch mal: das gilt vereinsübergreifend. Natürlich ist niemand als Fan eines Vereins froh darüber, dass es da noch einen Größeren gibt, der immer in der Lage ist Spieler wegzulocken. Aber auch Schalke ist für andere Klubs einer dieser Großen. Auch beim FC Schalke beisst man kleinere Konkurrenten weg, wenn es um talentierte Spieler geht. Hier, im Haifischbecken Profifußball, zählt das Recht des Stärkeren. Wie übrigens auch sonst im Leben. Und davon profitiert eben auch ein Verein wie Schalke, beispielsweise im Nachwuchsbereich. So emotional der Verein zu sein scheint, so unterkühlt sieht die Betreuung neuer Talente aus, wenn es darum geht im Jugendbereich dafür zu sorgen, dass Schule und Ausbildung neben dem Fußballsport nicht vernachlässigt werden. Da ist der Verein Schalke 04 sich selbst der nächste. Doch das war Manuel Neuer auch, als um die eigene Karriereplanung ging.
Lassen wir doch mal diese ganze Sozialromantik beiseite. Die Bundesliga ist seit vielen Jahrzehnten (auch) ein Geschäft und wir als Fans nehmen daran Teil. Nicht weil man uns dazu zwingt, sondern weil wir Teil des Ganzen sein wollen. Wer sich die Worte "Stolz", "Ehre" und "Treue" auf die Fahne schreibt und andere daran misst, der sollte reflektiert bleiben und diesen moralischen Maßstab zunächst bei sich selbst anlegen.     

Donnerstag, 22. September 2011

O'zapft is!

Wer die Süddeutsche Zeitung liest oder überfliegt, der kommt nicht an den unzähligen Fotos von Prominenten oder auch weniger Prominenten auf dem Münchener Oktoberfest vorbei. So wie man an einem Schnupfen nicht vorbei kommt, wenn die Kollegen um einen herum schon seit Tagen in ihre Papiertaschentücher dienern. Es ist unvermeidlich, egal wie wenig man sich für die meist grausig grinsenden oder wild züngelnden Wiesn-Protagonisten interessiert. Noch schlimmer wird es, sobald man sich im Boulevard der Medien von Bayerns Landeshauptstadt herumtreibt. Dieser Rotz hält maximal drei Wochen an, danach wird's wieder besser, so wie jeder Schnupfen irgendwann auch sein Ende hat. Als Bayern-Fan macht man den Ausflug ins Medienprekariat schon fast so selbstverständlich wie das Kaffeetrinken am Morgen. Schließlich will man jeden Mist über die eigene Mannschaft als erstes erfahren. 

Der ganz Wiesn-Wahnsinn wird mehr und mehr im- oder exportiert, in andere Bundesländer - selbst die Kölner Bäckerei um die Ecke hat jetzt "Wiesn-Wochen", die daraus bestehen dass es mittags "typisch" bajuwarische Kulinarien im Angebot gibt. Stimmen tut das natürlich nicht, aber das ist dem Kunden eh Weißwurscht. Mittlerweile kann man sogar in rheinländischen Bekleidungsgeschäften zur Wiesnzeit die neuesten Trachten-Trends bewundern. Hauptsache mal was anderes.
Genau das - was anderes - wünschen sich sicher auch die Verantwortlichen des Turn- und Sportvereins Bayer Leverkusen von 1904, wenn sie am Samstagabend den Einlauf ihrer Mannschaft beklatschen. Denn mit einer Klatsche ging es in den Jahrzehnten der Bundesligazugehörigkeit Bayer 04's meist auf den Heimweg, zurück ins Rheinland.  Bayer ist in München einer der zuverlässigsten Punktelieferanten. 

Das erste Wiesn-Heimspiel steht nun also an - und zur Wiesnzeit gewinnt man als Bayern-Spieler besser, denn sonst wird es auf dem Volksfest stimmungsmäßig so schal wie die dort verabreichte Maß Bier. Doch nichts deutet in diesem Jahr darauf hin, dass der FCB dieses Heimspiel verlieren könnte. Mit einer sensationellen Tor- und Punkte-Bilanz steht der FC Bayern als Tabellenführer da. Die Stimmung ist gut, für die Neuzugänge gibt es Lob von allen Seiten, das Heynckes'sche Konzept greift wie ein warmer Mantel, selbst Arjen Robben wird gar nicht richtig vermisst. Leverkusen hingegen ging am vergangenen Wochenende ausgerechnet im Rhein-Derby gegen den 1. FC Köln zuhause unter. Wieder mal bot die Leverkusener Defensive ein erschreckend schwaches Spiel, dabei sah es doch in den letzten Partien gar nicht mehr so schlimm aus. Die Vorzeichen stehen also eindeutig auf Heimsieg.
Doch genau hier liegt die Gefahr, vor dem vermutlich Jupp Heynckes eindringlich warnen wird: Selbstzufriedenheit, Unterschätzen des Gegners, mangelnde Konzentration - zudem schwirrt dem ein- oder anderen Spieler im Bayern-Dress wohl auch das bevorstehende Champions League-Highlight gegen Manchester City im Hinterkopf herum. Vor dem Köln-Spiel zählte Bayer Leverkusen noch zu den "Brocken", gegen die es jetzt zu bestehen gilt, jetzt ist der FC Bayern haushoher Favorit - so schnell ändert sich die Sichtweise.  

Bei Bayern sind Mario Gomez, Daniel van Buyten und Luíz Gustavo wieder einsatzfähig - selbst Arjen Robben könnte am Samstagabend auf der Bank sitzen, wenn nicht sogar von Beginn an spielen. Ein erstes Training mit Ball hat der Niederländer schon absolviert, heute steigt er ins Mannschaftstraining ein. Bei Bayer Leverkusen ist Schürrle gesperrt (Rote Karte gegen Köln).  

An dieser Stelle wünsche ich dem Bayern-Spieler Breno, dass er und seine Familie das jüngste Ereignis gut verarbeitet - und hoffe, dass kein allzu großer immaterieller Schaden entstanden ist.

FernglasFCB tippt: 
Bayern München 3, Leverkusen 0

Hilfreich - der TV-Planer

Sehr hilfreicher Link, wenn man wissen will, ob und auf welchem Sender Fußballspiele im Fernsehen (Free-TV oder Pay-TV) übertragen werden: der TV-Planer aus dem Fußball-Forum.

Mittwoch, 21. September 2011

Die social media-Aufstellung der Champions League

Zum Vergrößern Grafik anklicken

Die divia GmbH hat ein Infografikmassaker angerichtet. Anlässlich der gerade gestarteten UEFA Champions League Saison hat das Unternehmen aus Stuttgart, die Facebook-Präsenz aller teilnehmenden Vereine bewertet. Daraus entstand ein Ranking, das die 32 Vereine bezüglich Interaktion, Design und Content bewertet und die Anzahl der Fans sowie die Publikationsrate darstellt.


Montag, 19. September 2011

Mit aller Leichtigkeit des Seins

Es war schon ein beeindruckender Moment, als Manuel Neuer allein auf den Schalker Fan-Block, dort wo die Ultras stehen, zulief. Ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert und diverse, inhaltlich schwer nachvollziehbare Plakate, zeigten dem Ausnahmetorhüter, dass er in München nichts vermissen muss - nicht mal mehr die Schalker Fans. Neuer ertrug die Schmähungen und zeigte, dass er mit solchen Extremsituationen umgehen kann, was seinen Status einmal mehr bestätigte. Danach beeindruckte nur noch der FC Bayern und spielte den FC Schalke 04 hilflos. Ideenlos waren die Blau-Weißen ohnehin - Raúl und Huntelaar erlitten einen Rückfall in die schlimmsten Phasen der letzten Schalker Saison und wurden von der Bayern-Abwehr komplett aus dem Spiel genommen. Dies war in erster Linie Holger Badstuber und Jérôme Boateng zu verdanken. Die beiden Bayern-Innenverteidiger machten ein nahezu perfektes Spiel. 
Der ruhmreiche FC Bayern dominierte das Geschehen von Beginn an, hatte die Gastgeber unter Kontrolle und erspielte sich - meist initiiert vom exzellent aufgelegten Franck Ribéry - einige Möglichkeiten. Nervosität hatte bei den Bayern-Anhängern keinen Platz, im gesamten Spiel kamen die Gastgeber vielleicht auf zwei oder zweieinhalb Torchancen. Zu dominant war der Rekordmeister gestern Abend in der Veltins-Arena vor 61.673 Zuschauern.

Jupp Heynckes schickte die gleiche Aufstellung vom Freiburg-Spiel auf das Feld, mit Ausnahme des verletzten Mario Gomez, für den Nils Petersen auflief. In der 21-sten Spielminute marschierte Franck Ribéry über den gesamten Platz, ließ die Schalker stehen wie Slalomstangen und bediente Petersen, der zunächst am Schalker Schlussmann scheiterte, doch dann den Abpraller zum Führungstreffer für die Bayern nutzen konnte.
Auch in der zweiten Hälfte gelang es dem FC Schalke nicht die Bayern ernsthaft in Gefahr zu bringen. Die Bayern hingegen mit den besseren Möglichkeiten und totaler Spielkontrolle. Die Entscheidung war nur eine Frage der Zeit, sie fiel dann in der 75-sten Minute, vorbereitet durch Alaba und Ribéry, durch einen Treffer von Thomas Müller.    

Es ist eine Pracht Franck Ribéry mit Selbstbewusstsein und Spielfreude auf dem Platz zu sehen. Das ist der Ribéry, um den sich der FC Bayern solange bemüht hat - und man muss Trainer Heynckes zu Gute halten, dass er dem Franzosen Lust und Selbstsicherheit zurückgegeben hat. Auffällig auch die enorme Stabilität von Holger Badstuber, der ein ganz großes Spiel machte. Den Jungen hatte Einige in der letzten Saison schon abgeschrieben. Die Bayern-Abwehr ließ kaum etwas zu und es ist beruhigend zu sehen, mit welcher Souveränität und Präsenz Boateng und auch Rafinha die Defensive stabilisieren. Philipp Lahm machte gestern eines seiner besseren Spiele und zeigte phasenweise seine Klasse. Wieder einmal bestätigte er, dass er auf links doch besser aufgehoben ist. 
Einen wirklichen Ausfall hat es in der Bayern-Mannschaft gestern nicht gegeben, selbst der unglücklich agierende Thomas Müller machte am Ende das entscheidende Tor. Mit ihm ist eben immer zu rechnen.  Ein "Müller" halt.

Der FC Bayern beeindruckte wie schon gegen Villarreal durch ein sehr ausgeglichenes und hohes Leistungsniveau - auch die Einwechselspieler Tymoshchuk (für den verletzten Gustavo, 43.) und Alaba (71., für Petersen) kamen sofort ins Spiel und bereicherten das Geschehen auf dem Platz. Hier spielt ein geschlossenes, überaus motiviertes Team - und das gilt auch für die Spieler auf der Bank. 
Es ist die Leichtigkeit des Seins beim FC Bayern, die man gestern wieder bis unters Stadiondach spüren konnte. Nach Belieben verbreitern die Bayern das Spiel und machen es so dem Gegner schwer. Es war schon fast amüsant zu sehen, wie Schalker von links nach rechts und wieder links den Bayern hinterher liefen. Wenn es hektisch wird, nehmen sie das Tempo aus dem Spiel - und ziehen wieder an, wenn der Gegner unter Druck gesetzt werden muss. Der Toni Kroos, der gestern auf dem Platz stand, ist das Gegenteil des Kroos' der letzten Saison: körperlich präsent, technisch stark und spielgestaltend neben dem starken Schweinsteiger, ist er Motor des Bayern-Spiels. 

Auswärts hat der FCB in der laufenden Saison noch keinen Gegentreffer hinnehmen müssen. Gestern Abend erzielte man den achten Pflichtspielsieg in Folge "zu Null" - neuer Vereinsrekord, und das mit der jüngsten Startelf seit 16 Jahren!
Dass neben Leverkusen auch Titelverteidiger Dortmund an diesem Bundesliga-Wochenende Federn ließ, ist noch ein weiteres Schmankerl, das den Bayern-Fans gefällt. Jetzt kommt mit Bayer Leverkusen eine Mannschaft nach München, die dort meist als Punktelieferant agierte - und das zur Wiesnzeit!   

Mögen der HSV und Freiburg auch äußerst schwach gewesen sein, Villarreal und auch Schalke gestern wurden schwach gespielt - und das vom FC Bayern. Das ist kein Zufall mehr. Das ist die Handschrift des Jupp Heynckes. 

FC Schalke 04 0, Bayern München 2 (FernglasFCB tippte: 0:2)

Freitag, 16. September 2011

Am Sonntag gehts zu Schalke

Am Sonntagabend ist es wieder soweit, der FC Bayern gastiert in der Veltins-Arena bei Schalke 04 und ich werde wieder vor Ort sein. 
Der Auftakt des FC Bayern in der Champions League lässt vielleicht noch nicht endgültig frohlocken, aber stimmt zumindest sehr positiv - die Erkenntnis: Wir können also nicht nur Fallobst souverän schlagen. Ob nun Schalke 04 am kommenden Sonntag eher zu den härteren Brocken, die es auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft 2012 aus dem Weg zu räumen gilt, zählt - nun ja, man weiß es noch nicht so genau. 
Schalke startete ordentlich in die Saison, Klaas-Jan Huntelaar hat Dank Herrn Rangnick seine Torgefährlichkeit wieder gefunden - und sieht man mal vom ersten und letzten Bundesligaspiel der Schalker ab, sah das bei ihren drei Bundesliga-Siegen ganz anständig aus. Beim Schalkes gestrigen Auftritt in Cluj - beim Europa League-Auftaktspiel gegen Steaua Bukarest - war das Interessanteste noch die logistischen Probleme der mitgereisten Fans und der zeitweise Stromausfall in der ersten Hälfte. Das Spiel war so öde, dass ich mir die zweite Hälfte nicht mehr angetan habe. Gegen einen - für meinen Geschmack - unterirdischen Gegner wie Steaua, war das nicht viel was Schalke zustande brachte. In der Form brauchen sie gegen die Bayern gar nicht erst aufzulaufen. 
Aber das andere Gesicht der Blau-Weißen haben wir schon gesehen - und die Heimspiel-Atmosphäre auf Schalke tut ihr Übriges dazu. Außerdem kommt der FC Bayern - da ist man ohnehin besonders motiviert. Für den FC Bayern ist der FC Schalke 04 ein erster, echter Prüfstein in der noch jungen Bundesliga-Saison. Und dennoch bin ich eher optimistisch als skeptisch, denn das was der FCB bislang zeigte, deutet auf eine geschlossene, sehr konzentrierte Einheit hin, in der jeder für den anderen arbeitet, gepaart mit einer ungewohnt taktischen Variabilität, einer hohen Sicherheit in der Defensive und einer bemerkenswerten Effizienz bei der Torausbeute. Am Sonntag kommt ein echtes Kaliber in die Arena auf Schalke zu Besuch! Die Niederlage aus der letzten Saison gilt es wettzumachen - und ich bin sicher, dass das auch so kommen wird.

FernglasFCB tippt: Schalke 0, Bayern    

Bei Sportradio 360 im Liga Globus (Part 2) durfte ich mal wieder meinen Senf zum bevorstehenden Spiel gegen Schalke abgeben (.. und habe mich vermutlich wieder um Kopf und Kragen gefaselt):

Episode 19

Themen:
- Champions League: die deutschen Teams
- Europa League: das rumänische Abenteuer von Schalke
- Bundesliga: die Augsburger zu vernünftig?
- Basketball-EM: Körnis schonungslose Analyse
- NFL: das erste Extra mit Renners
- Und: der LIGA GLOBUS, Teil 6, sowie ein interview mit Stefan Kuntz, Europameister von 1996

Link

Donnerstag, 15. September 2011

Duftmarke gesetzt!

Der FC Bayern hat den Auftakt in der TodesHammergruppe A beim FC Villarreal zu Null gewonnen und damit eine deutliche Duftmarke zum Champions League-Auftakt gesetzt. Kroos und Rafinha besiegelten die erste Champions League-Heimniederlage des spanischen Erstligisten. Zwei Treffer, U-Boot versenkt!

Villarreal, sonst extrem heimstark, stellte sich defensiv auf - nur drei Offensivkräfte standen zu Spielbeginn auf dem Platz - ein Zeichen des Respekts vor dem deutschen Rekordmeister. Zu Recht. Die Bayern wirkten nicht wie eine vorsichtige Auswärtsmannschaft, sondern spielten als hätte das Spiel in der Allianz-Arena stattgefunden: Druckvoll, konzentriert, selbstbewusst. 
Bereits in der sechsten Spielminute legte der wieder mal in Bestform spielende Franck Ribéry den Ball flach zurück in den Strafraum des Gegners auf Toni Kroos, der völlig freistehend direkt abzog und die Bayern-Führung herausschoss. Die Bayern - mit der Führung im Rücken - waren danach auf Spielkontrolle aus, ließen fast nichts zu und verschleppten das Spiel, wenn es nötig schien. Die Angriffsbemühungen der Gastgeber scheiterten meist schon vor dem Bayern-Strafraum. Schweinsteiger und auch Tymoshchuk, anfangs unkonzentriert, fanden besser ins Spiel. Die Innenverteidigung der Bayern hatte in persona Daniel van Buyten und Holger Badstuber keine größeren Probleme, wenngleich die Personalwahl van Buyten gegen die flinken Nilmar und Rossi gewagt war. Erst in der 21-sten Minute prüfte Rossi dann Manuel Neuer, da ihn zuvor van Buyten aus den Augen verlor und dann nicht mehr hinterher kam. Eine Aktion mit Folgen: der Belgier musste danach verletzungsbedingt vom Platz. Bis dahin hatten die Bayern durch Gomez und Schweinsteiger zwei Möglichkeiten, die Bayern-Führung früh auszubauen. Durch van Buytens Ausfall kam Rafinha in die Partie und Boateng rückte zurück in die IV.
Die Bayern spielten nach Lust und Laune, verlangsamten das Tempo oder zogen an und spielten sich ihre Möglichkeiten heraus: Ein schöner Doppelpass zwischen Gomez und Ribéry, bei dem der Franzose allerdings einen halben Meter zu spät kommt - oder auch eine hübsche Kombination zwischen Müller und Kroos, bei der Müllers Schuss zur Ecke abgewehrt wurde. Die zweite und letzte Torchance der Gastgeber vereitelte der aufmerksame Manuel Neuer kurz vor dem Pausenpfiff.  

Mario Gomez blieb dann mit Leistenproblemen auf der Bank, für ihn kam Nils Petersen zur zweiten Halbzeit in die Partie. Petersen hatte dann im zweiten Durchgang auch direkt zwei gute Chancen die Bayern-Führung auszubauen. Villarreal jetzt aggressiver. Die Bayern kamen zwar immer wieder zu Möglichkeiten, nutzten diese aber nicht konsequent. Dennoch hatten die "Spanier" keine wirkliche Torchance mehr, agierten stattdessen mit zunehmender Härte. In der 62-sten und 69-sten Minute folgten dann zwei Großchancen für die Bayern, erst durch Petersen und anschließend eine hundertprozentige durch Kroos (Pfostenschuss), nach großartigem Zuspiel durch Nils Petersen. Eine Viertelstunde vor Ende der Partie marschierte dann Rafinha durch, tunnelte seinen Gegenspieler und hämmerte den Ball aufs Tor. Durch die ständigen Kombinationen der Bayern irritiert und nicht mit einem Direktschuss rechnend, konnte Villarreals Torhüter Lopez den Schuss nicht parieren - 2:0 für den FC Bayern!
Die Besten: 
Franck Ribéry, Toni Kroos, Rafinha, Holger Badstuber. 

Schweinsteiger phasenweise stark wie meist, kämpferisch einwandfrei, aber zu Anfang mit Unsicherheiten und nachlässigen Zuspielen. Boateng solide, Neuer aufmerksam, Tymoshchuk ordentlich. Lahm blass, Müller glücklos. Bemerkenswert: Nils Petersen benötigte überhaupt keine Anlaufphase, sondern strahlte sofort große Gefahr aus. Mit etwas mehr Glück hätte der Youngster der Matchwinner werden können. 

Schiedsrichter Cakir hatte einen schwachen Abend erwischt. Mehrfach seltsame Entscheidungen durch den Türken, letztlich aber ohne große Konsequenzen. 
Die Bayern sind in der Spur - und haben die Leistungen des guten Saisonstarts erneut unter Beweis gestellt. Villarreal war schon ein größeres Kaliber als Lautern, Hamburg oder Freiburg. Mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit ging die junge Truppe in Spanien selbstbewusst zu Werke und führt aufgrund des Punktverlustes von Manchester City in der Gruppe A. 
Mit mehr Konsequenz und etwas weniger Verspieltheit hätte der FC Bayern gestern Abend auch Drei oder Vier zu Null gewinnen können.
Der Auftakt der Champions League-Saison ist also mehr als geglückt und es darf mehr als zuvor gehofft werden, dass der FCB die Gruppenphase übersteht.

Villarreal CF 0, Bayern München 2 (FernglasFCB tippte: 0:1)

Mittwoch, 14. September 2011

Menüplan der Woche (1)

Dienstagsmenü 
(1)

Berliner Pökeleisbein im Sauertopf

Kehllappen vom Fehlerteufel

Perisicer Gulasch mit gebutterter Knallerbse und Dortmunder Kloppse im Stoffmantel


(2)

Geröstete Augsburger Maultaschen

Zwei gebratene Scampischwänze à la Luiz & Juan Mata mit rheinischem Ballack-Gemüse

Für die Kleinen: Kinderteller "Robin Dutt"


Dienstag, 13. September 2011

Auftakt Gruppe A: Versenkt das Gelbe U-Boot!

"Submarino amarillo", gelbes U-Boot, wird der Villarreal CF aufgrund der gelben Spielkleidung genannt. Der spanische Verein hat in den letzten Jahren einen steten Anstieg im Hinblick auf die internationale Bedeutung zu verzeichnen: 2003/2004 Halbfinale im UEFA-Cup, 2004/2005 Dritter Platz in der Primera Division und somit erste Teilnahme an der Champions League in der Folgesaison, 2005/2006 Halbfinale in der Champions League, 2007/2008 Tabellenzweiter in der Primera Division hinter Real, 2008/2009 Champions League-Viertelfinale, 2010/2011 Halbfinale Europa League (mit Siegen gegen Bayer 04 Leverkusen, SSC Neapel und Twente Enschede). Damit ist über Niveau und Gefährlichkeit dieses Klubs wohl alles gesagt. 

Am Mittwochabend geht es für den FC Bayern los. Die zweite Saison innerhalb der neuen Saison. Das Besondere diesmal: das Finale findet in Münchens Allianz-Arena statt, dem Wohnzimmer des FC Bayern. Ein bisschen Bonus-Motivation, wenngleich das Erreichen des Finales derzeit noch so weit weg scheint, wie bemannte Mars-Expeditionen.
Nichtsdestotrotz ist es möglich, dass der FCB 2011/12 ein erfolgreiches Champions League-Jahr hinlegt. Immerhin stand man auch 2010 im Finale, und die Mannschaft von heute halte ich für stärker als das Team 2010. Die schwere Gruppe, die dem FCB zugelost wurde, hat - bei allem Anspruch - auch etwas Gutes: Man wird keinen der Gegner unterschätzen und muss von Beginn an alles abrufen. So stählt man sich für ein eventuelles Weiterkommen in die Finalrunden. Wer sich gegen Manchester City, Neapel und Villarreal durchsetzt, kann mit breiter Brust in die Entscheidungsspiele gehen. Doch bis dahin ist es ein langer und schwerer Weg, der seinen Anfang macht mit der Auswärtspartie in Villarreal, knapp sechzig Kilometer von Valencia entfernt. 

Ein Auftaktsieg auswärts würde den Bayern diese schwierige Gruppenphase von Beginn an erleichtern und die optimistische Stimmung lebendig halten - also los, Ihr Roten, versenkt das "Gelbe U-Boot"! 

FernglasFCB tippt: 
Villarreal CF 0, Bayern München 1

Montag, 12. September 2011

Ein Freiburger Kaninchen als Snack für Unterwegs

Man fragt sich als Bayern-Fan dieser Tage, was der Start in die Saison 2011/12 zu bedeuten hat? Sind wir wieder an dem Punkt angelangt, an dem die Gegner in der Münchener Arena wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren und es nur der Gnade, dem Gebälk oder dem Zufall geschuldet ist, dass das Ergebnis nicht zweistellig endet? Sind wir wieder an dem Punkt, bei dem dauernd die Null hinten steht und der Schlussmann des FCB vor Beschäftigungslosigkeit ermüdet? Ist das wieder eine Saison in der die Bayern vorne weg marschieren, während die ernstzunehmenden Konkurrenten früher oder später Punkte einbüßen und nach und nach den Kontakt zur Spitze verlieren? Im Moment zumindest ist nach der Aufregung der letzten Spielzeiten der Fußballhimmel über München wolkenlos, es droht kein Sturm - nur ein lauwarmes Spätsommer-Lüftchen.  Und das tut uns jetzt mal ganz gut.

Doch ganz unserer deutschen Natur entsprechend ahnen wir, dass wir uns keineswegs selbstgefällig zurücklehnen dürfen, da die wirklichen Herausforderungen erst auf uns zu kommen. Es könnte noch Ungemach drohen, wer wird da also den Tag vor dem Abend loben?
Da wäre einerseits das Champions League-Gruppenspiel beim FC Villarreal am kommenden Mittwoch, gleich darauf am Sonntag das Auswärtsspiel bei Schalke 04 und der Wiesn-Knaller gegen Bayer 04 Leverkusen am darauffolgenden Samstag. Drei Herausforderungen, die als eine erste, echte Standortbestimmung taugen, da alle drei Gegner zurzeit eher nicht dem Fallobst zuzurechnen sind. 

So schön die Treffer und das Auftreten des FCB am Samstag gegen den SC Freiburg anzusehen war und so gut ein solcher Kantersieg der Fanseele tut, die wirklichen Brocken kommen erst noch - und die Südbadener stellten nun einmal nicht mehr als einen eingeschüchterten Sparringspartner dar. Es freut natürlich, dass Franck Ribéry einen so guten Saisonstart hinlegt und am Samstagnachmittag der man of the match war, aber die Verletzungsgeschichte eines Arjen Robben ist und bleibt Besorgnis erregend - gerade im Hinblick auf die schweren Aufgaben der näheren Zukunft.
Ist unsere Defensive solchen Kalibern wie Manchester City gewachsen? Und wie schlagen wir uns bei Top-Spielen wie gegen Schalke, Leverkusen oder auch Meister Dortmund? 

Genießen wir die Ruhe vor dem Sturm noch etwas. Zum Frohlocken ist es allerdings noch ein bisschen früh. 
Bayern München 7, SC Freiburg 0 (FernglasFCB tippte 2:1)

Donnerstag, 1. September 2011

Termine September 2011

10. September 2011 - Bundesliga
FCB vs SC Freiburg
15.30 Uhr

14. September 2011 - Champions League Gruppe A
FC Villarreal vs FCB
20.45 Uhr

18. September 2011 - Bundesliga
FC Schalke 04 vs FCB
17.30 Uhr

24. September 2011 - Bundesliga
FCB vs TSV Bayer 04 Leverkusen
18.30 Uhr

27. September 2011 - Champions League Gruppe A
FCB vs Manchester City
20.45 Uhr