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Montag, 29. August 2011

Standesgemäß

Bayern gewann in Kaiserlautern deutlich und souverän - standesgemäß. Bayern steht auf Platz Eins der Tabelle, auch das: standesgemäß. Diese Selbstverständlichkeit mit dem der FCB heuer in die Saison startet, tut dem Bayern-Fan gut wie ein Wellness-Wochenende in Oberstaufen - wir mussten lange darauf warten. 

Doch weder haben wir die "Brocken" der Liga schon gegen uns gehabt, noch ist mehr passiert als der vierte Spieltag absolviert - erst der vierte Spieltag.  Wir tun also gut daran, die Kirche im Dorf zu lassen, denn auch beim FC Bayern 2011/12 ist noch nicht alles Gold was da so glänzt. 
In der Pfalz hatten die Roten allerdings nichts zu befürchten, zu hilf- und harmlos der Gegner. Die "Hölle" Kaiserslautern hatte am Samstagnachmittag ihre höllischen Eigenschaften ebenfalls verloren - zu klar, zu eindeutig bestimmte der FC Bayern von Beginn an das Geschehen. Dabei überraschte Jupp Heynckes mit einem Alaba als Robben-Ersatz - Kroos blieb bis zu 88. Minute draußen - und einem Rafinha auf der Bank. Boateng wurde von der Innenverteidigerposition wieder nach außen beordert - merkwürdig zwar, aber letztlich ohne Belang für den Spielverlauf. David Alaba rechtfertigte diesen Vertrauensbeweis seines Trainers nicht, über seine Seite kam nahezu nichts, was natürlich auch daran lag, dass die Offensivstärken eines Rafinha auf der Bank blieben. 
Auf der anderen Seite zeigte Philipp Lahm, dass das Theater um sein Buch ihn beflügelt hat - unter den Voraussetzungen kann er meinetwegen monatlich eine Neuerscheinung auf den Markt werfen. Ribéry spielte - wie in dieser Saison gewohnt - sehr fleißig und beschäftigte meist zwei bis drei Gegenspieler. Völlig daneben präsentierte sich Anatolji Tymoshchuk - auch das machte dem Bayern-Spiel nichts. Herauszuheben ist die Leistung Bastian Schweinsteigers!
Wie schon in den Spielen zuvor, so ist mir auch diesmal aufgefallen, wie unsicher Manuel Neuer teilweise agiert. Liegt es daran, dass er momentan so wenig zu tun hat? Oder ist es das berühmte erste schwere Jahr bei den Bayern? 

Die Bayern mit guten Möglichkeiten, aber erst Rodneis Handspiel sorgt in der 37-sten Spielminute für das erste Tor - durch Gomez als Elfmeterschütze. In zweiten Durchgang verschuldet erneut Rodnei einen Elfer - wieder ist es Gomez der trifft, wenngleich er einen zweiten Anlauf benötigte. Treffer Nummer Drei legte Müller großartig vor, Gomez schießt flach ein - zum Endstand von 3:0. Zählt man die Entwicklung der Elfmeter mit, so bereitete Thomas Müller quasi alle drei Treffer vor.  

Das Schiedsrichtergespann lag zumindest bei den Elfmetern und auch bei der Roten Karte kurz vor Ende der Partie richtig - mit den Abseitsentscheidungen hatten sie so ihre Schwierigkeiten. Apropos Schiedsrichter: Jürgen Klopp sollte mal jemand ein Regelbuch schenken - denn auch der Versuch eines Nachtretens ist mit Rot zu ahnden. Sein Erklärungsversuch und der verbale Ausraster am Mikrofon, ist hier schön kommentiert. 

Die Bayern sind in der Spur - aber die großen Gegner kommen noch. Erste echte Herausforderung dürfte das Auswärtsspiel beim FC Schalke sein, denn bei denen läuft es gerade wie am Schnürchen. FernglasFCB wird wieder vor Ort sein.
Die Champions League-Auslosung hat uns eine anspruchsvolle Gruppe hinterlassen, wenngleich man  ohnehin  jeden Gegner schlagen muss, will man den Traum von einem Finale in München wahrmachen. Dortmunds Watzke hat sich ein bisschen zu früh über den UEFA-Klubkoeffizienten erregt, die Auslosung beschwerte den Schwarz-Gelben dann das dankbarste Los. Alle Aufregung umsonst, Herr Watzke - wie so oft. 

Kaiserlautern 0, Bayern München 3  (FernglasFCB tippte: 1:3)
   
 

Donnerstag, 25. August 2011

GANZ SCHÖN LAHM

Streng genommen ist die Biographie eines 27-jährigen so wenig ernst zu nehmen wie die Wahlversprechen irgendeiner Partei. Die Veröffentlichung eines solchen Buches zielt nur auf eines ab: dem Geldscheffeln.  Wie viel Gehaltvolles will man einem so jungen Mann abnehmen, dessen Leben sich bislang ausschließlich um den Fußballsport drehte?!

Doch bei Philipp Lahm handelt es sich um einen Bayern-Spieler, der zudem Kapitän der Nationalmannschaft ist - und dass die wenigen scheinbar "spektakulären" Auszüge aus diesem - vermutlich mithilfe eines Co-Autors verfassten - Werk vorab von der Bild-Zeitung exklusiv veröffentlicht werden, sorgt naturgemäß für ein breites Echo. 
Jetzt hat sich Rudi Völler über Lahms Aussagen echauffiert - und das weil er selbst nicht gerade gut wegkommt in dem Buch, das derzeit nicht mal veröffentlicht ist. 
Lahms Aussagen hinsichtlich des Trainingsstils eines Jürgen Klinsmann, Louis van Gaals oder Felix Magaths dürften nun wirklich niemanden überraschen - das haben wir alles schon gewusst oder zumindest geahnt. Die Sache mit Völler ist neu - und der geht jetzt steil. 

Ich beurteile Philipp Lahm in erster Linie als Sportler, als Fußballspieler - und er ist zweifelsfrei einer der besten Außenverteidiger weltweit. Ich bin auch froh, dass mein Verein einen der besten Außenverteidiger in seinen Reihen hat - aus sportlicher Sicht bin ich da ganz opportunistisch.
Was den Menschen Lahm angeht, kann ich nicht viel sagen - weder ist er mir persönlich bekannt, noch gibt es eindeutige Indizien wie er innerhalb der Mannschaft und auch außerhalb des Platzes so tickt. Der Typus Lahm gefällt mir weniger, aber das ist mein rein subjektives Empfinden. 

Für mich wirkt Phillip Lahm wie ein Karrierist, ein Diplomat in kurzen Sporthosen, einer der gerne Interviews gibt, aber dabei letztlich nicht viel sagt. Er ist kein Lautsprecher - weder auf dem Platz, noch abseits des Platzes - und doch ist er medienpräsent wie wenige andere neben ihm. Ob als Werbeträger oder Interviewpartner (nicht nur für die Bild), Philipp Lahm versucht sich zur Marke zu machen. Das haben andere vor ihm auch schon gemacht. Seine öffentliche Präsenz erreicht jetzt mit seiner Biografie einen Höhepunkt.  Das Buch wirkt wie Nachtreten oder das eigene Nest beschmutzen, ist aber in Wahrheit so unspektakulär, dass man sich ausrechnen kann wie wenig gehaltvoll "Der feine Unterschied", so der Titel, letztlich sein dürfte. Wenig überraschend ist auch, dass Jogi Löw bei Lahm extrem gut wegkommt - immerhin ist Löw noch aktiver Bundestrainer.
Wen wundert es, dass das mediale Echo auf Phillip Lahms Biografie ihm in die Karten spielt - zumindest finanziell? Ob das Ganze für ihn am Ende zum Bumerang wird und sich nachteilig auf seine Leistung und dementsprechend auf seinen Verein, den FC Bayern, auswirkt, wird man abwarten müssen. Letztlich taugt die ganze Angelegenheit nicht zum Skandal, sie ist einfach nur ganz schön "Lahm". 

Stürmt den Betze!

Erinnern wir uns an den 27. August 2010 - auf den Tag genau, vor einem Jahr, musste der FC Bayern am 2-ten Spieltag in Kaiserslautern antreten - wir verloren gegen den frisch gebackenen Aufsteiger nach einer beschämenden "Leistung" mit 0:2. Unnötig, peinlich und extrem ärgerlich - Ich hoffe, dass Jupp Heynckes der Mannschaft dieses Spiel noch mal in voller Länge auf dem Beamer präsentiert und in Erinnerung ruft, denn ich will wirklich kein déjà-vu erleben.

Die Lauterer präsentieren sich in der noch jungen Saison so, wie ich es erwartet hatte - und zählen wohl auch zu den Abstiegskandidaten im Spieljahr 2011/2012. Aber gegen den FCB werden in der Pfalz Kräfte frei, die niemand rational erklären kann - Vorsicht ist also geboten! 
Gomez und Robben scheinen soweit fit - und sonderlich verausgabt hat sich auch niemand in Zürich. Man geht also mit der bestmöglichen Aufstellung und relativ ausgeruht in die Partie des 4-ten Spieltags. So wie sich der FC Bayern bislang präsentierte - sehr konzentriert und fokussiert -, kann man wohl durchaus optimistisch sein. Dennoch kann ich wieder Mal nur warnen! Auf dem Betze geht es für den FCB nur mit Power, Engagement und ordentlich Dagegenhalten! Also Ihr Roten, stürmt den Betze - und holt Euch die nächsten drei Punkte!

FernglasFCB tippt:
Lautern 1, Bayern 3
   

   

Mittwoch, 24. August 2011

Danke, Arjen!

Gruppenphase erreicht!

Ein frühes Tor durch Gomez und der Drops war gelutscht - wie ich es mir gewünscht hatte, wurde es ein langweiliger Fußballabend. Gut so, denn Spannung hätte es nicht gebraucht. Der FC Bayern München ist in der Champions League-Saison 2011/2012 angekommen - endlich! 

Einen Spielbericht spare ich mir, dafür waren die 90 Minuten im Züricher Letzigrund letztlich zuviel Ergebnisverwaltung. Die Oberschenkelverhärtung von Mario Gomez, der zur Halbzeit ausgewechselt werden musste, ist ein deutliches Warnzeichen für den Klub, dass man besser in Sachen Angriff auf dem Transfermarkt noch etwas versucht. 
Gab es noch mehr Erkenntnisse? Franck Ribéry hat wieder richtig Spaß am Fußball - Bastian Schweinsteiger, Eier aus Stahl und Kommentator Wolff-Christian Fuss bediente zu ausgiebig die Klatschsparte in Sachen "Kabinengang des Uli Hoeneß" - nötig hat er das eigentlich nicht.

FC Zürich 0, Bayern München 1 (FernglasFCB tippte: 0:2)

Morgen Abend wird dann die Bayern-Gruppe ausgelost - drohen könnte uns Manchester City, der SSC Neapel und Valencia. 

Topf 1
Team    UEFA-Koeffizient
Manchester United    151,157
FC Barcelona    141,465
FC Chelsea    129,157
FC Bayern    118,887
FC Arsenal*    108,157
Real Madrid    103,465
FC Porto    100,319
Inter Mailand    100.110

Topf 2
Team    UEFA-Koeffizient
AC Mailand    94,110
Olympique Lyon*    92,735
Schachtjor Donezk    87,776
FC Valencia    85,465
Benfica Lissabon*    81,319
FC Villarreal    75,465
ZSKA Moskau    73,941
Olympique Marseille    68,735

Topf 3
Team    UEFA-Koeffizient
Zenit St. Petersburg    60,441
Ajax Amsterdam    56,025
Bayer Leverkusen    54,887
FC Kopenhagen*    51,110
Olypmpiakos Piräus    50,833
Fenerbahce Istanbul    50,510
Manchester City    47,157
OSC Lille    40,735

Topf 4
Team    UEFA-Koeffizient
FC Basel    39,980
Bate Borissow*    23,216
Borussia Dortmund    22,887
SSC Neapel    21,110
Dinamo Zagreb    20,224
APOEL Nikosia    13,124
Racing Genk    8,400
Otelul Galati    5,164     

Dienstag, 23. August 2011

Sturm und Drang

Wenn ein Mann wie Papiss Demba Cissé auf dem Transfermarkt zu haben wäre, dann gibt es wohl kaum einen Bayern-Fan, der hier nicht leuchtende Augen bekäme. Man verspürt automatisch den Drang "Hier" zu schreiben. Cissé ist ein kompletter Stürmer, technisch exzellent. Mit kolportierten 13,5 bis 15 Millionen Euro Ablöse ist er zudem auch finanziell nicht unerreichbar. Christian Nerlinger schließt weitere Aktivitäten in der noch laufenden Transferperiode aus. Ist das clever?
Bayern München hat Miro Klose gehen lassen und mit Nils Petersen den Sturm neben Mario Gomez und Ivica Olic komplettiert. Drei Stürmer für eine Mannschaft, deren Anspruch es ist bis ins Frühjahr 2012 hinein auf drei Hochzeiten zu tanzen. Einer hat sich nun für zwei Monate verletzt - ausgerechnet Olic, der schon die komplette letzte Saison verletzungsbedingt ausfiel. Dass Mario Gomez weiterhin die zuverlässige Tormaschine des FC Bayern bleibt, ist ein frommer Wunsch - Garantien gibt es dafür keine. Bleibt noch Petersen: Aus der zweiten Liga gekommen, ohne internationale Erfahrung im so schwierigen Jahr Eins bei Bayern München. Ein ziemlich riskantes Konstrukt, lässt man mal außer Acht dass man auch Robben und Ribéry als Stürmer werten kann und Thomas Müller in der Lage ist, die Rolle als Mittelstürmer auszufüllen. Ganz abgesehen von der Verletzungsanfälligkeit bei Rib&Rob, ist das nicht die Paraderolle des Thomas Müller.   

Der FCB kann im Falle der Qualifikation für die Champions League - also heute Abend - mit Mindesteinnahmen von 20 Millionen Euro durch die Teilnahme an der Gruppenphase rechnen. Freiburgs Cissé wäre damit locker zu finanzieren. Der Senegalese hat nun mehr als deutlich signalisiert, dass er Freiburg verlassen will - und für die Champions League wäre er für Bayern spielberechtigt. Irgendwie passt alles zusammen. Hoffentlich sehen das Herr Nerlinger und die Führungsriege des FC Bayern auch so.

Uf Wiederluege!

So oder so gilt es sich heute Abend zu verabschieden - entweder vom FC Zürich, der sich dann als sehr angenehmer PlayOff-Kontrahent erwiesen hat - oder eben von der Champions League-Teilnahme in dieser Saison. Letzteres ist zwar unwahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich. Mit einem zwei-Tore-Vorsprung müssen die Züricher immerhin mindestens drei Tore gegen uns schießen, also drei Mal so viel wie wir in den letzten fünf Pflichtspielen kassiert haben. Diese Rechnung funktioniert auch nur dann, wenn der FCB den Kasten der Gastgeber nicht trifft - fleißig geübt haben sie jedenfalls, die Bayern - beim letzten Heimspiel gegen den HSV. Bei aller Vorsicht und bei allem Respekt: Ich glaube weder an einen spannenden Fußballabend, noch an das Ende aller Champions League-Träume für den FC Bayern. 

Jupp Heynckes wird vermutlich im Laufe des Spiels ein paar Personalwechsel vornehmen, so wie er das schon gegen den Hamburger Sport-Verein getan hat. Er ist gut beraten, Nils Petersen mehr Spielpraxis zu gestatten, denn mit dem Ausfall Olics wird nun auch der Bayern-Führung endlich gewahr, dass man mit drei Stürmern in drei Wettbewerben eher unterdurchschnittlich repräsentiert ist. 
Bayern München hat die Tür zur Champions League-Saison 2011/2012 weit aufgestoßen. Jetzt braucht man nur noch hindurch gehen. Dazwischen stehen neunzig Spielminuten - hoffentlich langweilig und hübsch anzusehen.

FernglasFCB tippt: 
FC Zürich 0, Bayern 2 

Montag, 22. August 2011

Bääm!

Fünf Tore, Null Gegentreffer, absolute Dominanz und Torchancen für ein zweistelliges Ergebnis - darf oder sollte man jetzt überhaupt noch das ein oder andere Härchen in der Suppe suchen? Ich bin weit weg von jedweder Euphorie, schließlich weiß man wie schnelllebig der Bundesliga-Alltag ist: ein Patzer in Kaiserslautern und man hat aus vier Liga-Spielen nur unterdurchschnittliche 50 Prozent herausgeholt. Danach sieht es aber momentan nicht aus, also genießen wir die zurückgekehrte Bayern-Show. 
Klar war dieser HSV überfordert, harmlos und nicht mehr als ein Sparringspartner, dennoch haben die Bayern in den bisherigen fünf Pflichtspielen der Saison nur einen Gegentreffer schlucken müssen - und der war auch noch selbstverschuldet. Damit hat Jupp Heynckes die "Baustelle" des FC Bayern erfolgreich entschärft, so lange bis irgendein Gegner etwas anders zu beweisen in der Lage ist. In der Offensive war gegen Gladbach und Wolfsburg noch Sand im Getriebe, doch auch dieser Knoten ist dann am Samstagnachmittag geplatzt.      

Irgendwer muss dem Heynckes vorab verraten haben, dass er in der Abwehr experimentieren kann, ohne ein großes Risiko einzugehen. Anstelle von Boateng stand da plötzlich Daniel van Buyten auf dem Platz und für Luiz Gustavo spielte Tymoshchuk. Das änderte nichts daran, dass Torhüter Manuel Neuer vor lauter Bewegungsarmut seinen Wechsel zum FCB inzwischen bereuen dürfte. Richtige Torchancen hatte der HSV über das gesamte Spiel nicht. 
Es war hübsch anzusehen, wie die Bayern wirbelten und die Gäste wie Slalomstangen stehen ließen - exemplarisch hierfür, das 3:0 aus der 34. Spielminute durch Arjen Robben. Am Ende machten die Bayern aus ihren zahlreichen Möglichkeiten zu wenig Treffer - ein 10:0 wäre im Bereich des Realisierbaren gewesen.

Für einen äußerst bitteren Beigeschmack sorgte die Verletzung von Ivica Olic, der ebenfalls ins Tor traf  - Olic zog sich einen Teilriss der Sehne am Hüftbeugemuskel zu und wird zwischen sechs und acht Wochen nicht einsatzfähig sein. 
"Wer nun wieder auf ein 6:0 tippt, hat keine Ahnung von Fußball", hatte Hamburgs Heiko Westermann noch vor der Partie zum Besten gegeben. Bääm! So schnell fliegts einem um die Ohren! 

Bayern München 5, Hamburger SV 0 (FernglasFCB tippte: 3:0)
 

Freitag, 19. August 2011

... und jetzt der HSV

Samstagnachmittag, Bayern gegen Hamburg. Der dritte Spieltag beschert uns einen schwächelnden HSV in der Münchner Arena. Eigentlich perfekt um die nächsten drei Punkte einzufahren und den Saisonbeginn versöhnlich zu gestalten. 
Gelänge das, kann man durchaus davon sprechen, dass dem FCB der Start in die neue Saison geglückt ist: Die erste Runde im DFB-Pokal überstanden, so gut wie in der Champions League und zwei Bundesliga-Siege auf der Habenseite. Den Ausrutscher gegen Gladbach kann man da als Startstolperer verzeihen. Dazwischen liegen allerdings noch 90 Minuten, in denen der Rekordmeister gegen die Norddeutschen zeigen muss, dass das Niveau so nach und nach besser wird - vor allem aber muss ein Heimsieg her. 

Der HSV wird - wie fast alle Gegner - dazu aus einer massiven Deckung heraus sein Glück versuchen. Insofern ist Kreativität, schnelles Spiel und Kombinationsstärke gefragt - alles Eigenschaften, die dem Bayern-Spiel bislang noch fehlen. Vielleicht reicht auch ein Glückstor kurz vor Ende der Partie - auch dann wird sich niemand im rot-weißen Lager beschweren, denn beschwerlich ist aller Anfang eines neuen Spieljahres. 

Aber wehe wenn man ausgerechnet gegen einen bislang hilf- und harmlosen HSV die zweite Heimniederlage im zweiten Heimspiel ... ach... Unkenrufe! Wir siegen - Punkt, Aus.

FernglasFCB tippt:

Bayern 3, Hamburg 0  

Donnerstag, 18. August 2011

LigaGlobus - Spieltag 3

Ich habe meinen Senf wieder bei Sportradio360° abgegeben (im LigaGlobus).

Die Themen der Episode 15:

- Der FC Bayern in der Champions League: stark genug, um Gast in der eigenen Arena im Finale 2012 zu sein?
- Those were the days: als der Nord-Süd-Schlager zwischen Hamburg und Bayern noch ein echtes Spitzenspiel war ...
- Mit Dirk und Chris Kaman nach Litauen: können sich die deutschen Basketballer für die Olympischen Spiele 2012 qualifizieren? und möchte irgend jemand eigentlich Kobe Bryant in Istanbul sehen?

Gäste: Fritz von Thurn und Taxis (SKY), Kai Pahl (allesaussersport)

UND: Der Liga Globus - Spieltag 3 (Fans und Blogger zur Lage ihrer Lieblingsvereine); feat.: Clubfans United, Tinneff-Blog, Königsblog, Meinesaison.de, Ned´s Blog, anygivenweekend, amfid.de, FCBlog.in, Der Vierte Offizielle, FCK-Blog, FernglasFCB, pottblog

Pflicht erfüllt - die Kür kommt später

Der FCB steht mit eineinhalb Beinen in der Champions League. Nach der Harmlosigkeit des FC Zürich kann man sich schwerlich vorstellen, dass die Schweizer den 2:0-Rückstand nächsten Dienstag übertrumpfen können. Die große Sorge vor dem Super-Gau gleich zu Anfang der neuen Saison war also unbegründet, was teils an der Schwäche des Gegners lag, aber auch daran dass die Bayern gestern Abend - als es drauf ankam - die richtigen Akzente setzten. 

Das frühe Kopfballtor von Bastian Schweinsteiger (8.) nahm den Zürichern früh jede Hoffnung und sorgte für ein befreites Aufspielen der Bayern bis zur 20-sten Spielminute. Danach legten die Roten den Rückwärtsgang ein, so als gäbe es nur ein entscheidendes Spiel und kein Rückspiel im Züricher Letzigrund. Ich würde es als fahrlässig bezeichnen, dass der FCB dreißig Minuten Spielzeit bei einer knappen 1:0-Führung ungenutzt verstreichen ließ. 
Ob Uli Hoeness nun während der Pause in der Kabine war und tobte oder nicht, nachvollziehbar wäre es allemal. Nach Wiederanpfiff kam dann ein deutlich beherzterer Gastgeber auf den Platz und mühte sich, die Führung auszubauen. Der höhere Druck sorgte für beste Torchancen, die allesamt nicht genutzt werden konnten. Ob Gomez, Lahm - frei vor dem Torhüter - oder Ribéry (Pfostenschuss) - die Bayern hätten am Ende schon mit Vier oder gar Fünf zu Null führen müssen. Doch erst ein hübscher Linksschuss von Arjen Robben sorgte in der 72-sten Minute für das beruhigende zwei-Tore-Polster.
Defensiv ließ der FC Bayern sehr wenig zu, was sicher aber auch an den eher harmlosen Gästen lag und dominierte das Spiel deutlich. Einzig die mangelnde Torausbeute muss man kritisieren. Mit einem drei- oder vier-Tore-Vorsprung wäre das Spiel in Zürich zu einem netten Betriebsausflug geworden. 

So richtig glänzend war keiner der Bayern-Spieler aufgelegt. Schweinsteiger gefiel vor allem in den ersten zwanzig Minuten. Gustavo war sehr aktiv und fleißig, aber ohne Genialität. Lahm schaltete sich oft vorne ein und hatte gute Szenen, vergab allerdings eine exzellente Tormöglichkeit. Rafinhas Versuche auf der Gegenseite scheiterten meist an seinen schlechten Zuspielen auf Robben. Ansonsten kämpfte Rafinha leidenschaftlich, wie man das von ihm aus den bisherigen Partien kennt. 
Boateng war kaum gefordert, Kroos blieb auffallend blass (ebenso wie der in Halbzeit Zwei für ihn eingewechselte Müller), Gomez spielte Chancentod, Ribéry und Robben fleißig, jedoch noch nicht in Topform. Badstuber hatte gute Szenen, nach einem anfänglich verlorenen Kopfballduell, spielte er stabil und schaltete sich immer wieder ins Angriffsspiel mit ein. Manuel Neuer hatte 90 Minuten lang so gut wie nichts zu tun. 

Den fußballerisch schönsten Moment lieferte die Bayern-Mannschaft kurz nach dem Führungstreffer ab. Da konnte man im Ansatz erkennen, wie das Offensivspiel zukünftig aussehen könnte. Die Bayern spielten gedankenschnell und glänzten in dieser kurzen Phase immer wieder mit präzisen, steilen Zuspielen, was die Züricher Abwehr vor arge Probleme stellte. Hier war zu erkennen wie schnelles Umschalten und technisch anspruchsvolles Kombinationsspiel auf engstem Raum funktionieren kann. Der FC Bayern 2011/12 ist wieder einen kleinen Schritt weiter. Mehr darf man - so früh in der neuen Saison - wohl auch nicht erwarten. 

Bayern München 2, FC Zürich 0 (FernglasFCB tippte: 3:0) 

Mittwoch, 17. August 2011

Beschallen und Bescheißen

Anhänger des 1. FC Köln haben den Fußballfans hierzulande schlimmstenfalls einen Bärendienst erwiesen, in dem sie beim Auswärtsspiel auf Schalke Fäkalien ins umsitzende Publikum warfen. Vielleicht wollen sie sich demnächst, von Plexiglas eingepfercht, wie eingesperrte Tiere fühlen? - so wie Fußballfans in den Achtziger Jahren. Da muss man schon ein ziemlich niedriges Niveau haben, wenn man sich derlei Aktionen überlegt. Überhaupt sind die Kölner Ultras und hier in erster Linie die "Wilde Horde" eine Gruppierung, die mehr durch Krawall auffällt, als durch beeindruckenden Support oder Choreos. Vor Monaten randalierten die „Fans“ in Hamburg - es gab Dutzende Festnahmen. Nach dem Spiel gegen den FC Bayern verprügelten Mitglieder der „Horde“ zwei Polizisten. "Dass es nicht zu tödlichen Verletzungen des Polizisten gekommen ist, ist nur dem beherzten Eingreifen einer zur Hilfe geeilten Gruppe von Beamten der Bereitschaftspolizei zu verdanken", schrieb die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in einer Pressemitteilung

Dagegen mutet die Beschallungsaktion bei der TSG Hoffenheim fast harmlos an, wenn - ja wenn - hier nicht der Verein selbst diese Störaktion zumindest geduldet hätte. Das muss er aber wohl, denn anders ist das koordinierte Vorgehen der Ordnungskräfte nicht zu erklären. Immerhin wird ein 1,40 m hohes "Gerät" nicht einfach so übersehen. Hat man bei der TSG Hoffenheim zu viel "Whale Wars" geguckt?!
Überhaupt scheint der Neo-Klub aus Sinsheim beim Stichwort "Choreo" etwas missverstanden zu haben, um mit "Korea" einen ganz neuen Stil von Einflussnahme in die Bundesliga zu bringen (siehe Link). So perfide will man die Stimmung im Stadion beeinflussen? Das ist wohl auch eine Form von Beschiss.

Übrigens ist das Foto hinter dem Link vermutlich auch Beschiss. Hach, die Welt ist scheiße.
 

Dienstag, 16. August 2011

Neue Männer braucht das Land?

Ina Deter, oder? Fand ich ganz schlimm - das Lied, wie auch die Frau. Doch jetzt hat Fußballkingtitaniumikone Kahn eine Diskussion angestoßen, die ich durchaus legitim und interessant finde: Fehlen dem deutschen Fußball die Charaktertypen? 

[...] Es drängt sich aber noch ein weiterer Gedanke auf: Hängt die Titelflaute nicht vielleicht mit einer Spielergeneration zusammen, deren Stellvertreter Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger vehement leugnen, dass eine Mannschaft heutzutage echte Führungsspieler braucht? Führungsspieler, die den Finger in die Wunde legen, die auch mal unbequeme Wahrheiten aussprechen, denen ihr eigenes Image unwichtiger ist als der Erfolg, die bereit sind Mitspieler anzutreiben und die permanent die maximale Erfolgsbereitschaft einfordern? [...]*


Ganz klar, Olli Kahn zählte in seiner aktiven Zeit zu eben jenen Typen, deren Absenz er hier als Grund für fehlende europäische Titel deutscher Mannschaften ausgemacht hat.
[...] Spieler wie Ferdinand, Puyol, Xavi, Terry, Lampard, Lucio sind genau die Spieler, die diese Qualitäten besitzen und die in der heutigen Zeit genauso wichtig sind wie sie es früher waren. Sie sind die Leuchttürme, die Vorbilder an denen sich die jungen Spieler aufrichten und entwickeln können und die nicht abtauchen, wenn es mal nicht optimal läuft. [...]*
 *(Oliver Kahn bei Yahoo! Eurosport) 


Kahn war der erste "Leuchtturm", den man unter Klinsmann/Löw ins Abseits gestellt hat. Als Bundestrainer folgte Jogi Löw dann dieser Politik und schob so nach und nach all jene ab, die als "Typen" galten und sich trauten auch mal Kritik ohne vorherige Absprache mit Oliver Bierhoff in die Mikros zu bellen. Prominenteste Vertreter dieser Zunft waren hier wohl Torsten Frings und Michael Ballack. 
Mit Lahm oder Schweinsteiger hat Löw keine Spieler im Team, die Gefahr laufen mal auszuscheren - sein Kaptitän Philipp Lahm kommt eher wie ein Pressesprecher des DFB daher. Dies ist im Übrigen gar nicht verwerflich, so lange das Konzept erfolgreich ist. 
Über Erfolg kann man nun auch bei der Nationalmannschaft trefflich streiten. Ein zweiter oder auch dritter Platz bei den letzten Turnieren galt als Erfolg, da sich der deutsche Fußball im Kleide des Nationalteams neu erfunden hat. Attraktiver, fulminanter Power-Fußball, kombinationsstark und einfach nur schön anzusehen - und das auch noch von den ehemaligen Holzfußballern aus Deutschland! Auch heuer läuft der "Schland"-Tross zuverlässig wie ein Käfer-Motor, man ist so gut wie qualifiziert für die EM 2012 - ohne eine einzige Niederlage. Doch irgendwann - und da hat Kahn recht - müssen Titel her. Dies gilt für die Vereine ebenso wie für das DFB-Team.

Natürlich ist Kahns These schwer zu widerlegen, sie ist aber ebenso wenig schlüssig. Beim WM-Aus 2006 stand ein Michael Ballack im Team. Einer wie Ballack galt als Lautsprecher und Leader. Bayern München gewann trotz diverser "Typen" im Kader nur ein Mal die Champions League innerhalb der letzten 12 Jahre. Auch mit Mark van Bommel, dem aggressive Leader par excellence, verloren die Bayern das Finale der Champions League 2010. Nicht zu vergessen ist das verlorene Endspiel 1999 gegen Manchester United mit Effenberg, Matthäus, Jeremies und Basler auf dem Platz. 
Ich komme aber auch nicht umhin, dass ich hier den einzigen Schwachpunkt des DFB-Teams im Hinblick auf die nächsten zwei großen Turniere sehe - wer reißt das Team mit, wenns eng wird oder man einem Rückstand hinterherläuft? Wer setzt die Akzente, wenn es gilt auch mal schmutzig dagegenzuhalten?
Auf Vereinsebene klafft zwischen den Leistungen in der Liga und denen im europäischen Wettbewerb immer noch eine große Lücke. Schalke landete zwar in der letzten Saison im Halbfinale der Champions League, aber vermutlich wissen sie selbst nicht so genau, wie sie das hinbekommen haben. Echte Titelaspiranten schickt die Bundesliga nicht ins Rennen - mit ein bisschen good will kann man höchstens die Bayern nennen. Liegt es an der technischen Überlegenheit der spanischen Klubs? Liegt es am Geld, dass die englischen Vereine im Vergleich besser dastehen? Fehlen uns in der Liga ein zweites oder gar drittes Bayern München? Oder ist die Wahrheit tatsächlich so simpel, dass es letztlich die Ballacks, Frings' oder Effenbergs sind, die keine Nachfolger finden? 

Es gilt!

Nein, es ist nicht das wichtigste Spiel der Saison - aber schon enorm wichtig, denn mit den Play-Off-Spielen gegen den FC Zürich entscheidet sich nun die Teilnahme des FC Bayern an der diessaisonalen Champions League. Was wäre wohl los, würde man am Schweizer Underdog scheitern?!
Das CL-Endspiel 2012 findet in München statt, doch auch wenn Uli Hoeness auf der Jahreshauptversammlung forderte, im eigenen Wohnzimmer müsse der FCB "dabei sein" - sprich: ins Finale einziehen -, dann muss man angesichts der bislang dargebrachten Leistungen schon arge Zweifel an der Realisierbarkeit dieses Unterfangens anmelden. 

Die erste Hürde für die Bayern ist also der FC Zürich, ein Klub der sich in der Saison 2009/10 das erste Mal für die Champions League qualifizieren konnte. In der CL-Saison 2009/2010 gelang dem Schweizer Klub sogar  ein Auswärtssieg beim AC Milan, dennoch wurde man Gruppenletzter.  
Die aktuelle Saison für den "Stadtclub" startet überraschend gut. Qualifiziert für die Play-Off-Spiele hatte sich der FCZ durch ein 1:1 und ein 1:0 gegen Standard Lüttich. 
Bei den Bayern stottert der Motor hingegen noch gewaltig. Nur mit viel Geduld und ebenso viel Glück ließ sich ein verkorkster Saisonstart vermeiden. Alles andere als ein deutlicher Bayern-Sieg wäre eine Blamage, aber gerade die scheint derzeit durchaus denkbar. Arjen Robben trainiert wieder mit und wird vermutlich am Mittwoch einsatzfähig sein.  

 FernglasFCB tippt:
Bayern München 3, FC Zürich 0


Die beiden Play-Off-Partien des FC Bayern werden live bei Sat1 im Free-TV übertragen. 



Montag, 15. August 2011

Das Beste kommt zum Schluss

Am Samstag fand meine Wolfsburg-Premiere statt. Viel habe ich bis dahin nicht verpasst, die Stadt wirkt/ist "künstlich", ohne Esprit - auch wenn sich der Volkswagen-Konzern alle Mühe gegeben hat, den 130.000 Einwohnern/Mitarbeitern in Sachen Kultur, Sport und Freizeitbeschäftigung etwas zu bieten. Der VfL Wolfsburg hat ein hübsches Stadion mit überraschend steilen Tribünen. Hinweg, Einlass sowie das Verlassen der Volkswagen-Arena geschieht alles recht zügig und unkompliziert. Bezahlt wird mit Bargeld. Einziger Wermutstropfen: das Alkoholverbot im Stadion.

Tja, nachdem ich all das gesehen hatte, hätte ich dann besser auch sofort wieder den Heimweg angetreten oder die Autostadt besucht, denn der Auftritt des Meisterschaftsaspiraten Bayern München war gelinde gesagt grottig
Die Bayern spielten ohne Tempo, ohne Überraschungsmoment - sieht man von drei hübschen Kombinationen (allesamt initiiert von Franck Ribéry) während der neunzig Minuten mal ab. Langsam, umständlich, einfallslos - und leider auch fußballerisch limitiert - eine Spitzenmannschaft tritt anders auf. 
Die Auftaktniederlage gegen Gladbach kann ich verarbeiten, aber die Leistung von Samstag macht mir nun ehrlich Sorge. So wird Bayern weder Meister, noch Pokalsieger und hat auch in der Champions League nichts zu bestellen, so man sich überhaupt in der Qualifikation gegen Zürich durchsetzt. 

Gomez hatte die Fußfäule - anders ist sein statisches Spiel nicht zu erklären. Vorn auf sich alleine gestellt, machte er keine Anstalten mal in den freien Raum zu laufen und schied als Anspielstation aus. Kroos mit den gewohnten Stockfehlern und leider auch einer unschönen Schwalbe, weitestgehend harmlos. Bastian Schweinsteiger legte in der zweiten Halbzeit einen höheren Gang ein, aber auch er kann deutlich mehr. Bester Bayern-Spieler war Franck Ribéry, der allerdings wenig Hilfe von seinen Mannschaftskollegen bekam - leider auch sehr wenig von Lahm. Drei, zeitweise vier, Gegenspieler waren dann auch für Ribéry zu viel. Ebenso hatte der Franzose kaum Anspielstationen (Guten Morgen, Herr Gomez!), sodass er teilweise blind die Bälle irgendwohin passen musste. Die Zone zwischen Mittelfeld und Angriff war Niemandsland, was der Bewegungsarmut des Bayern-Spiels zuzuschreiben war. 

Rafinha spielte ordentlich, konnte aber nach vorne kaum unterstützen, da Thomas Müller einen rabenschwarzen Tag erwischte. Dies fiel vor allem nach Usamis Einwechslung auf. Der Japaner stand verwaist auf der rechten Seite und konnte keine Akzente setzen, sieht man von einer Angriffsaktion ab, die ärgerlicherweise - trotz klaren Vorteils - vom Schiedsrichter abgepfiffen wurde. Die Einwechslung des Japaners war folgerichtig, um das Bayern-Spiel durch einen technisch starken Spieler zu beleben. Müller war bis dahin ein Totalausfall! Ich bin ja wirklich ein Müller-Fan, aber was er am Samstag lieferte, war gar nichts. Leider wurde Takashi Usami kaum ins Spiel einbezogen, wirkte aber auch hier und da etwas unglücklich. Dass Jupp Heynckes ihn dann sogar noch auswechselte, mag taktisch zu verstehen sein, hilfreich für Usamis Entwicklung war das aber sicherlich nicht. 
Warum ausgerechnet Holger Badstuber alle Eckstöße und Freistöße von rechts schießen muss, erschließt sich mir nicht. Ich halte Rafinha hierfür geeigneter. Überhaupt waren die Standards der Bayern gewohnt harm- und wirkungslos. Badstubers ordentliche Länderspielleistung konnte er leider nicht mit in die Bundesliga retten.   

Die Abwehr zeigte bei schnellen Wolfsburger Vorstößen immer wieder ihre Anfälligkeit. Mit ein bisschen mehr Fortune hätten die Gastgeber schon in Führung gehen können. Das gingen sie dann irgendwann auch, allerdings wurde der reguläre Treffer von Helmes als vermeintliches Abseits nicht anerkannt. Das Glück war dann am Ende erneut den Bayern hold: Nach Olics (viel zu später) Einwechslung, gelang dem Kroaten ein Zuspiel in den Rückraum, das Gustavo zum Führungstreffer in der Nachspielzeit nutzen konnte. Ein Tor, drei Punkte, der erste Saisonsieg - die last-minute Bayern hatten wieder mal zugeschlagen. Das Beste kam eben zum Schluss: das Siegtor.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass der FCB 2011/2012 zurzeit nur tristes Mittelmaß bietet. Da hakt es noch an allen Ecken und Enden. Ohne die Kreativspieler - am Samstag war es Ribéry - sähe es düster aus. 
Ganz abgesehen von irgendwelchen taktischen Finessen verbietet Jupp Heynckes sicher keine Bewegung. Doch so statisch und lauffaul wird es gegen jede Mannschaft richtig schwer - auch am Mittwoch gegen einen FC Zürich! 
Ich hoffe nur, dass der Start in die Saison beim FC Bayern nicht schöngeredet wird, denn im Moment muss man sich ernsthaft Sorgen machen. 


VfL Wolfsburg 0 vs Bayern München 1 (FernglasFCB tippte: 1:2) 

Freitag, 12. August 2011

Auf nach Wolfsburg

Am Samstag geht's nach Wolfsburg, zu Felix Magaths "Wölfen". Nimmt man die Leistung der Bayern-Spieler beim gestrigen Freundschaftsspiel gegen Brasilien als Maßstab, könnte man trotz der Auftaktniederlage gegen Gladbach durchaus optimistisch sein. Schweinsteiger, Lahm, Badstuber, Kroos (sieht man mal von seinen beiden Schnitzern ab) zeigten allesamt eine sehr ansprechende Leistung gegen den fünffachen Weltmeister. Von Gomez war hingegen nicht viel zu sehen - und Manuel Neuer scheint derzeit etwas an Stabilität verloren zu haben. Müller war fleißig, aber glücklos. 
Arjen Robben hat am Samstag kein Länderspiel in den Knochen, der Freundschaftskick in London fiel aufgrund der Krawalle in der englischen Hauptstadt aus. 

Nach drei verlorenen Punkten gegen die Elf vom Niederrhein steht Bayern natürlich unter dem Druck, einen vollendeten Fehlstart in die neue Saison in jedem Fall zu vermeiden. Noch stimmen die Mechanismen im Team nicht - und man kann nur hoffen, dass sich das bis Samstag verbessert. Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt wegen des Länderspiels nicht. 
Aber auch beim Gegner ist noch nicht alles Gold was glänzt. Der 3:0-Auftaktsieg beim 1. FC Köln täuscht. Der FC war für die Wolfsburger keine wirkliche Herausforderung, Bayern München wird für Magaths Team eine deutlich härtere Nuss. Die Wolfsburger sind ja nicht gerade dafür bekannt, dass sie sich gegen Bayern vor dem eigenen Strafraum versammeln, von daher kann man von einem offen geführten Spiel ausgehen. Dies kommt den Bayern entgegen, denn weder in der Vorbereitung noch im Spiel gegen Mönchengladbach überzeugte die Truppe von Jupp Heynckes durch offensive Durchschlagskraft. Bei kompakt stehenden Teams fehlt den Bayern noch das Überraschungsmoment.
Der VfL Wolfsburg zeigte in Köln Schwächen beim Spielaufbau mit einer Reihe von Fehlpässen. Die Bayern sollten  mit Aggressivität zu Werke gehen, früh den Gegner attackieren und so Druck auf die Ball führenden Spieler des Gegners aufbauen. Magaths Truppe benötigte in Köln eine Vielzahl von Chancen um zu Toren zu kommen. Mit einer soliden Defensivleistung sollte es möglich sein, die Möglichkeiten der Gastgeber deutlich zu begrenzen. Beim Gegner zeigte Träsch am Mittwoch im Nationaltrikot eine beeindruckende Leistung.

Übrigens gibt es ein Wiedersehen mit Hasan Salihamidzic! Da wird es sicher einige Sympathie bekundende Sprechchöre für den Bosnier aus der Bayern-Ecke zu hören geben.  234 Spiele  hat Hasan für die Bayern gemacht, zudem feierte er mit den Roten seine größten Erfolge.

FernglasFCB tippt:
Wolfsburg vs Bayern 1:2

Montag, 8. August 2011

Es kotzt mich jetzt schon an

Da freust Du Dich auf die Bundesliga, bist voller Erwartung und guckst Dir vor lauter Entzug sogar die schwarz-gelbe Borussia an ... und dann musst Du ein Trommelfeuer geballten Schwachsinns ertragen - und zwar ein ganzes Wochenende lang! Da kotzt mich die Berichterstattung über die Liga schon jetzt an - und das am ersten Spieltag.  

Wir wissen nun, dass Borussia Dortmund das Maß aller Dinge, das neue Barcelona ist! Jedes Team der ersten Liga musste sich mit dem BvB vergleichen lassen - und schnitt - erwartungsgemäß - miserabel ab. Gut so, dann hat die Favoritenrolle wenigstens der, der sie auch verdient: der amtierende Meister. 
Liebe Bayern, Neuigkeiten für Euch: Ihr habt keinen Druck mehr - den haben jetzt die Dortmunder! 

Wir wissen nun, dass der FC Barcelona das gleiche System wie Borussia Dortmund spielt - wussten wir zwar bislang nicht, aber Dank der Experten beim "Kia-Doppelpass" (Sport1) jetzt ist es amtlich.   

Wir wissen nun, wer mehr läuft der gewinnt. Der Chip im Schuh machts möglich - leider bekommen wir jetzt in jedem Spiel diverse Laufleistungen gegenübergestellt, egal ob der Vergleich etwas aussagt oder komplett hinkt. Liebe Fußballtrainer, dieser Sport kann so einfach sein - und jetzt, Dank Chip im Schuh, wissen wir es schwarz auf weiß: Wer mehr läuft, gewinnt das Spiel.  Dass Fußball so einfach sein kann?!

Wir wissen nun, dass Sportmoderatoren im Fernsehen den unfassbarsten Blödsinn des Kollegen einfach nachplappern - okay, das wussten wir bereits - was wir aber nicht wussten, dass auch ehemalige Trainer und Spieler vor laufender Kamera den gleichen Unsinn gebetsmühlenartig wiederholen. Getreu dem Motto: Kamera an, Hirn aus.

Die Auftaktpleite des FC Bayern kam da ja wie gerufen. Allerdings vermochte es keiner der "Experten" die wirklichen Schwachstellen des FCB offen zu legen - Blogger Tobias Escher von Spielverlagerung.de hat sich da schon mehr Mühe gegeben (->>). 

Zum Spiel gibts von mir nicht viel zu sagen, alles hier und hier schon in Gänze geschehen.
Noch macht mich so ein Fehlstart nicht nervös, so ärgerlich er ist. Aber bei allem Optimismus, Jupp Heynckes bleibt nicht viel Zeit das Spielsystem zu optimieren und die vorhandenen Kräfte möglichst optimal einzusetzen. 
Es wird nicht leichter, denn nach dem blödsinnigen Freundschafts-Länderspiel gegen Brasilien am Mittwoch, muss der FCB nach Wolfsburg zu Magaths VfL. 

Bayern München 0 vs Borussia M'gladbach 1 (FernglasFCB tippte 2:0)

Freitag, 5. August 2011

Champions League - Play Off-Spiele: Und der Gegner heißt...

FC Zürich

Hinspiel: 17. August: FCB vs FC Zürich
Rückspiel: 23. August: FC Zürich vs FCB

Gestern nach dem Einkaufen...

Der Fußballblogrelevante Teil kommt noch ... keine Sorge. Gestern waren wir einkaufen. Ein eineinhalb Stunden Parcours durch die von Marketing-Strategen angelegten Konsumstraßen eines großen, so genannten SB-Warenhauses, dessen Name hier unerwähnt bleiben soll. Kaum mit dem vollgepackten Einkaufswagen wieder unter freiem Himmel, schüttet es wie aus Eimern. Der zu kühlende Warenanteil hat bei diesen Temperaturen keine Zeit zu verlieren, so entschied ich mich dafür, die Einkäufe zu verstauen und lieber nass zu werden, als noch länger zu warten. Kaum angefangen mit der Beladung unseres Transportmittels, kommt zum Regenguss auch noch Hagelschauer hinzu. Na Glückwunsch. Priorität hatten nun alle Artikel, deren Verpackung aus Papier bestand. Die Wursttüte weichte schon auf, Eile war geboten. Plitschnass fuhren wir dann endlich an den Ort, an dem die Sonne untergeht, die Lüftung auf höchste Stufe gestellt um überhaupt noch etwas durch die beschlagene Windschutzscheibe sehen zu können. Zuhause angekommen durchfährt mich ein höllisch schmerzhafter Stich - der Rücken. Dann muss die Frau halt die Einkäufe aus dem Wagen heben und in den Aufzug schleppen, ich war außer Gefecht gesetzt. 
Ein Blick aufs Telefon, vier Anrufe in Abwesenheit - Mist! Ich bin nicht wie verabredet erreichbar gewesen - für Sport1. Dann klingelts erneut, alles halb so wild - "Können wir loslegen?"

Ein 20-sekündiges Statement zu den Meisterschaftschancen der Bayern - nicht viel Zeit. Von Rückenschmerzen gepeinigt, noch etwas außer Atem und immernoch durchnässt, spreche ich dann meine Einschätzung "auf Band" - und welch Überraschung: Bayern wird Meister.

Zu hören bei Sportradio 360°, einem wöchentlichen Sport-Podcast von Sport1. Hinter dem Projekt stehen verschiedene TV-Journalisten von „Sky“ und „Sport1″, unter anderem Markus Gaupp und Andreas Renner. Die Rubrik "Liga-Globus" lässt uns Blogger zu Wort kommen (u.a. Tinneff Blog, Königsblog, Clubfans-United, Pottblog, Meine Saison mit dem SVW, Neds Blog, Brustring usw.). Hier zu hören.

Donnerstag, 4. August 2011

Bundesliga-Stöckchen 2011/12

Dein Verein heißt: 
Bayern.

Wie lautet das offizielle Saisonziel, sofern es bekannt ist?
Meistertitel, Pokalfinalteilnahme, Champions League-Finale.


Wie lautet DEIN Saisonziel für Deinen Verein
Meister, Pokalfinalteilnahme, Champions-League-Finale.


Welchen Spieler hätte Deine Mannschaft in der Pause lieber nicht abgegeben?
Miro Klose.


Welchen Spieler hätte Deine Mannschaft besser verkaufen sollen?
Breno, das ewige Talent.


Wen hätte Deine Mannschaft diese Saison lieber NICHT gekauft?

Ich bin mit den Verpflichtungen einverstanden. Pragmatisch und vernünftig.


Wer von den neuen Spielern wird Deiner Mannschaft am besten helfen?
Rafinha und Boateng - hoffe ich.

Wie wirst Du in dieser Saison Deine Mannschaft unterstützen?

Ich bin bei acht oder neun Spielen im Stadion, ansonsten mit Herz und Leidenschaft vor dem Fernseher.

Wie findest Du das neue Trikot Deiner Mannschaft?
Welches? Das Heim-Trikot ist okay, aber auch kein Knaller - ich mag Gold nicht so.  Das Champions League-Trikot gefällt mir sehr gut.

 
Welcher Stürmer wird die Torjägerkanone holen?
Ich hoffe Gomez.


Welcher Trainer wird als erstes gefeuert?
Oenning? Keine Ahnung. Es wird jedenfalls nicht lange dauern.


Welche Mannschaft wird das erste Tor der Saison schießen?

Vermutlich Dortmund.

Welche Mannschaften SOLLTEN absteigen?
Die schlechtesten - und Lautern ;)


Welche Mannschaft wird Meister?
Bayern vor Dortmund.


Wenn Du nicht im Stadion bist, wo wirst Du die Spiele sehen?
Vorm Fernseher (Liga total). 


Wird es eine spannende Saison für Deine Mannschaft?
Na klar - langweilig war es die letzten 10 Jahre nie.

Startschuss zum 23-sten Titel

Tot, tot, tot - lebendig, heißt es bei der Buchvorstellung von "So weit die Raute trägt" des Autors Jannik Sorgatz', Blogbetreiber von "Entscheidend ist auf'm Platz"- natürlich ist von Borussia Mönchengladbachs Rettung vor dem Abstieg in letzter Sekunde die Rede. Da meine Herzensdame dem niederrheinischen Klub über alle Maßen zugetan ist, habe ich die dramatischen Wochen zum Ende der letzten Saison hautnah miterleben dürfen - inklusive der Relegationsspiele in Gladbach und Bochum als Zuschauer.
Nun heißt die Begegnung am 1. Spieltag der neuen Saison Bayern gegen Gladbach - ein Klassiker zum Auftakt, Anpfiff Sonntag, 17.30 Uhr. Für mich heißt das, im Hause Zechbauer bricht das große Schweigen aus. Vor, während und sicher auch nach der Partie schweigen Madame und ich uns besser an - die Kommunikation wird vorsichtshalber eingefroren- sicher ist sicher. Die Stimmung wird also etwas "kühl" werden, wenngleich wir innerlich - jeder für seinen Klub - ordentlich brennen. 

Beide Vereine haben die erste Hürde, Pokalhauptrunde Nummer Eins, erfolgreich hinter sich gebracht. Jetzt gilt es für den FCB auch in der Liga sofort eine Duftmarke zu setzen. Die schwache Anfangsphase der Saison 2010/2011 hat uns letztlich die Meisterschaft gekostet, somit ist ein guter Start zwingend. 
Mit positivem Druck tut man sich selbstverständlich leichter als mit negativem - zumal gerade zu Beginn der neuen Saison weder die Leistungsfähigkeit der Spieler schon auf Top-Niveau ist, noch die taktischen Vorgaben des neuen Trainers beherrscht werden. Die Abstimmung fehlt noch hier und da, einige Spieler müssen sich an neue Rollen gewöhnen. Dies ist wohl die beste Chance des Underdogs den Favoriten zu übertölpeln, wenn nicht Gleiches auch für eben jenen gelten würde. 

Schwer zu sagen, was sich da in München am Sonntagabend abspielen wird. Aber erfahrungsgemäß wird der FCB alles daran setzen, den Liga-Auftakt keinesfalls zu vermasseln. Gladbach hat im Gegensatz zum FCB in der Sommerpause personell nicht sonderlich beeindruckend aufgestockt bzw. aufstocken können, aber ein Marco Reus spielt immernoch dort!
Dass wir uns in der letzten Saison mit der Borussia so schwer getan haben, mag am van Gaal'schen Konzept und einer ordentlichen Prise Nachlässigkeit gelegen haben, dennoch sollte das Warnung genug sein Gladbach sehr ernst zu nehmen. Denn eines wissen wir ja jetzt: Borussia Mönchengladbach ist quicklebendig.  

FernglasFCB tippt: 
Bayern München vs Borussia Mönchengladbach 2:0

Mittwoch, 3. August 2011

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Natürlich ist es etwas zynisch bei Spielern, ergo Menschen, von "Artikeln" zu reden, doch diese griffige Überschrift ist nur aus rein plakativen Gründen von mir gewählt worden - gewagt hingegen ist es, wenn ich die Neuzugänge des FC Bayern vor der neuen Saison beurteile. Im Grunde benötigt man zu einem gelungenen Fazit zwischen einer oder besser noch zwei Saisons, Prognosen sind also ziemlich wagemutig. Zudem bin ich nicht gerade das, was man einen Taktikfuchs nennen kann. Ich traue mich trotzdem...

Transfer Nummer Eins - Rafinha (Rechtsverteidiger)
Ein mehr als nur akzeptabler Einkauf. Man muss ihn nicht mögen, aber Marcio Rafael Ferreira de Souza oder eben kurz "Rafinha" wird die Abwehr des FC Bayern deutlich verstärken - und nicht nur in der Verteidigung. Die Meinungen, ob er nun ein exzellenter, ganz ordentlicher oder eher weniger begabter Abwehrspieler ist, gehen auseinander. Fakt ist aber, dass Rafinha wenn er sich in die Angriffsbewegung mit einschaltet sehr überzeugende Stärken hat. Er kann flanken, er kann schießen (was Lahm auf rechts nicht wirklich auszeichnete) und er hat ein gerüttelt Maß an Spielintelligenz. Diese Spielintelligenz kam sowohl in der Vorbereitung als auch im Pokalauftakt im Zusammenspiel mit Arjen Robben oder "Robben-Ersatz" Müller deutlich zum Vorschein. Mit beiden Partnern harmonierte Rafinha in der Offensivbewegung sehr gut. Rafinha hatte Torszenen und sorgte phasenweise für gewaltigen Druck von der rechten Seite. Der brasilianische Giftzwerg ist kompromisslos im Zweikampf und ein Kämpfer - wenn man ihn beim FCB bei Laune halten kann, dann dürfte Rafinha zu den Top-Verstärkungen des FC Bayern 2011/2012 gehören.  
Fazit: Top-Einkauf zu einem vernünftigen Preis.

Transfer Nummer Zwei - Nils Petersen (Angriff)
Im Grunde spricht viel für den Ex-Cottbusser, denn er ist der amtierende Torschützenkönig der 2. Bundesliga. Petersen ist selbstbewusst, talentiert, beidfüssig und als erst 22-Jähriger eine interessante Backup-Variante beziehungsweise Zukunftsoption im Sturm. Nils Petersen, einst in Jena ausgebildet, ist antrittsschnell und mit 1,88 m Körpergröße physisch der ideale Mittelstürmertypus. 
Fazit: Risikoloser Einkauf mit Potenzial.

Transfer (auf Leihbasis) Nummer Drei - Takashi Usami (offensives Mittelfeld)
Der "Quoten-Japaner" des FC Bayern, oder doch mehr? Ein finanzielles Risiko ist das Leihgeschäft mit Kaufoption des FC Bayern jedenfalls nicht. Usami wurde 2010 zum besten Nachwuchsspieler der J-League gewählt, ist beidfüßig und gilt mit seinen erst 19 Jahren als Top-Talent. Spätestens bei diesem Begriff verzieht der Bayern-Fan angewidert das Gesicht. Zu viele Top-Talente gab es in den letzten Jahren beim FCB, ohne das diese auch nur ansatzweise diesen Vorschusslorbeeren gerecht geworden wären. Takashi Usami könnte wahlweise als Ersatz für Ribéry oder Robben, also auf der rechten oder linken Außenbahn eingesetzt werden. In der Vorbereitung zeigte er in Ansätzen seine fußballerischen Fähigkeiten und einige beeindruckende Dribblings. Physisch wird er noch zulegen müssen und an das Tempo der Liga wird sich der Japaner erst noch gewöhnen müssen.
Fazit: Nahezu kostenloses Überraschungspaket. 

Transfer Nummer Vier - Manuel Neuer (Tor)
Der beste deutsche Torhüter und wohl auch einer der besten Schlussmänner auf diesem Planeten, zudem ein junger Mann mit gehörig Entwicklungspotenzial, landet letztlich doch schon in diesem Jahr beim FC Bayern. Neuer ist unglaublich schnell gereift, spielerisch wie menschlich - und hat vielfältige Stärken, wie nur wenige Torhüter neben ihm. Er wird sich schnell integrieren und auch zu einer der Führungsspieler avancieren.
Fazit: Top-Einkauf zu einem sehr hohen Preis, jedoch ohne großes Risiko.        

Transfer Nummer Fünf - Jérôme Boateng (Innenverteidigung)
Boateng hat das, was einem Daniel van Buyten in der Innenverteidigung fehlt: er ist ein zweikampfstarker Organisator in der Abwehr. Athletisch ist er ohnehin. Als exzellenter Innenverteidiger hat sich Jérôme Boateng vor allem in der Nationalmannschaft hervorgetan - in seinen Vereinen wurde er meist als Außenverteidiger eingesetzt. Nach drei Monaten Verletzungspause hat Boateng noch Rückstand, zeigte sich aber während des Audi-Cups und auch im Pokalspiel in Braunschweig schon durchaus als stabilisierender Faktor. Ob Boateng die hohen Erwartungen, die man an ihn richtet, erfüllen kann? Ich denke, er kann und er wird. 
Fazit: Wichtiger Einkauf zu einem akzeptablen Preis.  

Im Grunde hat der FC Bayern die Löcher geflickt, die es zu flicken galt - vordringlich in der Defensive. Die Transfers sind nicht spektakulär (sieht man mal von Manuel Neuer ab), aber solide. Das Risiko hält sich für den Verein dabei in Grenzen. Einzig Neuer schlägt hier finanziell richtig ins Kontor. 
Der Liga-Krösus stellt mit seinem Transferetat national alle anderen Bundesligisten deutlich in den Schatten - im internationalen Vergleich kann man die Einkaufsaktivitäten der Bayern eher als zurückhaltend bzw. vernünftig werten. Man setzt zudem weiter auf junge Talente mit Entwicklungspotenzial.  
Auffällig ist die pragmatische Handschrift des Trainers bei allen Transfers. Der FCB 2011/2012 wird deutlich flexibler agieren können und zudem setzt Jupp Heynckes wieder mehr auf Kaderbreite und somit auch auf Rotation.  

Dienstag, 2. August 2011

Pokalauftakt und Generalprobe

Ich kann nicht beurteilen, ob die Zahl von ungefähr 30 verletzten Polizisten bei/nach den Pokalspielen in Berlin (BFC vs Lautern) und Oldenburg (Hauptbahnhof Hamburg) stimmt - und ich kann auch nicht beurteilen, was mit "verletzt" im Detail gemeint ist. Ich vermute aber mal, dass Polizeibeamte im Einsatz physisch in Mitleidenschaft gezogen worden sind, ganz unabhängig davon wie schwerwiegend - und das im Rahmen zweier Pokalspiele, an nur einem Wochenende. Die Diskussion über die Sicherheit in Stadien oder bei Profi-Fußballspielen, die damit enden dass ja alles gar nicht so wild ist, angesichts einer im Verhältnis doch recht geringen Zahl von verletzten Personen - und darüber, ob der massive polizeiliche Personalaufwand bei solchen Spielen überhaupt gerechtfertigt ist, erübrigt sich wohl bei solchen Meldungen. So viel zu den unschönen Schlagzeilen des Pokalauftakts. 

Der Saisonauftakt des FC Bayern hingegen ist geglückt - ganz ohne Glück, denn das war in Braunschweig nicht notwendig. Spektakulär wars nicht, die Bayern taten was sie tun mussten - aber das machten sie souverän. Eintracht Braunschweig wich von der üblichen Taktik ab, denn hier kam mit dem FC Bayern ein Gegner, gegen den das Spiel zu machen wohl kaum funktionieren würde. Man versuchte sich mit Kontern, stand zudem massiv in der eigenen Hälfte um die Angriffsbemühungen der Gäste zu unterbinden. 
Bereits in der neunten Minute wurde dem Gast aus München ein zweifelsfreier Elfmeter zugesprochen. Ein erster Beleg dafür, wie wenig die Braunschweiger den quirligen Müller auf der rechten Seite in den Griff bekamen. Gomez verwandelte zum 1 zu 0 und die taktische Marschroute des Zweitligisten fiel bereits früh in sich zusammen. Die Gastgeber mühten sich, wurden aber durch den FCB größtenteils vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Eine echte Chance erspielten sie sich nicht. 
Auch der zweite Treffer fiel vom Elfmeterpunkt - wieder für die Bayern, diesmal durch Bastian Schweinsteiger in der 39-sten Spielminute. Erneut war Müller regelwidrig im Strafraum zu Fall gebracht worden.
Mit dem 2:0 war das Spiel entschieden. Die Bayern ließen nichts zu und waren zudem nicht bereit zu hohes Risiko zu gehen oder nachlässig zu werden. Den Schlusspunkt setzte dann der Mann des Tages, Thomas Müller, mit dem dritten Bayern-Treffer in der 83-sten Minute. 
Jerome Boateng machte eine ordentliche Partie, ebenso wie Neuzugang Rafinha, der sehr gut mit Müller auf der rechten Seite harmonierte. Auch Innenverteidiger Holger Badstuber spielte solide. Alaba als Ribéry-Ersatz machte seine Sache ordentlich, ließ aber zwei gute Möglichkeiten etwas fahrlässig liegen. Die "Sechser" Gustavo und Schweinsteiger machten ein gutes Spiel.

Es war übrigens das erste Aufeinandertreffen beider Teams im Rahmen eines Pflichtspiels seit 1985 (damals war ich sogar im Stadion), doch zur Pokalsensation hat den "Löwen" der Mut gefehlt. Bayern München spielte pragmatisch und deutlich überlegen, ohne ein Feuerwerk abzubrennen. Wir werden uns an den Heynckes'schen Pragmatismus schnell und gern gewöhnen, wenn er so erfolgreich bleibt wie gestern Abend. Die Generalprobe für die Saison 2011/2012 ist jedenfalls gelungen.  

Eintracht Braunschweig 0 vs Bayern München 3 (FernglasFCB tippte 1:3)

Montag, 1. August 2011

Termine August 2011

01. August 2011 - DFB-Pokal 1. Hauptrunde
Eintracht Braunschweig vs FCB
20.30 Uhr

05. August 2011 - Auslosung Champions League - PlayOffs
ab 12.00 Uhr - Nyon (Schweiz)

06. August 2011 - Auslosung DFB-Pokal 2. Hauptrunde
ab 20.45 Uhr - im Rahmen der Sendung "Samstag Live" (sky)

07. August 2011 - Bundesliga
FCB vs VfL Borussia Mönchengladbach
17.30 Uhr

13. August 2011 - Bundesliga
VfL Wolfsburg vs FCB
15.30 Uhr

17. August 2011 - Champions League - PlayOff Hinspiel
FCB vs FC Zürich
20.45 Uhr

20. August 2011 - Bundesliga
FCB vs Hamburger SV
15.30 Uhr

23.August 2011 - Champions League - PlayOff Rückspiel
FC Zürich vs FCB
20.45 Uhr

25. August 2011 - Champions League - Auslosung der Gruppenphase
Nyon, Schweiz
ab 17.45 Uhr (live auf Eurosport/sky)

27. August 2011 - Bundesliga
1. FC Kaiserslautern vs FCB
15.30 Uhr

28. August 2011 - Freundschaftsspiel
TSV Pähl vs FCB
14.00 Uhr / Nonnenwaldstadion Penzberg