Die Saison 2010/2011 steht kurz vor ihrem Ende - am kommenden Wochenende fallen noch einige wenige Entscheidungen, dann war es dann endlich.
Es war nicht das Spieljahr des FC Bayern - kein Titel, ein frühes - zu frühes Aus - im Meisterschaftskampf, ein gescheiteter Trainer und die Erkenntnis, dass die Baustellen in der Mannschaft nicht in einer Transferperiode behoben werden können, da man zwei Tranferzeitfenster dazu vorab ungenutzt ließ.
Trotz des höchsten Auswärtssieges in der Vereinsgeschichte am vergangenen Wochenende, dürfte der Nachgeschmack eher bitter sein. Nichts hat gepasst, angefangen beim Verletzungspech zu Beginn der Saison und den Nachwehen der WM 2010. So stand die Kreativ- und Parade-Abteilung des FCB zu selten gemeinsam auf dem Platz, Arjen Robben und Franck Ribéry im Doppelpack - ein eher seltenes Bild. Ein taktisches Konzept, das entweder im Defensivbereich nicht griff oder aber den Spielern ein zu hohes Niveau abverlangte, griff nicht - schnell hatte die Konkurrenz die Schwachpunkte ausgemacht und nutzte sie gnadenlos. Die Stärke der Bayern - ein sehr hohes Maß an Ballbesitz - wurde ihre Schwäche, schnelles und überraschendes Angriffsspiel war eher die Ausnahme. Die Verteidigungsbewegung stets zu schleppend, fiel es konterstarken Mannschaften leicht, die Bayern zu Fehlern zu zwingen. Es folgte ein gehöriges Maß an Verunsicherung, das sich wohl in persona Holger Badstuber am besten ausdrückt.
Letztlich gelingt es dem FC Bayern die Chance zu wahren, doch noch in der nächsten Champions League vertreten zu sein. Bestenfalls, wenn auch unwahrscheinlich, gelingt das sogar noch auf direktem Wege - sollte Leverkusen in Freiburg verlieren und Bayern am Samstag siegen. Absolutes Minimalziel erreicht, mehr nicht.
Für einen Kader, der solche Summen in Form von Transfergeldern verschlungen hat und in Form von Jahresgehältern verschlingt, ist die Ausbeute katastrophal - umso mehr, wenn man bedenkt, dass auch der strategische Umbruch à la van Gaal gescheitert ist. Der niederländische Trainer war sich sicher, dass personelle Ergänzungen nicht Not tun - der Vorstand hat trotz aller Zweifel den Trainer machen lassen. Im Grunde richtig, letztlich aber dann doch ein Fehler. So ist Fußball: Was gestern noch richtig war, kann morgen schon zu den falschen Entscheidungen gehören.
Die Gewinner der Saison:
Beim FC Bayern waren das Mario Gomez, der noch nie so viele Tore in einer Saison schoss, wie in dieser - die Torjägerkanone ist seine; Anatolji Tymoshtshuk, der - schon auf dem Abstellgleis - wieder richtig Fahrt aufgenommen hat - und Hansjörg Butt, steter Rückhalt und verlässlicher Back-up im Tor.
Zu den Gewinnern in der Liga gehören natürlich die Dortmunder Borussen als neuer Deutscher Meister, Hannover 96 und für mich auch Bayer Leverkusen, das selten so beharrlich und konstant über die ganze Saison mit oben stand und den Dortmundern überraschenderweise recht lange den Meistertitel streitig machte.
Die Verlierer
nehmen einen breiten Raum ein: Werder und Stuttgart - beide bis zum Ende noch in den Abstiegskampf verstrickt; Frankfurt mit einem unfassbaren Absturz von internationalen Plätzen bis in den Keller der Liga; natürlich Wolfsburg und selbst Schalke, das am Ende ganz ohne Erfolg dastehen könnte, wenn man von der Halbfinalteilnahme in der Champions League absieht. Am Ende kann die Saison noch ein glimpfliches Ende für aufopferungsvoll kämpfende Gladbacher nehmen, die nun wahrlich von Verletzungspech und schlechten Schiedsrichterleistungen gebeutelt wurden. Ein Verlierer des Gladbacher Trainerwechsels: Tobias Levels.
Überhaupt, die Schiedsrichter - es war schon auffällig welch' schlechte Schiedsrichterleistungen die Saison begleiteten. Die Leidtragenden waren die Teams und einzelne Spieler - auch regelmäßige schlechte Schiedsrichter-Leistungen wurden nicht sanktioniert - gibt es keinen adäquaten Nachwuchs?
Unschöne Begleiterscheinungen in Form von Wurfgeschossen, dem Festsetzen von Mannschaftsbussen, Pyrotechnik oder Randale gehörten auch in diesem Spieljahr immer mal wieder dazu. Dieser Schwachsinn kann leider nicht absteigen. Verlierer ist hier wieder mal der Fußballsport.
Nun ist es also soweit, am nächsten Samstag endet die laufende Spielzeit und die Sommerpause wird lang, da kein internationales Turnier für Abwechslung sorgt. Da hat man dann aber jede Menge Zeit Samstag für Samstag eine Menge Vorfreude anzuhäufen - für die nächste Saison. Vielleicht ist das Ende einer Seuchen-Saison schon der Anfang einer Sieger-Saison.