Follow by Email

Montag, 31. Januar 2011

Bayern eiskalt

Zwanzig Minuten lang probierte Werder mit wehenden Fahnen den FC Bayern zu erledigen, am Ende aber sahen wir wieder die Bayern so wie man sie kennt - geduldig, eiskalt, siegreich. So viel Laufbereitschaft und Aggressivität hatte man bei den Hansestädtern wohl schon seit längerem nicht mehr gesehen, aber es ging ja auch gegen den FCB. 

In der ersten Spielminute scheitert Clemens Fritz an Kraft, der mit einem tollen Reflex den Schuss des Bremers abwehren konnte. Die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr. Die zweite Möglichkeit der Bremer dann nach einer Viertelstunde durch einen Kopfball von Silvestre, der aber am Tor vorbeigeht. Kurz danach ein satter Schuss von Ottl, den Bremens Schlussmann gerade noch über die Latte lenken kann. Dann kam Mario Gomez noch zwei Mal zum Zug, scheiterte mit einem Drehschuss wieder an Wiese und köpfte nach Robben-Freistoß am Tor vorbei. Die Bremer waren in der ersten Halbzeit feldüberlegen, aggressiver und mit mehr Zug zum Tor. Die Gäste aus München mit Problemen im Aufbauspiel, vorwiegend mit Defensivaufgaben beschäftigt. 

Nach der Pause gingen die Bremer dann durch Per Mertesacker in der 47. Minute in Führung. Komisches Tor, Kraft sah nicht wirklich gut dabei aus. Die Bremer schalteten nach der Führung einen Gang runter - nicht weil sie wollten, sondern weil sie mussten. Dem hohen Tempo des ersten Durchgangs zollten die Gastgeber nun Tribut. Die Bayern hingegen erhöhten ihre bis dahin zaghaften Angriffsbemühungen, setzten Werder mehr und mehr unter Druck, bis Arjen Robben nach einer Volley-Flanke von Pranjic den Ball ins Tor "sprang". 
Goalgetter Mario Gomez gelang zwar kein Treffer, doch das 2:1 für die Roten war ihm zuzuschreiben. Fleißig wuselte er im Strafraum der Gastgeber rum, erkämpfte er sich den Ball und schoss dann scharf nach innen. Der Ball trifft Mertesacker am Schienbein und geht von dort ins Tor. Der Einsatz des Bayern-Stürmers in dieser Szene war symptomatisch für seine Leistung am Samstag: Immer gefährlich, steter Unruheherd und enorm fleißig. 
Das 2:1 war der entscheidende Schlag, von dem sich Werder nicht mehr erholte. Bayern wurde immer giftiger, die Bremer krochen auf dem Zahnfleisch. Den Schlusspunkt setzte dann der eingewechselte Klose mit seinem ersten Bundesligatreffer gegen Werder nach Querpass Müller. Ja, der Müller - wieder relativ unauffällig im ersten Durchgang, startete er dann in Halbzeit zwei so richtig durch und verdiente sich eine gute Note. Robben hatte, abgesehen von seinem Treffer, keinen so guten Tag - und Schweinsteiger war der Verlierer im Bayern-Team. Stark Gelb-Rot gefährdet, wurd er dann ausgewechselt.

Aufreger
Kurz vor Ende machte Tim Wiese dann den Olli Kahn in seinen besten Zeiten: KungFu-Sprung gegen Müller, der sich jedoch nicht verletzte. Rote Karte für Wiese. 
Angebliches Handspiel von Gustavo im Strafraum, was mir allerdings trotz mehrfacher Zeitlupenstudien verborgem blieb. Mag sein, dass es Handspiel war - ich sah immer nur den Ball gegen die Hüfte springen. Kompliment für die Sportkommentatoren, die das auf Anhieb haben sehen können! 
Nach Schlusspfiff wollte dann Arjen Robben ein bißchen auf Kuschelkurs mit Thomas Müller gehen. Gallig waren sie, die Bayern - und das gefällt mir! Ein gutes Zeichen zum richtigen Zeitpunkt. 

Fazit
Die Bayern kühl abwartend, aber auch hitzig wenns ans Eingemachte ging - souverän zum Ende hin, wenn beim Gegner die Kräfte nachlassen. Ein bißchen wie in guten alten Zeiten. 
Sowohl gegen Lautern und Aachen, wie jetzt gegen Bremen, präsentieren sich die Bayern nicht schön, aber doch letztlich souverän. Der Gegner läuft sich müde und der FCB hat die Spieler, die im entscheidenden Moment Tore schießen und das Spiel entscheiden. Wichtige drei Punkte - ich bin vollendes zufrieden. 

FernglasFCB tippte 0:2 (Ergebnis 1:3)

Donnerstag, 27. Januar 2011

4 vs 14

Der Vierte gegen Tabellenvierzehnten - Bayern gegen Bremen. Hä? Ja, genau. Wer vor der Saison eine solche Ansage gemacht hätte, den hätten sie belächelt - im medienpanischen München genauso wie auf der Insel der Ruhe im Weserland. Für beide Klubs war dies bislang eine durchwachsene Saison, wenngleich sich die Bayern so nach und nach wieder auf volle Fahrt begeben zu scheinen. In Bremen hingegen droht ein Fiasko, das gleichermaßen auch eine Chance zur Rundumerneuerung sein kann. Nach gefühlten hundert Jahren Thomas Schaaf, deutet sich in der beschaulichen Hansestadt ein Ende der Schaaf'chen Ära an. Letztlich greifen eben auch bei Werder die Mechanismen des Profigeschäfts bei Misserfolg.

Was spricht für Werder? Schaaf ist der einzige Trainer mit einer positiven Bilanz gegen die Bayern. Zudem sind die Bremer ein Team mit anderem Gesicht wenn es gegen die Bayern geht. Da stellt man sich auch gerne mal 86 Minuten hinten rein und spielt Zerstörerfußball - erfolgreich! 
Also obacht, Ihr Bayern! Das wird keine klare Sache, zumal nur eine Erfolgsserie den van Gaal-Kritikern den Mund und die schreibende Hand verbieten könnte. Mit einem 4:0 im Aachener Pokalduell ist es nicht getan. Bayern muss sich unter den ersten Plätzen manifestieren, die Jagd auf Platz zwei ist eröffnet. 

Franck Ribéry fällt länger aus als vermutet, war aber für Bremen ohnehin noch nicht erwartet worden.

Mein Tipp: Bremen 0, Bayern 2

Ausflug in den Tivoli

4:0, Einzug ins Halbfinale, die Bayern auf bestem Wege nach Berlin. So weit, so normal. Man musste sich schon etwas wundern über die Alemannia aus Aachen, aber so richtig wollte der Funke von einer sich zereissenden Mannschaft auf die Tribünen nicht überspringen. Aachen zu mutlos und im Spiel nach vorne ohne Chuzpe. Einzig die Tatsache, dass die Bayern a) relativ spät in Führung gingen und b) diese Führung dann erst spät ausbauten, sorgte für eine gewisse Pokalspannung.

Van Gaal hatte mit der Aufstellung wieder mal alle überrascht, sortierte er Pranjic und Ottl im defensiven Mittelfeld ein und ließ Tymoshschuk und Gustavo in der Abwehr spielen. Die Idee funktionierte - nicht zuletzt auch, weil die Gastgeber nicht gallig genug zu Werke gingen. Bayern hatte defensiv alles im Griff und erst in der 21. Minute wurde es nach einem verlorenen Zweikampf von Luiz Gustavo brenzlig. Der Ball ging deutlich am Tor vorbei, Kraft hatte bis dato keine Möglichkeit sich durch Bewegung aufzuwärmen. Dann war es in Minute 34 dem Glück zu verdanken, dass es keinen Elfer für Aachen gab, als Gustavo ungeschickt im Strafraum agierte und Auer einfädelte (ausgleichende Gerechtigkeit, war auch Altintop zuvor elfmeterwürdig angegangen worden) - die einzig beiden nennenswerten Offensivaktionen der Alemannia in Halbzeit Eins. Die Bayern-Führung erzielte der völlig frei stehende Mario Gomez nach einer Traumflanke von Luiz Gustavo in der 26. Minute.  

Nach der Pause waren die Rheinländer gezwungen den Druck zu erhöhen und mehr zu riskieren, was auch hieß dass man noch mehr laufen musste als im ersten Durchgang. Aachen kam zu Chancen und Thomas Kraft rettete die Führung mit einem Weltklasse-Reflex auf der Linie. 
Bayern München hatte genau das im Sinn und so war es nur eine Frage der Zeit bis sich mehr Chancen für die kühlen Pokalbayern ergaben. Aachens Feuer brannte nur 10 Minuten, danach hatten die Bayern wieder alles unter Kontrolle. Dann brachte van Gaal Arjen Robben für den etwas unglücklich agierenden Altintop und wechselte somit auch das 2:0 ein. Robben bediente Müller, dem zuvor nicht allzuviel gelungen war. Aber so ist er eben, der Thomas Müller - siebzig Minuten lang wirkt es, als träfe er die falschen Entscheidungen, dann schlägt er plötzlich zu. Fünf Minuten später legte er nochmal nach und traf zum 3:0. Arjen Robben selbst durfte dann auch noch einnetzen.
Neben den Torschützen war die Innenverteidigung mit Badstuber und Tymo das herausragende Element des Bayern-Spiels. Schweinsteiger merkte man erneut an, wie unwohl er sich auf der Zehner-Position fühlt. Der neue Kapitän, Philipp Lahm, belebte das Spiel nach vorne und gefiel mir besser als in den letzten Wochen. 

Die Auslosung erfolgt am Sonntagabend um 18 Uhr, dann wird ermittelt wer der Gegner im Halbfinale Anfang März sein wird: Schalke, Cottbus oder Duisburg. 

1,75 Millionen Euro erhält jeder Halbfinalist als Sockelbetrag, davon könnte der FCB problemlos die Schmierereien auf dem Mannschaftsbus wieder entfernen lassen. Dies wird aber nun ein junger Aachener übernehmen, weil er sich bei seiner idiotischen Aktion auch noch erwischen ließ.     
Noch ein Wort zu den Schiedsrichtern: Der Linienrichter mit dem etwas zu groß geratenen Bauchumfang / oder zu engen Jersey, traf ein halbes Dutzend falsche Abseitsentscheidungen - im Zweifel gegen statt für den Angreifer. Vorwiegend benachteiligte er damit die Aachener. Ansonsten gab es in diesem sehr fairen Spiel kaum große Herausforderungen für das Gespann, sieht man von den beiden Elfmeter-Situationen ab - diese wurden allerdings auch beide falsch bewertet.  

FernglasFCB tippte 1:3 (Ergebnis: 0:4)

Mittwoch, 26. Januar 2011

Es kann nur einen geben

Die Wertschätzung der Bayern-Fans ihrem (ehemaligen) Kapitän gegenüber trage ich uneingeschränkt mit. Der "Typ" Mark van Bommel wird dem Klub fehlen - keine Frage. Aber jetzt von "Flucht vor van Gaal" zu sprechen, wie es der Boulevard beharrlich tut, was von nicht wenigen Anhängern mühelos adaptiert wird, wirft ein falsches Licht auf die Personalie und vor allem auf Trainer van Gaal. Dahinter steckt vermutlich auch Absicht. Unruhe bringt bekanntlich Schlagzeilen.

Mark van Bommel war kein Perspektivspieler mehr, sein Leistungsniveau in letzter Zeit nahm deutlich ab. Einen weiteren Vertrag (so es überhaupt einen gegeben hätte), wäre nicht über eine weitere Saison hinausgegangen - des Alters wegen. Für die Spielposition des Mark van Bommel stehen ausreichend Alternativen zur Verfügung - allesamt jung, höchst talentiert und zumindest bundesweit sehr begehrt. Van Bommel, der nie müde wurde zu betonen, dass er sich jedem Konkurrenzkampf stellt, tut aber genau dies eben nicht mehr. Wenn er vor etwas flüchtet, dann eben vor dem Platz auf der Bank - und vermutlich ahnt er auch, dass es anders gar nicht kommen kann. Er weiß, dass es keine Stammplatzgarantie im Profifußball geben kann, profitierte aber von van Gaals Philosophie "mein Kapitän spielt immer" - dies kann selbst ein Trainer wie Louis van Gaal auf Dauer nicht aufrechterhalten - nicht bei einem 34-jährigen Fußballprofi. 
Hier von Demontage des Kapitäns durch seinen Trainer zu sprechen, missachtet alle Gesetzmäßigkeiten professionellen Sports - wir sind hier schließlich nicht in Bullerbü. 

Van Bommels Schritt ist konsequent, er erkennt die Situation und geht. Der Leader verlässt das Rudel und macht Platz für einen neuen - einen jüngeren. Aber auch Louis van Gaal lebt im Diesseits und nicht im Wolkenkuckucksheim - handelt konsequent und logisch. Er ist nicht nur für das hier und heute zuständig, er ist auch für die Persepektive und Zukunft des Teams verantwortlich - und die findet nun einmal ohne Mark van Bommel statt. Bei aller Sympathie und Verbundenheit für und zu van Bommel, das ist das Profigeschäft. Es ehrt ihn umso mehr, dass er sich jetzt nicht zu medialen Rundumschlägen herausfordern lässt - aber etwas anderes hätte ich von ihm auch nicht erwartet. So verhält sich ein Profi.

Die Frage, die sich jetzt stellt: Wird Philipp Lahm - wie allseits erwartet - neuer Kapitän? Für mich persönlich gibt es da durchaus erheblichen Diskussionsbedarf. Ich halte es da ganz mit van Bommel, der für Schweinsteiger plädiert und sagt: 
"Ich schätze Bastian als großen Spieler und Menschen, der sich um die Jungs kümmert. Das bekommt die Öffentlichkeit nur nicht mit. Basti macht das sehr gut, aber unauffällig. Er bringt alles mit, um ein perfekter Kapitän zu sein. Er wäre meine Wahl, aber entscheiden muss der Trainer." 
Letztlich kann es immer nur einen geben - und entscheiden wird das der Trainer: Louis van Gaal.

Aachen, immer wieder Aachen

Zwei Mal hat uns Alemannia Aachen aus dem Pokalwettbewerb geschmissen - inklusive Bundesliga-Begegnung haben wir die letzten drei Pflichtspiele gegen die Alemannia nicht gewinnen können. Das riecht nach Sensation. Der Klub steht momentan auf Platz 10 der Zweitligatabelle. 

Die ARD überträgt die Partie live.

Mein Tipp: Aachen 1, Bayern 3

Dienstag, 25. Januar 2011

Der aggressive Leader geht

Jetzt scheint es amtlich zu sein, Mark van Bommel verlässt den FC Bayern in Richtung Mailand - zum AC. Die Bild schreibt es, die Welt meldet es - das Besiegeln dieses Transfers scheint nur noch eine Frage der Zeit, angeblich sind Offizielle des AC Milan schon auf dem Weg nach München.

Ganz ohne Pathos betrachtet, mag dieser Schritt des niederländischen Nationalmannschaftskapitäns ebenso folgerichtig wie vorausehbar gewesen zu sein. Er befindet sich im Herbst seiner Karriere und die (junge) Konkurrenz drückt ihn von seinem Stammplatz. Der FC Bayern ist im defensiven Mittelfeld überbesetzt, mit Tymoshchuk, Schweinsteiger, Kroos und nun auch Gustavo gibt es ausreichend personelle Möglichkeiten für Louis van Gaal. Die Sechser-Positionen können wahlweise mit Schweinsteiger/Tymoshchuk, Gustavo/Tymoshchuk oder Schweinsteiger/Gustavo kombiniert werden. Toni Kroos - derzeit verletzt - spielt hier ebenso eine Rolle unter Trainer Louis van Gaal. Auch über die Kapitänsbinde muss man nicht lange philosophieren: Bastian Schweinsteiger ist reif und erfahren genug dafür. Zudem hat der FC Bayern einen Trainer der stets auf junges Blut setzt und nichts lieber macht, als junge Talente zu fördern und zu Stars zu formen. Van Bommels Zeit als Führer des Rudels ist vorbei. 

Was der FCB allerdings verliert ist das Gesicht Mark van Bommel und einen, der auch mal zulangen konnte, wenn es an der Zeit war Zeichen zu setzen. Van Bommel hat sich von Beginn seines Engagements 2006 mit dem Klub FC Bayern  identifiziert wie wenige Spieler vor ihm. Er hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er sich ein Verbleib beim Topklub aus München über seine Fußballerkarriere hinaus vorstellen könnte. Ein stets offenherziger, eloquenter und vor allem gerade aus sprechender - ohne Zweifel auch sehr sympathischer - Spieler geht dem Klub nun verloren. So ist halt das (Tages)Geschäft, so ist der Lauf der Dinge. Da bleibt nicht viel Platz für Romantik und Treueschwüre.

Mark van Bommel fühlt sich noch fit und gut genug für ein paar Jahre auf hohem Niveau, Bankdrücker will er nicht sein -  immerhin ist er in der niederländischen Nationalmannschaft unter Schwiegervater van Marwjik gesetzt. Jetzt lockt der AC Mailand und der Bayern-Kapitän nutzt die Gunst der Stunde, auch wenn das Angebot sich zunächst nur bis zum Sommer beschränkt. 
Mark van Bommel wurde mit dem FC Bayern München zwei Mal Deutscher Meister und zwei Mal Pokalsieger. 
Alles Gute Mark, vielen Dank für alles!

Montag, 24. Januar 2011

Ein 5 zu 1 ohne Spaß

Der FC Bayern 2010/2011 macht nicht mal mit einem 5:1-Kantersieg gegen die verhassten Lauterer Spaß. Wer Barcelona am Wochenende spielen sehen hat, der weiß dass der FCB aus Deutschland von einem solchen Leistungsniveau Lichtjahre entfernt ist. 
Wer hingegen die erste Halbzeit des Bayern-Spiels gesehen hat, dem muss angst und bange werden um den Rekordmeister. Einzig die Tatsache, dass Kaiserlautern nicht den Mumm hatte mehr nach vorne zu riskieren, rettete uns vor einer erneuten Pleite. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was Louis van Gaal geritten haben muss - das taktische Konzept im ersten Durchgang war jedenfalls ein völliges Durcheinander oder aber ein holländischer Witz, den keiner verstanden hat. Vielleicht schlagen dem Trainer so langsam die Heckenschützen-Aktionen von Bayern-Präsident Hoeneß aufs Gemüt. Irgendwie auch wieder verständlich. 

Unnötig wie ein Kropf sind diese Drohgebärden und Andeutungen  - wie jetzt wieder in einem Interview mit der Süddeutschen. Noch schlimmer aber: sie behindern auf Dauer den Erfolg des Klubs. Natürlich macht der Boulevard mehr daraus, als man letztlich herauslesen muss - aber das weiß Hoeneß, er ist lang genug in diesem Geschäft. Das Störfeuer hat Methode, so scheint es. Dumm nur, dass es vermutlcih gar nicht um den FC Bayern geht. Hier geht es um Eitelkeiten, um Macht und Revierkampf. Wenn es wirklich stimmt, dass Matthias Sammer trotz mündlicher Einigung so kurzfristig den HSV  hat stehen lassen, weil am Horizont ein Trainerposten beim FC Bayern winkt, dann passt das irgendwie zu den regelmäßigen Breitseiten des Präsidenten in Richtung Trainer van Gaal. Mir schwant, dass die Tage des Louis van Gaal beim FC Bayern gezählt sind - es ist nur noch eine Frage der Zeit und der Misserfolge. Ob man Uli Hoeneß allerdings dafür dankbar sein muss, bezweifle ich mometan. 

Robben allein zuhaus
Der einzige Spieler, den man in der ersten Halbzeit herausstellen kann, war Arjen Robben. Manchmal zu verspielt, zu eigensinnig mit dem Kopf durch die Wand, spielte er jedenfalls wieder wie der Robben vor seiner Verletzung. Doch war er der einzige Bayern-Spieler, dem man anmerkte dass hier drei wertvolle Punkte zu holen sind.  Die enorm wichtigen Treffer kurz vor und kurz nach der Halbzeitpause waren dann auch der Knockout für die Gäste aus der Pfalz. Zu loben ist auch die Effizienz von Mario Gomez, der auf dem besten Wege ist ernster Anwärter auf den Titel des Torschützenkönigs zu werden. 
Die durcheinander gewürfelte Defensive war extrem anfällig, Schweinsteiger irrte im ersten Durchgang orientierungslos über den Platz, Kraft schien hier und da unsicher, Tymo und van Bommel mit zu vielen Fehlpässen und Stockfehlern. Müller glänzte eigentlich nur bei seiner Vorlage zum 1:0 und seinem eigenen Treffer zum 5:1. 
Fantastisch herausgespielt das 2:0 - tolle Kombination und ein kurzer Moment des Zaubers, den wir seit der Rückrunde der letzten Saison so sehnsüchtig vermissen. Alles in allem (fast) ein Bayern-Spieltag: bis auf Leverkusen ließ die Konkurrenz um Platz zwei Federn. Aber so richtig will sich Euphorie und Aufbruchsstimmung nicht einstellen, denn bislang blieb der FC Bayern die Fähigkeit zu einer Siegesserie schuldig.      

FernglasFCB tippte 4:0 (Ergebnis: 5:1)

FernglasFCB 19. Spieltag 2010/2011

Aus der Fernglas-Perspektive gesehen:

Freitag, 21.12.2011:
Hamburger SV vs Eintracht Frankfurt  (1:0)

Samstag, 22.12.2011:
FC Bayern München vs 1. FC Kaiserslautern  (5:1)
1. FC Köln vs SV Werder Bremen (3:0)

Sonntag, 23.12.2011:
Borussia Mönchengladbach vs TSV Bayer 04 Leverkusen (1:3)
TSG 1899 Hoffenheim vs FC St. Pauli (2:2)

Freitag, 21. Januar 2011

Alles was ich will ist Revanche

Von den 18 Bundesligisten holte der FC Bayern die meisten Punkte aus Heimspielen. Die letzten fünf Heimspiele hat der FCB allesamt gewonnen. Und jetzt kommt da ein Aufsteiger, der 1. FC Kaiserslautern, daher. Eigentlich eine klare Angelegenheit. Aber das erwartete man auch im Hinspiel und das maßlos enttäuschende Auftreten des Meisters bescherte der Liga eine satte Überraschung. Für die Bayern-Fans die erste einer Reihe von bösen Überraschungen in der laufenden Saison. 
Lautern verlor nur ein Spiel aus den letzten sieben - auch das sollte Warnung genug sein, den kommenden Gegner nicht auf leichte Schulter zu nehmen. 
Bei den Bayern fehlt Ribéry, mit dem erst gegen Köln Anfang Februar wieder zu rechnen ist, ebenso wie Kroos. Die Gäste aus der Pfalz müssen auf ihren treffsichersten Stürmer verzichten, denn Lakic ist aufgrund einer Roten Karte am Samstag gesperrt.

Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, was uns da am Samstagnachmittag erwartet. Die Wundertüte FCB ist mir in dieser Saison einfach ein Rätsel. Alles was ich will ist Revanche für das Hinspiel.

Mein Tipp: Bayern 4, Lautern 0

Mittwoch, 19. Januar 2011

Micho nimmt Abschied

Liebe Bayern-Fans,
nach einem Zeitraum von fast acht Jahren haben neue sportliche Umstände dazu geführt, dass ich den FC Bayern Anfang dieses Jahres verlassen habe und ich künftig in Spanien für den FC Málaga spielen werde. Nachdem dieser Wechsel innerhalb kürzester Zeit und während der Winterpause vonstatten gegangen ist, ist es mir jetzt ein großes Bedürfnis, Euch allen meinen Dank für die freundliche, sportliche und insbesondere persönliche Behandlung auszusprechen, die mir in den vergangenen Jahren als Teil dieses großen Vereins entgegengebracht wurde.
Ich erinnere mich noch gut an die ersten Kontakte im Vorfeld meines Wechsels nach München. Wolfgang Dremmler schenkte mir damals ein Taschenwörterbuch Deutsch-Spanisch, das ich auf der Rückreise nach Argentinien anfing zu lesen - mit etwas Sorge, da ich damals kein Wort Deutsch verstand. Diese Geste war für mich von großer Bedeutung und ein erstes Zeichen der Annäherung mir gegenüber. Und es war der Versuch, ein grundsätzliches Hindernis für die unter Umständen benötigte Annäherung zu meistern. Mir war klar, dass die Schwierigkeit mit der Sprache meinerseits eine Schranke bildete, die wir durchbrechen mussten. Daher war dieses Geschenk so wichtig und ich habe es dermaßen geschätzt. Heute kann ich mit Stolz behaupten, dass Deutsch meine zweite Sprache ist.
Für mich ist dies der Abschluss eines unvergesslichen Lebensabschnittes, in dem ich mich nicht nur sportlich, sondern auch als Mensch weiterentwickelt habe. Ich kann Euch versichern, dass ich während meines Aufenthalts in München sportlich, körperlich und geistig gewachsen bin. Dabei habe ich mir Kenntnisse angeeignet, die mir bis dahin unbekannt waren.
Es war ein Zeitabschnitt, den ich als junger, unerfahrener Spieler begonnen habe und in dem ich mich bis zum Nationalspieler entwickelt habe. Dadurch habe ich große Anerkennung als Spieler erfahren.
Ich möchte unbedingt betonen, dass ich mich in München immer wie zuhause gefühlt habe. Ich habe in den zurückliegenden siebeneinhalb Jahren viele gute Freunde gewonnen und viel Zuwendung empfangen. Besonders viel bedeutet es mir, dass in dieser schönen Stadt mein Sohn Martín geboren wurde.
Ich verlasse Euch jetzt mir der Freude, Euch, aber auch alle Mitarbeiter und Angestellte des FC Bayern kennengelernt zu haben. Ich bin sehr stolz darüber, dass ich Euren historischen Verein vertreten durfte, den größten Fußballverein Deutschlands und einen der größten der Welt. Ich habe in dieser Zeit 260 Spiele bestritten und 15 Tore erzielt, habe je vier Deutsche Meisterschaften und DFB-Pokalsiege gefeiert, dazu zwei Ligapokale und einen Supercup gewonnen und das Endspiel der UEFA Champions League erreicht. Diese Erfolge sind für jeden Spieler etwas ganz Besonderes und werden für mich immer unvergessliche Erinnerungen bleiben.
Ich werde dem FC Bayern immer ein guter Botschafter sein und die Tugenden dieses Klubs, seiner Leitung und seiner Mitarbeiter jederzeit weitergeben. Heute endet nur ein Vertrag, aber mein Gefühl und meine Identifikation mit allen, die die große Familie des FC Bayern bilden, werden auch in Zukunft immer Bestand haben.
Ich werde Euch allen immer dankbar sein und möchte, dass Ihr wisst, dass ich Euch immer in meinem Herzen bewahren werde.

Servus und bis bald
Euer
Martin Demichelis

(Quelle: www.fcbayern.de)

Dienstag, 18. Januar 2011

Damals, im Stadion

Damals sah dat im Stadion noch wat anders aus als heute. Ende der Siebziger stand in Leverkusen noch ne Holztribüne. Da saßen die alten Männer mit ihren grauen Mützen und prüttelten was das Zeug hielt. Gejubelt wurde da eher selten. "Support" - sowat kannte man noch nicht - kam nur aus den Kurven, aber nie von der Tribüne voller Motzkowskis. Die waren nur da um zu schimpfen. Is heute nich viel anders.
Paar Kilometer weiter in Köln, Stadion Müngersdorf. Spröder Charme der Siebzigerjahre-Architektur. Grauer Stahlbeton, ohne Schnickschnack. Aber wenigstens hatte man in Köln festen Boden unter den Füßen und ein Dach überm Kopp. Nich wie in Leverkusen, wo der Regen die Stufen in den Kurven nach und nach aufweichte und man im Matsch stand. Dat olle Haberland-Stadion war ja auch schon Ende der Fuffziger entstanden. Im Sommer gab et für die Stehplatzbesucher kein Schatten und im Winter keinen Schutz vor Regen oder Schnee - zumindest in Leverkusen war dat so. Da standste halt und wurdest nass. Also auch von außen. Die Holztribünen verschwanden dann nachdem im englischen Bradford eine abfackelte. So war dat.

Sowat wie diese überdimensionalen LED-Anzeigentafeln gab et natürlich auch noch nicht. Da musstest de die Eckstöße noch mitzählen. Et hat dir auch keiner zugerülpst, geklingelt, gewiehert oder so, dat irgendwo in der Republik ein Tor gefallen war. Wusste keiner - bis zur Pause. Erst da gab et die Halbzeitergebnisse, vorgelesen vom Zettel. Ein paar Wenige hatten kleine Radios mit dabei und posaunten vorab dann alles aus. Heute ham die gleichen Leute wahrscheinlich ne Standleitung übers Eiphone. 
So etwas wie Handys existierte höchstens in Fernsehserien wie Raumschiff Enterprise. Die Stadionansagen über knackende  Lautsprecher beschränkten sich auf Aufstellung, Spielerwechsel und Spielstände - Ende. Und die Stadionsprecher haben noch normal geredet. Ohne diese Brüllerei. Irgendwann in den Achtzigern kam dann in den Halbzeitpausen die Werbung lokaler Unternehmen hinzu (Versicherungen, Autohäuser, Handwerksbetriebe aus der Region), bis diese dann später auch die Halbzeitergebnisse "präsentierten".  Als wär dat nötig gewesen.

Catering-Meilen... tzpff, et gab Wurst und Bier. Sonst nix. Konnste noch mit Münzgeld bezahlen - dat Gertrud  samt Tochter anne Bude. Der Rücken wurde auch noch nicht wohlig beheizt, wir ham gefroren wie die Schneider. Cheerleader-Gruppen oder menschengroße Stofftiere turnten nur in den USA auf irgendwelchen Grüns herum. Gab et allet nich.  Und die Masse der Zuschauer stand. Sitzplätze waren den Alten vorbehalten. Den Motzern mit den Hüten. Es gab auch keine martialische Einmarschmusik, oder so blöde Vereins-Liedchen, die irgendeine lokale Partyband mit zuviel Gefühlsduselei komponiert hatte. Dat et gleich losgeht, merkte man meist an der Zeremonie, für die man heute Stadionverbot bekäme: dem Anbeten der eigenen Farben! Fans beider Klubs schickten Einen samt Schal oder Fahne auf  den Platz. Der lief dann - begleitet von Applaus - zum Anstoßpunkt, kniete nieder und verbeugte sich theatralisch mehrfach vor dem Dingen. Mitte der Achtziger gab et dat dann auch nicht mehr. Hauten sich ständig auf die Fresse - dann war damit Essig.
Erlaubt war auch, diese Papierschnipsel aus Reisswölfen zu werfen - zumindest so lange bis es Mode wurde, dat ganze Zeug in Brand zu stecken. Über die Länge von Fahnenstangen machte sich noch niemand Gedanken. Na ja, und Ultras gab et auch nicht. Nur Kutten und die alten Männer. Die ham wenigstens noch aufn Platz geguckt. Irgendwann  in den Achtzigern kamen dann die Hooligans dazu. Aber auf die Fresse hats eigentlich schon immer gegeben.
Damals wurdste auch nich durchsucht. Dat kam erst mit den Leuchtkugeln, die immer mehr Mode wurden. Heute hat man dat Gefühl, man muss durch den Zoll eines totalitären Schurkenstaates.

Na ja, und die Spieler, die spielten noch in schwarzen Fußballschuhen - adidas natürlich, wat auch sonst?! Nix pink oder froschfotzengrün - schwarz mit weißen Streifen. Ende der Durchsage. So war dat.
Keine Haarbändchen und Zöpfe - die Kerls sahen noch aus wie Kerls. Gejubelt wurde, in dem man die Arme hochriss. Keine vorher einstudierten Tänzchen um die Eckfahne, kein Finger vorm Mund, keine Herzchen -Gesten in irgendwelche Kameras. Dat war keine Schau, dat war einfach Fußball. Heute pürieren se sich erst die Haare, bevor se sich aufn Platz trauen. 

Bei St. Pauli hamse jetzt nackte Weiber rumtanzen lassen. Lenkt nur ab.Überhaupt: St. Pauli! Da war ich ma in dem total versifften Vereinsheim. War echt lustig. Heute ist dat wahrscheinlich ne Lounge mit Systemgastronomie. Aber die St. Pauli-Fans haben ja jetzt Farbe bekannt. Rot, um genau zu sein. Back to the roots, war die Botschaft.     

War doch anders damals. Haben die jetzt auch gemerkt. 



   


Montag, 17. Januar 2011

Blubberblasen

Das Moderatoren-Geblubber geht - man hätte es nicht anders erwartet - auch zur Rückrunde in unvermittelter Blödhaftigkeit weiter. 
Wir wissen also jetzt, dass Thomas Kraft, neuer erster Tormann des FC Bayern, zwei Köter hat, bereits verheiratet ist - und dass seine Mutter zu nervös ist, die Auftritte  des Sohnemanns im Fernsehen zu verfolgen. Oder war es die Oma? Warum wir das wissen? Weil man es uns am vergangenen Wochenende ein halbes Dutzend Mal erzählt hat. Who gives a shit?

Dann wird doch noch allen Ernstes behauptet, die Rote Karte für den Lauterer Lakic wäre ungerechtfertigt gewesen. Hä? Der Mann hat versucht seinem Gegenspieler ins Gesicht zu schlagen - und nur weil es nicht funktioniert hat, ist die Absicht doch wohl ausreichend. Oder hätte Eichner erst eine schauspielerische Leistung hinlegen müssen, damit es überzeugender wird. Ich kenne das Regelwerk nicht im Wortlaut, aber wenn ein Spieler einem anderen eine tacheln will und das nur daran scheitert, weil der Kontrahent den Kopf noch rechtzeitig wegzieht, dann ist das für mich Rot. Und Rot hat auch eine Sperre zur Folge. 

Auch ein mittelmäßiges Spiel kann man zur Weltsensation hochlabern, zumindest wenn es um die Borussia aus Dortmund geht. So geschehen bei Liga total vor, während und auch nach dem Spiel. Unfassbar, wie sich die Moderatorenmeute da in Rage redete - bei Frank Buschmann musste man angst haben, er stirbt an Glückshormonüberschuss. Keine Frage, Dortmund spielt eine phantastische Saison und steht bislang zurecht auf dem ersten Platz, aber man kann die Euphorie auch überdrehen. 
Verschiebt die ultimative Lobhudelei doch in BvB total! Da habt Ihr einen eigenen Kanal für das Loben und Preisen und für jene, die davon nicht genug bekommen können. 

Die Krönung allen Unfugs aber leistete sich Nachrichtensprecher Tom Buhrow in der Tagesschau: Effzeh-Fan Buhrow faselte davon, dass "der FC Bayern" im Vorfeld der Rückrunde "große Töne gespuckt hätte". Herr Buhrow, wo haben Sie das denn her?
Blubb. Blubb. Blubb.

Sonntag, 16. Januar 2011

Und täglich grüßt das Murmeltier


Dass Borussia Dortmund am Freitagabend die Leverkusener in gerade mal sechs Minuten erledigte, beeindruckt mich nicht ganz so sehr wie den völlig überdrehten Frank Buschmann bei Liga total. Die Gastgeber waren vorne harmlos und hinten desaströs, dennoch spielte Leverkusen weitestgehend auf Augenhöhe (was für beide Teams eigentlich kein Kompliment darstellt). Wenn die Schwarz-Gelben überhaupt noch stolpern, dann sicher nicht bei Spielen dieser Art. Die Gefahr liegt hier eher in der Fußballprovinz, wo man dem Tabellenführer mit zwei Abwehrreihen das Leben schwer machen wird. Ein Stolpern kann jedoch nur der ausnutzen, der selbst seine Spiele gewinnt - und da guckt man in erster Linie auf den FC Bayern und sein Personal. Doch der Rückrundenauftakt für den Titelverteidiger war nichts anderes als ein Déjà-vu, same procedure, täglich grüßt das Murmeltier. 

Die Verletzungsmisere beim FCB geht weiter - nach gerade mal 17 Minuten trifft es Franck Ribéry. Noch weiß man nichts Genaues, aber es dürfte sich um einen längeren Ausfall des Franzosen handeln. Damit ist die Rib-Rob-Kombi wieder Geschichte. So richtig freuen konnten sich dann die Bayern-Fans über das Robben-Comeback auch nicht. Ribérys Verletzung resultierte aus einer unglücklichen Drehbewegung, gepaart mit einem rüden Einsteigen von Josue. Josue bewarb sich mehrfach für eine gelb-rote Karte bei Schiri Gräfe, dieser aber hatte seinen großzügigen Tag. Überhaupt muss man Louis van Gaal zustimmen, wenn er sagt dass die Wolfsburger übereifrig zur Sache gingen. 
Auch das Spiel lief so, wie man es in der Hinrunde zu Genüge gesehen hat: Überlegenheit, Torchancen, Aufbauen des Gegners, Punktverlust. Es hat sich also nichts geändert. 
So richtig gefallen hat mir eigentlich nur unsere Innenverteidigung, in Ansätzen Arjen Robben, die ersten Minuten des Luiz Gustavo  und die neue Nummer Eins im Tor, Thomas Kraft. 
Schwach: Lahm, Schweinsteiger, Pranjic, van Bommel, Tymoshchuk. Hilflos: Mario Gomez. Warum van Gaal Ottl einwechselte, verstehe ich beim allerbesten Willen nicht. 

Im Grunde hat sich unsere Position nicht verändert: Auf Platz Zwei fehlen uns Stand Heute gerade mal drei Punkte. Allerdings wird es nun allerhöchste Eisenbahn, mal endlich Konstanz auf den Platz zu bringen und Überlegenheit auch in Siege umzumünzen. Die Zeit der Geschenke muss vorbei sein.  Mir düngt allerdings, dass es sich um eine Seuchensaison handelt.       

FernglasFCB tippte 1:3 (Ergebnis: 1:1:)

Fernglas 18. Spieltag 2010/2011

Aus der Fernglas-Perspektive gesehen:

Freitag, 14.12.2011:
TSV Bayer 04 Leverkusen  vs Borussia Dortmund (1:3)

Samstag, 15.12.2011:
VfL Wolfsburg vs FC Bayern München (1:1)
FC Schalke 04 vs Hamburger SV (0:1)

Sonntag, 16.12.2011:
Eintracht Frankfurt vs Hannover 96 (0:3)
1. FC Kaiserslautern vs 1. FC Köln (1:1)

Donnerstag, 13. Januar 2011

Schluss mit lustig

Nachdem die kurze Winterpause mit noch kurzweiligerem Amusement aus der bayerischen Landeshauptstadt halbwegs erträglich gestaltet wurde, geht es nun endlich wieder los - am Freitagabend startet die Rückrunde 2010/2011 mit dem Knaller-Spiel Leverkusen gegen Dortmund, oder auch "ewiger Vize-Meister" gegen den kommenden Vize-Meister. Harhar! 

Die Witzigkeiten aus München begannen mit der kurzfristigen Verpflichtung von Luiz Gustavo: Das "arme" Hoffenheim muss nun Spieler verkaufen, damit die Lizenz nicht gefährdet wird. Zudem lässt man den Trainer vorab gehen, damit der Widerstand gegen diese - im wahrsten Sinne - nachhaltige Vereinspolitik im Keim erstickt wird. Der wollte einfach zu schnell zu viel, der Rangnick. 240 Millionen will Dietmar Hopp in das "Projekt Hoffe" gesteckt haben - nun muss endlich Rendite her.  

Der Boulevard witterte sofort ein kräftiges vanBommeln in München - wohin mit dem Chef, wenn ein Neuer (nein, nicht der Neuer) kommt? Völlig unvorstellbar, dass Mark van Bommel als Sechser zumindest bis Sommer bleiben könnte, obwohl Gustavo als linker Verteidiger eingesetzt werden soll! Irre Bayern. 
Doch der wahre Knaller kam zum Neuen Jahr: Peng! Kraft wird erste Kraft - Stammtorhüter Butt muss auf die Bank. Wieder versucht Trainer van Gaal ein Talent in die erste Reihe zu holen - und obwohl er Legionen von Talenten auf genau diese Weise zu Top-Fußballern machte, traut man ihm einfach nicht. Kein Wunder, hat man in München doch die verwegene Idee, dass der Trainer die Mannschaft aufstellt. So etwas macht natürlich misstrauisch. Nur ein weiterer Verein geht bislang ebenfalls diesen waghalsigen Weg: Bayer 04 Leverkusen!  Ein Trend für die Zukunft im deutschen Fußball?
Tja, und was ist nun mit Deutschlands Nummer Eins, Manuel Neuer? Kommt er, kommt er nicht - selbst die Schickeria ist sich nicht mehr sicher, ob sie nun Protest-Spruchbänder basteln soll oder nicht. So schnell stiftet man Verwirrung.

Schluss mit lustig!
Am Samstag nun wirds ernst für den FCB - und die größte Aufholjagd der Bundesliga-Geschichte könnte in Wolfsburg ihren Anfang nehmen. Der Gegner ist bislang eine einzige Katastrophe. Das kann auch gerne so weiter gehen. Die beiden Hoeness-Brüder werden einen VfL Wolfsburg ohne Dzeko sehen, dafür ist beim FC Bayern vermutlich ein paar Minuten Arjen Robben wieder mit dabei. Gustavo dürfte vermutlich noch nicht eingesetzt werden, da ist Louis van Gaal ja eigen - von wegen Philosophie und so. Wieder zurück auch Holger Badstuber - und damit hoffentlich auch mehr Stabilität in der Innenverteidigung des Rekordmeisters.

Mein Tipp: Wolfsburg 1, Bayern 3

Mittwoch, 12. Januar 2011

und wieder Tabellenführer

Die Fanartikel-Shops der Bundesligisten sind von getestet.de, na was wohl? Getestet worden. Was auch sonst. Der FCB führt die Tabelle an. 
Und hier gehts zum Testsieger.  

Donnerstag, 6. Januar 2011

Stereoblindness

Es war im Brühler Phantasialand. Jahre her. Nichts ahnend gingen wir dort ins 3D-Kino. Der Film begann, begleitet von überraschten Ausrufen des Publikums (Ooohs und Ahhs), gefolgt von lauten Lachanfällen. Das Volk amüsierte sich prächtig. Ich wurde stutzig, denn irgendwie bemerkte ich nur in Ansätzen was sich dort an der Leinwand so Aufregendes tat. Ich musste feststellen, dass ich nicht dreidimensional sehen konnte. Von da ab stand ich nur noch beleidigt und enttäuscht zwischen den zuckenden und sich krümmenden Menschen und hätte am liebsten gebrüllt: Was lacht Ihr denn so dämlich, Ihr Idioten! 3D war tot für mich - oder ich tot für 3D. Irgendwann später bekam ich dann zu meinem Geburtstag nochmal ein 3D-Buch von einer Freundin geschenkt . Na ja - daneben gegriffen, würde ich sagen. Ansonsten aber sehe ich mich nicht sonderlich benachteiligt durch diese Sehschwäche. Im angelsächsischen Sprachraum spricht man von Stereoblindheit. Bei mir liegt es daran, dass ein Auge das Sehen für das andere Auge übernimmt (und dessen Sehschwäche somit ausgleicht). Dadurch kann ich allerdings nicht räumlich oder stereoskopisch sehen. Der 3D-Effekt bleibt mir somit vorenthalten - ich kann die Situationen nur erahnen, was natürlich nicht sonderlich beeindruckend ist. 
Jetzt wollte mich (und andere) T-Home einladen - und mir Liga total in 3D vorstellen. Nett gemeint, aber das wird nichts. Und diese ganzen neuen Fernsehgeräte mit 3D-Funktion haben für mich auch keinerlei Reiz. Mir werden in Zukunft - wenn überhaupt - die Bälle nur um die Ohren fliegen, wenn ich ins Stadion gehe. Am Fernsehgerät bleibt für mich alles wie es war.

Dienstag, 4. Januar 2011

Herkulesaufgabe Rückrunde

Wir liegen 14 Punkte hinter dem Tabellenführer. 14 Punkte! Gewinnen die Bayern ihr Heimspiel gegen eben diesen Tabellenführer, wären es in der Gesamtrechnung noch 11 Punkte Vorsprung. Zum Egalisieren dieser 11 Punkte, braucht man vier Niederlagen der schwarz-gelben Konkurrenz bei gleichzeitigen Siegen des noch amtierenden Meisters (zuzüglich des Heimsieges im direkten Vergleich). 17 Spieltage hat man dafür Zeit und ist natürlich auf mehrfaches Stolpern des Führenden angewiesen. Abgesehen davon hat der FCB noch in zwei weiteren Wettbewerben über die Rückrunde gute Leistungen abzurufen - eine Zusatzbelastung, die Tabellenführer Dortmund nicht hat. Es spricht also nicht viel für die erfolgreiche Titelverteidigung. 

Und dennoch, Dortmund wird in der Rückrunde von den anderen Bundesligisten sicher anders wahrgenommen: als wahrscheinlicher Meister, als Top-Favorit. Das ist einerseits eine Bürde, die Druck bedeutet - andererseits wird das ein- oder andere Team gerade gegen Dortmund taktisch anders agieren. Wir kennen das ja bestens, mühsames Anrennen gegen eine destruktive Wand, aus der heraus auf Konter gelauert wird. Dortmunds Team ist jung und im Kampf ums Eingemachte unerfahren. Beim FCB stehen nach einer horrenden Verletzungsorgie fast alle Spieler zum Rückrundenstart zur Verfügung. Wichtigste Personalie scheint dabei Arjen Robben zu sein, doch ausgerechnet offensiv haben wir derzeit so gar keine Probleme. Schwachpunkt der Hinrunde war die Defensive. Hier sollen nun Luiz Gustavo und der gesundete Holger Badstuber aushelfen.
In Dortmund wird der ein- oder andere Spieler das Grübeln anfangen, sich vergegenwärtigen dass man es nun in der Hand hat, Meister zu werden. Das Unbeschwerte aus der Hinrunde wird jetzt zu einem klaren Anspruch, auch einem Anspruch des Umfelds und der medialen Öffentlichkeit. Damit hatten in der Vergangenheit viele Teams so ihre Probleme (hier ist wohl Bayer 04 Leverkusen das Paradebeispiel).  

Das Wichtigste ist, dass die Bayern als Verfolger zur Stelle sind, wenn der Erste der Liga stolpern sollte. Das bedingt Konzentration, das Minimieren eigener Fehler und die ungebremste Geilheit eine überragende Aufholjagd zu starten. Mitte Februar, nach rund einem halben Dutzend absolvierter Pflichtspiele wird man eine Tendenz ablesen können. Es ist nicht unmöglich, dass die diesjährige Meisterschaft erst am letzten Spieltag ihre Entscheidung finden wird. Allerdings wird es eine Herkulesaufgabe.

Montag, 3. Januar 2011

"Und dann und wann ein weißer Elefant."

Das Karussell, es dreht sich...
Der Martin ist gegangen - alles Gute und Danke für Deinen Einsatz, Micho! Der David wird ausgeliehen. Der Mark bleibt. Und der Luiz ist gekommen.

Der FC Bayern hat die kurze Winterpause genutzt, um den Gustavo-Transfer unter Dach und Fach zu bringen. In Hoffenheim hat Hopp entschieden, dass und wann Luiz Gustavo für 15 Millionen an die Bayern abgegeben wird. David Alaba wird im Rahmen dieses Deals für ein halbes Jahr bei der TSG Hoffenheim Spielpraxis bekommen. Hoffenheim-Mäzen Hopp will sein Projekt Hoffenheim in die schwarzen Zahlen führen, da passen die Bayern-Millionen ganz gut. Einem passt das ganz und gar nicht: Ralf Rangnick - und der zog dann auch gleich die Konsequenzen und stellte sein Trainer-Amt zur Verfügung. Konsequent und richtig, wenn man bedenkt dass man ihm gegen seinen Willen seinen besten Spieler mitten in der Saison wegnimmt. Ob es richtig ist, nun da kann man drüber streiten. Dietmar Hopps Maxime, den Verein wirtschaftlich auf ein gesundes Fundament zu stellen, ist so falsch nicht - mit den Verkäufen von Gustavo und zuvor Eduardo flossen immerhin 35 Millionen Euro in den Verein zurück. Ralf Rangnicks Ziel war ein anderes: er wollte sportlichen Erfolg mit allen Mitteln und forderte Investitionen in neue Spieler. Doch die Macht in Hoffenheim hat ausschließlich Dietmar Hopp - und er sagt wo es langgeht. 

In der Rückrunde hat die Mannschaft des FCB nun also ein anderes Gesicht: Arjen Robben wird aller Wahrscheinlichkeit wieder einsatzbereit sein, Luiz Gustavo wird bis Sommer die linke Abwehrseite beackern. Damit ist einerseits die Abwehr der Bayern gestärkt, wenngleich auch nicht in der Innenverteidigung, aber es war auch nicht unbedingt zu erwarten, dass ein geeigneter Kandidat schon im Winter zu bekommen ist. Andererseits ist die gefährliche Flügelzange mit Ribéry und Robben wieder komplett, was uns unberechenbarer macht.
Mit Diego Contento steht ein prima Back-Up für Gustavo bereit - und im Sommer könnte der Brasilianer dann für Mark van Bommel ins defensive Mittelfeld rücken (so van Bommel nicht bleibt). Das könnte allerdings auch Anatoliy Tymoshchuk. Zudem kann Luiz Gustavo auch in der IV eingesetzt werden, ein Allrounder sozusagen - und das ist wohl auch der Grund warum der FCB auf einen sofortigen Wechsel drängte.

Im Sommer diesen Jahres laufen die Verträge von Klose, Altintop, Kraft, van Bommel und Ottl aus. Zudem wird man sehen, wie sich in der Rückrunde unsere Innenverteidigung mit Breno und Badstuber (auch wieder im Training zurück) darstellt. Ein Back-Up für Lahm wäre angebracht - und auch im Sturm wird vermutlich für  Miro Klose ein Nachwuchstalent - vielleicht ein französisches - nachrücken. Die Torhüterposition wird  ab 2011/2012 - da bin ich ganz sicher - Manuel Neuer besetzen. 


*Titel: aus "Das Karussell" von Rainer Maria Rilke, Juni 1906 Paris

Samstag, 1. Januar 2011

Termine Januar 2011

 2. bis 9. Januar 2011 - FCB-Trainingslager in Doha/Katar

11. Januar 2011 - Wahl der FIFA-Elf des Jahres

15. Januar 2011 - Bundesliga
VfL Wolfsburg  vs FCB
15.30 Uhr

22. Januar 2011 - Bundesliga
FCB vs 1. FC Kaiserslautern
15.30 Uhr

26. Januar 2011 - DFB-Pokal-Viertelfinale
Alemannia Aachen vs FCB
20.30 Uhr (Liveübertragung des ZDF)

29. Januar 2011 - Bundesliga
SV Werder Bremen vs FCB 
15:30 Uhr