Natürlich rede ich nicht von Tschaikowski - und mit Ballet hatten die letzten zwei Auftritte des FC Bayern im Jahr 2011 auch nicht so wirklich viel zu tun, doch eine gewisse "Nussknackermentalität" war schon von Nöten.
Erster Akt
Nachdem ich mir den Auftritt der Roten gegen den 1. FC Köln gestern als Aufzeichnung angesehen hatte, musste ich über die doch etwas realitätsferne Wahrnehmung so manch Kölner Anhänger aus meinem Kollegenkreis schmunzeln. "Wenn", "dann", "hätte", "dann aber" - da glaubte man doch allen Ernstes, dass "mit ein bißchen mehr Glück" mehr drin gewesen wäre bei den Bayern.
Also bitte! Was war denn das? Fünf Abwehrspieler, davon drei Innenverteidiger - quasi mit Libero (!), den es im modernen Fußball gar nicht mehr gibt. Die Kölner generierten dementsprechend ihre erste - nennen wir sie mal - Torchance in der 55. Spielminute - die nächste (und letzte) folgte dann irgendwann nach der 70. Minute. Da dies nicht erst seit Solbakken die altbekannte Taktik der Kölner ist, in München mit Destruktiv-Fußball etwas mitzunehmen, hatte ich mit meinem "grausam" nicht so ganz unrecht. Doch diesmal ging es gut für uns aus. Der FCB begann keineswegs pomadig, sondern versuchte das Defensivbollwerk des FC spielerisch zu knacken. Dumm nur, dass sich der bis dahin beste Spieler, Franck Ribéry, aufgrund einer Undiszipliniertheit die Gelb-Rote Karte abholte und schon ab der 33. Minute nur noch zehn Bayern auf dem Platz standen.
Die Kölner waren ganz und gar chancenlos und es war nur eine Frage der Zeit, wann die Bayern endlich Tore erzielen. Am Ende dann - um es kurz zu machen - waren es noch drei an der Zahl. Standesgemäß - und der FC Bayern konnte den ersten Heimsieg gegen Köln in der Arena einfahren. Die erste harte Nuss war also geknackt. Beste Spieler: Ribéry, Kroos, Tymoschtschuk.
Bayern München vs 1. FC Köln 3:0 (FernglasFCB tippte 1:1)
Zweiter Akt
Auswärts im Pokal gegen den VfL Bochum - und es galt was bei solchen Spielen immer gilt: Hauptsache weiter, egal wie. Das ist eben der Pokal, da bekommst Du nichts fürs Schönspielen.
Die Bayern in der ersten Hälfte irgendwie nicht bissig genug - mit zu wenig Bewegung - fast ein bißchen lässig unterwegs. Der VfL stand gut und war - im Gegensatz zur Taktik der Kölner - sogar bemüht hier und da Angriffe einzuleiten. Doch trotz des zwischenzeitigen Rückstandes spielte der FCB zunehmend seine Qualtität aus und zog nach der Pause ein regelrechtes Powerplay auf. Folgerichtig kamen die Bayern zum Ausgleich - und als sich das Bochumer Publikum schon auf eine Verlängerung einstellte, schlug der last-minute FC Bayern in persona Arjen Robben in der 91. Minute zu und gewann letzten Endes verdient. Nuss Nummer Zwei war geknackt. Jetzt treffen die Bayern Anfang Februar auf den VfB Stuttgart, der sich etwas glücklich gegen den HSV behaupten konnte. Beste Spieler: Franck Ribéry, Toni Kroos.
VfL Bochum vs Bayern München 1:2 (FernglasFCB tippte: 0:3)
Damit ist der positive Schlussstrich unter das Jahr 2011 gezogen und die Mannschaft hat sich ein paar Tage Ruhe verdient, um Kräfte zu tanken für ein äußerst anstrengendes und spannendes Jahr 2012.
FernglasFCB wünscht allen Lesern und Bayern-Fans ein gemütliches Weihnachtsfest und alles Gute für das kommende Jahr!

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