Andere Bundesliga-Klubs vermelden ihren Dauerkartenverkauf wie einen Triumpf - was hier und da zu vermehrter Planungssicherheit bezüglich der Stadioneinnahmen führt und von daher durchaus nachvollziehbar ist. Beim FC Bayern ist die Sachlage eine andere. Hoeneß' Politik war es schon seit geraumer Zeit, dass der FCB ein "offener" Verein sein muss - und keine geschlossene Gesellschaft. Fans sollten die Möglichkeit erhalten, Spiele des Klubs auch im Stadion sehen zu können, daher beschränkte man sich beim Rekordmeister schon zu Zeiten als man noch im Olympiastadion spielte auf ein Mindestmaß an Dauerkarten. Fluktuation ist das Stichwort - und eine solche garantiert dem Klub "neue" Zuschauer und somit potenziell "neue, zukünftige Fans". Rein ökonomisch kann man das auch als das Erschließen neuer Kundenpotenziale bezeichnen.
Seitdem der FC Bayern in die Allianz Arena umgezogen ist, gilt für Bundesliga-Spiele des Top-Klubs das Adjektiv "ausverkauft". Bei Pokal- und Europapokalbegegnungen ist es meist genauso. Wenn Präsident Hoeneß also jetzt verkündet, dass er in Zukunft mehr Gerechtigkeit bei der Ticketvergabe erreichen will, dann ist das nur eine Fortsetzung der bislang ohnehin schon betriebenen Vorgehensweise. Die Zahl von 35.000 verkauften Dauerkarten soll wohlmöglich in Zukunft verringert werden.
Wenn Uli Hoeneß wirklich mehr Gerechtigkeit in Sachen Kartenvergabe erreichen will, wäre ein erster Schritt die Zusammenarbeit mit der nicht unumstrittenen Ticketbörse "Viagogo" und dem FC Bayern zu beenden. Aber dafür gibt es derzeit keine Anzeichen. Bis dahin bleibt letztlich alles beim Alten.

3 Kommentare:
Hieß es nicht auf der JHV, dass der Vertrag mit viagogo erfüllt, aber nicht verlängert würde?
Vorzeitig aussteigen ist wahrschinlich nicht möglich bzw. zu teuer, aber es gibt ja dann wenigstens Hoffnung für irgendwann...
Ist mir nicht bekannt gewesen, ich war auch nicht auf der JHV. Wenn dem so ist, gut! Dann hätten wir ja der ersten Schritt in die richtige Richtung.
Vor allem sind Einzelkarten attraktiver als eine Dauerkarte. Zumindest in München.
Kommentar veröffentlichen