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Montag, 12. Dezember 2011

Fast durch! Zeit wirds

Gestern merkte man den Bayern an, dass es Zeit wird für die wohlverdiente Winterpause. In den letzten zwanzig Minuten der Partie gegen den VfB Stuttgart schleppte sich das Team des Rekordmeisters irgendwie betäubt über das Grün, darauf hoffend dass bald Schluss sei. Doch noch gilt es am kommenden Freitag die Herbstmeisterschaft endgültig unter Dach und Fach zu bringen und das Pokalachtelfinale beim VfL Bochum zu überstehen. Erst dann ist die erste Hälfte des Spieljahres 2011/2012 geschafft. 

Es war ein merkwürdiger Auftritt der Roten in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena - von souverän beherrschend, über hilf- und harmlos, bis hin zu einigen Weltklasse-Aktionen, es war alles dabei. Doch so richtig "rund" war am Ende nur das Ergebnis. Die Bayern beherrschten von Beginn an das Geschehen und hätten in Führung gehen müssen - Mario Gomez kann vermutlich selbst heute noch nicht erklären, wie er diese Möglichkeit hat vergeben können. Im Gegenzug machten es die Stuttgarter besser und gingen bereits in der sechsten Minute durch Gentner in Führung. Die Defensive der Bayern war wieder mal vollkommen überrascht und überfordert vom schnellen Umschalten des Gegners.
Immer wieder kamen die Bayern vor allem über die Robben-Seite zu gefährlichen Aktionen. Ribéry auf links war zugestellt, auf Robbens rechtem Flügel lag die Achilles-Ferse der Gastgeber. In der 13-ten Minute flankt Rafinha - der Ball landet leicht abgefälscht perfekt bei Gomez - und Gomez vollstreckt in großartiger Manier zum Ausgleich. Stuttgarts Molinaro ging dann überhart gegen Robben zu Sache und kassierte folgerichtig die Gelbe Karte. Nach einer halben Stunde wiederholt Molinaro diese völlig unnötige Aktion und wird korrekterweise mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Beim Stuttgarter Publikum machte sich danach das schlechte schwäbische Bier bemerkbar - und so bekam Arjen Robben bei jedem Ballkontakt ein gellendes Pfeifkonzert zu hören. Robbens spektakuläre Fallsucht ist dafür verantwortlich, da hilft es ihm auch nichts, wenn er - so wie gestern Abend - tatsächlich umgesenst wird. Für mich ist es jedoch vollkommen unangebracht, dass Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia und auch Fredi Bobic selbst nach dem Spiel diese Entscheidungen noch vehement kritisieren. Man sollte meinen, die Herren hätten zumindest mal einen Blick auf die Fernsehbilder geworfen.
Dass der VfB mit nur noch zehn Mann auf dem Platz stand, tat vor allem dem Bayern-Spiel nicht gut. Der VfB stellte sich kompakter auf und ging in die Verteidigung über, was die Bayern vor arge Probleme stellte. In der 50-ten Spielminute kann Kroos freistehend abziehen, doch Torhüter Ullreich vereitelt die Bayern-Führung mit einer großartigen Parade. Sechs Minuten später ist es dann soweit, die Bayern schießen das 2:1 - wieder durch Gomez, vorbereitet durch Lahm. Zehn Minuten vor Ende hätte van Buyten dann fast für den Ausgleich gesorgt, als der den Ball zu Neuer zurück chippen will und Cacao diesen Patzer fast ausgenutzt hätte. 

Letztendlich war der Auswärtssieg gerechtfertigt und durch die Punktverluste von Gladbach und Dortmund dürfte die Herbstmeisterschaft so gut wie sicher sein. 
Es war in der Summe ein krampfhafter, aber durchaus kämpferischer Auftritt der Bayern - immerhin konnte man einen Rückstand aufholen und am Ende triumphieren. Beste Spieler auf dem Platz: Gomez und Kroos. Kuriositäten am Rande: Badstuber und van Buyten dürften sich mittleriweile wohl auch wieder vertragen haben - und Uli Hoeneß hatte wieder regen Diskusionsbedarf mit einem Stuttgarter Zuschauer.   

VfB Stuttgart vs Bayern München 1:2 (FernglasFCB tippte 1:2)