"Barcelona, Real Madrid - das ist dasselbe Niveau", adelte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler den Rekordmeister nach dem Samstagabendspiel. Nun ja...
Dass Leverkusen - und wer hätte das vor wenigen Wochen so vermutet? - nicht der Maßstab für den FC Bayern München sein würde, war nach nur fünf gespielten Minuten klar. Dutt stellte einen jungen Novizen als Bewacher für Franck Ribéry ab - das kann man fahrlässig oder mutig nennen - und eben dieser Danny de Costa wurde nur fünf Minuten nach Anpfiff vom Franzosen ausgetanzt, der zieht den Ball nach innen und Müller spitzelt das Spielgerät ins Netz zur frühen Bayern-Führung.
Leverkusens Trainer musste zudem auf Ballack, Schwaab, Kadlec und Schürrle verzichten. Barnetta ist ohnehin langzeitverletzt. Bei Bayern saß Robben wieder auf der Bank und Daniel van Buyten rückte für Boateng in die Innenverteidigung - Gustavo wurde von Tymoshchuk ersetzt.
Das frühe Bayern-Tor beendete alle Wünsche, Träume und Vorhaben der Gäste früh, zumal Leverkusen keine Mittel fand, die Bayern unter Druck zu setzen. In der 19-ten Minute trat dann van Buyten zum Freistoß an - richtig gelesen! Daniel van Buyten - und nicht etwa Ribéry, Schweinsteiger, Kroos oder Rafinha. Und wie auf Knopfdruck sprangen beim Flachschuss des Belgiers alle Bayer-Spieler in der Mauer hoch und gaben so den Weg frei. Der hart und platziert geschossene Ball schlug punktgenau zwischen Pfosten und Bayers Schlussmann im Tor ein - 2:0! Nicht mal zwanzig Minuten gespielt und es war klar, dass auch diesmal Bayer 04 Leverkusen ohne Punkte aus München heimkehren würde. Wie schon seit nunmehr 22 Jahren. Den Schlusspunkt setzte Rückkehrer Robben in der 90-sten Minute mit dem 3:0.
Es war nicht das beste Spiel der Bayern in letzter Zeit - und doch ist es beeindruckend wie dominant der FCB den Vizemeister der Vorsaison im Griff hatte. Manuel Neuer musste gerade zwei Mal eingreifen - in neunzig Minuten, was auch der guten Abwehrarbeit der Bayern zu verdanken war. Die herausragenden Akteure hier: Badstuber, fehlerlos und souverän, sowie Philipp Lahm, der sich immer wieder in die Angriffsbemühungen der Bayern einschaltete und mit einer hohen Passquote glänzte. Auch van Buyten spielte sehr stabil und lief gegnerische Attacken über außen sicher ab. Eine solide, nicht sonderlich glänzende Leistung der Bayern reichte aus, um Bayer Leverkusen wieder mal zuhause abzufertigen.
Neun Zu-Null-Spiele hintereinander, neunter Pflichtspielsieg in Folge, 838 Pflichtspielminuten ohne Gegentor, Torbilanz von 21:1 in der Bundesliga und insgesamt eine Torbilanz in dieser Saison von 29:1. Die Bayern 2011/12 machen ernst - und das dürfte für die Konkurrenz jetzt langsam beängstigend werden.
Bayern München 3, Bayer Leverkusen 0 (FernglasFCB tippte: 3:0)

4 Kommentare:
Ungefähr so wie 1995/1996, als man nach 7 Spielen 21 Punkte hatte und damit 7 Punkte mehr als der 1. Verfolger? Ergebnis ist ja bekannt.
Ich sehe bisher eine beeindruckende Saison der Bayern, aber eben auch, dass man sich für diese Ergebnisse nichts kaufen kann, da die Konkurrenz aus Bremen noch mithält.
Das hättest Du wohl gern! ;)
Ob Bremen dauerhaft das Niveau halten kann, muss man auch erst abwarten. Bei Gladbach darf man daran zweifeln. Es sind weniger die beeindruckenden Zahlen, als vielmehr die Art und Weise des Bayern-Spiels, das beeindruckt. Aber wer weiß besser als ein Bayern-Fan, dass die Meisterschaft idR bis zum Ende spannend bleibt. Das wird zweifelsohne noch eine harte und anstrengende Saison.
Ich denke nicht, dass der BVB in irgendeiner Form um den Titel mitspielt. Sicher, er spielt womöglich eine entscheidene Rollen, wenn die Bayern kurz vorm Ende in Dortmund spielen müssen, aber alles andere als eine Qualifikation für die CL wäre eine noch größere Sensation als die letztjährige Meisterschaft.
Bei Bayern bin ich gespannt wie es läuft, wenn sie mal nicht gewinnen oder der Winter den Bayern ihre Stärke raubt.
Diese Saison wird ähnlich vom FCB dominiert wie die letzte vom BvB.
Momentan spielt Bayern in einer anderen Liga.
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