Bayern gewann in Kaiserlautern deutlich und souverän - standesgemäß. Bayern steht auf Platz Eins der Tabelle, auch das: standesgemäß. Diese Selbstverständlichkeit mit dem der FCB heuer in die Saison startet, tut dem Bayern-Fan gut wie ein Wellness-Wochenende in Oberstaufen - wir mussten lange darauf warten.
Doch weder haben wir die "Brocken" der Liga schon gegen uns gehabt, noch ist mehr passiert als der vierte Spieltag absolviert - erst der vierte Spieltag. Wir tun also gut daran, die Kirche im Dorf zu lassen, denn auch beim FC Bayern 2011/12 ist noch nicht alles Gold was da so glänzt.
In der Pfalz hatten die Roten allerdings nichts zu befürchten, zu hilf- und harmlos der Gegner. Die "Hölle" Kaiserslautern hatte am Samstagnachmittag ihre höllischen Eigenschaften ebenfalls verloren - zu klar, zu eindeutig bestimmte der FC Bayern von Beginn an das Geschehen. Dabei überraschte Jupp Heynckes mit einem Alaba als Robben-Ersatz - Kroos blieb bis zu 88. Minute draußen - und einem Rafinha auf der Bank. Boateng wurde von der Innenverteidigerposition wieder nach außen beordert - merkwürdig zwar, aber letztlich ohne Belang für den Spielverlauf. David Alaba rechtfertigte diesen Vertrauensbeweis seines Trainers nicht, über seine Seite kam nahezu nichts, was natürlich auch daran lag, dass die Offensivstärken eines Rafinha auf der Bank blieben.
Auf der anderen Seite zeigte Philipp Lahm, dass das Theater um sein Buch ihn beflügelt hat - unter den Voraussetzungen kann er meinetwegen monatlich eine Neuerscheinung auf den Markt werfen. Ribéry spielte - wie in dieser Saison gewohnt - sehr fleißig und beschäftigte meist zwei bis drei Gegenspieler. Völlig daneben präsentierte sich Anatolji Tymoshchuk - auch das machte dem Bayern-Spiel nichts. Herauszuheben ist die Leistung Bastian Schweinsteigers!
Wie schon in den Spielen zuvor, so ist mir auch diesmal aufgefallen, wie unsicher Manuel Neuer teilweise agiert. Liegt es daran, dass er momentan so wenig zu tun hat? Oder ist es das berühmte erste schwere Jahr bei den Bayern?
Die Bayern mit guten Möglichkeiten, aber erst Rodneis Handspiel sorgt in der 37-sten Spielminute für das erste Tor - durch Gomez als Elfmeterschütze. In zweiten Durchgang verschuldet erneut Rodnei einen Elfer - wieder ist es Gomez der trifft, wenngleich er einen zweiten Anlauf benötigte. Treffer Nummer Drei legte Müller großartig vor, Gomez schießt flach ein - zum Endstand von 3:0. Zählt man die Entwicklung der Elfmeter mit, so bereitete Thomas Müller quasi alle drei Treffer vor.
Das Schiedsrichtergespann lag zumindest bei den Elfmetern und auch bei der Roten Karte kurz vor Ende der Partie richtig - mit den Abseitsentscheidungen hatten sie so ihre Schwierigkeiten. Apropos Schiedsrichter: Jürgen Klopp sollte mal jemand ein Regelbuch schenken - denn auch der Versuch eines Nachtretens ist mit Rot zu ahnden. Sein Erklärungsversuch und der verbale Ausraster am Mikrofon, ist hier schön kommentiert.
Die Bayern sind in der Spur - aber die großen Gegner kommen noch. Erste echte Herausforderung dürfte das Auswärtsspiel beim FC Schalke sein, denn bei denen läuft es gerade wie am Schnürchen. FernglasFCB wird wieder vor Ort sein.
Die Champions League-Auslosung hat uns eine anspruchsvolle Gruppe hinterlassen, wenngleich man ohnehin jeden Gegner schlagen muss, will man den Traum von einem Finale in München wahrmachen. Dortmunds Watzke hat sich ein bisschen zu früh über den UEFA-Klubkoeffizienten erregt, die Auslosung beschwerte den Schwarz-Gelben dann das dankbarste Los. Alle Aufregung umsonst, Herr Watzke - wie so oft.
Kaiserlautern 0, Bayern München 3 (FernglasFCB tippte: 1:3)

10 Kommentare:
>>Jürgen Klopp sollte mal jemand ein Regelbuch schenken - denn auch der Versuch eines Nachtretens ist mit Rot zu ahnden.<<
Sorry, aber hier liegst du leider falsch.
Regel 12 – Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen:
Ein Spieler verursacht einen direkten Freistoß für das gegnerische Team, wenn er eines der nachfolgend aufgeführten sieben Vergehen nach Einschätzung des Schiedsrichters fahrlässig, rücksichtslos oder mit unverhältnismäßigem Körpereinsatz begeht:
- einen Gegner tritt oder versucht, ihn zu treten.
- einem Gegner das Bein stellt oder es versucht.
- einen Gegner schlägt oder versucht, ihn zu schlagen.
5. Das Anspucken eines Spielers und der Versuch sind gleich (direkter Freistoß, Feldverweis) zu bestrafen.
Der Versuch einer Tätlichkeit ist im Regelwerk nicht eindeutig geregelt. Man muss es ahnden, jedoch ist hier nirgends von einem Feldverweis die Rede. Als der Spruch "Der Versuch ist schon (mit Rot) Strafbar" ist schlicht weg Humbug.
PS: Bevor es wieder heißt, dass der Dortmunder beleidigt ist: Aus dem Bauch heraus im Stadion hätte ich Götze auch vom Platz gestellt. Das es im Regelwerk eine Grauzone gibt, war mir nicht wirklich geläufig.
Ich freue mich jetzt erst einmal, dass die Bayern auch gegen solche "kleinen" Gegner wie Kaiserslautern souverän auftreten - da ist man teilweise schon anderes gewöhnt...
"einen Gegner tritt oder versucht, ihn zu treten."
ist doch eindeutig oder?
ok, war quatsch, das bezieht sich auf den Freistoß nicht auf die rote Karte. Ich nehms zurück.
@Tinneff: Danke für die Aufklärung - ändert aber auch nichts daran, dass der Schiedsrichter das durchaus mit Rot ahnden kann (und m. E. auch richtig entschieden hat). So wie Du es ja auch empfunden hast.
@Zechbauer: Mir ging es nur darum, dass es nicht, wie du schreibst, mit Rot zu ahnden ist. Als bestes Beispiel dient hier euer Franck Ribery. Wenn es eindeutig geregelt wäre, dass der Versuch oder eine Tätlichkeit mit Rot zu bestrafen ist, dann wäre dieser in Wolfsburg vom Platz geflogen. Der Schiri hatte jedoch meines Wissens nur gelb gezeigt, was im Rahmen des Regelwerks in Ordnung ist. Es ist halt eine Grauzone.
Aber viel witziger ist eigentlich, dass Stark sagt, dass allein der Versuch mit Rot zu ahnden ist und er keinen Spielraum hat. Da müsste Herr Stark mal zur Nachschulung in Sachen Regelkunde.
Ja, die Aussage von Herrn Stark hat mich in dem Zusammenhang auch überrascht. Und ja, Ribéry hätte man auch vom Platz stellen können - da hätte es von mir kein Veto gegeben.
Übrigens gefiel mir die reflektierte Stellungnahme zu all den "Vorfällen" von Mats Hummels. In jedem Falle reifere Aussagen als die von Jürgen Klopp.
@Tinneff:
Ich kann mir gut vorstellen, dass es für solche Grauzonen innerhalb des Schiedsrichterbundes o.ä. Absprachen dazu gibt, wie die Schiedsrichter mit entsprechenden Situationen umgehen sollen in der Bundesliga.
Stark ist nicht der erste Schiri, von dem ich höre, dass eine versuchte Tätlichkeit mit Rot geahndet wird, vielleicht wird diese Grauzone deshalb als Konvention generell in der Bundesliga, vielleicht ja sogar auch international so gehandhabt. Kann mich z.B. noch daran erinnern, dass es in einer Saison unter den Schiedsrichtern hieß, man möchte jetzt stärker gegen Schwalben in der Bundesliga vorgehen und häufiger eine gelbe Karte dafür zeigen.
@Zechbauer: Naja Klopp ist ein emotionaler Typ, hat diese Aussage direkt nach dem Spiel getätigt und will Götze irgendwie schützen. Ich denke, dass er mit etwas Abstand die Situation auch anders sieht.
@Candis: Dem kann ich nur zustimmen. Es wird auch immer grauzonen geben und einen gewissen Ermessensspielraum der Schiedsrichter. Mir ging es nur darum, dass Stark sich in der Öffentlichkeit hinstellt und irgendwas in die Welt posaunt, was schlicht nicht im Regelwerk festgezurrt ist. Ebenso dämlich war auch seine Argumentation bei "Spukaktion". Ich gehe jede Wette ein, dass er das im Spiel nicht gesehen hat und erst nach Studium der TV-Bilder das Ganze noch mit eingebaut hat, um von seinem Fehler z.B. bei der Hummelsszene abzulenken. Der Mann ist einfach nur Arrogant und hat überhaupt keinen Charakter.
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