Wir liegen 14 Punkte hinter dem Tabellenführer. 14 Punkte! Gewinnen die Bayern ihr Heimspiel gegen eben diesen Tabellenführer, wären es in der Gesamtrechnung noch 11 Punkte Vorsprung. Zum Egalisieren dieser 11 Punkte, braucht man vier Niederlagen der schwarz-gelben Konkurrenz bei gleichzeitigen Siegen des noch amtierenden Meisters (zuzüglich des Heimsieges im direkten Vergleich). 17 Spieltage hat man dafür Zeit und ist natürlich auf mehrfaches Stolpern des Führenden angewiesen. Abgesehen davon hat der FCB noch in zwei weiteren Wettbewerben über die Rückrunde gute Leistungen abzurufen - eine Zusatzbelastung, die Tabellenführer Dortmund nicht hat. Es spricht also nicht viel für die erfolgreiche Titelverteidigung.
Und dennoch, Dortmund wird in der Rückrunde von den anderen Bundesligisten sicher anders wahrgenommen: als wahrscheinlicher Meister, als Top-Favorit. Das ist einerseits eine Bürde, die Druck bedeutet - andererseits wird das ein- oder andere Team gerade gegen Dortmund taktisch anders agieren. Wir kennen das ja bestens, mühsames Anrennen gegen eine destruktive Wand, aus der heraus auf Konter gelauert wird. Dortmunds Team ist jung und im Kampf ums Eingemachte unerfahren. Beim FCB stehen nach einer horrenden Verletzungsorgie fast alle Spieler zum Rückrundenstart zur Verfügung. Wichtigste Personalie scheint dabei Arjen Robben zu sein, doch ausgerechnet offensiv haben wir derzeit so gar keine Probleme. Schwachpunkt der Hinrunde war die Defensive. Hier sollen nun Luiz Gustavo und der gesundete Holger Badstuber aushelfen.
In Dortmund wird der ein- oder andere Spieler das Grübeln anfangen, sich vergegenwärtigen dass man es nun in der Hand hat, Meister zu werden. Das Unbeschwerte aus der Hinrunde wird jetzt zu einem klaren Anspruch, auch einem Anspruch des Umfelds und der medialen Öffentlichkeit. Damit hatten in der Vergangenheit viele Teams so ihre Probleme (hier ist wohl Bayer 04 Leverkusen das Paradebeispiel).
Das Wichtigste ist, dass die Bayern als Verfolger zur Stelle sind, wenn der Erste der Liga stolpern sollte. Das bedingt Konzentration, das Minimieren eigener Fehler und die ungebremste Geilheit eine überragende Aufholjagd zu starten. Mitte Februar, nach rund einem halben Dutzend absolvierter Pflichtspiele wird man eine Tendenz ablesen können. Es ist nicht unmöglich, dass die diesjährige Meisterschaft erst am letzten Spieltag ihre Entscheidung finden wird. Allerdings wird es eine Herkulesaufgabe.

1 Kommentare:
Ich bin sehr gespannt, ob Sie es schaffen werden, vor allem wenn Klose und van Bommel wohl möglich noch vor Beginn Rückrunde den Verein verlassen werden...
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