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Montag, 24. Januar 2011

Ein 5 zu 1 ohne Spaß

Der FC Bayern 2010/2011 macht nicht mal mit einem 5:1-Kantersieg gegen die verhassten Lauterer Spaß. Wer Barcelona am Wochenende spielen sehen hat, der weiß dass der FCB aus Deutschland von einem solchen Leistungsniveau Lichtjahre entfernt ist. 
Wer hingegen die erste Halbzeit des Bayern-Spiels gesehen hat, dem muss angst und bange werden um den Rekordmeister. Einzig die Tatsache, dass Kaiserlautern nicht den Mumm hatte mehr nach vorne zu riskieren, rettete uns vor einer erneuten Pleite. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was Louis van Gaal geritten haben muss - das taktische Konzept im ersten Durchgang war jedenfalls ein völliges Durcheinander oder aber ein holländischer Witz, den keiner verstanden hat. Vielleicht schlagen dem Trainer so langsam die Heckenschützen-Aktionen von Bayern-Präsident Hoeneß aufs Gemüt. Irgendwie auch wieder verständlich. 

Unnötig wie ein Kropf sind diese Drohgebärden und Andeutungen  - wie jetzt wieder in einem Interview mit der Süddeutschen. Noch schlimmer aber: sie behindern auf Dauer den Erfolg des Klubs. Natürlich macht der Boulevard mehr daraus, als man letztlich herauslesen muss - aber das weiß Hoeneß, er ist lang genug in diesem Geschäft. Das Störfeuer hat Methode, so scheint es. Dumm nur, dass es vermutlcih gar nicht um den FC Bayern geht. Hier geht es um Eitelkeiten, um Macht und Revierkampf. Wenn es wirklich stimmt, dass Matthias Sammer trotz mündlicher Einigung so kurzfristig den HSV  hat stehen lassen, weil am Horizont ein Trainerposten beim FC Bayern winkt, dann passt das irgendwie zu den regelmäßigen Breitseiten des Präsidenten in Richtung Trainer van Gaal. Mir schwant, dass die Tage des Louis van Gaal beim FC Bayern gezählt sind - es ist nur noch eine Frage der Zeit und der Misserfolge. Ob man Uli Hoeneß allerdings dafür dankbar sein muss, bezweifle ich mometan. 

Robben allein zuhaus
Der einzige Spieler, den man in der ersten Halbzeit herausstellen kann, war Arjen Robben. Manchmal zu verspielt, zu eigensinnig mit dem Kopf durch die Wand, spielte er jedenfalls wieder wie der Robben vor seiner Verletzung. Doch war er der einzige Bayern-Spieler, dem man anmerkte dass hier drei wertvolle Punkte zu holen sind.  Die enorm wichtigen Treffer kurz vor und kurz nach der Halbzeitpause waren dann auch der Knockout für die Gäste aus der Pfalz. Zu loben ist auch die Effizienz von Mario Gomez, der auf dem besten Wege ist ernster Anwärter auf den Titel des Torschützenkönigs zu werden. 
Die durcheinander gewürfelte Defensive war extrem anfällig, Schweinsteiger irrte im ersten Durchgang orientierungslos über den Platz, Kraft schien hier und da unsicher, Tymo und van Bommel mit zu vielen Fehlpässen und Stockfehlern. Müller glänzte eigentlich nur bei seiner Vorlage zum 1:0 und seinem eigenen Treffer zum 5:1. 
Fantastisch herausgespielt das 2:0 - tolle Kombination und ein kurzer Moment des Zaubers, den wir seit der Rückrunde der letzten Saison so sehnsüchtig vermissen. Alles in allem (fast) ein Bayern-Spieltag: bis auf Leverkusen ließ die Konkurrenz um Platz zwei Federn. Aber so richtig will sich Euphorie und Aufbruchsstimmung nicht einstellen, denn bislang blieb der FC Bayern die Fähigkeit zu einer Siegesserie schuldig.      

FernglasFCB tippte 4:0 (Ergebnis: 5:1)

1 Kommentare:

Andi hat gesagt…

Mir geht dieser Zirkus auch ganz gewaltig auf den Keks. Damit nimmt man einem sehr guten Trainer Stück für Stück die Lust und Motivation an der Arbeit. Und das nur weil es ein Trainer ist, der nicht die Marionette des Vorstands ist und seinen eigenen Kopf einsetzt. Das ist wirklich armselig.