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Mittwoch, 29. Dezember 2010

Ich würde noch geschrieben haben

Dachte ich. Es hat sich aber für 2010 endgültig ausgeschrieben.


Ein gesundes und herausragendes Jahr 2011 
wünscht FernglasFCB allen Lesern und jenen, 
die es noch werden. 

Donnerstag, 23. Dezember 2010

FernglasFCB wünscht Euch eines schönes Weihnachtsfest!

Achtelfinale - ein Drama in zwei Akten

Das Publikum war gespannt, nachdem die Vorpremiere am vergangenen Sonntag einiges an Überraschungen, vor allem aber acht Tore, geboten hatte. Und es wurde nicht enttäuscht. Diesmal wurden es sogar neun Treffer. 

Die Hauptdarsteller: Franck Ribéry, Thomas Müller und Pawel Pogrebnjak. Alle drei in hervorragender Verfassung - und alle drei trafen gestern Abend im Stuttgarter Theater.  Die Gilde der Nebendarsteller führten Hansjörg Butt und Khalid Boulahrouz an. Das Gros der Akteure aber führte eher ein Schattendasein in diesem zweifellos recht unterhaltsamen Stück. Die Schattenmänner der gastierenden Truppe: Mark van Bommel, Philipp Lahm, Danjiel Pranjic, Anatoli Tymoshchuk, Breno, Daniel van Buyten und Andreas Ottl - allesamt mit schwacher Performance.   


Erster Akt
Kaum hatten sich die Zuschauer gesetzt, knallte Andreas Ottl den Ball aus der Distanz ins Tor - das muntere Toreschießen von Sonntagabend schien seine Fortsetzung zu finden. Das war die einzige bemerkenswerte Szene der Zweitbesetzung Ottl, ansonsten fiel der Münchner nur durch Fehleinschätzungen und schwaches Spiel ins Auge. Zwei Minuten später brachte Müller dann Mario Gomez in Position, der sich nicht lumpen ließ und dem ihm nicht wohlgesonnenen Stuttgarter Publikum kurzzeitig den Atem nahm. Nach acht Minuten lag die heimische Truppe also erneut mit zwei Toren zurück. Ohje, VfB! Man konnte fast Mitleid bekommen. 
Doch die Bayern - obwohl gefällig im Zusammenspiel auf engstem Raum - schalteten ein paar Gänge zurück, so als wollten sie sich gnädig gegenüber den Gastgebern erweisen. Wie sehr es dann wieder in der Defensive des Rekordpokalsiegers wackelt, sah man dann als Progrebnjak in der 36. und 46. Minute die komfortable Ausgangsposition neutralisierte. Ein Déjà-vu für diejenigen, die schon die Generalprobe am Sonntag erlebt hatten.
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Pause.

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Zweiter Akt
Matthieu Delpierre ist noch nicht wieder im Spiel, will in der 52. Minute das Spielgerät seinem Schlussmann überlassen und übersieht den hinter ihm lauernden Miroslav Klose (für den angeschlagenen Gomez eingewechselt) - erneute Führung für die Gäste aus Bayern. Das sind Geschenke, die das Ensemble des FCB mittlerweile zu hundert Prozent dankend annimmt. Akteur van Bommel verließ - ob angeschlagen oder nicht - frühzeitig die Bühne, seine Darstellung war nicht dazu angetan, dem Publikum seine Präsenz weiterhin zuzumuten.
Dann kam der Auftritt von Khalid Bhoularouz, dem "Kannibalen". Zuvor schon verwarnt, übertrieb es der, sich ansonsten in guter Form präsentierende, Niederländer und bekam seine zweite Verwarnung - ergo Platzverweis. Der Gefoulte, der noch nicht wieder in Topform befindliche Bastian Schweinsteiger, setzte sich noch für den Verbleib des Übeltäters ein - erfolglos. 
Ein weiterer Nebendarsteller rückte nun in den Fokus: Hansjörg Butt. Von seinen Hintermännern im Stich gelassen, versuchte er den Ball noch ins Aus zu schießen, Gegenspieler Cacao nutzt dies und springt ihm in die Beine - Elfmeter! Muss man nicht geben, kann man aber. Doch Butt, der zuvor schon eine hundertprozentige Torchance vereitelte, hielt - und fast war man geneigt zu glauben, dass es das nun endgültig war und die Stuttgarter geschlagen sind. 

In der 77. Minute war dann erneut die Bayern-Abwehr nicht im Bilde und Delpierre köpft zum Ausgleich ein und macht seinen Fehler aus Minute 52. wieder gut. 
Alles wieder offen? Mitnichten. Die Stärke der Bayern ist, dass sie jederzeit in der Lage sind zurückzuschlagen - so auch diesmal. Fantastischer Laufweg von Thomas Müller durch die Stuttgarter Abwehr, so als hätte er gerochen wohin der Ball kommen wird, dann drückte der wohl beste Akteur des gestrigen Abends den Ball durch die Beine des Schlussmanns zum vierten Bayern-Treffer.


Die Schlussszene
Das Spiel war noch nicht durch, was fehlte war der tödliche Treffer - den besorgte dann fünf Minuten später Miroslav Klose und Stuttgart war endgültig geschlagen. Delpierre handelte sich dann noch eine Gelb-Rote Karte ein, bevor Franck Ribéry mit einem Kopfballtreffer seine gute Leistung an diesem Abend krönte.


Am Ende wurde dem Publikum ein Spektakel geboten: Insgesamt neun Treffer (schon am Sonntag waren es acht), zwei Platzverweise und ein gehaltener Strafstoß - und das alles in neunzig Minuten Pokalfight. Schlussendlich gab es viel Licht in der Offensive, aber auch viel Schatten in der Defensive. Der FC Bayern 2010/2011 muss sich schleunigst stabilisieren, sonst wird es eine bittere Rückrunde. 
Bayern steht im Viertelfinale und trifft Ende Januar auf Alemannia Aachen am Aachener Tivoli! Ausgerechnet Aachen. Da gibt es noch etwas gut zu machen.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Ein Spiegelbild der Hinrunde

... lieferte am Sonntagabend der FC Bayern mit seinem Auftritt in Stuttgart - und eigentlich auch wieder nicht. Die Effizienz der ersten Halbzeit ließ der Rekordmeister in dieser ersten Hälfte des Spieljahres 2010/2011 allzuoft vermissen. Drei Chancen und drei Treffer - teils aus dem Nichts. Dabei legten sich die Stuttgarter ganz gut ins Zeug. Bei Bayern passte lediglich die Einstellung. Ansonsten viele Fehler im Spielaufbau und wenig Bedrohung durch Angriffsbemühungen.
Insgesamt fünf Treffer für den FCB gegen Stuttgart - davon drei durch Mario Gomez,- verdeutlichen, dass der Titelverteidiger in Sachen Offensive funktioniert. Spielt Gomez nicht, treffen nämlich auch andere. Allein 18 Pflichtspieltreffer durch "Super-Mario" in 15 Spielen - den ewigen Gomez-Kritikern dürfte spätestens jetzt die Schamesröte ins Gesicht steigen. 
Die drei Gegentreffer beschreiben hingegen ganz gut, wo es hakt beim Titelverteidiger: In der Defensive - und da ist zumindest im Rückblick auf das Stuttgart-Spiel nicht nur die Abwehr, sondern auch das gesamte Defensivverhalten der Mannschaft gemeint. Das Umschalten von Angriff auf Abwehr, bedingt durch Fehler im Aufbauspiel, hängt. Das 1:3 für die Gastgeber spiegelte ganz gut die Fehlerkette bei den Bayern wider. Da reagiert Lahm zu langsam, Tymoshchuk steht falsch und kann nicht mehr eingreifen, Pranjic steht falsch zum Mann - dahinter, statt davor, Innenverteidier Breno ist nirgends zu finden. Die defensiven Mittelfeldspieler van Bommel und Ottl standen schon viel zu weit vorn, um noch eingreifen zu können. Für wie viele Gegentore sind individuelle Fehler der Innenverteidiger Daniel van Buyten oder Martin Demichelis ausschlaggebend gewesen? Sicherlich waren es keine zwanzig.
Dem FC Bayern gelang es wieder mal den Gegner stark zu machen, wie schon so oft in dieser Saison. Man muss sich das mal vorstellen, nach einer 5:1-Führung auf fremden Platz! Von daher fällt meine Begeisterung über die letzten drei Punkte der Hinrunde auch dementsprechend verhalten aus. 

Zu den Erfreulichkeiten gehörte sicher die Leistung von Thomas Müller, der an drei Treffern beteiligt war. Das ist die Position, in der ein Müller für uns am wertvollsten ist, Herr van Gaal!
Franck Ribéry bestätigte seine schleichend aufsteigende Tendenz und traf mit einem wunderschönen Treffer erneut. Last but not least, die Tormaschine Gomez läuft und läuft und läuft. Phänomenal! Man kann Mario Gomez nur wünschen, dass seine Bedeutung für diese Mannschaft nicht bei der nächsten kleineren Flaute sofort wieder vergessen ist. 

Unerfreulich: Mark van Bommel lieferte am Sonntag keine Argumente, die einen Verbleib beim FCB über seine Vertragslaufzeit hinaus rechtfertigen - aber dazu später noch ein Wort.
Philipp Lahm gefiel mit im ersten Durchgang überhaupt nicht. Entweder ist er überspielt - oder er ergreift einfach nicht die Initiative, die ein Führungsspieler ergreifen muss, wenn einer wie Bastian Schweinsteiger (oder van Bommel) fehlt. Breno legte zeitweise wieder divenhaftes Verhalten an den Tag - und konnte von Glück reden, dass sein Patzer als Foul des Gegenspielers gewertet wurde. Butt sah bei einem Gegentreffer nicht gut aus, aber wem wenn nicht ihm kann man das verzeihen?! Klose fiel nach seiner Einwechslung nicht weiter auf. Ebenso unaufällig spielte auch Pranjic. Der unsichtbarste unter den Unsichtbaren war aber Andreas Ottl. Bis zur 77. Minute hatte er sich vollständig unter einer Art Tarnkappe versteckt. Kurzum: Bastian Schweinsteiger fehlte an allen Ecken und Enden - dazu auch Kroos, das tat unserem Spiel nicht gut. 

FernglasFCB tippte 1:3 (Ergebnis: 3:5)

Morgen Abend gleiche Bühne, anderes Stück: DFB-Pokal-Achtelfinale. Die Bayern werden anders auftreten müssen, wollen sie die Chance auf Berlin 2011 wahren. Der angeschlagene VfB könnte sich als hartnäckiger und gefährlicher Stolperstein erweisen, wenn man ähnlich fahrlässig agiert wie am Sonntag.  
Der Grippe-Virus schleicht durch die Säbener - und streckt nun auch Ottl darnieder. Kein Verlust, zumal Schweinsteiger wieder trainiert und am Mittwoch hoffentlich mit von der Partie sein dürfte. Altintop fällt beim Pokalspiel mit Adduktorenproblemen aus - auch von ihm sah man im Bundeligaduell gegen den VfB bis zu seiner Auswechslung nicht viel.

Mein Tipp: VfB Stuttgart 1, Bayern 2   
(das ZDF überträgt die Partie am Mittwochabend live, 20:30 Uhr)


Platz 5 mit 29 Punkten am Ende der Hinrunde, vier Punkte hinter dem Dritten und Zweiten der Tabelle. Damit könnte man ja fast noch leben, wenn - ja wenn - der Führende der Liga nicht schon 14 Punkte mehr auf dem Konto hätte als wir. Nein, zufrieden kann man mit der Leistung in der Hinrunde nicht sein. Im Pokal siehts ordentlich aus, in der Champions League derzeit optimal, aber die Meisterschaft muss man streng genommen schon abschreiben. Ganz schön langweilig die Liga, oder? :)
Die Bayern werden auf diese Hinrunde reagieren: Feststehen soll, dass Luiz Gustavo von Hoffenheim zum FCB wechseln soll. Spätestens zum Sommer - also mit Ende der Vertragslaufzeit von Mark van Bommel. Geschuldet ist diese Personalie einerseits der Verjüngung des Kaders, van Bommel ist fast zehn Jahre älter als der Brasilianer. Andererseits hat van Bommels Berater recht vehement einen Zwei-Jahres-Vertrag für den Niederländer gefordert. Die Reaktion des Bayern-Vorstands fiel kühl aus. Nach dem Pauli-Spiel soll van Bommel schon mitgeteilt worden sein, dass man mit ihm in der neuen Saison nicht mehr plane. 
Nun tauschen wir also den gestandenen aggressive-Leader, dem der FC Bayern viel bedeutet und der nie einen Hehl daraus gemacht hat, auch seine Karriere beim FCB beenden zu wollen, gegen einen 23-jährigen Brasilianer. Aber Gustavo ist auch kein Kind von Traurigkeit und kann zumindest das "aggressive" ebenso für sich beanspruchen. Ob er zu einem Leader bei den Bayern wächst, wird sich erst noch herausstellen müssen. Zudem haben wir mit Bastian Schweinsteiger einen Leader im Kader. Luiz Gustavo hat erst im August bei der TSG Hoffenheim verlängert - und bis dato dementierte der Verein einen möglichen Wechsel zu den Bayern. Zu Wort gemeldet hat sich aber jetzt Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp: 
"Es ist sonnenklar, dass Gustavo im Sommer zu den Bayern gehen wird. Es wäre unfair, ja geradezu unmoralisch, wenn wir ihm die Karriere verbauen würden."

Zudem wird der FCB aller Wahrscheinlichkeit nach auch Leighton Baines vom FC Everton verpflichten. Baines ist linker Außenverteidiger, 26 Jahre alt und soll circa 10 Millionen Ablöse kosten. Er hatte erst im Sommer seinen Vertrag bei Everton bis 2015 verlängert. "Der 1,70 Meter große Linksfüßer ist aggressiv, dynamisch, energisch, 90 Minuten unterwegs, mit einer sehr guten Mentalität gesegnet sowie zu präzisen Pässe und Flanken fähig", schreibt der Kicker. Zudem kann Leighton Baines sofort in der Champions League eingesetzt werden. 
Bleibt die Baustelle Innenverteidigung - wenn es denn wirklich noch eine ist? Van Gaal plant mit Badstuber und Breno in der IV - gut möglich also, dass dieser Mannschaftsteil nicht mit Neuzugängen verändert wird.

Ich persönlich bedaure, wenn uns ein Mann wie Mark van Bommel verlässt. Er zählt für mich zu den sympathischen Identifikationsfiguren, über die sich Fans eines Vereins immer besonders freuen. Doch man muss den Umbau oder besser gesagt Anbau der Mannschaft weiter voran treiben - und van Bommel ist, bei allem Respekt, im Herbst seiner Profilaufbahn angekommen. Im Profi-Fußball ist wenig Platz für Sentimentalitäten, dennoch wird einer wie Mark van Bommel mir persönlich  fehlen.

Fernglas 17. Spieltag 2010/2011

Aus der Fernglas-Perspektive gesehen:
Freitag, 17.12.2010:
VfL Borussia Mönchengladbach vs Hamburger SV (1:2)

Samstag, 18.12.2010:
FC St. Pauli vs FSV Mainz 05 (2:4)

Sonntag, 19.12.2010:
TSV Bayer 04 Leverkusen vs SC Freiburg (2:2)
VfB Stuttgart vs FC Bayern München (3:5)

Freitag, 17. Dezember 2010

Heute wird gelost - Champions League Achtelfinale 2011


Im Lostopf der Bayern: 

FC Internazionale Milano (IT)
Associazione Calcio Milan (IT)
Valencia Club de Fútbol (ES)
Arsenal Football Club (UK)
FC København (DK)
Olympique de Marseille (FR)
Olympique Lyonnais (FR)


Die Auslosungszeremonie in Nyon/Schweiz  beginnt heute 
um 12 Uhr


UPDATE

Associazione Sportiva Roma vs Schachtar Donezk
Associazione Calcio Milan vs Tottenham Hotspur Football Club
Valencia Club de Fútbol vs FC Schalke 04
  FC Internazionale Milano vs FC Bayern München
Olympique Lyonnais vs Real Madrid Club de Fútbol
  Arsenal Football Club vs Futbol Club Barcelona
Olympique des Marseille vs Manchester United Football Club
 FC København vs Chelsea Football Club


Die Gruppensieger bestreiten das Hinspiel am 15./16. und 22./23. Februar auswärts, 
ehe sie am 8./9. und 15./16. März das Rückspiel zu Hause antreten.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

it aint over till it's over

Es ist noch ein Spieltag zu absolvieren - und erst dann geht es zumindest ligamäßig in die Winterpause. Die Bayern müssen also am Sonntag nach Stuttgart, zum krisengeschüttelten VfB mit seinem neuen Trainer Bruno Labbadia. Der Effekt, den ein solcher Trainerwechsel bewirken soll, darf uns keine Angst machen - der FCB ist in aufsteigender Form und individuell alle Male besser besetzt als die gastgebende Mannschaft. Drei Punkte, die letzten der Hinrunde, müssen her! Am Mittwoch drauf geht es dann erneut nach Stuttgart - zum DFB-Pokalachtelfinale. Jetzt sind zwei Mal Eier gefragt - auch wenn Eier nicht so recht zum bevorstehenden Weihnachtsfest passen. 

Die letzten Auswärtsspiele beim VfB in der Liga liefen nicht gerade so, wie man es sich in München wünschte: Unentschieden und Niederlagen - den letzten Liga-Sieg im Schwabenland errang der FC Bayern in der Saison 2004/2005. Im DFB-Pokal flogen die Stuggis sang- und klanglos mit 1:5 ebenfalls im Achtelfinale raus. Das war in der Saison 2008/2009. 
In der zweiten Hälfte des Spieljahres 2010 sind beide Teams zu  wahren Sorgenkindern mutiert - die Bayern im Kleinen, die Stuttgarter - stark abstiegsgefährdet - im Großen. 
Personell muss van Gaal die Mannschaft erneut verändern - Mario Gomez hat seine Erkältung überstanden, Kroos fällt allerdings mit einer Fußverletzung für die restlichen zwei Spiele aus. Angeschlagen sind van Bommel (Magen-Darm) und Breno (Erkältung).  

Mein Tipp: Stuttgart 1, Bayern 3


Montag, 13. Dezember 2010

Weihnachtsgeschenke

Am Wochenende fand bereits die frühzeitige Bescherung beim FC Bayern statt: Bastian Schweinsteiger verlängerte seinen Vertrag bis 2016! Und noch eine gute Nachricht überlagerte den 3:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli: Arjen Robben steigt nächste Woche in das Mannschaftstraining ein  und kann somit vermutlich pünktlich zum Rückrundenstart wieder auf dem Platz stehen.  Good News also, so dass die Vorfreude auf die Rückrunde mehr und mehr wächst. 
Das letzte Heimspiel im Spieljahr 2010 gestaltete der FCB erfolgreich. In den ersten 20 Minuten hätte Pauli gut und gern ein Törchen schießen können, aber irgendwie hatte ich den Eindruck, dass die Hamburger mit  dem Freiraum der ihnen gestattet wurde nur wenig anzufangen wussten. 
Der Mann des Tages, Hamit Altintop, schoss das 1:0 mit einem satten Fernschuss (17.) aus zwanzig Metern und stellte somit die Weichen auf Sieg. Breno wackelte, ebenso wie Tymoshchuk, in der Innenverteidigung das ein- oder andere Mal bedenklich, doch St. Pauli war letztendlich vor dem Bayern-Tor zu harmlos. Mit ein bißchen mehr Kaltschnäuzigkeit der Gäste wäre bis zur Pause auch ein 1:1 durchaus möglich gewesen. 
Als Pauli-Schlussmann Kessler dann in der zweiten Hälfte den heranstürmenden Müller im Strafraum traf, gab es folgerichtig Strafstoß. Lahm verwandelte sicher zum 2:0 - und der Drops war gelutscht. Das 3:0 durch Ribéry war dann der Schlusspunkt - obwohl zum Ende noch gut und gern zwei Treffer hätten fallen müssen.

Die Performance von Mark van Bommel, Bastian Schweinsteiger, Hamit Altintop, Toni Kroos und Diego Contento war durchaus ansprechend. Ribéry bemüht sich, traf - aber ist noch etwas weg von der Qualität, die man von ihm in München schon gesehen hat. Wieder mal sehr schwach war Thomas Müller. Anatoli Tymoshchuk hat mir nicht sonderlich gefallen, das war eines seiner schlechteren Spiele.

Das Highlight aber hob sich die Vereinsführung bis kurz nach der Partie auf: Bastian Schweinsteiger verkündete in der Arena seine Vertragsverlängerung. Ein weiteres Stück Kontinuität für das Team der nächsten Jahre. Sympathisch war die kurze, aber vor allem ehrliche, Aussage des Präsidenten Uli Hoeness, dass es im Profisport letzten Endes ums Geld geht - vom "roten Herzen" Schweinsteigers wollte Hoeness nichts wissen.

FernglasFCB tippte 4:0 (Ergebnis: 3:0)

Fernglas 16. Spieltag 2010/2011

Aus der Fernglas-Perspektive gesehen:
Samstag, 11.12.2010:
FC Bayern München vs FC St. Pauli  (3:0)

Sonntag, 12.12.2010:
SC Freiburg vs VfL Borussia Mönchengladbach (3:0)
1. FSV Mainz 05 vs FC Schalke 04 (0:1)

Freitag, 10. Dezember 2010

Manuel Neuer geht zu Bayern

(Quelle: LizasWelt)

... schreibt zumindest die Süddeutsche in ihrer heutigen Printausgabe. 

["...nach SZ-Informationen haben die Bayern diese Personalie längst geklärt."]


War ja irgendwie zu erwarten.

Den Weltpokalsiegerbesieger besiegen!

 Quelle: www.fcstpauli.com

Am Samstag heißt der Gegner FC St. Pauli. Zum vorletzten Hinrundenspiel kommt also ein Aufsteiger. Ich kann behaupten, dass der Klub mir nicht unsympathisch  und dass Pauli-Trainer Stanislawski ne coole Socke ist, wenngleich ich auch diesen Underdog-Hype um den Verein von der Reeperbahn für mittlerweile etwas überholt ansehe. 
Der Klub hat ein schlüssiges Marketingkonzept und erfreut die eigene Zielgruppe mit Popkultur-Merchandising. Geschäftstüchtig und nicht im Gestern verharrend, haben sie es mit ein bisschen Hilfe  mittlerweile geschafft, wirtschaftlich ganz gut da zu stehen und die drohende Pleite endgültig abgewendet zu haben. Gut, dass es so ist, denn der FC St. Pauli ist trotz des vielen Schwarz und Braun ein bunter Klecks in der Bundesliga, der dem Gesamtgebilde gut tut. 
Sportlich kämpft man um den Erhalt der Klasse - und das wird schwer für die Jungs aus Hamburg. Nur sechs Punkte trennen die Kontrahenten Bayern und St. Pauli voneinander - wer hätte das vor Beginn des Spieljahres ahnen können?! Dennoch ist der Unterschied qualitativ gewaltig. 

Bayern, mit dem Basel-Spiel in Knochen  und Kopf, muss siegen. Wie schwierig diese Maßgabe ist, beweist der Rekordmeister in dieser Saison regelmäßig - vor allem nach Champions League-Spielen. Wenn man glaubt, jetzt kommen sie in Schwung, gibt's eine Enttäuschung - und so recht kommt der Titelverteidiger nicht vom Fleck. Ähnlich, wenn auch mit anderer Zielvorgabe, geht es den Gästen aus der Hafenstadt. Sechs Spiele ohne Sieg - sieht man vom 1:0-Heimsieg gegen Lautern einmal ab - da wird die Rückrunde wie ein langer Abend im "Goldenen Handschuh", schmutzig, dunkel und sehr anstrengend.
Wenn der Klub von der Hafenstraße in München ohne Nervosität und selbstbewusst zu Werke geht, dann können sie den Münchnern sicher das Leben durch Kampf schwer machen. Bei Bayern gilt es, Chancen konsequent zu nutzen und den Gegner zügig zu desillusionieren - so wie sie das Mittwochabend gegen Basel machten. Wenn alles normal läuft, ist das ein sicherer Dreier für den FCB. Aber was ist in dieser Saison schon normal?

Mein Tipp: Bayern 4, St. Pauli 0
   

Donnerstag, 9. Dezember 2010

15 von 18 möglichen Punkten

Die Basler begannen forsch und druckvoll, um ihre Chance, doch noch in die Finalrunde zu gelangen, zu nutzen. Abhängig waren sie zudem vom Ergebnis der Römer beim CFR Cluj (Endergebnis 1:1).  Fünfundzwanzig Minuten lang spielte der FC Basel mit, dann schlug der FCB - also der aus München - mit einem Doppelschlag zu und die Schweizer ergaben sich ihrem Schicksal. Eine solche Effizienz hätte ich mir in einigen Meisterschaftsspielen gewünscht, aber das gestern Abend war Champions League, andere Baustelle also. Schlussendlich hätten die Bayern auch 5:0 gewinnen können, doch der kleine Schönheitsfleck mangelnder Chancenverwertung trübte den Auftritt der Roten nicht wirklich. Gut gespielt, verdient gewonnen, souverän die Gruppenphase abgeschlossen - der Vorjahresfinalist spielt zumindest in der europäischen Königsklasse standesgemäß.  

Natürlich konnte man wieder Unsicherheiten in der Defensive erkennen, aber es ging ja auch nicht gegen Kleinkleckersdorf - gestern Abend war der Schweizer Fußballmeister zu Gast. Unterm Strich war es ordentlich, wenngleich ich den Aussetzer von Breno in der 70-sten Minute lieber nicht gesehen hätte.
Spieler des Abends war für mich Diego Contento. Dieser machte in der Abwehr seine Sache gut, bereitete das 1:0 vor und setzte danach auch immer wieder Impulse in der Offensive. Flop des Abends: Thomas Müller. Bastian Schweinsteiger gefiel mit in der ersten Hälfte überhaupt nicht, steigerte sich aber mit zunehmender Spielzeit. Ribéry ohne Glanz, aber mit ehrlicher Arbeit und zwei Treffern. Goméz spielte bemüht, aber zeitweise etwas zu umständlich und letztlich auch erfolglos. Tymoshchuk, Lahm, van Bommel und Kroos mit sehr ordentlicher Partie. Im Tor stand die Nummer zwei, Thomas Kraft. Auch er machte seine Sache sehr gut - und hielt vor allem in der Basler Druckphase zu Anfang der Partie den Kasten souverän sauber. 

FernglasFCB tippte 2:1 (Ergebnis: 3:0)

Sat1-Kommentator Wolff-Christoph Fuss nörgelte gestern Abend mit Vorliebe an den Bayern herum - und sprach allen Ernstes davon, dass das Ergebnis zu hoch ausgefallen sei. Ja nee, is klar.
15 Punkte in der Vorrunde - ein Bestwert für den FC Bayern. Der siebte Heimsieg in der Königsklasse in Folge. 15 Punkte von möglichen 18 aus sechs Spielen, mehr Punkte hat übrigens noch keine deutsche Mannschaft in einer Champions League-Gruppenphase erzielt. Hoffen wir, dass der FCB in den noch ausstehenden Spielen der Saison uns ähnlich viel Spaß bereitet, wie gestern Abend.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Das letzte Gruppenspiel

2012 findet das Endspiel der Champions League in München statt. Natürlich wünscht sich der Bayern-Fan eine Finalteilnahme im eigenen Stadion. Allerdings findet so etwas selten genug statt. Träumen, werden sie aber wohl noch dürfen, die Fans des FC Bayern. Der Traum könnte allerdings bald ausgeträumt sein, falls es dem FCB nicht gelingt sich in der Bundesliga zu stabilisieren. Champions League-Plätze gibt es nur deren drei - und einer davon berechtigt zunächst lediglich zu Qualifikationsspielen.

In dieser Saison spielen die Bayern noch in der Champions League und sind ziemlich souverän durch die Gruppenphase marschiert. Die Frage, die am Mittwochabend in der Allianz-Arena beantwortet werden muss, ist: Wer schafft es nach Gruppensieger Bayern ins Achtelfinale? Beste Aussichten hat AS Rom, aber auch der Bayern-Gegner FC Basel hat rein theoretisch noch eine Chance. Allerdings müsste der AS Rom in Rumänien bei Cluj verlieren und die Schweizer in München gewinnen. Dann würde der direkte Vergleich zugunsten des FC Basel ausfallen. Die Schweizer werden dementsprechend motiviert zur Sache gehen. Beim FCB (also dem aus München) dürfte der fade Nachgeschmack des Bundesliga-Wochenendes wohl noch nachwirken. 
Im Tor wird wieder Thomas Kraft Erfahrung sammeln dürfen. Miroslav Klose soll wieder im Kader sein - und vielleicht auch im Laufe des Spiels eingesetzt werden. Danijel Pranjić und Toni Kroos sind eine Gelbe Karte von einer Sperre entfernt. Verletzt sind bei Basel: Huggel, Chipperfield, Kusunga, Zoua. Bei Bayern fehlen die Langzeitverletzten Robben, Olic und Badstuber. 

Mein Tipp: Bayern 2, Basel 1

Montag, 6. Dezember 2010

Glück und Neuer vs. Irrsinn und Aufgabe

Zehn Idioten, die in ihrem Heimatort vermutlich nicht mal mehr auf die Dorfschlampe dürfen und deshalb ihre sexuelle Frustration als Selbstdarsteller beim Fußball abreagieren müssen, warfen am Samstagabend in Gelsenkirchen ein äußerst schlechtes Licht auf alle Bayern-Anhänger. Habe ich unsere Fans gegen Leverkusen noch gelobt, so peinlich war es mir dann beim Spiel am Samstagabend. Ich  bin schätzungsweise zwanzig Jahre älter und war sicherlich in meinen Zwanzigern auch kein Kind von Traurigkeit, von daher lege ich das mal unter der Kategorie "jugendlicher Irrsinn" ab. Was mich aber wirklich ärgert ist die Reaktion der anderen Bayern-Anhänger im gleichen Block. Die unterstützten mit wütenden Pöbeleien in Richtung Polizei auch diese aufmerksamkeitsdefizitären, vielleicht zehn, Jungs, die zuvor eine Plexiglasscheibe eintraten, so dass die Splitter bis auf die Sitzplätze vor uns flogen. Wenn die Masse so ein Verhalten nicht nur toleriert, sondern auch noch anfeuert, dann beschwert Euch bitte nicht beim nächsten Mal über restriktive Polizeimaßnahmen oder strenge Regeln im Stadion. Ihr seid der Grund dafür!
Es wurde gespuckt - in Richtung Schalke-Block -, man traf allerdings andere Bayern-Fans, die vor der Glasabsperrung saßen. Einige Zuschauer mit Kindern verließen den Block, andere ihre Sitzplätze. Als die Polizei dann in Halbzeit zwei eine Kette auf den Fluchttreppen bildete, wurde aus einem 50-Euro-Sitzplatz kurzerhand ein Stehplatz, um überhaupt noch etwas sehen zu können. Ich bin ja ein Freund des Stehens, kann aber den Unmut einiger älterer Zuschauer, die lieber gesessen hätten und viel Geld dafür bezahlt haben, durchaus nachvollziehen.
Anlass durchzudrehen war ein Spruchband der Schalke-Fans und eine geraubte Fanclub-Fahne ("Hessenmob"?) im Schalker-Block. Es dauerte 15 Minuten bis sich die Polizei endlich in den Bayern-Block bewegte und Präsenz zeigte. Ein bisschen spät für meinen Geschmack - und auch ein zu viel Deeskalationstaktik. Hätte man die acht bis zehn Hauptdarsteller, darunter auch unsere zwei Cappos, sofort herausgezogen, wäre Ruhe gewesen. Doch die Polizei wurde erst aktiv, als Beamte tätlich angegriffen wurden. Peinlich, beschämend und widerlich,  liebe Ultra-Szene, wo Ihr Euch doch immer so gegängelt und kriminalisiert fühlt. Den Grund dafür liefert Ihr in regelmäßigen Abständen selber. Das Theater sorgte dann auch dafür, dass im Fan-Block die Stimmung im zweiten Durchgang gegen Null tendierte.

Ich saß am Wochenende auch noch in einem zweiten Stadion, bei dem Rheinland-Derby Leverkusen gegen Köln. Hätte ich meine ersten zwei Fußballspiele besucht, wären das auch meine letzten gewesen. Auch der Kölner Anhang präsentierte sich auf asozialstem Niveau - keine Überraschung. In Essen wurden 70 HSV-Anhänger nach Randale verhaftet - und die Frankfurter Fans im Zug erleben zu müssen, ist auch ein widerliches Erlebnis der besonderen Art, wie mir ein Augenzeuge berichtete. Ladet doch beim nächsten "runden Tisch" mit Vereinsvertretern und Polizei mal ein paar unbeteiligte Augenzeugen ein, die dann ihren Eindruck von unserer Fanlandschaft darstellen. Vielleicht kommt man dann der Wahrheit etwas näher.
Ich glaube die Masse der Fans ist friedlich und vernünftig - aber eben diese Masse ist es, die sich nicht durch Ignoranz oder stille Unterstützung einiger, weniger Spinner mit diesen gemein machen darf. In der Veltins-Arena waren es zehn Gewalttäter, hunderte andere Fans ließen diese kleine Gruppe gewähren. Ein ganz schwacher Aufritt, meine Herren.

Ansonsten war das Wochenende heiß. Die Fraktion "Bengalos legalisieren - Fußballfans sind keine Verbrecher - Gegen alle Stadionverbote" war wieder unterwegs. Besonders die Hamburger, Münchner und Kölner hatten ihren Auftritt. - Dafür haben sie auch alle verloren.... (18:48)

Kommen wir zum Fußball: Wie man das Spiel am Samstagabend überhaupt verlieren kann, ist mir ein Rätsel. 45 Minuten dominierte die Bayern-Elf, spielte phasenweise großartig, stand hinten sicher und hatte ein halbes Dutzend hervorragender Torchancen. Von Schalke nix zu sehen. Da muss es bereits 3:0 stehen. Dann treffen die Gastgeber in der 57. Minute glücklich - und der FCB gab das Spiel auf. Unbegreiflich!
Drei gute Tormöglichkeiten erspielte sich Mario Gomez noch, da stand es allerdings schon 2:0 durch Höwedes. Die Bayern ließen plötzlich den Schalkern allen Raum der Welt, griffen nur noch zaghaft die ballführenden Spieler an und entwickelten keinerlei Druck mehr. Der Faden im Bayern-Spiel war nach dem ersten Treffer wie abgerissen. Kein Aufbäumen, nichts. Für mich vollkommen unverständlich - denn diese Schalker Mannschaft war ein unterklassiger Gegner. Was ich da gesehen habe, wäre ich Schalke-Anhänger, würde mir ernste Sorgen machen.

Für mich heißt das, dass der FCB 2010 ein arges Kopfproblem hat - an der spielerischen Qualität kann es jedenfalls nicht liegen. Wie ich es befürchtet hatte, ist Konstanz eine fremde Größe bei uns - und so verschenken wir Punkt um Punkt. Meisterschaft futsch - und die Bayern müssen sogar um die Teilnahme an der Champions League bangen, denn dazu braucht man eine gewisse Stabilität. Vielleicht sollte man nun weniger rechnen und endlich mal konzentriert am Erfolg arbeiten. Sonst wird es eine ganz düstere Saison.
Die Spieler der ersten Hälfte waren für mich Tymoschtschuk, Lahm und Schweinsteiger. Kroos gefiel mir - wie Müller - nur phasenweise. Allerdings konnte man sehen, wie wichtig ein Toni Kroos für das Spiel des FC Bayern sein kann. Dazu fehlen ihm leider noch ein paar Prozent. Matchwinner war Schalkes Schlussmann Manuel Neuer, der mehrere hundertprozentige Torchancen der Bayern zunichtemachte. Ohne Neuer wäre Schalke 04 bös unter die Räder gekommen.  

Was die Veltins-Arena angeht, war die Stimmung beeindruckend lautstark - das liegt zu großen Teilen an der Akustik dieses Hallen-Konstrukts. Ich mag's ja lieber unter freiem Himmel.
Störend, der Media-Würfel mittig über dem Platz. Das Ordnungspersonal war auffallend freundlich, aber auch bei Schalke ("auf" gibt es ja nicht mehr - das Stadion liegt ja in GE-Buer) existieren diese unsäglichen Catering-Meilen, bei denen man sich fürs Bier und Essen jeweils in unterschiedlichen Schlangen anstellen muss. Ruhrgebietscharme geht anders.
Lobenswert sind die Anbindung und die Parksituation. Wie schnell sich doch 60.000 in Luft auflösen können! 50 Euro fürs Ticket ist allerdings maßlos.

FernglasFCB tippte 1:2 (Ergebnis: 2:0)

 

Fernglas 15. Spieltag 2010/2011

Live im Stadion gesehen:
Samstag, 04.12.2010:
FC Schalke 04 vs FC Bayern München  (2:0)

Sonntag, 05.12.2010:
TSV Bayer 04 Leverkusen vs 1. FC Köln (3:2)

Freitag, 3. Dezember 2010

Das hat mit Fußball nichts zu tun

Die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 nach Russland und Katar dürften nur den Naiven überrascht haben ("Guten Morgen, England!"). Jetzt sind auch dem Letzten die Augen geöffnet worden: Der FIFA und ihrem Präsidenten Joseph Blatter geht es nicht um den Sport, es geht nur noch ums Geld und um Machterhalt. Geld war vor allem in Russland wie in Katar zu holen - und das ist der FIFA gestern gelungen. Blatter ist es zudem gelungen seine Position als FIFA-Präsident zu festigen.
Russland, ein Land der Korruption - und Katar, ein Land so groß wie Hessen, ohne Fußballtradition. Übrigens: homosexuellen Fußballanhängern sei dringend abgeraten diese Turniere zu besuchen! Eine sehr weltoffene Entscheidung, die da gestern gefallen ist.

Mit Fußball hat all das nichts zu tun. Aber das hatte es auch schon bei der WM in Südafrika nicht. Bitte daran denken, bevor das Turnier 2018 mit in die Sommerplanung aufgenommen wird: die FIFA verkauft diesen Sport. Das hat sie schon früher getan. Verloren haben gestern alle Fußballnationen. Wir Fußballfans sowieso - aber das auch schon seit längerem. Nur war dies noch nie so offensichtlich wie durch die gestrige Vergabe.  

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Es weihnachtet sehr

Die "Weihnachtsfeier" des FC Bayern am Dienstagabend war dann doch weit unspektakulärer als in anderen Jahren. Viel Zahlenwerk und die üblichen Lobeshymnen - fast ein wenig langweilig im Vergleich zu dem was beispielsweise in Köln in diesem Jahr ablief. Jahreshauptversammlungen haben mich als Mitglied noch nie gereizt. Urlaub nehmen, Anreise plus Übernachtung organisieren - und all das nur um das "Mehr" von allem live mitzuverfolgen: mehr Mitglieder, mehr Umsatz, mehr Gewinn und noch mehr Optimismus für die Zukunft. Sei's drum. 

Wie das Engländer handhaben, wenn ihnen langweilig ist, kann man hier und hier bestaunen. Gestern Abend im Carling Cup war es dann mal wieder soweit - back to the eighties. Im St. Andrew's Stadium zu Birmingham luden die Anhänger zum heiteren Hin- und Herlaufen ein - die Aston Villa-Fans verlagerten sich aufs Hin- und Herwerfen von Feuerwerkskörpern. 14 Verletzte sind die Folge dieser Pitch Invasion. Dann habe ich es doch lieber besinnlich langweilig - wie in der Olympiahalle beim FC Bayern.    

Zurück vom "Gil Merrick Stand" in die Bundesliga: Da trifft der FCB nun am Samstagabend auf/in/bei/unter/über Schalke, also in Gelsenkirchen auf Magaths Truppe, derzeit Tabellenfünfzehnter. So richtig lachen können die Bayern-Fans allerdings nicht, verläuft doch auch ihre Saison alles andere als wunsch- und erwartungsgemäß. Konstanz scheint bislang wirklich nur am Bodensee zu liegen, im Bayern-Team hat sie sich bislang jedenfalls noch nicht etabliert. 
Magaths Tage scheinen gezählt, wenn es auch am Samstag gegen Bayern was auf die Zipfelmütze gibt. Allerdings ist nach der deftigen Geschenkpackung von fünf Toren in Kaiserslautern Rehabilitation angesagt - und wer kommt da gelegener als der Rekordmeister von der Isar?! Schnell könnte man die Schalker Anhänger wieder in Harmonie wiegen und mit einer verfrühten Nikolaus-Gabe zufrieden stellen. Huntelaar und Raúl gegen - oh Gott - die bajuwarische Innenverteidigung! Das schreit nach Toren. 
Die Roten hingegen haben zumindest in der zweiten Halbzeit gegen Eintracht Frankfurt gezeigt, wie man es macht. Ganz ungewohnt, war doch gerade die zweite Hälfte beim FCB meist der Spielverderber. Schalkes Anfälligkeit bei Kopfbällen und im "rückwärtigen Raum des Strafraumes" könnte den Bayern mit einem kopfballstarken Goméz in Topform sehr gelegen kommen. Die abgelegten Bälle in die Mitte von und auf Müller, von und auf Kroos, von und auf Schweinsteiger und auf Goméz, könnten die Schalker an ihrem wunden Punkt treffen. Auch das schreit nach Toren! 
Doch auch wenn man getrost 0:3 oder 4:4 tippen könnte, bin ich da weit vorsichtiger. Das sollten auch die Bayern sein, denn bis zur Winterpause müssen Siege her! Wenn das Kalendertürchen am 4. Dezember drei Punkte beinhaltet, wäre ich in Vorweihnachtsstimmung. 


FernglasFCB wird live vor Ort sein - mein Tipp: Schalke 1, Bayern 2

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Termine Dezember 2010

4. Dezember 2010 - Bundesliga
FC Schalke 04  vs FCB
18.30 Uhr

8. Dezember 2010 - Champions League 2010 / Gruppenspiel (E)
FCB vs FC Basel
20.45 Uhr

11. Dezember 2010 - Bundesliga
FCB vs FC St. Pauli

15.30 Uhr

19. Dezember 2010 - Bundesliga
VfB Stuttgart vs FCB 
17.30 Uhr


22. Dezember 2010 - DFB-Pokal, Achtelfinale 
VfB Stuttgart vs FCB
20.30 Uhr