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Dienstag, 30. November 2010

"70+1"

Wir kommen den Mitgliedern entgegen. Wir werden freiwillig die 50+1-Regel kippen. Ich gehe davon aus, dass die Mitglieder zustimmen. 

Diese Regelung besagt, dass es laut eines Paragraphen in den DFL-Statuten Kapitalanlegern nicht möglich ist, die Stimmenmehrheit in von Vereinen gegründeten Kapitalgesellschaften zu übernehmen. 
 
Das heißt, wir könnten 49 Prozent unserer Aktienanteile verkaufen. Das machen wir aber nicht, sondern maximal 30. Wenn unsere AG mehr als 30 Prozent verkaufen wollen würde, bräuchte es eine Dreiviertelmehrheit der Mitglieder. Wenn Sie so wollen, ist es damit eine 70+1-Regel. Ein großer Schritt, ein Zugeständnis an die Mitglieder. 

Patrick Strasser im Interview mit Uli Hoeness 
(abendzeitung)

Montag, 29. November 2010

Gebuytelte Bayern

Zum Spiel gegen Frankfurt nur so viel (denn ich habe noch nicht viel davon sehen können): 

UND ES HAT KLATSCH GEMACHT
Fassen wir uns kurz: Bester Eintracht-Spieler war van Buyten, von seinem Trainer zur Halbzeit unverständlicherweise aus der Partie genommen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war die Eintracht ohne den Hauch einer Chance, an die die Spieler offensichtlich von Anfang an sowieso nicht geglaubt haben. Wer in München was holen will, darf sich nicht schon beim Anblick des Stadions in die Hose machen. 
(Stefan Krieger, Blog-G)

Als Daniel van Buyten patzte und deshalb Breno auf der Linie den Ball mit der Brust stoppen musste, habe ich mich vom Fernseher abgewandt und auf die Odysee nach Dortmund begeben, um - der Bahn sei Dank - irgendwann frustriert aufzugegeben und wiederum die Heimreise anzutreten, mit zwei ungenutzten Eintrittskarten in der Tasche.  
4:1-Heimsieg - und so wie ich las, war das wohl auch ganz in Ordnung was die Bayern zeigten. Kein Grund für uns übermütig zu werden,  nach wie vor sind wir unfassbare 14 Punkte hinter dem Tabellenführer zurück. Dafür nur noch drei hinter dem Dritten, Bayer 04 Leverkusen. 
 
Das dürfte die morgige Jahreshauptversammlung in der Münchner Olympiahalle etwas harmonischer verlaufen lassen - doch was mir Sorgen macht, ist das Auswärtsspiel am Samstag auf Schalke. 
Ausgerechnet in Lautern verloren die Schalker mit 0 zu 5 - na da kommen wir ja gerade recht zur Rehabilitation vor eigenem Publikum. Denn zu was S04 auch in der Lage ist, sah man gegen Olympique Lyon in der Champions League. 
 
Siege wie am Samstag gegen Eintracht Frankfurt sind für den FC Bayern derzeit nur etwas wert, wenn weitere folgen. Zu unkonstant ist die Leistung in der laufenden Saison, als das man sich auf einen Aufwärtstrend verlassen könnte. Und wenn ich sehe, was da in unserer Abwehr abläuft, wird mir angst und bange. "Gebuytelte" Bayern - da kann man nur auf Badstuber hoffen, der nun endlich wieder zur Mannschaft stoßen kann. 
Alles in allem ist der FCB 2010 lange noch nicht auf dem Niveau, das van Gaal gerade herbeizureden versucht. "Fernglas-Tage beim FCB" titelte die tz. Wir sind (k)einen Schritt weiter. Noch, möchte ich hinzufügen.

Erschreckend finde ich, dass sowohl Uli Hoeness als auch Christian Nerlinger geäußert haben, keinen Bedarf für  Verstärkungen in der Winterpause zu sehen. Ist dies das Ergebnis der Aussprache mit Louis van Gaal? Wenn in der Abwehr wieder nicht nachgesteuert wird, halte ich das für fahrlässig. Schlimm genug, dass man sich schon nach der letzten Saison auf die Statistik verlassen hat und die Schwächen eines Martin Demichelis und Daniel van Buyten ignorierte. Ebenso gibt es keinen back-up für Philipp Lahm und neben Badstuber zwei Talente (Breno und Contento), von denen wir nicht wissen ob sie letztlich wirklich einschlagen werden.
Alleine der Blick auf die Tabelle spricht für neun Punkte aus den nächsten drei Spielen. Aber darauf kann man sich beim FC Bayern dieser Tage leider überhaupt nicht verlassen. 

Freitag, 26. November 2010

Samstag

Am Samstag bin ich in Dortmund wenn die eine Borussia auf die wahre Borussia trifft - je nach gusto kann man sich jetzt hier entscheiden, wer wer ist. Vom Bayern-Spiel am Samstagnachmittag werde ich jedenfalls nicht viel miterleben - zumindest nicht am Fernsehgerät. Vielleicht ist das auch ganz gut so und schont mein Nervenkostüm. Aber dass wir am Samstag wieder Punkte liegen lassen oder gar verlieren, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Was wäre dann für ein Theater los, wo es doch jetzt schon brodelt. Einen großen Sprung in der Tabelle würden wir bei einem Heimsieg nicht machen, dennoch ist ein Sieg extrem wichtig - ja vielleicht kann man sogar von einem Schicksalsspiel sprechen. Einerseits bleiben wir dann gewissermaßen in Kontakt zu den "internationalen Plätzen", andererseits dürfen wir in dieser Hinrunde ohnehin keine Punkte mehr verschenken.

Was spricht gegen uns? Unsere Abwehrleistung, die Formschwäche einiger unserer Spieler und ein gewisser Theofanis Gekas. Eintracht Frankfurt gehört bislang wohl zu den positiven Überraschungen der Saison und steht einen Platz weiter vorn als der FCB, ein Ergebnis der soliden Arbeit von Trainer Michael Skibbe.
Hamit Altintop könnte wegen Rückenproblemen am Samstag fehlen, dafür ist eine Rückkehr Mark van Bommels wahrscheinlich. Keine Schwächung, so viel ist klar. Bei Frankfurt werden Schwegler, Köhler, Franz und Tzavellas fehlen.  

Mein Tipp: Bayern 2, Frankfurt 0

Donnerstag, 25. November 2010

Im Sinne guter, alter Tradition

Stefan Kuntz sprach von einem Personaletat in Höhe von 8,5 Millionen Euro, mit dem die "Mission Aufstieg" des 1. FC Kaiserslautern von der zweiten in die erste Bundesliga gelingen sollte. Sie gelang. Der Klub aus der Pfalz ist seit dieser Saison wieder erstklassig. Allerdings nicht mit der von Kuntz geplanten Summe. Die Jahreshauptversammlung des 1. FCK am 19. November offenbarte ganz anderes Zahlenwerk: 14,91 Millionen Euro betrug der Personaletat im zurück liegenden Geschäftsjahr. Wohlgemerkt für die zweite Liga! Das entspricht dem Personaletat des FSV Mainz 05 in der letzten Bundesligasaison. Und das sind knapp 5,5 Millionen mehr als von Kuntz ursprünglich veranschlagt  Noch deutlicher stiegen die "sonstigen Aufwendungen" von 7,5 auf etwa 11,4 Millionen Euro - ein Plus, sprich Minus, von fast 4 Millionen Euro.  

Die abgelaufene Saison hat der Klub aus der Pfalz mit einem Defizit von rund 3,9 Millionen Euro abgeschlossen. Der durch das Vereinsvermögen nicht gedeckte Fehlbetrag an Rückstellungen* beträgt nun insgesamt 5,2 Millionen Euro - also fast die Summe, die der 1. FC Kaiserslautern mehr als beabsichtigt im letzten Jahr für Personal ausgegeben hat.
Zwar stiegen unter dem Strich die Gesamterlöse um 3,5 Millionen Euro, wurden aber von den höheren Aufwendungen aufgefressen. Insgesamt schließt der 1. FC Kaiserslautern  mit einem Minus von rund 3,9 Millionen Euro das Geschäftsjahr ab.

Es gibt Klubs im Oberhaus des deutschen Fußballs, die stehen deutlich schlechter da als die Pfälzer, deren Lizenz im nächsten Jahr nicht gefährdet scheint. Es stellt sich allerdings die Frage nach der Wahl der Mittel. Die Stadt Kaiserslautern und das Bundesland Rheinland-Pfalz stunden dem Verein einerseits 600.000 Euro Stadionmiete pro Saison - dazu kommt, dass die Miete für das ohnehin schon defizitäre Fritz-Walter-Stadion  für diese und auch die nächste Saison um 1,2 Millionen Euro pro Jahr vermindert worden ist. Dieses Geld gehört nicht der Stadt Kaiserslautern oder Rheinland-Pfalz, dieses Geld ist vom Steuerzahler. In Summe sind das in zwei Jahren 2,4 Millionen Euro plus ein Darlehn in Höhe von 1,2 Millionen Euro, die dem Steuerzahler aufgebürdet werden - unabhängig davon, ob dieser nun Anhänger des 1. FC Kaiserslautern ist oder überhaupt für Fußball etwas übrig hat.

Für das laufende Geschäftsjahr hat Stefan Kuntz einen Personaletat von 13 Millionen genannt. 1,9 Millionen Euro weniger für die Bundesliga als für Liga zwei im letzten Jahr. Wie glaubhaft ist das, angesichts dessen, was hier im ersten Absatz beschrieben wird?
Auf der Jahreshauptversammlung hat niemand der Anwesenden daran Anstoß genommen - warum auch? Im Sinne guter, alter Tradition macht der Klub aus der Pfalz einfach das, was er am besten kann: Falsch rechnen, dann jammern, um als Bettler durchs Land zu ziehen, nicht müde werden zu betonen wie wichtig der Klub für die Region ist  und Politiker ins Vereinsboot holen, die dann mit Steuergeldern wieder und wieder den Karren aus dem Dreck ziehen, um sich lokal zu profilieren.
Und da diskutieren wir allen Ernstes über Traditionsvereine und solche die es nicht sind? Ich will Mannschaften in der Bundesliga sehen, deren Tradition es ist professionell und verantwortungsvoll zu wirtschaften, um sportlichen Erfolg zu erzielen. Subventionsgräber gibt es schon genug.  


* Eine Betriebsprüfung des Finanzamtes für die Jahre 2001 bis 2003, zwang den Verein zu einer Erhöhung der bereits bestehenden Rückstellung.

Mittwoch, 24. November 2010

Gestatten, Schlendrian - Spieler Nummer 12

Gibt es einen Grund dem gestrigen Auftritt der Bayern in Rom etwas Positives abzugewinnen? Achtelfinale erreicht, okay. Zwei weitere Tore von Gomez, okay. Die Leistung von Thomas Kraft, okay. Sonst noch etwas? 

Ansonsten plädiere ich dafür die Herren Lahm, van Buyten, Demichelis doch einfach beim nächsten Spiel gegen Eintracht Frankfurt auf der Bank zu belassen. Es macht ja eh keinen Unterschied.

Louis van Gaal scheint jedenfalls nichts mehr einzufallen - außer vielleicht merkwürdiges Wechseln zum ungünstigen Zeitpunkt.
Da der Liga-Schlendrian des FCB nun auch in die Champions League Einzug genommen hat, dürfte wohl der letzte Optimist jetzt begriffen haben, dass wir uns in einer ganz kritischen Saison befinden. Mir fällt auch nichts mehr ein.

FernglasFCB tippte 2:1 (Ergebnis 3:2)

Dienstag, 23. November 2010

Auf dem Weg nach Hollywood?

Es gibt zwei Varianten auf die es momentan hinaus zu laufen zu scheint: Erstens, Louis van Gaal ist die Luft beim FC Bayern mittlerweile zu rau und er provoziert einen Rauswurf, der ihm mit einer hübschen Summe noch versüßt wird. Dass er Nationaltrainer werden will, hat er mehrfach unmissverständlich verdeutlicht. Zweitens, die Bayern-Führung hat die Vertragsverlängerung des Trainers überstürzt, muss aber nun feststellen, dass die Zusammenarbeit so auf Dauer nicht funktioniert - zumal der sportliche Erfolg zweifelhaft ist. Demnach wäre es also nur eine Frage der Zeit, bis die Ära van Gaal in München ihr vorzeitiges Ende findet. Eine waghalsige These? Vielleicht. Aber wie anders soll man das derzeitige Schlagzeilengewitter und diverse Aussagen der Protagonisten denn deuten? 

Der Ausbruch des Uli Hoeness vor einigen Wochen war vermutlich nicht mal die Initialzündung - sondern eine Art letzter (öffentlicher) Aufruf an den niederländischen Trainer, seine Rolle im Verein zu überdenken. Anders kann ich mir die Hoeness'sche Verbalattacke nicht erklären. Da guckt der Bayern-Fan geschockt, wähnte er sich doch eben noch im Friede-Freude-Eierkuchen-Land - und dann haut der Präsident ohne jede Vorwarnung bei einem harmlosen Fußball-Talk im Fernsehen heftige Kritik am eigenen Trainer raus. 
So unantastbar van Gaal schien, ab diesem Zeitpunkt stand er im Kugelhagel. Altintop beschwerte sich vor laufenden Kameras bei ihm über seine Auswechslung, Ribéry fühlt sich vom Trainer nicht respektiert und macht dies öffentlich, van Gaals "Schweinsteiger-Aussage" sorgt für Ärger an der Säbener Straße und ruft Nerlingers und Rummenigges vehementen Widerspruch auf den Plan - die Zahl derer, die mit Louis van Gaals "Aktionen" nicht mehr einverstanden sind und dies auch öffentlich kundtun, wächst. Meuterei beim Rekordmeister? 
Dabei war alles so intakt, so ruhig - obwohl die Saison denkbar schlecht begann. Der charismatische van Gaal hatte die Bayern immerhin innerhalb einer Saison zum Double und ins Champions League-Finale geführt - trotz eines ebenfalls denkbar schlechten Starts in die letzte Saison. Die Bayern boten einen Fußball, den man so in München noch nicht gesehen hatte - und der die ganze Republik zu heimlichen Bayern-Fans zu machen schien. So kantig und knurrig Louis van Gaal seine erste Bundesliga-Saison eröffnete, so sympathisch wurde "Feierbiest"  plötzlich. Zu viel Sympathie und ein Zuviel an Harmonie beim FCB? 

Der Tabellenplatz im Mittelfeld der Liga, vierzehn Punkte hinter dem Tabellenersten, zwingt schon vor der Winterpause zu einer Korrektur der Saisonziele. Antizyklisch dazu verhält sich (noch) das Auftreten der Bayern in der Champions League und im DFB-Pokal. Was im wöchentlichen Ligabetrieb nicht gelingen will, Konstanz und Siegesserien, ist in zwei von drei Wettbewerben bislang noch kein Problem. Nicht zu vergessen ist, dass van Gaal nicht die Truppe der letzten Saison zur Verfügung hat. Ständige Verletzungen und Langzeitausfälle erschweren Kontinuität. Zwar kann man dem Trainer dies nicht anlasten, allerdings war er es, der auf Neuverpflichtungen trotz eines 30-Mio-Budgets verzichtete.  
Schwachpunkt der Mannschaft ist die Abwehr - und dies war auch schon in der Vorsaison ein Thema. Natürlich ehrt es van Gaal, jungen Talenten wie Alaba, Contento und nicht zuletzt Badstuber zu vertrauen. Aber diese Spieler sind auch nicht das Problem. Die Schwächen von Martin Demichelis und Daniel van Buyten haben bereits im letzten Spieljahr für Herzrhythmusstörungen gesorgt - hier war Nachbesserung fällig. Auch wenn es national reichte, internationale Spitzenklasse war das nicht. Bayerns Vorstand sah das auch so, van Gaal lehnte ab. 

Nun ließ Uli Hoeness verlauten, dass die Bayern Sami Khedira verpflichten wollten. Louis van Gaal wollte das nicht. "Dann holst du den Khedira für 15 Millionen – und er lässt den Alaba spielen”, soll Hoeness gesagt haben - und erinnert an die kolportierten 35 Millionen für Mario Gomez, lange Zeit Bankdrücker unter dem Bayern-Trainer. In die gleiche Kategorie fällt der Transfer Tymoschtschuk - einst von den Bayern-Oberen unbedingt gewollt, von van Gaal zunächst aussortiert. "Ich habe diese Spieler nicht geholt", sagte einst van Gaal - und ja, Recht hat er. Geschmeckt haben dürfte diese Aussage dem Vorstand der Bayern aber nicht. 
Das Fass zum Überlaufen brachte van Gaals Kommentar zu Bastian Schweinsteigers Vertragsverlängerung: Man solle ihn für 30 Millionen gehen lassen, wenn er jetzt nicht verlängere - und Geld mit ihm verdienen.  

Das Dilemma der Bayern ist, dass man einerseits Spieler die man unbedingt wollte bei Laune halten möchte, andererseits aber einen charakterfesten - fast sturen - Trainer hat, der nun einmal für die Aufstellung und den Einsatz der Spieler alleinverantwortlich ist. Um den Preis der Zufriedenheit im eigenen Haus fühlt man sich bemüßigt, ihm ins Geschäft reden. 
Van Gaal setzt auf die Jugend - und bislang macht er damit nichts falsch beim FC Bayern. Doch das Ziel des Klubs, sich an den Tisch des europäischen Fußballgipfels zu setzen und dort auch zu bleiben, steht über allem. Dieses Ziel zügig zu erreichen, ist das Gebot. Eine Champions-League-Finalteilnahme reicht da nicht. Lahm, Ribéry, Schweinsteiger & Co. wollen diesen Titel auch gewinnen. Ausschließlich mit jungen Wilden wird das nicht zu machen sein.

Natürlich steht und fällt alles mit der sportlichen Situation - und die ist momentan nicht zufriedenstellend. Wäre dem so, würden kritische Zwischentöne sicher zurück gehalten. Doch ist der Ist-Zustand wirklich so verwunderlich? Immerhin geht es dem Gewinner der Königsklasse, Inter Mailand, derzeit nicht anders. 
Und wo stehen die meisten Spitzenklubs der Liga im Spieljahr nach der Weltmeisterschaft? Schalke, Wolfsburg, Bremen, Stuttgart, Hamburg? Allesamt durchschnittlich bis unterdurchschnittlich. 
Gefährlich wird es, wenn die Mannschaft als Team nicht mehr funktioniert, denn das ist zweifelsfrei dem Trainer anzulasten. Ansätze hierzu mag man derzeit erahnen, mehr aber auch nicht. Van Gaals Bilanz wird man im Mai nächsten Jahres genauer ablesen können - bis dahin muss Vorstand, Trainer und Spieler in einem Boot auch in die gleiche Richtung rudern. Alles andere wäre wieder Hollywood-Bayern und stünde jeder nachhaltigen Entwicklung im Wege. Persönliche Eitelkeiten müssen hinten angestellt werden - auf allen Ebenen. Ruhe bewahren und arbeiten - weniger öffentlich übereinander und mehr intern miteinander reden, muss jetzt die Devise sein.

Ich habe wirklich keine Lust

... irgendetwas über die bevorstehende Champions League-Partie heute Abend zu schreiben. 
Mein Tipp: Roma 2, Bayern 1

Montag, 22. November 2010

"Scheiss Schalke, fünf Euro"

Einzig die Schal-Frau am Stadion brachte mich nach der Partie der Bayern in Leverkusen zum Lachen: "Scheiss Schalke, fünf Euro" rief sie und entlockte mir einen traurigen Rest Humor. Das Lachen war mir bereits kurz vor der Pause vergangen, als wieder mal Daniel van Buyten als Verstärkung des Gegners auftrat, den Ball unnötig fehlpasste und letztendlich der Ausgangspunkt des 1:1-Ausgleichs war. 

Ich war bereits auf dem Weg zum Stadion, da fiel mir ein dass ich die Karten vergessen hatte - wie kann denn so etwas passieren?  Egal, schnell noch mal nachhause und die Tickets geholt.  Vielleicht war das schon ein böses Omen, nur ahnte ich davon nichts und machte mich optimistisch und vorfreudig auf den Weg zur BayArena. Es ging auch ganz ordentlich los, Leverkusen unter Druck und - zack! - Eins zu Null durch Schweinsteiger für die Bayern - dachte ich jedenfalls. Niemals Abseits war mein erster Gedanke. Das Schiedsrichtergespann sah es anders und annullierte den Treffer. Ärgerlich! Die Bayern weiter Herr auf fremdem Platz. Die erste Halbzeit über war der FC Bayern dominant und traf erneut, diesmal durch Mario Gomez in der 34. Minute. Doch wann immer der, bis zu diesem Zeitpunkt harmlose, Gastgeber in die Nähe unseres Strafraums kam, wurde die Bayern-Hintermannschaft fahrig. Die Ball führenden Spieler wurden nicht angegriffen, großzügig in den Strafraum geleitet und ihnen eine Menge Raum angeboten. Dilettantisch! Die Krönung der Unfähigkeit leistete sich dann Daniel van Buyten. Der Belgier spielt den Ball unbedrängt aus drei Metern statt zum Mitspieler in des Gegners Beine. Leverkusen nutzt den Patzer, so dass Pranjic Sidney Sam im Strafraum angehen muss. Der fällt wie Herbstlaub - Elfmeter. Arturo Vidal schießt den Ausgleich.

Was dann in Hälfte zwei geschah, dafür fehlt mir jedes Verständnis. Breno, das ewige Talent, stolzierte wie ein Pfau mit dem Ball herum und verschleppte das Aufbauspiel der Bayern. Damit hätte ich noch leben können, aber unter Druck gelang dem Brasilianer ein Kerzenkopfball nach dem anderen - Ballannahme Fehlanzeige - und beinahe jeder Ball landete so beim Gegner. Bei Breno fehlt es nicht an den Fähigkeiten, aber an der Einstellung. Meine Geduld mit ihm ist jetzt am Ende.
Die Innenverteidigung - eine Katastrophe. Aber auch Tymoschtschuk und Ottl liefen mehr neben dem Gegner her, als dass sie die Leverkusener Versuche unterbinden konnten. Der Gegner, nun stark gemacht, spürte dass dieser FCB verwundbar ist, kam besser ins Spiel und gestaltete den zweiten Durchgang offener. Lahm nahm am Spiel nicht teil, Ribéry nach seiner Einwechslung ebenso wenig - einziger Lichtblick: Schweinsteiger. Kroos ist nur ein Schatten von dem jungen Mann, der an eben dieser Stelle im letzten Jahr glänzte. Letztendlich war das Unentschieden sogar gerechtfertigt - gegen eine Mannschaft ohne Sturm (Helmes auf der Bank, Derdiyok schwach). Das ist eines Titelverteidigers nicht würdig. 

Das Thema Meisterschaft hat am Samstagabend sein unrühmliches Ende gefunden - Gratulation, Dortmund. Jetzt gilt es einen der Champions League-Plätze zu ergattern, was angesichts solcher Auftritte eine Herausforderung werden dürfte. 
Gut gefallen hat mir die Stimmung im Bayern-Block. Vom Leverkusener Anhang hörte man nichts, die Bayern-Fans haben 90 Minuten lang ordentlich Alarm gemacht. Mein hartnäckig redender Sitznachbar, Präsident eines Bayern-Fanklubs aus dem Spessart, ließ sich trotz aller Nachlässigkeiten auf dem Platz nicht die gute Stimmung verderben, ganz im Gegensatz zu mir.

Im Hinblick auf die kommenden Aufgaben schwant mir nichts Gutes. Louis van Gaal redete nach dem Spiel die Mannschaft stärker als sie war, aber was soll er auch tun? Van Buyten kann er erst nach Badstubers Rückkehr aussortieren, Ribéry ist noch nicht fit, Robben fehlt ohne Ende - und mit unserer Innenverteidigung  muss er bis zur Winterpause leben. Es rächt sich, dass sich der Niederländer allzu sehr auf die Statistik der Defensive verlassen und keine Neuverpflichtungen für die Abwehr gefordert hat. Schon im Champions League-Finale gegen Mailand konnte man sehen, wo es uns mangelt. Internationale Spitzenklasse haben wir in der Abwehr nur auf zwei Positionen. Dazu kommt, dass Philipp Lahm derzeit mehr Engagement bei seinen zahlreichen Interviews zeigt, als auf dem Platz - und dass unsere Back-ups (Ottl, Altintop) eben doch nur Durchschnitt sind. Mit Durchschnitt wird aber kein Meister. 

Franz Beckenbauer sagte vor Wochen, dass es kein Beinbruch wäre, wenn der FCB mal nicht Deutscher Meister würde. Das kann man so sehen, ist so ungefährlich aber nicht. Es geht darum, einen Mann wie Bastian Schweinsteiger im Verein zu halten. Es geht darum, auch international innerhalb der nächsten zwei Jahre die Ernte einzufahren. Wenn wir nicht mal Meister werden können, dürfte das schwierig werden. Dafür braucht man Spitzenkräfte - und die lockt man nicht mit einem dritten Platz oder der EuroLeague nach München. Mit dieser Abwehrleistung werden wir auch in der Champions League noch unser blaues Wunder erleben. Vielleicht schon am Dienstag in Rom.  

FernglasFCB tippte 2:0 (Ergebnis: 1:1)

Fernglas 13. Spieltag 2010/2011

Aus der Fernglas-Perspektive gesehen: 
Samstag, 20.11.2010:
FC Schalke 04 vs SV Werder Bremen (4:0)

Sonntag, 21.11.2010
VfB Stuttgart vs 1. FC Köln (0:1)
FC St. Pauli vs VfL Wolfsburg (1:1)

live:
Samstag, 20.11.2010
Bayer 04 Leverkusen vs FC Bayern München (1:1)

Donnerstag, 18. November 2010

Im Winter weg

Zugvögel haben die Eigenschaft sich im Winter einfach zu verpissen. Würden wir wohl auch alle gerne machen, wenn wirs könnten. Einfach weg aus der Eiseskälte, weg von der nassen Tristesse der trüben Jahreszeit. Zu kalt, zu düster, zu grau, zu doof alles hier. Ab in den Süden! Manche dieser Zugvögel legen nur einige hundert Kilometer Strecke zurück, andere zehntausende. Der Grund für diese Vögel ist aber nicht das wärmere Klima, sondern die Nahrungsgrundlage. Sogenannte "Vagabundenvögel" wandern hingegen nur einmal im Jahr weiträumig umher, so lange, bis sie wieder einen Lebensraum mit günstigem Nahrungsangebot gefunden haben. Vögel, die immer an einem Ort bleiben, nennt man übrigens Standvögel. 

Jetzt naht der Winter und es heißt allerorts "... xyz geht im Winter!". Gemeint ist allerdings kein Federvieh, sondern gemeint sind Fußballprofis im ganzen Land. Belassen wir es aber mit einem Blick auf den Süden der Republik, nach München. Da ist Martin Demichelis, stolzer Argentinier und Nationalspieler seines Landes. In seiner Ehre gekränkt und mehr Ersatz- als Stammspieler, wird der Mann den FCB vermutlich noch weiter gen Süden verlassen. Seine beste Saison liegt lange hinter ihm - und besser wird es vermutlich nicht mehr - das sieht auch der Anhang des Klubs mehrheitlich so. Tendenz: Demichelis geht im Winter.

Daniel van Buyten, ebenfalls Innenverteidiger des FC Bayern, spürt die Konkurrenz im Nacken. Neben Bayerns Talent Holger Badstuber könnte nun endlich die Zeit des jungen Sportkameraden Breno gekommen sein. Frei geflogen hat er sich in Nürnberg, bevor ihn eine üble Verletzung ausbremste. Nun, zurück in München, ist diese auskuriert und er steht wieder im Kader der Bayern. Breno hielt und hält man beim FC Bayern für ein Riesentalent. Für den Brasilianer gilt dies nun unter Beweis zu stellen. Seine Chance: der Bayern-Trainer steht auf junge Talente. Zurück zu van Buyten. Der Belgier wirkt verunsichert, leistet sich Spiel für Spiel böse Patzer und gilt mittlerweile als Schwachpunkt in der Mannschaft. Sein Typus, groß und kräftig, lässt schnelle und wendige Bewegungsabläufe kaum zu. Seine Torgefährlichkeit hat er momentan eingebüßt. Setzt sich neben Badstuber auch Breno in den kommenden Wochen durch, könnte van Buytens Abschied im Winter Realität werden. Tendenz: van Buyten bleibt - zumindest als back up-Lösung.

Weg geht - so viel steht fest - Edson Braafheid. Einst von van Gaal aus den Niederlanden mitgebracht, rechtfertigte der linke Abwehrspieler die an ihn gestellten Erwartungen nicht. Jetzt hatte er die Chuzpe van Gaal auf feinstem Niederländisch in der Kabine anzuschnauzen. Erfolg der Aktion: Suspendierung. Tendenz: Braafheid geht im Winter.

Neueste Meldungen aus der Türkei vermelden, dass Hamit Altintop in die Süper Lig wechselt - und zwar im Winter. Das ist zwar alle paar Monate immer mal wieder zu lesen, aber Altintop kommt über den Status des Ersatzmannes einfach nicht hinaus. Weder kann er Robben auch nur halbwegs ersetzen, noch ist er auf Dauer durchsetzungsstark genug für die Stammelf. Zu wankelmütig seine Leistungen, zu wenig effektiv seine Offensivbemühungen. Tendenz: Falls es wirklich ein vernünftiges Angebot aus der Türkei geben wird, wird der FCB ihm keine Steine in den Weg legen. 

Die Bayern sind bereits auf der Suche nach adäquaten Verstärkungen im Defensiv-Bereich. Nerlinger himself war in London um - so wird vermutet - José Bosingwa bei Chelsea zu begutachten. Bosingwa ist noch nicht wieder in der Form, die er vor seiner Verletzung hatte. Damit ist das Ziel der Bayern,  mit einer Neuverspflichtung eine deutliche Qualitätssteigerung zu erreichen, zumindest fragwürdig. Bosingwa könnte jedoch bereits in der Rückrunde auch in der Champions League für die Bayern spielen - auch das eine Voraussetzung für einen Winter-Deal. Kein Wunder also, dass der FCB neben dem Portugiesen noch andere Kandidaten beäugt. Benoit Tremoulinas von Girondins Bordeaux sowie Leighton Baines vom FC Everton sollen im Fokus sein. Damit ist ziemlich wahrscheinlich, dass Bayern München nun endlich in Sachen Abwehr nachlegen will und den Schwachpunkt auch als solchen erkannt hat. Bosingwa, Tremoulinas und auch Baines kämen übrigens allesamt von Norden her in den Süden. Nach Bayern, ins schöne München. Zugvögel eben.

Mittwoch, 17. November 2010

Abstimmen!

Die Bayern-Spieler Arjen Robben und Hamit Altintop sind für das Tor des Jahres nominiert. Der "Ferenc Puskás-Preis" wird jährlich vom Weltverband FIFA vergeben, um den schönsten Treffer der abgelaufenen Spielzeit prämieren. Dazu werden in einer Vorauswahl zehn Kandidaten benannt.

Robben wurde für seinen Solo-Lauf im DFB-Pokalhalbfinale gegen Schalke 04 nominiert, der die Partie für den FC Bayern München entschied.

Hier gehts zur Abstimmung X

Dienstag, 16. November 2010

Gute, alte Tradition

Für viele Nicht-Leverkusener ist Bayer 04 - die Fußballtochter der Bayer AG - immer noch ein Plastik-Klub, ein Werksverein, die Abteilung Profi-Fußball eines Chemie- und Pharmaunternehmens. Bayer Leverkusen machte aus der Image-Not eine Tugend und bezeichnet sich mittlerweile ganz offiziell als "Werkself" - was übrigens auch im traditionellen Sinne den Nagel auf den Kopf trifft, da der Verein von Werksangehörigen gegründet wurde. 

Mein Verhältnis zu dem Klub, der in der Stadt ansässig ist in der ich seit 43 Jahren lebe, ist gespalten. Ich habe mich nie für "den Bayer" begeistern können - ebenso habe ich nie einen Hauch von Sympathie für den "SVB" empfinden können. In der Regel sind mir die Ergebnisse Bayer 04 Leverkusens völlig egal. 
Als ich in jungen Jahren Wochenende für Wochenende in Stadien verbrachte, war das alte Leverkusener Haberland-Stadion für mich die willkommene Möglichkeit für gerade mal 5 D-Mark Bundesligafußball sehen zu können, wenn nicht ein Bayern-Spiel irgendwo in der Nähe stattfand. Dementsprechend oft war ich Zuschauer bei Bayer 04 - wenngleich auch immer in der Gästekurve. Es war - wenn man so will - zu einer Art Hobby geworden, neben dem Spiel auch die Fans der anderen Klubs zu beobachten und zu bewerten. Die Hamburger waren immer recht originell, die Düsseldorfer phantasievoll wenn es darum ging der hiesigen Polizei Schnippchen zu schlagen, die Bremer stocklangweilig undsoweiterundsofort. In Leverkusen sah ich auch den Liverpooler FC, das UEFA-Cup-Endspiel gegen Espanol Barcelona und wie Rotterdamer Fans die halbe Stadt samt Stadion zerlegten. Das alles hat an meinem Empfinden für Bayer 04 Leverkusen nichts geändert - die Stimmung der Bayer-Fans empfand ich meist als mau und für das äußerst verwöhnte und unsachlich kritische Altherrenpublikum hatte ich kein Verständnis. Leverkusen war eine Sportstadt - aber nie eine Fußballstadt. An meinen Empfindungen hat sich auch mit dem neuen Stadion nichts geändert. Ich finde die Stimmung dort immer noch langweilig, wenngleich ich heute nur noch sporadisch Spiele in der BayArena besuche. 
Am kommenden Samstagabend kommen die Bayern, meine Bayern, in die Stadt - und man braucht nicht extra zu erwähnen, wie wichtig drei Punkte aus dem Spiel gegen "die Werkself" wären. Ganz abgesehen von der sportlichen Konstellation ist es mir natürlich eine Herzensangelegenheit, dass gerade hier - in meinem Wohnort - die Bayern den Sieg erringen. 
Bayer Leverkusen liegt mit fünf Punkten Vorsprung vor Bayern München derzeit auf Platz zwei der Tabelle. Auch wenn es nicht gerade rund lief in der laufenden Saison, hat die Truppe von Jupp Heynckes sich zum ernsthaften Jäger Borussia Dortmunds und somit Meisterschaftsaspirant gemausert. Mainz, Freiburg und Frankfurt darf man wohl diese Rolle noch nicht zutrauen. Ein Sieg am Samstag und die Bayern können die Jagd auf die schwarz-gelbe Borussia eröffnen. Dass man einer Mannschaft der Spitze im direkten Vergleich dabei drei Punkte wegnimmt ist ein  netter und nicht unwichtiger Nebeneffekt. 

Bayer Leverkusen ist die Mannschaft der letzten Minuten. Was sonst dem FCB berechtigterweise zugeschrieben wird, ist zurzeit ein Merkmal der Heynckes-Truppe. Fünf mal trafen die Bayer-Kicker in den letzten Minuten, retteten so wichtige Punkte oder errangen sogar noch Siege. Dabei ist Bayer alles andere als in Vollstreckerlaune - Torchancen werden meist zuhauf ausgelassen. 
Das Mittelfeld ist wohl der stärkste Mannschaftsteil und mit Rolfes, Vidal, Barnetta, Sam und Renato gut bestückt. Vorne im Angriff dümpelt meist Helmes alleine rum (Kießling verletzt) - ohne dass er zu mehr taugt, als aus allen möglichen und unmöglichen Positionen aufs Tor zu ballern.
Seit der Verletzung Sami Hyypiäs ist es mit der Defensive bei Leverkusen nicht so weit her. Auffällig ist, dass die die meisten Gegentore in der Spielphase nach der Pause bis zur 70-sten Minute fielen. Hier sind die Gastgeber ebenso anfällig wie die Bayern zuletzt. Die Hälfte der Tore für Bayer 04 wurde von Mittelfeldspielern geschossen - Vorsicht ist vor allem bei Sidney Sam und Arturo Vidal geboten! 
Die Bayern hingegen haben alles andere als ein Sturmproblem - Gomez trifft und trifft, seitdem van Gaal das Spiel etwas mehr auf den Bayern-Stürmer zugeschnitten hat. Zudem ist Franck Ribéry wieder einsatzfähig und hat gegen Nürnberg schon gezeigt, wie viel Power er dem Bayern-Spiel verleihen kann. Die "B-Spieler" Tymoschtschuk und Pranjic (so er defensiv nicht sonderlich gefordert ist) machen ihre Sache mittlerweile so gut, dass ein echter Konkurrenzkampf um die Stammplätze bevorsteht. Schwächster Mannschaftsteil ist die Abwehr - besser gesagt die Innenverteidigung. Mit Breno, der kurzfristig für Demichelis zum Einsatz kam, könnte das Problem zumindest teilweise gelöst werden. Unsicherheitsfaktor Nummer Eins ist derzeit Daniel van Buyten.

Bei beiden Teams lief es bislang noch nicht rund, was auch an der Punktedifferenz zu Borussia Dortmund abzulesen ist. Doch so langsam verdichten sich die Anzeichen dafür, dass sowohl Leverkusen als auch die Bayern mehr und mehr auf Kurs kommen. 
Die Bilanz ist positiv für den FC Bayern: Bei vierzehn Siegen in Liga-Duellen und sechs Unentschieden, verlor man in Leverkusen elf Mal.
Am Samstag geht es vor allem für die Bayern um verdammt viel: die Klettertour und das Sammeln von Punkten muss weitergehen, will man eine vernünftige Ausgangsposition für die Aufholjagd in der Rückrunde schaffen. Ich bin natürlich im Stadion - gute, alte Tradition eben. 

Mein Tipp: Leverkusen 0, Bayern 2
   

Montag, 15. November 2010

Erste Etappe: Platz 6

Es war ein gelungenes Wochenende für den FC Bayern - 3:0-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg und die Amateure siegen beim Spitzenreiter in Rostock in Liga 3.

Das 181. bayerische Derby begann wunschgemäß. Die Körpersprache verhieß von Beginn an, wer hier Herr im Haus ist. Bayern versuchte Druck aufzubauen und schon nach 10 Minuten gelang der Führungstreffer durch - na wen wohl? - Mario Gomez. Die Vorarbeit leistete ein blendend aufgelegter Danji Pranjic, der den Treffer mit einem feinen Doppelpass mit Kroos einleitete. Die Kombination Kroos/Pranjic funktionierte bestens, was auch daran lag, dass der Kroate Pranjic defensiv kaum gefordert wurde. Nach dem Führungstreffer wurde es etwas ruhiger, erst nach 24 Minuten die nächste Großchance für die Gastgeber - Kopfball von Demichelis nach Flanke von Hamit Altintop. Ein paar Minuten später folgte erneut eine gefährliche Flanke vom bis dahin besten Mann auf dem Platz - Pranjic -, die aber gerade noch entschärft werden konnte. Danach ließen die Bayern es ruhiger angehen und außer ein paar Fernschüssen kam in Halbzeit eins nicht mehr viel Sehenswertes heraus.  

Die für Bayern München momentan gefährlichste Phase, die ersten 10 Minuten in Hälfte zwei, war auch die stärkste der Gäste. Nürnberg mit viel mehr Druck - Bayern wieder mal schläfrig und zu zögerlich. Zwei gute Möglichkeiten für die Gäste aus Franken waren die Folge, blieben jedoch ungenutzt. Louis van Gaal hatte in der Pause Demichelis wegen muskulärer Probleme gegen den genesenen Breno getauscht. Dann stürmte Nürnbergs Schlussmann Schäfer mit den Füßen voraus in Mario Gomez (nach Pranjic-Flanke), statt den Ball zu treffen. Strafstoß - Lahm trifft zum 2:0. Die Vorentscheidung war gefallen. 
Nach dem für Altintop eingewechselten Thomas Müller kam nun, zwanzig Minuten vor Ende, endlich auch wieder Franck Ribéry zu Zug - und der drehte mächtig auf. Eine großartige Szene des Franzosen hätte fast zum 3:0 durch Müller geführt, konnte aber so eben noch auf der Linie von den Nürnbergern vereitelt werden. Ein Eckball durch Ribéry führte dann aber doch noch zum dritten Treffer - durch Gomez per Kopf. Mario Gomez hätte dann noch einen Hattrick erzielen können, Müller wurde im Strafraum gefoult - wieder Elfer. Der Bayern-Stürmer drosch den Ball allerdings über das Tor.
Fazit: Pflichtaufgabe erfüllt. Schön zu sehen, dass Ribéry mächtig Spielfreude ausstrahlt und endlich wieder eingesetzt werden kann. Bester Mann auf dem Platz: Danji Pranjic. Schlechtester Bayer: van Buyten, danach sicher Altintop. Der Belgier ist derzeit schlicht von der Rolle. Die Reaktion Altintops bei seiner Auswechslung lässt auf stürmische Zeiten im Bayern-Kader schließen. Die Geister, die Uli Hoeness rief, sie kommen jetzt hervor und rebellieren (ein wenig) gegen van Gaal. Nach dem Gladbach-Spiel waren Edson Braafheid schon die Nerven durchgegangen, was in seiner Suspendierung endete - und jetzt beschwerte sich Altintop über seine Auswechslung (eigentlich eine Frechheit, angesichts seiner schlechten Leistung). 
Den Geist von Frank Rijkaard verkörperte gestern Abend Nürnbergs Pinola, indem er Bastian Schweinsteiger anspuckte. Leider kann man mit "Pinola" kein so schönes Wortspiel kreieren wie seinerzeit mit dem Niederländer. Ein Sperre durch den DFB wird wohl noch folgen.

Bayern München hat nun hoffentlich die anstrengende Klettertour gestartet - Sprung von Platz 10 auf Platz 6. Nennen wir es mal die "erste Etappe". Jetzt gehts nach Leverkusen - dem Tabellenzweiten - und alles andere als siegen und weiterklettern ist verboten.

FernglasFCB tippte 1:0 (Ergebnis: 3:0)

Fernglas 12. Spieltag 2010/2011

Am 12. Spieltag aus der Fernglasperspektive gesehen:

Freitag, 12.11.2010:
Borussia Dortmund vs Hamburger SV (2:0)

Samstag, 13.11.2010:
1. FC Köln vs VfL Borussia Mönchengladbach (0:4)
FSV Mainz 05 vs Hannover 96 (0:1)

Sonntag, 14.11.2010:
FC Bayern München vs 1. FC Nürnberg (3:0)

Freitag, 12. November 2010

Aus Tradition gut?

Hans-Joachim Watzke hält seine Borussia (also die aus Dortmund) aus nachvollziehbaren Gründen für einen Traditionsverein - und Traditionsvereine sollten, so Watzke, bei der Verteilung der TV-Gelder stärker berücksichtigt werden. Die "weichen" Faktoren hierfür sollen Beliebtheit, Sympathie- und Markenwerte sein. Ein Blick ins Nachbarland, den Niederlanden, offenbart uns wie so etwas in der Realität umgesetzt wird. Marktforscher ermitteln Daten (Image, "Kunden"zufriedenheit, Stadiongröße und -auslastung etc.), welche dann als Grundlage für die Verteilung dienen. Watzke konkretisiert:
"Wie viele Sympathisanten hat ein Klub, wie viele Fans fahren zu Auswärtsspielen, was sagt die Gesellschaft für Konsumforschung? Diese Daten kann man in eine Matrix einfließen lassen und hinterher sagen, es gibt einen Verteilungsschlüssel: Fünfzig Prozent des Fernsehgeldes oberhalb des Sockelbetrages werden nach dem Erfolgsprinzip verteilt und fünfzig Prozent nach einer Regel, die auf weichen Faktoren beruht." (FAZ)

Zu den Traditionsvereinen zählt Hans-Joachim Watzke Bayern München, Schalke, Borussia Dortmund, den 1. FC Köln, den Hamburger SV, den 1. FC Kaiserslautern, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt. Aber auch die "Kleinen" wie beispielsweise der FSV Mainz 05 oder der FC St. Pauli kommen nicht so schlecht weg beim BvB-Geschäftsführer. Immerhin sei deren Stadion regelmäßig ausverkauft und auch die Zahl der Auswärtsspiele begleitenden Fans sei dort hoch. Höher als bei Klubs wie Bayer 04 Leverkusen, dem VfL Wolfsburg oder der TSG 1899 Hoffenheim, die demnach nicht zu der Kategorie der Traditionsklubs zählen.  

Die Diskussion geht sicherlich über den reinen Vorschlag hinaus: Ist das Geld, das Klubs wie Leverkusen, Wolfsburg oder Hoffenheim stützt, ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Klubs ohne privaten Geldgeber oder einem Konzern im Rücken? Ganz sicher ist es einer. 
Wie schwierig es ist sportlichen Erfolg und nachhaltiges Wirtschaften langfristig zu erreichen und so in die oberen Sphären des Profifußballs zu gelangen und dort auch zu bleiben, weiß man in Dortmund ziemlich gut. Ein Jahrzehnt lang waren sie nach den erfolgreichen neunziger Jahren mehr oder minder bedeutungsloses Mittelmaß, weil fast pleite. Auch der Traditionsklub Schalke 04 kennt das und kämpft momentan um finanzielle Stabilität, trotz der zahlenmäßig zweithöchsten Anhängerschaft bundesweit, trotz hoher Zuschauerzahlen und trotz eines üppigen Markenwertes plus mit Sicherheit zufriedenstellender Einnahmen aus dem Merchandising. Geht es nach Watzke, belohnt man mit diesem Modell also die Beliebtheit - nicht ausschließlich die sportliche Qualität, geschweige denn das wirtschaftlich nachhaltige Handeln. 

Nun ist es nicht gerade so, dass Hoffenheim, Leverkusen oder Wolfsburg grauenhaften Fußball bieten oder in der Vergangenheit geboten haben. Erinnern wir uns an die "Vize"-Jahre der Leverkusener, erinnern wir uns an Wolfsburgs Meisterschaft unter Magath oder erinnern wir uns an die Hoffenheimer Fußballkünstler im Jahre 2008. Das war alles schön anzusehen - und hatte durchaus Publikum vor den Fernsehern der Republik (und um TV-Gelder geht es doch hier). 
Man kann darüber streiten ob ein Verein wie Bayer Leverkusen, der seit 1979 - also seit über dreißig Jahren - in der Bundesliga spielt, nun eher an Tradition gewonnen hat oder immer noch zu den "künstlichen" Vereinen zählt. Zumindest steht der Fußballabteilung (über hundert Jahre alt!) mit dem Bayer-Konzern ein Geldgeber vor, der durchaus potent ist und die Entwicklung maßgeblich beschleunigt hat. Dies hat auch Dietmar Hopp in Hoffenheim getan. Wo andere Klubs um Sponsoren mühsam kämpfen müssen um Stück für Stück zu wachsen, wird die Zeit in Hoffenheim mit SAP-Gründer Dietmar Hopp oder in Wolfsburg mit dem Volkswagen-Konzern schlicht außer Kraft gesetzt. Nachwuchsförderung, Infrastruktur, Spielerkäufe - all das durch Geld  welches nicht mit Fußball verdient wurde, von jetzt auf gleich machbar. Dass das den anderen Klubs stinkt, ist nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz haben sich alle drei genannten Vereine durch die Ligen bis ganz nach oben qualifiziert - und das sportlich. 
Ob sich in diesen Regionen eine Fankultur entwickelt, die es irgendwann mit den großen Altvereinen aufnehmen kann, ist wohl langfristig auch eine Frage des Erfolgs. Machen wir uns nichts vor, würde Schalke oder Dortmund im Mittelmaß der zweiten Liga versauern, wären die Zuschauerzahlen dort nicht so wie sie jetzt sind. 

Warum aber, fragt Watzke, sind die Klubs an der Verteilung des Kuchens genauso beteiligt, die ohnehin schon einen starken Geldgeber haben, wie jene deren Aufstieg und Bedeutung über Jahrzehnte auf sportlichem Erfolg gewachsen ist? Warum bekommen Klubs, deren Zuschauerschnitt eher unterdurchschnittlich ist, genauso viel Ausschüttung wie die Zuschauermagnete? 
Die Verteilung der TV-Gelder wurde solidarisch geregelt. Alle sollen gleichermaßen davon profitieren, niemand überproportional bedient und somit bevorteilt werden. Die attraktivste Marke, der FC Bayern München, hätte sonst den Großteil dieser TV-Gelder eingestrichen. Auch die Klubs, die keine Großstadt und deren Fan-Potenzial als Basis haben, sollen nach dem Solidaritätsprinzip Nutznießer der Popularität des Fußballs sein. Und auch sie tragen ihren Teil dazu bei.  Der Reiz "klein gegen groß" ist ein nicht gerade unwichtiger Bestandteil der Liga.

Wenn man das niederländische Modell auf die Bundesliga anwenden würde, berücksichtigt man zwar den Popularitätswert, aber nicht das wirtschaftlich verantwortungsvolle Handeln solcher Klubs. 
Geschichtsträchtige Vereine wie Kaiserslautern und auch Schalke haben in der Vergangenheit mit äußerst fragwürdigen Methoden ihr wirtschaftliches Überleben gesichert - darf man das unter dem Deckmantel der "Tradition" ignorieren und dann auch noch belohnen? Wäre das nicht unfair gegenüber Klubs, die zumindest privatwirtschaftlich gestützt werden und nicht durch die öffentliche Hand (die sich zudem dagegen nicht wehren kann)? Watzke sagt am Beispiel Schalke 04* dazu : "Hier ist ja kein Geld geschenkt worden. Es sind Anteile gekauft worden, die auch Erträge einbringen. Insofern ist niemand geschädigt." Das wird der Steuerzahler, der nicht zur blau-weißen Anhängerschaft zählt oder sich am Fußball erfreut, sicher anders sehen, zumal die "Sicherheit" solcher Erträge fragwürdig ist.
[* Antwort auf die Frage: "Ist es nicht auch wettbewerbswidrig, wenn ein Klub wie Schalke 04 seine Löcher mit Hilfe der städtischen Gesellschaft GEW stopft, die Stadionanteile kauft?"]

Sicher ist der Ansatz in Watzkes Argumentation diskutabel - aber ein handfester Vorschlag, ein Konzept, ist das alles nicht. Zu viele Fragen sind offen - und ein gerechtes Modell hat Hans-Joachim Watzke uns nicht präsentiert. Hoffenheim hin, Bayern München her - eines will ich als Fußballfan nicht: Dass der "Geist von Fritz Walter" eines Tages über allem schwebt. Denn aus Tradition ist man nicht automatisch gut.

Donnerstag, 11. November 2010

Südduell

Soll ich wirklich etwas zur Tabellenkonstellation der beiden Kontrahenten sagen? Ausgelutscht, das Geschwafel über den "Rollentausch" der beiden Südvereine. Fakt ist, der 1. FC Nürnberg hat ewig nicht in München gewonnen. Auswärts gewann der Club bislang ein Spiel in der laufenden Saison- ausgerechnet in Bremen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sich das am Sonntagabend nicht ändern wird und die Bayern einen Heimsieg einfahren werden. 

Das Lazarett der Bayern lichtet sich so nach und nach - und damit hat Trainer van Gaal das komfortable Problem, wen lässt man spielen und wen lässt man draußen? Franck Ribéry scharrt für Sonntag schon mit den Hufen.  Auch van Bommel könnte vermutlich schon gegen Nürnberg auflaufen. Contento und Breno dürften noch zuviel Trainingsrückstand haben, um am Sonntag zum Kader zu gehören.
Nach der ersten Halbzeit in Gladbach muss einem um die Verfassung der sogenannten "B-Elf" des Rekordmeisters nicht bange sein. Doch nach den ersten zwanzig Spielminuten der zweiten Hälfte am letzten Samstag dürfte der Bayern-Fan allerdings leichte bis mittelschwere Panikschübe bekommen. Die Innenverteidigung der Bayern mag alles sein, nur eines ist sie nicht: sicher.  

Mit dem Klub kommt am Sonntag ein Team in die Arena, das mit vier Siegen in Folge selbstbewusst und ohne großen Druck auftreten kann. Das ist ein neues, ungewohntes Gefühl für die Clubberer. Für Bayern München ist der Druck dank des Punktverlustes in Mönchengladbach groß wie nie. Geben die Bayern gegen Nürnberg wider Erwarten Punkte ab, dann ist das Thema Meisterschaft endgültig und sehr frühzeitig ad acta gelegt und es beginnt die Jagd auf den dritten Platz. 


Mein Tipp: Bayern 1, Nürnberg 0
 

Mittwoch, 10. November 2010

Interview mit Günter Netzer

 Günter Netzer im Interview...

tz: Sie sehen das Problem ohnehin eher in der Abwehr…

Netzer: Richtig, das ist nicht ausreichend. Es stellen sich immer wieder Fehler ein, das ist nicht abgestellt worden. Da muss man sich überlegen, für die Zukunft etwas zu ändern. Man muss in der Abwehr eine Bastion schaffen, auf die man vertrauen kann. Das gehört zum modernen, international erfolgreichen Fußball unbedingt dazu. Schauen Sie sich die Spitzenklubs quer durch Europa an: Die Mitte mit den beiden Innenverteidigern ist optimal besetzt, denn dort droht die größte Gefahr.

Frechheit!

Der Chef der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt fordert ein bundesligafreies Wochenende - am kommenden Wochenende.
Ich finde es eine Frechheit, dass am Wochenende Bundesligaspiele stattfinden", 
 sagte Wendt dem Kölner Stadt-Anzeiger.

FernglasFCB findet es eine Frechheit, dass aller Wahrscheinlichkeit nach am kommenden Wochenende irgendwo in Deutschland Verbrechen stattfinden. Raubüberfälle, Körperverletzung, Drogendelikte, Verkehrsdelikte, häusliche Gewalt - unverschämt ist das! 
Also liebe Mitbürger und Kriminelle, nehmt Rücksicht auf die armen Polizisten, die für den Castor-Transport herhalten mussten und dringend Schlaf brauchen! Am Montag kann es ja dann ganz normal weitergehen.  

Montag, 8. November 2010

"... letztendlich ist es zum Kotzen."



"Das Spiel bot beste Unterhaltung, es brachte ständige Wendungen und Dramatik, es war im Wortsinn packend. Dieses Spiel bemächtigte sich nämlich mehrmals der Beteiligten beider Seiten, es versetzte sie in glückselige Zustände, ließ sie dann aber schon bald in Fassungslosigkeit und Enttäuschung umschlagen. Und umgekehrt.", heißt es in der Süddeutschen Zeitung. Und darüber kann man sich eigentlich freuen, wenn man ausgerechnet für ein solches Spiel Karten hat und in Begleitung eines sehr sympathischen Gesinnungsgenossen die ganze Atmosphäre und Dramatik live vor Ort aufsaugen darf.
Doch ehrlich gesagt, ich halte es da ganz mit Mario Gomez, letztendlich ist es zum Kotzen! 

Ich vermutete 80 Prozent Ballbesitz in Halbzeit eins - und es waren tatsächlich 79 Prozent. Bei allem Optimismus vor dem Spiel, aber das war mehr als ich erwartet hatte. Die Bayern auf jeder Position mit guter bis sehr guter Leistung, kaum Fehler zu erkennen. So auch nicht beim 1:0 der Gastgeber, als eine Flanke von Patrick Herrmann in der fünften Minute ihre Flugbahn verließ und irgendwie hinter Torhüter Butt im Tor der Bayern einschlug. So einen Glücksschuss verhindern, kann man nur mit seherischen Fähigkeiten. 
Einen Schuss gab es noch - direkt in die Arme von eben jenem Hansjörg Butt - das wars für Gladbach in Sachen Offensive. Nicht nur der Anteil am Ballbesitz, der Mangel an eigenen Fehlern, die Harmlosigkeit des Gegners und die zwei Treffer zur Führung sprachen für einen Sieg des FCB - sie spielten sich Chancen en masse heraus, eher früher als später dürfte ein weiterer Treffer hier für die Entscheidung sorgen. Als dann selbst ein Elfer durch Schweinsteiger nicht verwandelt wurde, machten sich die wenigsten Bayern-Fans wirkliche Sorgen. Gladbach war hoffnungslos unterlegen. Bis hier hin hätte es 4:1 für die Bayern heißen müssen.
Eine weitere Halbzeit später fragte ich mich verärgert, warum Bastian Schweinsteiger diesen überflüssigen Zwischenschritt beim Anlauf hatte einlegen müssen? - Arroganz? Damit brachte er sich aus dem Rhythmus und nicht Gladbachs Schlussmann Heimeroth - ein Treffer hätte das Spiel zu diesem Zeitpunkt sicher entschieden. 

Was in der Halbzeitpause mit den Roten passierte, dürfte unerklärlich bleiben. Es war die Verwandlung in den FCB, den wir vom Saisonstart noch allzu gut kennen. Kein Selbstvertrauen, kaum Aggressivität, Fehler und Patzer, zu spät beim Gegner, unglücklich im Abschluss. Die, die ich vorher lobte, verloren völlig ihre Linie: Pranjic, Tymoschtschuk, Ottl - selbst Schweinsteiger. Unsere Innenverteidung? Zwei aufgeschreckte Hasen. War man wirklich überrascht, dass die Borussia bei einem Tor Rückstand in Hälfte zwei nochmal alles versuchte? 
Es kam was kommen musste, die Einladungen der Bayern blieben nicht ungehört. Gladbach glich aus, Gladbach ging in Führung. Die Bayern-Kurve war fassungslos. 
Dass es letztlich durch einen Kraftakt noch zum Ausgleich reichte, verdient Lob für die Moral - mehr aber auch nicht. Die Chancen zum Sieg, durch Gomez und Kroos blieben ungenutzt - heraus kommt ein Punkt, wo es doch drei hätten sein müssen. 
Ein FC Bayern, der solche Spiele noch aus der Hand gibt, der wird mit Sicherheit kein Deutscher Meister. Die Realität heißt Mittelfeld, fern ab von Titelchancen und Champions League-Plätzen. Die Realität heißt Mittelmaß. Für einen Bayern-Fan ist das zum Kotzen. 

FernglasFCB tippte 2:0 (Ergebnis: 3:3)     

Fernglas 11. Spieltag 2010/2011

Am 11. Spieltag live gesehen:

Samstag, 06.11.2010:
VfL Borussia Mönchengladbach vs FC Bayern München (3:3)

Freitag, 5. November 2010

Zurück auf die Reporterplätze!

Die tz interviewt * Jörg Dahlmann - und der glaubt tatsächlich, dass er der Journalistengilde einen Gefallen getan und sich gegen einen "beratungsresistenten" Trainer zur Wehr gesetzt hat. Jetzt ist der Interviewer plötzlich so wichtig wie der Interviewte. Diesem Irrtum, Herr Dahlmann, sitzen Sie und einige Ihrer Kollegen  (stimmt's, liebe tz-Redaktion?) schon länger auf. Selbstkritik wäre angebracht.  

Harald Schmidt über Sportreporter:
Sie sind jung, und Doppelsechser kommt Ihnen so flüssig über die Lippen wie „Zahlen, bitte“? Sie haben nie an Schweini als Brandner Kaspar gezweifelt? Dann ist Sportreporter der perfekte Beruf für Sie!

Am Anfang steht die Frage: Reporter im Fernsehen oder für eine Zeitung? Grundsätzlich ist natürlich eine Tätigkeit beim Fernsehen wesentlich attraktiver: Kohle, Party, Weiber – alles bis zum Abwinken. Allerdings muss ein feiner Unterschied beachtet werden: Vor oder hinter der Kamera? Wenn Sie hinter der Kamera arbeiten wollen, können Sie gleich bei der Zeitung bleiben. Niemand kennt Ihr Gesicht, Sie stehen an der Bar außerhalb der Nüsschenreichweite, und als Kommentator kriegen Sie nur Verrisse. Hier ist eine erste Besonderheit zu vermerken: Die Kollegen aus dem Printbereich schreiben eimerweise Glossen über die vom Fernsehen. Umgekehrt herrscht eher Ignoranz. Außer bei Verrissen oder Heiligsprechungen.

Wenn Sie als Sportjournalist vor der Kamera arbeiten, haben Sie es geschafft. Sie sind stundenlang auf dem Schirm, jeder kennt Sie, naive Zuschauer glauben sogar, Sie hätten Einfluss auf den Spielausgang. Allerdings gibt es auch vor der Kamera noch mal zwei Kategorien: die Giganten (Beckmann und Kerner) sowie die Abteilung „hat am Spielfeldrand einen Gesprächspartner“. Als solcher sind Sie meist nur mit dem Hinterkopf zu se-hen und können sich nur durch heftiges Nicken partiell ins Bild bringen. [...]

Von einem Fußballkommentator erwarte ich, dass er fachlich gefestigt das Geschehen auf dem Fußballplatz kommentieren kann. Kommentieren heißt, mit Informationen ergänzend das Geschehen sprachlich zu begleiten. Natürlich muss der Sportkommentator auch Stimmungen rüber bringen - erzeugen muss er sie nicht. Er (oder auch sie) wird auch nicht daran gemessen, hochkreative Wortschöpfungen en masse zu produzieren und bei jedweder Gelegenheit besonders witzig zu sein. Diese Dinge sind Schreibern oder Komikern vorbehalten. Es ist auch nicht originell, sinnfreie Phrasen von den Kollegen zu übernehmen  und somit Trends in der Branche zu setzen (z.B. "Spieler x findet heute nicht statt"). Das ist plumpe Dummschwätzerei - und keineswegs hip, schon gar nicht notwendig. Es gilt den Sport, die Aktion in den Vordergrund zu rücken - der Reporter selbst bleibt besser im Hintergrund.

Für manche Journalisten endet der Job nicht im Glaskasten des Stadions, sie werden auch zum Interviewen der Akteure eingesetzt. Jetzt tauchen sie zumindest peripher vor der Kamera auf - und manch einer verträgt so viel Aufmerksamkeit einfach nicht. 
Auch das Interview bedingt gute Vorbereitung, Fingerspitzengefühl und ein Talent für die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt. Wenn sich allerdings die investigative Natur allzu sehr ihren Bann schlägt, wird aus dem Befragen meist eine Art Verhör. Wen wundert's da noch, wenn der Interviewpartner die Lust verliert? Boulevardeske Themen sind im Boulevard gut aufgehoben. Ein Reporter der ernst genommen werden will, sollte sich aufs Fachliche konzentrieren.

Im medial überfrachteten Zeitalter des 21-sten Jahrhunderts wird der größte Depp zum Star gemacht - dem Geschäft geschuldet. Und wer sich als Reporter zur Marke machen will, der benötigt Aufmerksamkeit. Diese wird allzu gern durch Übertreibung zu erhaschen versucht. Es gilt der Stimme auch ein Gesicht zu geben, das erhöht den Marktpreis und verbessert die Optionen. 
Der Fokus Reporter, durch den der Zuschauer ein Spiel im Fernsehen wahrnimmt, verschiebt sich zusehends auf Banalitäten abseits des Geschehens. Nichts ist so trivial, als dass man es nicht zeigen und kommentieren könnte. Die Spielerfrau reicht ihrem Sitznachbarn ein Kaugummi - solchen Vorgängen von Tragweite wird Raum in der Berichterstattung eingeräumt und finden ihren Weg in Millionen Wohnzimmer, blumig kommentiert von einem, der sich Sportreporter nennt. Nein Danke, das braucht weder der Fan, noch der Protagonist in kurzen Hosen oder Trainerjacke. Das braucht niemand. 



Mein Eindruck zum van Gaal-Interview:
Mittwochabend im rumänischen Cluj:  Herr Dahlmann fragt im Interview vor der Partie den Trainer der Bayern, ob er denn lieber übers Sportliche oder über das Thema Uli Hoeness sprechen möchte - eine Suggestivfrage, denn die Antwort des Niederländers ignorierte der Reporter vollends und tat damit das, was er ohnehin schon vorhatte. Er ließ das Sportliche beiseite. Wem das noch nicht Verarsche genug war, der hatte nach dem Spiel erneut Gelegenheit dem Journalisten Dahlmann dabei zuzusehen, wie er versuchte den, in Interviews oft knurrigen, Trainer aus der Reserve zu locken. Kalkül - denn Jörg Dahlmann wollte das Spektakuläre, wollte die Konfrontation. Er hatte sich vermutlich auch schon ein passendes Sätzchen zurechtgelegt für diesen Fall, damit nachher niemand behaupten könne, Dahlmann würde vor einem wie van Gaal kuschen. 
Louis van Gaal blieb - gemessen an der Zeitspanne eines mehrminütigen Interviews - relativ lange gelassen. Doch dann behakte der Reporter den Trainer, fragte nach Fehleinschätzungen in Bezug auf Spieler Gomez (was letztlich wieder den Zusammenhang zum Hoeness'schen Vorwurf und der Thematik des Interviews vor dem Spiel herstellte). 
Der Bayern-Trainer reagiert entsprechend genervt und warf Dahlmann vor, nur "Negativ-Fragen" zu stellen. Was nicht von der Hand zu weisen ist, spielte der Klub doch 4:0 auswärts und qualifizierte sich frühzeitig für das Achtelfinale in diesem Wettbewerb. Dann vergaß Herr Dahlmann plötzlich wer er ist und welche Rolle er gerade inne hat, warf dem Bayern-Trainer die Hoeness'sche Floskel der "Beratungsresistenz" vor und plädiert auf sein Recht, als Journalist kritisch hinterfragen zu dürfen. Dahlmann fängt wiederholt mit der Hoeness-Geschichte an und wehrt den Hinweis van Gaals auf die Pressemitteilung des Klubs ab. Sinngemäß: Was glauben Sie denn, was ich um eine solche Pressemitteilung gebe?! Ohne Worte.
Herr Dahlmann, gehen Sie zurück auf Ihren Reporterplatz.



* Eine Auswahl von Kommentaren zum tz-Artikel, die meinen Eindruck widerspiegeln:

"...nach einem spiel erwarte ich als zuschauer fragen zum spiel und nicht so nen provokanten scheiss. was interessiert mich in dem moment der zoff zwischen hoenuess und van gaal oder ob er den gomez falsch eingeschätzt hat.
da will ich ganz andere sachen wissen.
vorallem braucht dieser "reporter" dem v.g. nicht beratungsresistenz vorwefen, von einem journalisten braucht er sich wirklich nicht beraten lassen."
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"...Daß der Dahlmann dem Van Gaal Beratungsresistenz vorwirft ist schon eine Unverschämtheit! Wollte er den Trainer des Jahres 2010 etwa "beraten"? Das kann ja wohl nicht sein Ernst sein."
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"...wenn die Fragen mal hin und wieder etwas seriöser gestellt würden, dann hätten sowohl Van Gaal als auch wir Fans mehr Freude daran! Leider ist es der Presse wichtiger den Trainer gezielt zu provuzieren als kompetente Aussagen zu erhalten.
Und hinterher stellt dieser Dahlmann sich als Unschuldslamm dar und lässt sich in der Pressewelt als Held feiern! Bravo!"
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"... Was glaubt eigentlich dieser Dahlmann, wer er ist. Auf alle Fälle fehlt ihm die gute Kinderstube. ..."
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"Der Dahlmann ist (wie viele seiner Reporterkollegen und Moderatoren) ein Sensationsgeierreporter, immer auf der Suche nach einer Story, die man genüßlich ausschlachten kann und die entsprechende Publicity und Quoten bringt.
Fachlich muß man da schon gar nicht mehr gut drauf sein, man hat das Gefühl, es langt den Sendern schon, wenn der "investigative" Journalismus mit aller Macht durchgepeitscht wird, um den Befragten in die Enge zu treiben und bloßzustellen...."
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"In jedem Grundkurs Interviewtechnik lernt man. wie wichtig es ist, eine gute Atmo zwischen Interviewer und Interviewtem aufzubauen, um dann im Laufe des Gesprächs auch schwierige Themen anzusprechen.
Dahlmann hat gestern bewusst die Konfrontation gesucht.
Denn das ganze hat eine Vorgeschichte:
nämlich das Interview VOR dem Spiel, in dem Dahlmann ihn fragt, ob er lieber Fragen zum Spiel beantworten möchte, oder Fragen zu Hoeneß.
Van Gaal wollte zu Hoeneß KEINE Fragen beantworten - Dahlmann fing aber dennoch damit an. Das ist ein Verschaukeln und Verarschen des Interviewpartners mit einer Pseudofrage ("wollen Sie, oder nicht?") ..."
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"Der Dahlmann, war mal wieder der Beweis dafür wie besch..sen penetrant und einfallslos Reporter sein können, die selben Fragen die vorher schon 25 andere gestellt haben und sich dann auch noch wundern, warum man davon genervt ist...."


Auch hier noch ein Link - interessant sind die Kommentare. 

Donnerstag, 4. November 2010

Am Samstag gehts nach Gladbach

Hier bin ich am Samstag. Keine Frage, was in der CL so gut aussieht, muss jetzt auch in der Bundesliga klappen. Der Abstand zwischen den Roten und dem BvB darf nicht noch größer werden, will man sich ernsthafte Chancen auf den Meistertitel offen halten. Nicht, dass dann automatisch die Klopp-Truppe den Titel holt, aber jetzt sind es schon (noch) 10 Punkte Vorsprung - und es wird nicht einfacher. 

Die Borussen aus Mönchengladbach kommen da gerade recht: Gladbach hat nach dem Sensationssieg in Leverkusen zum Saisonstart einen Lauf im negativen Sinne und steht jetzt auf dem letzten Tabellenplatz. Vorn machen sie die Dinger nicht rein - egal wie gut die Chancen sind - und hinten ist der kommende Gegner offen wie ein Scheunentor. Das liegt einerseits an Verletzungsproblemen und dem Fehlen von Dante, andererseits war Schlussmann Bailly ein großer Unsicherheitsfaktor in der laufenden Saison. Trainer Frontzeck hat dafür Christopher Heimeroth in den Kasten beordert - und der macht die Sache deutlich besser als der Belgier. 

Gladbach ist aber auch eine kleine Wundertüte, denn wenn sie Spaß am Kombinieren finden und sie ihre Konter fahren können, kann es brandgefährlich werden. Vor allem über Idrissou! Zudem ist die Bayern-Bilanz der letzten Auftritte im Borussia-Park nicht sonderlich gut: Seit der Saison 2006/2007 sind wir über Unentschieden bei der Borussia nicht hinaus gekommen.
Fakt ist, dass es Borussia MG nicht an der richtigen Einstellung mangelt, wie man in den letzten Spielen deutlich sehen konnte. Teils verdanken sie ihre Negativ-Serie einigen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen, teils war einfach Pech ständiger Begleiter der Truppe vom Niederrhein. Wir sollten also - trotz allen guten Vorzeichen - gewarnt sein. 

Möglich, dass der ein- oder andere, bislang Verletzte bei den Bayern wieder mit von der Partie sein kann. Ich  kann mir allerdings nicht vorstellen, dass van Gaal die immer besser harmonierende "B"-Mannschaft so früh wieder auseinander reißen wird. Einzig van Buyten droht aufgrund seiner Unzulänglichkeiten aus den letzten zwei Spielen von Badstuber ersetzt zu werden - vielleicht aber auch nur! Louis van Gaal hat verstanden, dass er das Spiel der Bayern etwas mehr auf Gomez zuschneiden muss. Gomez zahlt das mit Treffern zurück. Ich bin nicht nur optimstisch, ich bin auch siegessicher:

Mein Tipp: Gladbach 0, Bayern 2

Jörg Dahlmann bewirbt sich "on air"

Nein, der Bayern-Fan hatte gestern Abend keinen Grund sich über diverse Unzulänglichkeiten der Bayern-Spieler aufzuregen. Ja, nicht alles war rund - und ja, Cluj ist nicht der Maßstab an dem sich der Vorjahresfinalist der Champions League messen lassen muss. Dennoch gab es viel Ansehnliches, einen Hattrick von Gomez, ein paar tolle Paraden und Reaktionen von Butt und insgesamt vier hübsche Bayern-Tore auf fremdem Platz. Achtelfinale erreicht, Rekordstart in der Champions League für die Bayern mit vier Siegen in den vier ersten Gruppenspielen. 

Doch was dann - nach dem Spiel - Reporter Jörg Dahlmann im Tee hatte, fällt mit Sicherheit unter das Betäubungsmittelgesetz. Betäubt waren Feingefühl, Instinkt, Berufsethos und ein Gespür für die Situation - all das hatte Dahlmann für einen Moment über Bord geworfen und sich für den Investigativ-Reporter einer Boulevard-Zeitung gehalten. In dieser, ihm von sich selbst auferlegten, Rolle ging er dann für unerträgliche Minuten nicht nur Trainer van Gaal auf den Geist, sondern auch dem Zuschauer. 

Es ging bei diesem Interview nicht mehr um das Spiel oder Ergebnis, es ging ihm auch nicht um das Weiterkommen der Bayern - ja, es ging ihm nicht mal um die Leistung von Mario Gomez. Einzig und allein auf die "Hoeness-Schelte" gebürstet, versuchte er in boulevardesker Manier den Bayern-Trainer Louis van Gaal in die Richtung des "beratungsresistenten Trainers" zu drängen. Van Gaal - anfangs höflich - erklärte für jedermann verständlich, warum der Gomez des Moments nicht der Gomez von Beginn der Saison war und er ihn somit nicht als erste Wahl einstufte. Jörg Dahlmann hatte sich allerdings während dieser Antwort in das Wörtchen "beratungsresistent" verliebt - und das über beide Ohren. Doch das macht man nicht mit einem wie van Gaal - und der stellte den Mikrofonhalter dann mal ordentlich in den Senkel. Dahlmann jammerte noch, es sei schließlich sein Job so etwas zu fragen - nein, Herr Dahlmann, ihren Job haben sie gestern schlicht verwechselt! Immerhin wissen wir jetzt, dass einer wie Jörg Dahlmann nicht so blöd ist, etwas auf Pressemeldungen zu geben. Aha. Na dann. 
Unerträglich aufdringlich und auch respektlos fing er dann wieder mit der Thematik Hoeness an, obwohl schon vor dem Spiel dahingehend alles gesagt wurde und van Gaal die Fragen des Herrn Dahlmann in klarstem Deutsch beantwortet hatte. Das wäre der Punkt gewesen, an dem ich das Interview abgebrochen hätte - van Gaal aber blieb ruhig, antwortete erneut, bis ihn Jörg Dahlmann nach seinen eigenen Worten großkotzig "entließ". Entlassen müsste man nach gestern Abend Jörg Dahlmann. Nach dieser "Bewerbung on air" würde er sicher zügig einen neuen Job finden... bei irgendeiner Boulevard-Zeitung. Aber bitte, Herr Dahlmann, nicht im deutschen Fernsehen!

Das Video gibts hier.

FernglasFCB tippte 1:2  (Ergebnis: 0:4)

Mittwoch, 3. November 2010

Alles Gute, Gerd!


Gerd Müller, der Bomber der Nation, Fußballikone und bodenständiger Sympathieträger wird heute 65 Jahre alt. Dazu gratuliert FernglasFCB dem Mann, dessen Name in aller Welt ein Begriff ist. Trotz aller Popularität ist Gerd Müller immer ein bescheidener Mensch geblieben, dem der Fußball eine Herzensangelegenheit ist, nicht das Drumherum. Ein angenehmer und interessanter Gesprächspartner ist er zudem.
Alles Gute, lieber Gerd! Bleib g'sund!

 

Dienstag, 2. November 2010

kreuz- und quergelesen

Eigentlich wäre ein kurzer Artikel über das Spiel gegen den morgigen Champions League-Gegner, CFR Cluj, fällig - aber abgesehen von der Meldung, dass sich Ivica Olic verletzt hat und die kommenden sechs (6!) Monate ausfällt, gibt das Thema nicht so viel her. 

Die von Präsident Hoeness getätigten Aussagen über und zu Trainer van Gaal hingegen, bringen richtig Pepp in die Medienlandschaft und Bloggergemeinde. Zusammengefasst hat das Ganze der sportmedienblog - und im Großen und Ganzen teile ich die Unaufgeregtheit von Helmi
Eigentlich hat sich ja hier schon angekündigt, dass es da irgendwann Knatsch gibt. Den etwas humoristischeren Blickwinkel auf das Thema gewährt uns Mauertaktik

Wo wir gerade in der Medien- und Bloglandschaft umherstreifen: Frau (Truus) van Gaal echauffiert sich über die Bayern-Fans. Zu Recht, wie ich finde, wenngleich ich die Stimmung auf dem Marienplatz immer noch dem Krawall von Feyenoord-Fans nach Meisterschaften vorziehe. Ebenfalls via Berliner Medien erschien ein Interview mit Uli Hoeness, über das sich Trainer Baade aufgeregt hat. Ehrlich gesagt, unangemessen unsachlich, wie ich finde. Aber ich bin ja auch ein Hoeness-Fan. 
Nicht sonderlich originell war auch dieser Beitrag hier über die Stimmung in der Münchner Arena. Aber wenn Euch indirekte Selbstbeweihräucherung so gut tut, liebe Eintracht-Fans, bitte. Zum Abschluss noch eine bittere Nachricht für alle Fußballblogger: Königsblog hört auf. Schade das.

  Mein Tipp für Mittwochabend: CFR Cluj, 1, Bayern München 2.

Montag, 1. November 2010

Zum Achtelfinale nach Stuttgart

Das Achtelfinale ist ausgelost (21./22.Dezember 2010):

VfL Wolfsburg - FC Energie Cottbus
VfB Stuttgart - FC Bayern
FC Augsburg - FC Schalke 04
Kickers Offenbach - 1. FC Nürnberg
1. FC Köln - MSV Duisburg
Alemannia Aachen - Eintracht Frankfurt
TUS Koblenz - 1. FC Kaiserslautern
TSG 1899 Hoffenheim - Bor. Mönchengladbach

... und so hatte ich vorab gelost:

Energie Cottbus vs 1 FC Nürnberg
VfB Stuttgart vs FC Bayern München
FC Augsburg vs TuS Koblenz
SG Eintracht Frankfurt vs VfL Borussia Mönchengladbach
1. FC Kaiserslautern vs TSG 1899 Hoffenheim
FC Schalke 04 vs Alemannia Aachen
1. FC Köln vs VfL Wolfsburg
Offenbacher Kickers vs MSV Duisburg

Termine November 2010

 3. November 2010 - Champions League 2010 / Gruppenspiel (E)
CFR Cluj vs FCB
20.45 Uhr

6. November 2010 - Bundesliga
VfL Borussia Mönchengladbach vs FCB
15.30 Uhr

14. November 2010 -Bundesliga
FCB vs 1. FC Nürnberg
17.30 Uhr


20. November 2010 - Bundesliga
TSV Bayer 04 Leverkusen vs FCB
18.30 Uhr

23. November 2010 - Champions League 2010 / Gruppenspiel (E)
AS Rom vs FCB
20.45 Uhr


27. November 2010 - Bundesliga
FCB vs SG Eintracht Frankfurt
15.30 Uhr

30. November 2010
Jahreshauptversammlung FC Bayern München AG (Olympiahalle München)

19 Uhr

Fernglas 10. Spieltag 2010/2011

Am 10. Spieltag aus der Fernglas-Perspektive gesehen:

Freitag, 29.10.2010:
FC Bayern München vs SC Freiburg (4:2)

Samstag, 30.10.2010:
1. FC Kaiserslautern vs VfL Borussia Mönchengladbach (3:0)
FC Schalke 04 vs TSV Bayer 04 Leverkusen (0:1)

Sonntag, 31.10.2010:
FSV Mainz 05 vs Borussia Dortmund (0:2)
TSG 1899 Hoffenheim vs Hannover 96 05 (4:0)