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Dienstag, 31. August 2010

Ein leerer Einkaufskorb

Ich bin nicht resistent gegen Werbebotschaften, ebenso wenig wie gegen all die "Tricks" mit denen man mich als Konsumenten versucht zum Zugreifen zu bewegen. Natürlich weiß ich, dass die teuren Produkte in Augenhöhe, die Schnäppchen irgendwo südlich der Kundenknie drapiert werden. Ich weiß auch um den Effekt von Beleuchtung und Farbsignalen. Und mir ist klar, dass der Bereich vor der Kasse so viel Verführung bereithält, dass es fast unmöglich wird dort nicht noch einmal zuzugreifen. Ist mir alles klar - und dennoch beuge ich mich gelegentlich regelmäßig genau diesen Mechanismen.
Am Ende landen in meinem Einkaufskorb Dinge, die entweder nie geplant waren zu kaufen - oder eben Produkte, die streng genommen viel zu teuer sind, aber aufgrund ihres Verpackungsdesigns, eines spontanen Gelüstes oder aus anderen verkaufspsychologischen Motiven von mir nicht im Verkaufsregal belassen werden konnten.

Der Einkaufskorb des FC Bayern blieb bislang - heute Abend endet die Transferphase - leer, sieht man mal vom dritten Torhüter Rouven Sattelmaier ab. Ein paar Leihgaben kamen zurück, aber das war's auch schon. Im Grunde entspricht dieses Verhalten der Vorgabe des Trainers. Der Kader ist ihm zu groß, 22 Spieler sollen reichen, jede Position doppelt besetzt sein. Zudem setzt van Gaal auf junge Talente aus dem Verein, die den Sprung in die Profi-Mannschaft schaffen sollen. Damit hat er bereits in der vergangenen Saison gute Erfahrungen gemacht und einen enormen Achtungserfolg erzielt.

Die vielkritisierte Abwehr des Klubs war im Meisterjahr 2009/2010 letzten Endes die beste Defensivformation aller Bundesligisten. Für van Gaal war es das Argument keine großen Veränderungen in Form von zusätzlichen Transfers in diesem Mannschaftsteil vorzunehmen. Der gelernte Innenverteidiger Holger Badstuber rückte von der Außenposition in die Innenverteidigung, seine alte Position übernahm Nachwuchstalent Diego Contento. Nach der Niederlage gegen Kaiserslautern wurde die Kritik an der Abwehr des FCB erneut laut. Allerdings war der größte Schwachpunkt an jenem Abend einer, der zu den konstantesten und am wenigstens kritisierten Spielern zählt: Philipp Lahm. Es ist nicht davon auszugehen, dass ausgerechnet Lahm solch schwache Auftritte in aller Regelmäßigkeit wiederholen wird. Nach dem anfänglichen Theater um Martin Demichelis scheint nun festzustehen, dass der Argentinier beim FC Bayern bleibt. Ob in der Defensive wirklich Handlungsbedarf besteht, wird man erst im Laufe der Saison erfahren. Maßgeblich wird sein, was für ein Spieljahr die Protagonisten Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber und Contento aufbieten können. Dieses Risiko geht Louis van Gaal bewusst ein - es scheint das geringere zu sein, als durch neue Abwehrspieler und zusätzliches Personal Unruhe ins Team zu bekommen.

Im Mittelfeld bleibt alles wie gehabt: van Bommel, Schweinsteiger und dann die Außen Robben und Ribéry. Die Verletzung Robbens scheint nun allerdings so schwerwiegend zu sein, dass man damit rechnen muss, dass der Niederländer im Jahr 2010 kein Spiel mehr absolvieren kann. Ein bitterer Schlag für das Bayern-Ensemble.
Alternativ rückt dank seiner Flexibilität Thomas Müller auf die Robben-Position. Der zurückgekehrte Toni Kroos übernimmt dafür die Müller-Position oder spielt zentral. Als Back-Ups stehen noch Tymoschtschuk und Altintop zur Verfügung. Tymoschtschuk kann wie Altintop sowohl im Mittelfeld als auch in der Abwehr eine Alternative sein. Noch hat Anatolji Tymoschtschuk seine Stärken beim FC Bayern nicht überzeugend eingesetzt. Auch im Mittelfeld der Bayern gilt: Rufen die gesetzten Kräfte ihre Möglichkeiten regelmäßig ab, besteht personell hier keinerlei Bedarf. Van Gaal setzt auf Müller und Kroos - hat als Ersatz mit Tymo und Altintop zwei Spieler, die diesen Part auch defensiver spielen können. Zudem hat van Gaal noch Alaba und Pranjic als Wechselspieler. Personell ist - trotz des Robben-Ausfalls - das Mittelfeld gut und üppig besetzt. Ein echter Robben-Ersatz wäre zurzeit ohnehin nicht auf dem Transfermarkt zu finden.

Im Angriff herrscht auf den ersten Blick ein Überangebot. Goméz, Klose, Olic und eventuell Müller. Mario Goméz konnte beim FC Bayern bislang noch keine Akzente setzen, Klose ist nicht in Topform und Olic ist zwar ein Kämpfer vor dem Herrn, braucht aber viele Versuche für ein Tor. Der Trainer setzt darauf, dass entweder bei Klose oder Goméz der Knoten platzt. Olic kann er ohnehin zu jeder Zeit ins Kampfgetümmel schmeißen. Thomas Müller ist, wo auch immer eingesetzt, eine Tormaschine.
Doch was, wenn weder Miro Klose noch Mario Goméz das Niveau erreichen, das von ihnen erwartet werden muss? Hätten wir dann nicht ein Sturmproblem? Ist es nicht fahrlässig einen Edin Dzeko, dessen Qualität und Torinstinkt wohl unbestritten ist, in Wolfsburg zu belassen? Klose ist - bei allem Respekt - ein Auslaufmodell mit starken Schwankungen in seiner Form. Goméz ist ein Stoßstürmer ohne herausragende technische Fähigkeiten, bislang beim FCB ohne jede Durchschlagskraft. Ivica Olic ist - trotz allen Einsatzes - kein Vollstrecker und auch technisch limitiert. Im Sturm tobt ohnehin der Verdrängungswettbewerb, ob nun mit oder ohne Dzeko - die totale Zufriedenheit wird van Gaal bei seinen Stürmen ohnehin nicht sicherstellen können, die Bayern spielen mit nur einer Spitze.

Gut, dass die Bayern sich nicht von jedem Schnäppchen haben verführen lassen. Aber ein Edin Dzeko, der hätte für meinen Geschmack ins Körbchen gepasst. So einer darf dann auch mal was mehr kosten.

Montag, 30. August 2010

Fernglas 2. Spieltag 2010/2011

Am 2. Spieltag aus der Fernglas-Perspektive gesehen:

Freitag, 27.08.2010: 1. FC Kaiserslautern vs Bayern München (2:0)

Samstag, 28.08.2010: SV Werder Bremen vs 1. FC Köln (4:2) /
VfL Wolfsburg vs FSV Mainz 05 (3:4) - als 2er-Konferenz /
FC St. Pauli vs TSG 1899 Hoffenheim (0:1)

live, BayArena Leverkusen:
Sonntag, 22.08.2010: TSV Bayer 04 Leverkusen vs VfL Borussia 1900 Mönchengladbach (3:6)

Sonntag, 29. August 2010

Durchschnittsnote 4-

Ich darf ganz sicher den ein- oder anderen Lauterer Gastleser an dieser Stelle herzlich begrüßen! Das geht runter wie Öl, oder? Ist ein innerer Reichs... na ja, versteh' ich. Würde mir wohl auch nicht anders gehen. Also herzlich Willkommen in diesem Bayern-Blog! ;)

Ich kenne ja meine Bayern mittlerweile ziemlich gut und demnach wusste ich bereits nach 35 Minuten Spieldauer, dass das nichts wird. Aber die größere Marter als nach etwas über einer halben Stunde zu wissen, dass die Bayern es irgendwie versemmeln, waren die Kommentare der Herren bei Liga total. Unfassbar, wie viel Unsinn man in knapp zwei Stunden in die Mikrofone sabbeln kann.
Der Kommentator des Spiels zog dann immer wieder absurde Vergleiche zur Fußball-Weltmeisterschaft heran - so zum Beispiel, dass die Lauterer Fans Mark van Bommel auspfeifen, weil er und seine Landsmänner im Finale so unfair gegen die Spanier agiert hätten. Hä?
Interessant war auch Bruno Labbadia in der Halbzeitpause und nach der Partie, als er sein Unverständnis über die Nichtberücksichtigung des Martin Demichelis kundtat ("ein Mann dieser Qualität..."). Äh, Herr Labbadia? Als Trainer des HSV waren Sie es doch, der aus disziplinarischen (oder persönlichen?) Gründen wichtige Stammkräfte auf Tribüne oder bis kurz vor Spielende auf der Bank schmoren ließen, die dem Klub ganz sicher hilfreich gewesen wären. Vom Saulus zum Paulus, Herr Labbadia?
Natürlich wurde wieder tief in die übliche Klischee-Kiste gegriffen und genau das propagiert, was uns wie Pickel ein Leben lang verfolgen wird: "Gut für die Pfalz!", "Gut für die Region!". Ach Gottchen... Hat wirklich jemand den 1. FC Kaiserslautern in der ersten Liga vermisst?
Übrigens, wenn demnächst wieder irgendein soziales Projekt in Kaiserslautern gekippt wird, weil kein Geld der Stadt dafür vorhanden ist - wenn also eine eine Freizeit- oder Betreuungseinrichtung für Kinder oder Jugendliche der knappen Haushaltslage zum Opfer fällt, dann kann man sich ja mit den Worten von Stefan Kuntz trösten: der Sieg gegen die Bayern ist der Dank für das Engagement der letzten Jahre!

Zum Spiel:

Es spricht eine deutliche Sprache, dass der FC Bayern in den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit mehr Chancen - oder wie van Gaal meinte: "Möglichkeiten" - herausspielte als in den kompletten ersten 45 Minuten. Mit gutem Willen könnte man auf drei Chancen in Halbzeit eins kommen (Müller, Klose, Olic). Vergegenwärtigt man sich, dass hier Titelverteidiger, Meisterschaftsfavorit und Champions League-Finalist des Vorjahres gegen einen Aufsteiger gespielt hat, kann man der Bewertung van Gaals nach der Partie ("gut gespielt") keinesfalls zustimmen.
Der Gegner tat, was solche Gegner eben tun müssen: den Spielfluss der Bayern stören, hinten dicht gestaffelt verteidigen und gelegentlich Gegendruck zu erzeugen, um Zeit zu gewinnen und die Bayern aus dem Rhythmus zu bringen. Dieser Rhythmus war allerdings nie richtig vorhanden - und auch wenn Lautern im Grund keine echte Torchance in der ersten Hälfte hatte, gelang es den Bayern nie wirkliche Dominanz zu entfalten.
Innerhalb von etwas mehr als einer Minute wurden die Gäste dann zwei Mal kalt erwischt. So schön der erste Treffer war, so unverständlich hatte sich die Bayern-Abwehr zuvor kurzerhand aufgelöst. Kein Verteidiger hatte annähernd Normalform, was dann beim zweiten Tor überdeutlich wurde. Glück muss man sich allerdings auch erarbeiten - wer weiß das besser als wir Bayern-Fans - und das hat die gastgebende Mannschaft getan.

Eine Bewertung der Bayern-Spieler würde allenfalls im Notendurchschnitt "4-" münden. Müller hatte einen miserablen Abend, Lahm und Badstuber ebenso. Contento überfordert, van Buyten ohne seine Stärken, mit all seinen Schwächen. Schweinsteiger und van Bommel weit unter Normalform, die Stürmer zu egozentrisch oder eben harmlos - und Ribéry? Ach, lassen wir das.
Eines hatte Trainer van Gaal schon vor dem Spiel richtig analysiert: Es ist der falsche Zeitpunkt gegen einen motivierten Aufsteiger zu spielen. Bayern irgendwie noch nicht richtig im Liga-Alltag angekommen, Lautern dagegen mit Herz, Kampf und viel Adrenalin.

Positiv ist, dass die Bayern gestern besser auftraten, als in der letzten Saison bei ähnlicher Konstellation in Mainz. Achtung, Sarkasmus!
Positiv ist, dass sich im Laufe einer langen Saison die Dinge gerade rücken werden. Was also die Papiertücher der Lauterer Fans angeht: Ich bin ein Fan von Papiertaschentüchern, ein Tempo-Junkie, gehe nie ohne aus dem Haus. Auch am 34. Spieltag werde ich welche dabei haben. Eines davon heb' ich extra für Euch auf, liebe Lauterer Freunde! Bis zur Rückrunde!

FernglasFCB hat übrigens "0:4" getippt (Ergebnis: 2:0) .

Freitag, 27. August 2010

Gruppe E

AS Rom, CFR Cluj (Klausenburg) und der FC Basel. Sagen wirs mal so: Die Gruppe ist für uns mehr als machbar. Aber das hätte - nach der letzten CL-Saison - auch jede andere Gruppenkonstellation sein müssen.

1. Gruppenspieltag: 15. September 2010 - FCB vs AS Rom
2. Gruppenspieltag: 28. September 2010 - FC Basel vs FCB
3. Gruppenspieltag: 19. Oktober 2010 - FCB vs CFR Cluj
4. Gruppenspieltag: 3. November 2010 - CFR Cluj vs FCB
5. Gruppenspieltag: 23. November 2010 - AS Rom vs FCB
6. Gruppenspieltag: 8. Dezember 2010 - FCB vs FC Basel

Auslosung Achtelfinale am 17.12., 12 Uhr in Nyon.

Mittwoch, 25. August 2010

Fernglas 1. Spieltag 2010/2011

Am 1. Spieltag aus der Fernglas-Perspektive gesehen:

Freitag, 20.08.2010: Bayern München vs VfL Wolfsburg (2:1)

Samstag, 21.08.2010: VfL Borussia 1900 Mönchengladbach vs 1. FC Nürnberg (1:1) /
Hamburger SV vs FC Schalke 04 (2:1)

Sonntag, 22.08.2010: BV 09 Borussia Dortmund vs TSV Bayer 04 Leverkusen (0:2)

Montag, 23.08.2010: VfL Bochum 1848 vs 1860 München (3:2)

Dienstag, 24. August 2010

Lieblingsfeind

Der FC Bayern hat es nicht leicht. Zunächst trifft man im ersten Spiel nach der kurzen Sommerpause auf den VfL Wolfsburg - den VW-Werksklub, der sich anschickt dauerhaft im oberen Drittel der Tabelle etabliert zu sein, dann muss der Meister direkt im Anschluss in die dunklen Wälder der pfälzischen Provinz zum 1. FC Kaiserlautern reisen. Was für ein Gegensatz! Wer dachte, in Wolfsburg gäbe es nichts zu sehen, der irrt. Immerhin steht dort die Autostadt mit Volkswagenmuseum. Nichts - also wirklich nichts! - zu sehen gibt es in Kaiserslautern. Und gerade deshalb kommt dort dem Fußball so große Bedeutung zu. Es gibt einfach nichts anderes ("das ist gut für die Region!").

Im Gegensatz zu den grün-weißen "Wölfen" ist der Lauterer Fußball in Tradition verankert (immerhin ist der 1. FCK Gründungsmitglied der Bundesliga). Fußballgrößen wie die Walter-Brüder, Sturmtank Peter Briegel ("die Walz aus der Pfalz") und Mario Basler kommen von dort. Und dennoch: Es gibt kaum einen Verein im deutschen Fußball, der bei mir so viel Antipathie weckt. Das hat Gründe.
Nirgends - nicht in deutschen Stadien und nicht mal im Ausland - ist mir so viel Hass entgegen geschlagen wie in dieser Stadt mit gerade mal knapp 100.000 Einwohnern. Dementsprechend sind Siege gegen den dort ansässigen Klub ein ganz besonderer Genuss für mich. Dass der 1. FCK - vermutlich nicht zuletzt wegen der Bedeutung der Walter-Brüder in Deutschlands Fußballgeschichte - des Öfteren den Schutzmantel seitens der Politik überstülpen durfte, um sich so vor der Insolvenz oder einem Zwangsabstieg zu retten, macht den Verein für mich nicht gerade sympathischer.
Die Bayern hatten in der Vergangenheit so ihre Schwierigkeiten mit Auftritten auf dem Lauterer Betzenberg. Die "Hölle Betzenberg" verlor aber im Laufe der Zeit ihren Schrecken. Höhepunkt dieser "Teufelsaustreibung" war das 4:0 der Bayern auf dem Betzenberg im Champions League-Viertelfinalrückspiel 1999 - eine neunzigminütige Demütigung.

Nicht falsch verstehen - ich habe gute Erfahrungen mit Pfälzern gemacht - alles feine Menschen, trinkfest und grundehrlich. In Sachen Lautern hört bei mir aber der Spaß auf. Deshalb mein Tipp für Freitagabend:
Lautern 0, Bayern 4.

Auf dass sie bald wieder in der zweiten Liga verschwinden.

Montag, 23. August 2010

Die Zeichen stehen auf Abschied

Die Innenverteidigung des FC Bayern leidet nicht unter Personalmangel. Das musste am vergangenen Freitag Martin "Micho" Demichelis, argentinischer Nationalspieler, feststellen. Für ihn rückte Daniel van Buyten in die Mannschaft, linker Innenverteidiger spielte der als Linksfuß gesetzte Holger Badstuber.
Demichelis kann mit derlei Entscheidungen nicht umgehen. Bereits in der Saison 2007/2008 begehrte er im Rahmen einer Pressekonferenz gegen die Entscheidung des damaligen Trainers Ottmar Hitzfeld auf, im defensiven Mittelfeld spielen zu müssen. Prompt ließ er sich nun auch vor dem Freitagsspiel gegen Wolfsburg von Trainer Louis van Gaal aus dem Kader streichen. Die Alternativen - neben van Buyten - für die Position in der IV sind Breno, mit dem nach seiner schweren Verletzung im Spätherbst wieder gerechnet werden kann, Neu-Profi Maximilian Haas, der bereits in der Vorbereitung gegen Schalke und Madrid spielen durfte, und letztlich Anatolij Tymoschtschuk. Keine guten Karten für Demichelis, denn er ist derzeit mehr denn je problemlos zu ersetzen.

Natürlich ist mir ein Martin Demichelis in Topform lieber als die Fragezeichen Haas oder Breno. Aber Michos beste Zeit liegt sicher hinter ihm. Seine regelmäßigen Nachlässigkeiten und steten Fehlpässe im Aufbauspiel, kosten mich Nerven und die Bayern Punkte. Für Unruhe ist in der Mannschaft ohnehin kein Platz - und van Gaal wird ihm dafür auch keinen Raum geben. Eher wird der FCB einem Wechsel zustimmen und Demichelis ziehen lassen. Vom Trainer der Bayern weiß man ja, dass er junge Talente den Spielern vorzieht, die ihren Zenit bereits überschritten haben. Martin Demichelis' Zenit ist vermutlich überschritten. Irgendwie mag ich den Argentinier, obwohl ich ihn beim Zusehen manchmal erwürgen könnte. Dennoch ist seine Reaktion von Freitag weder verständlich, noch zu dulden. Ein anderer Argentinier des FCB verlässt übrigens den Klub in Richtung Neapel: José Ernesto Sosa. Und auch für Martin Demichelis stehen die Zeichen auf Abschied.

Samstag, 21. August 2010

Hammer-Los für Runde 2

Bayern München vs Werder Bremen (26./27. Oktober)

(1 + 5) : 2 = befriedigend


Befriedigend - so mein Fazit zum ersten Bayern-Spiel der Saison. Auch als Schulnote bekommt der FCB am Ende des Abends die Note "befriedigend" ins Arbeitsheft geschrieben. Die erste Hälfte verdiente - ohne wenn und aber - eine glasklare Eins, während der Auftritt in Halbzeit zwei nur eine Fünf erlaubt.

Kaum aus der Halbzeitpause gekommen, verlor der Gastgeber jegliche Kontrolle über das Spiel. Die Wolfsburger brandgefährlich und ohne jeden Respekt vor den Rot-Weißen. Bayern München hatte vollkommen den Faden verloren - sprich die Ordnung im Spiel. Nichts klappte - und folgerichtig erzielten die Wölfe den hochverdienten Ausgleich nachdem sie vier hochklassige Möglichkeiten zuvor ausließen. Die überragenden Spieler aus Halbzeit eins, Ribéry und Müller, verschwanden mit ihrer Präsenz - und damit bekam das Publikum eine Halbzeit präsentiert, die sich wie Tag und Nacht vom ersten Durchgang unterschied. Erst zum Ende des Spiels besann sich der FCB wieder auf seine Matchwinner-Qualitäten und erzielte nach einer Flanke von Ribéry durch Schweinsteiger den lastminute-Siegtreffer in der 91. Minute.

Aber was war das bitte in Halbzeit eins? Nichts zu sehen von den Gästen, die froh sein konnten, wenn ihnen drei, vier Ballkontakte in Folge erlaubt wurden. Nach den ersten 45 Minuten ist die komplette erste Liga vermutlich kurzzeitig vor Erfurcht erstarrt. Die totale Dominanz.
Die großen, klaren Torchancen reihten sich nicht gerade wie Perlen an einer Schnur, aber man hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, die Bayern würden hier auch nur ein Tor des Gegners erlauben. Wolfsburg wurde zum Zuschauer der bajuwarischen Ballkontrolle. Bereits nach neun Minuten dann Müller mit der geilsten Aktion im Spiel: Doppelpass mit Kroos (was für ein Chip auf Kroos!), um dann Müller-like zu vollenden. Ganz großes Kino!
Leider erhöhten die Bayern den Druck nicht, um frühzeitig die Führung auszubauen. Was dann in der Halbzeit in die Platzherren gefahren ist, kann ich nicht begreifen. Nichts mehr zu sehen von der Überlegenheit und Spielkontrolle im ersten Durchgang. Deshalb gibts von mir auch nur eine "Drei" - die ersten drei Punkte der Saison, damit kann man zufrieden sein.

FernglasFCB hat 3:0 getippt (Ergebnis 2:1)

Freitag, 20. August 2010

Ich wäre dann soweit

Um spätestens 20.30 Uhr heute Abend ist es vorbei mit meiner Contenance. Özil, Ballack, Magath, das ganze Gequatsche - vorbei. Endlich wieder volle Stadien mit altbekannten Schlachtgesängen. Alle Sinne auf das kommende Spiel geschärft, werde ich angespannt den ersten Liga-Auftritt meiner Bayern in der neuen Saison regelrecht aufsaugen. Mein ohnehin schon verspannter Nacken wird sich versteifen, Außengeräusche werden ignoriert - ich bin nicht da, bin beim Fußball, mit Augen, Ohren und jeder Faser meines Körpers. Eine Pinkelpause und ein Zwischenstopp am Kühlschrank ist alles was mir ich mir an Ablenkung gestatte - während der Halbzeit versteht sich. Hier spielt schließlich der Meister, da muss man jede Spielsekunde verfolgen als könne man sie einatmen. Ist noch Sand im Getriebe? Wie funktionieren die Spieler auf neuen Positionen? Können die Ersatzspieler die Ausfälle kompensieren? Holen wir die ersten drei Punkte der Saison? Es ist Freitag, der 20. August 2010 - Ich wäre dann soweit.

"Wir haben im Fußball eine Fankultur"

tz-Interview mit Karl-Heinz Rummenigge.

Donnerstag, 19. August 2010

"Am Badstuber kommt er eh nicht vorbei!"

Das sind die letzten gesprochenen Worte des 67-jährigen Bayern-Fans, der am Montagabend im Kölner Rhein-Energie-Stadion beim Bayern-Pokalspiel gegen den TSV Windeck verstorben ist (Breitnigge berichtete). Der 21-jährige Sohn des Verstorbenen, der ebenfalls im Stadion anwesend war, bedankte sich via Kommentar für die Anteilnahme dort - und äußerte zugleich den Wunsch, dass ein Funktionär des FCB bei der Beerdigung anwesend sein sollte.

Es mag in diesem Zusammenhang makaber klingen, aber ich sage schon seit Jahren, dass ich - wenn es mich mal trifft - genau so diese Welt verlassen möchte. Schnell und im Stadion bei einem Bayern-Spiel. Trost kann man dem jungen Mann nicht bieten. Dafür ist die Zeit und die Erinnerung zuständig. Jedoch hoffe ich, dass sein Wunsch erfüllt und der FC Bayern bei der Trauerfeier vertreten sein wird.

Die Ticketsituation beim FC Bayern

... ist wie immer schon vor dem ersten Spiel der neuen Bundesliga-Saison "angespannt". Nur noch für fünf Heimspiele gibt es Karten - die restlichen sind bereits ausverkauft. Für die Auswärtsspiele der Bayern sind die jeweiligen Kontigente bereits überbucht.

Ausverkauft sind die Heimspiele gegen Wolfsburg, Bremen, Köln, Mainz, Nürnberg, St. Pauli, Dortmund, Hamburg, Mönchengladbach, Leverkusen, Schalke und Stuttgart.
Karten gibt es noch für die Partien gegen Hannover, Freiburg, Frankfurt, Kaiserslautern und Hoffenheim.

Wie heißt es so schön?! Der frühe Vogel fängt den Wurm. Oder aber der reiche Vogel - dann kann man sich bei Online-Agenturen wie z. B. Viagogo überteuerte Tickets erwerben. Für mich kommt das nicht in Frage. Für die Auswärtspartien, die mich interessieren, habe ich bereits im März Karten bestellt. Zu Heimspielen werde ich i.d.R. eingeladen - und den Rest verfolge ich bei Liga Total. Sonst würde dieses Blog hier ja auch nicht "Fernglas FCB" heißen.

Mittwoch, 18. August 2010

Lars Lunde

Kennt den noch jemand? Na ja, ich schon ... aber ich bin auch ein alter Sack. Schöner Text von Voegi bei spox über das dänische Talent und seine Zeit bei Bayern. Mein Tipp des Tages.

Stottert der Motor gegen VW McLaren ?

Es wird auch Zeit, dass der Hormonhaushalt endlich wieder ordentlich durcheinander gewirbelt wird - am Freitagabend startet der FCB in die neue Saison. Der fußballlose Sommer war ein kurzer, dank der Weltmeisterschaft in Südafrika. Dennoch hätte das Ende der letzten Saison endlos so weitergehen können, so erfolgreich, beeindruckend und schön spielte der FC Bayern. Jetzt rollt der Ball in der Bundesliga beim Heimspiel der Bayern das erste Mal in dieser Saison - und man darf gespannt sein, wo es noch hakt und ob der Motor zum Saisonbeginn stottert? Zu Gast ist der VfL Wolfsburg.

Die Autostädter haben nach der schwachen Vorsaison neben dem neuen Trainer McLaren auch ein paar Neuzugänge mit dabei (z. B. Nationalabwehrrecke Arne Friedrich). Zudem steht wohl ein Transfer von Diego an. Der Auftritt bei DfB-Pokal war allerdings so miserabel, dass da eine gewaltige Steigerung her muss, um den Bayern Paroli bieten zu können. Der FC Bayern hat jetzt auch nicht gerade geglänzt in der ersten Pokalhauptrunde, aber es war zumindest nie zu befürchten, dass die Roten ihr Spiel verlieren könnten.

Kurzum: Alles andere als ein Sieg zum Saisonbeginn wäre für mich enttäuschend. Klassisch wäre allerdings wieder ein 1:1 bei gefühlten 90 Prozent Ballbesitz der Bayern. Aber die Geister aus der Vorsaison sollten doch nun endgültig vertrieben sein.
Bayern ohne die Verletzten Robben und Olic. Freitagabend, live in der ARD ab 20.15 Uhr.

Mein Tipp: Bayern 3, Wolfsburg 0

Dienstag, 17. August 2010

Pflichtspiel


Da hat man bei den letzten Pflichtspielen für den Klub noch gegen Bremen im Pokalfinale im ausverkauften Olympia-Stadion von Berlin oder gegen Inter Mailand in Bernabeau gespielt, da müssen die Spieler des FC Bayern jetzt gegen den Fünftligisten TSV Germania Windeck in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals ran. Undankbar, weil unmöglich irgendwelche Lorbeeren zu ernten. Aber so ist der Pokal - und genau so muss er (zumindest anfänglich) auch sein. Immerhin war die Kulisse von über 40.000 im Kölner Rhein-Energie-Stadion erstklassig. Vier zu Null am Ende - und kein Hahn wird danach krähen, wie gut oder schlecht der haushohe Favorit seinen Job gemacht hat. Er hat ihn schließlich gemacht. So muss es sein.

Donnerstag, 12. August 2010

Eine Lanze für Ballack

Ich muss hier jetzt mal eine Lanze brechen. Und zwar für Michael Ballack. Dieses ewige Ballack-bashing will mir nicht in den Kopf. Unerträglich finde ich das Palaver um das Kapitänsamt der Nationalmannschaft. Noch unerträglicher sind das Lamentieren Oliver Bierhoffs zu dem Thema und das fehlende klare Statement pro Ballack seitens des Nationalmannschaftstrainers. Ich verstehe es nicht.

Ballack hat an zwei Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft teilgenommen. Vizeweltmeister und Vizeeuropameister ist er geworden. "Michael Ballack, der ewige Zweite" - ja, fußballerische Tragödien gab es in seiner Karriere einige. Nichtsdestotrotz hat Ballack jede Menge Titel abgeräumt: 4x Deutscher Meister, 3x DFB-Pokalsieger, 3x englischer Pokalsieger, Englischer Meister, die Gewinne des FA Community-Shield und im englischen Ligapokal kommen noch hinzu. Drei Mal stand Ballack im Champions League-Finale. Drei Mal wurde er deutscher Fußballer des Jahres. Dazu kommen weitere Auszeichnungen wie z. B. den Bambi in der Kategorie Sport. Der Mann ist also alles andere als ein Verlierer.

Ballack gewann in vier Spielzeiten drei Doubles mit dem FC Bayern und für den FC Bayern. Umso verwunderlicher ist für mich, dass ausgerechnet viele Bayern-Anhänger kein gutes Haar an dem Görlitzer lassen. Es muss an der Position liegen, die der Mann spielt. Auch ein Stefan Effenberg - wie Ballack ein Regisseur im Mittelfeld - wurde in aller Regelmäßigkeit vom eigenen Anhang stark kritisiert. Im Gegensatz zu Effe ist Ballack allerdings nie ein Provokateur gewesen.

Als Michael Ballacks Ausfall für die WM 2010 feststand, ging hier kurzzeitig das Abendland unter. Doch das gute Auftreten und Abschneiden der jungen deutschen Mannschaft, stellte den 34-Jährigen in den Schatten. Philipp Lahm meinte als Ersatzkapitän nun auch Ansprüche auf eine dauerhafte Kapitänsbinde stellen zu müssen.
Nun hat Ballack wieder zurück in die Bundesliga gewechselt, zu seinem früheren Klub Bayer 04 Leverkusen. Doch irgendwie scheint sich außerhalb Leverkusens niemand darüber zu freuen. Ich halte die Verpflichtung für einen Coup und bin froh, einen solchen Spieler wieder in der heimischen Liga spielen sehen zu können.

Das Kapitänsamt in der Nationalmannschaft für Michael Ballack scheint mehr denn je fraglich. Klare Rückendeckung für den erfahrensten Mittelfeldmann seitens des DFB-Cheftrainers: Fehlanzeige. Warum? Weil er bei der WM nicht mitspielen konnte? Zu allem Überfluss scheint jetzt auch noch eine Form der Diskreditierung (Stichwort Lell) hinzu zu kommen - zumindest würde es ins Bild passen.
Wie man hierzulande mit einem erfolgreichen und wohlverdienten Nationalspieler, der international hohes Ansehen genießt, umgeht, erschließt sich mir einfach nicht. Warum man als Bayern-Anhänger Ballack immer wieder verhöhnen muss, geht mir nicht in den Kopf. Der Mann hat viel für unseren Klub geleistet - und der Mann ist Kapitän unseres Nationalteams.

Montag, 9. August 2010

Alles bleibt wie es ist

Die Sommerpause wird unter Bloggerkollegen ja immer fleißig genutzt um die eigene Blogpräsenz etwas aufzuhübschen und dem Ganzen einen neuen Anstrich zu geben. Nicht so hier - alles bleibt so wie es ist. FernglasFCB ist zurück aus der Sommerpause, und zwar im alten Gewand. Und das kann man so auch vom FC Bayern sagen, denn die großen Transfers zur neuen Saison blieben aus. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte verzichtet der FCB schlicht ganz auf neue Gesichter - ein paar alte gehen (z. B. Rensing, Görlitz), ein paar bekannte kehren zurück (Kroos, Breno, Ottl, Braafheid, Sosa). An der Säbener Straße wird diesmal nicht geklotzt. Louis van Gaal setzt auf die jungen Nachwuchstalente (Contento, Alaba, Ekici und in Folge vielleicht auch noch Knasmüllner) und Hoffnungen (Breno, der zurzeit immer noch verletzt ist). Die Chancen für Ottl und Sosa dürften beim FC Bayern 2010/2011 ziemlich gering sein.

Van Gaals Philosophie ist einfach: neue Spieler bringen Unruhe und Unzufriedenheit ins Team. Er bevorzugt einen überschaubaren Kader. Der bisherige Kader hat die Spielphilosophie des Niederländers verstanden und kann sie immer besser umsetzen. Demzufolge dürfte der FCB in der kommenden Saison noch stärker sein als in der abgelaufenen. Als Double-Sieger und Champions League-Finalist stehen die Chancen also gut, ganz ohne große Neueinkäufe wieder sehr erfolgreich werden zu können. Nicht vergessen darf man, dass der FCB in der abgelaufenen Saison große Startschwierigkeiten unter dem neuen Trainer hatte. Solche sind wohl diesmal nicht zu erwarten.

Die einzigen Mankos, die der FC Bayern zum Bundesligastart 2010/2011 mitbringt, sind die Verletzten Arjen Robben und eventuell auch Daniel van Buyten. Zudem steckt den WM-Teilnehmern eine harte und lange Vorjahressaison und das WM-Turnier in den Knochen. Das Supercup-Finale gegen Schalke hat allerdings schon gezeigt, dass WM-Spieler wie Klose, Schweinsteiger, Lahm und Müller zwar teils noch etwas trainingsmüde, keinesfalls aber WM-geschädigt sind.

Die große Frage, die sich stellt ist, wird Diego Contento das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigen und wird Badstuber auch als Innenverteidiger eine ähnlich glänzende Saisonleistung hinlegen wie in der letzten Saison? Wird Breno adäquater Ersatz sein, falls Demichelis oder van Buyten ausfallen? Wenn ja, dann hat van Gaal und Nerlinger alles richtig gemacht - und der Verzicht auf eingekaufte Weltklasse in der "Baustelle Verteidigung" wird eine Punktlandung in Sachen Vertrauen und Nachwuchsarbeit.
Im Mittelfeld dürfte die Personalie Kroos äußerst interessant werden. Wenn Toni Kroos regelmäßig spielt - und das scheint van Gaal fest vorzuhaben - wird Müller in die Spitze gehen müssen. Das Überangebot an Stürmern beim FC Bayern wird damit noch heikler als in der letzten Saison. Der große Verlierer dürfte wohl schon feststehen: Mario Goméz.

Im Grunde kann die Bayern keiner von einer erneuten Meisterschaft abhalten. Im DFB-Pokal dürfte - bei angemessener Konzentration - zumindest die Finalteilnahme zu erwarten sein. Das große Ziel Champions League-Sieg ist möglich, aber die größte Unbekannte. Eines ist ganz sicher: Auf den Fußball der Bayern im neuen Spieljahr darf man sich freuen.

Sonntag, 1. August 2010

Termine August 2010

1. August 2010 - Liga Total Cup2010 (Veltins-Arena, G'kirchen)
Spiel um Platz 3: Hamburger SV vs 1. FC Köln
16.45 Uhr
Finale: Schalke 04 vs FCB
18.35 Uhr

7. August 2010 - DFL-Supercup (impuls arena, Augsburg)
FCB vs Schalke 04
17.45 Uhr

13. August 2010 - Abschiedsspiel Franz Beckenbauer
FCB vs Real Madrid
20.45 Uhr

16. August 2010 - DFB-Pokal 1. Hauptrunde (Rhein-Energie-Stadion, Köln)
TSV Germania Windeck vs FCB
18.00 Uhr

20. August 2010 - Bundesliga
FCB vs VfL Wolfsburg
20.30 Uhr

27. August 2010 - Bundesliga
1. FC Kaiserslautern vs FCB
20.30 Uhr