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Sonntag, 30. Mai 2010

Vorfreude?

Freue ich mich auf die bevorstehende WM? Okay, derzeit habe ich noch keine Anzeichen von WM-Fieber, aber das kommt noch. Schön ist, dass das grausame Loch bis zur neuen Saison im August diesmal winzig klein bleibt. In zwei Wochen geht's ja schon los - und aufgrund meiner normalerweise undankbaren, jetzt aber äußerst WM-freundlichen Arbeitszeiten, werde ich viele WM-Partien live sehen können und der Appetit kommt mit dem Essen, sagt man.

Okay, das Länderspiel gegen Ungarn habe ich mir gestern nicht gegeben - einerseits, um möglichst nicht Gefahr zu laufen in der Nähe eines Fernsehers mit Informationen über diese unsympathische, altklug wirkendende Lena unsäglicher-Doppelname à la Leutheusser-Schnarrenberger zugeballert zu werden, andererseits weil die Testspiele vor einem WM-Turnier erfahrungsgemäß keine Vorfreude bescheren. Die mit der überzogen verkorksten Aussprache englischer Textzeilen und unsere Nationalmannschaft haben gestern Abend gewonnen, beste Voraussetzung also für Deutschlands Event-Public Viewer in einen kollektiven Rausch - begleitet von der Bild-Zeitung - zu verfallen. Genau das hasse ich an der kommenden Fußball-WM. Sonderlich optimistisch bin ich im Hinblick auf das Abschneiden des deutschen Teams auch nicht. Einer fehlt in der Mannschaft des Jogi Löw Trainer-Teams ("Wir haben entschieden..."): Der Charakter. Das Gute daran: Ich kann nur noch positiv überrascht werden.

Es sind eher die Randerscheinungen einer Fußballweltmeisterschaft, die mir dieses Turnier so sympathisch machen. Die kleinen und großen Sensationen, die Anekdoten und Absurditäten - und natürlich die hohe Fußballkunst. Der nationale Taumel der 2006-er WM ist nicht reproduzierbar, obwohl sich die Werbewelt alle Mühe gibt, unsere Einkaufszentren in schwarz-rot-gold zu ersticken. Ist mir alles zuviel. Ich schaue mich schon nach einer Alternativ-Nation um, die ich supporten könnte. Leider sind die Schotten nicht dabei, wenngleich man nicht viel Freude an deren Rumpel-Fußball hätte. Wie wäre es mit der Niederlande? Immerhin ist mein Klub nun beinahe schon orange.

Dieses Friede-Freude-Eierkuchen-Gehabe der FIFA muss man ausblenden, sonst verliert man die Lust. Wir alle wissen, dass Südafrika trotz aller Hoffnungen im Lande an dieser Weltmeisterschaft nicht profitieren wird. Und dennoch ist das bevorstehende Turnier für mich der Höhepunkt dieses Sommers, denn es geht letztlich doch um Fußball - den Sport, den ich liebe.
Eines wünsche ich mir auf keinen Fall: Eine Nationalmannschaftsparty in Berlin und mit dabei unser Eurovisions-Schnuckelchen, moderiert wird das Ganze dann von Oliver Pocher. Dann wäre es an der Zeit auszuwandern.

Montag, 24. Mai 2010

Mit hoch erhobenem Haupt


Einen Spielbericht kann ich mir wohl schenken, denn die Bild am Sonntag hat sehr komprimiert alles Wesentliche zum Spielverlauf auf den Punkt gebracht - damit bin ich einverstanden. Auch wenn es weh tut, aber Tore gewinnen das Spiel und die Tore schoss Inter, nicht der FC Bayern. Punkt. Mein persönlicher Eindruck im Stadion (und der ist definitiv ein anderer als der eines Fernsehzuschauers) war ebenfalls der, dass ich Inter als gefährlicher und vor allem effizienter empfand. Ja, wir hatten fast 70 Ballbesitz und ja, die Tore resultierten aus indiviuellen Fehlern und einer Portion Fortune für Inter. Mag alles sein, aber letztlich war der FCB nicht in der Lage diese Tore zu verhindern und selbst mehr als der Gegner zu schießen. Was wäre gewesen, wenn Müllers Großchance nach der Hälfte reingegangen wäre? Man weiß es nicht. Was zählt ist, dass Inter - ob nun mit schönem oder eher ergebnisorientierten Fußball - eine Riesensaison gespielt hat. Meister, Pokalsieger und jetzt auch Champions League-Gewinner. Das verdient Anerkennung und Respekt. Auch wenn es mir schwerfällt: Auch für mich war Inter in diesem Finale am Ende die bessere Mannschaft, nicht die mit dem schöneren Fußball. Weder konnten wir richtigen Druck aufbauen, noch waren unsere Chancen so gefährlich wie die des Gegners. Nach dem 1:0 für Inter wusste ich bereits, dass es für uns jetzt schwer bis unmöglich werden würde, das Ding noch zu unseren Gunsten zu drehen.
Ein Badstuber ist kein Flankengott, der Klose oder Goméz zum Ende hätte noch ordentlich bedienen können. Für mich ist Holger Badstuber ein Innenverteidiger - der junge Contento hätte uns vielleicht mehr helfen können in der Schlussphase von Madrid. Dass was die Mannschaft besser als Barcelona gegen Inter machte - nämlich über die Außen zu kommen -, hat bei uns mangels guter Flanken nicht gestochen.

Die Stimmung im Stadion war dementsprechend, man merkte der Bayern-Kurve noch in der ersten Hälfte an, dass es nicht unser Tag werden würde. Die Choreo der Inter-Fans stellte unsere weit in den Schatten - aber angesichts der schwierigen Umstände im Vorfeld, verdienen die Bemühungen des Club Nr. 12 allerhöchsten Respekt. Irgendwie schienen auch die Umstände allesamt für Inter Mailand zu sprechen, so auch die bestätigte Sperre der CAS für Ribéry (für mich immernoch ein Skandalurteil).
Nun also die dritte Niederlage im vierten Endspiel dieses Wettbewerbs, bei dem ich vor Ort dabei sein durfte. Keine besonders gute Quote für mich. Doch die Perspektive dieser Mannschaft lässt mich mehr als optimistisch nach vorn blicken. Wir haben tolle, junge Talente aus den eigenen Reihen, die bereits in dieser Saison gegen einige der ganz Großen Erfahrung sammeln durften. Wir konnten Franck Ribéry bis 2015 verpflichten und haben damit weiterhin die gefährlichste Flügelzange der Welt. Unsere Leistungsträger sind allesamt jung genug, um auch in den nächsten Jahren Stabilität ins Spiel zu bringen - selbst mit dem ü30-iger van Bommel, der in der Form seines Lebens spielt. Wir sind wirtschaftlich einer der Top-Klubs weltweit und die Mannschaft mit diesem großartigen Fußballlehrer van Gaal, hat das Renomée unseres Vereins noch einmal auf einen Spitzenwert angehoben.
Was fehlt sind Alternativen und ein richtiger Kracher in der Abwehr (z. B. ein Vidic). Wenn wir hier noch nachsteuern, dann sehe ich gute Chancen auch in der nächsten Saison wieder bis ins Finale der CL vorzustoßen. Nachhaltiger Erfolg ist das Stichwort - gepaart mit der Solidarität und dem Herz für den Verein, der sich selbst zu recht als Familie bezeichnet. Im Jahre 2010 ist das längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Das war eine große Saison für den FC Bayern - und jeder hat gespürt, welch' Faszination von dieser Art Fußball und dem Charakter dieser Mannschaft ausgeht. Ich bin dankbar und stolz für die großartigen Spiele, für die tollen Wochen und Monate und für das Double, samt kaum erhoffter Finalteilnahme in der Champions League. Durch die Straßen Madrids bin ich mit hoch erhobenem Haupt entlanggelaufen - keine Finalniederlage war so leicht verdaulich, wie die am Samstag in Bernaubéu.

Freitag, 21. Mai 2010

Showdown im Estadio Santiago Bernabéu

logo owned by Union of European Football Associations
for 2010 UEFA Champions League Final


Die Bilanz:
Champions League

2006/2007 Vorrunde, Gruppe B: Mi 27.09.2006
Inter Mailand - FC Bayern München 0:2 (0:0)

2006/2007 Vorrunde, Gruppe B: Di 05.12.2006
FC Bayern München - Inter Mailand 1:1 (0:0)

UEFA-Cup

1988/1989 Endrunde, Achtelfinale: Mi 23.11.1988
FC Bayern München - Inter Mailand 0:2 (0:0)

1988/1989 Endrunde, Achtelfinale: Mi 07.12.1988
Inter Mailand - FC Bayern München 1:3 (1:3)


In einem Finale standen sich beide Protagonisten des morgigen Abends noch nicht gegenüber. Inter spielte das letzte Mal im Jahre 1972 um die Landesmeister-Trophäe - verlor aber. Zwei von vier Finalteilnahmen konnte der Mailänder Klub gewinnen (1964 und 1965).
Die Bayern stehen in ihrem 10-ten Europapokalfinale - zum achten Mal im Endspiel um den Pott mit den großen Henkeln. Vier Endspiele davon konnte der FCB für sich entscheiden (74,75,76,2001). Der Champions League-Sieg 2001 war gleichzeitig die letzte Finalteilnahme des Vereins in diesem Wettbewerb.


Der Weg nach Madrid
Inter in Gruppe F hatte neben Barcelona, den ukrainischen Vertreter FK Rubin Kasan und den russischen Klub ZSKA Moskau als Gruppengegner. Mit zwei Siegen, drei Unentschieden und einer Niederlage (in Barcelona) zog Internazionale ins Achtelfinale ein. Dort gewann man zwei Mal gegen Chelsea London und landete im Viertelfinale, wo man ebenfalls zwei Mal siegreich war (gegen ZSKA Moskau). Das Halbfinale gegen Barcelona überstand man mit einem 3:1-Heimsieg und einer ermauerten 0:1-Niederlage in Barcelona.

Die Bayern trafen in ihrer Gruppe A auf Maccabi Haifa aus Israel, den französischen Vertreter Girondins Bordeaux und Juventus Turin aus Italien. Probleme gab es bereits beim Heimspiel gegen Juve - Bayern- teilweise mit atemberaubenden Fußball, dennoch immer wieder in der Abwehr anfällig. - kam über ein 0:0 nicht hinaus. Die beiden Spiele gegen Bordeaux gerieten dann zur Blamage - beides Niederlagen. Das letzte Spiel gegen Juve sorgte dann für die Teilnahme an der Finalrunde - auswärts siegte man furios mit 4:1 - 3 Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen standen am Ende zu Buche. Im Achtelfinale schlug man den AC Florenz, im Viertelfinale räumte man Manchester United aus dem Weg - und im Halbfinale besiegten die Bayern Olympique Lyon zwei Mal. Viel beeindruckender als die bloßen Ergebnisse war aber die Art und Weise wie der FCB sich immer wieder zurückgekämpft hat. Manchester beispielsweise, führte bereits 3:0 im Rückspiel, kassierte dann aber noch zwei Bayern-Treffer, was den Münchnern zum Weiterkommen reichte.

Die Trainer
Es ist ein weiterer Baustein, der dieses Spiel so interessant werden lässt: Beide Trainer, Mourinho auf Seiten Mailands und van Gaal, Trainer der Bayern, kennen sich nicht nur gut - sie verbindet auch eine gemeinsame Vergangenheit. José Mourinho ist sozusagen der Zögling van Gaals. Als Dolmetscher zu Barcelona gekommen, wurde er unter Barca-Trainer Louis van Gaal zum Co-Trainer. Die Karriere Mourinhos begann somit unter dem Niederländer.
Mein Eindruck ist, dass sich beide auch sehr ähneln (also nicht äußerlich). Der Portugiese weiß die richtigen Knöpfe zu bedienen, um aus dem Gros der Trainergilde herauszustechen. Gezielt eingesetzte Arroganz, um sich zur Marke zu machen - Mourinho beherrscht die Eigenvermarktung. Auch van Gaal wirkt immer etwas von oben herab - und scheut wie Mourinho keine verbale Schlacht mit den Journalisten. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass beide recht sympathische Kerlchen sind, zumindest wenn man sie besser kennen würde. Beide Trainer favorisieren die kompakte Raumaufteilung.

Die Systeme
In Mailand vergleicht man José Mourinho bereits mit der Inter-Trainerlegende Helenio Herrera, der die erfolgreiche Ära Inters (zwei Europapokalsiege und drei Meisterschaften) in den Sechzigern geprägt hatte. Den "Schweizer Riegel" - in Italien würde man wohl Catenaccio dazu sagen - Herreras hat Mourinho im Halbfinalrückspiel zum Doppel-Riegel umgestaltet. Zwei Abwehrreihen, die nichts zuließen und Barcelona zur Verzweiflung brachten. Aufgrund der 3:1-Hinspielführung sah sich Inter zu keiner Offensiv-Aktion genötigt.
Im Finale wird Inter etwas offensiver zu Werke gehen müssen, dennoch ist das Prunkstück der Mannschaft die Abwehr, die beste aller Teams in der laufenden Champions League-Saison. Neben dem kompakten Defensivverbund hat Inter zudem einen hervorragenden Torhüter im Kasten.
Bayern dagegen geht etwas offensiver zur Sache und hat wieder und wieder bewiesen, dass genug Könner in der Mannschaft spielen, die zu jeder Zeit ein entscheidendes Tor erzielen können (Olic, Robben, Müller). Barcas Fehler im Halbfinale war die Einfallslosigkeit vor dem Strafraum der Italiener - immer durch die Mitte, fast nie über die Flügel. Bayern kann hingegen eine Abwehr auseinanderziehen und so Räume schaffen. Mit Vorstößen von der Seite durch Müller/Olic oder Robben/Lahm kann der FCB deutlich mehr Gefahr entwickeln, als es Barcelona beim Halbfinalrückspiel gelungen ist. Das Beeindruckende am FCB ist allerdings die Moral, auch nach Rückständen nie aufzugeben und immer wieder zurückkommen zu können.
Die größte Gefahr für den FC Bayern München lauert bei einem Rückstand. Mourinho scheut sich nicht jedes Mittel zu wählen, um den Erfolg zu sichern. Auch wenn das bedeutet, dass sich seine Mannen allesamt in den eigenen Strafraum stellen. Für Bayern gilt, aus einer gut organisierten Defensivstaffelung die Schlüsselspieler in Szene zu setzen, um für einen Torerfolg zu sorgen. Inter ist - wie es für italienische Spitzenteams typisch ist - immer in der Lage einen - den entscheidenden - Treffer zu setzen. Unsere Abwehr muss mit voller Konzentration zur Sache gehen - über die komplette Spielzeit.

Die Stars
Bei Inter ist hier sicher der Brasilianer Maicon zu allererst zu nennen, der neben Lúcio das Abwehrbollwerk zusammenhält. Im Mittelfeld sorgen die sehr offensiven Diego Milito und Wesley Sneijder für die entscheidenden Akzente. Thiago Motto, ein weiterer Mittelfeldspieler, ist für das Finale gesperrt. Im Angriff lauert Samuel Eto'o, der bislang bei Inter noch nicht richtig eingeschlagen hat. Zudem hat die Nerazzurri mit Goran Pandev noch einen Klasse-Mann in der Offensive.
Bei Bayern München dreht sich natürlich alles um Arjen Robben und Franck Ribéry, von dem - zu diesem Zeitpunkt, zu dem ich hier gerade schreibe - noch nicht feststeht, ob er vielleicht doch noch am Finale teilnehmen darf. Auch bis Mailand dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass ein Ivica Olic oder ein Thomas Müller ebenfalls brandgefährlich sind. Im Mittelfeld spielen Mark van Bommel und Bastian Schweinsteiger gerade eine Saison auf allerhöchstem Niveau. In der Abwehr haben wir mit Philipp Lahm einen weiteren Weltklassespieler zur Verfügung.

Die Prognose
Viele Tore werden sicher nicht fallen - es sei denn, es kommt zu einem Elfmeterschießen. Es wird zäh - und es wird ein körperlich intensives Spiel. Der FCB muss alles abrufen und im Endeffekt so perfekt organisiert auftreten wie in Lyon, dann besteht eine gute Möglichkeit Inter in die Schranken zu verweisen. Da man weder einen Arjen Robben, noch einen Ivica Olic, über 90 oder 120 Minuten vollends ausschalten kann, bin ich guter Dinge. Der Schlüssel aber wird unsere Defensivleistung sein, individuelle Aussetzer von van Buyten oder Demichelis verbieten sich im Endspiel. Geht Inter mit 1:0 in Führung, wird es für uns verflucht schwierig werden, denn dann wird Mourinho wieder seinen Doppelriegel auspacken, der bereits Barcelona zur Verzweiflung gebracht hat.

Der Vergleich
Wäre ich eine Rating-Agentur, würde ich die Bayern zurzeit mit AAA einstufen, Inter dagegen mit AA-.
Das ist aber in einem Finale völlig unwichtig - die Chancen stehen 50:50 - alles ist möglich. Der Vorteil gegen Inter zu spielen und nicht gegen Barcelona ist, dass Inter nicht diese Fülle von Klasse-Spielern in der Offensive hat. Der offensive Stil Barcas kommt uns jedoch eher entgegen, wenngleich das Kurzpassspiel der Katalanen unfassbar sicher ist und kaum Ballgewinne zulässt. Wir können es ähnlich, wenngleich noch nicht in dieser Perfektion. Bei Inter wird es noch schwieriger die Abwehr zu durchbrechen, zudem spielen die Mailänder deutlich körperbetonter als es Barca täte. Barcelona auf Topniveau wäre kaum zu schlagen gewesen, Barca in der Form des Halbfinals hätten auch wir packen können. Mit italienischen Teams scheinen wir mittlerweile ganz gut zurecht zu kommen, obwohl es immer ein Tanz auf des Messers Schneide ist. Einen Favorit gibt es in diesem Finale nicht.

Ausverkaufte Hütte
Was auch sonst?! Es werden sich in der Heimstätte von Real Madrid jeweils mindestens 25.000 Fans der beiden Finalgegner gegenüberstehen. 20.500 Karten gingen jeweils an beide Klubs in den Verkauf. Aber auch die Allianz-Arena in München ist rappelvoll: 70.000 wurden dort zum Public Viewing eingeladen. Außerdem werden in über tausend Ländern wieder Milliarden von Menschen an den Bildschirmen kleben...

Die Planung
"Die größte Party soll am 23. Mai, Pfingstsonntag, in München steigen. Am Tag nach dem Champions-League-Finale in Madrid wird die Mannschaft in Cabrios wie damals am 24. Mai 2001 vom Flughafen in die Innenstadt chauffiert, danach geht’s zum zweiten Mal auf den Rathaus-Balkon – selbst im Falle einer Niederlage." (verrät die Abendzeitung).

Morgen im Kalender
In Arnd Zeiglers Fußballkalender findet sich morgen ein Foto von Dettmar Cramer, verkleidet als Napoleon. Ein gutes Zeichen - hat Cramer als Trainer der Bayern doch 1975 und 1976 den Landesmeister-Cup gewonnen.

Karten für Madrid - Umfrageergebnis
von 74 Personen, die bis zum 12. Mai (17.30 Uhr) hier abgestimmt hatten, waren immerhin über 20 Prozent bereit, mehr als 600 Euro für eine Finalkarte zu bezahlen.

Das Ergebnis im Einzelnen:

Originalpreis (Basis 90 Euro, billigste Kategorie): 17 (22%)
bis 300 EUR: 41 (55%)
bis 600 EUR: 10 (13%)
mehr als 1000 EUR: 6 (8%)

FernglasFCB
wird mich nach Madrid entsenden - gemeinsam mit dem Kollegen Probek werde ich von Köln nach München fliegen, die Chartermaschine der Abendzeitung besteigen und hoffen, dass der Vulkan Eyjafjallajökull uns hin- und auch wieder zurückkommen lässt.
Viel explosiver als jeder Lava spuckende Berg wird allerdings die Stimmung in Bernabéu werden. Es ist mein viertes Endspiel um den Landesmeister-Cup bei dem ich vor Ort anwesend sein darf - und ich bin heiß wie ein Vulkan... auf diesen Abend im Mai 2010.


Mein Tipp: Bayern 2, Inter 1 (n.V.)

Samstag, 15. Mai 2010

FernglasFCB macht Urlaub (und hat nichts dazugelernt)

Ich lerne einfach nicht dazu. Belege dafür gibt es zahlreiche. So freue ich mich beispielsweise für meine Frau, wenn sie nach einer gefühlten Ewigkeit endlich Zeit gefunden hat einen Friseurtermin wahrzunehmen.
Nach einem Friseurtermin fühle ich mich erleichtert - und das nicht nur, weil ich weniger Haare als zuvor auf dem Kopf habe. Es gibt einem ein besseres Lebensgefühl - so in etwa, wie wenn man sich gerade neu eingekleidet hat. Man fühlt sich gut.
Bei meiner Frau endet der Besuch beim Coiffeur in der Regel schluchzend in meinen Armen. "Der hat zuviel abgeschnitten" und "guck mal wie ich aussehe", stammelt sie mit tränenerstickter Stimme. Das Resultat ist, dass sie den Friseur wechselt, beim nächsten (ersten) Mal glücklich und zufrieden mit dem Ergebnis und dem neuen Friseur ist, um dann - beim zweiten oder dritten Mal - wieder mit dem Scherengott zu hadern und somit die Prozedur von vorn losgeht. Kommt Euch das bekannt vor? Na klar, denn es geht jeder Frau so. Man könnte meinen, die Friseurinnung hätte sich verschworen, um Frauen kategorisch die Haare zu entstellen... wahlweise mit einem ungewollten Stufenschnitt oder in dem man still und heimlich aus Spitzenschneiden Strähnenschneiden macht. Vermutlich gibt es auch geheime Friseur-Seminare, auf denen das heimliche Verunstalten gelehrt wird. Beim ihrem nächsten Termin zum Haareschneiden sollte ich kurzfristig vereisen - bis die Locken sich geglättet haben.

Ein anderes Beispiel für meine Unbelehrbarkeit ist die Tatsache, dass ich es einfach nicht hinbekomme vor Wochenend-Trips oder Urlauben auf den Spielplan zu schauen. Völlig belämmert starre ich auf meinen Eintrag "Pokalendspiel" und muss schockiert feststellen, dass wir an diesem Tag bereits im Ausland sein dürften. Das versaut einem die ganze Urlaubsstimmung.
Jetzt kommen die kümmerlichen Versuche, dem drohenden Unheil zu entgehen. "Lass uns das Wochenende noch zuhause entspannen, um dann gut sortiert und vorbereitet, ohne Hektik am Montag loszufahren". Doch da habe ich die Rechnung ohne Madame gemacht - das ist das Dumme, wenn man eine Partnerin hat, die sich ebenfalls für Fußball interessiert. "Mir schon klar, dass du das Pokalspiel sehen willst. Aber wir richten unseren Urlaub nicht nach dem Rahmenterminkalender des DFB, mein Freund!" - ich Idiot! Sie guckt zwar selbst gern Fußballspiele - aber bei Bayern-Spielen schläft sie wahlweise ein oder hat plötzlich ganz viel fürs Studium zu tun. Ziemlich ignorant, so ein Verhalten.
Gleich mal im Hotel anrufen, ob die dort deutsches Fernsehprogramm empfangen.

FernglasFCB macht eine Woche Schreib-Pause.*


* Der Auftakt-Artikel zum CL-Finale erscheint am 21. Mai automatisiert.


Donnerstag, 13. Mai 2010

Auf dem Weg zum Double?


Werder also. Wieder mal. Im - bei Pokalendspielen - relativ stimmungsarmen Olympia-Stadion zu Berlin (ja, ist meine ehrliche Meinung!) treffen also die Grünen von der Weser auf die Roten aus München aufeinander.

Die Gefahr für die Bayern liegt hier in der Ansetzung: Bayern ist Meister und nach der fulminanten Meisterschaftsfeier baut sich automatisch eine gewisse Spannung ab. Verständlich, aber kurz vor einem Pokalendspiel nicht ganz so gut für die Konzentration. Viel schwerer wiegt aber, dass eine Woche nach dem Finale das wichtigste Spiel des Jahres ansteht: das Champions League-Endspiel in Madrid. Da ist der Fokus (im Verein, Umfeld und bei den Spielern) natürlich schon etwas verrutscht, ob man nun will oder nicht. Den Bremern spielt das in die Karten. Für mich ist der Ausgang dieser Partie also völlig offen. Eine Fiftyfifty-Chance , wie in den meisten Endspielen.

Bayern ist Favorit, Bremen hat einen Lauf. Beide versprechen ein offensives, torreiches Spiel, mit einer gehörigen Portion Spannung.
Gewinnen die Bayern, wird die Brust, die man vor dem Spiel gegen Inter braucht, breiter. Die Chance auf das begehrte Triple wird greifbarer - nur noch ein Sieg - der Sieg - ist dann vonnöten. Verliert man aber, könnte sich leichte Unsicherheit oder auch Enttäuschung einstellen - etwas, dass die Mannschaft vor einem CL-Finale nun wirklich gar nicht gebrauchen kann. Noch weniger gebrauchen, kann der FCB Verletzungen die aus diesem Spiel resultieren. Eine gewisse Zurückhaltung bei dem ein- oder anderen Protagonisten könnte man zwar nachvollziehen, wäre dem Erfolg allerdings abträglich.
Psychologisch sehe ich die Bremer im Vorteil. Mit Champions League-Teilnahme auf den letzten Drücker und der Finalteilnahme, ist die Saison von Schaafs Elf doch noch ein voller Erfolg. Die Krone wäre sicher der Pokalsieg gegen die Bayern! Zu verlieren haben die Hansestädter also nichts.

14x hat der FC Bayern das Endspiel um den DFB-Pokal bisher gewonnen, ist damit Rekordpokalsieger - und wenn ich richtig gerechnet habe, standen sie 16x in einem Endspiel. Unter anderem verlor man 1999 gegen den diesjährigen Gegner von der Weser nach Elfmeterschießen. Ein Jahr später gewann man gegen die Bremer - es war das erste Mal, dass die gleichen zwei Mannschaften zwei Jahre in Folge Endspielgegner waren. 6x gewann Werder den Cup, 3x verloren sie in einem Endspiel - und stehen damit hinter den Bayern in Sachen DFB-Pokalerfolge auf Platz zwei. Beide Vereine stehen sich als einzige zum dritten Mal in diesem Endspiel gegenüber.

„Geplant ist, dass wir nach dem Pokalfinale am 15. Mai über Nacht vor Ort bleiben.“ Es wird – ob Sieg oder Niederlage – einen Empfang bei der Hauptstadtrepräsentanz des Bayern-Hauptsponsors Deutsche Telekom am Gendarmenmarkt geben."
(schreibt die Münchner Abendzeitung)

Mein Tipp: Bayern 8, Bremen 7 (n.E.)

Mittwoch, 12. Mai 2010

So viel kostete ein Tor

Dauerkartenpreis-Tor-Tabelle 2009/2010

1. SV Werder Bremen – 430 Euro/34Tore =12,65 Euro/Heimspieltor
2. VFL Wolfsburg -550 Euro/39 Tore = 14,10 Euro
3. Bayer 04 Leverkusen – 540 Euro/37 Tore = 14,49 Euro
4. FC Bayern München – 650 Euro/39Tore = 16,67 Euro
5. Hannover 96 – 500 Euro/27 Tore =18,52 Euro
6. Borussia Mönchengladbach – 515 Euro/25 Tore = 20,60 Euro
7. 1899 Hoffenheim – 570 Euro/26 Tore = 21,92 Euro
8. VfB Stuttgart – 616 Euro/28 Tore = 22,00 Euro
9. FSV Mainz 05 – 600 Euro/22 Tore = 27,27 Euro
10. Borussia Dortmund – 820,50 Euro/29 Tore= 28,29 Euro
11. Hamburger SV – 726 Euro/25 Tore = 29,04 Euro
12. VFL Bochum – 525 Euro/18 Tore = 29,17 Euro
13. Eintracht Frankfurt – 764 Euro/25 Tore= 30,56 Euro
14. FC Schalke 04 – 901 Euro/29 Tore= 31,07 Euro
15. 1.FC „Club“ Nürnberg – 699 Euro/18 Tore = 38,83 Euro
16. 1. FC Köln – 740 Euro/18 Tore = 41,11 Euro
17. SC Freiburg – 660 Euro/14 Tore = 47,14 Euro
18. Hertha BSC Berlin – 599 Euro/10 Tore = 59,90 Euro

Quelle: Geld kompakt

Dienstag, 11. Mai 2010

Das Licht im Dunkel dieses Frühjahrs

Wir haben Mitte Mai und das erheiternde Frühlingswetter ist irgendwie auf dem Weg hierhin stecken geblieben. Für noch mehr Übel sorgt der Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern, dem Griechenland unter den Fußballvereinen. Die Welt erzittert vor einer neuen Macht - nein, nicht die Russen oder den Chinesen - es sind die Banker. Wer hätte je gedacht, dass die größte Gefahr für unsere Welt von ein paar Anzugträgern am Computer ausgehen würde?! Bei allem Grund sich flugs aus dem ersten Stock zu schmeißen, leuchtet in der Ferne ein Licht: Der Stern des Südens, der FC Bayern München!

Dieser Klub von der Isar, dessen Arroganz in die Wände der Säbener Straße eingemeißelt zu sein schien wie das elfte Gebot, dessen Fußball für Viele jahrelang eine Unverschämtheit an Effizienz und last-minute Glücksdusel darstellte, dessen Protagonisten für Außenstehende ungefähr so sympathisch waren, wie die Funktionäre der FDP - dieser Klub mit einer lenameyerlandrut'schen Medienpräsenz, derer man sich so wenig entziehen konnte wie akuten Migräneanfällen.
Jetzt aber, in den dunkelsten Tagen, in denen die Welt von der größten bisher dagewesenen Ölpest heimgesucht wird, in denen der Tomatensaft in Billigfliegern plötzlich irgendwie staubig schmeckt, in denen der sympathischste Wetterfrosch der Republik hinter schwedischen Gardinen einsitzt, ausgerechnet jetzt strahlt dieser Klub aus München Freude und Hoffnung über die Längen- und Breitengrade dieser Republik, wie ein warmer Mantel.

In den Blogs anderer Vereine lese ich über Sympathien für die Bayern, ein Freund - Gladbacher - drückt seine unverhohlene Freude über die Meisterschaft des FCB aus, Olli Dittrich - HSV-Fan - bricht im Doppelpass eine Lanze für die Bayern - und die Presse huldigt dem neuen Feier-Onkel der Nation, Louis van Gaal. He, der Mann ist Holländer!
Überall freuen sie sich zumindest ein wenig mit den Bayern - selbst auf Schalke kein böses Wort. Mit Respekt, Anerkennung und einem amüsierten Schmunzeln beobachten bisherige Feinde und Konkurrenten das Treiben der Münchner. Die können ja richtig feiern! Die Stimmung in der Arena war ja richtig gut! Sogar mehrfach! Und Fußballspielen können sie ja auch - sogar richtig toll! Und dieser van Gaal - als wäre er aus dem Kölner Rosenmontagszug entlaufen, um den grantelnden Bayern den Frohsinn zu überbringen! Der Wert auf der Sympathieskala schlägt nach oben, so wie die derzeitigen Börsenkurse nach unten - erdrutschartig! Und Uli Hoeneß wird langsam nervös. Wenn uns plötzlich jeder leiden mag, dann haben wir ein Image-Problem! Hey, wir wollen gehasst und beneidet werden. Allzu viel Harmonie beschädigt die Marke FC Bayern. Die Leute sollen sich an uns reiben, die Geister sollen sich scheiden, die Meinungen auseinander gehen. Irgendwie spielen alle verrückt in diesem Frühjahr 2010. Das ist ja fast so abwegig, als würde die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft mit den großen Eishockey-Nationen mithalten können.

Montag, 10. Mai 2010

Bittersüß


Dass Louis van Gaal ein "Feierbiest" ist, hat er gestern eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Mann war ja gar nicht mehr zu bremsen. Hatte er während des Auto-Korsos von der Säbener Straße bis zum Marienplatz gestern tausende Hände geschüttelt, so als würde er jeden Münchner Bürger ganz persönlich begrüßen wollen, zeigte er den 30 000 Fans vor dem Rathausbalkon zunächst seine nicht mehr ganz so strammen Waden. Er, der es als erster Niederländer geschafft hat, eine deutsche Mannschaft zum Meistertitel zu führen, genoß die Meisterfeierlichkeiten wie schon tags zuvor im Berliner Olympiastadion sichtlich. Während andere Meister-Trainer sich dezent zurückhalten und sich beinahe genieren die Meisterschale in den Himmel zu recken, hatte van Gaal damit überhaupt keine Probleme. Er weiß sehr genau, welchen Anteil er an diesem Titel hat. Wer den streitbaren Coach jetzt immernoch unsympathisch findet, dem ist nicht mehr zu helfen. Louis van Gaal zeigte, dass er auch loslassen kann wenn es an der Zeit ist. Man kann sich aber sicher sein, dass er spätestens morgen mit aller Ernsthaftigkeit Titel Nummer Zwei in Angriff nehmen wird. Einer wie van Gaal ist jetzt längst noch nicht satt.


Ich habe schon viele Meisterfeiern auf dem Münchner Rathausbalkon sehen dürfen, aber was da gestern ablief war irgendwie anders als üblich. Irgendwie spürt man beim FCB 2010 einen anderen Spirit - einen, der die Mannschaft selbst bei Fans anderer Vereine plötzlich irgendwie sympathisch macht. Das liegt nicht zuletzt an den Protagonisten: den durchaus Sympathien weckenden Spielern Mark van Bommel oder Arjen Robben, aber auch den Youngsters Müller, Badstuber und Alaba. Dass die Jungs nicht nur atemberaubenden Fußball spielen, sondern auch die klassischen Tugenden wie Kampfgeist und das niemals Aufgeben verkörpern, trägt das Übrige dazu bei. Nie war der FC Bayern auch abseits der rot-weißen Fangemeinde so akzeptiert. Es hat beim FC Bayern auch noch nie so einen guten und schön anzuschauenden Fußball gegeben.

Das Spiel in Berlin war letztlich Nebensache - für beide Mannschaften ging es um nichts mehr. Die Stimmung im Bayern-Block war großartig - und das Berliner Publikum zeigte sich von seiner sportlichen Seite. Über 74 000 sahen den neuen Deutschen Meister und den ersten Absteiger der Saison - eine Kulisse, die man in Berlin so schnell vermutlich nicht mehr zusammen bekommt.
Louis van Gaal entkam der obligatorischen Weißbierdusche dann doch nicht, hatte sich aber wohlweislich zuvor seines Anzuges entledigt und war - unter Gelächter der gesamten Trainerbank - zur zweiten Halbzeit in Trainingsklamotten aus den Katakomben gekommen.


Und während die einen Titel, Champions League-Teilnahme, das Erreichen der internationalen Plätze oder den Nichtabstieg bejubelten, schmeckte für die anderen das Ende der Saison 2009/2010 bitter. Der HSV zum Beispiel steht ohne internationale Teilnahme da, Wolfsburg war der schlechteste Meister seit vielen Jahren, das "Wunder Hoffenheim" landete in der grauen Bedeutungslosigkeit und neben der Hertha musste nun auch der VfL Bochum den Weg in die Zweite Liga antreten. Vor allem Letzteres tut mir persönlich sehr leid, wenngleich man wohl von einem verdienten Abstieg sprechen muss.

Für uns ist die Saison noch nicht zu Ende - bei allen verdienten Feierlichkeiten, es geht weiter. Noch zwei wichtige Spiele. Noch zwei Titelchancen. Die Chance das so genannte Triple zu erreichen, ist greifbar - eine für viele Spieler einmalige Option in ihrer Karriere. Noch nie hat eine deutsche Mannschaft so etwas gestemmt. Es ist an der Zeit.

Bis Donnerstag wird sich entscheiden, ob das Sportgericht in Lausanne dem Einspruch des FC Bayern stattgeben wird und Franck Ribéry doch noch im Champions League-Finale auflaufen darf. Ich wünsche es ihm von ganzem Herzen.
Jetzt gilt vordringlich alle Konzentration dem bevorstehenden DFB-Pokalfinale in Berlin gegen Werder Bremen. Holt den zweiten Titel - holt das Double - macht es möglich!


Eine Zusammenfassung der Feierlichkeiten in München vom Bayerischen Rundfunk

Sonntag, 9. Mai 2010

Deutscher Meister 2009/2010


Den besten Angriff mit den meisten Punkten und den meisten Toren, die beste Abwehr (gemeinsam mit Schalke). Die 22-ste Deutsche Meistschaft ist offiziell!

Gratulation an Trainer und Mannschaft!

Gratulation auch an Arjen Robben, für sein drittes Tor des Monats in diesem Jahr!



Mehr zum gestrigen Spiel, zum Saisonabschluss und zur Meisterfeier gibt es morgen...

Freitag, 7. Mai 2010

Zitat des Tages 100507

"In der UEFA sind zu viele Italiener, die Interessen haben. Der Schiedsrichter war ein Italiener, unter den Leuten, die bei der UEFA aktiv sind, sind viele Italiener. Und kein einziger Deutscher. Da hast du wenig moralische Unterstützung",

sagte Hoeneß am Donnerstagabend in München bei der Verleihung des Zivilcouragepreises der Stiftung "Bündnis für Kinder".

Donnerstag, 6. Mai 2010

Die Mai-Festspiele beginnen

Gut, dass Schalke am kommenden Wochenende nach Mainz muss und nicht etwa gegen Mönchengladbach spielt - wir müssten uns vielleicht noch Sorgen machen.

Und da waren es nur noch zwei - mögliche Titel - den einen haben wir jetzt! Meine Gratulation gilt der Mannschaft, dem Trainer - und der Mannschaft hinter der Mannschaft!
Angesichts eines schwierigen Starts, einer Vielzahl junger Talente - die es zu integrieren galt, diverser Verletzungssorgen, starker Konkurrenz (mit Schalke und Leverkusen), verdient dieser Titelgewinn allerhöchsten Respekt! Zumal wir - so viel ich weiß - sogar mit den wenigsten Fouls und Karten aller Bundesliga-Teams ausgekommen sind. Fairnessmeister sind wir also auch. Das van Gaalsche System hat gezündet, nicht von Beginn an - aber immerhin so rechtzeitig, dass wir die lang vermisste Handschrift eines Trainers nun endlich deutlich erkennen. Fußball zum Hingucken, Atem anhalten und Bewundern und Fußball, der in der Allianz-Arena eine Stimmung entfachte, die man sich schon lange so gewünscht hat.

Nichtzuletzt hat der Neuzugang Arjen Robben für atemberaubende Dribblings, fantastische Schüsse und die elegante Unberechenkeit gesorgt, die den europäischen Top-Mannschaften eigen sind. Der andere Star, Franck Ribéry, hatte hingegen keine gute Saison, dafür aber die Mannschaft als Gesamtkonstrukt. Nahezu jeder erfüllte seine Rolle in der von van Gaal vorgegebenen Weise - die wenigen Ausnahmen fielen nicht weiter ins Gewicht. Die shooting stars 2010 aber sind die jungen Wilden: Holger Badstuber und Thomas Müller, darüberhinaus eine unglaublich konstante Sechser-Kombination im Mittelfeld mit Schweinsteiger in Weltklasseform und dem soliden Kapitän und Leader Mark van Bommel. Die zweite Reihe mit Contento, und Alaba ließ bereits aufhorchen. Da wächst was Gescheites heran. Last but not least: Ivica Olic, den ich mal ganz unbescheiden als Schnäppchen der Saison betiteln würde. Ein Kämpfer und Wusler vor dem Herrn.
Mein subjektives Empfinden ließ mehr als einmal Kritik an dem Abwehrverhalten aufkommen - für mich der Schwachpunkt dieses Teams. Sieht man sich aber die statistischen Werte an, gleicht das Gesamtdefensivverhalten der Mannschaft dieses Manko wieder aus. Dennoch: für meinen Geschmack muss man hier nachbessern - wir haben zu viele Tore kassiert. Gottgütiger, was für ein Jammern auf hohem Niveau, aber der FCB wäre nicht der FCB wenn man nicht ständig nach Verbesserungen suchen würde.

Die wichtigste Person dieses FC Bayern 2009/2010 ist für mich aber der Trainer Louis van Gaal. Er schafft die Strukturen, die Teams wie Barcelona auf den Olymp des europäischen Vereinsfußballs hieven. Er sorgt für Ruhe oder Aufregung, je nach Bedarf. Er vermittelt ein System, dass schönen und effizienten Fußball verbindet. Er kann die Stars händeln und Jungtalente fördern. Er hält die Bankdrücker bei Laune und schafft es, dass sie ihre Leistung bringen wenn sie benötigt werden. Er polarisiert - so wie sein Verein - und behält am Ende Recht. Er ist für mich der Neuzugang der Saison!

Der FC Bayern wird sich am Samstag als eines neuen Deutschen Meisters würdig präsentieren - bei der Hertha am letzten Spieltag - und schon einmal ein bißchen Berliner Luft schnuppern, denn eine Woche später steht das Pokalfinale gegen Werder an. Die zweite Hürde auf dem Weg zum möglichen Triple.
Der Ehrgeiz unserer Mannschaft ist so groß, dass sie das letzte Punktspiel nicht herschenken werden. Für die alte Dame Hertha geht die Reise in die zweite Liga. Für eine Metropole und Hauptstadt wie Berlin, ist das bedauerlich und in Europa wohl einzigartig - aber eine Aufstiegsparty im nächsten Jahr hat ja auch etwas. Vielleicht bringt das Ganze auch so etwas wie ein reinigendes Gewitter mit sich. Ich bin sicher, dass die Hertha nach einer Saison in Liga zwei wieder aufsteigen wird.


Mein Tipp: Hertha 0, Bayern 2


Am Sonntag darf dann gefeiert werden - Autokorso und Meisterschaftsfeier auf dem Rathaus-Balkon am Münchner Marienplatz. Der Bayerische Rundfunk überträgt live.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Ribéry ist für das Finale gesperrt.

Die UEFA hat entschieden und die drei-Spiele-Sperre bestätigt (berichtet die tz).
Das Wort, das mir dazu gerade einfällt, kann ich hier nicht schreiben.


Presseerklärung des FC Bayern:

Der Berufungssenat des Europäischen Fußball Verbandes UEFA hat bei der heutigen Sitzung in Nyon die Sanktion der 1. Instanz der Uefa bestätigt. Franck Ribéry bleibt somit in den Uefa Klubwettbewerbsspielen bis auf weiteres 3 Spiele gesperrt, von denen inzwischen eine Partie verbüßt ist.

Der Berufungssenat hat auch in den 2. Instanz das Foul von Ribéry im Spiel FC Bayern gegen Olympique Lyonnais (21.4.2010) als Tätlichkeit bewertet. „Sowohl Franck Ribery, als auch unser Justitiar Dr. Gerlinger haben aus meiner Sicht eindrucksvoll dem Gericht dargestellt, dass es sich nicht um eine Tätlichkeit, sondern lediglich um ein Foulspiel gehandelt hat“, erklärt Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der bei der Verhandlung ebenfalls vor Ort war. „Der Senat hat diesen Fall selbst als Grenzfall bewertet. Trotzdem ist der dreiköpfige Senat leider nicht dem Plädoyer des FC Bayern gefolgt.“

Karl-Heinz-Rummenigge:
„Wir sind über dieses Urteil sehr enttäuscht, und können es nach wie vor nicht nachvollziehen, dass dieses Foulspiel als Tätlichkeit gewertet wird. Wir haben der Uefa unmittelbar nach der Urteilsverkündung mitgeteilt, dass wir auch gegen dieses Urteil in die Berufung gehen werden. Wir werden weiter um Gerechtigkeit kämpfen, damit Franck Ribéry das Finale der Champions League trotz der Bestätigung der Sperre doch noch spielen kann.“
Die Berufung des heutigen Urteils wird nur vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne verhandelt.

Termin des Tages


Heute, am Mittwoch (15.00 Uhr), beginnt im Hauptquartier der Uefa im schweizerischen Nyon die Berufungsverhandlung über die Sperre Franck Ribérys in der Champions League. Angehört wird u. a. Karl-Heinz Rummenigge.

Bei Facebook gibt's eine Aktion

Dienstag, 4. Mai 2010

Fliegeralarm!

Irgendwie gibt es zu wenig Flugzeuge in Richtung Madrid. Die Münchner Abendzeitung hat jetzt bereits die zweite Maschine gechartert - und auch diese ist wohl schon voll.

Ich finde ja die Bildung von spontanen Fahrgemeinschaften ganz lustig - ob mit oder ohne Karte. Es müsste doch möglich sein, mit 100.000 Bayern-Fans nach Madrid einzufallen. So etwas machen die Schotten doch auch. Da ist es auch bestimmt wärmer als hierzulande.

Was das Thema Flüge nach Madrid angeht, habe ich noch einen Tipp bekommen: Ausweichflughafen Malaga - ca. 400 Km von Madrid entfernt - und von dort mit dem Zug (Dauer ca. 5 Stunden) nach Madrid, Kostenpunkt für die Zugfahrt so um die 30.-/40.- Euro. In Spanien fährt auch der Thalys und die Zugfahrten sind deutlich günstiger als in Deutschland.

Rechts findet Ihr auch eine kleine Umfrage zum Thema Eintrittskarten für das CL-Finale.

Sonntag, 2. Mai 2010

Titel Nummer Eins


Die Herren Sportblogger waren in die Loge der Deutschen Telekom eingeladen, zum letzten Heimspiel der Saison gegen den VfL Bochum und zum T-Home-Bloggertreffen . Ich hatte das Event vom letzten Jahr noch in guter Erinnerung - und da wir ohnehin schon geplant hatten nach München zu fahren, habe ich die Einladung der Agentur Edelmann, von T-Home entertain und Microsoft gerne angenommen. Es ging darum die Weiterentwicklungen von T-Home entertain/Liga total zu präsentieren und um ein Feedback von uns Bloggern zu bekommen. Im Fokus stand aber die Meistschaftsentscheidung - und dass es eine würde, hatte ich schon vorab im Gefühl. Gewitter war angekündigt worden, doch zu unserer Überraschung präsentierte sich München am Vormittag mit einem strahlendblauen Himmel. Darauf erstmal ein paar Weisswürste, Brez'n und Weissbier in der Frühlingssonne.

Im Stadion angekommen, lernte ich wieder ein paar neue Gesichter zu dem Blog-/Bloggernamen kennen. Mit von der Partie waren unter anderem Probek, die Herren von Mauertaktik, der Kaisergrantler, Trainer Baade, die Jungs von Abenteuer Fußball, der Kollege von Stadion-Wurst und noch noch einige weitere Blogger, die ich hier jetzt aber nicht alle aufzählen werde. Danach begann die Produktvorstellung von T-Home, so unaufgeregt und sympathisch wie beim letzten Mal. Und wie beim letzten Mal stand Gerd Müller dann plötzlich wieder in unserer Loge - ich gewöhne mich langsam an unsere Fußballunterhaltungen. Einfach ein super Typ, der Bomber.

Gerd Müller: "Solche Trikots verkaufen wir?"

Vielen herzlichen Dank an die Organisatoren und unsere Gastgeber! Es war wieder klasse - und wie ich finde, ein nettes Event in einer äußerst angenehmen Atmosphäre!

Das Highlight war natürlich das Spiel! Die Bayern ließen von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, dass die Punkte in München bleiben. Phasenweise herrlicher Fußball, fast ein echter Hattrick von Thomas Müller und große Stimmung im Rund. Die Entscheidung im Titelkampf fiel allerdings im Ruhrgebiet. Durch den Sieg der Bremer ist der Drops jetzt endgültig gelutscht! Wir sind Meister - zum 22-sten Mal! Glückwunsch, Ihr Bayern - das ist großer Sport!


Weißbiergeschädigt

Ich habe das Grinsen dann den restlichen Tag auch nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Nach dem Spiel ging's dann mit den Blogger-Kollegen noch in einen Braukeller. Mit Freund und Bochum-Blogger Marcus Kremers habe ich dann die verbleibenden Stunden in München noch in diversen Tanzschuppen verbracht, bevor ich selig und erschöpft die Heimreise mit dem ICE angetreten habe.
Wir sind Meister!!!

Da hat der Uli nicht schlecht geguckt, als wir von der Loge mit "Uli, Uli"-Rufen auf die Tore der Bremer aufmerksam machten.


Mehr zum Tag in München

bei Abenteuer Fußball,
soccr.de,
Mauertaktik,
Kaisergrantler ,
18:48,
Stadion-Wurst,
angedacht
und
Entscheidend is aufm Platz


außerdem...

auch in Rumänien freut man sich über mein Fußballzitat ;)


Samstag, 1. Mai 2010

Termine Mai 2010

1. Mai 2010 - Bundesliga
FCB vs VfL Bochum
15.30 Uhr

8. Mai 2010 - Bundesliga
Hertha BSC Berlin vs FCB
15.30 Uhr

9. Mai 2010 - Meisterschaftsfeier Rathaus, München
Autokorso 14 Uhr, Eintreffen am Marienplatz um 15 Uhr

15. Mai 2010 - DFB-Pokal Endspiel 2010 (Berlin)
SV Werder Bremen vs FCB
20.00 Uhr

18. Mai 2010 - Finale Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS (Lausanne)
im Fall Franck Ribéry

22. Mai 2010 Champions League Finale 2010 (Madrid)
FCB vs Internazionale Mailand
20.45 Uhr