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Freitag, 30. April 2010

Karten für Madrid


Es ist natürlich das Thema rund um das Finale am 22. Mai in Madrid. Wie bekomme ich Karten, wann erfolgt die Zuteilung der Kontingente seitens des Klubs et cetera et cetera.

Von zehn Europapokalendspielen in der 110-jährigen Geschichte des Klubs, war ich bei bei vier Endspielen live vor Ort (so man die beiden Spiele des UEFA-Cup-Finals als "ein Spiel" wertet). Keine schlechte Quote, oder?
Es hätten fünf sein können, wäre meiner Mutter - in all ihrer mütterlichen Für"sorge" - nicht so hartherzig gewesen und hätte mich im zarten Alter von Fünfzehn im Jahre 1982 nach Rotterdam fahren lassen. Hat sie aber nicht.

Wie ich in den einzelnen Fällen an Karten kam, war meist vom Zufall oder einer gigantischen Portion Glück bestimmt. 1987 fuhr ich ohne Ticket nach Wien. Der buchstäblich letzte Bus des damaligen Fan-Clubs "Niederrhein" bescherte mir dann mein Glück. Die Schwarzmarktpreise lagen um die 1.000 Mark - ich erhielt vom letzten Fan, der aus diesem (letzten) Bus ausstieg, ein Ticket für einen lachhaft niedrigen Preis.
Das einzige Ticket welches ich direkt beim FC Bayern bestellt hatte, war für das UEFA-Cup-Hinspiel in München gegen Bordeaux. An die Rückspielkarte gelangte ich über eine Anzeige des Fan-Clubs "Ruhrpott Bazis" im Bayern-Magazin. Den damaligen Fan-Club-Vorsitzenden kannte ich noch von meiner Bundeswehr-Zeit. Über jenen Fan-Club, dessen Mitglied ich dann auch eine Zeit lang war, bekam ich auch eine Endspielkarte für das Finale in Barcelona 1999 und das in Mailand 2001 (hier war es die letzte Karte, die der Fan-Club noch übrig hatte - und obwohl ich im Ausland weilte, hatte man mich nicht vergessen).

Was das jetzige Finalspiel angeht, habe ich meine Kartenbestellung beim FCB vor dem Viertelfinale aufgegeben - und hoffe aufgrund meiner langjährigen Mitgliedschaft noch berücksichtigt zu werden. Ob das passiert, steht in den Sternen.
Falls es aber nicht so kommen wird, werde ich damit leben können. Meinen großen Traum habe ich 2001 bereits erleben dürfen - und es wird nie mehr so großartig werden können, wie dieser Abend im Mai des Jahres 2001.
Nichtsdestotrotz wäre es ein weiterer Höhepunkt für mich, im Estadio Bernabéu dabei sein zu dürfen. Die nächsten Tage werden also extrem spannend...

Wie sieht es mit Euch aus - Habt Ihr Karten bestellt oder bereits woanders gekauft (z. B. viagogo)? Wo guckt Ihr das Champions League-Finale? Habt Ihr schon mal ein Endspiel dieser Größenordnung erleben dürfen? Ich würde mich über Eure Kommentare freuen.



Das Zitat zum 33. Spieltag

"Denke auch mal in Anbetracht der alten Fanfreundschaft zu den Bochumern, geht es an diesem Wochenende wohl nur so, den VfL putzen, Mund abwischen, die Daumen für den VfL drücken für Platz 16 und Servus."

(bayernandreas im Breitnigge-Blog)

Donnerstag, 29. April 2010

Aus mit der Herrlichkeit

T'schuldigung, ich konnte mir dieses dämliche Wortspiel nicht verkneifen. Laut reviersport soll am Samstag also Dariusz Wosz den Trainer bei unserem nächsten Gegner VfL Bochum machen.

Was bedeutet das für uns? Nichts.

Mittwoch, 28. April 2010

Mehr als ein Wermutstropfen... ein skandalöses Urteil!

Diese Herren hier


Chairman: Dr Thomas Partl (Austria)

Vice-Chairmen: Jim Stjerne Hansen (Denmark)
Jacques Antenen (Switzerland) Sándor Berzi (Hungary)
Members: John Delaney (Republic of Ireland)
Emilio García Silvero (Spain)
Dr Rainer Koch (Germany)
Maurizio Laudi (Italy)Ioan Angelo Lupescu (Romania)
Joël Wolff (Luxembourg)


haben heute das Foulspiel von Franck Ribéry aus dem Halbfinalhinspiel gegen Olympique Lyon mit drei Spielen Sperre geahndet. Ribéry ist damit auch für das Finale am 22. Mai gesperrt.

Eine solche Entscheidung ist für mich unbegreiflich. Da bringt man einen Spieler um den Höhepunkt seiner Karriere für ein Foul, das ich keinesfalls dem Tatbestand der "Tätlichkeit" zuordnen würde. Ja, es war ein Foul - und ja, auch eine rote Karte war vertretbar. Hart entschieden, aber vertretbar. Aber dafür wurde der Spieler bereits mit einem Spiel Sperre im Halbfinalrückspiel bestraft.

Der FC Bayern wird Einspruch gegen die Entscheidung einlegen - was vermutlich aber zu nichts führen wird. Ein skandalöses Urteil.

UEFA-Richter Dr. Thomas Partl, der in der dreiköpfigen Kontroll- und Disziplinarkommission saß, begründete das Urteil wie folgt: "Das ist ein schwerwiegendes Vergehen von Ribéry gewesen, das nicht im Kampf um den Ball geschehen ist. Der Ball war schon einiges weg, als Ribéry dieses Foul begangen hat." (Quelle und Foto: tz.online)

Na, nee ist klar - sieht man ja auch deutlich.

UPDATE
"Es steckte keine böse Absicht dahinter. Wir sind beide zum Ball gegangen. Ich war einfach vor ihm da."


Lisandro Lopez (der Gefoulte) in der L'Equipe

Drei Hochzeiten im Mai

... und hoffentlich kein Todesfall

- hierzu meine besten Genesungswünsche an Familie Tymoshtchuk, auf das alles gut geht und die Zwillige gesund zur Welt kommen können. Es gibt eben doch Wichtigeres als Fußballspiele.


Auf drei Hochzeiten tanzen wir im Mai - JETZT kommen die Wochen der Wahrheit! Noch zwei Meisterschaftsspiele, das DFB-Pokalendspiel am 15. Mai und das FINALE - in Madrid am 22-sten. Der Gegner wird heute Abend ermittelt - mir wurscht wer's wird.


Das war gestern mein Tanz in den Mai - leicht vorgezogen - aber ich bin tief beeindruckt von dem, was die Mannschaft da in Lyon angestellt hat. Jetzt hört mir bloß auf mit "Lyon war aber schwach" - wer genau hingeschaut hat, dürfte mitbekommen haben dass unser gestriger Gegner gar nicht erst stark werden konnte, weil der FCB ihn schlicht und einfach nicht gelassen hat. Das ist die Qualität des van-Gaalschen-Systems.
Die Räume waren zu - Lyon wurde zu hohen Bällen und Flanken gezwungen, deren Adressaten wurden markiert oder eben irgendwo in den Raum gedrängt, wo sie nichts anrichten konnten. Ball führende Spieler wurde sofort attackiert - teils von zwei bis drei Bayern. Im Gegenzug wurde immer wieder Druck ausgeübt - brandgefährliche Aktionen sorgten in regelmäßigen Abständen für Alarm im Strafraum der Lyonnais. Nach 10 Minuten wurde das Publikum im Stade Gerland merklich ruhiger, denn sie spürten was da passiert. Dies ist nicht der Tag diesen FC Bayern zu stoppen.

Eine individuelle personelle Bewertung verbietet sich eigentlich, da das komplette Team 100 Prozent erfüllt hat - ebenso wie der mitgereiste Anhang. Dennoch komme ich um einige Spieler nicht umhin: zuallererst der dreifache Torschütze Ivica "Goalic" Olic. Dieser Mann kam ablösefrei vom HSV zu uns. Abösefrei!
Unfassbar dieser Wusler, Kämpfer, Wirbelwind und Strafraumterrier! Drei Tore, allesamt von Olic - was soll man dazu noch mehr sagen?!
Philipp Lahm - bärenstark! Hat Bastos in der ersten Hälfte an der Nase durch die Manege geführt und nach allen Regeln der Kunst nass gemacht. Bravouröser Auftritt des Mannes, der schon 50 Pflichtspiele in dieser Saison in den Beinen hat!
Bastian Schweinsteiger - unfassbar! Weltklasse! Wieviel Zweikämpfe hat er verloren? Einen? Der hat Magnete in den Schuhen, anders war das teilweise nicht mehr zu erklären, wie er jedesmal den Ball zurückerobern konnte. Toller Schuss von ihm - da fehlte nicht viel. Ganz großes Kino, Herr Schweinsteiger!
Robben ein Augenschmaus - Müller mit toller Torvorlage, immer gefährlich, kaum auszurechnen - Altintop: Weltklasse! Kaum Spielpraxis - und der Kerl spielt als wäre er in dieser Mannschaft groß geworden. Der gesamte Defensivverbund war aufmerksam, spielstark, nervenstark und sicher. Butt mit einer Klasse-Parade in der zweiten Hälfte!
Unfassbar - ein Verein ohne hunderte Millionen Schulden, ein Team mit sechs Eigengewächsen auf dem Platz - teilweise Jungs, die letztes Jahr noch in der Dritten Liga spielten - und man steht im Finale der Champions League!
Die Lyoner Abwehr wurde nach Belieben auseinander gezogen wie eine Harmonika. Der Ball lief wie an der Schnur von einer Seite des Feldes bis zur anderen und wieder zurück - hinterher hechelnd, die Franzosen - ohne Chance ins Spiel eingreifen zu können. Eine geschlossen exzellente Leistung der gesamten Mannschaft mit einem eingespielten System, dass Glückshormone beim Zuschauen freisetzt. Das habt Ihr richtig, richtig gut gemacht, Jungs!

Es ist egal ob wir in Madrid als Sieger oder Verlierer vom Platz gehen - die Champions League 2010 ist jetzt schon eine bayerische Erfolgsgeschichte! Aber ich bin mir sicher, dass man in Mailand und in Barcelona gestern Abend schwer ins Grüblen gekommen ist.

Nachdem ich schon den ganzen Tag mein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekomme, müssen wir uns jetzt aber schleunigst wieder dem nächsten Highlight zuwenden - mit allem Ernst und aller Konzentration: dem Heimspiel am Samstag gegen den VfL Bochum.
Hier entscheidet sich der Titel - das ist meine feste Überzeugung. Bochum wird zerlegt (auch wenn's mir persönlich um den Klub leid tut). Schalke wird gegen Werder arg zu kämpfen haben - und wenn alles so läuft, wie von mir prognotiziert, dann sind wir bereits am Samstagabend von Platz eins nicht mehr zu verdrängen. Dann wäre diese Saison für mich schon geritzt - CL-Finalteilnahme und Deutscher Meister - und ich wäre hochzufrieden!

Mein Tipp: Bayern 5, Bochum 0


UPDATE:

Die UEFA hat Franck Ribéry für die nächsten drei Europacup-Spiele gesperrt - ein Witz, wenn Ihr mich fragt. Bayern kann - und wird hoffentlich - Einspruch gegen diese Entscheidung einlegen.

UPDATE 2:

und so kommt es auch.



Pressestimmen:


FRANKREICH

Le Progrès: "OL wurde auf ganzer Linie beherrscht und wird nicht sein erstes Champions-League-Finale bestreiten. Man wird Barça oder Inter mit Nachdruck empfehlen, sich vor den ebenso homogenen wie effizienten Bayern in Acht zu nehmen."

Le Parisien: "Es gibt keine Ungerechtigkeit, und auch nichts zu bedauern. Die Bayern waren einfach zu stark für dieses schwache OL. Lyon hat es nicht verdient, in das Finale einzuziehen."

L'Equipe: "Ein Abend wie ein Alptraum für Lyon. So hatten die Lyonnais gegen ganz starke Bayern keine Chance - sie wurden schwer aus der Bahn geworfen und hart getroffen. Für dieses Niveau ist die Mannschaft einfach noch zu unerfahren."

Liberation: "Olympique Lyon wird das Finale vor dem Fernseher verfolgen. Bayern München war viel stärker und unermüdlich."

France Soir: "Im Wettbewerb um ein historisches Triple haben die erfahrenen Bayern dem erschöpften Lyon am Dienstag eine Lektion erteilt. Die Lyonnais können sich glücklich schätzen, dass sie dank eines wieder soliden Lloris nur drei Tore kassiert haben".


ITALIEN

La Gazzetta dello Sport: "Bayern ist schon in Madrid. Gegen diese Bayern wird es für jeden hart. Olic zerstört das kleine Lyon. Robben geht mal leer aus, dafür spielt der Stürmer aus Kroatien wie entfesselt. Von der ersten Minute an spielten nur die Bayern. Van Gaal hat wieder einmal eine technische und taktische Lektion erteilt. Olic muss ein paar Lungen extra haben."

Corriere dello Sport: Bayern fliegt ins Finale. Olic schießt München mit einem Dreierschlag nach Madrid."

Tuttosport: "Auf Olic' Schwingen fliegt Bayern ins Champions League-Finale. Mit drei Toren war der Kroate der Matador des Abends. Bayern darf weiter träumen.

SPANIEN

El País: "Ein machtvoller FC Bayern beherrschte Lyon vom Anfang bis zum Ende."

El Mundo: "Der FC Bayern kehrt zur europäischen Spitze zurück. Olic schreibt mit seinem Hattrick Fußballgeschichte. Dem Kroaten gelang erstmals in der Champions League ein Dreierpack in einem Auswärtsspiel."

As: "Bayern München erteilte Olympique Lyon in Hin- und Rückspiel eine Lektion in taktischer wie in physischer Hinsicht."

Marca: "Hattrick von Olic - und die Bayern sind im Finale von Bernabeu. Die deutsche Maschine ist wieder zurück. Die Bayern haben Olympique Lyon verprügelt. Mit Robben kommt ein früherer Weißer in einem anderen Trikot zurück ins Bernabeu - um da zu spielen, wo ein Fest des Madridismo hätte gefeiert werden sollen."

ENGLAND

The Sun: "Ivica Olic schießt einen perfekten Hattrick und bringt die Bayern ins größte Spiel des Clubfußballs. Die Bayern brauchten nur ein Unentschieden, aber sie stürmten los wie die Feuerwehr."

The Guardian: "Olic' Hattrick schlägt Lyon und schickt die Bayern ins Finale. Mit einer Überzeugungskraft, die an Verachtung grenzte, räumten die Bayern Lyon beiseite. Lyon ist Bayerns letztes Opfer auf deren gnadenlosem Marsch nach Madrid."

The Independent: "Die Bayern hätten ihre Final-Shirts auch schon von Beginn an tragen können, so überzeugt waren sie von sich. Ihr plumper kroatischer Stürmer Olic erzielte einen Hattrick - nicht schlecht für einen ablösefreien Spieler aus Hamburg."

Daily Telegraph: "Die Bayern spazieren ins Finale. Typische Deutsche?

Dienstag, 27. April 2010

FINALE!

Das Fieber steigt!

So langsam aber sicher komme ich auf Betriebstemperatur, ertappe mich dabei, ständig auf die Uhr zu sehen. Durchgängiges Kribbeln im Bauch. Ich könnte für heute Abend ein paar Kilo Baldrian gebrauchen. Ach Unfug, ohne jede Betäubung muss man da durch! Das Zittern der Hände, vor Anspannung verkrampfte Muskeln, das Kauen auf den Lippen, den Blick nicht für Sekunden abwenden können, das Zucken und Aufspringen, das Stöhnen, Fluchen und Schreien.

Warum hätten wir eigentlich ein Weiterkommen verdient? Na darum!
(und zur richtigen Einstimmung auf heute Abend):


Montag, 26. April 2010

Jetzt wieder Lyon

Keine Zeit durchzuschnaufen, keine Zeit groß über das Unentschieden in Gladbach zu philosophieren - die Champions League steht wieder vor der Tür, morgen Abend in Lyon - ein Spiel, das mir jetzt schon ein Kribbeln im Bauch verursacht!

Die Voraussetzungen sind schlecht. Lyon hatte Spielpause und Trainingslager, wir haben zwei verletzte Innenverteider und quasi Null Vorbereitungszeit. C'est la vie. Jammern hilft nichts, wir müssen am Dienstagabend weiter kommen - wie auch immer. Bei Lyon sind einige Stammkräfte gesperrt - zum Beispiel Toulalan (gelb-rot im Hinspiel). Auch bei uns fehlen Ribéry und Pranjic aufgrund von Sperren. Wieder mit von der Partie, Kapitän Mark van Bommel.
Richtig sorgen müssen wir uns allerdings um unsere Innenverteidigung: Demichelis und van Buyten fahren zwar mit nach Frankreich, ob sie allerdings bis Dienstag einsatzfähig sind, ist mehr als fraglich. Badstuber wird in die IV rücken - und Contento somit links spielen. Hoffen wir mal, dass einer unserer IVer rechtzeitig fit wird.

Es gilt, am Dienstagabend können wir wieder Europapokalgeschichte schreiben! Holt alles auch Euch raus, lauft bis Ihr aus allen Löchern pfeift, kämpft, grätscht, schießt und haltet Eure Nerven beieinander - bringt uns nach Madrid!


Mein Tipp: 1:1


Update

Und es wird noch bitterer... Tymoshchuk und Klose sind nicht mit dabei - Magen-Darm-Infekt/grippaler Infekt (zumindest beim Abschlusstraining war Klose nicht dabei, was nichts Gutes ahnen lässt). Contento ist angeschlagen und wird vermutlich nicht über 90 Minuten gehen können. Alternativen: Alaba, Görlitz, Altintop.

Sonntag, 25. April 2010

Termin am nächsten Samstag: Meisterschaftsfeier in München


Ich werde es relativ kurz machen, denn für eine ausreichende Analyse muss ich mir das gestrige Spiel erst noch heute Abend in der Wiederholung ansehen. Die tief stehende Sonne und der schlechte Stehplatz in Mönchengladbach hat es mir gestern schwer gemacht, die ein- oder andere Spielsituation vernünftig beurteilen zu können.

Miro Klose hat gestern das Tor der Saison geschossen - das Meisterschaftstor! Der Punkt ist Gold wert. Ausgerechnet Klose! Denn: Schalke hat mit Bremen und Mainz die schwereren Gegner als wir, mit Bochum und Hertha. Den Tore-Vorsprung schafft Schalke nicht aufzuholen - und wir werden das Ding jetzt nicht mehr aus der Hand geben.
Zudem bin ich sicher, dass Schalke mit dem nächsten Gegner arge Probleme bekommt - mit der gestrigen Leistung brauchen sie gegen Schaafs Mannen gar nicht erst anzutreten. Wir haben das schwerste Spiel zum Saisonende hinter uns gebracht - nicht sonderlich beeindruckend, aber immerhin ohne Niederlage.

Schön war gestern, wie elektrisierend ein Arjen Robben auch auf das Gladbacher Publikum gewirkt hat - und das, obwohl er gestern nun wahrlich nicht seinen besten Tag hatte. Jetzt hoffen wir mal, dass die Verletzungen von Demichelis und van Buyten bis Dienstag wieder auskuriert sind.
Ich bin mir ganz sicher: nächste Woche machen wir den Meistertitel perfekt. Schön, dass ich dabei sein darf.

Nachtrag:
Herr Beck von Welt Online hat es erfasst.

Freitag, 23. April 2010

Schickeria-Interview

Alles, nichts - oder?

Ja, das Triple ist möglich - aber noch haben wir nichts, gar nichts gewonnen. Am kommenden Samstag werde ich Augenzeuge der Partie gegen Borussia Mönchengladbach sein, dem vermuteten Schlüsselspiel der letzten drei Bundesligaspiele des FC Bayern in dieser Saison.
Aber bevor ich mich mit dem kommenden Auftritt im Borussia-Park beschäftige, zunächst zu den Chancen der Bayern drei Titel zu gewinnen.

Mindestens fünf, bestenfalls sechs Spiele sind es für die Bayern noch. Drei in der Liga, das Pokalendspiel in Berlin und Halbfinalrückspiel - bestenfalls plus Finale - in der Königsklasse des europäischen Vereinsfußballs. In der Meisterschaft hat der FCB zwei Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten und es selbst in der Hand den Titel nicht mehr herzugeben. Dazu muss man drei Mal gewinnen, dann kann Herr Magath machen was er will. Das Pokalendspiel gegen Bremen ist völlig offen - so wie es Pokalfinals nun einmal sind. 90 bzw. 120 Minuten in denen alles passieren kann. Von allen Gegnern - ausgenommen bei einer eventuellen Finalteilnahme in der Champions League - ist keiner auf dem Niveau des FC Bayern. Auch Bremen nicht. Aber was heißt das schon, wenn es um die Wurst geht und nur ein Spiel über Wohl oder Weh' entscheidet?

DFB-Pokal (15. Mai 2010)
Falls die Bayern das Endspiel in Madrid am 22. Mai erreichen, liegt das Pokalendspiel genau zwischen vermeindlicher Meisterschaftssause und dem großen Aufeinandertreffen auf internationaler Ebene. Von der Wertigkeit liegt das DFB-Pokal hinter den anderen Titeln. Da läuft man zwangsweise Gefahr nicht die ganze Konzentration und das volle Programm Motivation abrufen zu können. Nicht umsonst ist ein Triple im europäischen Fußball so selten. Grundsätzlich ist der FC Bayern in Berlin aber Favorit - zumal Werders Spielweise den Bayern entgegenkommt und die Abwehr der Hansestädter extrem anfällig für Gegentore ist. Der Titel ist machbar.

Champions League
Hier ist - auch wenn es uns nicht gefällt - noch alles offen. Der 1:0-Vorsprung ist bei einem Gegentreffer egalisiert. Olympique Lyon wird sich definitiv anders präsentieren als im Hinspiel. Der Heimvorteil wird der Lyonnais den Rücken stärken - es wird ein ganz heißer Abend am nächsten Dienstag, so viel muss klar sein. Wer jetzt schon seine Anreise in Richtung Madrid plant, der sollte sich noch nicht so sicher fühlen - mein Respekt vor Lyon ist immernoch groß. Sollten wir aber schlussendlich doch gegen Inter oder Barca im Finale stehen, dann ist auch hier alles möglich. Wir sind dann für die meisten Fußballbegeisterten sicher nicht der Favorit, das muss aber kein Nachteil sein. In einem CL-Finale gewinnt auch mal die schwächere Mannschaft (wie 1999), es entscheiden auch späte Fehler ein Spiel (wie 1999) oder ein Elfmeterschießen (wie 2001). In einem solchen Finale gibt es für mich keinen klaren Favoriten - alles ist möglich, und wer weiß das besser als wir Bayern-Fans?! Der Titel ist möglich, aber noch in weiter Ferne.

Meistertitel
Gladbach, Bochum, Hertha heißen die kommenden Gegner. Die Borussia hat nichts mehr zu verlieren oder zu gewinnen, ist aber dennoch der schwerste Brocken der drei. Ihre Konter sind blitzschnell und brandgefährlich - nur die Stürmer sind weitestgehend harmlos, dafür schießen dann andere die Tore. Gladbachs Innenverteidigung schwimmt dafür recht schnell und bietet immer mal wieder Lücken an, Bailly im Tor hat Schwächen beim hohen Bällen und wird oft sträflich allein gelassen. Mit ordentlich Druck und einem klugen Stellungsspiel müssten wir die Borussia am Samstag in den Griff kriegen.

Mein Tipp: Borussia 0, Bayern 2

Danach kommt nächste Woche der VfL Bochum in die Arena nach München. Bochum - derzeit stark abstiegsgefährdet - muss punkten und hat nur zwei Alternativen: entweder auf Sieg spielen und alles riskieren, oder in München sang- und klanglos untergehen. Ich tippe auf Beides: Bochum wird versuchen mitzuspielen und eine andere Fußballklasse kennenlernen. Dennoch steigt der VfL in meinen Augen nicht ab - Hertha, Freiburg, Hannover sind meine Kandidaten.

Und gegen eben jene Hertha dürfen wir dann am letzten Spieltag ran. Ich prognostiziere aber, dass diese Partie nicht mehr von Bedeutung sein wird, da bis dahin Schalke uns nicht mehr einholen können wird. Entweder sie patzen morgen in Berlin, oder scheitern an Bremen nächste Woche. Der Meistertitel dürfte meiner Einschätzung nach am 1. Mai in München gefeiert werden. Falls es anders kommt, wird Hertha bis dahin auch schon abgestiegen sein, und in einem eventuellen Fernduell gegen Schalke wird sich der FCB in Berlin ganz sicher keine Blöße geben.
Schlussendlich heißt das, die Meisterschaft ist nicht nur möglich, sie ist auch der wahrscheinlichste aller Titel in dieser Saison.

Donnerstag, 22. April 2010

Ich bin verantwortlich

Interview der FAZ mit Louis van Gaal.

Immer alles Robben


... sagte Liga-Total-Kommentator Fuss irgendwann während des gestrigen Spiels, dabei war der Halbfinalauftritt der Bayern viel mehr als eine one man show des Niederländers.

Auf dem Platz zunächst im Blickpunkt, die Badstuber- und van Bommel-Vertreter Contento und Pranjic. Diego Armando Contento machte eine prima Partie: abgeklärt, sicher und auch nach vorne mit klasse Aktionen (vor allem das Zuspiel zu Franck Ribéry durch die Beine des Gegenspielers). Daniel Pranjic zeigte seine zwei Gesichter: einerseits der Klasse-Fußballer, schussstark, antrittsschnell und konsequent bei Defensivaktionen - der hat was drauf, denkt man sich, bevor dann wieder die kleinen Aussetzer des Kroaten das Gesamtbild beschädigen. Zuspiele, die eher einer Intuition folgen, als dass Pranjic vorher guckt wohin er spielt, sorgen immer wieder für Ballverluste und dadurch entstehende, meist brandgefährliche Gegenangriffe. Gestern hielt es sich zwar in Grenzen, aber abstellen kann er das irgendwie nicht.

Fehlerlos - dass ich das wirklich noch schreiben darf! - der Abend des Martin Demichelis. Er und van Buyten hatten hinten alles im Griff, was natürlich auch der Defensivarbeit des gesamten Teams geschuldet war. Die Bayern störten früh und standen gut im Raum, sodass Olympique große Mühe hatte überhaupt so etwas wie Tormöglichkeiten herauszuspielen. Diese gab es dann doch, allesamt Weitschüsse - mehr ließ der FCB nicht zu.

Warum ich dennoch bereits vor dem Spiel in eingenässten Lederhosen da saß, sah man vor allem in Halbzeit eins. Die Lyonnais standen dicht gestaffelt und machten die Räume eng. Nadelstichartige Angriffsversuche der Gäste zwangen die Bayern immer wieder zu höchster Konzentration. Aber gestern Abend waren sie konzentriert - und wie!
Unsere Jungs erarbeiteten sich gute Möglichkeiten, die leider allesamt ungenutzt blieben. Der Ball rollierte durch die eigenen Reihen, Bayern machte das Spiel und ein Treffer schien nur eine Frage der Zeit zu sein.
Und dann kam der bis dahin sehr gut agierende Franck Ribéry und trifft etwas übermotiviert Lisandro am Fußgelenk. In Echtzeit kaum zu sehen - ich dachte erst an einen Freistoß für uns -, aber in der Zeitlupe dann doch erkennbar: übertriebene Härte. Ich tendiere eher zu der roten Karte, als zu dunkelgelb - zumal der Schiedsrichter ausgezeichnet stand. Das Stadion aufgeputscht, unser Franzose konsterniert. Das taktische Konzept war durch den Platzverweis auf den Kopf gestellt.
Aber der wirkliche Superstar sitzt bei uns auf der Bank und heißt Louis van Gaal. (Zitat: "nicht Robben ist fantastisch, ich bin fantastisch"). Van Gaals Umstellungen nach der roten Karte waren mutig, aber sie waren spielentscheidend. Ganz großes Kino!
Der für Olic somit eingewechselte Tymoschtschuk gefiel mir sehr gut - überhaupt muss man sagen, dass Einstellung und Konzentration der Bayern vorbildlich waren!

Es gibt niemanden im Bayern-Team, den man nicht loben könnte - für mich bester Mann auf dem Platz, Bastian Schweinsteiger! Von Beginn an setzte er die richtigen Akzente, kämpfte um jeden Ball, nach vorne wie nach hinten ackernd - eine exzellente Leistung. Auch Philipp Lahm gefiel mir ausgezeichnet Na ja, und Robben? Was sonst, als das Tor zu schießen, war wieder ein Mal sein Höhepunkt im gestrigen Spiel. Unnachahmlich dieser Kerl! Müller war zwar noch leicht mit dem Kopf am Ball dran, aber die Richtung veränderte sich dadurch nicht - OL-Torhüter Lloris war auf dem Weg in die falsche Ecke. Hochverdienter Sieg - vielleicht ein Tor zu gering ausgefallen, aber dennoch mit besten Perspektiven für uns. Natürlich wird OL im Rückspiel anders agieren - ausgeruhter sein und mehr Druck kreieren, aber bei einer Leistung unserer Jungs wie gestern, braucht man sich keine Sorgen zu machen.

Dass van Gaal kurz vor Schluss Arjen Robben noch vom Platz nahm und dafür Altintop brachte, fand der Außenstürmer gar nicht spaßig - aber Papa van Gaal hat ihm nach verweigertem Handschlag ordentlich die Leviten gelesen. Schließlich hat dieses ständige Dosieren von van Gaal den angenehmen Nebeneffekt, dass Robben bei uns seit Wochen ohne gesundheitliche Probleme Höchstleistungen bringt.

Fazit: So - und genau so - marschieren wir ins Finale! Die Stimmung in der Arena - von der rundum-Choreo des Clubs Nr. 12, bis hin zur hitzigen Atmosphäre nach der roten Karte für Franck Ribéry, sowie die durchgehende lautstarke Unterstützung des ganzen (!) Stadions für unsere Mannschaft - war ebenso auf Top-Niveau wie die spielerische und kämpferische Leistung der Roten!

Mittwoch, 21. April 2010

Das subjektive Empfinden

... deckt sich meist nicht mit der Realität. Beispiele gefällig? Bayern hat die stärkste Abwehr der Liga. Hä? Noch ein Beispiel? Mit Martin Demichelis - für mich Unsicherheitsfaktor Numero Uno - in der Startaufstellung hat Bayern in dieser Saison noch kein Liga-Spiel verloren. Was? Irgendwie spreche ich seit Monaten von der "Baustelle Abwehr", doch die Statistik straft mich Lügen.

So ähnlich verhält es sich auch mit dem Pokalfinale in Berlin. Jeder - Spieler, Journalisten, Trainer - schwärmen in immergleichen Worten über die "tolle Atmosphäre" beim Pokalendspiel in Berlin. Nun, ich war ein paar Mal da und fand die Stimmung - mit Verlaub - armselig. In erster Linie hat das mit der Bauweise des Olympiastadions zu tun. Ich bin ein Freund davon, das Finale immer mal wieder zu einer anderen Austragungsstätte zu transportieren (schließlich spielt man in Berlin nun schon seit 1985) - zumal wir in Deutschland mittlerweile eine Menge toller, moderner Arenen haben, die einem Pokalendspiel gerecht würden. Der DFB hat heute allerdings wieder für Berlin gestimmt - und so bleibt das DFB-Pokalfinale weitere fünf Jahre in der Hauptstadt. Die Berliner wirds freuen - und die haben ohnehin nicht so viel nicht zu lachen.

Stärken und Schwächen

Willy Sagnol im Interview über Stärken und Schwächen des heutigen Gegners:

bei fcb.de:
…Lyons Stärken:
„Die liegen meiner Meinung nach in der Defensive. Sie stehen sehr kompakt und sind sehr gut organisiert und wenn es sein muss, verteidigen sie mit zehn Mann plus Torwart. Gegen Lyon ein Tor zu schießen, ist sehr schwer.


bei WELT ONLINE:

Wo liegen Olympiques größte Stärken?

Sagnol: Sie sind insbesondere in der Offensive gut. Mit Lisandro Lopez haben sie einen erstklassigen Stürmer.


WELT ONLINE:

Welche Schwächen hat Lyon?

Sagnol: Die Innenverteidigung ist anfällig und überhaupt nicht souverän. Die Jungs sind zwar zweikampfstark, aber nicht so schnell.

Aha. mh. Ganz schön stark, äh... schwach.

Dienstag, 20. April 2010

mystère

Im Grunde sind boulevardeske Themen hier nur unter bestimmten Voraussetzungen erwähnenswert: a) sie sind zum Brüllen komisch, b) sie sind so skandalös, dass man gar nicht um sie umhin kommt und c) sie haben schlimmstenfalls Auswirkungen auf den Erfolg der Mannschaft.

Letzteres befürchte ich, da die mediale Lawine zum Thema Franck Ribéry und die minderjährige Prostituierte ja bereits losgetreten wurde.
Ribéry befindet sich derzeit ohnehin in einer persönlichen Krise - schön zusammengefasst im Mingablog. Sei es bedingt durch seine durchwachsene Saison, oder durch die Wechselgerüchte bzw. -absichten - und last but not least weil er mit seiner Leistung nicht zufrieden ist, während es bei anderen Mitspielern läuft wie geschmiert. Und jetzt noch ein Skandal, in den er mehr oder minder verstrickt sein soll. Das ist nicht gut. Nicht gut für den FC Bayern München, der vor den entscheidenden Spielen der Saison steht und auf einen wie Franck Ribéry nicht verzichten kann. Der Mann muss klar im Kopf auf dem Platz sein.
Die Szenen beim 7:0-Erfolg gegen Hannover bekommen nun eine ganz andere Note: ein Ribéry, der nicht mit seinen Mitspielern jubelt, der nach einem Tor der Bayern gedankenverloren aufs Grün starrt. Das ist alles überhaupt nicht gut. Nicht für Franck Ribéry - und auch nicht für uns.

Die Franzosen kommen ... mit dem Bus

Olympique Lyonnais hat bereits sechs Mal gegen den FC Bayern gespielt - die Bilanz ist mit jeweils zwei Siegen und zwei Unentschieden ausgeglichen. Dem Klub gelang das Kunststück sieben Mal in Folge französischer Meister zu werden - natürlich Rekord im französischen Fußball. Dementsprechend erfahren ist der Klub auch in der Champions League, wenngleich der jetztige Halbfinaleinzug der größte Erfolg in der Königsklasse ist.

Im Tor steht mit Hugo Lloris ein 21-jähriges Talent, dem zwar Erfahrung fehlt, der aber in der laufenden Champions League-Saison durch hervorragende Paraden glänzte. Die Abwehr von OL ist wohl der anfälligste Mannschaftsteil - aber das kennen wir ja auch von unserem FC Bayern. An Abwehrspieler Aly Cissakho soll der FCB interessiert sein - so die Transfergerüchteküche. Innenverteidiger Cris ist ein alter Bekannter, hat nämlich mal für Bayer 04 Leverkusen gespielt. Innenverteidiger Boumsong muss seit knapp zwei Wochen wegen einer Wadenzerrung pausieren.

Prunkstück des Teams ist das Mittelfeld, besetzt mit Michel Bastos, Jean Makoun, Miralem Pjanic (der als Nachfolger für Juninho mittlerweile immer besser Tritt fasst) und Jérémy Toulalan, an dem ebenfalls Interesse seitens der Bayern bestehen soll. Makoun fehlte gegen Bordeaux am letzten Samstag wegen Adduktorenproblemen.

Im Angriff von Olympique sind Balétimbi Gomis und Lisandro Lopez nennenswert, vor dem Ex-Bayer Willy Sagnol ausdrücklich warnte. Lopez erlitt gegen Bordeaux im letzten Ligaspiel einen Schlag auf das Sprunggelenk und musste beim Sonntagstraining passen - sein Einsatz ist fraglich.

Tja, und da sind wir bei der Prognose für's morgige Halbfinalhinspiel in München... die Franzosen, sie liegen uns nicht - und trotzdem höre ich überall "Olympique Lyon packt Ihr doch" - da bin ich mir gar nicht so sicher. Auch unser Kapitän warnt vor den Franzosen [."... Und ich warne jetzt schon vor Olympique Lyon. Das ist eine ganz schwierig zu spielende Mannschaft.“]. Sehe ich ähnlich - immerhin hat OL auch Girondins Bordeaux aus dem Wettbewerb gekickt - und gegen die hatten wir ja in den Gruppenspielen erhebliche Probleme. Zudem fehlen im Hinspiel die gelb gesperrten Badstuber und van Bommel. Badstuber-Ersatz Contento hat zwar gegen Hannover einen guten Job gemacht und ist auch der bessere Flankengeber, aber auf internationaler Bühne wirkt er nervös und ist noch nicht abgekocht genug. Richtig weh tut uns allerdings das Fehlen des Kapitäns.

Es wird ein schweres Stück Arbeit einen komfortablen Vorsprung heraus zu spielen - und ein solcher wird notwendig sein. Für die Bayern spricht ihr absoluter Siegeswillen und die Fähigkeit immer wieder zurück ins Spiel zu finden. Wir haben gegen Juve, Florenz und Manchester das scheinbar Unmögliche möglich gemacht - gegen OL geht das auch.


Mein Tipp: Bayern 3, OL 1


Was das Rückspiel angeht, versucht sich Olympique mit zweifelhaften Mitteln Vorteile zu beschaffen. Gar nicht so schlecht, zeugt es doch davon dass die Franzosen enormen Respekt ,um nicht zu sagen Angst vor uns haben. Aber der liebe Gott sorgt für ausgleichende Gerechtigkeit - jedenfalls wenn man Gott mit der Gewalt der Natur gleichsetzen will. Isländische Vulkanasche sorgt nun dafür, dass der französische Halbfinalist mit dem Bus anreisen muss - immerhin fast acht Stunden Fahrtzeit. Auch rund um das letzte Ligaspiel in Bordeaux saßen die Herren von Olympique schon sieben Stunden im Bus - bei Girondins wurde nur ein Punkt geholt und die Meisterschaft scheint somit in weite Ferne gerückt zu sein.

Sonntag, 18. April 2010

Lyon im Kopf - und die Meisterschaft im Herzen


Da hatte sich Felix Magath schon die Hände gerieben. Schalke legte gegen Gladbach vor - hätte aber, wenn einer der brandgefährlichen Konter der Borussia sein Ziel erreicht hätte, schwer ins Schwimmen kommen können. Doch die Torfolge spielte den Schalkern in die Hände, Gladbachs Motivation ließ nach dem 3:1 dann merklich zu wünschen übrig. Immerhin lastete der Druck jetzt auf dem Rekordmeister - und laut Magath sind die Herren ja ohnehin mit dem Kopf schon beim Champions League-Halbfinalgegner Lyon.

Doch von Beginn an signalisierte die Körpersprache des FCB hier nichts, aber auch gar nichts anbrennen lassen zu wollen. Die totale Dominanz, so der Kommentator von Liga total - und genau das war es auch. Nicht den Hauch einer Chance blieb den Gästen aus Hannover hier eine Überraschung zu schaffen. Es folgte der höchste Heimsieg des FC Bayern in der Allianz Arena, der höchste Heimsieg nach 20 Jahren, und sorgte für ausgelassene Party-Stimmung im Stadion.

Phasenweise bekam ich schon Mitleid mit den Hannoveranern, so wie sie vorgeführt worden sind. Traumhafte Spielzüge, wunderschöne Tore, Überlegenheit bis in den letzten Winkel des Spielfelds. Nach dem 3:0 hätte der FCB zwei Gänge herunterschalten können - gerade mit Blick auf das schwere Halbfinalspiel am Mittwoch. Doch die van-Gaal-Truppe begann richtig Spaß zu entwickeln und spielte weiter auf Angriff. Das Team hat die Meisterschaft im Herzen - und das ist wohl die Hiobsbotschaft für Felix Magath und seinen "Klub der Kumpel und Malocher" (ich muss immernoch schmunzeln).

Die wichtigste Erkenntnis aber ist, diese Mannschaft der Roten will nicht nur in mehreren Wettbewerben zum Gipfel, sie kann es auch. Das ist der wohl größte Unterschied zu den letzten Jahren. Ein jeder bot gestern eine gute Leistung - auch wenn ich wieder über Micho Demichelis den Kopf schütteln musste, schafft er es doch wirklich nie ein Spiel mal fehlerlos über die Bühne zu bringen. Diesmal spielte er 75 Minuten tadellos, dann ging die Konzentration wieder den Bach runter.
Olic, Robben und Müller waren Goalgetter und Matchwinner der gestrigen Partie. Aber auch der Einsatz von Schweinsteiger, van Bommel, Contento und Lahm war absolut meisterlich. Einzig Franck Ribéry nahm sich im Laufe des Spiels mehr und mehr zurück - und der eingewechselte Goméz hatte das Pech einer falschen Abseitsentscheidung und eines "torgeilen" Robben, ansonsten wäre auch er zu mindestens einem Treffer gekommen.

Natürlich ist Hannover 96 in der gestrigen Form nicht der Maßstab. In Gladbach auswärts wirds schwerer - zumal die Borussen extrem kontergefährlich sind. Unsere gute Raumaufteilung wirds den Mannen vom Niederrhein allerdings auch schwerer machen, als sie es gestern hatten. Hinten anfällig sind sie ohnehin. Bayern ist auf Meisterschaftskurs - da kann Herr Magath alle Register ziehen, er wird jetzt wissen dass unsere Mannschaft diese Meisterschaft mit heißen Herzen will. Und - trotz Champions League - ist sie auch in der Lage diese Meisterschaft zu holen.

Freitag, 16. April 2010

Wichtig ist nicht ob man gewinnt, sondern dass man gewinnt - ein frühzeitiges Fazit der Saison 2009/2010

Helge Schneider brachte es auf den Punkt - und dieser Satz steht für das, was den FC Bayern München ausmacht: Siegeswille pur, Saison für Saison, Jahrzehnt für Jahrzehnt! Kein Klub in Deutschland hat ein ähnliches Durchhaltevermögen über die Zeit gebracht. Nicht Mönchengladbach oder der 1. FC Köln, auch Hamburg nicht. Dortmunds Versuch die Bayern zu kopieren, endete fast in der Pleite - und auch Bremen, Lautern, Leverkusen, Stuttgart und wie sie alle heißen, sind keine Langzeitkonkurrenz für den Rekordmeister.

Nun schicken sich andere an, den Bayern Paroli zu bieten, zu allererst der Deutsche Meister himself, der VfL Wolfsburg. Wo das in dieser Saison endete? Jedenfalls nicht im Meisterschaftskampf - in Sachen Titelchancen spielte der Werksklub des Volkswagen-Konzerns keine Rolle.
Der "Wunderknabe der Liga" aus der letzten Spielzeit, die TSG Hoffenheim, endete wie prognostiziert im Irgendwo - auch die Kraichgauer haben die Fußballwelt hierzulande nicht aus den Angeln gehoben. Es ist eben leichter nach oben zu kommen, als dann auch oben zu bleiben.
Bayer 04 Leverkusen hingegen überraschte mit einer konstant guten Saison und schickte sich tatsächlich an, den Bayern ein ebenbürtiger Konkurrent um den Titel zu sein. Wäre da nicht das fast schon klassische Einknicken zum Schluss - wenngleich in diesem Jahr auch aus nachvollziehbaren Gründen. Immerhin dürfte das Saisonziel in Leverkusen erreicht werden. Und dann war da noch Schalke. Was soll man sagen? Der Klub lebt noch, obwohl eigentlich pleite - und wie eine Bluttransfusion wirkt der neue all-in-one-Verantwortliche Felix Magath. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten spricht in/auf/bei Schalke nur eine Stimme: die des Meistertrainers der letzten Saison. Keine Provinzfürsten - die ihr Ego über ihr Engagement im Fußball aufblähen müssen - quatschen dem Trainer hinein - und siehe da, es geht. Schalke 04 muss man wieder ernstnehmen. Schöner Fußball ist anders, aber der Erfolg spricht für einen wie Magath - und Magath steht für effizienten, den Möglichkeiten angepassten Fußball. Ob nun Schalke oder doch die Bayern Meister werden, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Es ist auch egal - für beide ist die Saison jetzt schon ein Erfolg, auch ohne Titel.

Und bei dieser völlig Bayern-untypischen Aussage - die auch konträr zu Helge Schneiders Ausspruch steht - sind wir jetzt beim FC Bayern 2010 angekommen:

Tja, die Saison eins nach Klinsmann - schuld am Klimawandel, an König Ludwigs Tod - und an was weiß ich was - und ausgerechnet ein arroganter Holländer übernimmt das Traineramt. Die nationale Pressemeute jubilierte, der nächste Bayern-Horror schien vorprogrammiert. Doch ein Louis van Gaal ist viel mehr als das, was er zunächst zu sein schien. Kein abgehalfterter, abgehobener Alt-Trainer, der vom Ruhm vergangener Tage zehrt. Er ist Visionär, ein Fußballästhet und er hat einen Plan. Ja, und mit der Zeit wird er einem sogar richtig sympathisch.

Hat man in der letzten Saison noch diskutiert, ob nun die junge wilde Trainergarde an der Reihe ist und die Altverdienten verdrängt, hat diese Frage sich in der laufenden Spielzeit klar beantwortet. Trainer wie Magath, Heynckes und natürlich auch van Gaal haben, was einem Labbadia, einem Babbel und einem Rangnick etc. noch fehlt. Sie können junge Talente einbauen und haben die Stars im Griff, sie bauen an einem ganzheitlichen System und haben damit langfristig Erfolg - wenn man sie lässt.
Van Gaal haben sie gelassen beim FCB, auch wenn es zwischenzeitlich stürmisch war als die Erfolge ausblieben. Was sich andeutete, hat sich verdichtet und wird sich am Ende hoffentlich auch auszahlen. Aber was, wenn nicht? In München zählen Titel.

Für mich ist die Saison auch ohne Titel ein imposanter Schritt nach vorne. Nach neun Jahren sind wir international wieder näher an die Spitze gerückt. National sind wir - wie eingangs erwähnt - langfristig von keinem Verein in unserem Status als Branchenführer bedroht. Der Fußball des jetzigen FC Bayern ist größtenteils ein Augenschmaus. Punktuell verstärkt und mit vielversprechenden Talenten in der zweiten Reihe, kann der FCB in den nächsten Jahren eine gewichtige Rolle im europäischen Vereinsfußball spielen. Nur unter Hitzfeld 2001 durften wir für ein Jahr an der Spitze Europas thronen - nachhaltig war das jedoch nicht. Es wäre schön, wenn der FC Bayern unter van Gaal eine neue, große Ära erfahren würde. Aber das hängt auch von den Vorstellungen des Niederländers ab.

Mittwoch, 14. April 2010

wo wir Erster sind

Der FC Bayern führt noch vor Manchester United, Real Madrid, FC Barcelona, Chelsea und dem AC Mailand die Rangliste der meistgeklickten Websites an. 70 Millionen Seitenaufrufe im Monat März.

Der Titel-Countdown läuft

Hannover 96 ist der nächste Gast in der Münchner Arena - eine Mannschaft die gegen den Abstieg kämpft und auch kämpfen kann - wie man am Samstag gegen Schalke erleben durfte. Wir tun also gut daran, gegen die Niedersachsen mit aller Feuerkraft und gnadenlosem Kampfeswillen zu Werke zu gehen. Eine Woche Pause dürfte die nötige Frische und Konzentration bringen. Ich denke aber auch, dass wir deutlich besser spielen werden als die Ruhrpöttler das gegen den HSV getan haben.

Ich bin guter Dinge, dass wir die Punkte diesmal nicht liegen lassen und Hannover am kommenden Samstag deutlich schlagen. Der Heimvorteil gegen die Abstiegsaspiranten Hannover und Bochum ist für mich dabei kein unwesentlicher Faktor. Überhaupt sind die Karten nach den Punkten gegen Schalke und Leverkusen jetzt wieder neu gemischt. Jetzt haben Schalke und Leverkusen das schwerere Restprogramm. Leverkusen ohnehin mit einem deutlichen Punkteabstand und S04 muss immerhin gegen Gladbach und auch noch Werder Bremen punkten. Die Bremer können sogar noch in die Champions League-Platzierungen rutschen und werden für Schalke dadurch zu einer großen Herausforderung. Drei Punkte für den FCB am Samstag - alles andere ist tabu! Holt Euch jetzt endlich die Schale!


Mein Tipp: Bayern 3, Hannover 0

Sonntag, 11. April 2010

Zeit für eine Zäsur


Meine Enttäuschung über das Spiel in Leverkusen kann ich nicht verhehlen, aber es wäre sicher etwas kurz gegriffen mich jetzt über die Leistung der Mannschaft am Samstagabend zu echauffieren - oder über den Schiedsrichter, so wie es die Leverkusener Fans unverständlicherweise nach dem Spiel taten. Man muss das Unentschieden des FCB im Kontext der derzeitigen schweren Wochen und im Zusammenhang des Strauchelns der Konkurrenz sehen - gemessen daran, können wir mit dem Punkt leben.

Fangen wir mit Schalke an: Hannover zeigte gestern das, was man von einer Mannschaft im Abstiegskampf erwarten muss, Kampfgeist! Die Gäste aus Gelsenkirchen nahmen an der ersten Halbzeit nicht teil. Eine Chance, das war alles - und wieder sah man deutlich, dass diese Mannschaft kein Meister werden darf. Sie kann nicht mal ein Spiel gestalten. Der frühe Anschlusstreffer brachte die Schalker in Hälfte zwei dann wieder ins Spiel - und zu allem Überfluss bekamen die Herren auch noch einen Elfmeter und somit dem Ausgleich geschenkt. Doch dann kamen die Hannoveraner mit gnadenlosen Kontern und erarbeiteten sich gute Möglichkeiten. Am Ende obsiegten die Niedersachsen völlig verdient mit 4:2 - mein Spieltag war damit schon gerettet. Aber der Kaisergrantler und ich - wir hatten es ja schon geahnt.

Die Bayern hätten mit einem Sieg einen vier-Punkte-Vorsprung erarbeiten können. Ein komfortabler Vorsprung, der in den letzten vier Spielen sogar eine Niederlage erlaubt hätte. Doch das "wichtigste Spiel der Saison" war eines der schlechtesten, das ich von unseren Bayern in dieser Saison gesehen habe. Dass es dennoch zu einem Punkt reichte, spricht nicht gerade für Leverkusen - ganz abgesehen davon, dass uns auch noch kurz vor Schluss ein Elfer verweigert wurde, der vermutlich den Sieg gebracht hätte.

Olic war hundemüde - ihn aufzustellen muss man im Nachhinein als Fehler bezeichnen. Goméz holperte und stolperte durch die Gegend, zu langsam, zu schwerfällig, war zudem in der undankbaren Situation keine Bälle von den Außen zu bekommen und seine Stärken nicht ausspielen zu können. Ribéry bot eine seiner wohl schlechtesten Saisonleistungen, bekam aber auch keine Unterstützung wenn sich drei bis vier Leverkusener auf ihn stürzten. Ein Ding, dass ich einfach nicht begreife. Schweinsteiger schwach, van Bommel mit vielen Fehlern, Robben größtenteils ungefährlich. Der eingewechselte Pranjic produzierte Fehler in Serie und Demichelis, den ich bis zum Ende der Partie eigentlich fehlerlos bewerten wollte, patzte am Ende so übel dass wir dadurch fast in Rückstand geraten wären. Van Buyten im Spielaufbau wieder mal mit einem katastrophalen Patzer - wie schon so oft in der Saison. Einzig Müller belebte das Bayern-Spiel nach seiner Einwechslung. Butt mit einer ordentlichen Leistung.

Mit vier Punkten Vorsprung vor Schalke hätten wir uns - ganz abgesehen von dem netten Nebeneffekt Leverkusen endgültig aus dem Meisterschaftskampf zu fegen - genüsslich auf die letzten vier Spieltage freuen können. Wir spielen gegen die Abstiegskandidaten Hannover und Bochum immerhin zuhause, Hertha ist ohnehin weg vom Fenster und das schwierige Auswärtsspiel in Gladbach hätte man dann auch verdaddeln können. Jetzt aber muss sich die Mannschaft vier Wochen lang nochmal ordentlich den Hintern aufreißen. Vor dem Hannover-Spiel kann sich das Team jetzt eine Woche erholen und vorbereiten - Schalke bekommt es immerhin mit der unbequemen Borussia aus Mönchengladbach zu tun. Ärgerlich bleibt, dass wir die Meisterschaft immer wieder unnötig spannend machen und die Konkurrenten erneut herankommen lassen. Wir lassen zu viele Punkte liegen, damit muss es jetzt - vier Spieltage vor Schluss - endgültig ein Ende haben.

Jetzt aber zur Zäsur: Wir stehen im Pokalfinale, führen die Tabelle in der Meisterschaft an und haben es selbst in der Hand den Meistertitel zu holen - zudem stehen wir Halbfinale der Champions League. Wer hätte das zu Saisonbeginn gedacht? In ganz Europa ist das nur einer Mannschaft gelungen: Inter Mailand. Darauf können wir stolz sein.
Louis van Gaal kündigte zu Beginn seiner Amtszeit an, Zeit zu benötigen - und es hat trotzdem nur eine Saisonhälfte gedauert, bis die Mechanismen im Spiel griffen und das van-Gaalsche System Wirkung zeigte. Die Baustellen, die wir haben, sind personeller Art im Defensivbereich und erkannt. Das wird nächstes Jahr besser werden - da bin ich sicher. Der Nachwuchs des FCB lässt kaum Wünsche offen, die Integration junger Talente (Müller, Badstuber, Contento, Alaba) funktioniert.
Die Personalie Ribéry wird bis Ende der Saison geklärt sein - und unabhängig von seinem Verbleib oder Abschied, wird bei einer Entscheidung wieder Ruhe in die Mannschaft kommen. Die Unschlüssigkeit des Franzosen behindert seine Leistungsfähigkeit - in einer für ihn von Verletzungen geprägten Saison.
Der Zukauf von Arjen Robben und Ivica Olic waren die Big Points im Transfergeschäft. Robben amortisiert seine Ablöse in Rekordzeit - und in Hamburg beißen sie sich immernoch ordentlich in den Allerwertesten, dass einer wie Olic ablösefrei zu uns wechseln konnte.
Die Verträge von Schweinsteiger, Lahm und van Bommel sind verlängert worden - allesamt ganz wichtige Eckpfeiler unserer Mannschaft. Zurückkommen wird vermutlich Toni Kroos - der bei Leverkusen eine Riesensaison machte, auch er ein Supertalent mit Zukunft. Wie sich zukünftig Mario Goméz entwickeln wird, bleibt abzuwarten - da ist noch eine Menge Luft nach oben.

Fazit: Wenn wir uns in der Defensive ordentlich verstärken und uns von Spielern trennen, die ohnehin keine Rolle in van Gaals Planungen spielen, sind wir für die nächsten Jahre sehr gut aufgestellt und können auch auf internationalem Parkett mithalten. Es fehlt - das hat diese Saison gezeigt - noch etwas in der Breite, um Ausfälle adäquat kompensieren zu können. Wenn wir jetzt die Ernte einfahren, dann ist das Spieljahr 2009/2010 ein ganz großes in der Geschichte des Klubs. Das Fundament steht - und mit Louis van Gaal könnten wir in den nächsten Jahren eine goldene Ära des FC Bayern erleben.

Freitag, 9. April 2010

If you ask me do the English clubs deserve this, then I say yes

Uli Hoeneß im Interview bei der Times.

“If you ask me do the English clubs deserve this, then I say yes. With the new rules that are to come in over the next three years, the big loser will be English football. If you build all of your success on debt, I think it is not OK. In Germany, you simply do not get a licence to operate if you lose too much money in your own league. I am not talking specifically about Manchester United, but many of the English clubs have built themselves up on debt and that, for me, is not correct.”

Mein Weihnachtsgeschenk

Pünktlich im Frühjahr 2010 kann ich endlich mein Weihnachtsgeschenk einlösen - die Eintrittskarte für das Liga-Spiel gegen Leverkusen. Das war natürlich nicht das einzige Präsent - unter anderem auch ein FCB-Trikot, das ich allerdings zuhause im Schrank lasse. Seit dem Viertelfinalhinspiel gegen MUFC habe ich mein 2001er-Trikot als gutes Omen eingesetzt und regelmäßig getragen. Alle Spiele haben wir erfolgreich bestritten, jetzt ist ein Hauch Aberglaube eingekehrt und ich traue mich ehrlich gesagt nicht, ausgerechnet beim wichtigen Meisterschaftsspiel am Samstag das Trikot zu wechseln.

Die Partie am Samstagabend in der BayArena ist enorm wichtig. Wir alle wissen, was Leverkusen leisten kann - oft genug hat die Heynckes-Truppe in der laufenden Saison überragenden Fußball geboten.
Vier Niederlagen in den letzten fünf Spielen setzen die Werkself jetzt mächtig unter Druck - wer kommt da wie gerufen? Der FC Bayern. Immer ein Gast, an dem man sich wieder aufrichten kann. Leverkusen muss aufpassen, die Saison nicht noch zu verpatzen - die internationale Teilnahme ist aufgrund des derzeit starken Verfolgerfeldes in Gefahr.

Für mich spielte Leverkusen weitaus attraktiver als Schalke - und von daher gehören sie für mich in die Champions League. Aber es ist das typische Bild des Klubs, wenn es darauf ankommt, Schwäche zu zeigen. Wir sollten uns darauf am Samstag keinesfalls verlassen - ich rechne mit einem enorm starken und äußerst motivierten Gegner. Wenn wir Punkte abgeben, ist die Gefahr groß, wieder von Schalke den Platz an der Tabellenspitze entrissen zu bekommen. Zudem hätten wir Leverkusen wieder in den Meisterschaftsendkampf eingeladen. Das muss vermieden werden! Konkurrent Schalke ist gegen Hannover der große Favorit (wenngleich ich da so eine Vorahnung spüre ... ) - und hat das leichtere Restprogramm. Drei Punkte sind also verdammte Pflicht. Ausgerechnet in diesen schweren Wochen der Wahrheit und ausgerechnet bei den sehr heimstarken Leverkusenern - aber es gilt: Woche für Woche, weiter immer weiter.

Ganz davon abgesehen, dass dieses Spiel ohnehin für mich ein ganz besonderes ist, sollten die Erfolge gegen Schalke und Manchester nicht durch einen weiteren Fleck (Frankfurt, Stuttgart) auf der recht reinen Weste getrübt werden. Ich will als Sieger aus diesem Stadion gehen!

Ein echtes Auswärtsspiel wird es nicht werden für uns - denn die Stimmung in der Arena ist mau, und die zahlreichen Bayern-Fans - viele aus NRW -werden die gute Stimmung von Manchester mit nach LEV nehmen. Mein verblendeter Nachbar wird wieder diese hässliche Fahne an seinen Fahnenmast hängen - und so das Wetter mitspielt, vermutlich seinen Fan-Club in den Garten einladen. Gar nichts soll es da zu feiern geben - gar nichts! Ich will einen Bayern-Sieg - egal wie.

Mein Tipp: Bayer 04 1, Bayern 3

Donnerstag, 8. April 2010

Pressestimmen - Manchester Aftermath

England:

Daily Mirror: „Auf Wiedersehen, United! Die goldene englische Champions-League-Ära ist vorbei.“

The Independent: „Fergusons Rooney-Poker geht nach hinten los und United stürzt.“

Daily Telegraph: „Robben liefert den Messi-Moment ab.“

The Sun: „Arjen Robben hat Alex Ferguson auf dem Kieker. Vor sechs Jahren dachte Fergie, er hätte die Unterschrift des Niederländers schon in der Tasche - dann wechselt der zu Chelsea. Gestern Abend verblüffte Robben den United-Boss erneut und schoss die Bayern mit seinem Killer-Volley 16 Minuten vor Schluss ins Champions-League-Halbfinale.“

Times: „Arjen Robbens Brillanz erledigt Manchester United.“


Frankreich:

L'Equipe: „Teuflische Bayern - die Münchner bieten Manchester wie im Hinspiel nach einem Fehlstart die Stirn.“


Italien:

Gazzetta dello Sport: „Das Bayern-Wunder: Erst Blitzstart der Engländer, dann Olic und ein fantastisches Tor von Robben. Oranje ist zurück. Der Holland-Effekt erschüttert die Champions League: Nach der Glanztat von Inters Sneijder ist es an Robben, Bayern ins Halbfinale zu schießen. Und zum ersten Mal seit sieben Jahren steht kein englisches Team unter den magischen Vier. Eine glorreiche Ohrfeige, wenn man bedenkt, dass in den vergangenen drei Spielzeiten die Premier League jeweils drei Vertreter ins Halbfinale schickte.“

Corriere dello Sport: „Die Red Devils fliegen unglaublich aus der Champions League. Das Tor von Gibson und Nanis Doppelpack genügen nicht, Olic und Robben lassen das Old Trafford verstummen. 'Rache ist ein Gericht das man am besten kalt genießt.' Das müssen auch die Bayern-Fans beim Schlusspfiff gedacht haben. Die Wunde, die ihnen Manchester im Finale vor elf Jahren zugefügt hat, wurde an diesem Abend gerächt. Nie war eine Niederlage süßer.“


Spanien:

Marca: „Der Dolchstoß von Robben vollendet die Rache. Das Traumtor des Holländers erledigt United in einem denkwürdigen Spiel.“

AS: „Die Bayern beenden die englische Herrschaft in Europa. Bayern vereinte Taktik, Engagement, Spielkunst, Ballbesitz und Tempo.“

Mittwoch, 7. April 2010

Die Schlacht von Manchester - Teil II



Die Schlacht ist gewonnen - trotz Niederlage - der wohl schönsten der letzten Jahre. Unfassbar!



Es ist vollbracht - nach neun langen Jahren ist der FC Bayern endlich wieder ins Halbfinale der Champions League eingezogen! Beide Halbfinalspiele gegen Manchester hatten genau das, was den Fußball so besonders - so berauschend und spannend macht. Ein Wechselbad der Gefühle auf beiden Seiten. Gestern Abend erst die Wucht der Freude über die frühen Tore bei den Anhängern der United, dann erste Zweifel und der Schock - atemlose Erstarrung, als das Blatt sich wendete. Auf der Seite der Bayern zunächst gelähmtes Entsetzen über das, was sich da in Halbzeit eins abspielte, dann ein Funken der Hoffnung und letztendlich den totalen Triumph und der Rausch des Erfolgs! Traumhafte Tore, knisternde Spannung - That's Football in all seiner Unnachahmlichkeit!

Die von mir vermutete Dramaturgie fand tatsächlich statt - wenngleich auch nicht eins zu eins. Die Bayern mit dem Kopf nicht im Spiel, körperlich im Lähmungszustand - ein Beginn, wie er schlimmer wohl nicht hätte kommen können. Nach knapp drei Minuten war die gute Ausgangsposition schon ad acta gelegt. Die Bayern-Defensive im Tiefschlaf, Manchester geht durch einen Flachschuss von Darron Gibson in Führung. Demichelis wirft sich nicht zwischen den Ball und Butt sieht ihn zu spät. Danach wird es erst richtig schlimm. So als hätte er alle Fehler einer nahezu fehlerlosen Saison in ein Spiel zu packen, war Holger Badstuber von allen guten Geistern verlassen. Die Unruhe in der bajuwarischen Abwehr übertrug sich wie ein australisches Buschfeuer - Demichelis verunsichert, Butt im Tor flatterte regelrecht. Bayern - nicht im Spiel - verlor nahezu jeden Zweikampf, griff zu spät den Ball führenden Spieler an, konnte keinerlei Akzente nach vorne setzen. Eine Albtraumvorstellung. Einzig Bastian Schweinsteiger zeigte, dass man diesem Gegner mit Herz und Kampfgeist entgegentreten muss. Keine sieben Minuten waren gespielt, da schlägt es erneut im Bayern-Tor ein. Badstuber verweigert jeglichen Zweikampf mit Valencia an der Strafraumgrenze, der Ball kommt zu Nani - und der versenkt ihn in Rabah Madjer-Manier im Tor - nichts zu machen für Butt. Ein Traumtor von Nani, der im Gegensatz zum Hinspiel bester Mann auf dem Platz war. Die Situation hatte sich allerdings durch das zweite Tor gar nicht verändert - den Bayern fehlte nach wie vor ein Treffer, damit wäre der Gleichstand wieder hergestellt und das Spiel wieder offen.

Es dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis die Bayern zum ersten Mal so etwas wie einen gelungenen Angriff vortrugen. Der Schock dieser frühen zwei Tore saß tief.
Ein traumhafter Angriff in Minute 39. brachte die Bayern dann zum ersten Mal wieder ins Spiel - Olic scheiterte knapp an van der Sar.
Zwei Minuten später war es wieder Holger Badstuber, der mit seinem Gegenspieler überhaupt nicht zurecht kam. Badstubers Umschalten viel zu langsam und zaghaft, wieder ein unbedrängter Pass von rechts , Nani haut das Ding unter die Latte zum 3:0. Das saß!
Doch dann kam Ivica Olic fast im Gegenzug - bekommt den Ball nach einem Kopfball unter Kontrolle, lässt seinen Gegenspieler aussteigen und schiebt aus einem extrem spitzen Winkel den Ball noch an Uniteds Schlussmann vorbei ins Tor! Fantastisch gemacht!

Wieder fehlte den Bayern nur ein Treffer. Sie waren wieder im Spiel. Kurz vor der Pause drehten die Bayern plötzlich auf, drückten Manchester hinten rein und zeigten endlich die Tugenden, die wir wohl alle schon früher erwartet hätten. Robben kommt durch einen Schuss fast zum Anschlusstreffer - van der Sar kann aber noch parieren. Dann der Pausenpfiff.

Olics Tor hatte die Bayern anscheinend wach gerüttelt - Goméz kam für Müller und plötzlich war der Zug drin, den man sich als Bayern-Fan gewünscht hatte. Die Bayern nun endlich auf Augenhöhe mit dem Gegner, der dann ab der 50. Minute auf Rafael verzichten musste und fortan wegen der gelb-roten Karte in Unterzahl spielte. Jetzt waren die Bayern dran. Spiel auf ein Tor, wie im Handball ließen sie den Ball vor dem Strafraum Uniteds zirkulieren. Die Gastgeber nun komplett zurückgezogen im eigenen Strafraum, Rooney ging - für ihn kam mit O'Shea noch ein Verteidiger. Die Bayern durch Ribéry und Goméz mit guten Möglichkeiten - im Gegenzug setzten Nani und Carrick noch Offensivakzente, die aber durch Hans-Jörg Butt abgewehrt werden konnten.
Im Stillen hoffte ich zu der Zeit auf ein spätes (und dadurch entscheidendes) Bayern-Tor. Der FCB geduldig, die Lücke suchend, auf Fehler lauernd, kam dann aber doch schon 15 Minuten vor Ende der Partie zum Anschlusstreffer. Und was für einer!
Ecke Ribéry, der sieht den frei stehenden Robben und bringt den Ball mit einer Kerze auf den Fuß des Niederländers - Arjen Robben nimmt ihn volley und haut ihn unhaltbar ins linke untere Toreck. Nichts zu machen für Edwin van der Sar. Ein Traumtor! Ein Tor des Jahres - ein typisches Robben-Tor eben.



Die Schlussphase der Partie wurde weiter vom FCB bestimmt - sie spielten klug, ohne den Gegner oft in Ballbesitz kommen zu lassen, hinten weitestgehend sicher. Ohne Zeit zu schinden ging es weiterhin nach vorne - Bayern wollte noch den Ausgleich. Die Minuten vergingen - aber so richtig entspannen kann ich mich bei Manchester United nie (Trauma!). Die Drei Minuten Nachspielzeit (wofür eigentlich?) brachten die Bayern dann aber auch noch gefahrlos hinter sich. Schlusspfiff! Wir haben es gepackt! Bavaria Fantastica!

Die Bayern haben in beiden Spielen Herz, Kampfgeist, eine unglaubliche Moral und individuelle Klasse gezeigt. Der FC Bayern hat gestern - und sicher nicht nur in Liverpools Pubs - ein paar Fans in England hinzu gewonnen. Bayern stand in beiden Spielen für das, was Engländer ganz besonders lieben und bewundern: Rückschläge wegstecken, weiterkämpfen, nie aufgeben. Ganz Fußball-Deutschland kann stolz auf Euch sein, Jungs!


Jetzt geht's am 21. April gegen Olympique Lyon - im Hinspiel ohne Badstuber und van Bommel, beide gelb gesperrt.


Zitat des Tages:

Frage: Wie erklären Sie sich die Moral der Mannschaft? Zwei Tore in Manchester aufzuholen, ist ja nicht alltäglich...

Hoeneß: Die kriegen gutes Essen und viel Schlaf und dann müssen sie einfach nur laufen.


(www.spox.com)

Heut' Abend

Die Erben des Kahn
(schöner Artikel bei mauertaktik) -
die richtige Einstimmung auf heute Abend *hehe

Dienstag, 6. April 2010

Es ist nichts gewonnen

... und das gilt für alle drei Wettbewerbe, in denen der FC Bayern noch vertreten ist. Die Meisterschaft ist offen wie nie; Manchester benötigt gerade mal ein Tor - und natürlich auch im DFB-Pokalfinale gegen Werder kann der FCB verlieren. Wenn es also ganz Dicke kommt, könnten wir am Ende ohne Titel dastehen - und dann sind all die derzeitigen Vorschusslorbeeren oder wahlweise Gladiolen verwelkt.

Die Wochen der Wahrheit sind erst zu fünzig Prozent hinter uns gebracht - Manchester United und auch Bayer Leverkusen sind noch zu knacken.
Man kann eigentlich nicht genug warnen, vor den kommenden Spielen - und hoffen, dass die Mannschaft alle Konzentration und Motivation zusammen nimmt und nochmal ordentlich aufs Gaspedal tritt.

Mit oder ohne Rooney, wir sind in der Lage Manchester rauszuwerfen - aber es wird kein Leichtes, denn ich bin sicher dass wir am Mittwochabend eine andere United sehen werden, als die aus dem Hinspiel. Mir schwirrt eine Dramaturgie im Kopf herum... früher Rückstand (Eigentor nach Standardsituation), dann das 2:0 durch Berbatov und erst 10 Minuten vor Ende der Anschlusstreffer - Spiel wieder offen. Dann in der Verlängerung Arjen Robbens Sonntagsschuss zum 2:2. Zwar würde ich mir weniger Stress wünschen - aber letztlich könnte ich damit bestens leben.

Ich bete, dass unsere Abwehr diesmal fehlerlos bleibt (ich vermute, dies ist notwendig) und die Mannschaft nochmal so eine Energieleistung wie im Hinspiel abrufen kann. Männer, Ihr könnt am Mittwoch Geschichte schreiben!

Mein Tipp: Manchester 2, Bayern 2

Sonntag, 4. April 2010

Auch Schalke bekommt die eigene Medizin verabreicht


Innerhalb von 70 Sekunden schlug es Mitte der ersten Hälfte zwei Mal ein beim Gastgeber - nach einer etwas ungewöhnlichen Ecke legte Schweinsteiger auf Ribéry ab, der zieht ab und trifft zum 1:0 für die Bayern. Während sich die Schalker noch schüttelten, legten die Bayern nach. Olic, eine Fußspitze im Abseits, legt den Ball auf Müller und der drückt die Kugel über die Linie. 2:0. Bis dahin hatte sich das von Taktik geprägte Spiel weitestgehend im Mittelfeld abgespielt. Schalke ohne nennenswerte Tormöglichkeiten, die Bayern Herr in der Veltins-Arena. Nach der zwei-Tore-Führung legten die Gastgeber einen Zahn zu und nutzten eine Unaufmerksamkeit in Bayerns Hintermannschaft nach einer Flanke zum Anschlusstreffer. Kuranyi kam unbedrängt zum Kopfball und traf. Jetzt war die Partie wieder offen und Hamit Altintop, der für Arjen Robben ins Team gerückt war, holte sich gelb-rot ab. Erst hatte er dem Linienrichter an der Hose herumgezupft und sah dafür nur gelb - dann noch ein Foul, zwar nicht gelbwürdig aber dann doch des Guten zu viel, und Altintop musste noch vor der Pause vom Platz.

Nach dem Seitenwechsel spielten die Bayern dann das, was die Schalker während der Saison in höchster Effizienz Spieltag für Spieltag zelebrierten: hinten dicht machen und auf schnelle Angriffe lauern. Sie verabreichten den Schalkern ihre eigene Medizin. Den Blauen fiel nichts ein, um den FCB in Verlegenheit zu bringen - kaum echte Tormöglichkeiten - und Bayern spielte mit zehn Mann tief stehend gegen die Zeit. Die Minuten gingen dahin und man merkte, wo es im Schalker Spiel fehlte. Im Gegensatz zum Leverkusen-Spiel waren die Blau-Weißen nicht in der Lage spielerische Akzente zu setzen und ernstzunehmende Chancen herauszuspielen.

Es war kein sonderlich schönes Spiel mit vielen Höhenpunkten, sondern Rasenschach Teil 2. Dennoch hat der FCB gezeigt, dass sie - immerhin 60 Minuten lang in Unterzahl - diesen Gegner im Griff haben. Zurück an der Tabellenspitze, gilt es jetzt gegen Leverkusen nächsten Samstag nachzulegen. Bayer 04 hat durch die Niederlage in Frankfurt etwas Anschluss verloren und könnte mit einem Bayern-Sieg endgültig aus dem Meisterschaftskampf gedrängt werden. Schalke muss in Hannover ran - hat also formell das leichtere Spiel. Die Wochen der Wahrheit sind noch nicht vorbei - aber 50 Prozent haben wir mit Bravour hinter uns gebracht. Gut gemacht, Jungs!

Freitag, 2. April 2010

Nerven, Kopf und Beine

Tiefstapelei sind wir ja gewohnt von Felix Magath in diesen Wochen. Aber schon vor und nach dem Pokalhalbfinalspiel gegen Bayern München spürte man, dass Felix' Nerven nun langsam doch das Zucken anfangen. Die Erwartungshaltung der "Region" kann Magath jetzt nicht mehr von seiner Mannschaft fernhalten - Schalke ist Tabellenführer, wenige Spieltage vor Saisonende. Wegzureden ist das jetzt nicht mehr: Schalke ist Meisterschaftskandidat.

Die Rasendiskussion, die laut Magath für ihn nicht von Bedeutung war, hat Schalkes Trainer, Manager und Vorstandsmitglied in Personalunion erst zu einer Diskussion gemacht. Süffisantes Presseclubgeschwafel, statt einfach zu sagen: Ja, der Rasen war scheisse. Herr R. aus M. hingegen hat ein neues Hobby gefunden - und beißt sich an der Thematik jetzt fest wie ein scharf gemachter Pitbull-Terrier. Das übliche Tamtam im Meisterschaftsduell, oder doch mehr? Immerhin handelt es sich ja um einen Verstoß gegen die Lizensierungsordnung - für einen solchen (also den Verstoß, nicht den Rasen) bekommt Arminia Bielefeld (ein Klub mit "weniger Lobby", wenn Magath recht hat) Punkte abgezogen.
Wie dem auch sei, ich wundere mich immer wenn sich Profispieler (auch ehemalige) über den Zustand des Rasens auslassen - hat man die Karriere doch auf Ascheplätzen und Oppa's Hügel im Garten gestartet. Und da hat ja auch keiner gemosert. Dass ich als Klumpfußballer Probleme mit schwerem Geläuf habe, geschenkt - aber Spitzenprofis?

Jetzt legt Magath nach: "In der zweiten Hälfte waren wir teils sogar spielerisch besser als Bayern. Was da also erzählt wird, ist Unsinn. Wir waren über weite Strecken ebenbürtig. Wir werden angreifen", so Magath gegenüber der Sportbild. Gemeint war das Pokalhalbfinalspiel - aber in der Retrospektive sieht man die Dinge ja immer in schöneren Farben. Das mache ich auch so: meine Jugendzeit war das reinste Abenteuer ... von Pickeln, Brille und Liebeskummer keine Spur - hab' ich vergessen. Nee, nee, Herr Magath, Schalke spielte in blau! Die anderen, das waren die Bayern, deren Trainer sind Sie aber nicht mehr.

"Bayern musste dieses Duell (Anm. Manchester) sehr ernst nehmen. Keiner der Spieler konnte sich schonen. Wir dagegen sind ausgeruhter und können unseren Fokus seit dem Leverkusen-Spiel auf Bayern legen. Meine Mannschaft wird die richtige Antwort auf dem Platz geben", sagt Magath weiter. Felix Magath ist also angekommen in der Realität der Bundesliga im Frühjahr 2010. Zumindest indirekt spricht er jetzt über die Meisterschaft.

Diese Realität wird am Samstagnachmittag noch besser zu beurteilen sein - es wird in jedem Fall ein enorm spannendes und sicher auch hitziges Duell, denn die taktische Finesse der Schalker - das "Unterbrechungsfoul", wie ich es nenne - kennen wir ja bereits.
Es geht um mehr als drei Punkte bei diesem Gipfeltreffen der Liga (dass ich das mal in Zusammenhang mit Schalke 04 daherfloskeln würde). Es geht um die Tabellenführung - Ausbau derselben oder Rückeroberung, je nach Lager. Es geht aber auch um das Einbiegen auf die Zielgerade im Titelkampf. Da hat nun einmal der die besseren Karten, der die Nase hier vorne hat. Zudem ist Felix Magaths Nase groß, da dürfte es schwer werden noch daran vorbei zu kommen.
Die Bayern haben noch die, in dieser Saison sehr heimstarken, Leverkusener vor der Brust - und Schalke das leichtere Restprogramm - zumindest auf dem Papier. Was aber zählt im Endspurt, sind die Nerven und der Kopf. Die Nerven von Schalkes Trainer sind schon etwas angegriffen. Es wird sich zeigen wie es um die Köpfe der Schalker Spieler bestellt ist, wenn sie sich vergegenwärtigen wie groß ihre Chance jetzt ist, nach 52 Jahren (echt?) wieder Schalke zum Meister zu machen. Da können die Beine auch ohne tiefen Rasen verdammt schwer werden.

Die Bayern dürfte der Sieg gegen MUFC eher beflügeln als lähmen - auch wenn die 90 Minuten von Dienstag noch in den Beinen stecken (Minuten stecken in Beinen, ich liebe Fußballgequatsche!). Dazu kommt, dass sowohl der eminent wichtige Schweinsteiger und auch Arjen Robben wieder im Team sind. Dass sie Schalke schlagen können, haben sie bereits bewiesen. Jetzt muss nur noch Arjens Wade mitmachen, wobei wir wieder bei Beinen wären. Also auf geht's, Ihr Roten!


Mein Tipp: Schalke 0, Bayern 1



Manchester United aftermath

Idiom der Woche: Immer schön die Kirche im Dorf lassen, gelle? Immerhin lese ich schon wieder die Unkenrufe, Manchester sei schwach gewesen, man dürfte sich jetzt nicht in Sicherheit wiegen etc. Typisch deutsch. Andernlands würde die Leutchen vermutlich den Himmel aus den Angeln stemmen (siehe Presseschlagzeilen) und in verblendeter Euphorie ihr Team als das beste der Welt verehren. Des Deutschen Sache ist dieses Gehabe nicht - lieber warnen und kleinreden. Genießen wir es doch einfach - wie lange es auch dauern mag.

Gazzetta dello Sport: „Super-Bayern! Rooney genügt nicht und die Deutschen holen auf und siegen. Die Mannschaft von van Gaal beweist wieder einmal, besonders zäh zu sein - wie bereits der AC Florenz schmerzhaft zu spüren bekommen hat. Die große Offensivkraft der Bayern führt zu beeindruckenden Resultaten.

Repubblica: „Wahnsinnige Bayern, Manchester gnadenlos besiegt. Die Deutschen beweisen ihren Siegeswillen mit einer atemberaubenden Aufholjagd.

Ich denke, die Mannschaft weiß sehr genau, dass man viel (vielleicht nicht alles) gewinnen kann in den nächsten Wochen, aber auch vice versa.
Mir meißeln Spiele wie das gegen Manchester ein Lächeln ins Gesicht. Und wenn wir am Samstag auch gegen Schalke gewinnen, ist meine Bayern-Welt wieder in Ordnung. Ohne wenn und aber.

Donnerstag, 1. April 2010

Termine April 2010

3. April 2010 - Bundesliga
FC Schalke 04 vs FCB
15.30 Uhr

7. Apil 2010 - Champions League Viertelfinale (Rückspiel)
Manchester United vs FCB
20.45 Uhr

10. April 2010 - Bundesliga
TSV Bayer 04 Leverkusen vs FCB
18.30 Uhr

17. April 2010 - Bundesliga
FCB vs Hannover 96
15.30 Uhr

21. April Champions League Halbfinale (Hinspiel)
FCB vs Olympique Lyon
20.45 Uhr

24. April 2010 - Bundesliga
VfL Borussia Mönchengladbach vs FCB
15.30 Uhr

27. April Champions League Halbfinale (Rückspiel)
Olympique Lyon vs FCB
20.45 Uhr