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Samstag, 27. Februar 2010

110 Jahre FC Bayern



Heute, vor 110 Jahren, im Münchner Restaurant "Gisela", wird unter Vorsitz von Franz John die Gründungsurkunde des FC Bayern unterzeichnet.
Genau 11 Personen unterschrieben die Urkunde an jenem Abend - gerade mal eine Mannschaft. Sechs weitere Unterschriften kamen erst ein paar Tage später hinzu. Franz John wird zum ersten Vorsitzenden gewählt und als Clubfarben werden "blau-weiß" ausgewählt. Erst mit der Fusion mit dem Münchner SC (MSC) im Jahr 1906 ändert sich die Farbe der Hosen in rot - die "Rothosen" waren geboren.


Gründungsurkunde des FC Bayern


Das erste Spiel des FCB fand auf dem Städtischen Spielplatz Schyrenstraße statt - Gegner war der 1. Münchner FC - Bayern gewann 5:2. Der höchste Sieg im Gründungsjahr gelang in einem Freundschaftsspiel gegen den FC Nordstern München mit 15:0. Im Sommer des Jahres 1900 trat der FC Bayern dem Verband Süddeutscher Fußballvereine bei und gründete eine eigene Jugendabteilung. Auf seiner ersten Auslandsreise (noch im Gründungsjahr) unterlag der FC Bayern dem DFC Prag deutlich mit 0:8.


Fernglas FCB gratuliert zum 110. Geburtstag!
Beschenkt Euch morgen Abend selbst - mit einem Dreier!

Freitag, 26. Februar 2010

Zwei Bayern gegen Argentinien

Bundestrainer Löw nominiert zwei Bayern für das Länderspiel am Mittwochabend in München. Gegen Argentinien mit im Kader:
Toni Kroos und Thomas Müller
(20.45 Uhr, ZDF).

Donnerstag, 25. Februar 2010

The Old Firm

Es ist Derby-Zeit am Wochenende: Freitagabend empfängt Schalke 04 die Dortmunder Borussia - das Derby im Ruhrgebiet schlechthin! Einen Tag später kommt es zum Aufeinandertreffen der rheinischen Nachbarn Leverkusen und Köln. Das leidenschaftlichste Derby weltweit aber, findet am Wochenende im Norden Großbritanniens statt: The Old Firm - Rangers gegen Celtic.



Glasgow ist berühmt für die Architektur des Charles Rennie Mackintosh, für Kunstgalerien und Fußball. Die Stadt am Clyde ist mit annähernd sechshunderttausend Einwohnern Schottlands größte Stadt und die drittgrößte Metropole auf der britischen Insel.

Im Zuge der Industrialisierung wurde Glasgow durch Kohle, Eisen und Baumwollindustrie damals zu einer der reichsten Städte weltweit. Der endgültige Niedergang der Schwerindustrie in den 70-er und 80-er Jahren führte zu Massenarbeitslosigkeit und Zerfall der Stadt. Mittlerweile hat sich Glasgow davon weitestgehend erholt – 1990 war die Stadt sogar europäische Kulturhauptstadt.


Es gibt diverse Fußballstadien in der Stadt: Dazu zählen der Celtic Park (Celtic F.C.) im Stadtteil Bridgeton/Parkhead, 60.832 Plätze; Hampden Park (Queen's Park F.C. und Nationalmannschaft) im Stadtteil Mount Florida, 52.500 Plätze; Ibrox Stadium (Rangers F.C.) im Stadtteil Ibrox, 50.467 Plätze und das Firhill Stadium (Partick Thistle F.C.) im Stadtteil Maryhill, 10.887 Plätze. Das berühmteste Fußball-Duell ist natürlich das zwischen Celtic und den Rangers – „The Old Firm“ genannt.


The Old Firm


Beim Derby der beiden größten Klubs des Landes und der Stadt Glasgow, Celtic gegen Rangers, geht es um mehr als nur ein lokales Aufeinandertreffen. Es geht um die Frage des Glaubens, der Herkunft sowie der sozialen Klassenzugehörigkeit. Einerseits das irisch orientierte und 1887 von einem irischen Mönch gegründete Celtic, das seinen Ursprung bereits durch das grün-weiß gehaltene Trikot verdeutlicht (emerald green & white hoops), das den Landesfarben irischer Einwanderer entspricht. Auf der anderen Seite die protestantischen Rangers (1873 gegründet), die sich als Unionisten der englischen Krone verpflichtet fühlen und deren Trikots an den Union Jack angelehnt ist. Auf dem Dach des Celtic Park, über dem Spielfeld, ist das schottische Andreaskreuz (the Saltire) wie auch die grün-weiß-orange irische Flagge gehisst, natürlich nicht der britische „Union Jack“.

Die irischen „Bhoys“ (offizieller Spitzname von Celtic) waren während der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts in das aufblühende Glasgow eingewandert und hatten sich dort mit der Zeit isoliert. Nicht zuletzt deshalb, weil ihnen Teile der heimischen Bevölkerung aus Furcht um ihre Arbeitsplätze und ihre soziale Klassenzugehörigkeit mit Argwohn begegneten. Die Jahreszahl 1888 im Vereinswappen bezieht sich nicht auf das Gründungsdatum des Klubs, sondern auf den Beitritt in die Glasgow and Scottish Football Association im August 1888. In diesem Jahr fand auch das erste Derby mit den Rangers statt. 1967 gewann Celtic unter dem legendären Jock Stein als erster britischer Klub den Europapokal der Landesmeister. Alle elf Spieler der "Lisbon Lions", die in der portugiesischen Hauptstadt 2:1 gegen Inter Mailand siegten, kamen aus Glasgow und Umgebung.

„Die Celtic-Fans sind einzigartig, sie gehören definitiv zu den besten der Welt und stehen wie eine Wand hinter ihrem Team. Und da ich schon in vielen Stadien der Welt gespielt habe, kann ich sagen, dass es kaum besser geht.“ (Andreas Hinkel)


Noch bis in das Jahr 1989 verpflichteten die Rangers ausschließlich Spieler protestantischer Konfession. Bis dahin war diese Vereinspolitik ein „unwritten law“, ein ungeschriebenes Gesetz. Zwischenzeitlich spielten immer mal wieder katholische Spieler für den Verein, doch erst der von Trainer Graeme Souness verpflichtete Maurice Johnston bekannte sich als erster Spieler seit dem Ersten Weltkrieg dazu, Katholik zu sein und das blaue Trikot der Rangers zu tragen. In beiden Fanlagern war die Entrüstung groß. Johnston hatte noch wenige Jahre zuvor bei Celtic gespielt und mit einem Wechsel zurück zu dem Verein geliebäugelt. Diese Verpflichtung und die zunehmende Internationalisierung der Mannschaften leiteten einen Wandel ein. In der jüngsten Vergangenheit haben sowohl die Rangers als auch Celtic gemeinsam mit religiösen Organisationen und der schottischen Regierung Initiativen gegen religiös motivierte Gewalt unternommen. Inzwischen gibt es sogar Fans, die sich als Katholiken für die Rangers oder als Protestanten für Celtic begeistern können – ein zu früheren Zeiten undenkbarer Verrat.

Sean Connery, unzweifelhaft einer der berühmtesten Schotten und in Edinburgh geboren, soll Anhänger der Rangers sein. Seit Jahrzehnten setzt sich Connery für die Belange seines Heimatlandes ein. Aus seiner Wahlheimat auf den Bahamas möchte er erst zurückkehren, wenn Schottland ein unabhängiger Staat geworden ist. Den weltweit berühmtesten Schotten aber, Hausmeister Willie aus der Serie "The Simpsons", hielt man aufgrund einer Folge von 1997 zunächst für einen Sohn der Stadt Glasgow. In dieser Folge bekannte er, einst der "hässlichste Mann Glasgows" gewesen zu sein, was die Bürger der Stadt mit großem Stolz zur Kenntnis nahmen. In einer anderen Folge träumte Willie und schrie im Schlaf "Go Aberdeen", was wiederum die Menschen in Aberdeen dazu veranlasste, ihn als einen der ihren zu feiern.


The overaged firm


Wenn in den Celtic-Pubs „The Fields of Athenry”, ein politisch motiviertes irisches Folklied aus den 1970ern über große Hungersnot (the great famine), so lange erklingt, bis das Trommelfell dröhnt - wenn in den Rangers-Kneipen das blutrünstige Schlachtlied „Billy Boys“ erklingt, das in den 1920-er Jahren von einer Glasgower Straßengang (Billy Fullerton und seine Brighton Boys) in Kämpfen gegen die Katholiken verwendet und wegen seines brutalen Textes inzwischen im Stadion offiziell verboten wurde (Kostprobe: „Wir stehen bis zu unseren Knien im Blut der verdammten Iren, gebt auf oder ihr werdet sterben." / Die geographischen Wurzeln im Song beziehen sich auf Bridgeton Cross in Bridgeton, ein Gebiet von Glasgow - historisch mit der protestantischen Bevölkerung der Stadt und mit schottischen Gewerkschaften verbunden), wenn die Fans 90 Minuten ununterbrochen bis zum Stimmenverlust durchsingen und die Kreativität ihrer Texte keine Grenzen kennt - dann ist wieder Derbytime in Glasgow.


Ich habe die Champions League-Auftritte der Bayern in beiden Stadien erlebt – und muss sagen, dass ich bei den Rangers, vor allem aber bei Celtic von der Atmosphäre sehr angetan war. Im September 1999 mussten die Bayern im Ibrox Park gegen Gruppengegner Rangers ran (Endstand 1:1). Den ganzen Tag lang wünschten uns Celtic-Anhänger überall in der Stadt, die äußerlich als solche gar nicht zu erkennen waren, viel Glück für das Spiel am Abend. Manche hoben mitten auf der Straße ihre Pullover hoch und darunter kam ein grün-weißes Trikot zum Vorschein, während sie uns zulächelten. Extrem beeindruckend war es, als die Rangers-Anhänger im Stadion zum Einlaufen der Teams Tina Turners „Simply the best“ schmetterten – wenngleich das nun nicht gerade mein Musikstil ist, hörte sich das aus den Kehlen der Rangers-Fans fantastisch an. Noch mehr Gänsehaut gab es dann vier Jahre später im Celtic Park (25.11.2003 – Endstand 0:0). Ein Meer aus grün-weißen Schals wo man hinsah und dazu sang das ganze Stadion die Fußballhymne „You’ll never walk alone“. Da bleibt jedem Fußballfan der Atem weg. Das war das Beste in Sachen Stimmung, das ich je in einem Stadion erlebt habe. Bei unserem Aufenthalt anlässlich dieses Champions League-Spiels, nahmen wir auch die Gelegenheit wahr, uns das UEFA-Cup-Spiel Heart of Midlothian gegen Girondins Bordeaux anzusehen. Das Spiel der Hearts war unterirdisch, aber die Atmosphäre im Tynecastle-Stadion und in den Pubs vor dem Spiel entschädigte uns für das fußballerische Grauen. Die Hearts verloren 0:2. Der Klub wurde übrigens nach einem Tanzsaal benannt, der wiederum den Namen nach einer Novelle von Sir Walter Scott ("The Heart of Midlothian") erhalten hatte.

Es wird wohl auch weiterhin das intensivste und leidenschaftlichste Derby bleiben. Wenn Celtic und Rangers aufeinander treffen ist Vieles außer Kraft gesetzt, dann ist alles anders. Die tief verwurzelte Rivalität hätte ein eigenes Kapitel im Buch „Kampf der Kulturen“ verdient, auch wenn die Ursprünge dieser Rivalität bei der jungen Generation der Stadionbesucher immer weniger ausgeprägt sein dürften. Eine irisch-stämmige katholische Arbeiterschicht auf der einen, eine royalistische und somit anglikanische Oberschicht auf der anderen Seite. Gleichwohl wird die Tradition gepflegt, vor allem, wenn sonst nicht viel bleibt.

Einige Fans von deutschen Vereinen versuchen etwas von dem Mythos zu vereinnahmen. So macht man beim Hamburger SV einen auf Rangers-Freundschaft und im Repertoire des BVB darf neben Freiburg, Karlsruhe, 1860 München, Saarbrücken, RW Essen, dem HSV (das passt zwar nicht, macht aber nix) und anderen natürlich auch Celtic Glasgow nicht fehlen. Die einzige offiziell belastbare Freundschaft besteht zwischen St. Pauli und Celtic. So sind Fan-Utensilien des Kiez-Club im offiziellen Celtic-Shop zu bekommen. Allerdings waren beim letzten Spiel von Celtic beim HSV relativ wenige Paulianer mit dabei und auch ideologisch dürften die beiden Fan-Gruppen nicht sehr viele Gemeinsamkeiten haben.

Anschluss verpasst

Der schottische Fußball hat den Anschluss verpasst. Er ist ein Verlierer der Globalisierung und international nicht mehr wettbewerbsfähig. Die internationalen Ergebnisse schottischer Vereine in dieser Saison belegen den dramatischen Verfall der Liga.

In der Europa League-Qualifikation scheiterten alle vier schottischen Starter. Hearts of Midlothian unterlag bei Dinamo Zagreb mit 0:4, da reichte auch ein 2:0 im Rückspiel nicht. Steaua Bukarest lies dem FC Motherwell mit 3:0 und 3:1 ebenso keine Chance, wie Sigma Olomouc dem FC Aberdeen (5:1 und 3:0). Selbst die Hürde Liechtenstein war dem FC Falkirk zu hoch. Mit 1:0 und 0:2 n.V. hieß es „außer Spesen nichts gewesen".

Die Rangers schieden in der Champions League mit mageren zwei Remis aus, Celtic scheiterte in der Relegation zur Königsklasse an Arsenal London und belegte in der anschließenden Europa League hinter Tel Aviv und dem HSV den dritten Platz, der zum Ausscheiden berechtigt. Die Konsequenz ist, dass Belgien in der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung an Schottland vorbei gezogen ist und nun den Glasgower Teams den zweiten Startplatz für die Qualifikation zur Champions League entrissen hat. Die finanziellen Einbußen sind gravierend, bereits jetzt sind die Rangers mit rund 45 Mio € verschuldet. Celtic ist zwar derzeit schuldenfrei, mit den jüngsten Transfers und ausbleibendem internationalem Erfolg dürfte aber auch der Weg in die Miesen vorgezeichnet sein.

Dabei flackerte vor zwei Jahren noch einmal Hoffnung in Schottland auf. Die Rangers arbeiteten sich (nur 2 Gegentore in acht Spielen) ins UEFA-Cup-Finale durch, unterlagen dort aber ebenso St. Petersburg mit 0:2 wie Celtic 2003 in der Verlängerung dem FC Porto. Celtic hatte 2007/2008 durchaus beachtliche Ergebnisse in der CL, besiegte den AC Mailand und schied gegen den FC Barcelona aus. Im Jahr zuvor gewann man alle drei Gruppenspiele daheim, unter anderem gegen Manchester United und schied anschließend unglücklich gegen den späteren CL-Sieger AC Mailand (0:0, 0:1 n.V.) aus.

Der Niedergang ist kein Wunder, denn den schottischen Vereinen fehlt schlichtweg das Geld, um auf europäischem Niveau mithalten zu können. Während die Glasgower Teams zumindest auf die Einnahmen von durchschnittlich 50.000 Zuschauern pro Heimspiel und entsprechenden Merchandising-Einnahmen zurückgreifen können, sind die Einnahmen aus Fernsehrechten an der Schottischen Premiere-League ein Witz. Kein Wunder, denn die Hälfte der Clubs hat einen Zuschauerschnitt von unter 6.000. Wer will sich die schon in Fernsehen anschauen. Mittlerweile erhält man sogar an den Spieltagen noch locker Karten für die Heimspiele der beiden Clubs.

Ab nach England

Sie eint dementsprechend der Wunsch, die schottische Liga baldmöglichst zu verlassen und in die englische Premiere-League zu wechseln. Die schwache nationale Konkurrenz ist ein Grund dafür, dass seit 1972 (Europapokal der Pokalsieger für die Rangers) kein Glasgower Team mehr einen Titel auf europäischer Ebene gewinnen konnte. Die beiden angesprochenen UEFA-Cup-Finalteilnahmen können als glückliche Ausnahmen verbucht werden. Die letzten 24 Meistertitel wurden allesamt entweder an Celtic oder die Rangers vergeben, zuletzt konnte sich 1985 der FC Aberdeen gegen diese erdrückende Übermacht durchsetzen. Celtic wurde bis heute insgesamt 42 Mal Meister, Rangers 52 Mal – zugleich der Weltrekord an Meistertiteln. Die Meisterschaft erschöpft sich in der ungemein spannenden Frage: Wer von beiden wird’s diesmal?

Diese Frage scheint in der aktuellen Saison überraschend früh entschieden zu sein. Zwar rüstete Celtic in der Winterpause mit Morton Rasmussen, Edson Braafheid und Robbie Keane noch einmal mächtig auf, eine Schwächeperiode mit einem Remis gegen Falkirk sowie Niederlagen gegen Hibernian Edinburgh und dem FC Kilmarnock nutzen die Rangers aus und bauten ihren Vorsprung auf 10 Punkte aus. Die wohl letzte Hoffnung töte Steven McLean vom FC Aberdeen, der jüngst eine 4:2 Führung der Celtics im Pittodrie Stadium egalisierte. Am letzten Wochenende verkürzte Keane den Rückstand auf sieben Zähler, weil das Rangers-Spiel abgesagt wurde. Somit ist zumindest der psychologische Druck auf die Rangers, nicht verlieren zu dürfen, noch etwas größer geworden.

Widerstände von schottischem und internationalem Fußballverband verhinderten bisher einen Ligawechsel der Glasgower Klubs. Ohne ihre beiden Zugpferde fiele die Scottish Premiere League schneller in die Bedeutungslosigkeit ab als mit ihnen. In Wales haben sechs Vereine, u.a. die Proficlubs Cardiff City, Swansea City und AFC Wrexham den Schritt in Richtung England gemacht. Sie dürfen auch nicht mehr am walisischen Pokal teilnehmen und können sich nur in England für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren. In der Konsequenz liegt der Zuschauerschnitt in der walisischen ersten Resteliga bei 300 Personen pro Spiel. Mittlerweile dürfte auch der englische Verband einer Öffnung nicht mehr ganz so abgeneigt sein. Vor dem Hintergrund der finanziellen Krisen bei vielen Vereinen und drohenden Insolvenz denkt man bereits an Play-Offs um weitere Einnahmen zu erzielen. Da dürfte die Aufnahme der beiden Glasgower Teams die weitaus nachhaltigere Alternative sein, da somit auch die TV-Einnahmen, besonders im Ausland, gesteigert werden könnten. Eine länderübergreifende Zusammenlegung von höchsten Spielklassen ist mittlerweile auch für die UEFA nicht mehr ganz so abwegig. Ähnliche Diskussionen gibt es immer wieder für Holland, Belgien und Luxemburg, der Liechtensteiner Verein FC Vaduz spielt bereits in der Schweizer Liga und mittlerweile 16 Teams aus Estland, Lettland und Litauen spielen seit 2007 die Baltic-League aus.


Leider verblasst der Mythos der beiden Clubs, auch vorangetrieben durch die Kommerzialisierung und TV-Präsenz des europäischen Fußballs etwas. Aber zumindest den eingefleischten Fußballfans wird auch zukünftig ein Schauer über den Rücken laufen wenn das nächste Old-Firm im Ibrox-Park oder Celtic-Park angepfiffen wird. Am Sonntag ist es wieder so weit. Das 387. Derby steht an. Bisher gewannen die Rangers 186 Partien, Celtic 138.


Autoren:

Marcus Kremers (18:48), André Zechbauer (FernglasFCB)


Rangers vs Celtic, Sonntag - 13.30 Uhr (MEZ)




Dienstag, 23. Februar 2010

S-S-S-S-S-S-S-S-S

So sieht die Siegesserie des FC Bayern aus - zum zehnten Liga-Sieg in Folge hat es indes nicht gereicht. In Nürnberg schaffte der FCB nur ein Unentschieden. Jetzt kommt also ein U dazu. Schade, aber früher oder später musste es ja so kommen. Viel ärgerlicher ist, dass der FCB ausgerechnet beim Club Federn lässt - also einem Gegner, der keineswegs auf Augenhöhe ist. Diese Spiele muss man im Meisterschaftskampf gewinnen, glücklich, schmutzig - oder wie es am Samstag richtig gewesen wäre: hochverdient.
Dafür hat die Mannschaft allerdings zu wenig Möglichkeiten kreiert und die, die sie hatte, nicht verwerten können. Mein Ärger über unser Angriffsspiel ohne einen Arjen Robben ist noch nicht verflogen - den Samstag hatte mir der Auftritt von Goméz und Co. richtig verhagelt.

Aber dann kam der Sonntag und die Spiele der Konkurrenz an der Tabellenspitze. Nach 10 Minuten Spielzeit waren Werder schon drei gute Möglichkeiten durch falsche Abseitsentscheidungen abgepfiffen worden - zwei Mal davon marschierte Özil alleine aufs Leverkusener Tor zu. In Wolfsburg wurde dem VfL der Führungstreffer aberkannt - auch hier abseits, auch hier eine Fehlentscheidung. Nahezu zeitgleich gingen nach 30 Minuten dann Leverkusen und Schalke jeweils in Führung. Na großartig.

Letzten Endes hatte ich mit meinen Sonntagstipps (2:2 und 2:1) recht, wenngleich mich die Bremer schon mächtig lange zappeln ließen.
Zwischen Bayer und Bayern hat sich demnach nicht viel getan - Schalke ist wieder einen Zähler weiter weg. Damit kann ich leben. Heynckes hat damit seinen eigenen Rekord eingestellt - 23 Spiele ohne Niederlage war zuvor nur einer Mannschaft gelungen - dem FC Bayern München in der Saison 1988/89, der Trainer damals hieß Jupp Heynckes. Die Bayern sind nun seit 16 Bundesliga-Spielen ungeschlagen, das war ihnen zuletzt in der Saison 2005/06 gelungen. Und damals holten die Münchner mit deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal das Double. Die letzte Bundesliga-Niederlage hat uns übrigens der kommende Gegner, der HSV, im September letzten Jahres beigebracht (1:0).

Jetzt muss Bayer 04 Neverkusen am Samstag gegen den FC aus der Nachbarstadt vorlegen - die Bayern hingegen dürfen erst am Sonntagabend im guten alten Nord-Süd-Duell gegen den HSV ran.
Die Sache liegt klar auf der Hand, oder? Bayer 04 als ungeschlagener Tabellenführer gegen die Wundertüte Effzeh (man weiß nie, was man kriegt). Na ja, immerhin handelt es sich um das rheinische Derby - und wer weiß, vielleicht können sich die Domstädter wieder auf ihre Defensivstärken besinnen, statt planlos ins Verderben zu rennen?

Der FCB empfängt HSvanNistelrooy - das verspricht einen heißen Tanz in der Arena. Die Heimbilanz der letzten Jahre sieht für die Bayern gar nicht gut aus - der letzte Liga-Sieg wurde in der Saison 2004/2005 errungen (3:0). Ich bin sehr gespannt, was am Sonntag passiert - aber vielleicht kommt uns der Punkteverlust in Nürnberg sogar zugute. Ich tippe auf einen furiosen FC Bayern, der die Defensivschwächen der Hamburger gnadenlos nutzen wird - und dann käme wieder ein "S" hinzu.

Mein Tipp: Bayern 3, Hamburg 1



Zitat der Woche (KW 8)

Nicht immer immer nur Wachstum, Wachstum, Wachstum darf zählen! Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Mitarbeiter Geld verdienen, zufrieden sind, sich alles leisten können. Wir haben ja in den letzten Jahren gesehen, wohin dieses Wachstum, immer nur Wachstum führt. Die Unternehmen müssen darauf achten, dass es den Mitarbeitern gut geht, bevor Aktionäre oder Eigentümer Geld rausziehen. Ein Aktienkurs ist nicht gut, wenn man 10 000 Leute entlässt, sondern wenn man gesunden Profit macht!

Uli Hoeneß

Samstag, 20. Februar 2010

Unzulänglich...


... oder: Ich könnte kotzen!

Ich wusste es - ich wusste, dass dieses Spiel eine enorme Herausforderung sein würde. Allerdings - obwohl Nürnberg in der ersten Hälfte die Räume eng machte und gut verteidigte - hätte ich mir nicht gedacht, dass der FCB so unzulänglich im Angriffsspiel agieren würde.
Sicher ist es nicht die beste Idee, unmittelbar nach dem Spiel hier seinen Frust von der Seele zu schreiben, aber irgendwie brauche ich gerade ein Ventil.

Unfassbar, dass wir bis zum Tor von Müller in der 38. Minute nahezu keine Torchance erarbeiten konnten - sieht man mal von einem Schuss Arjen Robbens ab, der abgefälscht am Tor vorbei ging. Müller war bis dahin eigentlich nicht auf dem Platz - am Spiel nahm er jedenfalls nicht teil. Die Vorlage von Goméz in den Rückraum und der intelligente und technisch anspruchsvolle Schuss von Thomas Müller war jedoch großes Kino - leider war die Vorstellung dann aber auch wieder vorbei. Kurzfilm nennt man so etwas wohl.
Der Jungspund Contento war aufgeregt, fahrig und nicht annähernd so selbstsicher wie noch gegen Florenz. Geschenkt - der Junge ist 19 Jahre alt - und angerichtet hat es auch nichts. Auch Müller kann ich die erste Halbzeit verzeihen, a) wegen des Tores und b) weil er in Halbzeit zwei dann mehr und mehr ins Spiel fand.

Bei Goméz und Olic endet allerdings langsam meine Geduld. Goméz ist nicht in der Lage Bälle anzunehmen, punktgenau weiterzuspielen, steht im Weg im rum und agiert zu oft im Zusammenspiel überrascht. Seine "Flanke" auf Olics Kopf war ein Schuss, der in dem Tempo unmöglich anzunehmen war. Dann noch eine hundertprozentige Chance, die er auch noch schafft auszulassen. Unzulänglich für einen Stürmer, der soviel Ablöse gekostet hat.
Olic: was ist das, was er da spielt? Laufen und gucken wo der Ball landet? Ich versteh's nicht. er überrascht sich mit seinem Spiel selbst. Für hohe Bälle in die Mitte ist er natürlich zu klein - dafür kann er nichts. Um so unverständlicher, dass van Gaal ihn nicht früher aus dem Spiel genommen hat und dafür Klose nicht mehr als nur 15 Minuten spielen ließ.
Es war ja nun keineswegs so, dass die Clubberer hier einen Riesenspiel gemacht hätten. Aber zu Anfang der zweiten Hälfte ließ man den Gastgebern 10 Minuten lang so viel Raum, dass es einer Einladung zum Toreschießen gleichkam. Unnötig, hatte man bis dato in der Hinsicht alles Griff.
Ein Lichtblick in der Abwehr war ein Mann, den ich zuletzt lieber auf der Bank gesehen hätte: Martin Demichelis. Stabil, solide, sicher und noch einer der Besten.

Etwas seltsam mutete zunächst die Auswechslung Robbens zur Halbzeit an - laut van Gaal fühlte sich der Außenstürmer müde und spürte ein Zwicken in der Wade. Ihn zu schonen ist angesichts der angstehenden Aufgaben sicher richtig. Aber ohne Robben geht in Sachen Angriff nichts - wie ich bitter feststellen musste.
Und da sind wir bei dem Punkt, bei dem mir die Galle hochkocht: Nürnberg! Man muss - will man Deutscher Meister werden - dort Punkte mitnehmen und keine liegenlassen. Bei Klubs wie dem 1. FCN verliert man Meisterschaften. Das bitteschön, lag doch auch vorher auf der Hand. Hätte Bayern heute gewonnen, wäre die Überschrift zu diesem post "Bayern wird Meister!" geworden. Aber so? Ein wichtiges - sehr wichtiges - Spiel voller Unzulänglichkeiten bei den Herren Goméz und Olic. Kein neuer Rekord in Sachen Siegesserie, die ist jetzt vorbei. Das war vorne nichts meine Herren!

Ansonsten war das Spiel fest in Bayern-Hand - gerade mal zwei Chancen für Nürnberg ließen sie zu, die eine führte zum Tor. Butt sah unglücklich aus, aber hatte auch mit einem undankbaren Ball zu kämpfen. Auch das Mittelfeld gehörte allein dem Rekordmeister. Das spricht zwar für eine hohe Qualität, aber dafür ist es im Ergebnis zu wenig. Das Manko lag heute ausschließlich in der Offensive und in den ersten 10 Minuten der zweiten Hälfte. Ich hatte es ja vorher schon geahnt.

Freitag, 19. Februar 2010

Auf zum Glubb

Am Samstag dürfen wir in Nürnberg ran - und vielleicht spuken in meinem Kopf nur ein paar unbedeutende rufende Unken, aber ich hab' ein ungutes Gefühl.

Traditionsgemäß gelingt uns der Spagat zwischen Champions League und einem profanen Bundesliga-Auftritt in der Provinz nicht so gut. Unsere Jungs werden das Florenz-Spiel noch in den Knochen spüren - van Buyten fällt aufgrund einer Wadenverletzung wohl ganz aus. Tja, und der Gegner? Der muss so langsam punkten - und was wäre da besser geeignet als ein fränkisch-bayerisches Duell mit zwei Leih-Bayern im Kader?!
Schaut man sich die Statistik an, wird klar dass der FCB in Nürnberg seit knapp 10 Jahren immer arg kämpfen musste. In der Bundesliga-Saison 2001/2002 gewann man ebenso wie eine Saison später mit 2:1; 2004/2005 reichte es nur zu einem 2:2. In der Saison 2005/2006 siegten die Bayern erneut mit 2:1; 2006/2007 verlor der FCB 3:0. Beim letzten Aufeinandertreffen in der Liga trennten sich beide Teams in Nürnberg 1:1 Unentschieden.
Gesamtauswärtsbilanz seit der Saison 1960/61: 30 Spiele - 15 Siege für Bayern, 5 Unentschieden und 10 Niederlagen.


Mein Tipp, ein dezent optimistisches 2:1 für Bayern


13 Pflichtspiele hat der FCB nun in Folge gewonnen - am Samstag kann der FCB seinen eigenen Vereinsrekord mit dem 10. Bundesliga-Sieg in Folge übertrumpfen. Gelungen ist das bislang nur der Borussia aus Gladbach und dem VfL Wolfsburg - deren Rekord wäre somit eingestellt.
Die Konkurrenz an der Tabellenspitze muss am Sonntag in Bremen (Leverkusen) und in Wolfsburg (Schalke) ran. Wir sind also wieder dran mit Vorlegen.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Last Minute-Bayern

Bayern gewinnt durch ein klares Abseitstor kurz vor Schluss. Habe ich Mitleid mit dem Gegner? No, Amici! Denn mit einer italienischen Mannschaft trifft es da doch immer den Richtigen. Zu oft haben Teams vom Stiefel Europas das Glück strapaziert, sind von Fehlentscheidungen begünstigt worden oder haben solche provoziert. Gestern Abend waren wir dann mal dran.

Im Grunde kam es in der Halbzeit genauso, wie ich es schon befürchtet hatte, die Fiorentina stellten unsere Jungs zu - so sieht perfekte Raumaufteilung aus! Rob und Rib immer mit zwei Mann abgeschirmt, bei längerem Ballbesitz kamen noch ein bis zwei weitere hinzu. Unsere Außen waren somit mehr oder weniger abgemeldet. Doch das alleine hätte nicht gereicht, denn irgendwo muss es ja freie Räume geben in die man hätte stoßen können. Doch Bastian Schweinsteiger - durch einen Magen-Darm-Infekt geschwächt - war gestern nur defensiv auf gutem Niveau. Offensiv war nicht viel zu sehen. Auch Müller hatte einen schlechten Tag und van Bommels Zuspielversuche in die Tiefe fanden keine Abnehmer.
Da wären dann noch die Abwehrspieler, die als Unterstützung hinzustoßen könnten - doch Lahm machte von dieser Möglichkeit erst in Halbzeit zwei Gebrauch und Badstuber ist dafür einfach nicht der richtige Spieler.

Umso interessanter war dann der Auftritt von Diego Contento, der für den angeschlagenen van Buyten in der zweiten Hälfte ins Spiel kam. Badstuber ging in die Innenverteidigung und Contento bereitete mit seinen Vorstößen den Gästen erhebliche Probleme. Das Pendant zu Lahm auf der anderen Seite. Toll, wie unaufgeregt und abgeklärt der junge Contento diese Aufgabe meisterte. Schade, dass er - wie auch Müller und van Bommel - beim Eckstoß, der zum 1:1 führte, wie angewurzelt stehen blieb. Mit ein bißchen mehr Geistesgegenwart wäre der Treffer zu verhindern gewesen.

Bayern zu nervös und viel zu fahrig in den ersten 45 Minuten. Schlechte Zuspiele und Missverständnisse im Zusammenspiel, wie bei Goméz und Robben. Dazwischen immer mal wieder bedrohliche Aktionen der Gäste, denen man nun wirklich nicht vorwerfen konnte typisch italienisch destruktiv zu spielen. Richtig unter Druck kamen wir allerdings nie. Die Bayern-Abwehr stand sicher - sieht man von dem Missverständnis zwischen van Buyten und Butt mal ab.

Nach der Pause war dann plötzlich mehr Platz im Spiel. Die Florentiner standen nicht mehr so dicht gestaffelt und bei den Bayern bekamen die Aktionen mehr Hand und Fuß. Lahm zeigte seine hohe Qualität und mischte immer mehr in Sachen Offensivbemühungen mit. Aber so richtig zündete weder Goméz, noch Robben oder Ribéry. Erst nachdem van Gaal Olic und Klose ins Spiel brachte, geriet die Abwehr des AC Florenz richtig unter Druck. Mit etwas weniger Eigennutz kurz vor dem Ende der Partie, wäre es Arjen Robben noch gelungen das 3:1 vorzulegen. Das muss er abstellen.

Der Spielverlauf ist hier bei Gaalaktisch noch mal im Detail geschildert - dem gibt's von meiner Seite nichts hinzuzufügen.

Die Tore
Das 1:0 durch einen Elfmeter von Robben - nach Foul an Ribéry - kurz vor dem Pausenpfiff. Warum der Schiedsrichter hier nicht den Vorteil gegeben hat, nachdem Goméz das Tor traf, wird er wohl selbst nicht mehr erklären können.
Das 1:1 unmittelbar nach Wiederanpfiff - drei Mann (Contento, Müller und van Bommel, der zu lange auf der Linie verweilt) schlafen beim Eckstoß, so etwas wird in der Champions League gnadenlos abgestraft.
Der Siegtreffer dann in der 89. Minute durch ein Abseitstor - Klose stand mindestens einen Meter abseits, das Schiedsrichtergespann sah nichts.
Die rote Karte für den Ellenbogenstoß an Robben kann ich jedoch so ohne Weiteres unterschreiben.

Das Fazit
Man kann auch mit diesem Ergebnis zufrieden sein, denn Bayern ist auf italienischem Boden immer für Tore gut. Ein Unentschieden hätte die Aufgabe im Rückspiel erheblich erschwert. Florenz muss jetzt kommen, das verspricht mehr Räume.
Unsere Defensive muss allerdings höllisch aufpassen, dass man nicht schon früh in Rückstand gerät.
Die Lösung mit Contento gefällt mir - zumal van Buyten in den letzten zwei Wochen doch sehr fahrig wirkte. Demichelis muss diese verdammte Ballvertändelei abstellen. Der Argentinier war auch gestern Abend wieder mit fahrlässigen Zuspielen beim Spielaufbau und einigen Nachlässigkeiten unterwegs. Angerichtet hat das gestern allerdings nichts. Ribéry muss noch ein paar Sonderschichten Eckstoßtraining einlegen und Arjen Robben sollte etwas weniger egozentrisch agieren - dann wird's schon in Florenz.

Dienstag, 16. Februar 2010

Andere Liga

Am Mittwochabend trifft der FCB auf den AC Florenz im Achtelfinale der Champions League. Das für's Weiterkommen so wichtige Hinspiel in München wird live vom TV-Sender SAT1 im free tv übertragen.

Die Entscheidungsspiele der Champions League sind eine andere Liga als die, in der der FC Bayern Woche für Woche Siege einfährt - mal mit mehr, mal mit weniger Glanz.
Den Florentinern dürfte es zupass kommen, dass alle Welt sie so einschätzt wie es der Tabellenstand der Lilafarbenen in der ersten italienischen Liga verheißt: Graues Mittelmaß - also definitiv eine andere Liga als der FCB im Februar 2010. Das Überraschungsmoment wäre auf ihrer Seite.
Wir sollten uns aber hüten - italienische Mannschaften stehen hinten gut und sind auch immer für ein überraschendes Tor in der 89. Minute zu haben. Typisch, Italiener eben. Die Ausgangsposition nach Mittwoch muss also ein mehrfach-zu-Null-Sieg sein. So weit so klar. Personell können wir aus dem Vollen schöpfen, auch Miro Klose ist wieder fit. Kritisch beäugen muss man nach den letzten Spielen die Defensivabteilung des FCB, insbesondere Martin Demichelis und Daniel van Buyten. Der AC Florenz hat einen Mann namens Gilardino im Sturm - muss ich noch mehr sagen?!

Die Ergebnisse aus den bisherigen Aufeinandertreffen beider Klubs in der Vorrunde der CL-Saison 2008/2009, wären sicher nach dem Geschmack der Bayern-Fans: 3:0 im Hinspiel in München, 1:1 bei der "Viola". Die Bayern müssen also vorlegen.

Mein Tipp: Bayern 3, Florenz 1


Samstag, 13. Februar 2010

Geduldige Bayern


Man hätte Tabellenführer werden können, wenn Schweinsteiger kurz vor Schluss nicht die Latte getroffen hätte, wenn Mario Goméz entweder den Ball auf Altintop abgelegt hätte oder wenn er kurze Zeit später einfach abgezogen hätte, statt den Ball dann abzulegen. Sei's drum. Bayern hat Geduld bewiesen und tut es noch.

Dass Louis van Gaal sowohl Ribéry als auch Robben auswechselt, obwohl der Sprung an die Tabellenspitze lockt, zeigt dass es Wichtigeres gibt als einen vielleicht nur vorübergehender Spitzenplatz. Es steht immerhin das Champions League-Spiel gegen Florenz vor der Tür. Drei Punkte und wieder etwas für die Tordifferenz getan - mehr kann man nicht erwarten, zumal die Borussia in Halbzeit eins ein durchaus zäher Gegner war. Robben wie Ribéry waren nahezu immer zugestellt und mehr oder weniger aus dem Spiel genommen. Dazu Chancen, die allerdings der fahrlässig agierenden Bayern-Defensive zu verdanken waren. Van Buyten völlig neben der Spur - auch verantwortlich für die Führung der Gäste. Mit Gewalt gelang dann Mark van Bommel der Ausgleich - Dortmunds Schlussmann tat das Seine dazu. Großartig herausgespielt durch Ribéry - erst mit Hackentrick, ein Tunnel bei Hummels und aufgelegt für Robben - dann der Führungstreffer des FCB in der zweiten Hälfte - ansonsten war der Franzose schwach, aber sehr effizient. Tor Nummer Drei durch Mario Goméz ganz großes Kino, wenngleich aus abseitsverdächtiger Position - die Vorlage kam auch hier von Ribéry.

Hätte man die Möglichkeiten kurz vor Schluss noch genutzt, dann hätte das Rückspiel eine Kopie des Hinspiels werden können. Dortmund wieder mal ohne Sieg in München. Letztendlich war es ein verdienter Arbeitssieg, auch Dank einer großartigen Leistung von Hans-Jörg Butt. Bayern beweist Geduld - die braucht man, wenn man Meister werden will.

Mittwoch, 10. Februar 2010

....war ja klar


Während mir im Einkaufsmarkt langsam die Schweißperlen auf die Stirn traten und eine enorme Unruhe in mir brodelte ... ("was essen wir denn am Sonntag?" - Verdammt, 1:1, was ist los mit denen?!), ließ sich meine bessere Hälfte für meinen Geschmack viel zu viel Zeit bei der Auswahl von Lebensmitteln für die Karnevalstage. Ich wollte nur weg. So schnell wie es geht vor ein Radio oder einen Live-Ticker. Zuhause angekommen, ließ ich den Einkauf in der Küche stehen und ging schnellen Schrittes zum Computer. 2:1 für die Spielvereinigung. Was? Meine Freundin prüfte mit kritischem Blick den Zwischenstand und sagte genervt: "Das gewinnt ihr schon noch. Wie immer". Einen kurzen Moment wünschte ich mir solchen Optimismus. Die Greuther/Fürther waren - nach dem 1:0 durch Müller in der 5. Minute - wenige Minuten später zum Ausgleich gekommen und hatten in Spielminute 40 sogar das 2:1 geschossen - und laut Ticker waren sie die bessere Mannschaft.

Die gesamt zweite Halbzeit fror ich dann vorm Computer fest und lauschte parallel Bayern 5, die eine Konferenz zwischen Augsburg und dem München-Spiel im Programm hatten. Ich las nur noch Worte wie "statisch", "umständlich", "hintenrum" und "Lell" - na glorreich.
Dann aber Elfmeter für die Bayern - Handspiel im Strafraum - Robben trifft zum Auslgeich. Puh! Dann ging es ab der 61. Minute Schlag auf Schlag. Erst Ribéry mit dem 3:2, dann 4 Minuten später Lahm mit dem 4:2. Es kehrte etwas mehr Gelassenheit in unsere Wohnung ein - geht doch! Müller erhöhte dann in der 82. Minute auf 5:2 und der Schlusspunkt fiel mit einem Eigentor. 6:2 Endstand. Während die Kölner mehr rote Karten als Tore schossen und gegen Augsburg ausscheiden, läuft bei Bayern letztendlich doch noch alles nach Plan. - wir sind im Halbfinale, das war der 23-ste Heimsieg im Pokal. Als ich Madame die frohe Botschaft verkündete, sagte sie nur: "... war doch klar".

Jetzt noch auf die Auslosung warten... hoffentlich Augsburg.


+++ Update +++

So, nach einer Nacht drüber schlafen und den ersten Fernsehbildern, fällt mir nur hui und pfui ein.
Erste Halbzeit pfui - die zweite, aufgrund der Tore hui. Hinten pfui, vorne hui. Wenn wir so gegen Dortmund oder irgendwen sonst spielen, na dann gute Nacht. Das alleine kann ich mir nicht mit den personellen Umstellungen innerhalb der Mannschaft erklären - zudem ich wieder mal den Schwachpunkt Demichelis ausgemacht habe (und der spielt in der Stammmannschaft).
Teilweise offen wie ein Scheunentor, wurden die Gäste - deren Leistung ich gar nicht schmälern will - eingeladen, Herrn Rensing die Bude voll zu hauen. Und auch nach dem 5:2 kam die SpVgg noch zu Großchancen. Das muss am Samstag gegen Dortmund ganz anders aussehen - und hatte nichts mit der Souveränität der letzten Wochen zu tun. Tymoschtschuk hat auch wieder gezeigt, warum er nicht erste Wahl ist - erfreulich hingegen die Leistung des Youngsters Alaba und die ansteigende Form von Franck Ribéry. Ich hätte noch vor wenigen Monaten nicht geglaubt mal zu sagen, dass Bastian Schweinsteiger so eminent wichtig für das Team ist. Gestern fehlte er an allen Ecken und Enden. Und - wie bei der Berichterstattung im Zweiten - den Elfmeter als Geschenk zu sehen, bringt mir die Galle zum Überlaufen. Wenn das kein Handspiel im Strafraum ist, was dann?

Schwamm drüber - wir sind weiter und das zählt. Jetzt ist es also Scheisse 04 mit denen wir uns Ende März herumschlagen müssen. Na ja, wenn wir halbwegs Normalform abrufen können, dann dürften Kuranyi & Co nicht viele Stiche bekommen. Wenigstens laufen wir bei diesem Gegner nicht Gefahr, die Sache zu unterschätzen.

Schützenfest gegen Dortmund?

Schaut man sich die Bilanz der letzten 10 Jahre an, fällt auf dass die schwatz-gelbe Borussia keinen Sieg in München erringen konnte, lediglich drei Punkteteilungen schaffte und teilweise gehörig unter die Räder kam (vor allem, wenn die Spiele am frühen Abend angepfiffen wurden). Auch Samstag wird wieder unter Flutlicht gespielt (18:30 Uhr) und die Vorzeichen könnten nicht eindeutiger sein: Bayern klarer Favorit und mittlerweile neun Punkte vor dem Tabellenfünften Dortmund. Der BvB hat die letzten zwei Ligaspiele verloren - Bayerns Siegesserie liegt bei acht Partien in Folge.

Der FCB kann am Samstag aus eigener Kraft die Tabellenführung übernehmen - dazu wäre ein hoher Sieg notwendig, wenn man voraussetzt dass Leverkusen gegen den VfL Wolfsburg ebenfalls gewinnt. Doch Vorsicht ist geboten! Die BeKLOPPten wollen uns ein Bein stellen - und wenn unsere Jungs nicht konzentriert und hochmotiviert zur Sache gehen, könnte so etwas auch gelingen. Doch Louis van Gaal hat den Schlendrian, der regelmäßig mit aufläuft, rechtzeitig an den Pranger gestellt und die Mannschaft ist gewarnt. Es kommen sehr wichtige - ja Weg weisende - Wochen auf den Klub zu! Drei Punkte gegen den Biene-Maja-Verein müssen her.

Ich halte es mit der Tradition und tippe auf einen Kantersieg:

Mein Tipp: Bayern 4, Dortmund 1


Grafik: Heimbilanz Bayern München vs Dortmund


Ergebnisse der letzten 10 Heimspiele gegen Borussia Dortmund:


Bundesliga 99/00 - Sa 04.12.99 19:55 - FC Bayern München - Borussia Dortmund 1:1 (1:0)

Bundesliga 00/01 - Sa 04.11.00 20:15 - FC Bayern München - Borussia Dortmund 6:2 (3:1)

Bundesliga 01/02 - Sa 09.02.02 15:30 FC Bayern München - Borussia Dortmund 1:1 (0:0)

Bundesliga 02/03 - Sa 09.11.02 15:30 FC Bayern München - Borussia Dortmund 2:1 (0:1)

Bundesliga 03/04 - So 09.11.03 17:30 FC Bayern München - Borussia Dortmund 4:1 (1:0)

Bundesliga 04/05 - Sa 19.02.05 15:30 FC Bayern München - Borussia Dortmund 5:0 (4:0)

Bundesliga 05/06 - Sa 13.05.06 15:30 FC Bayern München - Borussia Dortmund 3:3 (1:1)

Bundesliga 06/07 - Fr 11.08.06 20:45 FC Bayern München - Borussia Dortmund 2:0 (1:0)

Bundesliga 07/08 - So 13.04.08 17:00 FC Bayern München - Borussia Dortmund 5:0 (4:0)

Bundesliga 08/09 - So 08.02.09 17:00 FC Bayern München - Borussia Dortmund 3:1 (1:1)



Dienstag, 9. Februar 2010

Köln ist schon wieder so gut wie im Europapokal

So schnell geht das... (in Köln)

Bei einem Sieg in Augsburg wäre dem 1. FC Köln als Pokalhalbfinalist nicht nur eine Zusatzeinnahme von rund 1,5 Millionen Euro sicher. Auch die Chance, sich über den Pokal für die Europa League zu qualifizieren, würde immer größer. Es wäre für die Geißböcke die erste Teilnahme am Europapokal seit 1992.


Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski (www.bundesliga.de)

Wochen der Wahrheit



Mit dem morgigen Spiel im DFB-Pokal gegen die Spielvereinigung aus Greuth/Fürth startet der FCB in die Phase der Saison, die man getrost als Weichen stellend bezeichnen kann. Die englischen Wochen beginnen: zunächst mit dem Underdog SpVgg Greuther Fürth im Pokalviertelfinale, den wir wohl besiegen werden. Dann kommt die zuletzt zwei Mal sieglose Borussia aus Dortmund, der AC Florenz im Champions League-Achtelfinalhinspiel, es folgt das süddeutsche Derby in Nürnberg und abschließend kommt der HSV in die Arena. Das sind fünf Pflichtspieltermine, die wir allesamt gewinnen sollten.

Das Ziel im DFB-Pokal heißt Jahr für Jahr Endspielteilnahme und bestenfalls den Pott gewinnen. Gegen Greuth/Fürth auszuscheiden verbietet sich natürlich. Das CL-Achtelfinale sollten wir gegen Florenz zu überstehen in der Lage sein. Dazu bedarf es eines zwei-Tore-Vorsprungs im Hinspiel. In der Liga dürfen wir zuhause nicht ausrutschen - weder gegen den BvB, noch gegen den HSV, mit dem wir ohnehin noch ein paar Rechnungen offen haben. Die Auswärtspartie in Nürnberg wird unangenehm - als haushoher Favorit kann man in einem solchen Derby eigentlich nur verlieren. Die Klasse des FCB hat in den letzten Monaten für solche Herausforderungen immer gereicht. Am Ende des Monats Februar sollten wir in den Pokalwettbewerben weiter oder so gut wie weiter sein und die Tabelle der Liga anführen.
Dazu bedarf es aber der vollen Konzentration, dem Abstellen von Nachlässigkeiten - sei es im Defensivverhalten oder bei der Chancenverwertung. Die Mannschaft ist - trotz allen Lobes - noch steigerungs- und verbesserungsfähig.

Mein Tipp für das DFB-Pokalspiel: Bayern 3, Fürth 0


Die Ergebnisse seit 1960:

Oberliga Süd 60/61
So 27.11.60
SpVgg Fürth - FC Bayern München 1:1 (0:0)

Oberliga Süd 60/61
So 23.04.61
FC Bayern München - SpVgg Fürth 1:2 (1:2)

Oberliga Süd 61/62 So 20.08.61
SpVgg Fürth - FC Bayern München 1:2 (1:1)

Oberliga Süd 61/62
So 07.01.62
FC Bayern München - SpVgg Fürth 2:1 (0:0)

Oberliga Süd 62/63
So 09.12.62
SpVgg Fürth - FC Bayern München 0:1 (0:0)

Oberliga Süd 62/63
So 28.04.63
FC Bayern München - SpVgg Fürth 1:0 (1:0)

Regionalliga Süd 63/64
So 22.09.63
SpVgg Fürth - FC Bayern München 1:1 (0:1)

Regionalliga Süd 63/64 So 16.02.64
FC Bayern München - SpVgg Fürth 2:1 (1:1)

Regionalliga Süd 64/65
So 16.08.64
SpVgg Fürth - FC Bayern München 2:1 (2:0)

Regionalliga Süd 64/65
So 17.01.65
FC Bayern München - SpVgg Fürth 5:1 (4:1)

DFB-Pokal 93/94 - 1. Runde
So 14.08.94
TSV Vestenbergsgreuth - FC Bayern München 1:0 (1:0)

DFB-Pokal 98/99 - 2. Runde
Mi 23.09.98 19:30
SpVgg Greuther Fürth - FC Bayern München 3:4 n.E.

Sonntag, 7. Februar 2010

Liga-Sieg Nummer 8

Für uns Bayern-Fans etwas ungewohnt, musste man nicht lange warten und sich nicht in Geduld üben, als nach gerade mal zwei Minuten Arjen Robben die Führung erzielte. Nach einem hervorragenden Chip Schweinsteigers über den Gegner, nahm Thomas Müller den Ball direkt aus der Luft und schoss den Ball in den Rückraum, punktgenau auf Robben, der flach ins lange Eck traf. Ein toll herausgespielter Treffer, der ahnen ließ dass die Bayern hier keinen Zweifel aufkommen lassen wollten, wer der Herr im Hause ist. Doch irgendwie ließ man zwischen der 5. und 20. Spielminute die Gastgeber mehr und mehr ins Spiel kommen und es begann die stärkste Spielphase der Wolfsburger. Diese war allerdings nach Tor Nummer Zwei für die Bayern durch van Buyten, der völlig frei den Ball einköpfen konnte, auch wieder beendet. Alles lief nach Plan und der zehnte Pflichtspielsieg und achte Liga-Sieg in Folge war nur noch eine Frage der Zeit. Zwar hatten die Wölfe immer mal wieder Möglichkeiten, die allesamt von einem gut aufgelegten Hans-Jörg Butt vereitelt wurden, aber so richtig besorgniserregend wie zu Beginn des Spiels war das nicht mehr. Butt hielt in seinem 350-sten Bundesliga-Spiel auch einen Elfmeter, der von Grafite allerdings schlecht platziert geschossen wurde.

Die Bayern spielten überlegen, wenngleich sie auch nicht reihenweise Chancen erarbeiteten wie noch gegen Mainz oder Bremen. Die zweite Hälfte begann dann ohne Olic, dafür war Franck Ribéry wieder im Team, der dann in Co-Produktion mit dem Wolfsburger Barzahgli in der 57. Spielminute das 3:0 erzielte. Die letzte halbe Stunde mag dann für den ein oder anderen Fan etwas ärgerlich gewesen sein - die Bayern nicht mehr sonderlich motiviert, aber immer Herr der Situation. Der Schlendrian sorgte dann in den letzten Spielminuten für den Ehrentreffer der Wolfsburger.

Man darf zufrieden sein mit den Spiel der Bayern, die schließlich auch nicht jede Woche ein Feuerwerk an Tormöglichkeiten abbrennen können. Bester Mann auf dem Platz war in meinen Augen Thomas Müller - unfassbar, was der Kerl auf Lager hat. Alles in allem fiel keiner sonderlich negativ auf, die Mannschaftsleistung war geschlossen gut. Herausragend sicherlich wieder Schweinsteiger und natürlich auch Robben. Daniel van Buyten hatte hier und da etwas Schwierigkeiten mit der Ballannahme - und die Defensive scheint mir gelegentlich etwas zu unbesorgt. Revanche geglückt, drei Punkte, achter Sieg in Folge in der Liga.

Freitag, 5. Februar 2010

Bierhoff und die verpatzte WM

Es ist die 73-ste Minute im Londoner Wembley-Stadion. Oliver Bierhoff gelingt es vier Minuten nach seiner Einwechslung einen Kopfball gegen den Endspielgegner Tschechien zu versenken, es steht 1:1. Die Tschechen waren durch einen Elfmeter in Führung gegangen. Der Mann, der über Umwege und erst wenige Wochen vor Beginn des EM-Turniers 1996 zur Nationalmannschaft stößt, macht sich in der 95. Minute endgültig zur Legende: er schießt das Golden Goal. Ein abgefälschter Schuss aus der Drehung geht über die Torlinie. Das Spiel ist mit Erzielen dieses Tores beendet - Deutschland wird Europameister. Es ist das einzige "Golden Goal", das es je in einem Länderturnier gab, da diese Novität danach wieder abgeschafft wurde.

Seine Laufbahn führte Bierhoff von Uerdingen über Hamburg und Borussia Mönchengladbach nach Österreich. Seine Leistungen bei den bisherigen Stationen waren eher durchwachsen. Bei Austria Salzburg gelingen ihm 23 Saisontreffer, so dass ihn nach der erfolgreichen Saison Internazionale Mailand kaufte. Für vier Jahre wurde Bierhoff dann allerdings in die Serie B, die zweite italienische Liga, zu Ascoli Calcio verliehen. Nach einem weiteren Wechsel zu Udinese Calcio wurde er Torschützenkönig in der Serie A und wechselte 1998 zum AC Mailand, mit dem er italienischer Meister wurde - in dem Jahr wurde er in Deutschland zum Fußballer des Jahres gewählt.
Mit Dienstantritt Klinsmanns als DFB-Cheftrainer im Jahre 2004 wurde Bierhoff Manager der Nationalmannschaft - eine Stelle, die es zuvor nicht gab und die eigens für Bierhoff geschaffen wurde.

So lange alles läuft bei der Fußball-Nationalmannschaft, braucht man sich eigentlich keine Gedanken über die Manager-Position und die Aufgaben Oliver Bierhoffs machen. Nach dem Motto "never change a winning team" blieb Bierhoff auch unter dem Klinsmann-Nachfolger Löw in dieser Verantwortung. Im Grunde stehen der Bundestrainer im Fokus und natürlich die Leistungen der Mannschaft. Bierhoff ist aber kein Mann der zweiten Reihe, niemand der sich im Hintergrund aufhält. Es ist Oliver Bierhoff, der bei vielen Gelegenheiten Statements zum Spiel des Nationalteams abgibt - so eine Art "Mini-Uli Hoeneß". Bierhoffs Positionierung ist eindeutig, er will Einfluss, Macht und neben Löw im Fokus stehen. Er ist kein Leisetreter. Und so ist der Machtkampf um die Einflussnahme auf die U21-Mannschaft mit Matthias Sammer eine Zwangsläufigkeit - Sammer ist charismatisch und keiner, der sich wegschubsen lässt. Dass Sammer und Bierhoff keine Freunde mehr werden, liegt auf der Hand - und der Bedrohung, Sammer könne eines Tages Nachfolger von Jogi Löw werden, wollte Bierhoff vorbeugen.

Ein Veto-Recht in der Frage des Nationalmannschaftscoachs wollte er eingeräumt bekommen - ein Novum beim DFB, das man auch als Palast-Revolution werten kann. Denn ein solches Veto-Recht würde die, in der Verfassung des Verbandes festgelegte, Rolle des DFB-Präsidenten untergraben - ja, ihn und den gesamten Verband in Sachen Nationalmannschaft sogar entmachten. So etwas zu fordern, grenzt an Größenwahn.
Dieser Größenwahn kommt nicht von ungefähr - denn bislang gestand der Verbandschef seiner Troika, bestehend aus Löw, Bierhoff und Köpke, allerhand zu. Löw funktioniert, die Mannschaft ist erfolgreich und der Wert der Nationalmannschaft in Sachen Marketing und Werbung lässt beim DFB ordentlich die Kassen klingeln - nicht zuletzt ein Verdienst von Bierhoff.

Dieser Geduld mit den Angestellten Löw und Bierhoff fallen auch schon einmal verdiente Nationalspieler zum Opfer - zeitweise Michael Ballack oder zuletzt Thorsten Frings, der - trotz aufsteigender Tendenz und fehlender Alternativen - von Löw kurzerhand aussortiert wurde. Nach dem verlorenen Finale bei der EM in Österreich legte sich der Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack vor aller Augen mit Bierhoff an, der die Mannschaft aufforderte sich vor die Fankurve zu stellen. Bierhoffs Einwirken nervte den Kapitän - aber das wird nur der berühmte Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte. Danach hatte Ballack auch bei Trainer Löw nicht mehr die besten Karten.
Auch Fußball-Ikone Rudi Völler zeigte sich schon genervt von Bierhoffs Art: "Der muss mal zum Arzt gehen. Das permanente Sich-selbst-auf-die-Schulter-Klopfen muss doch Schädigungen zufolge haben“, so Völler.

Die Vermarktung der Nationalmannschaft und auch die Selbstvermarktung liegt einem wie Oliver Bierhoff, einem Mann der aussieht, als würde er schon am frühen Morgen Vorträge über cash-flows und Image-Kampagnen halten. Aalglatt, immer akkurat frisiert - und irgendwie kein echter Kerl. Unvergessen seine Werbespots für Shampoo, die ihm bis zum heutigen Tage noch Spott einbringen. Doch Bierhoff geht auch immer mal wieder einen Schritt zu weit, so zum Beispiel als er eine Offerte des Adidas-Konkurrenten NIKE persönlich in der DFB-Zentrale ablieferte. Oliver Bierhoff war Repräsentant der US-Firma, die den langjährigen Vertragspartner Adidas als Ausrüster des DFB verdrängen wollte.

Seine jetzige Forderung im Zuge der Vertragsverhandlungen mit dem DFB ist sein bisher weitester Vorstoß, und bringt den Verband und Verbandspräsident Theo Zwanziger in eine schwierige Lage. Per Handschlag hatte die Verlängerung des Vertrages schon zugesagt, nun kommen Bierhoff und Löw im Nachhinein mit einer unannehmbaren Forderung. Will Zwanziger sein Wort nicht brechen, dann müssen Löw und Bierhoff nach der WM ihre Forderung aufgeben. Aber auch dann sind der Gesichtsverlust für Zwanziger und ein Imageverlust des DFB nicht mehr aufzuhalten. Die Beziehung zwischen Verband und den beiden Protagonisten dürfte dauerhaft belastet bleiben. Einzig der sportliche Aspekt kann den Präsidenten des DFB hier noch elegant aus dieser Zwickmühle kommen lassen. Dann nämlich, wenn die Nationalmannschaft in Südafrika enttäuscht.

Oliver Bierhoff und Joachim Löw haben ihre Position überschätzt. Sie haben sich zu weit aus dem Fenster gelehnt. Das hat dem deutschen Fußball jetzt schon geschadet. Da stellt sich die Frage, ob man beim DFB mit zwei Persönlichkeiten ernsthaft noch ein Turnier spielen (oder verpatzen?) will, die für Einfluss und Macht das ganze Konstrukt erschüttern würden.
Löw ist längst nicht mehr unumstritten im Umgang mit der Mannschaft und in Hinblick auf sportliche Entscheidungen - Bierhoff ist ungeliebt und sorgt mit seinen Positionskämpfen für gewaltige Unruhe. Braucht es das vor einer WM? Die nächste ist erst wieder in vier Jahren. Vielleicht sollte man sich in der Frankfurter Verbandszentrale rechtzeitig nach Ersatz umsehen. Kandidaten gäbe es ja. Leute wie Sammer und Hrubesch beispielsweise.



Zitat der Woche (KW. 5)

1860 ist uns von der Stadt aufs Auge gedrückt worden, das war nicht unser Wunschpartner“. [...] „Ich war der Meinung, wenn jemand im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte einen Vertrag unterschreibt, dass er sich daran erinnert.“ [...] „Die haben uns auf Knien gebeten: Nehmt unsere Anteile! Und es gab Leute, die haben gesagt: Lass die doch absaufen! Wir haben sie nicht absaufen lassen – und jetzt werden wir verarscht.“

(Uli Hoeneß in einer Diskussionsrunde in Nürnberg zu den Mietnomaden aus Giesing)

Erstaunliche Reaktionen

Spiegel Online und die Online-Ausgabe der Süddeutsche Zeitung kritisieren den DFB - in persona Verbandschef Theo Zwanziger - in aller Schärfe, im Hinblick auf das überraschende Scheitern der Vertragsunterschrift Löw/Bierhoff und Co. gestern in der DFB-Zentrale. Erstaunlich, wie ich finde.

Die nachgeschobene Forderung Bierhoffs, ein Veto-Recht bei der Entscheidung über die Trainer-Frage eingeräumt zu bekommen, käme einer Entmachtung des DFB-Präsidenten gleich. Eine solche Forderung ist unannehmbar! Der Hintergrund liegt auf der Hand, Bierhoff fürchtet einen Löw-Nachfolger, der Sammer heißen könnte. Die einzig denkbare und richtige Reaktion auf eine solche Forderung, ließ Zwanziger gestern verlauten.

Um das Geld geht's hier vermutlich weniger - das Geschäft des DFB floriert. Es geht um Macht. Der Verlierer dieser gescheiterten Unterschriftsaktion ist m. E. nicht in erster Linie der DFB, sondern Bierhoff (Löw* hält sich schwäbisch-gewitzt im Hintergrund). Oliver Bierhoff hat sich und seinen Status - wie den des Trainers Löw - überschätzt. Die beiden Herren sind langfristig austauschbar.
Für den DFB ist die Vertragsverlängerung nun bis nach der WM vertagt - das kann man durchaus auch Leistungsprinzip nennen.


* der Sportmedienblog beschäftigt sich mit Jogi Löw - sehr lesenswert!



Donnerstag, 4. Februar 2010

Bayern-Splitter im Februar

* Holger Badstuber und Thomas Müller haben neue Verträge erhalten. Beide Spieler bleiben nun mindestens bis 2014 zu deutlich besseren Konditionen.

* Der Fußball-Pflegefall "Turnverein Giesing" verklagt den Verein, der die 60-er vor nicht allzu langer Zeit noch vor der Insolvenz gerettet hat.

* Edson Braafheid wurde Anfang der Woche an Celtic ausgeliehen.

* Mehmet Ekici erhält Profivertrag bis 2011.

* Die Entscheidung ob Franck Ribéry bleibt oder geht, fällt im März 2010.

* eine Absage aufgrund vereisten Rasens droht der Partie
Dynamo Dresden vs Bayern München II am Samstag, 14 Uhr.

Dienstag, 2. Februar 2010

Für alle Idioten,

die immer noch meinen, unterschiedliche Trikots rechtfertigen Gewalt:

schaut Euch die Fotos unter der Rubrik L'agression an.

Mit der Flügelzange Wolfsburg knacken

Wenn man so zurückblättert, im August 2009 landet und sich meine - von Unsicherheit durchflochtenen - Sätze durchliest, wird klar wie viel sich innerhalb eines halben Jahres verändert hat beim FC Bayern.
In jenem August kam ein Mann namens Arjen Robben Mitte der zweiten Hälfte auf den Platz und legte los wie die Feuerwehr, schoss zwei Tore und die neue Flügelzange des FCB, "Robbery", war geboren - eine wahre Wohltat nach dem Stotterstart der Bayern.

Mit breiter Brust kann der Rekordmeister nun am Samstag beim amtierenden Deutschen Meister einlaufen - getränkt von Erfolg der derzeitigen Siegesserie und einem Fußballstil, der Ehrfurcht verbreitet - ähnlich wie er damals im August in Halbzeit zwei praktiziert wurde. Niemand wäre überrascht, würden wir die gleichen Sturmläufe sehen wie in der Hinrundenpartie.

Wolfsburg, mit Übergangscoach Lorenz-Günther Köstner, kämpft sich derzeit zurück in die Saison - mit einer anachronistischem Idee von Fußball: Laufen, Kämpfen, Dazwischen Werfen. Vorbei - zumindest vorübergehend - das Wolfsburger Hacke-Spitze-eins-zwei-drei - über den Kampf will Köstner nun zurück ins Spiel. Wenn man so will, ist Köstners Devise gegen Hamburg bereits aufgegangen. Bis dahin hatte der VfL Wolfsburg die zweitschlechteste Abwehr der Liga. In Hamburg war man bis kurz vor Schluss auf der Siegerstraße und nahm immerhin einen Punkt mit.

Man darf also gespannt sein, wenn das van Gaal'sche Positionsspiel auf defensiv ausgerichtete Wolfsburger trifft. Es wird wohl wieder ein Geduldsspiel.
Franck Ribéry - das durfte man beim gestrigen Auftritt van Gaals bei Blickpunkt Sport entnehmen - wird auch in der Autostadt nicht über die ganze Distanz auf dem Platz stehen. Eine Halbzeit wird es aber sicher sein, so wie im Hinspiel. Vergleichen kann man die Herausforderung des FCB sicher mit dem Spiel bei Werder Bremen. Auf dem Papier ein starker Gegner, der aber zur Zeit in einer Schwächephase steckt. Wenn wir diesmal mit mehr Effizienz zu Werke gehen, dürften in jedem Fall drei Punkte dabei herauskommen.

Mein Tipp: Wolfsburg 0, Bayern 2


Montag, 1. Februar 2010

Termine Februar 2010

6. Februar 2010 Bundesliga
VfL Wolfsburg vs FCB
15.30 Uhr

10. Februar 2010 - DFB-Pokal Viertelfinale
FCB vs SpVgg Greuther Fürth
19.00 Uhr

13. Februar 2010 - Bundesliga
FCB vs Borussia Dortmund
18.30 Uhr

17.Februar 2010 - Champions League Achtelfinale
FCB vs AC Florenz
20.45 Uhr

20. Februar 2010 - Bundesliga
1. FC Nürnberg vs FCB
15.30 Uhr

28. Februar 2010 - Bundesliga
FCB vs Hamburger SV
17.30 Uhr