Follow by Email

Samstag, 30. Januar 2010

Die totale Dominanz


3:0 drückt nicht in Zahlen aus, was der FCB da eben abgebrannt hat: ein Feuerwerk an guten Möglichkeiten! Unfassbar.
Robben in Weltklasseform, aber es ist van Buyten der in der 58. Minute das erlösende 1:0 köpft. Danach wurden die zwei Vierer-Abwehrreihen der Mainzer endgültig müde. Goméz erhöht auf 2:0 und Arjen Robben krönt seine Spitzenleistung mit einem wunderbaren Freistoßtreffer.

Zum 100-sten Mal war die Arena in München ausverkauft - und die, die kamen, sahen ein Spiel auf ein Tor - das der Mainzer Gäste. In Halbzeit Eins schon 19 zu 1 Torschüsse, in Halbzeit Zwei dann über 30 Torschüsse der Bayern gegen vier der Gäste.
Torchancen im Minutentakt, bis dann Müller im Strafraum gelegt wurde und Torhüter Butt den Elfer lässig vergab. Die Dominanz der Bayern ging munter weiter. Auch in der zweiten Hälfte hatte man nie den Eindruck, Mainz könnte sich langsam ins Spiel kämpfen. Bayerns Angriffswellen gingen weiter. Dann endlich - nach einer Vielzahl von Großchancen - das Tor durch van Buyten. In Minute 58. kam dann Ribéry, dem man seine mangelnde Fitness noch deutlich anmerkte. 75. Minute: Riesenpass durch Lahm auf Goméz, der schießt ein zum 2:0. Vier Minuten vor dem Ende dann der Freistoßtreffer für Robben zum 3:0.

Bayern hat wieder vorgelegt - Konkurrent Leverkusen muss nun am Sonntagabend gegen Freiburg nachlegen. Der Druck des Rekordmeisters wird aufrecht erhalten.

Beste Spieler: Robben, Lahm, Müller, Goméz und Schweinsteiger natürlich

Bayern-Trikots 2010/2011

Quelle: Bild Online

Die Bild-Zeitung veröffentlicht heute die neuen Bayern-Trikots für die Saison 2010/2011. Links das Heimtrikot im 70-er-Stil, mittig: hellgraue Querstreifen für das Auswärtstrikot und rechts, fast schwarz, das CL-Trikot.
Das Heimtrikot finde ich großartig!

- update -



Donnerstag, 28. Januar 2010

Kurz und schmerzlos

Machen wir's kurz und schmerzlos: Bayern hat gegen Mainz etwas gut zu machen. Ribéry wird spielen, wenn auch sicher nicht über die volle Distanz.

Mein Tipp: Bayern 3, Mainz 0

Mittwoch, 27. Januar 2010

Zitat der Woche (KW 4)

Arjen Robben (im Interview)

... über den FC Bayern:

Bayern ist ein familiärer, fan-naher Klub. Ich habe jetzt fünf Jahre ohne Fans, ohne Presse trainiert - die Einheiten waren immer geschlossen. Hier ist es oft öffentlich. Dazu kommt: Die Leute, die hier arbeiten, sind alles Klub-Legenden, machen ihre Jobs schon sehr lange. Es ist sehr persönlich hier, gemütlich.


... über die Bundesliga:

Das ist eine schöne Mischung. Hier lebt der Fußball. Die Stadien sind immer voll, die Atmosphäre ist toll. Einige Mannschaften können Meister werden oder sich für Europa qualifizieren - in England und Spanien sind es immer dieselben vier, fünf Teams.

Dienstag, 26. Januar 2010

Warum Ribéry bleiben muss

Vor zwei Wochen schrieb ich hier, dass Franck Ribéry den FCB verlässt und warum es für die Bayern streng genommen unmöglich ist, ihn in München zu halten. Doch für beide, Spieler wie Klub, gibt es einen guten Grund die Allianz fortzusetzen.

Welcher Spieler fällt einem bei Real Madrid ein? In erster Linie Cristiano Ronaldo. Bei Manchester United? Wayne Rooney. Barca? Lionel Messi. Chelsea? Zur Zeit wohl Didier Drogba. Und bei Bayern? Natürlich, Franck Ribéry.
Selbstverständlich hat Bayern auch einen Robben, Manchester einen Ryan Giggs oder Barca einen großartigen Iniesta. Neben Ronaldo spielt bei Real auch Kaká - und bei Chelsea gibt es Ballack, Kalou oder Lampard. Aber es ist doch immer eine Spielerpersönlichkeit, die das Gesicht des Vereins nach außen hin darstellt.

Wenn man nur einen Spieler mit dem Verein in Verbindung bringen darf, dann steht derzeit Ribéry überall auf der Welt für den Klub Bayern München.
Wechselt der Franzose zu Real, gehört er nicht mehr zu den Erstgenannten - für die Königlichen aus Madrid bleibt Cristiano Ronaldo das Aushängeschild. Mit anderen Worten: Franck Ribéry verlöre seinen Status und müsste in die zweite Reihe zurücktreten. Die "Marke Ribéry" verliert an Wert.

Aber auch für den FC Bayern wäre der Abgang des Nordfranzosen im wahrsten Sinne ein Gesichtsverlust. Der "Marke Bayern München" fehlt dann die Galionsfigur, fehlt das Gesicht. Global betrachtet kann ein Lahm, ein Schweinsteiger und selbst Robben mit den Identifikationsfiguren anderer großer Klubs kaum mithalten. Ribéry kann es.

Football Overdose

Was für eine Dominanz! - und dennoch bin ich weit davon entfernt jetzt schon die Welt in rot-weißen Farben zu malen. Der Kampf um den Meistertitel wird ein harter Gang, noch gibt sich Leverkusen - der derzeit einzig ernstzunehmende Konkurrent - keine Blöße. Nicht zu vergessen, dass Bayern noch ein bißchen Champions League und DFB-Pokal-Belastung nebenher haben wird. Die Tatsache, dass wir mit nahezu zehn hundertprozentigen Torchancen nur drei Tore erzielen konnten und Bremen, hoffnungslos unterlegen, immerhin noch zwei, darf nachdenklich machen. Doch die Freude über Power-Fußball erster Güte (weitestgehend ohne Ribéry) darf ebenso reichlich ausgekostet werden. Dummerweise habe ich die Bayern-Partie bislang nur in Ausschnitten sehen dürfen, denn ich war ganz schön unterwegs am Wochenende.

Nachdem die Winterpause endlich vorbei ist, hatte ich Nachholbedarf - den konnte ich dann am vergangenen Wochenende stillen. Jetzt habe ich 'ne Überdosis Fußball.

Das Programm: Am Freitag Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin in der Esprit-Arena ohne Esprit, anschließend Freiburg vs Stuttgart im TV. Dann am Samstag zunächst St. Pauli gegen Aachen am Fernseher, anschließend VfL gegen Schalke im Ruhrstadion. Danach ging es dann nach Dortmund (gegen den HSV) und am Sonntag folgte noch live auf DSF die FA Cup-Partie Stoke City vs Arsenal - zuzüglich diverser Zusammenfassungen des Bundesliga-Spieltages.

Düsseldorf hat kein Fußballstadion
Das erste Mal für mich in der Düsseldorfer Esprit-Arena und ich war entsetzt. Was ist das denn? Ich kam mir vor wie beim Hallenfußball. Der Weg in die Arena mutet eher nach Konzerthalle an, als dass man die vorfreudige Erwartung genießen könnte gleich ein Fußballstadion zu betreten. Da hatte ja das alte Rheinstadion mehr Flair. Man sieht gar kein Stadion, nur Fassaden die auch zur irgendeiner der Messehallen gehören könnten.
Das Gedränge am Einlass ist überflüssig und nervtötend, ganz mies organisiert. Bei Verlassen des Stadions ist es ähnlich, überall Hindernisse in Form eines Labyrinths von Absperrketten. Sinn und Zweck erschließt sich mir nicht.

Zum Spiel: Na ja, Düsseldorf ganz ordentlich druckvoll, wenn auch mit Hühnerhaufen-Taktik, Union Berlin vollkommen harmlos. Allerdings konnte ich die Partie nicht so richtig genießen, da neben mir zwei sagen wir mal "so-was-wie-Frauen" rumhüpften, die ansonsten regelmäßig vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof anzutreffen wären. Standardruf: "Am Arsch!". Oh Gott, nie wieder will ich neben solchen Leuten sitzen.

Bochum - ein Spiel dauert bis zum Abpfiff
Am Samstag ging es dann nach Bochum - und nach Schalkes 2:0-Führung hätte ich im Leben nicht mehr mit so etwas wie Spannung gerechnet. Die Gäste waren eindeutig überlegen, aber schlussendlich doch etwas fahrlässig. Tja, diesmal wurde das betraft, der Schalker Glücksvorrat war aufgebraucht. Was für eine geile Schlussphase mit dem niemals für möglich gehaltenen Ausgleich. Großartig! Ausgerechnet ein Ex-Bayer schießt die Magath-Truppe von Platz Zwei. "Herrlich"e Schlussviertelstunde!

Dortmund - Die drei Alfredos
Vor dem Spiel durften wir uns bereits ausgiebig über die Eintrittskarten amüsieren. "Nur drei Kollegen - bis die besten Fans der Welt sie 3 Alfredos tauften" stand da, dazu ein Foto von drei ziemlich hässlichen Gestalten in schwarz-weiß. Welche Drogen nehmen die da in Dortmund? Mir kommt es vor, als feierten die ihr Hundertjähriges jetzt die nächsten hundert Jahre lang. Egal. Die gute Stimmung, die wir aus Bochum mitgebracht hatten, verflog so nach und nach mit fortlaufender Dauer des Spiels. Dortmund na ja, nicht wirklich beeindruckend, aber Hamburg vermutlich in Gedanken nur bei van Nistelrooy, jedenfalls nicht wirklich auf dem Platz. Für unverschämte 38 Euro hatte ich mehr erwartet. Überall Menschen in Biene-Maja-Kostümen - nichts für die Augen.

Irgendwann des Nachts durfte ich dann noch Mark van Bommel in der Wiederholung des Sportstudio bewundern. Mein Gott, Wolf-Dieter Poschmann gehört auch langsam aufs Altenteil. Das war ja peinlich, was der Mann da absonderte. Gut, dass van Bommel mit Ruhe und Ironie "Poschi" regelmäßig ins Leere laufen ließ. Der sympathische Niederländer machte wie immer eine prima Figur.

Am Ende dieses Fußball-Wochenendes gelang es Bayern II im Münchner Derby gegen Haching zu siegen (1:0, Ekici). Bayern-Herz, was willst Du mehr?!

Donnerstag, 21. Januar 2010

Fußballer des Jahres - Ivica Olić

Herzlichen Glückwunsch an unseren Wirbelwind: Ivica Olić wurde zu Kroatiens Fußballer des Jahres gewählt.

Weiter, immer weiter

Werder Bremen befindet sich zwar auf Platz Sechs der Tabelle, ist aber wohl doch eher im Mittelfeld als im oberen Drittel anzusiedeln - zumindest nach erspielten Punkten. Hätte ich nicht gedacht, waren die Bremer doch einer der (zwei) Meisterschaftsfavoriten für mich.

Auch nach dem beschwerlichen Start der Grün-Weißen hatte man zwischenzeitlich wieder das Gefühl, sie schleichen sich langsam und unaufhaltsam in Richtung Tabellenspitze. Doch zum Ende der Hinrunde und auch am ersten Rückrundenspieltag stottert der Bremer Motor wieder gewaltig. Der letzte Bremer Sieg wurde mit dem 6:0 in Freiburg erzielt, danach folgten zwei Unentschieden und drei Niederlagen in der Liga. Die Heimbilanz der Bremer ist durchwachsen. Zumindest personell kann Werder am Samstag aus dem Vollen schöpfen.

Doch im Endeffekt ist das alles Makulatur, denn am Samstag geht's gegen die Bayern - und da ist ja immer alles anders. Gewinnt Werder, sind sie wieder angekommen im oberen Drittel mit Zugriff auf die Spitzenteams, auch wenn der Tabellenplatz vielleicht der gleiche bleibt. Verlieren die Bayern, könnten Leverkusen und Schalke sich wieder etwas absetzen, Hamburg könnte überholen oder Dortmund Punktgleichheit herstellen (gut in dem Fall, dass diese Beiden gegeneinander spielen).
Für Bayern ist ein Dreier also Pflicht, will man den Druck auf Leverkusen aufrecht erhalten - immerhin muss Bayer in Hoffenheim ran. Schalke wird im Ruhrgebietsduell bei Bochum sicher nichts anbrennen lassen, wenngleich der Schalker Glücksmodus früher oder später mal in standby-Betrieb gehen muss. Aber über Schalke mache ich mir ohnehin keine Gedanken im Hinblick auf den Titel.

Bei uns ist Franck Ribéry wieder mit dabei und vermutlich mächtig heiss nach seiner langen Pause. Arjen Robben in der Form vom Hoffenheim-Spiel - und nach vorn dürfte ordentlich die Post abgehen. Einzig die Defensive schien mir letzte Woche noch nicht wieder auf altem Niveau.

Steigert sich Bremen nicht gewaltig - vor allem offensiv - sieht's gut für uns aus. Andernfalls wird es ein heißer Tanz am Samstag. Ich bin hoffnungsvoll.

Mein Tipp: Bremen 1, Bayern 4

Rhein-Ruhr-Schiene

Auf dem Programm: Drei Fußballspiele in zwei Tagen.

Am Freitag geht's in der LTU-Arena los mit Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin (18:oo Uhr).

Für Samstag haben wir Karten für das Spiel Bochum gegen Schalke (15.30 Uhr) und anschließend fahren wir nach Dortmund - Gast ist hier ab 18.30 Uhr der Hamburger SV.
Der Wermuthstropfen: Von den Bayern (in Bremen) werde ich leider nichts sehen.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Betrachtungsweise

Nach Medienberichten hat der DFB gegen 81 Bayern-Anhänger, die zur Gruppierung "Schickeria" gehören sollen, bundesweite Stadionverbote erteilt.

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht heute zu diesem Artikel das Foto zweier Bayern-"Kutten" (na ja, unpassend würde ich sagen).


Die Müncher Abendzeitung bemüht sich gar nicht erst Bayern-Fans auf einem Foto zu zeigen, sondern nimmt lieber HSV-Anhänger dafür.


Na hoffentlich hat sich der Deutsche Fußball-Bund bei dieser Bestrafungsaktion einer differenzierteren Betrachtungsweise bedient.

Samstag, 16. Januar 2010

Das fängt ja gut an

Mit einem 2:0-Sieg startet der FC Bayern in die Rückrunde und ist zumindest vorübergehend Tabellenführer nach einer gefühlten Ewigkeit. Wichtig ist aber nicht Platz Eins (das wird er erst am 34. Spieltag), sondern die Tatsache dass man Druck für die Konkurrenz aufbaut. Leverkusen und Schalke müssen jetzt nachlegen. Zudem ist der Rückrundenstart mit einem Sieg gut für's Selbstbewusstsein und verhindert vorerst die üblichen Unkenrufe.

In Halbzeit Eins war sicher noch nicht alles Gold was glänzt. Zu viele Fehlpässe/Querpässe im Mittelfeld, unnötige Ballverluste und ein paar Unsicherheiten im Defensivverhalten. Die Gäste vom Land legten los wie die Feuerwehr und kamen durch solche Nachlässigkeiten gut ins Spiel. Richtig gefährlich wurde Hoffenheim allerdings nur ein Mal.

Mit zunehmender Spieldauer löste sich der Sand im Getriebe der Bayern und nach Schweinsteigers Flanke schießt Demichelis völlig ungedeckt flach den FCB in Führung. Saisontor Nummer Eins für den Argentinier.
In der zweiten Hälfte spielten dann die Bayern mit der Führung im Rücken viel selbstbewusster auf - Hoffenheim hatte sein Pulver da schon verschossen. Ab der 60-sten Minute folgten dann hochkarätige Torchancen, die allesamt ungenutzt blieben. Ein kritischer Moment, denn ein blöder Ball hätte das Spiel wieder offen gestaltet. Bis zur 86. Minute hielt mein Tipp (1:0), bis Miro Klose endlich das erlösende 2:0 einschoss. Tor Nummer Eins der Saison auch für Klose.

Beste Spieler: Robben, Badstuber, Müller
mit guter Leistung: Goméz, Klose, Butt, Demichelis, van Bommel, Schweinsteiger, Lahm
zufriedenstellend: van Buyten, Olic
ohne Bewertung: Pranjic, Tymoshtchuk


Freitag, 15. Januar 2010

Heinrich von Pierer - neues Mitglied im Verwaltungsbeirat

Das lässt aufhorchen, denn immerhin handelt es sich bei Heinrich von Pierer nicht nur um den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsratchef der Siemens SE, von Pierer steht im auch Zusammenhang der Korruptionsaffäre bei Siemens massiv in der Kritik.

Uli Hoeneß und von Pierer stehen in einem Vertrauensverhältnis - und so begrüßt Hoeneß diese Personalie ausdrücklich. Doch es wird auch kritische Stimmen geben.
Wenn man über Heinrich von Pierer den Stab brechen will, muss man die Siemens-Affäre und die Vorwürfe an ihn genauer unter die Lupe nehmen - alles andere wären populistische Stammtischparolen.

Dass Siemens mithilfe von Schmiergeldern an Aufträge im Ausland gekommen ist, mag nicht korrekt sein, dürfte aber eine international gängige Methode sein. Im Ausland kräht kein Hahn nach solchem Geschäftsgebaren. In Deutschland war Justitia in dieser Hinsicht viele Jahre lang blind, bis solche Geschäftsmethoden dann doch unter Strafe gestellt wurden. Dass ein deutsches Vorzeige-Unternehmen wie Siemens sich dieser Vorgehensweise bedient hat, sorgte hierzulande für einen medialen Urknall. Der Imageschaden war für den Konzern immens.

Heinrich von Pierer machte den Fehler vom Vorstandsvorsitz direkt zum Aufsichtsratchef zu wechseln - untypisch und wider dem Corporate Governance-Kodex. Im Zuge der Korruptionsaffäre wurde ein Interessenskonflikt daraus. Strafrechtlich hat sich von Pierer nichts zu schulden kommen lassen, seine Mitverantwortung hat er eingestanden und hat auf Druck seines ehemaligen Konzerns einer Schadensersatzzahlung von 5 Millionen Euro zugestimmt.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Respekt ja, billige Symbolik nein

Der FC Bayern, in persona Karlheinz Rummenigge, will nun auch gegnerische Fahnenschwenker in der Arena beim Einlaufen der Mannschaften auf dem Platz zulassen.
Von wegen "Killer-Kalle" - der Mann hat ein riesengroßes Herz, wie wir ja schon auf der Jahreshauptversammlung erleben durften. Seine Ode an den Kaiser ("Piep-piep-piep-wir-haben-dich-alle-lieb") rührte in seiner unfassbaren Naivität die Herzen der ganzen Republik. Und nun legt er nach und lädt die Fans der Gegner ein, ihre Vereinsfarben und -wappen auch im Innenraum des Stadions zu schwenken.

Dabei ist diese inszenierte Fahnenwedelei in Reih und Glied seit den Zeiten des Nürnberger Klassizismus keine wirklich stimmungspotenzierende Maßnahme mehr - allenfalls überflüssiger Nonsens am Rande, so wie Cheerleader, alberne Gewinnspiele, hysterische Vereinsmaskottchen, auf DSDS-Niveau musizierende Bands oder Kurz-Interviews niedlicher Kinder in Fan-Outfits. Diese verordnete "Erlebnis"-Strategie nervt. Fußball und Stadion ist Erlebnis genug - wem das nicht reicht, der kann ja Stefan-Raab-Events besuchen.
Doch es geht um mehr, es geht um Respekt und Gastfreundschaft, formuliert es die Website des FCB. Was Respekt mit des Gegners Fahnen zu tun haben soll? Ich weiß es nicht so recht. Gastfreundlich ist die Allianz Arena ohnehin - lässt doch der Bayern-Anhang in der Regel dem gegnerischen auch in Sachen Lautstärke den Vortritt. Der Rest ist billige Symbolik. Respekt - Herr Rummenigge - drückt sich anders aus.

Doch halt! Auch daran hat der Kalle gedacht und sich eine schöne Geste aus dem Eishockey abgeschaut: Den Handschlag nach dem Spiel! Ich gebe zu, das hat mir immer schon gefallen. Erst ordentlich auf die Knochen und dann shake hands, war doch nur Spass! DAS ist eine Geste des Respekts. Also lasst das bitte mit den Fahnen sein - wir sind nicht beim American Football.

Real, Barca, Chelsea, Hoffenheim

Die Chefetage von Bundesligist 1899 Hoffenheim sieht den Klub nach nur eineinhalb Jahren Erstliga-Zugehörigkeit und trotz der durchwachsenen Hinrunde bereits als Top-Adresse im internationalen Fußball. "1899 Hoffenheim ist im internationalen Fußball zu einer Marke geworden. Die Entwicklung der vergangenen drei Jahre, der Stadionneubau, das neue Trainingszentrum - das alles spricht sich bei Spielern, Beratern und Klubs herum", sagte Manager Jan Schindelmeiser dem Mannheimer Morgen vor dem Start in die Rückrunde am Freitag bei Rekordmeister Bayern München (20.30 Uhr/live in der ARD, bei Sky und Liga total).

[Quelle: Handelsblatt, 13.01.2010]
Diese Selbsteinschätzung muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Top-Adresse im internationalen Fußball, Hoffenheim... der derzeit Tabellensiebte der Liga. Ja nee, is klar, Herr Schindelmeister. Im Ausland kennt Hoffenheim doch keine Sau.
Bei so viel schwindelerregender Traumtänzerei und Realitätsferne kann man sich wirklich auf die nächsten Jahre mit der TSG Hoffenheim freuen - so sind schon ganz andere gegen die Wand gelaufen.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Warum Ribéry gehen muss

Machen wir uns nichts vor, Franck Ribéry wird den FC Bayern in nicht allzu ferner Zeit verlassen. Wer bei seinen Interviews und Stellungnahmen zwischen den Zeilen liest oder hört, der ahnt dass die Entscheidung bei Monsieur Ribéry schon lange gefallen ist.

Der Franz Beckenbauer Frankreichs, Zidane, ist das Hauptargument für einen Wechsel zu Real Madrid. Wenn Ribéry die Champions League gewinnen will, ist Real nun wirklich nicht die erste Anlaufstelle (letzter Titel, letzte Finalteilnahme: 2002). Da gäbe es weit aussichtsreichere Kandidaten. Aber Real hat weit mehr Glamour als der FC Bayern, Chelsea oder Manchester. Real hat Top-Weltstars in den eigenen Reihen und Zinédine Zidane als Berater. Wie Ribéry stammt Zidane aus ärmlichen Verhältnissen, wie Ribéry ist Zidane Moslem - beide verbindet eine ähnliche Vitae. Zidane ist für französische Fußballspieler ein Fußballgott, so auch für Franck Ribéry - beide sind befreundet.
Einzig der Champions League-Gewinn könnte den Bayern noch ein Argument für ein Verbleib des Franzosen liefern - doch selbst wenn dies gelingen würde, wird bis dahin die Entscheidung über Ribérys Zukunft lange gefallen sein. So oder so, Bayern ist im Poker um Ribéry chancenlos - und an der Säbener Straße weiß man das auch.

Jetzt geht es um das liebe Geld - spekuliert wird über 50 bis zu 60 Millionen Euro Transfersumme. Will man dieses Geld einstreichen, muss Ribéry im Sommer den Verein wechseln. Mit im Bieterstreit scheint bislang nur Chelsea London von der Partie zu sein. Für Bayern ist das gut, treibt es doch den Preis weiter nach oben.
Wer die Lücke Ribéry in der neuen Saison stopfen soll, ist die viel interessantere Frage. Hier scheint sich ein Name förmlich aufzudrängen: Mesut Özil, der neue Stern am deutschen Fußballhimmel. Ähnlich wie Bayern Ribéry an Madrid verlieren wird, können die Bremer einen wie Özil auf Dauer nicht an der Weser halten. Ins van Gaal'sche Konzept passt einer wie Özil in jedem Fall. Er ist noch kein hochgelobter Superstar und steht noch am Anfang seiner Karriere.

Im Laufe der Rückrunde stellen sich die Weichen für den neuen FC Bayern 2010/2011 - ein FC Bayern ohne Franck Ribéry, so viel ist wohl sicher.

Los geht's am Freitag

1899 Hoffenheim heißt der erste Gegner der Rückrunde - am Freitag um 20:30 Uhr (live in der ARD) startet der FCB mit einem Heimspiel. Neuzugänge in der Winterpause gab es bei beiden Klubs keine, sieht man mal von Prince Tagoe (Hoffenheim) ab, der nach angeblichem Herzfehler zunächst aussortiert wurde, nun aber doch in den Kader rutschen soll.

Die Hoffenheimer liehen Ersatztorwart Ramazan Özcan an Besiktas Istanbul aus. Die Bayern verleihen Breno und Ottl an Nürnberg, Toni zum AS Rom. Alexander Baumjohann wurde an Schalke verkauft. In den Profikader der Bayern rutschten David Alaba, Mehmet Ekici und Diego Contento.

Franck Ribéry wird am Freitagabend noch nicht wieder das Geläuf betreten (Trainingsrückstand) und erst wieder gegen den SV Werder Bremen auflaufen. Arjen Robben hingegen wird voraussichtlich gegen Hoffenheim im Kader stehen.
Das einzige Vorbereitungsspiel der Bayern beim FC Basel wurde gestern Abend mit 3:1 gewonnen, allerdings war noch etwas Sand im Getriebe - vor allem in der Defensive. Hoffenheims letztes Testspiel vor dem Kracher gegen die Bayern verlief torlos gegen den Turnverein aus Giesing.

Mein Tipp: 1:0

Ein neues Fußball-Blog ist online

... und legt mit einem hochinteressanten Thema schon mal gut los (Subventionen an Hertha BSC).

Der Autor, eingefleischter VfL Bochum-Anhänger und ehemaliger Präse von Eintracht Schwerin, ist mir persönlich gut bekannt - eines ist gewiss: Wir dürfen uns auf spannende Beiträge freuen!

Dienstag, 12. Januar 2010

Pressemeldungen

Die Presse meldet, dass falls der AFC Sunderland Guy Demel vom HSV verpflichten würde, dieser - also der HSV - Christian "Ich lass' mein Handy aus" Lell als Ersatz unter Vertrag zu nehmen plant. Zugegeben, jede Menge Konjunktiv und vielleicht nur eines unter den vielen Winterpause-Gerüchten rund um mögliche Spielerwechsel. Nichtsdestotrotz ist das eine Option, die mir gut gefällt.
----
Der Glazer-Deal* frisst "Glory glory Man United" langsam aber sicher auf. 700 Mio. Euro Schulden - ins Minus rutschte der Klub lediglich aufgrund des Ronaldo-Verkaufs im letzten Jahr nicht. Nun will man mit neuen Schulden alte tilgen, um die als Sicherheit hinterlegten Aktiva des Klubs nicht zu gefährden. Die Emission einer Anleihe von über 500 Mio. britischen Pfund soll den Schuldenberg abtragen. Weitere lukrative Spielerverkäufe (z. B. Wayne Rooney) werden wohl unvermeidlich sein.

* Glazer und seine Familie hatten die Schulden aufgenommen, um Man United 2005 mit einer 790 Mio. $ schweren Transaktion zu übernehmen. Diese Last setzt dem Traditionsverein schwer zu: Im Geschäftsjahr, das am 30. Juni 2009 endete, fielen nach am Montag veröffentlichten Zahlen Zinszahlungen von 42 Mio. Pfund an. Die Mutter-Holding Red Football Joint Venture erzielte zwar einen Vorsteuergewinn von 42,8 Mio. Pfund. Ohne den Verkauf von Mittelfeldstar Cristiano Ronaldo für die Rekordsumme von 80 Mio. Pfund an den spanischen Club Real Madrid im vergangenen Sommer wäre aber ein Verlust von 32 Mio. Pfund aufgelaufen. [Financial Times Deutschland, v. 11.01.2010]

Freitag, 8. Januar 2010

Winterpausen-Telegramm

+++ Ciao Luca und Danke für Deine Ohrschrauber (davon gab es ja eine Menge) - Ein Sympath weniger im Team, aber unter den Umständen ist der Wechsel zum AS Rom sicher das Beste für alle Beteiligten +++ Breno und Ottl erhalten ihre Spielpraxis beim 1. FCN, Lell haben wir dafür immer noch am Hals +++ Bei Ribéry ist jede Zehe ein Medienereignis - und seine rechte (Berater-)Hand sowieso +++ Ansonsten verzichtet der FCB laut Nerlinger auf irgendwelche Deals innerhalb der Winterpause - zumindest bis jetzt - Na ja, so recht glaube ich noch nicht dran +++ Uli Hoeneß hatte Geburtstag - Herzlichen Glückwunsch! +++ Nächsten Dienstag kommt dann das Testspiel gegen den FC Basel (live auf DSF ab 19 Uhr), bis dahin Schwitzen in Dubai +++


Dienstag, 5. Januar 2010

Wo England noch Weltmeister ist

Die Winterpause - zugegeben, diesmal angenehm kurz - wurde mir vom Sport-, Titten- und Schwafelsender DSF angenehm versüßt: die Dart-WM sorgte für Kurzweil.
Die Protagonisten sehen nicht gerade wie Sportler aus, sondern eher wie die Herren, die abseits jeder Bewegung mit einem Bier in der Hand, gröhlend auf den Tribünen englischer Stadien sitzen und ein wenig beängstigend wirken. Dicke Bäuche, kräftige Arme und Tätowierungen - die meisten gelernte Schlosser, Maurer, Kfz-Mechaniker. Doch was diese Herren bieten, ist ganz großer Sport.

Wenn Dart-Größen wie Raymond van Barneveld oder Ronnie Baxter in den Londoner Alexandra Palace einmarschieren, gleichen die martialischen Ankündigungen der Kontrahenten denen von Boxkämpfen. Ein jeder Spieler hat seine Einmarsch-Melodie und seinen speziellen Spitznamen.
Im "Ally Pally" feiern die Dart-Fans in einer Mischung aus Sportbegeisterung und Karneval jedoch einen Spieler am lautesten: Phil "The Power" Taylor, eine Legende und 15-facher Weltmeister im Dart. "There's only one Phil Taylor - walking along, singing a song - walking in the Taylor-Wonderland" schallt es dann aus tausenden bierseliger Kehlen. Der Mann aus Stoke-on-Trent ist die unumstrittene Nummer Eins in der PDC-Weltrangliste des Dartsports. Auch in diesem Jahr holte Taylor den Titel - gegen den Überraschungsfinalisten Simon "The Wizard" Whitlock aus Australien (Einmarschmusik: INXS, "New Sensation").

Über 500 "180-er" wurden im Laufe des Turniers geworfen - also drei Mal in das Triple-Feld der 20 (gleich 180 Punkte) - neuer Rekord. Vor laufenden Fernseh-Kameras gelang es dem Niederländer van Barneveld einen "9-Darter" zu werfen - 9 Würfe um 501 Punkte herunter zu werfen - das schnellste Finish, das im Dartsport möglich ist.
Wer selbst einmal Dart gespielt hat, bekommt eine Ahnung auf welchem Niveau diese Profis spielen. Die meisten trainieren bis zu acht Stunden am Tag und verdienen ausschließlich mit Turniergeldern ihren Lebensunterhalt.

Das Schöne am Dartsport ist, dass man nicht zwingend im Kindesalter damit beginnen muss um Profi werden zu können - und dass es wirklich jeder, ganz gleich unter welchen Voraussetzungen er aufgewachsen ist, zu einer Dartgröße bringen kann. In Großbritannien gehört Dart zu den Volkssportarten und dementsprechend sind die Briten hier absolut dominant. Mit Phil Taylor stellen sie wieder mal den Weltmeister.

Freitag, 1. Januar 2010

Termine Januar 2010

12. Januar 2010 Freundschaftsspiel im St. Jakob-Park, Basel
FC Basel vs FCB
19 Uhr

15. Januar 2010 - Bundesliga
FCB vs 1899 Hoffenheim
20.30 Uhr

23. Januar 2010 - Bundesliga
SV Werder Bremen vs FCB
15.30 Uhr

30. Januar 2010 - Bundesliga
FCB vs Mainz 05
15.30 Uhr