Es war ein gelungenes Wochenende für den FC Bayern - 3:0-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg und die Amateure siegen beim Spitzenreiter in Rostock in Liga 3.
Das 181. bayerische Derby begann wunschgemäß. Die Körpersprache verhieß von Beginn an, wer hier Herr im Haus ist. Bayern versuchte Druck aufzubauen und schon nach 10 Minuten gelang der Führungstreffer durch - na wen wohl? - Mario Gomez. Die Vorarbeit leistete ein blendend aufgelegter Danji Pranjic, der den Treffer mit einem feinen Doppelpass mit Kroos einleitete. Die Kombination Kroos/Pranjic funktionierte bestens, was auch daran lag, dass der Kroate Pranjic defensiv kaum gefordert wurde. Nach dem Führungstreffer wurde es etwas ruhiger, erst nach 24 Minuten die nächste Großchance für die Gastgeber - Kopfball von Demichelis nach Flanke von Hamit Altintop. Ein paar Minuten später folgte erneut eine gefährliche Flanke vom bis dahin besten Mann auf dem Platz - Pranjic -, die aber gerade noch entschärft werden konnte. Danach ließen die Bayern es ruhiger angehen und außer ein paar Fernschüssen kam in Halbzeit eins nicht mehr viel Sehenswertes heraus.
Die für Bayern München momentan gefährlichste Phase, die ersten 10 Minuten in Hälfte zwei, war auch die stärkste der Gäste. Nürnberg mit viel mehr Druck - Bayern wieder mal schläfrig und zu zögerlich. Zwei gute Möglichkeiten für die Gäste aus Franken waren die Folge, blieben jedoch ungenutzt. Louis van Gaal hatte in der Pause Demichelis wegen muskulärer Probleme gegen den genesenen Breno getauscht. Dann stürmte Nürnbergs Schlussmann Schäfer mit den Füßen voraus in Mario Gomez (nach Pranjic-Flanke), statt den Ball zu treffen. Strafstoß - Lahm trifft zum 2:0. Die Vorentscheidung war gefallen.
Nach dem für Altintop eingewechselten Thomas Müller kam nun, zwanzig Minuten vor Ende, endlich auch wieder Franck Ribéry zu Zug - und der drehte mächtig auf. Eine großartige Szene des Franzosen hätte fast zum 3:0 durch Müller geführt, konnte aber so eben noch auf der Linie von den Nürnbergern vereitelt werden. Ein Eckball durch Ribéry führte dann aber doch noch zum dritten Treffer - durch Gomez per Kopf. Mario Gomez hätte dann noch einen Hattrick erzielen können, Müller wurde im Strafraum gefoult - wieder Elfer. Der Bayern-Stürmer drosch den Ball allerdings über das Tor.
Fazit: Pflichtaufgabe erfüllt. Schön zu sehen, dass Ribéry mächtig Spielfreude ausstrahlt und endlich wieder eingesetzt werden kann. Bester Mann auf dem Platz: Danji Pranjic. Schlechtester Bayer: van Buyten, danach sicher Altintop. Der Belgier ist derzeit schlicht von der Rolle. Die Reaktion Altintops bei seiner Auswechslung lässt auf stürmische Zeiten im Bayern-Kader schließen. Die Geister, die Uli Hoeness rief, sie kommen jetzt hervor und rebellieren (ein wenig) gegen van Gaal. Nach dem Gladbach-Spiel waren Edson Braafheid schon die Nerven durchgegangen, was in seiner Suspendierung endete - und jetzt beschwerte sich Altintop über seine Auswechslung (eigentlich eine Frechheit, angesichts seiner schlechten Leistung).
Den Geist von Frank Rijkaard verkörperte gestern Abend Nürnbergs Pinola, indem er Bastian Schweinsteiger anspuckte. Leider kann man mit "Pinola" kein so schönes Wortspiel kreieren wie seinerzeit mit dem Niederländer. Ein Sperre durch den DFB wird wohl noch folgen.
Bayern München hat nun hoffentlich die anstrengende Klettertour gestartet - Sprung von Platz 10 auf Platz 6. Nennen wir es mal die "erste Etappe". Jetzt gehts nach Leverkusen - dem Tabellenzweiten - und alles andere als siegen und weiterklettern ist verboten.
Bayern München hat nun hoffentlich die anstrengende Klettertour gestartet - Sprung von Platz 10 auf Platz 6. Nennen wir es mal die "erste Etappe". Jetzt gehts nach Leverkusen - dem Tabellenzweiten - und alles andere als siegen und weiterklettern ist verboten.
FernglasFCB tippte 1:0 (Ergebnis: 3:0)

4 Kommentare:
Trotz dem 0:3 bin ich mit dem Auftreten des Clubs zufrieden. Gut, in Hälfte 1 hätte man durchaus etwas mehr probieren können, denn das man sich Chancen kreieren kann zeigten die ersten 15 Minuten in Hälfte 2, zweimal Schieber und einmal Pinola - da muss einfach einer sitzen. V.a. wäre es dann interessant gewesen, wie die Bayern reagiert hätten.
Zum Spucken: Mei - das kann bei Pinola immer mal vorkommen, ich heiße es nicht gut, aber er ist eben ein Oldschool-Player, der dann von einem Newschoolplayer wie dem immer sauberen Herrn Schweinsteiger natürlich sofort beim Lehrer verpetzt wird.
Spucken ist aber schon sehr "oldschool". Allerdings finde ich es bemerkenswert, dass der Täter jetzt zum Opfer (des "Petzers") gemacht wird. Ich mags ja auch manchmal etwas "dreckig", aber spucken geht gar nicht.
Spucken mag ich auch gar nicht und der Täter ist und bleibt Pinola, aber ist es ok eine Sperre zu fordern? Sowas hört man von Spielern doch sehr selten. Da wird sich zwar aufgeregt, aber so eine Forderung !? v.a. was bringt das Schweini überhaupt, wenn Pinola die nächsten 3 Spieler gesperrt ist?
@ gses: "Petzen" und "Sperre-fordern" ist meiner Meinung nach hier sowas von und absolut okay. Wie reagiert man denn, wenn einen einer anrotzt? Entweder gibt man der Sau direkt eins vor den Latz (Old School) oder man zeigt ihn an (New School) und erwartet, dass das Verhalten entsprechend geahndet wird. Genugtuung sagt man dazu. Völlig legitim, wie ich finde. Ein "Lass man gut sein" und "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein", wie Du es Dir vielleicht vorstellst, ist hier sicher nicht angemessen. ;-)
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