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Freitag, 12. November 2010

Aus Tradition gut?

Hans-Joachim Watzke hält seine Borussia (also die aus Dortmund) aus nachvollziehbaren Gründen für einen Traditionsverein - und Traditionsvereine sollten, so Watzke, bei der Verteilung der TV-Gelder stärker berücksichtigt werden. Die "weichen" Faktoren hierfür sollen Beliebtheit, Sympathie- und Markenwerte sein. Ein Blick ins Nachbarland, den Niederlanden, offenbart uns wie so etwas in der Realität umgesetzt wird. Marktforscher ermitteln Daten (Image, "Kunden"zufriedenheit, Stadiongröße und -auslastung etc.), welche dann als Grundlage für die Verteilung dienen. Watzke konkretisiert:
"Wie viele Sympathisanten hat ein Klub, wie viele Fans fahren zu Auswärtsspielen, was sagt die Gesellschaft für Konsumforschung? Diese Daten kann man in eine Matrix einfließen lassen und hinterher sagen, es gibt einen Verteilungsschlüssel: Fünfzig Prozent des Fernsehgeldes oberhalb des Sockelbetrages werden nach dem Erfolgsprinzip verteilt und fünfzig Prozent nach einer Regel, die auf weichen Faktoren beruht." (FAZ)

Zu den Traditionsvereinen zählt Hans-Joachim Watzke Bayern München, Schalke, Borussia Dortmund, den 1. FC Köln, den Hamburger SV, den 1. FC Kaiserslautern, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt. Aber auch die "Kleinen" wie beispielsweise der FSV Mainz 05 oder der FC St. Pauli kommen nicht so schlecht weg beim BvB-Geschäftsführer. Immerhin sei deren Stadion regelmäßig ausverkauft und auch die Zahl der Auswärtsspiele begleitenden Fans sei dort hoch. Höher als bei Klubs wie Bayer 04 Leverkusen, dem VfL Wolfsburg oder der TSG 1899 Hoffenheim, die demnach nicht zu der Kategorie der Traditionsklubs zählen.  

Die Diskussion geht sicherlich über den reinen Vorschlag hinaus: Ist das Geld, das Klubs wie Leverkusen, Wolfsburg oder Hoffenheim stützt, ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Klubs ohne privaten Geldgeber oder einem Konzern im Rücken? Ganz sicher ist es einer. 
Wie schwierig es ist sportlichen Erfolg und nachhaltiges Wirtschaften langfristig zu erreichen und so in die oberen Sphären des Profifußballs zu gelangen und dort auch zu bleiben, weiß man in Dortmund ziemlich gut. Ein Jahrzehnt lang waren sie nach den erfolgreichen neunziger Jahren mehr oder minder bedeutungsloses Mittelmaß, weil fast pleite. Auch der Traditionsklub Schalke 04 kennt das und kämpft momentan um finanzielle Stabilität, trotz der zahlenmäßig zweithöchsten Anhängerschaft bundesweit, trotz hoher Zuschauerzahlen und trotz eines üppigen Markenwertes plus mit Sicherheit zufriedenstellender Einnahmen aus dem Merchandising. Geht es nach Watzke, belohnt man mit diesem Modell also die Beliebtheit - nicht ausschließlich die sportliche Qualität, geschweige denn das wirtschaftlich nachhaltige Handeln. 

Nun ist es nicht gerade so, dass Hoffenheim, Leverkusen oder Wolfsburg grauenhaften Fußball bieten oder in der Vergangenheit geboten haben. Erinnern wir uns an die "Vize"-Jahre der Leverkusener, erinnern wir uns an Wolfsburgs Meisterschaft unter Magath oder erinnern wir uns an die Hoffenheimer Fußballkünstler im Jahre 2008. Das war alles schön anzusehen - und hatte durchaus Publikum vor den Fernsehern der Republik (und um TV-Gelder geht es doch hier). 
Man kann darüber streiten ob ein Verein wie Bayer Leverkusen, der seit 1979 - also seit über dreißig Jahren - in der Bundesliga spielt, nun eher an Tradition gewonnen hat oder immer noch zu den "künstlichen" Vereinen zählt. Zumindest steht der Fußballabteilung (über hundert Jahre alt!) mit dem Bayer-Konzern ein Geldgeber vor, der durchaus potent ist und die Entwicklung maßgeblich beschleunigt hat. Dies hat auch Dietmar Hopp in Hoffenheim getan. Wo andere Klubs um Sponsoren mühsam kämpfen müssen um Stück für Stück zu wachsen, wird die Zeit in Hoffenheim mit SAP-Gründer Dietmar Hopp oder in Wolfsburg mit dem Volkswagen-Konzern schlicht außer Kraft gesetzt. Nachwuchsförderung, Infrastruktur, Spielerkäufe - all das durch Geld  welches nicht mit Fußball verdient wurde, von jetzt auf gleich machbar. Dass das den anderen Klubs stinkt, ist nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz haben sich alle drei genannten Vereine durch die Ligen bis ganz nach oben qualifiziert - und das sportlich. 
Ob sich in diesen Regionen eine Fankultur entwickelt, die es irgendwann mit den großen Altvereinen aufnehmen kann, ist wohl langfristig auch eine Frage des Erfolgs. Machen wir uns nichts vor, würde Schalke oder Dortmund im Mittelmaß der zweiten Liga versauern, wären die Zuschauerzahlen dort nicht so wie sie jetzt sind. 

Warum aber, fragt Watzke, sind die Klubs an der Verteilung des Kuchens genauso beteiligt, die ohnehin schon einen starken Geldgeber haben, wie jene deren Aufstieg und Bedeutung über Jahrzehnte auf sportlichem Erfolg gewachsen ist? Warum bekommen Klubs, deren Zuschauerschnitt eher unterdurchschnittlich ist, genauso viel Ausschüttung wie die Zuschauermagnete? 
Die Verteilung der TV-Gelder wurde solidarisch geregelt. Alle sollen gleichermaßen davon profitieren, niemand überproportional bedient und somit bevorteilt werden. Die attraktivste Marke, der FC Bayern München, hätte sonst den Großteil dieser TV-Gelder eingestrichen. Auch die Klubs, die keine Großstadt und deren Fan-Potenzial als Basis haben, sollen nach dem Solidaritätsprinzip Nutznießer der Popularität des Fußballs sein. Und auch sie tragen ihren Teil dazu bei.  Der Reiz "klein gegen groß" ist ein nicht gerade unwichtiger Bestandteil der Liga.

Wenn man das niederländische Modell auf die Bundesliga anwenden würde, berücksichtigt man zwar den Popularitätswert, aber nicht das wirtschaftlich verantwortungsvolle Handeln solcher Klubs. 
Geschichtsträchtige Vereine wie Kaiserslautern und auch Schalke haben in der Vergangenheit mit äußerst fragwürdigen Methoden ihr wirtschaftliches Überleben gesichert - darf man das unter dem Deckmantel der "Tradition" ignorieren und dann auch noch belohnen? Wäre das nicht unfair gegenüber Klubs, die zumindest privatwirtschaftlich gestützt werden und nicht durch die öffentliche Hand (die sich zudem dagegen nicht wehren kann)? Watzke sagt am Beispiel Schalke 04* dazu : "Hier ist ja kein Geld geschenkt worden. Es sind Anteile gekauft worden, die auch Erträge einbringen. Insofern ist niemand geschädigt." Das wird der Steuerzahler, der nicht zur blau-weißen Anhängerschaft zählt oder sich am Fußball erfreut, sicher anders sehen, zumal die "Sicherheit" solcher Erträge fragwürdig ist.
[* Antwort auf die Frage: "Ist es nicht auch wettbewerbswidrig, wenn ein Klub wie Schalke 04 seine Löcher mit Hilfe der städtischen Gesellschaft GEW stopft, die Stadionanteile kauft?"]

Sicher ist der Ansatz in Watzkes Argumentation diskutabel - aber ein handfester Vorschlag, ein Konzept, ist das alles nicht. Zu viele Fragen sind offen - und ein gerechtes Modell hat Hans-Joachim Watzke uns nicht präsentiert. Hoffenheim hin, Bayern München her - eines will ich als Fußballfan nicht: Dass der "Geist von Fritz Walter" eines Tages über allem schwebt. Denn aus Tradition ist man nicht automatisch gut.

16 Kommentare:

Stadtneurotiker hat gesagt…

Gerade die von die aufgeführten Beispiele Kaiserslautern und Schalke 04 (man kann noch viele andere Beispiele aufführen) zeigen sehr deutlich, daß unter dem Deckmantel der Tradition veil Unsinn getrieben wird. Erst werden die Vereine heruntergewirtschaftet, dann darf das Land/die Kommune das lecke Schiff wieder reparieren.
Bekämen die Traditionsvereine mehr Geld als die Werkclubs, gäbe es genauso Misswirtschaft bei den Traditionsvereinen.

Mir ist Watzkes Idee zu populistisch.

mars (spielbeobachter) hat gesagt…

Was Du natürlich einfach unter den Teppich kehrst, ist der Fakt, dass für Leverkusen und Wolfsburg eine wichtige Regel in der Frage der Vereinsfinanzierung schlichtweg nicht gilt: Die 50+1 Regel. Die sogenannte "Lex Leverkusen", die es für alle anderen Vereine nicht gibt und ohne die Leverkusen und Wolfsburg heute da stünden, wo Uerdingen sich rumtreibt, außen vor zu lassen bei diesem Thema, finde ich dann allerdings ein wenig fahrlässig.

Alexander (Clubfans United) hat gesagt…

Guter Artikel, der wichtige Punkte anspricht. Ich bin unschlüssig, wie ich Watzkes Vorschlag bewerten soll. Als Traditionsverein darf sich der FCN auch nennen, hätte insoweit also Vorteile, aber ist das die Richtschnur? Ich denke eher, es soll Retortenvereine abwehren bzw. ein zu schnelles Return on Invest für Investoren, indem sie mit kurzfristigen Engagements schnell an die großen Töpfe kommen könnten. Allerdings führt der gemachte Vorschlag nur dazu, dass sich Investoren dann eben nur "Traditionsvereine" aussuchen würden - gewonnen wäre da im Geiste der Idee nicht viel.
Ich denke aber, es geht um eine Art Bestandsschutzwahrung des aktuellen Status Quo - indem man die Gelder komplexer verteilt, aber im wesentlichen immer die gleichen trifft, hält man das Establishment zusammen und kapselt es ab nach unten.

Tim K. hat gesagt…

Diese Herren Reden in ihrer Liga von Tradition. In der vierten Liga graben sie gleichzeitig eben diese zu Grabe. Dort kämpfen Traditionsvereine mit (relativ) vielen Zuschauern und Auswärtsfans wie Preußen Münster (halbwegs erfolgreich), Rot-Weiss Essen (inzw. insolvent) oder die großen aus dem Osten ums blanke üBerleben.
Und das gegen 8, 9 Amateurmannschaften, die weder Zuschauer, noch Sponsoren, noch das Fernsehen anlocken. Gleichzeitig über immense Gelder und "Leihgaben" aus der Bundesliga verfügen.
Dort, in der dritten und vierten Liga stirbt der traditionelle Fußball. In der Bundesliga ist er doch längst ein kommerzielles Event oder Fest. Und wenn ich aus dem Fußball ein Geschäft mache, dann muss ich mich nicht wundern, wenn ich plötzlich einen Herrn Hopp oder gar RedBull in der Liga habe.

Hattrick hat gesagt…

@mars Das ist doch Unsinn. Du kannst doch nicht Wirtschaftlichkeit mit einem Führungsstrukturkonstrukt (50+1) vergleichen. 50+1 verhindert kein Geld, sondern nur die Tatsache, dass ein Investor die Geschicke eines Vereines aufkauft (siehe England).

Wenn jemand einem Verein Geld geben will, dann tut er das. Und sei es, in dem er einen 20 oder 30 Millionen Euro-Trikotsponsordeal im Jahr macht.

Was mich bei der ganzen Thematik aufregt, ist die Tasache, dass Watzke so tut, als ob es in der Bundesliga anscheinend "gutes" und "böses" Geld gibt. Wenn das Geld von VW oder Bayer kommt, dann ist es böses Geld. Wenn Dortmund Geld von Nike oder nun Kappa bekommt, dann ist das "gutes" Geld.

Sorry, aber für einen Ausrüster ist ein Fußballverein genau so eine Werbemaßnahme, wie für einen Konzern. Und da nun so rumzueiern, dass in Deutschland zwei Konzerne es geschafft haben in ihrer unmittelbaren Umgebung einen Bundesligisten hochzupäppeln, ist Humbug. Wenn Bayer Hauptsponsor von Dortmund wäre und jedes Jahr die Kohle rüberschiebt, würde Watzke doch auch nicht sagen, dass der BVB seine Seele verkauft habe, sondern sich als cleveren Geschäftsmann feiern lassen.

T0bstar hat gesagt…

Ein weiteres Problem bei der Messung von Tradition wäre die Tatsache, dass die hier als "traditionell" betitelten Vereine nicht so viel Geld bekommen würde wie alle immer denken. Beispielsweise ist das Image des FCB ja nicht unter allen Zuschauern das Beste. Der beliebteste Verein Deutschlands nach repräsentativen Umfragen ist Werder Bremen, Bayer Leverkusen kommt ganz untraditionell auf vier, weit vor BVB und Schalke. Und schon ist die Tradition wieder dahin.
Zumal Image und Beliebtheit auch ein Faktor ist, der sehr schnell schwankt. Wir als Fans haben gewisse Vorlieben, der durchschnittliche Samstagabend-TV-Zuschauer allerdings schwankt in seiner Zuneigung stark. Aktuell erzielen Mainz und BVB bei der Sportschau die besten Quoten, vor zwei Jahren war es noch Hoffenheim. Müsste man dann jedes Jahr den Schlüssel ändern, je nachdem, wer gerade beliebt ist? Eine längerfristige Berechung wäre dahingehend unfair, als dass sie vom Stadionbesucher einfach auf den TV-Zuschauer übertragen wird. Und in irgendeiner Form sollte die Verteilung von TV-Geldern auch mit dem Fernsehzuschauer und nicht dem Stadionbesucher zu tun haben...

Zechbauer hat gesagt…

@mars: die 50+1-Regel habe ich bewusst nicht angesprochen, weil sie nicht direkt etwas mit Watzkes Interview, Idee, Vorschlag (was immer es auch sein mag) zu tun hat (wie Hattrick weiter unten treffend bemerkt hat).

@Alexander: ich bin auch nicht sicher wohin Watzkes Weg führen soll? Neutralität und den Sinn für das Große und Ganze kann man Watzke jedenfalls nicht unterstellen.

@Hattrick: Ausrüster/Sponsoren lockt man nur an, wenn man Erfolg hat. Und den bekommt ja nicht geschenkt. Bei LEV und dem VfLW war kein solcher Erfolg von Nöten, um für einen Konzern aka Geldgeber interessant zu sein, bei anderen Klubs sehr wohl.

@Tim: Interessanter Ansatz. Allerdings kenne ich mich im Amateurbereich so gar nicht aus und kann wenig Erhellendes beitragen. (Was RWE angeht, kann man m. E. allerdings von Misswirtschaft sprechen).
Diese "Nachwuchsabteilungen" der Profiklubs sind letztlich aber auch Fundament dessen, was den deutschen Fußball mittlerweile so erfolgreich (mehr oder minder) und auch attraktiv macht. Spieler wie Müller, Badstuber etc. hätten sich in Klubs wie bspw. Hessen Kassel sicher nicht so entwickelt, behaupte ich.

Das Thema gewinnt mehr und mehr an Vielschichtigkeit, je länger man drüber nachdenkt.

mars (spielbeobachter) hat gesagt…

Die 50+1 Regel hat natürlich etwas damit zu tun, denn gäbe es die grund- und faktenfreie Ausnahmeregelung für Leverkusen und Wolfsburg nicht, gäbe es diese nicht in der Bundesliga.

Zechbauer hat gesagt…

@T0bstar: Ich bezweifle übrigens diese Studie oder Umfrage - im Hinblick auf Werder. Hier müsste man ja auch die Zielgruppe Fußballfans befragen, nicht jeden Hinz und Kunz. Und davon gibt es hierzulande nun einmal die meisten vom FC Bayern. Und diskutiere das bloß nicht mit mir! ;)

Zechbauer hat gesagt…

@mars: Einigen wir uns darauf, dass es zu komplex wird, wenn wir die 50+1-Regelung (mit Ausnahmen) hier jetzt auch noch diskutieren?

Zechbauer hat gesagt…

Uh, da fällt mir zum Thema Tradition noch etwas ein - etwas themenentfernt, zugegeben - wie ist das Protegieren des FC Schalke durch das Nazi-Regime zu bewerten? Muss man denen jetzt die Masse Ihrer Meistertitel aberkennen? ;)

Hattrick hat gesagt…

@Zechbauer Erfolg macht sich bezahlt? Nun ja, bei Bayer hat trotz Erfolgen schon eine Zäsion, stattgefunden, einfach, weil der Konzern diese Werbemaßnahme natürlich durchrechnet.

Ich glaube auch, dass man noch nicht wirklich alles über die Aufarbeitung der Tranfers der Ära Calmund in Leverkusen gehört und gelesen hat. Da sah man gerade einmal die Spitze des Eisberges.

Huch, man könnte ja glatt Geschichten über den Plastikklub erzählen!?

Tradition ist übrigens etwas, das lebt. Und sich nicht wie von Watzke gewünscht zementieren lässt. Keine Ahnung, wie nah der BVB am Abgrund stand, aber mit etwas Pech hätte man in Dortmund jetzt nur noch eine schöne Tradition und keinen sportlichen Erfolg.

Der Gedanke "Schalke in der NS-Zeit" zeigt das Dilemma mit der Tradition wirklich wunderbar auf!!

Zechbauer hat gesagt…

@Hattrick: Das mit dem Erfolg war nicht auf Bayer 04 gemünzt - es ging um Erfolg und in Folge dessen um dementsprechenden Sponsoren-Gelder (Paradebeispiel ist hier der FC Bayern).
Ich geb Dir recht - Tradition lebt, im übrigen auch von sportlichen Erfolgen gepaart mit wirtschaftlich verantwortungsvollem Handeln.

18:48 Marcus hat gesagt…

Ich glaube, Tradition ist der falsche Begriff für diese Diskussion. Man kann diskutieren, ob Fernsehgelder neben sportlichen Gesichtspunkten auch nach Einschaltquoten verteilt werden. Sky wird aufzeigen können, wie viele Zuschauer die einzelnen Spiele ausgewählt haben. Das wäre ein marktgerechter Ansatz.

Die Diskussion über Wettbewerbsvorteile von Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim und demnächst Leipzig hate ich nicht für sachgerecht. Dieses Vereine hatten das Glück und das Können, langfristige und zuverlässige Sponsoren zu haben und erfolgreich zu arbeiten. Wettberbsverzerrend sind nach meiner Meinung eher ganz andere Entwicklungen und Machenschafften: Überschuldung, Misswirtschaft, Finanzierung mit öffentlichen Mitteln bis hin zu absichtlichem ungesetztlichem Handeln. Hier sollte strenger kontrolliert und bestraft werden.

Zechbauer hat gesagt…

@Marcus: Aber Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim haben durch ihre "Sponsoren" diverse Entwicklungsstufen überspringen können. Sie musste um keine Gelder kämpfen, denn die waren von Beginn an vorhanden. Wenn das kein Wettbewerbsvorteil ist...

Anonym hat gesagt…

Kurze Geschichtsstunde zum Traditionsverein Bayer 04 Leverkusen:

1904 von Chemiearbeitern gegründet

1923 wird die erste eigene Sportplatzanlage gebaut. Alle Arbeiten werden von den Vereinsmitgliedern geleistet. Die Anlage beinhaltet zwei Plätze und wird kurz nur „Bayer-Platz“ genannt.

1932 (4. September) wird das neue Stadion "Am Stadtpark" in der Bayer-Wohnkolonie III offiziell eingeweiht.In dieser Stätte schaffte die Bayer-Elf 1936 den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse.

1949 klopfte Bayer 04 zum ersten Mal an das Tor zur Erstklassigkeit. Das direkte Aufstiegsduell der Tabellenersten beider Landesligagruppen verloren die Leverkusener jedoch gegen den 1. FC Köln.

In der Saison 1953/54 verpassten die Leverkusener nur um drei Punkte den Eintritt in die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft.

Am 12. Mai 1979 schaffte Bayer 04 den Sprung in die Erstklassigkeit.

Ich denke es war ein langer Weg und Leute wie Herr Watzke, die sich auf einer Tradition ihrer Vorgänger ausruhen, ziehen das in den Dreck. Wäre den früheren Malochern aus Dortmund oder Lev vermutlich nicht in den Sinn gekommen...