Der Druck ist groß beim FC Bayern, sicher größer als bei anderen Bundesliga-Klubs - und da ist er schon groß, denn schließlich ist das hier Profigeschäft. Ja, wenn man verliert ist der Druck noch größer, auch und gerade bei Bayern München. Aber "lähmend", so wie Philipp Lahm das jetzt äußerte, darf er nicht sein - denn sonst, Herr Lahm, sind Sie in diesem Job schlicht falsch aufgehoben.
Mein Job beginnt morgens um fünf Uhr, was für mich bedeutet, dass ich um spätestens 3:45 Uhr das Bett verlassen muss. Mein Job beginnt um fünf und beginnt mit Druck. Druck bis sechs, Druck bis sieben, Druck bis acht - und dann etwas weniger Druck bis neun Uhr. Danach entspannt sich im Normalfall alles, Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn ein solcher Druck mich lähmen würde, was würde wohl mein Chef dazu sagen? Sicher würde er mir keinen Audi RS6 Limousine 5.0 TFSI quattro tiptronic bereitstellen, denn bei 580 PS unter der Haube ist der Druck auf den Fahrer schon ziemlich groß. Mein Tipp: Weniger quatschen, weniger werben, weniger von allem was nichts mit dem eigentlichen Job zu tun hat, dann hören solche Lähmungserscheinungen bald wieder auf.

15 Kommentare:
Der Druck ist groß beim FC Bayern, sicher größer als bei anderen Bundesliga-Klubs
Weshalb?
Aber Herr Wieland, weil man beim FC Bayern stets gewinnen und oben in der Tabelle stehen muss. ;) Ist das ein paar Mal nicht der Fall, hagelt es von allen Seiten Kritik und Spott (wie jüngst vom Hörgerätespzialisten).
Wegen 22 Deutschen Meisterschaften, 15 Pokalsiegen, 6 Ligapokalsiegen, 4 Supercup-Titeln, 4 Landesmeister- bzw. Champions League-Siegen, zwei Weltpokalerfolgen, einem Titel beim Europapokal der Pokalsieger und einem UEFA-Cup-Sieg.
Ist es so, dass ein Spieler eines Vereins mit vielen Titeln einem höheren Druck ausgesetzt ist als beispielsweise die Spieler, denen im Abstiegskampf die Zukunft einer ganzen Region auf die Schulter gelegt wird? Kann man diskutieren, finde ich.
Und das nicht nur im Vergleich zum überzeichneten Beispiel, sondern zu fast jedem Spieler in fast jedem Verein, wenn er nicht grade am fünftletzten Spieltag den Klassenerhalt definitiv geschafft hat und nach oben nichts mehr erreichen kann.
Na da fragen wir doch mal Herrn Goméz als Bayern- und 30Mio-Stürmer.
.. und Nationalspieler natürlich.
Der negative Druck ist doch im Abstiegskampf größer als im Meisterschaftskampf.
Warum sollte ein Team gelähmt sein, dass im letzten Spiel Meister werden kann? Gerade wo viele Spieler schon x-Titel geholt.
Aber Leute die grade mal ein paar BuLi-Spiele drauf haben und denen am entscheidenden letzten Spieltag, wie heinzkamke schon andeutet, die ganze Region auf die Schultern gelegt wird, haben bestimmt größere Versagensängste. (Weil, bei Misserfolg -Abstieg- evtl auch Arbeitsplatzprobleme...)
... um zu erfahren, dass er viel Druck verspürt. Und diesem vielleicht nicht gewachsen ist. Aber dass dem so ist, besagt doch nicht zwingend, dass der Druck größer ist als anderswo.
Aber die Diskussion ist sehr alt, und vermutlich werden wir da nicht auf einen Nenner kommen. Fußball halt.
Mein Kommentar eben bezog sich natürlich auf den vorigen des Hausherrn.
Druck hin oder her, das "Rezept" sich einfach nur auf den Fußball zu konzentrieren, ist vielleicht doch etwas zu einfach.
Ich fand auch, dass Lahms SZ-Interview nicht nach Ausreden, eher nach Erklärungsversuch, klingt.
Die Argumentation mit den vielen Titeln wird doch genauso gerne auch andersrum angewendet. Nach dem Motto: Egal wer vorher wo was nicht gewonnen hat, bei den Bayern fluppt das schon. Weil der, der dieses Trikot überstreift, sowieso weiß, dass dieser Club am Ende erfolg haben wird. Wenn nicht in diesem, dann mit anderem Trainer im nächsten Jahr.
Vermutlich würde ein Mentaltrainer zu diesem Thema anführen, dass sich jeder seinen Druck selbst macht.
Der mediale (!) Druck ist bei den Bayern sicherlich am größten. Gomez ist das beste Beispiel.
@gses gelähmt sollte es gar nicht sein - weder oben, noch unten in der Tabelle.
Eigentlich sollten psychische Probleme heutzutage nicht mehr so sehr reinspielen. Alle Vereine haben sehr gute psychologische Betreuung, die den Spielern helfen sollte, mit dem Druck klar zu kommen. Auf der anderen Seite hat man gestern Abend ja gesehen, wozu die Bayern-Spieler fähig sind, wenn der Druck nicht ganz so stark ist wie im rot-weißen Trikot...
Druck sollte eigentlich kein Thema sein. Druck hat auch der übergewichtige Senioren-Tennisspieler, wenn er mit seiner Mannschaft in Kleinposemuckel antritt und beim Stande von 4:4 das letzte Doppel spielen muss. Druck gehört zum Sport. Ohne Druck kann's jeder, nur wer unter Druck besteht ist ein Guter.
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