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Mittwoch, 27. Oktober 2010

Bayern im Achtelfinale

Wenn man Konstanz als entscheidendes Kriterium bei guter Leistung priorisiert, dann wird der beste Akteur des gestrigen Pokalabends den geneigten Leser überraschen: Danji Pranjic! Doch der Kroate war tatsächlich weitgehend fehlerlos - und zwar über die komplette Spielzeit (ungewöhnlich, aber wahr!). Er verteidigte großartig, störte regelmäßig und erfolgreich den Gegner im Aufbauspiel, setzte nach vorne Impulse und rackerte, als wären die Serben hinter ihm her. Es gab sogar Momente, da wusste Danjiel Pranjic schon vor dem Gegner, wo der gleich hinspielen möchte. 
Thomas Müller überzeugte in Halbzeit eins, tauchte dann aber im zweiten Durchgang ab. Bastian Schweinsteiger glänzte zwar durch Einsatz und seine zwei Treffer, aber der ganz große Schweini war das auch noch nicht. Hamit Altintop machte gestern den Olic - rannte über Platz wie ein Irrer, wechselte die Seiten, spurtete, schoss und erarbeitete sich ein Fleißkärtchen nach dem anderen. Doch im Abschluss, in Sachen Kaltschnäuzigkeit, versagte er in aller Regelmäßigkeit. Und Tymoschtschuk, der so viel Lob in den letzten zwei Spielen einheimste, war gestern leider nicht frei von Fehlern. Philipp Lahm ließ beim 1:0 der Gäste gewähren, Badstuber war der schlechtere von zwei Innenverteidigern, Kroos war unsichtbar (abgesehen von dem Moment, als er freistehend vor dem Torhüter über den Ball senste), Gomez verfing sich ungelenk im Defensivgestrüpp der Bremer und war auch geistig zu langsam. Bleibt also wirklich nur der fehlerlose Pranjic, denn sogar Torwart Butt haute gestern einen heftigen Fehler raus.

Die ersten fünf Minuten hatte ich verpasst (Stau um Köln), da stand es bereits 1:0 für Bremen durch Pizarros Hüft-/Knie-Tor. Lahm und Tymo sahen bei dem Gegentreffer alles andere als gut aus. Wie schon so oft war der FCB nur auf dem Platz, aber noch nicht im Spiel angekommen. Die denkbar ungünstige Ausgangsposition schienen die Bayern gut zu verkraften, Bremen lehnte sich selbstgerecht zurück - Bayern beherrschte die Partie, erspielte sich aber zu wenig zwingende Möglichkeiten. Im Gegensatz zu Bremen in Halbzeit zwei. Chance auf Chance, allein Arnautovic hätte das Spiel mit seinen Möglichkeiten entscheiden können. Hat er aber nicht. Und dann kam es, wie es kommen musste - irgendwie war es auch zu spüren - und es trafen die Bayern. Was für ein Knaller! Der völlig frei stehende Schweinsteiger hämmert den Ball aus dreißig Metern unter den Querbalken. Danach war die Luft bei Werder endgültig raus. 
Den Bremern wurde zwischenzeitlich ein Tor von Prödl aberkannt - angeblich hatte er sich auf Badstuber gestützt. Schiri Weiner hatte gestern generell keinen guten Auftritt, pfiff er auch zuvor den Bayern zahlreiche Vorteile ab. Doch die Gäste von der Weser müssen mit sich hadern und nicht ausschließlich mit dem Unparteiischen, Prödl hatte schon zuvor eine hundertprozentige Kopfballmöglichkeit ausgelassen. 

Kurzum: Bayern weiter, nicht unverdient. Wenngleich der Patient Bayern noch nicht wieder in Normalform ist, war die Leistung gestern alle Male ansprechender als in den Partien zuvor. Die Roten sind jetzt seit vier Partien ungeschlagen.

FernglasFCB tippte 2:1 (Ergebnis: 2:1)


2 Kommentare:

Beatsox hat gesagt…

Ich muss für den Kroos mal eine Lanze brechen.

Das gestrige Spiel war das perfekte Beispiel, warum es mit ihm und Bayern noch nicht klappt.

Kroos wurde extrem selten angespielt. Viel öfter ging der Ball zu Müller oder Altintop, oder gar zu Schweinsteiger. Die Mittelzone in der gegnerischen Hälfte, genau das Gebiet von Kroos, wurde nur vereinzelt mit Pässen bedeckt.

So bewegte sich Kroos öfters aus der Position hinaus und bekam immer noch nicht wirklich mehr Bälle.

So bleibt dem hiesigen Betrachter nur die Szene vor dem 1zu1 im Gedächtnis.

Eigentlich schade. Der Junge hat bei Leverkusen gezeigt, was mit mehr Ballkontakten und Freiheit zum Fehlermachen möglich ist.

Anonym hat gesagt…

Kroos braucht das Spiel vor Sicht. Das Spiel ohne Ball hat er kaum. Da muss er noch einiges lernen.