Die kleine Deutschlandfahne, angeleuchtet von der Morgensonne, steckt im Pflanzentopf auf der Fensterbank. Die Kollegen und ich fragen uns seit Jahren, wie es diese Pflanze schafft, zu überleben. Kaum Wasser, keine Zuwendung - und trotzdem trägt sie noch grüne Blätter. Unzerstörbar, dieses Überlebenspflänzchen - ein Pflänzchen der Hoffnung.
Die Hoffnung Weltmeister werden zu können, ist seit gestern Abend gewichen. Deutschland hat das Halbfinale verloren - und die Stimmung in der Agentur ist Tristesse pur. Alle haben einen Kater, die wenigsten von zu viel Alkoholkonsum - hier muss man sehr früh bei hundert Prozent sein.
Was ich gestern von der deutschen Mannschaft sah, hat mir nach bereits acht Minuten jede Hoffnung genommen. Ängstlich, gelähmt, einfallslos, hilflos. Dabei hatten die Jungs doch gerade noch die Fußballwelt in Erstaunen versetzt und für weltweite Lobeshymnen gesorgt? Von all dem gestern nichts mehr zu sehen. Der Kontrahent hingegen, spulte gestern seine wohl spielerisch beste Leistung in diesem Turnier ab - pünktlich zum Halbfinale.
Egal wie gut die Perspektive der deutschen Mannschaft für die Zukunft sein mag, egal wie bravourös sie in diesem Turnier aufgetreten ist, die gestrige Leistung muss Kritik vertragen können.
Piotr Trochowski gehört nicht in dieses Team. Ihm fehlt das gesamtspielerische Niveau, er ist zu statisch - und er ist niemand, der einem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann. Müller konnte das, aber Müller war gesperrt. Bitterer Nachgeschmack: die gelben Karten für Müller waren unberechtigt und kosteten seine Halbfinalteilnahme. Aber auch mit Thomas Müller hätten wir bei der gestrigen Leistung gegen Spaniens Nationalteam nicht gewonnen. Zu viele Spieler, die ausgerechnet gestern Abend ihre schlechteste Turnierleistung darboten. Allen voran Mesut Özil, dicht gefolgt von Lukas Podolski, der wie in schlimmsten Kölner Zeiten ein Fremdkörper im Team darstellte.
Dass Bundestrainer Löw Miro Klose in die Sturmspitze stellte, kann jeder nachvollziehen. Wenngleich man aus taktischen Erwägungen vielleicht doch besser Cacao mit seiner Schussstärke eingesetzt hätte. Klose stand vorne mutterseelenallein auf verlorenem Posten. Aber bei so Vielem, das Joachim Löw richtig gemacht hat bei dieser WM, so Samt behandschuht werden jetzt seine Entscheidungen gewertet werden.
Die Auswechslung von Boateng kam früh und sie kam folgerichtig. Mit Jansen entwickelte sich mehr Schwung nach vorne - zudem wirkte er hinten sicherer als Boateng. Aber was zum Teufel reitet Löw eigentlich, wenn er am Ende Mario Goméz einwechselt? Was soll Goméz noch tun? Für einen Stürmer wie Goméz bräuchte man Flanken - und die waren vorher schon Mangelware. Gegen die technisch starken Spanier sieht Mario Goméz am Boden keinen Stich. Man tut dem Spiel und auch dem Spieler mit so einer Handlung in letzter Not keinen Gefallen.
Spaniens Nationalteam hat gestern eindrucksvoll gezeigt, warum sie Europameister sind und auch für diese WM Titelfavorit waren. Die "goldene Generation" hat zum richtigen Zeitpunkt all ihre Stärken gnadenlos ausgespielt. Das darf man bewundern und muss man respektieren. Aber Löws ultimative Lobhudelei auf den spanischen Fußball vor dem Spiel hat auch nicht gerade dafür gesorgt, dass die junge deutsche Mannschaft ihre Unbekümmertheit beibehält und für die Drucksituationen sorgt, die England und Argentinien aus dem Konzept gebracht haben. Mit allem Risiko, aber nur Druck auf die Abwehr offenbart die Schwäche dieser spanischen Mannschaft.
Zurück zum Pflänzchen der Hoffnung: Das deutsche Team ist das jüngste WM-Team Deutschlands in der Geschichte. Nicht Rooney, Ronaldo oder Messi beherrschten die internationalen Schlagzeilen dieses Turniers, sondern Müller, Özil und Schweinsteiger. Dies ist - von den Spielern selbst mal abgesehen - zum einen dem Trainerstab zu verdanken, andererseits der Nachwuchsarbeit in Deutschland und den jeweiligen Vereinen. Und dass Deutschland als spielerisch beste Mannschaft bis zum Halbfinale galt, spricht Bände über die neue deutsche Fußballqualität.
Günter Netzer sagte gestern Abend, an solchen Niederlagen wächst eine Mannschaft. Die Pflanze wächst - und sie wächst nun noch weitere vier Jahre bis zur nächsten Weltmeisterschaft in Brasilien. Bis 2014 haben die Gastgeber vermutlich eine neue, junge Truppe zusammengestellt - und wir, die Deutschen, ein eingespieltes und qualitativ hochwertiges Team zur Verfügung - mit der Erfahrung aus Niederlagen wie der gestrigen. Keine schlechten Voraussetzungen für einen Titel.
Die Hoffnung Weltmeister werden zu können, ist seit gestern Abend gewichen. Deutschland hat das Halbfinale verloren - und die Stimmung in der Agentur ist Tristesse pur. Alle haben einen Kater, die wenigsten von zu viel Alkoholkonsum - hier muss man sehr früh bei hundert Prozent sein.
Was ich gestern von der deutschen Mannschaft sah, hat mir nach bereits acht Minuten jede Hoffnung genommen. Ängstlich, gelähmt, einfallslos, hilflos. Dabei hatten die Jungs doch gerade noch die Fußballwelt in Erstaunen versetzt und für weltweite Lobeshymnen gesorgt? Von all dem gestern nichts mehr zu sehen. Der Kontrahent hingegen, spulte gestern seine wohl spielerisch beste Leistung in diesem Turnier ab - pünktlich zum Halbfinale.
Egal wie gut die Perspektive der deutschen Mannschaft für die Zukunft sein mag, egal wie bravourös sie in diesem Turnier aufgetreten ist, die gestrige Leistung muss Kritik vertragen können.
Piotr Trochowski gehört nicht in dieses Team. Ihm fehlt das gesamtspielerische Niveau, er ist zu statisch - und er ist niemand, der einem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann. Müller konnte das, aber Müller war gesperrt. Bitterer Nachgeschmack: die gelben Karten für Müller waren unberechtigt und kosteten seine Halbfinalteilnahme. Aber auch mit Thomas Müller hätten wir bei der gestrigen Leistung gegen Spaniens Nationalteam nicht gewonnen. Zu viele Spieler, die ausgerechnet gestern Abend ihre schlechteste Turnierleistung darboten. Allen voran Mesut Özil, dicht gefolgt von Lukas Podolski, der wie in schlimmsten Kölner Zeiten ein Fremdkörper im Team darstellte.
Dass Bundestrainer Löw Miro Klose in die Sturmspitze stellte, kann jeder nachvollziehen. Wenngleich man aus taktischen Erwägungen vielleicht doch besser Cacao mit seiner Schussstärke eingesetzt hätte. Klose stand vorne mutterseelenallein auf verlorenem Posten. Aber bei so Vielem, das Joachim Löw richtig gemacht hat bei dieser WM, so Samt behandschuht werden jetzt seine Entscheidungen gewertet werden.
Die Auswechslung von Boateng kam früh und sie kam folgerichtig. Mit Jansen entwickelte sich mehr Schwung nach vorne - zudem wirkte er hinten sicherer als Boateng. Aber was zum Teufel reitet Löw eigentlich, wenn er am Ende Mario Goméz einwechselt? Was soll Goméz noch tun? Für einen Stürmer wie Goméz bräuchte man Flanken - und die waren vorher schon Mangelware. Gegen die technisch starken Spanier sieht Mario Goméz am Boden keinen Stich. Man tut dem Spiel und auch dem Spieler mit so einer Handlung in letzter Not keinen Gefallen.
Spaniens Nationalteam hat gestern eindrucksvoll gezeigt, warum sie Europameister sind und auch für diese WM Titelfavorit waren. Die "goldene Generation" hat zum richtigen Zeitpunkt all ihre Stärken gnadenlos ausgespielt. Das darf man bewundern und muss man respektieren. Aber Löws ultimative Lobhudelei auf den spanischen Fußball vor dem Spiel hat auch nicht gerade dafür gesorgt, dass die junge deutsche Mannschaft ihre Unbekümmertheit beibehält und für die Drucksituationen sorgt, die England und Argentinien aus dem Konzept gebracht haben. Mit allem Risiko, aber nur Druck auf die Abwehr offenbart die Schwäche dieser spanischen Mannschaft.
Zurück zum Pflänzchen der Hoffnung: Das deutsche Team ist das jüngste WM-Team Deutschlands in der Geschichte. Nicht Rooney, Ronaldo oder Messi beherrschten die internationalen Schlagzeilen dieses Turniers, sondern Müller, Özil und Schweinsteiger. Dies ist - von den Spielern selbst mal abgesehen - zum einen dem Trainerstab zu verdanken, andererseits der Nachwuchsarbeit in Deutschland und den jeweiligen Vereinen. Und dass Deutschland als spielerisch beste Mannschaft bis zum Halbfinale galt, spricht Bände über die neue deutsche Fußballqualität.
Günter Netzer sagte gestern Abend, an solchen Niederlagen wächst eine Mannschaft. Die Pflanze wächst - und sie wächst nun noch weitere vier Jahre bis zur nächsten Weltmeisterschaft in Brasilien. Bis 2014 haben die Gastgeber vermutlich eine neue, junge Truppe zusammengestellt - und wir, die Deutschen, ein eingespieltes und qualitativ hochwertiges Team zur Verfügung - mit der Erfahrung aus Niederlagen wie der gestrigen. Keine schlechten Voraussetzungen für einen Titel.

3 Kommentare:
Das Spiel hat mich gestern fatal an das Champions-League-Finale im Mai erinnert. Dem ging auch ein grandioses 4:0 voraus...
Ich hatte vor dem gestrigen Spiel das gleiche Gefühl, wie vor dem gegen Inter. Das Spiel und das Ergebnis waren absehbar...
Ging mir genauso. Auch in Madrid wusste ich schon früh, dass das heut nix wird.
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