Einen Spielbericht kann ich mir wohl schenken, denn die Bild am Sonntag hat sehr komprimiert alles Wesentliche zum Spielverlauf auf den Punkt gebracht - damit bin ich einverstanden. Auch wenn es weh tut, aber Tore gewinnen das Spiel und die Tore schoss Inter, nicht der FC Bayern. Punkt. Mein persönlicher Eindruck im Stadion (und der ist definitiv ein anderer als der eines Fernsehzuschauers) war ebenfalls der, dass ich Inter als gefährlicher und vor allem effizienter empfand. Ja, wir hatten fast 70 Ballbesitz und ja, die Tore resultierten aus indiviuellen Fehlern und einer Portion Fortune für Inter. Mag alles sein, aber letztlich war der FCB nicht in der Lage diese Tore zu verhindern und selbst mehr als der Gegner zu schießen. Was wäre gewesen, wenn Müllers Großchance nach der Hälfte reingegangen wäre? Man weiß es nicht. Was zählt ist, dass Inter - ob nun mit schönem oder eher ergebnisorientierten Fußball - eine Riesensaison gespielt hat. Meister, Pokalsieger und jetzt auch Champions League-Gewinner. Das verdient Anerkennung und Respekt. Auch wenn es mir schwerfällt: Auch für mich war Inter in diesem Finale am Ende die bessere Mannschaft, nicht die mit dem schöneren Fußball. Weder konnten wir richtigen Druck aufbauen, noch waren unsere Chancen so gefährlich wie die des Gegners. Nach dem 1:0 für Inter wusste ich bereits, dass es für uns jetzt schwer bis unmöglich werden würde, das Ding noch zu unseren Gunsten zu drehen.
Ein Badstuber ist kein Flankengott, der Klose oder Goméz zum Ende hätte noch ordentlich bedienen können. Für mich ist Holger Badstuber ein Innenverteidiger - der junge Contento hätte uns vielleicht mehr helfen können in der Schlussphase von Madrid. Dass was die Mannschaft besser als Barcelona gegen Inter machte - nämlich über die Außen zu kommen -, hat bei uns mangels guter Flanken nicht gestochen.
Die Stimmung im Stadion war dementsprechend, man merkte der Bayern-Kurve noch in der ersten Hälfte an, dass es nicht unser Tag werden würde. Die Choreo der Inter-Fans stellte unsere weit in den Schatten - aber angesichts der schwierigen Umstände im Vorfeld, verdienen die Bemühungen des Club Nr. 12 allerhöchsten Respekt. Irgendwie schienen auch die Umstände allesamt für Inter Mailand zu sprechen, so auch die bestätigte Sperre der CAS für Ribéry (für mich immernoch ein Skandalurteil).
Nun also die dritte Niederlage im vierten Endspiel dieses Wettbewerbs, bei dem ich vor Ort dabei sein durfte. Keine besonders gute Quote für mich. Doch die Perspektive dieser Mannschaft lässt mich mehr als optimistisch nach vorn blicken. Wir haben tolle, junge Talente aus den eigenen Reihen, die bereits in dieser Saison gegen einige der ganz Großen Erfahrung sammeln durften. Wir konnten Franck Ribéry bis 2015 verpflichten und haben damit weiterhin die gefährlichste Flügelzange der Welt. Unsere Leistungsträger sind allesamt jung genug, um auch in den nächsten Jahren Stabilität ins Spiel zu bringen - selbst mit dem ü30-iger van Bommel, der in der Form seines Lebens spielt. Wir sind wirtschaftlich einer der Top-Klubs weltweit und die Mannschaft mit diesem großartigen Fußballlehrer van Gaal, hat das Renomée unseres Vereins noch einmal auf einen Spitzenwert angehoben.
Was fehlt sind Alternativen und ein richtiger Kracher in der Abwehr (z. B. ein Vidic). Wenn wir hier noch nachsteuern, dann sehe ich gute Chancen auch in der nächsten Saison wieder bis ins Finale der CL vorzustoßen. Nachhaltiger Erfolg ist das Stichwort - gepaart mit der Solidarität und dem Herz für den Verein, der sich selbst zu recht als Familie bezeichnet. Im Jahre 2010 ist das längst keine Selbstverständlichkeit mehr.
Das war eine große Saison für den FC Bayern - und jeder hat gespürt, welch' Faszination von dieser Art Fußball und dem Charakter dieser Mannschaft ausgeht. Ich bin dankbar und stolz für die großartigen Spiele, für die tollen Wochen und Monate und für das Double, samt kaum erhoffter Finalteilnahme in der Champions League. Durch die Straßen Madrids bin ich mit hoch erhobenem Haupt entlanggelaufen - keine Finalniederlage war so leicht verdaulich, wie die am Samstag in Bernaubéu.
Ein Badstuber ist kein Flankengott, der Klose oder Goméz zum Ende hätte noch ordentlich bedienen können. Für mich ist Holger Badstuber ein Innenverteidiger - der junge Contento hätte uns vielleicht mehr helfen können in der Schlussphase von Madrid. Dass was die Mannschaft besser als Barcelona gegen Inter machte - nämlich über die Außen zu kommen -, hat bei uns mangels guter Flanken nicht gestochen.
Die Stimmung im Stadion war dementsprechend, man merkte der Bayern-Kurve noch in der ersten Hälfte an, dass es nicht unser Tag werden würde. Die Choreo der Inter-Fans stellte unsere weit in den Schatten - aber angesichts der schwierigen Umstände im Vorfeld, verdienen die Bemühungen des Club Nr. 12 allerhöchsten Respekt. Irgendwie schienen auch die Umstände allesamt für Inter Mailand zu sprechen, so auch die bestätigte Sperre der CAS für Ribéry (für mich immernoch ein Skandalurteil).
Nun also die dritte Niederlage im vierten Endspiel dieses Wettbewerbs, bei dem ich vor Ort dabei sein durfte. Keine besonders gute Quote für mich. Doch die Perspektive dieser Mannschaft lässt mich mehr als optimistisch nach vorn blicken. Wir haben tolle, junge Talente aus den eigenen Reihen, die bereits in dieser Saison gegen einige der ganz Großen Erfahrung sammeln durften. Wir konnten Franck Ribéry bis 2015 verpflichten und haben damit weiterhin die gefährlichste Flügelzange der Welt. Unsere Leistungsträger sind allesamt jung genug, um auch in den nächsten Jahren Stabilität ins Spiel zu bringen - selbst mit dem ü30-iger van Bommel, der in der Form seines Lebens spielt. Wir sind wirtschaftlich einer der Top-Klubs weltweit und die Mannschaft mit diesem großartigen Fußballlehrer van Gaal, hat das Renomée unseres Vereins noch einmal auf einen Spitzenwert angehoben.
Was fehlt sind Alternativen und ein richtiger Kracher in der Abwehr (z. B. ein Vidic). Wenn wir hier noch nachsteuern, dann sehe ich gute Chancen auch in der nächsten Saison wieder bis ins Finale der CL vorzustoßen. Nachhaltiger Erfolg ist das Stichwort - gepaart mit der Solidarität und dem Herz für den Verein, der sich selbst zu recht als Familie bezeichnet. Im Jahre 2010 ist das längst keine Selbstverständlichkeit mehr.
Das war eine große Saison für den FC Bayern - und jeder hat gespürt, welch' Faszination von dieser Art Fußball und dem Charakter dieser Mannschaft ausgeht. Ich bin dankbar und stolz für die großartigen Spiele, für die tollen Wochen und Monate und für das Double, samt kaum erhoffter Finalteilnahme in der Champions League. Durch die Straßen Madrids bin ich mit hoch erhobenem Haupt entlanggelaufen - keine Finalniederlage war so leicht verdaulich, wie die am Samstag in Bernaubéu.

3 Kommentare:
Auch am Bildschirm war zu erkennen, dass Inter die bessere Mannschaft auf dem Platz war. Aber dennoch können die Bayern stolz auf ihre Saison sein - und auf die Vertragsverlängerung mit Ribéry.
Es macht (selbst mir...) einfach nur Spaß, der Mannschaft zuzuschauen, das ist Fußball (fast) in Perfektion.
In der vergangenen Saison hat der FCB viele Anhänger hinzugewonnen - und Gegner überzeugt. Chapeau.
Zustimmung! In fast allen Teilen der Analyse. Dieses Familien Geschwurbel ist mir persönlich allerdings zu pathetisch und herzrührig. Ansonsten, auch im Fernsehen war Inter die gefährlichere Mannschaft. Bayern fand kein Mittel. In einigen Mannschaftsteilen ist das Team einfach zu limitiert. Allerdings hat man im Tor kein Problem. Nur mal so für Statistiker. Inter hat gegen die aktuellen Meister der drei Topligen Europas gewonnen! Auch ein Umstand der nur einen Schluss zulässt. Verdient den Cup gewonnen. Mein 5. Meisterfinale. Und selten war so wenig Feuer drinnen. Mailand hat einfach nichts (bis auf die Müller-Chance) zugelassen. Nicht mal einen Kampf, in den sich die Bayern hätten reinfighten können. In gewisser Weise ein bitterer Abend als Villa, Porto u. United zusammen - zumindest aus meiner Sicht. Meine Verfassung spiegelt folgender Satz gut wieder: "...keine Finalniederlage war so leicht verdaulich!" So ähnlich ist es häufig zu lesen gewesen in den etzten Tagen. Und genau "Das" ist das Unverdauliche daran.
Man hat deutlich gesehen was uns noch fehlt und wo es hakt. Und man wusste es doch auch die ganze Saison über (Abwehr, Außenstürmer, "Stoß"stürmer). Dazu kamen verpasste Chancen (ich habe tatsächlich ein paar mehr gesehen als Du) und ein nicht sonderlich geglückter Tag für die Herren Schweinsteiger, van Bommel, van Buyten und Olic. Wir haben verdient verloren - nicht unglücklich, nicht kurz vor Ende nachlässig, nicht unverdient. Damit kann ich leben, zumal ich niemals auf einen Endspieleinzug getippt hätte. Die Zukunft gehört uns...
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