Dass Louis van Gaal ein "Feierbiest" ist, hat er gestern eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Mann war ja gar nicht mehr zu bremsen. Hatte er während des Auto-Korsos von der Säbener Straße bis zum Marienplatz gestern tausende Hände geschüttelt, so als würde er jeden Münchner Bürger ganz persönlich begrüßen wollen, zeigte er den 30 000 Fans vor dem Rathausbalkon zunächst seine nicht mehr ganz so strammen Waden. Er, der es als erster Niederländer geschafft hat, eine deutsche Mannschaft zum Meistertitel zu führen, genoß die Meisterfeierlichkeiten wie schon tags zuvor im Berliner Olympiastadion sichtlich. Während andere Meister-Trainer sich dezent zurückhalten und sich beinahe genieren die Meisterschale in den Himmel zu recken, hatte van Gaal damit überhaupt keine Probleme. Er weiß sehr genau, welchen Anteil er an diesem Titel hat. Wer den streitbaren Coach jetzt immernoch unsympathisch findet, dem ist nicht mehr zu helfen. Louis van Gaal zeigte, dass er auch loslassen kann wenn es an der Zeit ist. Man kann sich aber sicher sein, dass er spätestens morgen mit aller Ernsthaftigkeit Titel Nummer Zwei in Angriff nehmen wird. Einer wie van Gaal ist jetzt längst noch nicht satt.

Ich habe schon viele Meisterfeiern auf dem Münchner Rathausbalkon sehen dürfen, aber was da gestern ablief war irgendwie anders als üblich. Irgendwie spürt man beim FCB 2010 einen anderen Spirit - einen, der die Mannschaft selbst bei Fans anderer Vereine plötzlich irgendwie sympathisch macht. Das liegt nicht zuletzt an den Protagonisten: den durchaus Sympathien weckenden Spielern Mark van Bommel oder Arjen Robben, aber auch den Youngsters Müller, Badstuber und Alaba. Dass die Jungs nicht nur atemberaubenden Fußball spielen, sondern auch die klassischen Tugenden wie Kampfgeist und das niemals Aufgeben verkörpern, trägt das Übrige dazu bei. Nie war der FC Bayern auch abseits der rot-weißen Fangemeinde so akzeptiert. Es hat beim FC Bayern auch noch nie so einen guten und schön anzuschauenden Fußball gegeben.
Das Spiel in Berlin war letztlich Nebensache - für beide Mannschaften ging es um nichts mehr. Die Stimmung im Bayern-Block war großartig - und das Berliner Publikum zeigte sich von seiner sportlichen Seite. Über 74 000 sahen den neuen Deutschen Meister und den ersten Absteiger der Saison - eine Kulisse, die man in Berlin so schnell vermutlich nicht mehr zusammen bekommt.
Louis van Gaal entkam der obligatorischen Weißbierdusche dann doch nicht, hatte sich aber wohlweislich zuvor seines Anzuges entledigt und war - unter Gelächter der gesamten Trainerbank - zur zweiten Halbzeit in Trainingsklamotten aus den Katakomben gekommen.

Und während die einen Titel, Champions League-Teilnahme, das Erreichen der internationalen Plätze oder den Nichtabstieg bejubelten, schmeckte für die anderen das Ende der Saison 2009/2010 bitter. Der HSV zum Beispiel steht ohne internationale Teilnahme da, Wolfsburg war der schlechteste Meister seit vielen Jahren, das "Wunder Hoffenheim" landete in der grauen Bedeutungslosigkeit und neben der Hertha musste nun auch der VfL Bochum den Weg in die Zweite Liga antreten. Vor allem Letzteres tut mir persönlich sehr leid, wenngleich man wohl von einem verdienten Abstieg sprechen muss.
Für uns ist die Saison noch nicht zu Ende - bei allen verdienten Feierlichkeiten, es geht weiter. Noch zwei wichtige Spiele. Noch zwei Titelchancen. Die Chance das so genannte Triple zu erreichen, ist greifbar - eine für viele Spieler einmalige Option in ihrer Karriere. Noch nie hat eine deutsche Mannschaft so etwas gestemmt. Es ist an der Zeit.
Bis Donnerstag wird sich entscheiden, ob das Sportgericht in Lausanne dem Einspruch des FC Bayern stattgeben wird und Franck Ribéry doch noch im Champions League-Finale auflaufen darf. Ich wünsche es ihm von ganzem Herzen.
Jetzt gilt vordringlich alle Konzentration dem bevorstehenden DFB-Pokalfinale in Berlin gegen Werder Bremen. Holt den zweiten Titel - holt das Double - macht es möglich!

Ich habe schon viele Meisterfeiern auf dem Münchner Rathausbalkon sehen dürfen, aber was da gestern ablief war irgendwie anders als üblich. Irgendwie spürt man beim FCB 2010 einen anderen Spirit - einen, der die Mannschaft selbst bei Fans anderer Vereine plötzlich irgendwie sympathisch macht. Das liegt nicht zuletzt an den Protagonisten: den durchaus Sympathien weckenden Spielern Mark van Bommel oder Arjen Robben, aber auch den Youngsters Müller, Badstuber und Alaba. Dass die Jungs nicht nur atemberaubenden Fußball spielen, sondern auch die klassischen Tugenden wie Kampfgeist und das niemals Aufgeben verkörpern, trägt das Übrige dazu bei. Nie war der FC Bayern auch abseits der rot-weißen Fangemeinde so akzeptiert. Es hat beim FC Bayern auch noch nie so einen guten und schön anzuschauenden Fußball gegeben.
Das Spiel in Berlin war letztlich Nebensache - für beide Mannschaften ging es um nichts mehr. Die Stimmung im Bayern-Block war großartig - und das Berliner Publikum zeigte sich von seiner sportlichen Seite. Über 74 000 sahen den neuen Deutschen Meister und den ersten Absteiger der Saison - eine Kulisse, die man in Berlin so schnell vermutlich nicht mehr zusammen bekommt.
Louis van Gaal entkam der obligatorischen Weißbierdusche dann doch nicht, hatte sich aber wohlweislich zuvor seines Anzuges entledigt und war - unter Gelächter der gesamten Trainerbank - zur zweiten Halbzeit in Trainingsklamotten aus den Katakomben gekommen.
Und während die einen Titel, Champions League-Teilnahme, das Erreichen der internationalen Plätze oder den Nichtabstieg bejubelten, schmeckte für die anderen das Ende der Saison 2009/2010 bitter. Der HSV zum Beispiel steht ohne internationale Teilnahme da, Wolfsburg war der schlechteste Meister seit vielen Jahren, das "Wunder Hoffenheim" landete in der grauen Bedeutungslosigkeit und neben der Hertha musste nun auch der VfL Bochum den Weg in die Zweite Liga antreten. Vor allem Letzteres tut mir persönlich sehr leid, wenngleich man wohl von einem verdienten Abstieg sprechen muss.
Für uns ist die Saison noch nicht zu Ende - bei allen verdienten Feierlichkeiten, es geht weiter. Noch zwei wichtige Spiele. Noch zwei Titelchancen. Die Chance das so genannte Triple zu erreichen, ist greifbar - eine für viele Spieler einmalige Option in ihrer Karriere. Noch nie hat eine deutsche Mannschaft so etwas gestemmt. Es ist an der Zeit.
Bis Donnerstag wird sich entscheiden, ob das Sportgericht in Lausanne dem Einspruch des FC Bayern stattgeben wird und Franck Ribéry doch noch im Champions League-Finale auflaufen darf. Ich wünsche es ihm von ganzem Herzen.
Jetzt gilt vordringlich alle Konzentration dem bevorstehenden DFB-Pokalfinale in Berlin gegen Werder Bremen. Holt den zweiten Titel - holt das Double - macht es möglich!

5 Kommentare:
Der von dir beschriebene Spirit ist wirklich ganz außergewöhnlich. Solche Teams holen auch schon mal den Europacup. :-)
Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft, lieber Herr Zechbauer. Auf das noch zweit Titel folgen werden.
ja, das wünsche ich uns auch. Was wäre das für ein Jahr?!
Schaffen wir das Triple, schreiben wir den "Engel Aloisius" um...
Glückwunsch aus dem hohen Norden.
Und jetzt ran an das Maximum!
"Irgendwie spürt man beim FCB 2010 einen anderen Spirit - einen, der die Mannschaft selbst bei Fans anderer Vereine plötzlich irgendwie sympathisch macht." - Keine Angst, das kriegt Kalle Rummenigge schon wieder rueckgaengig gemacht...
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