Helge Schneider brachte es auf den Punkt - und dieser Satz steht für das, was den FC Bayern München ausmacht: Siegeswille pur, Saison für Saison, Jahrzehnt für Jahrzehnt! Kein Klub in Deutschland hat ein ähnliches Durchhaltevermögen über die Zeit gebracht. Nicht Mönchengladbach oder der 1. FC Köln, auch Hamburg nicht. Dortmunds Versuch die Bayern zu kopieren, endete fast in der Pleite - und auch Bremen, Lautern, Leverkusen, Stuttgart und wie sie alle heißen, sind keine Langzeitkonkurrenz für den Rekordmeister.
Nun schicken sich andere an, den Bayern Paroli zu bieten, zu allererst der Deutsche Meister himself, der VfL Wolfsburg. Wo das in dieser Saison endete? Jedenfalls nicht im Meisterschaftskampf - in Sachen Titelchancen spielte der Werksklub des Volkswagen-Konzerns keine Rolle.
Der "Wunderknabe der Liga" aus der letzten Spielzeit, die TSG Hoffenheim, endete wie prognostiziert im Irgendwo - auch die Kraichgauer haben die Fußballwelt hierzulande nicht aus den Angeln gehoben. Es ist eben leichter nach oben zu kommen, als dann auch oben zu bleiben.
Bayer 04 Leverkusen hingegen überraschte mit einer konstant guten Saison und schickte sich tatsächlich an, den Bayern ein ebenbürtiger Konkurrent um den Titel zu sein. Wäre da nicht das fast schon klassische Einknicken zum Schluss - wenngleich in diesem Jahr auch aus nachvollziehbaren Gründen. Immerhin dürfte das Saisonziel in Leverkusen erreicht werden. Und dann war da noch Schalke. Was soll man sagen? Der Klub lebt noch, obwohl eigentlich pleite - und wie eine Bluttransfusion wirkt der neue all-in-one-Verantwortliche Felix Magath. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten spricht in/auf/bei Schalke nur eine Stimme: die des Meistertrainers der letzten Saison. Keine Provinzfürsten - die ihr Ego über ihr Engagement im Fußball aufblähen müssen - quatschen dem Trainer hinein - und siehe da, es geht. Schalke 04 muss man wieder ernstnehmen. Schöner Fußball ist anders, aber der Erfolg spricht für einen wie Magath - und Magath steht für effizienten, den Möglichkeiten angepassten Fußball. Ob nun Schalke oder doch die Bayern Meister werden, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Es ist auch egal - für beide ist die Saison jetzt schon ein Erfolg, auch ohne Titel.
Und bei dieser völlig Bayern-untypischen Aussage - die auch konträr zu Helge Schneiders Ausspruch steht - sind wir jetzt beim FC Bayern 2010 angekommen:
Tja, die Saison eins nach Klinsmann - schuld am Klimawandel, an König Ludwigs Tod - und an was weiß ich was - und ausgerechnet ein arroganter Holländer übernimmt das Traineramt. Die nationale Pressemeute jubilierte, der nächste Bayern-Horror schien vorprogrammiert. Doch ein Louis van Gaal ist viel mehr als das, was er zunächst zu sein schien. Kein abgehalfterter, abgehobener Alt-Trainer, der vom Ruhm vergangener Tage zehrt. Er ist Visionär, ein Fußballästhet und er hat einen Plan. Ja, und mit der Zeit wird er einem sogar richtig sympathisch.
Hat man in der letzten Saison noch diskutiert, ob nun die junge wilde Trainergarde an der Reihe ist und die Altverdienten verdrängt, hat diese Frage sich in der laufenden Spielzeit klar beantwortet. Trainer wie Magath, Heynckes und natürlich auch van Gaal haben, was einem Labbadia, einem Babbel und einem Rangnick etc. noch fehlt. Sie können junge Talente einbauen und haben die Stars im Griff, sie bauen an einem ganzheitlichen System und haben damit langfristig Erfolg - wenn man sie lässt.
Van Gaal haben sie gelassen beim FCB, auch wenn es zwischenzeitlich stürmisch war als die Erfolge ausblieben. Was sich andeutete, hat sich verdichtet und wird sich am Ende hoffentlich auch auszahlen. Aber was, wenn nicht? In München zählen Titel.
Für mich ist die Saison auch ohne Titel ein imposanter Schritt nach vorne. Nach neun Jahren sind wir international wieder näher an die Spitze gerückt. National sind wir - wie eingangs erwähnt - langfristig von keinem Verein in unserem Status als Branchenführer bedroht. Der Fußball des jetzigen FC Bayern ist größtenteils ein Augenschmaus. Punktuell verstärkt und mit vielversprechenden Talenten in der zweiten Reihe, kann der FCB in den nächsten Jahren eine gewichtige Rolle im europäischen Vereinsfußball spielen. Nur unter Hitzfeld 2001 durften wir für ein Jahr an der Spitze Europas thronen - nachhaltig war das jedoch nicht. Es wäre schön, wenn der FC Bayern unter van Gaal eine neue, große Ära erfahren würde. Aber das hängt auch von den Vorstellungen des Niederländers ab.
Nun schicken sich andere an, den Bayern Paroli zu bieten, zu allererst der Deutsche Meister himself, der VfL Wolfsburg. Wo das in dieser Saison endete? Jedenfalls nicht im Meisterschaftskampf - in Sachen Titelchancen spielte der Werksklub des Volkswagen-Konzerns keine Rolle.
Der "Wunderknabe der Liga" aus der letzten Spielzeit, die TSG Hoffenheim, endete wie prognostiziert im Irgendwo - auch die Kraichgauer haben die Fußballwelt hierzulande nicht aus den Angeln gehoben. Es ist eben leichter nach oben zu kommen, als dann auch oben zu bleiben.
Bayer 04 Leverkusen hingegen überraschte mit einer konstant guten Saison und schickte sich tatsächlich an, den Bayern ein ebenbürtiger Konkurrent um den Titel zu sein. Wäre da nicht das fast schon klassische Einknicken zum Schluss - wenngleich in diesem Jahr auch aus nachvollziehbaren Gründen. Immerhin dürfte das Saisonziel in Leverkusen erreicht werden. Und dann war da noch Schalke. Was soll man sagen? Der Klub lebt noch, obwohl eigentlich pleite - und wie eine Bluttransfusion wirkt der neue all-in-one-Verantwortliche Felix Magath. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten spricht in/auf/bei Schalke nur eine Stimme: die des Meistertrainers der letzten Saison. Keine Provinzfürsten - die ihr Ego über ihr Engagement im Fußball aufblähen müssen - quatschen dem Trainer hinein - und siehe da, es geht. Schalke 04 muss man wieder ernstnehmen. Schöner Fußball ist anders, aber der Erfolg spricht für einen wie Magath - und Magath steht für effizienten, den Möglichkeiten angepassten Fußball. Ob nun Schalke oder doch die Bayern Meister werden, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Es ist auch egal - für beide ist die Saison jetzt schon ein Erfolg, auch ohne Titel.
Und bei dieser völlig Bayern-untypischen Aussage - die auch konträr zu Helge Schneiders Ausspruch steht - sind wir jetzt beim FC Bayern 2010 angekommen:
Tja, die Saison eins nach Klinsmann - schuld am Klimawandel, an König Ludwigs Tod - und an was weiß ich was - und ausgerechnet ein arroganter Holländer übernimmt das Traineramt. Die nationale Pressemeute jubilierte, der nächste Bayern-Horror schien vorprogrammiert. Doch ein Louis van Gaal ist viel mehr als das, was er zunächst zu sein schien. Kein abgehalfterter, abgehobener Alt-Trainer, der vom Ruhm vergangener Tage zehrt. Er ist Visionär, ein Fußballästhet und er hat einen Plan. Ja, und mit der Zeit wird er einem sogar richtig sympathisch.
Hat man in der letzten Saison noch diskutiert, ob nun die junge wilde Trainergarde an der Reihe ist und die Altverdienten verdrängt, hat diese Frage sich in der laufenden Spielzeit klar beantwortet. Trainer wie Magath, Heynckes und natürlich auch van Gaal haben, was einem Labbadia, einem Babbel und einem Rangnick etc. noch fehlt. Sie können junge Talente einbauen und haben die Stars im Griff, sie bauen an einem ganzheitlichen System und haben damit langfristig Erfolg - wenn man sie lässt.
Van Gaal haben sie gelassen beim FCB, auch wenn es zwischenzeitlich stürmisch war als die Erfolge ausblieben. Was sich andeutete, hat sich verdichtet und wird sich am Ende hoffentlich auch auszahlen. Aber was, wenn nicht? In München zählen Titel.
Für mich ist die Saison auch ohne Titel ein imposanter Schritt nach vorne. Nach neun Jahren sind wir international wieder näher an die Spitze gerückt. National sind wir - wie eingangs erwähnt - langfristig von keinem Verein in unserem Status als Branchenführer bedroht. Der Fußball des jetzigen FC Bayern ist größtenteils ein Augenschmaus. Punktuell verstärkt und mit vielversprechenden Talenten in der zweiten Reihe, kann der FCB in den nächsten Jahren eine gewichtige Rolle im europäischen Vereinsfußball spielen. Nur unter Hitzfeld 2001 durften wir für ein Jahr an der Spitze Europas thronen - nachhaltig war das jedoch nicht. Es wäre schön, wenn der FC Bayern unter van Gaal eine neue, große Ära erfahren würde. Aber das hängt auch von den Vorstellungen des Niederländers ab.

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