Tiefstapelei sind wir ja gewohnt von Felix Magath in diesen Wochen. Aber schon vor und nach dem Pokalhalbfinalspiel gegen Bayern München spürte man, dass Felix' Nerven nun langsam doch das Zucken anfangen. Die Erwartungshaltung der "Region" kann Magath jetzt nicht mehr von seiner Mannschaft fernhalten - Schalke ist Tabellenführer, wenige Spieltage vor Saisonende. Wegzureden ist das jetzt nicht mehr: Schalke ist Meisterschaftskandidat.
Die Rasendiskussion, die laut Magath für ihn nicht von Bedeutung war, hat Schalkes Trainer, Manager und Vorstandsmitglied in Personalunion erst zu einer Diskussion gemacht. Süffisantes Presseclubgeschwafel, statt einfach zu sagen: Ja, der Rasen war scheisse. Herr R. aus M. hingegen hat ein neues Hobby gefunden - und beißt sich an der Thematik jetzt fest wie ein scharf gemachter Pitbull-Terrier. Das übliche Tamtam im Meisterschaftsduell, oder doch mehr? Immerhin handelt es sich ja um einen Verstoß gegen die Lizensierungsordnung - für einen solchen (also den Verstoß, nicht den Rasen) bekommt Arminia Bielefeld (ein Klub mit "weniger Lobby", wenn Magath recht hat) Punkte abgezogen.
Wie dem auch sei, ich wundere mich immer wenn sich Profispieler (auch ehemalige) über den Zustand des Rasens auslassen - hat man die Karriere doch auf Ascheplätzen und Oppa's Hügel im Garten gestartet. Und da hat ja auch keiner gemosert. Dass ich als Klumpfußballer Probleme mit schwerem Geläuf habe, geschenkt - aber Spitzenprofis?
Jetzt legt Magath nach: "In der zweiten Hälfte waren wir teils sogar spielerisch besser als Bayern. Was da also erzählt wird, ist Unsinn. Wir waren über weite Strecken ebenbürtig. Wir werden angreifen", so Magath gegenüber der Sportbild. Gemeint war das Pokalhalbfinalspiel - aber in der Retrospektive sieht man die Dinge ja immer in schöneren Farben. Das mache ich auch so: meine Jugendzeit war das reinste Abenteuer ... von Pickeln, Brille und Liebeskummer keine Spur - hab' ich vergessen. Nee, nee, Herr Magath, Schalke spielte in blau! Die anderen, das waren die Bayern, deren Trainer sind Sie aber nicht mehr.
"Bayern musste dieses Duell (Anm. Manchester) sehr ernst nehmen. Keiner der Spieler konnte sich schonen. Wir dagegen sind ausgeruhter und können unseren Fokus seit dem Leverkusen-Spiel auf Bayern legen. Meine Mannschaft wird die richtige Antwort auf dem Platz geben", sagt Magath weiter. Felix Magath ist also angekommen in der Realität der Bundesliga im Frühjahr 2010. Zumindest indirekt spricht er jetzt über die Meisterschaft.
Diese Realität wird am Samstagnachmittag noch besser zu beurteilen sein - es wird in jedem Fall ein enorm spannendes und sicher auch hitziges Duell, denn die taktische Finesse der Schalker - das "Unterbrechungsfoul", wie ich es nenne - kennen wir ja bereits.
Es geht um mehr als drei Punkte bei diesem Gipfeltreffen der Liga (dass ich das mal in Zusammenhang mit Schalke 04 daherfloskeln würde). Es geht um die Tabellenführung - Ausbau derselben oder Rückeroberung, je nach Lager. Es geht aber auch um das Einbiegen auf die Zielgerade im Titelkampf. Da hat nun einmal der die besseren Karten, der die Nase hier vorne hat. Zudem ist Felix Magaths Nase groß, da dürfte es schwer werden noch daran vorbei zu kommen.
Die Bayern haben noch die, in dieser Saison sehr heimstarken, Leverkusener vor der Brust - und Schalke das leichtere Restprogramm - zumindest auf dem Papier. Was aber zählt im Endspurt, sind die Nerven und der Kopf. Die Nerven von Schalkes Trainer sind schon etwas angegriffen. Es wird sich zeigen wie es um die Köpfe der Schalker Spieler bestellt ist, wenn sie sich vergegenwärtigen wie groß ihre Chance jetzt ist, nach 52 Jahren (echt?) wieder Schalke zum Meister zu machen. Da können die Beine auch ohne tiefen Rasen verdammt schwer werden.
Die Bayern dürfte der Sieg gegen MUFC eher beflügeln als lähmen - auch wenn die 90 Minuten von Dienstag noch in den Beinen stecken (Minuten stecken in Beinen, ich liebe Fußballgequatsche!). Dazu kommt, dass sowohl der eminent wichtige Schweinsteiger und auch Arjen Robben wieder im Team sind. Dass sie Schalke schlagen können, haben sie bereits bewiesen. Jetzt muss nur noch Arjens Wade mitmachen, wobei wir wieder bei Beinen wären. Also auf geht's, Ihr Roten!
Idiom der Woche: Immer schön die Kirche im Dorf lassen, gelle? Immerhin lese ich schon wieder die Unkenrufe, Manchester sei schwach gewesen, man dürfte sich jetzt nicht in Sicherheit wiegen etc. Typisch deutsch. Andernlands würde die Leutchen vermutlich den Himmel aus den Angeln stemmen (siehe Presseschlagzeilen) und in verblendeter Euphorie ihr Team als das beste der Welt verehren. Des Deutschen Sache ist dieses Gehabe nicht - lieber warnen und kleinreden. Genießen wir es doch einfach - wie lange es auch dauern mag.
Ich denke, die Mannschaft weiß sehr genau, dass man viel (vielleicht nicht alles) gewinnen kann in den nächsten Wochen, aber auch vice versa.
Mir meißeln Spiele wie das gegen Manchester ein Lächeln ins Gesicht. Und wenn wir am Samstag auch gegen Schalke gewinnen, ist meine Bayern-Welt wieder in Ordnung. Ohne wenn und aber.
Die Rasendiskussion, die laut Magath für ihn nicht von Bedeutung war, hat Schalkes Trainer, Manager und Vorstandsmitglied in Personalunion erst zu einer Diskussion gemacht. Süffisantes Presseclubgeschwafel, statt einfach zu sagen: Ja, der Rasen war scheisse. Herr R. aus M. hingegen hat ein neues Hobby gefunden - und beißt sich an der Thematik jetzt fest wie ein scharf gemachter Pitbull-Terrier. Das übliche Tamtam im Meisterschaftsduell, oder doch mehr? Immerhin handelt es sich ja um einen Verstoß gegen die Lizensierungsordnung - für einen solchen (also den Verstoß, nicht den Rasen) bekommt Arminia Bielefeld (ein Klub mit "weniger Lobby", wenn Magath recht hat) Punkte abgezogen.
Wie dem auch sei, ich wundere mich immer wenn sich Profispieler (auch ehemalige) über den Zustand des Rasens auslassen - hat man die Karriere doch auf Ascheplätzen und Oppa's Hügel im Garten gestartet. Und da hat ja auch keiner gemosert. Dass ich als Klumpfußballer Probleme mit schwerem Geläuf habe, geschenkt - aber Spitzenprofis?
Jetzt legt Magath nach: "In der zweiten Hälfte waren wir teils sogar spielerisch besser als Bayern. Was da also erzählt wird, ist Unsinn. Wir waren über weite Strecken ebenbürtig. Wir werden angreifen", so Magath gegenüber der Sportbild. Gemeint war das Pokalhalbfinalspiel - aber in der Retrospektive sieht man die Dinge ja immer in schöneren Farben. Das mache ich auch so: meine Jugendzeit war das reinste Abenteuer ... von Pickeln, Brille und Liebeskummer keine Spur - hab' ich vergessen. Nee, nee, Herr Magath, Schalke spielte in blau! Die anderen, das waren die Bayern, deren Trainer sind Sie aber nicht mehr.
"Bayern musste dieses Duell (Anm. Manchester) sehr ernst nehmen. Keiner der Spieler konnte sich schonen. Wir dagegen sind ausgeruhter und können unseren Fokus seit dem Leverkusen-Spiel auf Bayern legen. Meine Mannschaft wird die richtige Antwort auf dem Platz geben", sagt Magath weiter. Felix Magath ist also angekommen in der Realität der Bundesliga im Frühjahr 2010. Zumindest indirekt spricht er jetzt über die Meisterschaft.
Diese Realität wird am Samstagnachmittag noch besser zu beurteilen sein - es wird in jedem Fall ein enorm spannendes und sicher auch hitziges Duell, denn die taktische Finesse der Schalker - das "Unterbrechungsfoul", wie ich es nenne - kennen wir ja bereits.
Es geht um mehr als drei Punkte bei diesem Gipfeltreffen der Liga (dass ich das mal in Zusammenhang mit Schalke 04 daherfloskeln würde). Es geht um die Tabellenführung - Ausbau derselben oder Rückeroberung, je nach Lager. Es geht aber auch um das Einbiegen auf die Zielgerade im Titelkampf. Da hat nun einmal der die besseren Karten, der die Nase hier vorne hat. Zudem ist Felix Magaths Nase groß, da dürfte es schwer werden noch daran vorbei zu kommen.
Die Bayern haben noch die, in dieser Saison sehr heimstarken, Leverkusener vor der Brust - und Schalke das leichtere Restprogramm - zumindest auf dem Papier. Was aber zählt im Endspurt, sind die Nerven und der Kopf. Die Nerven von Schalkes Trainer sind schon etwas angegriffen. Es wird sich zeigen wie es um die Köpfe der Schalker Spieler bestellt ist, wenn sie sich vergegenwärtigen wie groß ihre Chance jetzt ist, nach 52 Jahren (echt?) wieder Schalke zum Meister zu machen. Da können die Beine auch ohne tiefen Rasen verdammt schwer werden.
Die Bayern dürfte der Sieg gegen MUFC eher beflügeln als lähmen - auch wenn die 90 Minuten von Dienstag noch in den Beinen stecken (Minuten stecken in Beinen, ich liebe Fußballgequatsche!). Dazu kommt, dass sowohl der eminent wichtige Schweinsteiger und auch Arjen Robben wieder im Team sind. Dass sie Schalke schlagen können, haben sie bereits bewiesen. Jetzt muss nur noch Arjens Wade mitmachen, wobei wir wieder bei Beinen wären. Also auf geht's, Ihr Roten!
Mein Tipp: Schalke 0, Bayern 1
Manchester United aftermath
Idiom der Woche: Immer schön die Kirche im Dorf lassen, gelle? Immerhin lese ich schon wieder die Unkenrufe, Manchester sei schwach gewesen, man dürfte sich jetzt nicht in Sicherheit wiegen etc. Typisch deutsch. Andernlands würde die Leutchen vermutlich den Himmel aus den Angeln stemmen (siehe Presseschlagzeilen) und in verblendeter Euphorie ihr Team als das beste der Welt verehren. Des Deutschen Sache ist dieses Gehabe nicht - lieber warnen und kleinreden. Genießen wir es doch einfach - wie lange es auch dauern mag.
Gazzetta dello Sport: „Super-Bayern! Rooney genügt nicht und die Deutschen holen auf und siegen. Die Mannschaft von van Gaal beweist wieder einmal, besonders zäh zu sein - wie bereits der AC Florenz schmerzhaft zu spüren bekommen hat. Die große Offensivkraft der Bayern führt zu beeindruckenden Resultaten.“
Repubblica: „Wahnsinnige Bayern, Manchester gnadenlos besiegt. Die Deutschen beweisen ihren Siegeswillen mit einer atemberaubenden Aufholjagd.“
Ich denke, die Mannschaft weiß sehr genau, dass man viel (vielleicht nicht alles) gewinnen kann in den nächsten Wochen, aber auch vice versa.
Mir meißeln Spiele wie das gegen Manchester ein Lächeln ins Gesicht. Und wenn wir am Samstag auch gegen Schalke gewinnen, ist meine Bayern-Welt wieder in Ordnung. Ohne wenn und aber.

2 Kommentare:
Wir siegen 2:1 (Robben, Olic).
Bitte zeigt den Schalkern am Samstag die Grenzen auf.
Gruß
Beatsox
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