Die Schlacht ist gewonnen - trotz Niederlage - der wohl schönsten der letzten Jahre. Unfassbar!
Es ist vollbracht - nach neun langen Jahren ist der FC Bayern endlich wieder ins Halbfinale der Champions League eingezogen! Beide Halbfinalspiele gegen Manchester hatten genau das, was den Fußball so besonders - so berauschend und spannend macht. Ein Wechselbad der Gefühle auf beiden Seiten. Gestern Abend erst die Wucht der Freude über die frühen Tore bei den Anhängern der United, dann erste Zweifel und der Schock - atemlose Erstarrung, als das Blatt sich wendete. Auf der Seite der Bayern zunächst gelähmtes Entsetzen über das, was sich da in Halbzeit eins abspielte, dann ein Funken der Hoffnung und letztendlich den totalen Triumph und der Rausch des Erfolgs! Traumhafte Tore, knisternde Spannung - That's Football in all seiner Unnachahmlichkeit!
Die von mir vermutete Dramaturgie fand tatsächlich statt - wenngleich auch nicht eins zu eins. Die Bayern mit dem Kopf nicht im Spiel, körperlich im Lähmungszustand - ein Beginn, wie er schlimmer wohl nicht hätte kommen können. Nach knapp drei Minuten war die gute Ausgangsposition schon ad acta gelegt. Die Bayern-Defensive im Tiefschlaf, Manchester geht durch einen Flachschuss von Darron Gibson in Führung. Demichelis wirft sich nicht zwischen den Ball und Butt sieht ihn zu spät. Danach wird es erst richtig schlimm. So als hätte er alle Fehler einer nahezu fehlerlosen Saison in ein Spiel zu packen, war Holger Badstuber von allen guten Geistern verlassen. Die Unruhe in der bajuwarischen Abwehr übertrug sich wie ein australisches Buschfeuer - Demichelis verunsichert, Butt im Tor flatterte regelrecht. Bayern - nicht im Spiel - verlor nahezu jeden Zweikampf, griff zu spät den Ball führenden Spieler an, konnte keinerlei Akzente nach vorne setzen. Eine Albtraumvorstellung. Einzig Bastian Schweinsteiger zeigte, dass man diesem Gegner mit Herz und Kampfgeist entgegentreten muss. Keine sieben Minuten waren gespielt, da schlägt es erneut im Bayern-Tor ein. Badstuber verweigert jeglichen Zweikampf mit Valencia an der Strafraumgrenze, der Ball kommt zu Nani - und der versenkt ihn in Rabah Madjer-Manier im Tor - nichts zu machen für Butt. Ein Traumtor von Nani, der im Gegensatz zum Hinspiel bester Mann auf dem Platz war. Die Situation hatte sich allerdings durch das zweite Tor gar nicht verändert - den Bayern fehlte nach wie vor ein Treffer, damit wäre der Gleichstand wieder hergestellt und das Spiel wieder offen.
Es dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis die Bayern zum ersten Mal so etwas wie einen gelungenen Angriff vortrugen. Der Schock dieser frühen zwei Tore saß tief.
Ein traumhafter Angriff in Minute 39. brachte die Bayern dann zum ersten Mal wieder ins Spiel - Olic scheiterte knapp an van der Sar.
Zwei Minuten später war es wieder Holger Badstuber, der mit seinem Gegenspieler überhaupt nicht zurecht kam. Badstubers Umschalten viel zu langsam und zaghaft, wieder ein unbedrängter Pass von rechts , Nani haut das Ding unter die Latte zum 3:0. Das saß!
Doch dann kam Ivica Olic fast im Gegenzug - bekommt den Ball nach einem Kopfball unter Kontrolle, lässt seinen Gegenspieler aussteigen und schiebt aus einem extrem spitzen Winkel den Ball noch an Uniteds Schlussmann vorbei ins Tor! Fantastisch gemacht!
Die von mir vermutete Dramaturgie fand tatsächlich statt - wenngleich auch nicht eins zu eins. Die Bayern mit dem Kopf nicht im Spiel, körperlich im Lähmungszustand - ein Beginn, wie er schlimmer wohl nicht hätte kommen können. Nach knapp drei Minuten war die gute Ausgangsposition schon ad acta gelegt. Die Bayern-Defensive im Tiefschlaf, Manchester geht durch einen Flachschuss von Darron Gibson in Führung. Demichelis wirft sich nicht zwischen den Ball und Butt sieht ihn zu spät. Danach wird es erst richtig schlimm. So als hätte er alle Fehler einer nahezu fehlerlosen Saison in ein Spiel zu packen, war Holger Badstuber von allen guten Geistern verlassen. Die Unruhe in der bajuwarischen Abwehr übertrug sich wie ein australisches Buschfeuer - Demichelis verunsichert, Butt im Tor flatterte regelrecht. Bayern - nicht im Spiel - verlor nahezu jeden Zweikampf, griff zu spät den Ball führenden Spieler an, konnte keinerlei Akzente nach vorne setzen. Eine Albtraumvorstellung. Einzig Bastian Schweinsteiger zeigte, dass man diesem Gegner mit Herz und Kampfgeist entgegentreten muss. Keine sieben Minuten waren gespielt, da schlägt es erneut im Bayern-Tor ein. Badstuber verweigert jeglichen Zweikampf mit Valencia an der Strafraumgrenze, der Ball kommt zu Nani - und der versenkt ihn in Rabah Madjer-Manier im Tor - nichts zu machen für Butt. Ein Traumtor von Nani, der im Gegensatz zum Hinspiel bester Mann auf dem Platz war. Die Situation hatte sich allerdings durch das zweite Tor gar nicht verändert - den Bayern fehlte nach wie vor ein Treffer, damit wäre der Gleichstand wieder hergestellt und das Spiel wieder offen.
Es dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis die Bayern zum ersten Mal so etwas wie einen gelungenen Angriff vortrugen. Der Schock dieser frühen zwei Tore saß tief.
Ein traumhafter Angriff in Minute 39. brachte die Bayern dann zum ersten Mal wieder ins Spiel - Olic scheiterte knapp an van der Sar.
Zwei Minuten später war es wieder Holger Badstuber, der mit seinem Gegenspieler überhaupt nicht zurecht kam. Badstubers Umschalten viel zu langsam und zaghaft, wieder ein unbedrängter Pass von rechts , Nani haut das Ding unter die Latte zum 3:0. Das saß!
Doch dann kam Ivica Olic fast im Gegenzug - bekommt den Ball nach einem Kopfball unter Kontrolle, lässt seinen Gegenspieler aussteigen und schiebt aus einem extrem spitzen Winkel den Ball noch an Uniteds Schlussmann vorbei ins Tor! Fantastisch gemacht!
Wieder fehlte den Bayern nur ein Treffer. Sie waren wieder im Spiel. Kurz vor der Pause drehten die Bayern plötzlich auf, drückten Manchester hinten rein und zeigten endlich die Tugenden, die wir wohl alle schon früher erwartet hätten. Robben kommt durch einen Schuss fast zum Anschlusstreffer - van der Sar kann aber noch parieren. Dann der Pausenpfiff.
Olics Tor hatte die Bayern anscheinend wach gerüttelt - Goméz kam für Müller und plötzlich war der Zug drin, den man sich als Bayern-Fan gewünscht hatte. Die Bayern nun endlich auf Augenhöhe mit dem Gegner, der dann ab der 50. Minute auf Rafael verzichten musste und fortan wegen der gelb-roten Karte in Unterzahl spielte. Jetzt waren die Bayern dran. Spiel auf ein Tor, wie im Handball ließen sie den Ball vor dem Strafraum Uniteds zirkulieren. Die Gastgeber nun komplett zurückgezogen im eigenen Strafraum, Rooney ging - für ihn kam mit O'Shea noch ein Verteidiger. Die Bayern durch Ribéry und Goméz mit guten Möglichkeiten - im Gegenzug setzten Nani und Carrick noch Offensivakzente, die aber durch Hans-Jörg Butt abgewehrt werden konnten.
Im Stillen hoffte ich zu der Zeit auf ein spätes (und dadurch entscheidendes) Bayern-Tor. Der FCB geduldig, die Lücke suchend, auf Fehler lauernd, kam dann aber doch schon 15 Minuten vor Ende der Partie zum Anschlusstreffer. Und was für einer!
Ecke Ribéry, der sieht den frei stehenden Robben und bringt den Ball mit einer Kerze auf den Fuß des Niederländers - Arjen Robben nimmt ihn volley und haut ihn unhaltbar ins linke untere Toreck. Nichts zu machen für Edwin van der Sar. Ein Traumtor! Ein Tor des Jahres - ein typisches Robben-Tor eben.
Die Schlussphase der Partie wurde weiter vom FCB bestimmt - sie spielten klug, ohne den Gegner oft in Ballbesitz kommen zu lassen, hinten weitestgehend sicher. Ohne Zeit zu schinden ging es weiterhin nach vorne - Bayern wollte noch den Ausgleich. Die Minuten vergingen - aber so richtig entspannen kann ich mich bei Manchester United nie (Trauma!). Die Drei Minuten Nachspielzeit (wofür eigentlich?) brachten die Bayern dann aber auch noch gefahrlos hinter sich. Schlusspfiff! Wir haben es gepackt! Bavaria Fantastica!
Die Bayern haben in beiden Spielen Herz, Kampfgeist, eine unglaubliche Moral und individuelle Klasse gezeigt. Der FC Bayern hat gestern - und sicher nicht nur in Liverpools Pubs - ein paar Fans in England hinzu gewonnen. Bayern stand in beiden Spielen für das, was Engländer ganz besonders lieben und bewundern: Rückschläge wegstecken, weiterkämpfen, nie aufgeben. Ganz Fußball-Deutschland kann stolz auf Euch sein, Jungs!
Jetzt geht's am 21. April gegen Olympique Lyon - im Hinspiel ohne Badstuber und van Bommel, beide gelb gesperrt.
Olics Tor hatte die Bayern anscheinend wach gerüttelt - Goméz kam für Müller und plötzlich war der Zug drin, den man sich als Bayern-Fan gewünscht hatte. Die Bayern nun endlich auf Augenhöhe mit dem Gegner, der dann ab der 50. Minute auf Rafael verzichten musste und fortan wegen der gelb-roten Karte in Unterzahl spielte. Jetzt waren die Bayern dran. Spiel auf ein Tor, wie im Handball ließen sie den Ball vor dem Strafraum Uniteds zirkulieren. Die Gastgeber nun komplett zurückgezogen im eigenen Strafraum, Rooney ging - für ihn kam mit O'Shea noch ein Verteidiger. Die Bayern durch Ribéry und Goméz mit guten Möglichkeiten - im Gegenzug setzten Nani und Carrick noch Offensivakzente, die aber durch Hans-Jörg Butt abgewehrt werden konnten.
Im Stillen hoffte ich zu der Zeit auf ein spätes (und dadurch entscheidendes) Bayern-Tor. Der FCB geduldig, die Lücke suchend, auf Fehler lauernd, kam dann aber doch schon 15 Minuten vor Ende der Partie zum Anschlusstreffer. Und was für einer!
Ecke Ribéry, der sieht den frei stehenden Robben und bringt den Ball mit einer Kerze auf den Fuß des Niederländers - Arjen Robben nimmt ihn volley und haut ihn unhaltbar ins linke untere Toreck. Nichts zu machen für Edwin van der Sar. Ein Traumtor! Ein Tor des Jahres - ein typisches Robben-Tor eben.
Die Schlussphase der Partie wurde weiter vom FCB bestimmt - sie spielten klug, ohne den Gegner oft in Ballbesitz kommen zu lassen, hinten weitestgehend sicher. Ohne Zeit zu schinden ging es weiterhin nach vorne - Bayern wollte noch den Ausgleich. Die Minuten vergingen - aber so richtig entspannen kann ich mich bei Manchester United nie (Trauma!). Die Drei Minuten Nachspielzeit (wofür eigentlich?) brachten die Bayern dann aber auch noch gefahrlos hinter sich. Schlusspfiff! Wir haben es gepackt! Bavaria Fantastica!
Die Bayern haben in beiden Spielen Herz, Kampfgeist, eine unglaubliche Moral und individuelle Klasse gezeigt. Der FC Bayern hat gestern - und sicher nicht nur in Liverpools Pubs - ein paar Fans in England hinzu gewonnen. Bayern stand in beiden Spielen für das, was Engländer ganz besonders lieben und bewundern: Rückschläge wegstecken, weiterkämpfen, nie aufgeben. Ganz Fußball-Deutschland kann stolz auf Euch sein, Jungs!
Jetzt geht's am 21. April gegen Olympique Lyon - im Hinspiel ohne Badstuber und van Bommel, beide gelb gesperrt.
Zitat des Tages:
Frage: Wie erklären Sie sich die Moral der Mannschaft? Zwei Tore in Manchester aufzuholen, ist ja nicht alltäglich...
Hoeneß: Die kriegen gutes Essen und viel Schlaf und dann müssen sie einfach nur laufen.

1 Kommentare:
Glückwunsch zur siegreichen Niederlage. Auf dem Weg zum Triple oder so darf aber ruhig über 96 gestolpert werden. Das hält die Bayern-Kicker auf dem Boden und die Roten in der Liga.
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