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Dienstag, 26. Januar 2010

Football Overdose

Was für eine Dominanz! - und dennoch bin ich weit davon entfernt jetzt schon die Welt in rot-weißen Farben zu malen. Der Kampf um den Meistertitel wird ein harter Gang, noch gibt sich Leverkusen - der derzeit einzig ernstzunehmende Konkurrent - keine Blöße. Nicht zu vergessen, dass Bayern noch ein bißchen Champions League und DFB-Pokal-Belastung nebenher haben wird. Die Tatsache, dass wir mit nahezu zehn hundertprozentigen Torchancen nur drei Tore erzielen konnten und Bremen, hoffnungslos unterlegen, immerhin noch zwei, darf nachdenklich machen. Doch die Freude über Power-Fußball erster Güte (weitestgehend ohne Ribéry) darf ebenso reichlich ausgekostet werden. Dummerweise habe ich die Bayern-Partie bislang nur in Ausschnitten sehen dürfen, denn ich war ganz schön unterwegs am Wochenende.

Nachdem die Winterpause endlich vorbei ist, hatte ich Nachholbedarf - den konnte ich dann am vergangenen Wochenende stillen. Jetzt habe ich 'ne Überdosis Fußball.

Das Programm: Am Freitag Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin in der Esprit-Arena ohne Esprit, anschließend Freiburg vs Stuttgart im TV. Dann am Samstag zunächst St. Pauli gegen Aachen am Fernseher, anschließend VfL gegen Schalke im Ruhrstadion. Danach ging es dann nach Dortmund (gegen den HSV) und am Sonntag folgte noch live auf DSF die FA Cup-Partie Stoke City vs Arsenal - zuzüglich diverser Zusammenfassungen des Bundesliga-Spieltages.

Düsseldorf hat kein Fußballstadion
Das erste Mal für mich in der Düsseldorfer Esprit-Arena und ich war entsetzt. Was ist das denn? Ich kam mir vor wie beim Hallenfußball. Der Weg in die Arena mutet eher nach Konzerthalle an, als dass man die vorfreudige Erwartung genießen könnte gleich ein Fußballstadion zu betreten. Da hatte ja das alte Rheinstadion mehr Flair. Man sieht gar kein Stadion, nur Fassaden die auch zur irgendeiner der Messehallen gehören könnten.
Das Gedränge am Einlass ist überflüssig und nervtötend, ganz mies organisiert. Bei Verlassen des Stadions ist es ähnlich, überall Hindernisse in Form eines Labyrinths von Absperrketten. Sinn und Zweck erschließt sich mir nicht.

Zum Spiel: Na ja, Düsseldorf ganz ordentlich druckvoll, wenn auch mit Hühnerhaufen-Taktik, Union Berlin vollkommen harmlos. Allerdings konnte ich die Partie nicht so richtig genießen, da neben mir zwei sagen wir mal "so-was-wie-Frauen" rumhüpften, die ansonsten regelmäßig vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof anzutreffen wären. Standardruf: "Am Arsch!". Oh Gott, nie wieder will ich neben solchen Leuten sitzen.

Bochum - ein Spiel dauert bis zum Abpfiff
Am Samstag ging es dann nach Bochum - und nach Schalkes 2:0-Führung hätte ich im Leben nicht mehr mit so etwas wie Spannung gerechnet. Die Gäste waren eindeutig überlegen, aber schlussendlich doch etwas fahrlässig. Tja, diesmal wurde das betraft, der Schalker Glücksvorrat war aufgebraucht. Was für eine geile Schlussphase mit dem niemals für möglich gehaltenen Ausgleich. Großartig! Ausgerechnet ein Ex-Bayer schießt die Magath-Truppe von Platz Zwei. "Herrlich"e Schlussviertelstunde!

Dortmund - Die drei Alfredos
Vor dem Spiel durften wir uns bereits ausgiebig über die Eintrittskarten amüsieren. "Nur drei Kollegen - bis die besten Fans der Welt sie 3 Alfredos tauften" stand da, dazu ein Foto von drei ziemlich hässlichen Gestalten in schwarz-weiß. Welche Drogen nehmen die da in Dortmund? Mir kommt es vor, als feierten die ihr Hundertjähriges jetzt die nächsten hundert Jahre lang. Egal. Die gute Stimmung, die wir aus Bochum mitgebracht hatten, verflog so nach und nach mit fortlaufender Dauer des Spiels. Dortmund na ja, nicht wirklich beeindruckend, aber Hamburg vermutlich in Gedanken nur bei van Nistelrooy, jedenfalls nicht wirklich auf dem Platz. Für unverschämte 38 Euro hatte ich mehr erwartet. Überall Menschen in Biene-Maja-Kostümen - nichts für die Augen.

Irgendwann des Nachts durfte ich dann noch Mark van Bommel in der Wiederholung des Sportstudio bewundern. Mein Gott, Wolf-Dieter Poschmann gehört auch langsam aufs Altenteil. Das war ja peinlich, was der Mann da absonderte. Gut, dass van Bommel mit Ruhe und Ironie "Poschi" regelmäßig ins Leere laufen ließ. Der sympathische Niederländer machte wie immer eine prima Figur.

Am Ende dieses Fußball-Wochenendes gelang es Bayern II im Münchner Derby gegen Haching zu siegen (1:0, Ekici). Bayern-Herz, was willst Du mehr?!

2 Kommentare:

Marcus Kremers hat gesagt…

Na ja, Hashemian als Ex-Bayer zu bezeichnen, nur weil ein paar mal die Bank gewärmt hat... - Neben Messehalle 12 in Düsseldorf und den drei Alfritten hätten aber zumindest noch "Heinrich-Heine-Allez", der Bahnhof Unna und der FC Simon eine Randwürdigung erfahren dürfen. - Oder besser auch nicht... - Ein glorreiches Ende der Fußball-Überdosis war für mich aber das Spiel RW Oberhausen - FC Augsburg. 3.500 Zuschauer, ein Stadion wie in Leverkusen vor 25 Jahren, erstklassige Zuschauer. Das Spiel lebte von deren Kommentaren. Das war dem Fußball sein zuhause!

Kees Jaratz hat gesagt…

Das gibt mir aber zu denken, Labyrinthe in Düsseldorf. Ein Grund mehr, warum der MSV nächste Woche früh genug deutlich führen muss. Ist das nach deiner Stadionkritik doch nun das erste Spiel seit meiner gedankenlosen Jugend, das ich vorzeitig verlassen muss, um mich beim anschließenden Geburtstagskaffee nicht zu verspäten.