Gegen Rummenigge hätte Goméz bereits gewonnen.
Dienstag, 29. September 2009
Im ersten Jahr
Gegen Rummenigge hätte Goméz bereits gewonnen.
Der Besuch der alten Dame
Am Mittwoch treffen zwei ähnliche Systeme aufeinander. Auch Turin versucht mit kontrollierter Offensive und Kurzpassspiel zum Erfolg zu kommen. Das Mittelfeld der Italiener ist derzeit stärker besetzt als das unsere: Der große Stratege bei Juve ist der Brasilianer Felipe Melo, der aus der defensiven zentralen Position im Mittelfeld heraus agiert - flankiert wird er links von Marcisio und rechs von Camoranesi. Davor lauert ein alter Bekannter: Diego, dessen Gefährlichkeit wohl ausreichend bekannt sein dürfte. Im Sturm stehen Juve Trezeguet, Iaquinta, Amauri und ein gewisser Del Piero zur Verfügung. Del Piero wird kaum von Beginn an auflaufen. Gegen uns nicht dabei: Fabio Cannavaro, Muskelfaserriss vom Bordeaux-Spiel.
Das 1:1 gegen Bordeaux im heimischen Stadion zum CL-Auftakt sollte uns nicht in Sicherheit wiegen - Juventus ist derzeit in Topform, auch wenn sie am vergangenen Spieltag in der italienischen Liga gegen Bologna noch den späten Ausgleich hinnehmen und die Tabellenführerschaft abgeben mussten.
Unser Mittelfeld mit Schweinsteiger und Tymoschtschuk wird der Schlüssel in diesem Spiel sein. Mit der Leistung vom Hamburg-Spiel brauchen wir uns keine allzugroßen Hoffnungen machen. Das muss deutlich besser werden. Wir müssen Druck aufbauen und Juve beschäftigen - Tymo und Schweini müssen mit Zug zum Tor agieren und Freiräume für Robben und Ribéry schaffen. Die Flügelzange muss greifen, sonst wird es verdammt schwer für uns. Gut möglich, dass Müller nicht von Anfang dabei sein wird und dafür die Defensive verstärkt wird (vermutlich mit Pranjic). Eine Überraschung könnte Klose im Sturm sein, vielleicht sogar Toni - Olic und Goméz boten am Samstag gegen Hamburg eher Durchschnittliches. Nicht zu vergessen, im Tor bei Juventus steht einer der Besten: Gianluigi Buffon.
Dass Tymo mehr kann wissen wir - jetzt muss er es auch zeigen. Bald wird Mark van Bommel wieder zur Verfügung stehen, viel Zeit für eine Empfehlung bleibt Tymoschtschuk nicht mehr. Bastian Schweinsteiger ließ gegen Hamburg seine aufsteigende Form vermissen - am Mittwoch kann er beweisen, ob er ein Großer ist.
Die Defensive wird gegen Turin besonders gefordert sein - vor allem weil Diego hinter den Spitzen sein Unwesen treibt und vorn David Trezeguet lauert. Da muss alles passen - und was van Buyten und Badstuber angeht, mache ich mir da auch keine großen Sorgen. Die Schwachstelle wäre eher ein Breno, Pranjic oder Braafheid.
Der Druck liegt nach dem Unentschieden im ersten Heimspiel allerdings bei Juventus. Verlieren sie, wird es kritisch in der Gruppe. Ich bin allerdings nicht ganz so optimistisch, da wir - wie das Hamburg-Spiel gezeigt hat - noch nicht weit genug sind und wir Juventus durchaus als Angstgegner bezeichen müssen.
Montag, 28. September 2009
Die Freude der Sieger
Die Freude über den Sieg besitzt in der Regel eine geringe Halbwertszeit: Hoben die Duisburger vor einer Woche noch die Welt aus den Angeln weil die Gladbach im Pokal besiegten, ist für die MSV-Fans der triste Zweitligaalltag unterhalb aller Erwartungen zurückgekehrt. Auch der Jubel über zwei Siege des 1. FC Köln dürfte am Samstag einen ordentlichen Dämpfer erhalten haben, als die Domstädter ausgerechnet das rheinische Derby gegen Leverkusen verloren.
Till Schwertfeger schrieb auf Welt Online einen Abgesang auf Bayern München - und nichts reizt mich mehr, als diesen Artikel ins Archiv zu befördern und am 8. Mai 2010 wieder hervor zu holen.
"Nicht erst seit der peinlichen Schlappe bei Aufsteiger Mainz 05 Ende August haben die Münchner ihren Ruf als übermächtiger Gegner verloren" schreibt Schwertfeger. Wenn dem so wäre, müssten 95 Prozent der Erstliga-Klubs gegen den FC Bayern nicht die Taktik der totalen Defensive wählen. Wenn dem so wäre, dann würden sich Vereine die gegen Bayern spielen nicht ihrer besten Saisonleistung bedienen, um in ihrem "Spiel des Jahres" die "Sensation" schaffen zu wollen.
Im Spiel gegen Mainz bot der FCB die wohl mit Abstand schlechteste Saisonleistung bisher - Mainz dagegen spielte mit gefühlten 200 Prozent. Der HSV zeigte sich am Samstag vor allem in der zweiten Halbzeit als ebenbürtig, auch dies gewissen Unzulänglichkeiten beim FC Bayern geschuldet. Der HSV von Wien oder Osnabrück wäre am Samstag mit einer Packung bedient worden. Stattdessen gab es eine Leistungsexplosion - und zwar weil es gegen Bayern ging.
Sechs Punkte hinter dem Tabellenführenden liegt der FC Bayern derzeit auf Platz 7 der Tabelle. Und wie Herr Schwertfeger selbst schreibt, ist gerade mal ein Fünftel der Saison absolviert. Sechs Punkte sind im günstigsten Falle an nur zwei Spieltagen aufzuholen.
"Dass das Vereinslied "FC Bayern – forever number one" schon seit mittlerweile 41 Spieltagen nicht mehr zeitgemäß ist, hat die Konkurrenz längst erkannt", so Schwertfeger. Am Ende wird abgerechnet - und auch wenn der FCB erst nach Abpfiff des 34. Spieltag Tabellenerster werden sollte, dürfte die Freude dann in München am Größten sein. Und ich werde den Artikel von heute nochmal rauskramen - das gehört eben zur Freude der Sieger.
Samstag, 26. September 2009
kurz und knapp

Nichtsdestotrotz muss man so fair sein und dem HSV eine sehr ordentliche Partie attestieren.
Schweinsteiger hatte gestern eines seiner schlechteren Spiele, obwohl ich fast den Eindruck hatte er kommt so langsam. Flanken und Ecken, ach ... ich spar's mir. Auch van Gaal scheint da nicht so den Schwerpunkt im Training drauf zu legen. Lahm kann's auch nicht - Flanken meine ich. Überhaupt Lahm: der hat mir gestern nicht gefallen. Teils zu behäbig und - Achtung! Tonband! - auf rechts einfach offensiv zu schwach. Seine klare Torchance kurz vor Ende hat er nur versemmelt, weil er auf der falschen Seite spielt. Zurück zu Schweini: kurz vor Ende seine schlechtesten Szenen. Erst der katastrophale Fehler aus dem sofort ein Angriff der Hamburger folgte, dann das Foul an Zé, welches Schiri Weiner auch ohne Weiteres in den Strafraum verlegt haben könnte. Herr Weiner und Kameraden waren bis Mitte der ersten Halbzeit m. E. keine Heimschiedsrichter. Danach pfiff die Bande aber wirklich jede Situation gegen Bayern. Gleicht sich also alles wieder aus.
Breno in der Abwehr, nicht ganz so schlecht wie ihn manche gesehen haben. Aber er zeigt eben immer wieder seine Aussetzer, wirkt zu verspielt und etwas nachlässig hier und da. Ganz im Gegensatz zu van Buyten, der gestern ein großes Spiel gemacht hat. Ebenso wie Badstuber. Da haben die HSVler wohl vergessen was van Buyten für den HSV alles geleistet hat - Olic im HSV-Dress ist noch nicht so lang her, an den konnten sie sich noch erinnern und pfiffen folglich nur van Buyten aus. Armselig.
RibRob, Robbery, Ribben... nun ja, bemüht aber nicht wirklich effektiv. Teils zu eigennützig, teils zu statisch. In Halbzeit eins kam von beiden zu wenig, in Halbzeit zwei wurden sie gedoppelt und gedreifacht. Da fragt man sich, warum die Gegenspieler dazu überhaupt die Möglichkeit hatten?! Tymoschtschuk und Schweinsteiger sind dafür verantwortlich. Denn beide hatten kaum Zug zum Tor und sorgten somit auch nicht für Beschäftigung der Hamburger Defensive. Aber auch Müller hatte gestern nicht seinen Tag.
Goméz bewerte ich nicht, ebenso wie Klose - die kamen, als das Spiel nicht mehr zu retten war. Klose fehlte der Überblick beim Abseitstreffer, hätte er sich zurückgehalten wäre van Buyten wieder mal Torschütze geworden. Hätte, wäre, wenn.
Olic und Müller deutlich schwächer als in den letzten Spielen - was ich mal der guten Defensivleistung der Hamburger zuschreibe. Das Spiel war auf hohem Niveau, sicher eher was für Taktikfeinschmecker. Ein 1:1 wäre sicher verdient gewesen (wäre..). Butt großartig - mit zwei Riesenaktionen, die einen Rückstand verhinderten. Und unsere Abwehr? Bis zum Gegentreffer weitestgehend okay. Dann aber ein Totalaussetzer (Lahm!). Zack! Das war's mal wieder.
Donnerstag, 24. September 2009
Favoritensterben, Derbys und am Samstag der HSV
Der HSV hat sich in der Europa-League (müsste es nicht Europe League heißen?) bei Rapid Wien gehörig blamiert. Der HSV hat als Tabellenerster in Frankfurt am letzten Wochenende nur 1:1 gespielt. Der HSV ist am Mittwoch beim VfL Osnabrück mit einer unterirdischen Leistung aus dem Pokal ausgeschieden. Müssen wir jetzt wirklich Respekt haben vor diesem HSV?
Der gute Start der Hamburger in die Saison hat mich nicht überrascht. Das erste Feuer des neuen Trainers Bruno Labbadia hat bislang immer gezündet. In Leverkusen hat es dann aber nur bis zur Rückrunde gereicht, danach kamen nicht mal mehr Funken. Ich weiß nicht warum ich Labbadia, der viel gepriesenen neuen Ikone der Jungtrainer-Generation, eher kritisch gegenüberstehe - vielleicht stört mich die Art und Weise seines Abgangs in Leverkusen, als er trotz laufender Gespräche mit noch-Arbeitgeber Leverkusen bereits mit dem HSV verhandelte. Ich habe irgendwie das Gefühl, der Mann will zu schnell zu hoch hinaus. So etwas geht meistens schief. Wie auch immer, ich hatte den Absturz des HSV für die Rückrunde prognostiziert. Dass es jetzt schon so weit sein soll, mag ich kaum glauben.
Bei aller Vorfreude auf derzeit gut gelaunte Bayern - Vorsicht! Am Samstag können wir einen großen Schritt in Richtung Tabellenführung machen, dazu darf man aber die derzeitige Verfassung des Gegners nicht überbewerten! Der HSV hat was gut zu machen. Spielen wir also mit 100 Prozent.
Die bessere Qualität hat natürlich der FC Bayern - ohne Frage. Aber die bessere Qualität hatten am Pokal-Mittwoch beim großen Favoritensterben auch Leverkusen, Wolfsburg, Hamburg und Hertha - und alle sind sie ausgeschieden (Stuttgart stand kurz davor).
Ich vertraue Trainer-Fuchs Louis van Gaal, dass er genau weiß wie er einen HSV in Topform in die Schranken weisen kann. Top-Form müssen die Hamburger allerdings schon aufbieten, sonst kann es ganz bitter werden gegen den Rekordmeister.
Ach ja, zwei Derbys gibt's ja auch noch am Liga-Wochenende: Im Ruhrpott treffen Dortmund und Schalke aufeinander, was nicht mehr ganz so spannend ist seit dem beide Klubs den "Wir-sind-das-Ruhrgebiet"-Kuschelkurs eingeschlagen haben. Unkuschelig dürfte es allerdings in Köln beim Nachbarschaftsderby gegen Leverkusen werden. Wer hätte gedacht, dass der Effzeh Podolski sich so früh aus der Krise ballert und bereits jetzt der erste Höhenflug der Werkself aus LEV zum Sinkflug werden kann? Gibt es sonst noch ein interessantes Spiel am Wochenende? Nö.
Dienstag, 22. September 2009
Ein gemütlicher Pokalabend
Ein gemütlicher Pokalabend stand ins Haus als mein bestes Stück plötzlich feststellte, dass sie sich selbst gar keine Eintrittskarte für das Spiel in Mönchengladbach gegen den MSV bestellt hatte - ergo hatten wir eine zu wenig. Ganz Gentleman (und Bayern-Fan) der ich bin, trat ich natürlich sofort freiwillig zurück und ließ die Dame gen Gladbach ziehen. So hatte ich wenigstens Zeit meine Bayern anzusehen. 24. Spielminute Flanke Sosa und ein gefährlicher Kopfball von Goméz knapp am Oberhausener Gehäuse vorbei. Negativ fiel mir bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur Hamit Altintop auf. Abspielfehler und überhastetes Handeln, wie beim Schuss in der 30. Minute, als in der Mitte Klose und Goméz völlig frei standen. In der 32. Minute dann ein Schuss von Lahm in die Mitte, ein RWO-Spieler Embers fälscht ins eigene Tor ab - 1:0 für die Gastgeber.
Nach einem Fehler von Altintop dann ein Drehschuss von Gordon auf der anderen Seite, Rensing kann klären. Drei Minuten später eine Riesenmöglichkeit für die Gäste, als deren Nummer 16 völlig freistehend vorm Bayern-Gehäuse den Ball nicht richtig trifft. Im Gegenzug dann Lahm mit einem Flachschuss, der Torhüter lenkt den Ball mit seinem Abwehrversuch genau auf Goméz' Kopf - 2:0 in der 41. Minute. Bis dahin gut im Spiel: van Buyten, Breno, Sosa, Goméz, Klose auch defensiv fleißig. Eher mittelmäßig: Ribéry, bis zur 30. Minute auch Lahm. Schwach: Altintop.
Zweite Halbzeit:
54. Minute, toller Solo-Lauf auf der linken Seite von Franck Ribéry, Flanke auf Goméz, aber dessen Kopfball zu harmlos. Zwei Minuten später Doppelpass zwischen Goméz und Altintop, doch Altintops Zuspiel auf Goméz zu kurz - hätte er auch selbst schießen können. 58. Minute Freistoß nach Foul an Sosa, toller Heber von Braafheid über die Mauer, der gerade noch von RWO's Schlussmann vereitelt werden kann.
60. Minute: Luca Toni wird für Goméz eingewechselt. Wilkommen zurück, Luca!
67. Minute: Braafheid auf Toni, Obernhausens Abwehr gerade noch dazwischen. Dann eine gefühlvolle Flanke von Ribéry auf van Buyten - Kopfballtor zum 3:0.
In der 69. Minute geht der Franzose dann vom Platz, für ihn kommt Thomas Müller. Und was für ein Einstand für Müller, eine Minute später trifft er nach einem tollen Pass von Luca Toni zum 4:0.
80. Minute Toni mit bravorösem Zuspiel auf Miro Klose, der aber zu harmlos im Abschluss. 83. Minute Flanke auf Toni, der kommt nur noch mit der Hand dran. Drei Minuten später Daniel van Buyten mit dem 5:0 - schöner Kopfballtreffer nach Ecke von Sosa.
Fazit: Bayern nach Rotation vor dem Hamburg-Spiel souverän. Gute Leistung von van Buyten (was ist denn mit dem los?), Breno, Sosa Goméz und Ribéry. Gefallen hat mir Luca Toni, der kaum einen Zweikampf verloren und gut vorbereitet hat. Ordentlich: Rensing, Lahm, Klose, Braafheid - unauffällig Ottl. Schwach: Altintop.
Die Oktoberfestwochen beginnen gut - weiter so, Bayern!
Vorsprung durch Technik
Nun will die Audi AG einen Anteil von 10 Prozent an der FC Bayern AG erwerben, nach adidas-Salomon - seit 2001 mit ebenfalls 10 Prozent für damals noch 75 Millionen Euro am FCB beteiligt. Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller adidas ist bereits seit Mitte der Sechziger Jahre Ausrüster des Vereins und stieg Ende 2001 ein, so dass die Finanzierung der 340 Millionen Euro teuren Allianz-Arena sichergestellt werden konnte. Für den Audi-Einstieg ist von 100 Millionen Euro die Rede. Insgesamt wären noch 29 Prozent der Anteile an der FC Bayern AG zum Verkauf denkbar. Dies soll aber laut Hoeneß zunächst nicht geschehen.
win-win-Situation
Von Seiten der Bayern - in persona noch-Manager Uli Hoeneß - hat der Deal zwei entscheidende Vorteile: erstens, die finanziellen Voraussetzungen, künftig im Konzert der großen europäischen Klubs mithalten zu können, stünden auf einem stabilen Fundament. Zweitens, die auf achtzehn Jahre angelegte Finanzierung der Allianz-Arena könnte mit diesen Einnahmen auf zehn Jahre verkürzt werden. Derzeit zahlt der Verein pro Jahr ca. 30 Millionen Euro an Zins und Tilgung, das ist ein Mario Goméz pro Saison.
Audi geht es - wie seinerzeit adidas - um die Absicherung der Partnerschaft, denn die Sponsorenverträge werden Jahr für Jahr neu ausgehandelt. Zudem will die Volkswagen-Tochter einem Einstieg des Autokonzern BMW bei Bayern München zuvorkommen. Als Gesellschafter könnte Audi bei Sponsorenentscheidungen mitbestimmen und ein Engagement des Münchner Sportwagenherstellers verhindern. Zudem will sich Audi anscheinend zukünftig mehr als bayerisches Unternehmen positionieren.
Alles Volkswagen - Schlüsselfigur Winterkorn
Martin Winterkorn ist bekennender Fußballfan und sicherlich hauptverantwortlich für die Wolfsburger Meisterschaft in der letzten Saison. Die finanzielle Unterstützung des VfL Wolfsburg - des Haus- und Hofvereins der Volkswagen AG, dessen Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn ist - hat die Rahmenbedingungen für Meistertrainer Felix Magath erst geschaffen.
Martin Winterkorn sitzt aber auch im Aufsichtsrat des FC Bayern und war von 2002* bis 2006 Vorstandschef bei Audi. Unter Winterkorn setzt der Volkswagen-Konzern konsequent auf Fußball: Der Wolfsburger Autobauer rüstet den FC Schalke 04 und Werder Bremen mit VW-Modellen aus, besitzt den amtierenden deutschen Meister VfL Wolfsburg - und zukünftig wohl auch ein Stück FC Bayern.
Goldener Herbst
Auf der Jahreshauptversammlung der Bayern am 27. November will der frisch gekürte Präsident Uli Hoeneß die frohe Botschaft den Mitgliedern des Klubs verkünden. Voraussetzung für die zukünftige Audi-Beteiligung ist die Zustimmung der DFL.
Und noch etwas wird Hoeneß zur Amtseinführung den Mitgliedern kredenzen: Einen neuen Sponsorenvertrag mit der Telekom. Weitere vier Jahre für 25 Millionen Euro. Damit ist die finanzielle Zukunft der Bayern auf Rosen gebettet - aber mehr noch, denn die Zeichen stehen auf ein zukünftig beherztes Eingreifen der FIFA bei Klubs, deren Transfers entweder auf Pump von statten gehen oder nach einem Aufruf zum Vertragsbruch erfolgen. Äußerst fragwürdig wirtschaftende Vereine wie z. B. Real Madrid könnten bei einem allgemein gültigen Reglement der FIFA ihren Handlungsspielraum verlieren. Wirtschaftlich gesunde Vereine wie Bayern München oder Olympique Lyon würden davon endlich profitieren.
Montag, 21. September 2009
Wen wollen wir verschmausen? Rot-Weiss-Oberhausen
Da ich zeitgleich beim Spiel Gladbach gegen Duisburg zuschauen werde, gibt es vermutlich kein "Opernglas" am Mittwoch.
Ja ja ich weiß, der Pokal hat eigene Gesetze; gegen die "Kleinen" tun wir uns schwer, undsoweiter... Geschenkt. Ich bin ziemlich sicher, dass der FCB klar gewinnt. Zum Trost gibt es für RWO-Anhänger immerhin den richtigen Rahmen.
Sonntag, 20. September 2009
Die nicht in Toren ausgedrückte haushohe Überlegenheit...

Glück und einen guten Torhüter hatten die Gäste aus Nürnberg, denn ausreichend Chancen gab es für die Gastgeber (2x Schweinsteiger, Tymoschtschuk, Goméz, Robben, Klose - um nur einige zu nennen). Der Ausgleich eine Viertelstunde vor Schluss kam aus dem Nichts. Doch dieses "Nichts" wurde von Danijel Pranjic förmlich eingeladen, verließ der Kroate einfach mal seine Position und machte damit die komplette linke Seite frei. Ein Weltklassetorhüter hätte den Schuss m. E. gehalten, aber einen solchen haben wir momentan nicht.
Die Bayern schlugen jedoch zurück: in Form eines Arjen Robben, der in der Lage ist aus dem Halbfeld und aus vollem Lauf fantastische Flanken zu schlagen. Eine solche landete dann auch bei Daniel van Buyten und anschließend im Gehäuse der Cluberer.
Nein, es war gestern nicht das von mir erwartete Schützenfest zum Oktoberfestauftakt. Der FCB mit schweren Beinen, aber dennoch in der Lage den Druck auf den Gegner hochzuschrauben und letztlich drei Punkte einzufahren. Gerne erinnere ich daran, dass genau diese Stärke in der letzten Saison gefehlt hat. Die Tabellenansicht wird nach und nach korrigiert - und jetzt naht das Schlüsselspiel beim HSV, um die natürliche Ordnung in der Liga wieder herzustellen. Die traditionsgemäß erfolgreichen Oktoberfestwochen sind eingeleitet. Auf geht's Bayern!
Donnerstag, 17. September 2009
Südduell
Der letzte Sieg der Franken in München liegt nunmehr 17 Jahre zurück (März 1982). Nürnberg ist auswärts zwar noch unbesiegt, aber geschieht am Samstag kein Fußballwunder, wird sich das nun ändern.
ist... war... wo ist da schon der Unterschied?!
Van Gaal: „Er war mein bester Mann. Das ist unglaublich, er ist ja grad erst 20 Jahre alt geworden.“ (Zitat LvG im Text)
Die Rede ist/war von Thomas Müller. Ganz ruhig bleiben! Der Uli trifft's wie immer punktgenau:
Manager Uli Hoeneß: „Ich werde ihn nicht zu hoch loben, das hat man schon bei Kroos und Rensing gemacht – und wo sind die jetzt?!?“
Mittwoch, 16. September 2009
Ausreichend

Die ersten 30 Minuten lief alles noch irgendwie nach Plan und war schön anzusehen, wenngleich die Tormöglichkeiten rar gesäht waren. Danach aber verlor das Team die Linie, die Jungs von Maccabi Haifa kamen besser ins Spiel und sorgten gelegentlich für Gefahr.
Unverändertes Bild dann nach dem Wechsel, Bayern einfallslos, Haifa immer gefährlicher. Durch das Tor von van Buyten (nach verstolperten Ball von Goméz) ging dann wieder ein Ruck durchs Bayern-Team. Unsere Schwachstelle, die linke Abwehrseite, wussten die Gastgeber allerdings zu nutzen und sorgten für einige brandgefährliche Situationen, die ein gut aufgelegter Hans-Jörg Butt vereitelte.
Dann dauerte es bis kurz vor Schluss, bevor es wieder "müllerte": erst ein wunderschön über den Spann abgezogener Schuss vom Youngster, dann - 3 Minuten später - nach einer Flanke das zweite Tor für Thomas Müller.
Die Isralis waren der erwartet unbequeme Gegner - diesen mit 3:0 nieder zu ringen halte ich für einen gelungenen Einstand in die CL-Saison.
Dienstag, 15. September 2009
Vorsicht!

Im UEFA-Cup gelang den Israelis dann ein zweiter Platz in ihrer Gruppe - besetzt mit den Glasgow Rangers, AJ Auxerre, Partizan Belgrad und Livorno. Im Februar 2007 schaffte Maccabi Haifa sogar der Einzug ins Achtelfinale, nach einem 0:0 auswärts und 1:0 zuhause gegen ZSKA Moskau.
In der Qualifikationsrunde 2008/2009 schlug man Red Bull Salzburg 2:1 und 3:0. Das sollte Warnung genug sein, dass es die Bayern heute Abend nicht allzu gemächlich angehen lassen. Überhaupt ist die Bayern-Gruppe eine gefährliche: Bordeaux ist längst nicht mehr ein Sparringspartner - nicht umsonst französischer Meister geworden - und mit Juve bekommen wir ohnehin Probleme. Schon traditionsgemäß zählt Turin zu unseren Angstgegnern. Haifa muss also zwei Mal geschlagen werden.
Sonntag, 13. September 2009
So wie man sie kennt

Welche Qualität ein Newcomer wie Müller hat, durfte man gestern ebenso bestaunen wie die Leistungssteigerung eines Bastian Schweinsteigers in Halbzeit Zwei. Welcher Druck auf Schweini lastet, merkte man ihm nach seinem Tor, aber auch bei seinem Nachhaken gegen Tinga an. Der Schwachpunkt ist und bleibt das Defensivverhalten - wie schon prognostiziert. Die beiden konstanten Säulen des Erfolgs sind Ribéry und Robben, sie machen den FC Bayern unberechenbar. Noch ist nicht alles Gold was glänzt, aber ein 5:1 nach einer so schwachen ersten Halbzeit, das erinnert an Bayern, so wie man sie kennt.
Freitag, 11. September 2009
Des Kaisers neue Kleider
Es klang wie eine finstere Drohung, als Kaiser Franz am Donnerstag folgende Sätze zum Besten gab:
"Ich habe in letzter Zeit, auch wenn es nicht den Anschein machte, viel Rücksicht genommen.“
Aber nach November könne es sein, „dass ich ein bisserl deutlicher werde, meine Meinung sage.“
Was hat er eigentlich bisher getan, in seinen Funktionen als Kolumnist der Bild, als Fernsehexperte bei Premiere/Sky? Hat er etwa Rücksicht genommen auf den Verein, dem er noch vorsteht - mit seiner Meinung hinterm Berg gehalten?
Ein Franz Beckenbauer braucht sich nicht zu verstellen - er ist der, der er nun mal ist. Kein Schönredner, kein Schmeichler - Zurückhaltung oder Mäßigung, nur um auf Andere Rücksicht zu nehmen, doch nicht mit Beckenbauer! Das wäre ja so, als würde man nur so tun als ob.
Keine Angst liebe Bayern-Funktionäre, es bleibt alles beim Alten.
Der bayerische Patient
Mit einem Sieg und fünf Pünktchen aus vier Spielen ist die Borussia aus Dortmund noch nicht wieder auf dem Niveau der Rückrunde 2008/2009. Schwachpunkt ist bisher die Defensive (sechs Gegentore), was wohl auch dem Fehlen von Sebastian Kehl geschuldet ist. Im Angriff traf zwar Chancentod Valdez zwei Mal, aber bei Neuzugang Barrios läuft es noch nicht rund und Florian Kringe wurde nach Berlin ausgeliehen.
Bei Bayern fehlt nach wie vor Mark van Bommel. Mit der Leistung Anatolij Tymoschtschuks vom Wolfsburg-Spiel braucht man sich auf dieser Position allerdings weniger Sorgen machen. Im Angriff balgen sich Klose, Goméz, Toni, Müller und Olić um Stammplätze - die Qual der Wahl also, im Gegensatz zur vorherigen Saison ein echtes Luxusproblem.
Die neue Flügelzange "Robbery" kann bei genug Raum für jeden Gegner zum Albtraum werden. Es wird sich zeigen, ob die Kreativität der Spieler Robben und Ribéry auch bei einem dicht gestaffelten Abwehrverbund des Gegners so viel Druck erzeugt, dass man sich kaum noch hinten raus traut. In jedem Fall aber kommt die Personalie Arjen Robben dem von van Gaal bevorzugten 4-3-3-System entgegen. Damit dürfte auch Mario Goméz wieder den Vorzug vor den Stürmer-Kollegen erhalten, aber das weiß man bei Louis van Gaal nie - der Niederländer ist noch in der Probierphase.
Bayerns Abwehr ist die Achillesferse der Mannschaft, wenngleich es gegen Wolfsburg phasenweise schon besser aussah als in den Spielen zuvor. Gegen technisch hochklassige und konterstarke Teams brennt es immer mal wieder lichterloh.
Das von van Gaal praktizierte 4.3.3 wird sicher noch Zeit brauchen. Damit die Mechanismen greifen ist es noch zu früh - dennoch sind erste gelungene Ansätze bereits erkennbar.
Am Samstag in Dortmund erwarte ich eher vorsichtige Borussen, die auf Konter lauern werden. Dortmund ist noch nicht vollends in der Spur und die Bayern dürften nach dem Auftritt gegen Wolfsburg wieder mit ausreichend Selbstbewusstsein ausgestattet sein. Die Dortmunder werden nicht ins Verderben rennen, da ist Geduld gefragt. Dass die Bayern geduldig sein können wissen wir. Für mich liegen die Vorteile ganz klar in der technischen Überlegenheit der Bayern.
Donnerstag, 10. September 2009
Nationalmannschaft: Fokus auf die Bayern
vier Bayern-Spieler im Nationalmannschafts-4-3-3 gestern gegen Aserbaidschan - für zwei Bayern lief es gut, für die anderen zwei weniger.
Die ersten zwanzig Minuten im Spiel der deutschen Nationalmannschaft waren eindrucksvoll und standesgemäß: Goméz wie Schweinsteiger mit jeweils einer hochklassigen Tormöglichkeit. Schweinsteiger mit einem satten Schuss, den der überragende Torhüter von Bertis Buben gerade noch über die Latte lenken konnte. Das war die beste Szene des bajuwarischen Mittelfeldspielers. Kurz darauf Goméz mit einem Flugkopfball, wieder klärt Aserbaidschans Schlussmann Agayew mit einen großartigen Reflex. Das wars dann auch. Deutschlands Team verlor auf unbegreifliche Weise den Faden, so dass es zur Halbzeit ein gellendes Pfeifkonzert in Hannover hab.
Zweite Halbzeit: Miroslav Klose kam (für Goméz), sah und siegte. Er belebte das Spiel, erzielte zwei Treffer und war der Spieler des Abends. Zuletzt - wie so oft - in der Kritik stehend, hat Miro Klose wieder einmal gezeigt, dass für ihn kein Loch tief genug ist um nicht mehr heraus zu kommen. Bayern-Trainer van Gaal dürfte seine Spieler beobachtet und festgestellt haben, dass auch im bayerischen 4-3-3 mit Miroslav Klose da einer ist, der vor Robben und Ribéry als einzige Spitze stechen kann. In dieser Form wird Klose es Sturmkollegen Mario Goméz richtig schwer machen.
Schweinsteiger konnte auch nicht mehr an die starke erste Viertelstunde anknüpfen und wurde folgerichtig ausgewechselt. Durch den Leistungsabfall gehörte die gestrige Partie - sein 70-stes Länderspiel! - eher zu seinen schwächeren.
Lahm kämpferisch und solide, mit wunderschöner Vorarbeit zu Kloses 2:0 in der 55. Minute. Allerdings ließ Löw den Abwehrspieler nach der Halbzeit die Seiten wechseln - und auch hier dürfte Louis van Gaal noch einmal deutlich vor Augen geführt worden sein, um wie viel besser Philipp Lahm auf links spielt.
Mittwoch, 9. September 2009
FernglasFCB hat Geburtstag
Die Folgen können für den Einzelnen verheerend sein - selbst wenn man sich auf einen Rechtsstreit einlässt und diesen dann auch für sich entscheidet, bleibt man auf Kosten sitzen (im Falle Weinreich vs DFB sollen das annähernd 20.000 Euro gewesen sein).
Der Kampf gegen ein Unternehmen oder eine Institution, das/die mit Millionen jongliert, kann die Privatperson kaum gewinnen. Vielen geht die Luft schon nach der ersten Abmahnung aus. In meinen Augen steckt meist ein System dahinter. Eine Politik der Angst soll die freie Meinungsäußerung im Internet im Keim ersticken. Ich gebe zu, nach Fällen wie Niggemeier, Jens Weinreich und jetzt auch Baade frage ich mich, ob der Spaß am Schreiben und Veröffentlichen via Weblog das Risiko eines privaten Bankrotts bzw. enormer finanzieller Aufwendungen eigentlich wert ist? Mit logischem Menschenverstand müsste man das verneinen.
Die einzige Möglichkeit derzeit mit solchen Verfahrensweisen umzugehen, ist unsere Solidarität. Die Reaktion der Bloggergemeinde und in Folge dessen auch der virale Effekt über andere Online-Medien bis hin zu großen Tageszeitungen, wie in den Fällen Trainer Baade/JAKO oder Weinreich/Zwanziger, kann etwas bewirken und die Kläger zum Einlenken bewegen. Die Gefahr eines Imageschadens für den Abmahnenden (sowohl das jeweilige Unternehmen, als auch den/die betreffende/n Anwalt/Kanzlei) muss deutlich werden. Nicht jeder Schlurch* darf abmahnfähig werden, ohne dass es Konsequenzen nach sich ziehen könnte.
Diese Solidarität ist im Sinne jedes einzelnen Blogbetreibers, denn es kann jeden Tag auch jeden von uns treffen. Spendenaktionen wie im Falle Weinreich haben den entscheidenden Prozess erst möglich gemacht. Es geht also. Die Welle der Solidarität für den Fußballblogger Trainer Baade war beeindruckend - was sie bewegen kann, wird sich noch zeigen. Doch eines ist jetzt schon klar, das Unternehmen JAKO ist von "dieser Welle" im Internet vermutlich regelrecht überrollt worden.
Ich hatte ja keine Ahnung, dass ausgerechnet im Jahr Eins dieses Blogs die extrem turbulente "Klinsmann-Saison" bevorstand. Allerdings geht es jetzt auch nicht weniger turbulent zu. Nun - ein Jahr und 333 Posts später - kann ich sagen, dass wir in Deutschland einen bunten und recht guten Mix an Fußballblogs haben - einige großartige Fußballblogs habe ich sicher noch gar nicht entdeckt.
Sehr überrascht hat mich der faire, ja fast freundschaftliche Umgang der Blogbetreiber untereinander - trotz verschiedener Vereinsbrillen. Die Reaktionen und Kommentare, die frei von Argumentation eher in die Richtung Pöbelei gingen, kann ich an einer Hand abzählen. Der Umgang miteinander ist respektvoll, vielleicht weil man in Frankfurt, Berlin, Köln, Gladbach oder München etc. etc. ja letztlich doch in einem Boot sitzt - als Fan und als Blogger.
Gerade im Fußball werden wir, die wir darüber schreiben, von der Tagesaktualität ein- und oft genug überholt. Ebenso sind wir der stets brodelnden Gerüchteküche des Profifußballs ausgeliefert. Ich erhebe mit FernglasFCB nicht den Anspruch der erste zu sein, der über ein bestimmtes Thema schreibt - ich will meist nur meinen Senf dazugeben, meine Sicht der Dinge ausdrücken. Das unterscheidet dies hier auch von professionellem Sportjournalismus. Zudem habe ich ja auch noch einen Acht-Stunden-Job, da bleibt nicht immer Zeit für ausufernde Recherchen oder brillant geschliffene Formulierungen. FernglasFCB gibt meines Erachtens einen relativ aktuellen Blick auf die Themen frei, die in erster Linie Bayern-Fans interessieren - Fernglas ist aber auch ein Blog, in dem es um allgemeine Fußballthemen geht. Somit gibt es hier auch für Nicht-Bayern-Fans hin und wieder mal ein spannendes Thema.
FernglasFCB wird auf absehbare Zeit auch ohne jegliche Form von kommerzieller Werbung bleiben - ich mag diese ganzen Banner, Fenster und Pop-Ups nicht - das lenkt nur von Eigentlichen ab und außerdem gibt es schon genug davon. Die Arbeit die ich hier investiere, ist nicht ausgelegt um damit Geld zu verdienen.
Es geht mir auch nicht um Verlinkungen, click-rates oder Blog-Rankings - wie schon erwähnt, ich blogge seit 2005 und irgendwann habe ich mir das abgewöhnt - es geht mir um die 20, 30, 100 oder vielleicht irgendwann mal 300 regelmäßigen Besucher dieser Seite. Ich freue mich über jeden, der wiederkommt und jeden der mal reinschaut. Ich freue mich über die, die hier ständig lesen und jeden ernstzunehmenden Kommentar - das ist meine Motivation.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass gute Sport- und Fußballblogs mehr Aufmerksamkeit seitens der Fans und sport- wie fußballbegeisterten Internetnutzer bekommen - damit die bunte Vielfalt dieser Niche noch bunter wird.
Interessante Projekte wie der Ballpod-Podcast oder das Sportbloggernetzwerk von Probek, bei dem Blogger unterschiedlichster Couleur ein Projekt in Angriff nehmen und mit viel Einsatz und Enthusiasmus umsetzen, sind die Blüten die dann entstehen können. Leider habe ich nicht die Zeit mich dort angemessen einzubringen, was ich sehr bedauere.
Ich wünsche mir, dass Vereine nicht nur auf den täglichen Pressespiegel schauen, sondern das Ohr an der Basis - also am Fan - haben und somit das Auge auf Fan-Blogs damit unerlässlich wird. So bieten Foren und Blogs m.E. die Möglichkeit, dass Klubs und Fans wieder näher zusammenrücken.
Ich wünsche mir lesenswerte Artikel guter Sportblogs in den Online-Portalen der Zeitungen - fair bezahlt und mit der Aufmerksamkeit, die sie verdienen.
Zum guten Schluss hoffe ich, dass die sehr angenehme Atmosphäre unter den Fußballbloggern so bleibt wie sie ist - schließlich teilen wir alle die gleiche Liebe, die zum Fußball - unabhängig davon, für welchen Verein unser Herz schlägt.
Freitag, 4. September 2009
Fäkalien beseitigt?
Pressemitteilung der JAKO AG vom 03.09.2009:
„Wir haben überreagiert“ [Allerdings!]
„Wir haben ganz offensichtlich überreagiert“, erklärt Rudi Sprügel,Vorstandsvorsitzender der JAKO AG, und schafft damit alle Voraussetzungen,um die vor allem im Internet geführte Auseinandersetzung um sein Unternehmen schnell zu beenden. *[Wer sagt das? Ob die Voraussetzungen wirklich erfüllt sind um das Thema zu beenden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein nicht unwichtiger Faktor ist die Reaktion des Bloggers Frank Baade, der sich "noch" nicht geäußert hat. Der erste Satz spiegelt - seitens des Unternehmens - wohl den Wunsch als Vater des Gedankens wider. Die öffentliche Meinung wird dieses Thema beenden - oder auch nicht].
Der Sportartikelhersteller aus dem Norden Baden-Württembergs, der vor allem Sportmannschaften in 40 Ländern der Welt sehr erfolgreich mit Trikots, Hosen, Stutzen, Bällen, Trainingsanzügen und Schuhen ausstattet [Danke, aber die halbe Produktpalette hier aufzuzählen ist wohl unnötig], hatte sich mit dem Blogger Frank Baade auseinandergesetzt. [Na ja, das wohl eher weniger - man hat schlicht eine Anwaltskanzlei engagiert, um Baade kostenpflichtig abzumahnen]
Der Fußballtrainer [Mehr Blogger als Fußballtrainer, aber das hat ja schon die SZ nicht verstanden] aus Nordrhein-Westfalen hatte das zum 20jährigen Firmenjubiläum kreierte neue JAKO-Logo mit Worten aus der Fäkalsprache kritisiert [genau genommen ein Wort: "Scheiße"]. Das ärgerte die Verantwortlichen bei JAKO [wenn die Meinung eines Einzelnen schon solchen Ärger verursacht, was ist denn dann jetzt erst in der Firmenzentrale los?].
Sie beauftragten daher eine Anwaltskanzlei mit dem Ziel, dass Baade diese verunglimpfenden Äußerungen zurücknimmt [und zwar in Form einer kostenpflichtigen Abmahnung, die in dieser Pressemitteilung natürlich nicht erwähnt wird] und aus dem Internet entfernt [was schlicht nicht möglich ist, es sei denn Herr Baade wäre der uneingeschränkte Herrscher über alle Einträge im Internet].
Nach Verhandlungen unter den Anwälten war Baade dazu bereit [halbe Wahrheit: Ihm blieb aus Kostengründen gar nichts anderes übrig / zudem hat er die Unterlassungserklärung nur in Teilen akzeptiert]. Er verpflichtete sich per Unterschrift, im Falle einer Zuwiderhandlung zur Zahlung einer Vertragsstrafe. Als nach einigen Wochen Baades überzogene Kritik [und wie überzogen war da erst das Handeln des Unternehmens!] noch immer im Internet abrufbar war, erhielt Baade erneut Post von den JAKO-Anwälten. Sie waren davon ausgegangen [ein Anruf hätte die Sache vermutlich schon geklärt], dass sich der Hobby-Fußballtrainer nicht an die Absprache halten wollte und teilten ihm daher mit, dass bei einer schuldhaften Wiederholung der beanstandeten Aussagen eine erhöhte Vertragsstrafe anfalle. [heißt: Kostenpflichtige Abmahnung Nummer Zwei flatterte ins Haus - nur, dass es hier keine Mißverständnisse gibt]
Erst hinterher stellte sich heraus, dass der tschechische Nachrichtenaggregator„Newstin“ den inzwischen von Baade gelöschten Text kopiert hatte und weiterhin verbreitete [na ja, so kann man es auch erklären - völlig außer Acht gelassen, wird auch hier die Tatsache der zweiten kostenpflichtigen Abmahnung und deren Höhe. Kein Wort davon].
Ohne die endgültige Klärung des Sachverhalts unter den Rechtsanwälten abzuwarten [wie konnte er auch? Dieses Abwarten hätte er sich bei den Forderungen der Anwälte des Unternehmens gar nicht leisten können - diesen Satz halte ich für eine Unverschämtheit], alarmierte Baade daraufhin die Bloggerszene [Ist das eine unwahre Behauptung? Ich bezweifle, dass es überhaupt möglich ist die Bloggerszene zu alarmieren - einen dementsprechenden Artikel von Trainer Baade findet sich auf seinem Blog nirgends. Hat er an alle Blogger E-Mails verschickt? Warum habe ich keine erhalten?]. Von den Bloggerseiten fand die Geschichte den Weg in die großen Tageszeitungen [und wäre das nicht so gewesen, dann hätte die JAKO AG auch sicher nicht eingelenkt, oder doch?].
„Wir haben uns rein rechtlich überhaupt nichts vorzuwerfen“, [aufgrund der sehr dürftigen und fragwürdigen Rechtslage in diesem Zusammenhang wäre ich da nicht so stolz drauf] betont Rudi Sprügel, „aber rückblickend betrachtet, wäre es viel besser gewesen, wir hätten mit Herrn Baade persönlich Kontakt aufgenommen und die Sache mit ihm direkt geklärt.“ [Absolut korrekt! Der entscheidende Satz in dieser PM]
Sprügel bedauert, dass sich die „Auseinandersetzung unnötigerweise so aufgeschaukelt hat“. [Besser wäre gewesen, Herr Sprügel hätte die Vorgehensweise seines Unternehmens bedauert und würde an dieser Stelle das Wort "Entschuldigung" nennen] Es sei unglücklich gewesen, nicht sofort auf die Anfragen von Bloggern und Journalisten zu reagieren: „Wir haben ja schließlich nichts zu verbergen.“ [die ganze Aktion war von Anfang an "unglücklich"] Die Verzögerung einer Antwort hänge unter anderem auch mit der Urlaubszeit und der Abwesenheit wichtiger Entscheidungsträger zusammen. [Na wer ist denn für die Urlaubsplanung und Vertreterregelung in der JAKO AG zuständig? Tztz..]
Sprügel kündigt an, er werde den Logo-Kritiker in die Firmenzentrale nach Mulfingen-Hollenbach einladen. Dabei werde man sehr gerne mit ihm über das neue Logo diskutieren [unnötig] und Baade könne sich ein eigenes Bild vom JAKO-Spirit und der Qualität der Produkte machen [DAS wäre der richtige Schritt gewesen, auf den Artikel von Trainer Baade zu reagieren - anstelle einer Abmahnung].
Rudi Sprügel, der in jungen Jahren selbst in der zweiten deutschen Fußballliga spielte [welch' gehaltvolle Information], will sich dafür einsetzen, dass Baade aus dieser Auseinandersetzung „keine finanziellen Nachteile erwachsen.“ ["verspricht, dass..." wäre besser gewesen - sein Einsatz wird für die Öffentlichkeit kaum zu werten sein]. Sprügel wörtlich: „Ich bin mir sicher, dass beide Seiten aus dieser unerfreulichen Geschichte gelernt haben.“ [Na hoffentlich. Die Pressemitteilung gibt noch zu wenig Hinweise auf einen Lerneffekt]
JAKO sei, so Sprügel, ein „junges mittelständisches Unternehmen, das ehrliche, faire Sportkultur mit Begeisterung lebt.“ Diese Unternehmensphilosophie, die von rund 160 Mitarbeitern mit einem Altersdurchschnitt von 34 Jahren gelebt werde, bringe auch das neue Logo mit der Aussage „JAKO Living Sports“ zum Ausdruck. [Nun gut, kann man so machen - jetzt kommt halt der Promotionsteil]
JAKO konnte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2008 erneut um zehn Prozent auf 63,8 Millionen Euro steigern. 2008 verkaufte JAKO unter anderem 1,5 Millionen Trikots, 1 Million Trainingsanzüge und eine halbe Million Bälle. Auch 2009 liegt JAKO trotz Wirtschaftskrise auf Wachstumskurs. [zuviel der Information - gehört eher auf eine Bilanz-PK] ....
*[ ... ] kommentiert von FernglasFCB
Was lernen wir aus dieser Reaktion? Ein bißchen was - zumindest in punkto Öffentlichkeitsarbeit - haben sie begriffen bei JAKO. Es wird aber auch deutlich, dass nur der öffentliche Druck zu einem "Entgegenkommen" geführt hat. Nur wohin das führt, wissen wir noch nicht. Das Wort "Entschuldigung" hat gefehlt - und das zeugt nicht gerade von Einsicht. Für meinen Geschmack ist die Scheiße noch nicht vom Tisch.
mehr auch auf allesaussersport
Dienstag, 1. September 2009
Fall JAKO: Aus Solidarität mit dem Blogger-Kollegen Trainer Baade...
... wird hier bis einschließlich Sonntag,
den 6. September, nicht mehr gebloggt!*)
Zudem rege ich an, einen "JAKO vs Trainer-Fonds" ins Leben zu rufen, um dem Blogger-Kollegen Baade finanziell unter die Arme zu greifen.
Mir fällt da nur ein Spenden-Konto ein, auf das jeder nach eigenem Gusto etwas Geld überweisen könnte. Hat jemand von Euch - Blogleser wie Blogger - eine bessere Idee?
Trainer, was dagegen?
neueste Links zum Thema:
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>> Ob Politiker oder Unternehmer: Wer sich mit der Webcommunity in eine Privatfehde verstrickt, kann angesichts der Ressourcen der vielen Internetaktivisten bei ungeschicktem Vorgehen nur verlieren. Versuche, das Image per Abmahnung zu schönen, empfinden Blogger und InternetTrolle oftmals als Zensur. Es geht dann nicht mehr um Wahrheit oder Unwahrheit, sondern à la Piratenpartei um einen Feldzug für die Meinungsfreiheit. Anders als im Fall von Dirk A. hat man es nicht mehr mit einem, sondern mit einer Vielzahl von Gegnern zu tun, denen wie im Märchen für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue nachwachsen. Die Folgen können für das Image eines Unternehmens verheerend sein. Gostomzyk (Anm.: Tobias, Gostomzyk - ein auf Medienrecht spezialisierter Anwalt aus Köln) plädiert in solchen Fällen deshalb auch dafür, die Rechtslage als "Verhandlungsposition zu begreifen und zunächst in einen Dialog mit dem Gegner zu gehen". Wer gleich auf Rechtsmittel setze, "habe häufig nur einen Schuss". <<Ausschnitt aus "Wenn der Kunde zweimal bloggt"
Handelsblatt, 01.09.2009
*) Ausnahme, wenn aktuelle Ereignisse in dieser Angelegenheit meinen Senf erfordern.
JAKO und Horn & Kollegen vs Trainer Baade
ein schlimmer Trend mit dieser Abmahnerei.
Es wird Zeit, dass der Gesetzgeber einem solchen Treiben mal einen Riegel vorschiebt.
weitere Links zum Thema:
sportmedienblog
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Beves Welt feat. Taxi-Schorsch
Blog G
Brustring
Du gehst niemals allein
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Zebrastreifenblog
Spielbeobachter
Jens Weinreich
probek
horizont.net
und Besuch habe ich auch schon bekommen:

Termine September 2009
Borussia Dortmund vs FCB
15.30 Uhr
15. September 2009 - Champions League
Maccabi Haifa vs FCB
20.45 Uhr
19. September 2009 - Bundesliga
FCB vs 1. FC Nürnberg
15.30 Uhr
22. September 2009 - DfB-Pokal 2. Runde
FCB vs Rot-Weiss Oberhausen
19.00 Uhr
25. September 2009 - Trentino, Stadio Communale von Arco am Gardasee
Italia Allstars vs FC Bayern Allstars
20.30 Uhr
26. September 2009 - Bundesliga
Hamburger SV vs FCB
18.30 Uhr
30. September 2009 - Champions League
FCB vs Juventus Turin
20.45 Uhr
