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Dienstag, 30. Juni 2009

Luca Toni im Interview

Luca Toni im Bild-Interview

BILD
: Wie beurteilen Sie den Kauf von Mario Gomez und Ivica Olic?

Toni: „Beide sind eine starke Unterstützung für Bayern. Ich habe große Achtung vor ihren spielerischen Leistungen. Sie sind eine wertvolle Bereicherung für die Mannschaft. Ich denke, es war eine kluge Entscheidung, sie zu holen.“

BILD: Sind Sie nur noch Stürmer Nummer drei hinter Gomez und Miro Klose?

Toni: „Es gibt keine Nummer drei und auch keine Nummer eins unter den Stürmern. Über die Aufstellung entscheidet allein der Trainer. Es ist sinnlos, jetzt darüber zu spekulieren, wer wann eingesetzt wird. Ich denke, der FC Bayern weiß, was er an mir hat.“

BILD: Keine Wechselgedanken?

Toni: „Nein. Ich fühle mich sehr wohl in München. Der FC Bayern hat alles, was ich mir im Augenblick wünsche. Eine ausgezeichnete Aussicht auf die Meisterschaft und eine reale Chance, die Champions League zu gewinnen. Mit einer solch starken Mannschaft können wir das schaffen. Und meinen Fans verspreche ich: Ich bleibe dem FC Bayern treu! Ich werde noch härter trainieren, noch mehr Einsatz und Leistung zeigen.“

... und schon wieder Europameister!

Deutschlands U21 ist Europameister!
Mit einem beeindruckenden 4:0 gegen England haben es die Jungs von Horst Hrubesch erstmals geschafft. Damit stellt Deutschland den Europameister der U17 (2008), der U19 (2008) und der U21 (2009).

Die nächste EM der unter 19-Jährigen findet ab dem 21. Juli in der Ukraine statt. Damit ist das Titel-Triple für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) komplett. Als erster Verband überhaupt ist der DFB nun für einen Monat bis zur nächsten U19-EM, für die Deutschland nicht qualifiziert ist, im Besitz aller drei EM-Trophäen im Jugendbereich. Na, wenn das keine gute Perspektive ist?!

Samstag, 27. Juni 2009

Neckarwer?

Die Auslosung 1. Hauptrunde im DfB-Pokal ist in ungefähr so spannend wie eine Rede Frank-Walter Steinmeiers zur Bedeutung der Bundesrepublik im interkontinentalen Dialog. Bayern München trifft auf 6-Ligist Neckarirgendwas. In Neckardings werden sie jetzt vermutlich dieses Traumlos feiern - für die Bayern ist Neckardingensbummens natürlich eine unbekannte Größe, bzw. Kleine. Wie auch immer, die Spiele der 1. Hauptrunde finden nun zwischen dem 31.7. und 3.8. statt. Bayern spielt im Elzstadion, in Mosbach, Nähe Heidelberg. Ahja.

Dienstag, 23. Juni 2009

Bis an die Schmerzgrenze

Das Handelsblatt schreibt heute:

Dass die Erstligastadien im Schnitt zu 90 Prozent ausgelastet waren, ist auch eine Frage der Ticketpreise. Zwar stiegen sie von im Schnitt 19,47 Euro in der Vorsaison auf 20,79 Euro. Doch auch das ist im Vergleich der europäischen Top-Ligen konkurrenzlos billig. Die Briten zahlen nach Angaben der Berater von Deloitte im Schnitt für eine Premier-League-Partie etwa das Zweieinhalbfache. Wie hoch die Zahlungsbereitschaft bei den deutschen Fans tatsächlich liegt, hat die Karlsruher Sport-Research-Beratung IFM in einer aktuellen Befragung ermittelt. Für ein Spiel der ersten Bundesliga würden die 508 befragten Fußball-Anhänger im Schnitt 31 Euro ausgeben. Es wäre bei den Kartenpreisen also noch Luft nach oben. Für eine Zweitligapartie liegt die Schmerzgrenze der Fans nach IFM-Angaben bei 18 Euro (tatsächlicher Durchschnittspreis: 13,35 Euro).
Es ist also noch Luft nach oben - und das muss sich auch Bayer 04 Leverkusen gedacht haben, bezahlte eine Familie (Mutter, Vater, Kind, Kind) in der letzten Saison für 4 Personen pro Saison 780,- Euro, kostet der Spaß (na ja, vermutlich eher weniger Spaß) nun satte 1.600,- Euro für die gleiche Leistung. Das sind beeindruckende 820,- Euro mehr! Woran das liegt? Kinderrabatte gibt es in diesem aber auch anderen Blocks (B2/B3) zukünftig nicht mehr. „Die können sich aber auch anderswo im Stadion einen Platz zu den selben Konditionen wie vorher suchen“, sagt Bayer04-Pressesprecher Meinolf Sprink und verweist auf den neu geschaffenen Oberrang. Dumm nur, dass die Dauerkarten für diese anderen Bereiche bereits im offenen Verkauf sind, bevor die schriftliche Mitteilung die Dauerkartenabonnenten erreicht hat. Zusammenhängende Plätze zu bekommen, dürfte für unsere Vier-Personen-Familie schwierig werden. Wer seinen bisherigen Stammplatz oder den bisherigen Sitznachbarn behalten will, muss deutlich etwas drauflegen.

Hier ein Leserbrief aus der Rheinischen Post, Reaktionen zum gleichen Thema im Kölner Stadtanzeiger.

Wie sieht es denn bei Euren Vereinen aus? Ich bin für Feedback dankbar!

Willkommen (zurück)!

Rückkehr
Harald Cerny (34), Rekordspieler des TSV 1860 mit 238 Bundesliga-Einsätzen, wechselt die Farben und geht zum FC Bayern, wo er die ehemals von Mehmet Scholl betreute U14-Auswahl übernimmt! Bayerns Jugendchef Werner Kern bestätigte der tz den brisanten Frontenwechsel: „Ich freue mich sehr über die Entscheidung, denn Harald hat unter Hermann Gerland schon die Ausbildung in unserem Jugendhaus genossen, er kehrt zurück in die Familie FC Bayern. Dort gehört er hin.“ Cernys vom FC Bayern übermittelter Kommentar: „Ich freue mich auf die reizvolle Aufgabe und darüber, zum FC Bayern zurückzukehren.“

Angekommen
Danijel Pranjic: Warme Worte im Vorfeld des Transfers und Taten (s.u.) für den FCB, kommen gut an beim Anhang der Bayern. Wenn er spielerisch genau so einschlägt, dürfen wir uns über diesen Neuzugang freuen.
Zumindest in Spielerkreisen jedenfalls scheint der Name FC Bayern noch etwas zu bedeuten. Beispiel: Danijel ­Pranjic. Der kroatische Nationalspieler wollte unbedingt nach München wechseln, doch es gab Streit um die Ablöse. Also übernahm Pranjic kurzerhand einen Teil der Ablöse selbst: 700 000 Euro zahlt er an seinen Klub SC Heerenveen, damit der ihn freigibt.
Nein, liebe tz ... nicht nur in Spielerkreisen. Bayern ist und bleibt eine der besten Adressen im internationalen Fußball.

Montag, 22. Juni 2009

Personalien III

Andreas Ottl (Nürnberg?), Christan Lell, José Ernest Sosa (Köln?), Breno (soll ausgeliehen werden) und Tim Borowski (Bremen?) spielen in van Gaals Konzept keine Rolle mehr- so zumindest liest man es immer wieder. Persönlich kann ich das bei jedem einzelnen der Genannten nachvollziehen.

Spekulationen in den Medien über Lucio haben den Brasilianer nun via Interview bei der tz aus der Reserve gelockt.
Pranjic ist nun endgültig in der Kategorie Neuzugänge zu verbuchen - einzig offen ist noch eine Verpflichtung von José Bosingwa. Das dürfte es dann auch gewesen sein, gesetzt dem Fall dass Ribéry nicht doch noch den Verein verlassen darf.

Der 1. FC Köln soll neben Jose Ernesto Sosa auch an einer Verpflichtung von Ex-Bayer Zé Roberto interessiert sein. Wäre schön, Zé weiterhin in der Bundesliga zu sehen - leider jedoch beim falschen Verein, aber das hat man in München ja so gewollt.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Kopfschütteln und Achselzucken

Beckenbauer, Netzer, Rummenigge, Breitner, Hitzfeld, Beiersdorfer - kaum jemand, der derzeit nicht seiner Fassungslosigkeit über die Größenordnung des "Ronaldo-Transfers" auf Nachfrage Luft macht. Dietmar Hopp zuckt dagegen nur mit den Schultern.


Netzer: "Ich verurteile, dass so hohe Summen gezahlt werden. Ich empfinde diese Entwicklung als krank. Das ist alles moralisch nicht mehr vertretbar. Diese Ausmaße können die meisten Menschen nicht mehr verstehen. Ich auch nicht. Das ist nicht mehr meine Welt." (Interview mit den Stuttgarter Nachrichten, Mittwoch 17.06.)

Richtig. Die Welt des Günter Netzers liegt auch schon etwas zurück (hier ein paar Eindrücke von der Stimmungslage zum Thema Ablösesummen aus dem Jahre 1976).

Hitzfeld: Man sollte die Investitionen selbst bezahlen können. Ich finde es sehr fraglich, wenn sich der Verein überschuldet. Real macht ja wieder mehr Schulden, als sie schon haben. Das finde ich etwas unseriös. Da müsste die Uefa ein klares Lizensierungsverfahren einführen.

Ist das Wettbewerbsverzerrung?

Hitzfeld: In gewisser Weise schon, ja. Wenn sich Vereine maßlos überschulden können, ist das Wettbewerbsverzerrung. (Interview mit der Münchner tz, Dienstag 16.06.)

Hitzfeld konkretisiert (im Gegensatz zu anderen) die Kritik und bezieht sich auf die Überschuldung. Hier hat er vollkommen Recht - es müssen die gleichen Richtlinien für alle Vereine gelten.

Bei vielen Leuten in Deutschland löst dieser Wechsel Kopfschütteln aus.

Hopp: Ich gehöre auch zu den Leuten, die mit der Achsel zucken. (Interview mit der BamS, Sonntag, 14.06.)

Er gehört also nicht zu den Leuten, die mit dem Kopf schütteln - aber "auch" zu den Leuten die mit der Achsel zucken. Aha.


Versuchen wir das mal aufzubröseln: Falls Peréz, der Präsident von Real Madrid, die Kohle für Cristiano Ronaldo aus seiner Privatschatulle hätte springen lassen, wäre das - wenn ich Herrn Hitzfeld richtig verstanden habe - keine Wettbewerbsverzerrung, oder etwa doch? Wenn doch, wäre dann nicht auch das finanzielle Engagement des Mäzens Dietmar Hopp in Hoffenheim Wettbewerbsverzerrung?
Günter Netzer spricht von Moral, was ja ohnehin sehr schwierig zu bewerten sein dürfte, aber da wir schon bei der Moral sind: Ist es moralisch verantwortbar, wie viel Geld Bundesliga-Profis heutzutage bezahlt wird? Sind die derzeitgen Zweitliga-Gehälter moralisch einwandfrei? Und was ist mit Ablösesummen im Amateurbereich? Wo soll man denn bei einer moralischen Bewertung anfangen, und wo aufhören? Nicht zu vergessen, dass ausgerechnet Netzer damals mit seinem Wechsel zu Real Madrid einer der Vorreiter exhorbitanter Ablösesummen war, wenngleich uns die damaligen Transfersummen heute lächerlich erscheinen.

Damit wir uns richtig verstehen, es kann nicht sein dass Vereine wie Real Madrid sich unmäßig hoch verschulden, um solche Transfers ermöglichen zu können - wenn im Gegensatz dazu in anderen europäischen Ligen strengere Auflagen gelten. Das ist Wettbewerbsverzerrung! Hier muss die UEFA mit einem allgemeingültigen Lizensierungsverfahren entgegenwirken.
Aber wo bitte besteht im Profifußball Waffengleicheit zwischen einem finanzstarken Investor/Mäzen/Gönner oder schlicht einem erfolgreichen Verein, der im Vergleich mit weniger solventen Klubs mittels hoher Ablösesummen und Gehaltsstrukturen den "Wettbewerb" zu seinen Gunsten beeinflussen kann? Auch der Profifußball unterliegt den Gesetzmäßigkeiten der freien Marktwirtschaft.

Cristiano Ronaldo ist - da führt kein Weg dran vorbei - ein Ausnahmespieler und einer der besten Fußballer dieses Erdballs. Spieler dieser Güte gibt es nicht viele. Ein solcher Spieler weckt enorme Begehrlichkeiten, und diverse Vereine sind bereit enorme Summen in die Hand zu nehmen um ihn verpflichten zu können. Der Klub, der am meisten bietet, bekommt den Zuschlag. Das war Real Madrid mit der "galaktischen" Summe von 94 Millionen Euro. Ob man dieses Geschäft nun als unmoralisch bezeichnen will oder nicht - es ist legitim.

Als Bayern-Fan möchte ich, wenn wir Franck Ribéry verlieren sollten, ebenfalls eine möglichst hohe Ablösesumme. Diesen sportlichen Verlust soll mein Klub ordentlich bezahlt bekommen - da kann es aus meiner Sicht gar nicht teuer genug für den Käufer werden. Soll ich mich da jetzt über 94 Millionen für Ronaldo aufregen? Wenn wir 100 Millionen für Ribéry bekommen könnten, möchte ich den Bayern-Fan oder Bayern-Verantwortlichen sehen, der das Wort "Moral" in den Mund nimmt und ein solches Geschäft verurteilt. Und das wäre wohl bei jedem anderen Klub das Gleiche.
Ja, man kann mit annähernd hundert Millionen jede Menge Leid auf Gottes Erdball lindern - aber Fußballprofivereine sind in erster Linie Fußballklubs, in zweiter Linie Unternehmen und erst in dritter Linie der Gesellschaft verpflichtet. Auch in der Privatwirtschaft werden Großkonzerne neben allem gemeinnützigen Engagement in erster Linie ihren wirtschaftlichen Erfolg im Auge haben, und in eben diesen investieren. Nicht anders ist es im professionellen Vereinssport, wirtschaftlicher wie sportlicher Erfolg ist hier die Maxime. Bleiben wir doch bei aller Kritikfähigkeit realistisch, und lügen wir uns besser nicht in die eigene Tasche. Der nächste gigantische Transfer wird kommen - und vielleicht wird ein deutscher Klub daran beteiligt sein - ja, vielleicht wird es sogar ein deutscher Spieler sein, um den es dann geht.

Real hat schon mal Geld abgeholt

Die englische SUN widmet sich heute mit einem großen Artikel Monsieur Franck Ribéry, wobei wir das alles gestern schon in deutschen Blättern lesen konnten. Interessant ist allerdings der letzte Satz (und man fragt sich, wie es um das spanische Bankgeheimnis bestellt sein mag?):

" Real yesterday secured a £70m loan from Spanish bank Caja Madrid."

Jahreskarten - von günstig bis gierig

Geld kompakt hat mir die Arbeit abgenommen und etwas getan, was ich schon eine ganze Weile im Kopf hatte, nämlich eine Übersicht über die derzeitigen Jahreskarten-Preise der Bundesligisten zu erstellen. Schade, dass zur Zeit noch drei Bundesligisten fehlen*). Schade auch, dass die Aufstellung Preisminderungen (Schüler, Studenten, Vereinsmitglieder) gar nicht berücksichtigt.

Interessant ist, wie weit die Preisgestaltung bei den Klubs doch auseinandergeht. In der Kategorie Stehplatz (Hertha BSC fällt hier aus der Wertung) gibt es die günstigste Dauerkarte beim FC Bayern München für 120 Euro. Beim FSV Mainz 05 kostet eine Stehplatz-Dauerkarte stolze 217,50 Euro.

Die günstigsten Sitzplätze in diesem Jahreskartenvergleich gibt es in Berlin bei der Hertha für 155 Euro (in Ermangelung von Stehplätzen im Olympia-Stadion, kann man diese Preisgestaltung aber eher der "Stehplatzliste" zuordnen). In Leverkusen schlägt der Sitzplatz für die Saison mit 180 Euro zu Buche. Richtig teuer wird's in Freiburg, wo sich der Sportclub die Jahreskarte mit 400 Euro bezahlen lässt.

Die Jahreskarten für die teuersten Sitzplätze der Liga kosten in Hannover 500 Euro - Dortmund schlägt mit 820,50 Euro in der gleichen Kategorie zu.

In allen drei Kategorien zählt Borussia Dortmund zu den teuersten Vertretern.

*)
SV Werder Bremen - keine Preisangabe – keine Dauerkarten im freien Verkauf / Grund hierfür: Der Stadionumbau.

FC Schalke 04 - keine aktuelle Preisangabe.

TSG 1899 Hoffenheim - Preisangabe erst Ende Juli / August.

Dienstag, 16. Juni 2009

U21 - Spanien vs Deutschland

Vielleicht liegt es am Entzug, dass ich den gestrigen Gruppenauftakt der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der WM in Schweden recht ansehnlich fand. Vielleicht bin ich in der fußballarmen Sommerpause schon so dermaßen auf cold turkey, dass mir die wieselflinken Dribblings eines Marko Marin in Halbzeit Eins, der regelmäßig zwei oder gar drei Spanier ganz blass stehen ließ, richtig gut gefallen haben. Vermutlich war die exzellente Defensivarbeit der deutschen Mannschaft hilfreich für meinen durch Fußballabstinenz ausgemergelten, zitternden Körper. Die solide Abwehrleistung eines Jerome Boateng, die prima Partie eines Marcel Schmelzers nach seiner Einwechslung, die sehr gute aber glücklose Performance von Mesut Özil - all das hat mir gestern Abend sehr geholfen!


Die nächsten Spiele des deutschen Teams:

Deutschland vs Finnland, Donnestag 18.06.2009, 18.15 Uhr

Deutschland vs England, Montag, 22.06.2009, 20.45 Uhr

Montag, 15. Juni 2009

Real Madrid - Der Wahnsinn hat Methode

El Madrid schmeißt derzeit mit mächtig viel Geld nur so um sich: Kaká für 65 Millionen vom AC Milan, Cristiano Ronaldo für 94 Millionen von Manchester United (der bislang teuerste Transfer der Fußballgeschichte), David Villa von Valencia und auch Franck Ribéry vom FC Bayern soll noch folgen.
Präsident Florentino Pérez macht da weiter, wo er zwischen 2000 und 2006 mit dem Aufbau der "Galaktischen" aufgehört hat. Er investiert enorm viel Geld in Stars - eine Politik die sich übrigens für Real Madrid seiner Zeit gelohnt hat. Natürlich kann man diesen Transfer-Wahnsinn als unverhältnismäßig geißeln. Und natürlich kann man darüber streiten, ob die enormen Investitionen unter Pérez mit den damaligen Einkäufen Figo, Zidane, Ronaldo, Beckham sich mit zwei Meisterschaften und einem Champions League-Triumph sportlich gelohnt haben (außerdem europäischer Super-Cup, spanischer Super-Cup und zwei Weltpokale, deren sportliche Bedeutung allerdings aber nicht sonderlich ins Gewicht fallen) - wirtschaftlich hat der Verein dadurch weit mehr reingeholt als ausgegeben.


Wirtschaftliche Situation:
Wurde 2000 noch ein Verlust von 65 Mio. € ausgewiesen, konnte 2008 mit einem Gewinn von 51 Mio. € abgeschlossen werden. Der Anteil an Personalaufwand im Verhältnis zum Jahresumsatz, im Jahr 2000 noch bei 86 %, konnte auf 46 % gesenkt werden, wodurch die Empfehlung des G-14 von max. 70 % problemlos erfüllt werden kann. In der jährlich vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte herausgegebenen Rangliste der umsatzstärksten Fußballklubs, konnte Real Madrid im Geschäftszeitraum 2004/05 erstmals Manchester United von der Spitzenposition verdrängen.
Der bereits von August 2000 bis Februar 2006 amtierende Vereinspräsident Florentino Pérez beendete die ruinöse Finanz- und Transferpolitik seiner beiden Vorgänger, Ramón Mendoza (1984–1995) und Lorenzo Sanz (1995–2000) und führte Real Madrid aus der wirtschaftlichen Krise. Innerhalb von sieben Jahren konnten die Einnahmen um 300 % gesteigert werden: Lag der Umsatz im Jahre 2000 noch bei 118 Mio. €, so nahm der Verein im Jahre 2008 bereits 366 Mio. € ein. Derzeit soll Real Madrid circa 240 Millionen Euro Schulden haben.

Den bedeutendsten Schritt für den wirtschaftlichen Aufschwung des Vereins setzte Pérez, seines Zeichens Präsident der spanischen Baufirma ACS, aber mit dem Verkauf des ehemaligen Vereinsgeländes an die Privatfirmen OHL, Repsol, Mutua Madrileña und Sacyr Vallehermoso im Jahre 2001, eine Transaktion die Real Madrid rund 480 Millionen € einbrachte. Das Vereinsgelände wurde dem Klub allerdings wieder "zurückgeschenkt" (buchhalterisch könnte man das auch "Aktivtausch" nennen).


Klubführung:
Am 1. Juni 2009 wurde Florentino Pérez, der als einziger eine Kandidatur präsentierte, zum neuen Präsidenten erklärt. Pérez leitete den Klub bereits zwischen den Jahren 2000 und 2006. Der Argentinier Jorge Valdano übernimmt das Amt des Generaldirektors, ihm unterstellt ist als Sportdirektor der ehemalige Spieler und Mitglied der Quinta del Buitre Miguel Pardeza. Zinédine Zidane fungiert als Berater des Präsidenten.


Fans:
Real Madrid hat laut der Marktforschungsagentur Sport+Markt ca. 41 Millionen Fans in Europa und verfügt damit derzeit über die zweithöchste Anzahl an Anhängern, hinter dem Erzrivalen FC Barcelona. Laut dieser Studie ist man zudem mit rund 8 Millionen Fans der beliebteste europäische Klub in den südamerikanischen Märkten Mexiko, Brasilien und Argentinien. (Stand: Februar 2009).

Gesellschaftliches Engagement:
Die Fundación Real Madrid ist eine Stiftung, die von den Vereinsmitgliedern über die cuota social (Sozialquote) sowie durch Spenden und Sponsoren finanziert wird. Ihr Ziel ist es die sozialen und kulturellen Werte das Sportes im Allgemeinen und des Vereins im Besonderen, in den Dienst der Gesellschaft zu stellen.

Sportliches Engagement:
Betrieb von insgesamt 34 Fußball- und Basketballschulen in Spanien, sowie drei in Mexiko.
Alljährliche Fußball und Basketball Sommercamps.


Soziales Engagement:
Integrative Sportschulen im Ausland (derzeit in Argentinien, Mexiko, Uruguay, Chile, Bolivien, Ecuador, El Salvador, Honduras, Panama, der Dominikanischen Republik sowie Marokko).
Integrative Sportschulen für Immigranten in Spanien.
Integrative Sportschulen in Gefängnissen.
Integrative Sommercamps für behinderte und gesunde Kinder (in Zusammenarbeit mit der Blindenorganisation ONCE).
Organisation von diversen Ehrenamtlichen Sozialdiensten in Krankenhäusern, Schulen und Altersheimen
Basketball in Kinderkliniken.

Bilanz Bayern München vs Real Madrid (Duelle Landesmeister-Cup/Champions League):
2006/2007 Achtelfinale Bayern München - Real Madrid 2:1
2006/2007 Achtelfinale Real Madrid - Bayern München 3:2
2003/2004 Achtelfinale Real Madrid - Bayern München 1:0
2003/2004 Achtelfinale Bayern München - Real Madrid 1:1
2001/2002 Viertelfinale Real Madrid - Bayern München 2:0
2001/2002 Viertelfinale Bayern München - Real Madrid 2:1
2000/2001 Halbfinale Bayern München - Real Madrid 2:1
2000/2001 Halbfinale Real Madrid - Bayern München 0:1
1999/2000 Halbfinale Bayern München - Real Madrid 2:1
1999/2000 Halbfinale Real Madrid - Bayern München 2:0
1999/2000 Zwischenrunde Gr. C Bayern München - Real Madrid 4:1
1999/2000 Zwischenrunde Gr. C Real Madrid - Bayern München 2:4
1987/1988 Viertelfinale Real Madrid - Bayern München 2:0
1987/1988 Viertelfinale Bayern München - Real Madrid 3:2
1986/1987 Halbfinale Real Madrid - Bayern München 1:0
1986/1987 Halbfinale Bayern München - Real Madrid 4:1
1975/1976 Halbfinale Bayern München - Real Madrid 2:0
1975/1976 Halbfinale Real Madrid - Bayern München 1:1


Spiele: 18 Bayern-Siege: 10 Unentschieden: 2 Niederlagen: 6 Tordifferenz: 30 : 23



Freitag, 12. Juni 2009

Personalien II

Christoph Daum, neuer Trainer von Fenerbahce Istanbul, will Bayern-Stürmer Luca Toni und Mittelfeldspieler Hamit Altintop zum türkischen Klub lotsen. An Toni soll allerdings auch der FC Barcelona interessiert sein. Toni selbst könnte sich bei Bayern in der neuen Saison wegen der höheren Stürmerdichte im Klub das ein- oder andere Mal auf der Bank wiederfinden. Ein Wechsel von Luca Toni wird somit wahrscheinlicher.

Der Weggang von Franck Ribéry zu einem anderen Klub (z. B. Manchester United) als den Königlichen aus Madrid soll ausgeschlossen sein ("... wenn, dann Real!") - somit dürfte das Interesse der Engländer an Ribéry nicht auf die Gegenliebe des Franzosen stoßen. Grundsätzlich scheint das Thema Ribéry erstmal zu den Akten gelegt (Madrid hat seine Bemühungen zunächst aufgegeben). Durch den Rekordtransfer des Cristiano Ronaldo könnte man bei Real nun etwas vorsichtiger mit dem Geld werden, so dass die bayerische Schmerzgrenze in der Sommerpause doch nicht mehr geknackt wird. Aber wer weiß das bei einem Klub wie Real Madrid schon?

Der Deal mit Danijel Pranjic scheint noch nicht unter Dach und Fach zu sein - noch ist sich der FCB mit dem SC Heerenveen über die Ablöse nicht einig geworden.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Die 10 teuersten Spielertransfers

Die unangefochtene Nummer Eins der nun folgenden Tabelle wäre Cristiano Ronaldo, wenn - ja wenn - Real Madrid, wie kolportiert wird, tatsächlich bereit wäre ihn für 93 Millionen Euro von Manchester United loszueisen.


10. Juan Sebastian Verón, 42,2 Millionen Euro, wechselte von Lazio Rom zu Manchester Utd.

9. Christian Vieri, 45 Millionen Euro, wechselte von Lazio Rom zu Inter - FLOP!
9. Ronaldo, 45 Millionen Euro, wechselte von Inter zu Real Madrid

8. Rio Ferdinand, 45,5 Millionen Euro, wechselte von Leeds Utd. zu Manchester Utd.

7. Andrij Shevchenko, 46 Millionen Euro, wechselte vom AC Milan zu Chelsea - FLOP!

6. Gaizla Mendieta, 48 Millionen Euro, wechselte von Valencia zu Lazio Rom - FLOP!

5. Gianluigi Buffon, 54 Millionen Euro, wechselte von Parma zu Juventus Turin

4. Hernán Crespo, 55 Millionen Euro, wechselte vom AC Parma zu Lazio Rom

3. Luís Figo, 60 Millionen Euro, wechselte von Barca zu Real Madrid

2. Kaká, 65 Millionen Euro, wechselt vom AC Milan zu Real Madrid

1. Zinédine Zidane, 73,5 Millionen Euro, wechselte von Juventus Turin zu Real Madrid

Mittwoch, 10. Juni 2009

Klub-News

Newcastle United
Investmentgruppe will übernehmen

Eine Investmentgruppe aus Singapur hat Interesse an einer Übernahme des englischen Fußball-Traditionsklubs Newcastle United bekundet. Der Klub sucht nach dem Abstieg aus der Premier League einen neuen Besitzer. Vereins-Boss Mike Ashley hatte den Kaufpreis auf 100 Millionen Pfund, also umgerechnet 114 Millionen Euro festgesetzt. Der frühere Liverpool-Mittelfeldspieler Steve McMahon gehört der Investmentgruppe an. Erste Gespräche habe es bereits gegeben. Ashley, der United 2006 für 135 Millionen Pfund gekauft hatte, hat seinen Rückzug bereits nach dem sportlichen Abstieg angekündigt. "Es ist für alle eine Katastrophe. Ich habe mein Geld verloren und schreckliche Entscheidungen getroffen", sagte Ashley.

FC Valencia
547 Millionen Euro Schulden

Dem sechsmaligen spanischen Fußball-Meister FC Valencia droht weiter die Pleite. Den ehemaligen Verein des früheren Nationaltorwarts Timo Hildebrand drücken nach Angaben von Valencias Finanzchef Javier Gomez Schulden in Höhe von 547 Millionen Euro. Um den finanziellen Kollaps zu verhindern, müssen nun Valencias Starspieler David Villa, der von Real Madrid umworben wird, und Fernando Morientes meistbietend verkauft werden. Größtes Problem ist vor allem der weiterhin stockende Verkauf des alten Mestalla-Stadions. Noch immer ist kein Käufer für die Immobilie gefunden. Mit den Millionen könnte die durch den Bau der neuen Arena (El Nuevo Mestalla) entstandene Schuldenlast getilgt werden. Die 79.000 Zuschauer fassende Arena, die in der Nähe des alten Stadions entsteht, soll rund 300 Millionen Euro kosten.

(Quelle: FAZ.net)

Real Madrid / FC Bayern
Pérez respektiert Bayerns Haltung

Real Madrid hat die Hoffnung auf eine Verpflichtung von Franck Ribéry vom FC Bayern München vorerst aufgegeben. „Ribery gehört dem FC Bayern, und die Bayern wollen ihn nicht verkaufen“, stellte Real-Präsident Florentino Pérez am Mittwoch in einem Interview mit dem staatlichen Rundfunk "RNE" fest. „Wir müssen die Haltung der Münchner respektieren.“Der Klubchef des spanischen Rekordmeisters teilte mit, dass er mit Verantwortlichen des FC Bayern gesprochen habe.

(Quelle: Welt Online)

Taktik steht auf zwei Beinen

Schöner Artikel von Christof Kneer bei der Süddeutschen Zeitung online zur Taktik des Louis van Gaal, den Optionen und möglichen Personalien.

Dienstag, 9. Juni 2009

Schlagzeilen der Sommerpause

Keine Spur von Daum.

Trainer Daum hat von Köln die Nase voll.

Christoph Daum zieht Line.

Assauer greift Ex an - Hopfen und Malz verloren.

Rangelei mit Simone Thomalla - Irgendwann erwischt es jeden.

Simone Thomalla: Nur gucken, nicht anfassen!


Es bleibt spannend...

Wenn stern oder SPIEGEL mit Adolf Hitler, dem Dritten Reich
oder wahlweise dem Zweiten Weltkrieg aufmachen,
dann befinden wir uns im medialen Sommerloch.

Und keinen Tag früher!



Neuzugänge bisher:

Edson Braafheid von Twente Enschede
(noch nicht bestätigt, 2 Millionen Euro),

Danijel Pranjic vom SC Heerenveen (10 Millionen Euro),

Mario Gomez vom VfB Stuttgart (mehr als 30 Millionen Euro),

Ivica Olic vom Hamburger SV (ablösefrei),

Anatolij Tymoschtschuk von Zenit St. Petersburg (11 Millionen Euro) und

Alexander Baumjohann von Borussia Mönchengladbach (ablösefrei).


Rückkehrer an die Isar ist außerdem Andreas Görlitz (Karlsruher SC/war ausgeliehen).

Montag, 8. Juni 2009

Kommen und Gehen

Hoeneß geht. Der Dieter, der aus Berlin! Die Hertha hat ihm zweifelsohne viel zu verdanken, beförderte Dieter Hoeneß den Klub doch vom Abgrund wieder zurück in die mal mehr mal weniger oberen Sphären der 1. Liga. Doch Anspruch und Realität kamen in den letzten Jahren irgendwie nicht zusammen in der Hauptstadt. Der "schlafende Riese" wollte irgendwie nicht richtig erwachen, stattdessen überforderte Hoeneß den Klub finanziell, und stänkerte nun auch noch gegen Trainer Lucien Favre. In der abgelaufenden Saison war Hertha nah dran an dem, was man in der Spree-Metropole endlich sehen will: Hertha als eines der Top-Teams der Liga. Doch der Traum von der Meisterschaft blieb auch einer, und irgendwie scheint die Mißstimmung zwischen Dieter Hoeneß, Lucien Favre und Michael Preetz nun der berühmte Tropfen zu sein, der zu Hoeneß' Entmachtung führte. Zweifelsohne hat Hoeneß aus dem Chaos-Verein Hertha etwas Vorzeigbares entwickelt, aber er hat eben auch das mausgraue Dasein der Herthaner in den letzten Jahren zu verantworten. Für die Hertha beginnt mit Hoeneß' Abschied nun eine neue Zeitrechnung.

Heynckes kommt. Für Überraschungen ist Jupp Heynckes immer gut - und nachdem man ihm abnahm, dass der tägliche Liga-Stress lediglich für ein paar Spiele und für seinen guten Freund Uli Hoeneß von ihm in Kauf genommen wird, scheint er nun auf den Geschmack gekommen zu sein. Bayer Leverkusen bekommt mit Heynckes einen Trainer, der das Gegenteil von Vorgänger Bruno Labbadia ist. Er hat viel Erfahrung, er hat Erfolge vorzuweisen, fühlt sich an sein Wort/seinen Vertrag gebunden, gehört zu der alten Trainer-Garde, und hat im Umgang mit den Spielern das nötige Fein- und Fingerspitzengefühl. Keine Frage, Leverkusen hat mit dem neuen Alten sicherlich nicht verschlechtert. Beim HSV, dem neuen Arbeitgeber von Labbadia, darf man hingegen berechtigte Zweifel haben, ob die Wahl des neuen Trainers wirklich ein adäquater Ersatz für Jol sein kann. Bei Pleitergeier spricht man neuerdings über Frisuren. Aber nochmal zurück zu Bayer 04: die Posse um und mit Herrn Labbadia ist unterm Strich für Leverkusen gut ausgegangen: ein alter Veteran ist wieder zurück und fungiert als Co (Hermann), Labbadias Engagement hat dem Klub 1,3 Millionen Euro eingebracht, und man hat einen neuen Mann im Scoutingbereich: Michael Reschke. Ups.

Daum geht. Vermutlich haben sie sein Ego nicht lang genug gestreichelt in Köln; einer wie Daum braucht die Showbühne, die Scheinwerfer und bundesweite Aufmerksamkeit. Ganz abgesehen davon, dass Christoph Daum schnell gemerkt haben dürfte wie lange es brauchen würde, bis der FC wieder internationale Plätze erreichen kann.
Die Art und Weise seines Abgangs dürfte in der Domstadt endgültig alle Fußball-Romantik, die mit dem Trainer-Messias in Verbindung gebracht wurde, ad acta legen. Christoph Daum hat vielleicht ein noch viel falscheres Spiel gespielt, als man sich das als Kölner Fan je hätte ausmalen können - doch wir werden es nie erfahren. Vielleicht hat er im Stillen auf das Angebot eines Top-Klubs der Liga gehofft - und es blieb aus. Wir wissen es nicht. Jetzt geht es zurück in seine zweite Heimat zu Fenerbahce. Dort wird er geliebt, ihm wird gehuldigt, der Klub spielt international und Daum verdient mehr Geld. Alles gute Argumente. In Köln hingegen dürfte man der gefühlskalten Fußballrealität anno 2009 ein Stück näher gekommen sein.

Slomka kommt? Der sympathische Mirko Slomka - für Schalke einst zu sympathisch - wird wieder und wieder genannt, als einer der auf das Trainerkarussell der Liga aufspringen könnte. Doch so langsam werden die freien Posten rar. Nun wird Slomka mit dem Effzeh in Verbindung gebracht. Na hoffentlich bleibt der Domstadt-Klub nicht so grau wie Mirko Slomkas Haare. Und wer ist eigentlich Soldo? Hat der nicht mal Fußball gespielt für den VfB? Der ist Trainer? Aha.

Samstag, 6. Juni 2009

van Bayern - die neuen Erlkönige

Der König ist tot, es lebe der König? Wenn Real Madrid ernst macht und Franck Ribéry um jeden Preis verpflichten will, dann wird es auch so kommen. Es kann also gut sein, dass wir den quirligen Franzosen gar nicht mehr im Bayern-Dress bewundern dürfen. Dies ist zunächst natürlich für den FC Bayern und die Bundesliga eine betrübliche Nachricht, war aber sicher langfristig zu erwarten.
Der Verlust von "König Ribéry" würde den Bayern ordentlich vergoldet. Es könnte sogar der teuerste Spielertransfer bisher werden - und ausgerechnet der FC Bayern (sonst immer der große Zahlmeister) würde davon (rein finanziell) profitieren. 25 Millionen hat man für Ribéry zahlen müssen, nun winken Einnahmen von über 70 Millionen Euro. Eine Wahnsinns-Rendite. Egal wie hoch die Transfersumme letztlich auch würde, die von Madrid nach München wandert - sie wird in jedem Fall verdammt hoch sein!

Und damit lässt sich etwas anfangen. Die Namen die fallen, sind Wesley Sneijder und Arjen Robben - an beiden hat der FCB bereits Interesse durchschimmern lassen. Mit Sneijder, Robben, van Bommel und ggf. Edson Braafheid (der auch im Fokus sein soll) stünden dann schon vier Niederländer in Aufgebot der Bayern - van Bayern also? In jedem Fall muss ein qualitativer Verlust bei einem Weggang Ribérys aufgefangen werden - es winken also ein bis zwei zusätzliche Top-Transfers. Noch sind es Erlkönige, weil wir nicht wissen wie sie letztlich aussehen werden. Aber mit Sneijder und Robben würde der FCB endgültig in die Liga der europäischen Klubs mit den ganz großen Namen aufsteigen.

Der Transferwahnsinn, den Uli Hoeneß nie mitmachen wollte, hat uns nun wohl endgütlig eingeholt. Auch der FCB unterwirft sich mit dieser Transferpolitik des internationalen Wettrüstens. Die Alternative dazu wäre ein Dasein in mausgrau - zumindest auf internationaler Ebene. Damit soll Schluss sein.
War der Bundesliga vor zwei Jahren schon angst und bange ob der Transfers der Bayern, dürfte der nationalen Konkurrenz wohl bald schwarz vor Augen werden. Hoeneß macht ernst - und wenn das die Konsequenz aus dem Klassenunterschied zum FC Barcelona beim CL-Halbfinale ist, dann hatte wohl auch diese Niederlage letztlich ihr Gutes.

Natürlich sind Einkäufe und deren Qualtität die eine Sache, eine funktionierende Mannschaft und das Heranführen junger Talente die andere - aber mit Louis van Gaal hat man einen Mann geholt, der in der Lage ist, diese Perlen auf eine Schnur zu ziehen und ein Top-Team daraus zu formen. Ich glaube, wir dürfen uns freuen.

Leverkusener Sommertheater II

So schnell überschlagen sich die Ereignisse. Jupp Heynckes ist neuer Trainer bei Bayer Leverkusen. Und siehe da - die Einigung fand am Donnerstag statt! Bemerkenswert wie sich Sportdirektor Holzhäuser am gestrigen Freitag noch echauffierte, dass Bruno Labbadia einen laufenden Vertrag hätte und Holzhäuser durchaus bereit sei, ein Exempel zu statuieren und auf Einhaltung des Vertrages zu bestehen. Aber seine Kritik ging nur in Richtung Hamburger SV - und jetzt wissen wir auch warum!
Man kann von Seite der Bayer-Verantwortlichen wohl kaum Labbadia für sein Verhalten (sich bereits mit einem anderen Verein zu einigen) kritisieren, wenn man selbst das gleiche tut (und bereits einem neuen Trainer die Hand schüttelt). Die Einigung mit Heynckes als solches ist nachvollziehbar - Labbadia war unter diesen Voraussetzungen nicht mehr zu halten. Nun haben wieder alle was sie wollen: Bayer 04 hat einen erfahrenen, respektierten Trainer - der HSV hat Labbadia und Labbadia den HSV. Das Sommertheater in Leverkusen hat sein ganz spezielles Happy End.

Freitag, 5. Juni 2009

Leverkusener Sommertheater

Jetzt wirds richtig skurril! Nachdem die bisherigen Engagements ohne große Aufregung zur Kenntnis genommen wurden (Veh zu Wolfsburg, Skibbe zu Frankfurt, Frontzek zu Gladbach) - ja, selbst die Kölner nach ein-Mal-drüber-Schlafen mittlerweile den Daum-Abgang akzeptiert haben -, wird die Diskussion um Bruno Labbadia in Leverkusen langsam aber sicher zur Posse!

Anscheinend haben bereits Gespräche zwischen Labbadia und dem HSV stattgefunden - die Gespräche vor den Gesprächen (in Leverkusen) also. Wenn das stimmt, kann und darf Labbadia trotz noch gültigen Vertrages kein Trainer mehr in Leverkusen sein. Gestern noch saß Labbadia bei Bayer-Chef Werner Wenning - da fragt man sich, was soll das alles?

Die Spieler votieren gegen den Trainer, so meldete es zumindest der lokale Boulevard (Bild Köln, Express), und der Hamburger SV bestätigt nun, dass man kurz vor einer Einigung mit dem Leverkusener Coach stünde. Als Sahnehäubchen oben drauf kommt noch Labbadias mediale Schelte in Richtung Bayer 04 vor dem Pokalfinale - nicht nur unglücklich, sondern auch dumm zum dümmsten Zeitpunkt!

Das Tete-à-tete mit dem HSV zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist jedenfalls nicht die feine Art. Aus Hamburger Sicht würde ich mir das alles nochmal gut überlegen.

Liverpool facing ruin

"Unless the owners find more money, the club is facing financial meltdown. Not only are the figures bleak, the future is gloomy too.

The more you read through the accounts, the more transparent it is that the owners don't have the resources to meet the targets they've set for next year either.

Everyone associated with Liverpool should be deeply concerned by this set of figures."

(Quelle: The Sun)

Donnerstag, 4. Juni 2009

Atemlose Sommerpause

Wer gedacht hat, die nun beginnende Sommerpause würde die Fußballblogs zu wortlosen Geisterstädtten - durch die knorrige Gestrüppballen wehen - verwaisen lassen, der wird überrascht sein. Jetzt scheint es erst richtig loszugehen.
Die Saison war schon überraschend spannend - aber die Sommerpause ist da bislang keinen Deut langweiliger.

Was gibt es nicht alles für schöne Themen und Diskussionsansätze?! Da wäre der lieblose Promotionsausflug der Deutschen Nationalmannschaft, dessen Werbewirkung wohl gegen Null tendieren dürfte. Wir befinden uns immernoch in der schier endlosen Torhüter-Debatte in der Nationalmannschaft. Da sind die Trainerentlassungen, -kündigungen und -absagen bei diversen Bundesligisten, die reichlich Nahrung für Spekulationen bieten, für Achs und Ohwehs in der Fangemeinschaft sorgen. Und da sind natürlich die gehandelten Namen und Gerüchte von Neuzugängen, Abösesummen, Taktikgeschwätz und ein nicht unerhebliches Maß an ohnmächtiger Verzweiflung aller pseudo-Fußballtrainer der Republik, ob der Handlungsweisen ihrer Klubchefs und Manager.

Gladbach hat nun den Trainer Frontzeck, Wolfsburg Armin Veh - doch wer kommt nach Köln und Hamburg - und wer nach Lautern und Cottbus? Geht Lucien Favre von Hertha BSC in die Hansestadt, und wer käme dann als sein Nachfolger an die Spree? Kommt Gross aus Basel? Oder wird van Heesen neuer HSV-Trainer? Wohin geht Mirko Slomka, und wohin Friedhelm Funkel? Was wird mit Bruno Labbadia? Gibt es ein Liga-Comeback von Michael Skibbe? Drohend schweben die Namen Klinsmann und Matthäus in der lauen Juni-Luft.

Und dann sind ja da noch die Bayern: Bleibt Ribéry? Kommt tatsächlich Manuel Neuer, um in der Allianz-Arena mit Eckfahnen zu wedeln? Wird der FCB jetzt zur niederländischen Kolonie (Heitinga, Sneijder, van der Vaart)? Kommen Bailly, Pranjic, Shirkow, Bosingwa, Rafinha, McGeady, Müller-Meier-Schmitz? Es wird langsam unübersichtlich.

Eines steht jetzt schon fest: Diese Sommerpause wird nicht langweilig.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Personalien I

Seit Montag ist Louis van Gaal in München, und die ersten Weichen für die neue Mannschaft und das Team um das Team werden gestellt. Jetzt - nach van Gaals Dienstantritt - ist die Entscheidung Zé Robertos gefallen, der Brasilianer verlässt den FC Bayern. Es wird nicht nur an dem Angebot der Bayern über einen Ein-Jahres-Vertrag gelegen haben; vielmehr dürfte Zé wohl keine entscheidende Rolle in van Gaals Planungen spielen. Es ist davon auszugehen, dass der Niederländer im Mittelfeld noch jemand anderen im Auge hat. Nicht zufällig fuhr Ex-Bayern-Spieler und Spieler-Berater Sören Lerby an der Säbener Straße vor (Lerby berät den niederländischen Mittelfeldspieler Sneijder, hat aber auch den Rechtsverteidiger John Heitinga unter Vertrag).

Mit Zé Roberto verlässt uns ein außergewöhnliches Fußballtalent, ein sympathischer Spieler und ein sehr erfahrener Mann mit einer gehörigen Portion Extraklasse. Vielen Dank für alles, Zé! Obrigado!

An Louis van Gaals Seite ist nun auch Hermann Gerland als Co-Trainer bestätigt.

Montag, 1. Juni 2009

Termine Juni 2009

14. - 18. Juni 2009 Confederations Cup, Südafrika

15. - 29. Juni 2009 U21-EM, Schweden

27. Juni 2009, Auslosung DFB-Pokal, 1. Hauptrunde

Die Saison ist beendet

Absteiger wie Aufsteiger stehen fest. Die Meisterschaft ist ausgespielt, die Europa-Cup-Kandidaten haben sich gefunden, und das Pokalfinale hat seinen Sieger. Das war's für 2008/2009. Hier wird es naturgemäß in den nächsten zwei Monaten ruhiger - nichtsdestotrotz wird es den ein- oder anderen Post zum Thema Fußball und zu personellen Veränderungen beim FCB geben. Man darf gespannt sein, welche Zeichen der neue Trainer Louis van Gaal und die Bayern-Führung in den nächsten Wochen setzen wird. Ich hoffe, den großen Ankündigungen folgen auch Taten.

Für die abgelaufene Saison bedanke ich mich bei allen regelmäßigen Lesern, Zaungästen und Kommentatoren!

Denjenigen, denen ohne die wöchentliche Bundesliga dann doch zu fad werden sollte, meine Buchtipp:

Harder, better, faster, stronger - Die geheime Geschichte des englischen Fußballs - Raphael Honigstein, KiWi Verlag

Freundschafts-Kick

Beim 2:0-Sieg des Rekordmeisters (Tore: Müller, Sosa) bei Fortuna Sittard (2. Liga in Holland) gerieten niederländische und deutsche Fans aneinander. Sittard-Anhänger warfen sogar mit Steinen!

Die Tumulte begannen in der Halbzeitpause. Erst lieferten sich beide Fan-Lager nur Wortgefechte. Dann drohte die Situation den überforderten Ordnungskräften zu entgleiten. Es flogen Steine. Später gingen Bayerns Holland-Star Mark van Bommel (32) und Manager Uli Hoeneß (57) in die Kurve, beruhigten die Lage. Eine herbeigerufene Einsatz-Truppe brachte die Situation unter Kontrolle.

Bild online

UPDATE

Wie der lokale Fernsehsender Limburg 1 unter Berufung auf die Polizei berichtete, habe sich der deutsche Fan nach dem Vorfall in ärztliche Behandlung begeben müssen. Vier Fortuna-Anhänger im Alter zwischen 17 und 40 Jahren wurden demnach festgenommen. „Die deutschen Gäste haben sich vorbildlich verhalten“, sagte ein Polizeisprecher.

Während des 2:0-Sieges der Münchner im letzten Spiel unter Interimstrainer Jupp Heynckes war es zu Anfeindungen aus dem Sittard-Block gegen die Bayern-Fans gekommen. Als niederländische Zuschauer die Absperrung zum Gäste-Block durchbrachen und die direkte Auseinandersetzung mit den Bayern-Fans suchten, schritt die Polizei ein. Nach bislang unbestätigten Angaben soll bei den Ausschreitungen auch mit mindestens einem Stein auf die deutschen Zuschauer geworfen worden sein.

tz online