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Samstag, 30. Mai 2009

Es stinkt nach neuen Schals und Polyester

Bayer 04 Leverkusen steht im DFB-Pokalfinale. Das berührt mich nicht sonderlich, obwohl ich seit Ewigkeiten in dieser Stadt wohne. Die Absurditäten rund um die Werkself sind für mich nichts Neues - ich habe viele Jahre damit verbracht, manchen Samstag Bundesligafußball - quasi als Zaungast - hier zu erleben. Mir sind auch die Eigenarten der hiesigen Fans und des Leverkusener Publikums nur allzu gut bekannt. Ein Phänomen, das ich seit dem denkwürdigen Meisterschaftsfinale "Unterhaching", hier nicht mehr beobachten konnte, erlebt nun seine Renaissance. Es stinkt in der ganzen Stadt nach neuen Schals und fabrikneuem Polyester - es ist widerlich. Noch schlimmer kommts, falls die Werksmannschaft heute Abend den Pokal gewinnen sollte.

Wer da so alles nach Berlin fährt?! Menschen, die den Bundesligafußball nur vom Hörensagen kennen, haben sich Tickets organisiert. Leute, von denen ich noch nie gehört habe dass ihr Herz für Bayer 04 schlägt, sitzen heute in Berlin auf der Tribüne. Ich weiß wovon ich rede, denn auch aus meinem Bekanntenkreis fahren Menschen nach Berlin, die mit Fußball oder dem lokalen Protagonisten "SVB" rein gar nichts am Hut haben. Fußball als Freizeit-Event. Von den heute im Olympiastadion anwesenden "Fans" sind nach meiner Einschätzung nur ungefähr 15 Prozent solche, deren Herz wirklich an diesem Klub hängt. 15 Prozent, die den Verein auch über die Saison unterstützen. Der Rest (immerhin 85 Prozent) sieht dieses Finale als Wochenend-Ausflug. Da tun mir die wahren Bayer-Fans richtig leid!

In den nächsten Tagen wird es - egal wie es heute Abend ausgeht - hier in Leverkusen noch penetrant nach neuen Schals und Polyester von frisch erstandenen Trikots riechen. Aber auch das geht wieder vorbei - da kann man ganz sicher sein.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Congratulatión Barca!

„Allein schon wegen ihrer Geschichte werden die Bayern immer ein großer Verein bleiben, den ich sehr respektiere. Sie haben große Spieler in ihren Reihen. Aber sie haben in diesem Jahr das Pech gehabt, gegen eine großartige Mannschaft von Barcelona spielen zu müssen.“

(Lionel Messi, Quelle: Bild online)

Ein paar warme Worte vom Champions League-Sieger 2009. Ich habe mich über den Sieg der Katalanen gestern gefreut - sie sind am Ball derzeit einfach unerreicht. Heulsuse Ronaldo verlor schon nach dem 1:0 die Lust und die Nerven - so kennt man ihn. Da sind mir die - einer klassischen Rampensau gänzlich unverdächtigen - Kollegen Messi und Iniesta tausend Mal lieber. Besser sind sie ohnehin.

Manchester hatte starke erste 10 Minuten, dann folgte das 1:0 für Barca aus dem Nichts und der Faden bei dem Engländern war gänzlich verloren. Nichts zu sehen vom britischen Kampfgeist, nichts zu sehen vom dem Fußball, den auch die Devils zu spielen in der Lage sind.

Barcelona hat heuer eine riesige CL-Saison gespielt - und ist völlig zurecht und verdient Sieger dieses Wettbewerbs! Für Fußball-Ästheten war der gestrige Abend zum mit der Zunge schnalzen. Die Bälle klebten regelrecht an den Blau-Roten, jedes Zuspiel kam an und vor allem jeder Ball konnte - egal mit welchem Tempo - auch angenommen werden.
Anschauungsunterricht aus dem Technik-Lehrbuch! Hoffentlich haben unsere Jungs genau hingeschaut.

Congratulatión Barca!


Position Torwart II

Es geht darum, entweder auf einen erfahrenen Torhüter oder auf ein Talent zu setzen. Und ein Talent haben die Bayern auch mit Michael Rensing.“ Kahn weiter: „Ich weiß nicht, wo der große Unterschied zwischen Rensing und Neuer sein soll. Manuel Neuer ist nicht mehr und nicht weniger als ein talentierter Torwart. Er hat immer wieder Phasen, wo er stark hält – aber auch immer wieder Phasen, wo er sehr fehleranfällig ist.

(Oliver Kahn zu dem angeblichen Interesse des FCB an Schalke-Fan und -Torwart Manuel Neuer)

Für meinen Geschmack trifft Kahns Aussage den Punkt. Neuer würde ein ordentlicher Wind von den Tribünen der Allianz-Arena ins Gesicht wehen - ich versteh' nicht, warum man sich so ein Ei ins Nest legen will. Dann lieber den Gladbacher Bailly, der bringt zudem noch ein paar belgische Fans mit.

Meine Präferenz habe ich ja hier schon zum Besten gegeben.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Der Sturm steht

Aus dem Urlaub zurück, und nun haben wir mit Mario Gómez wieder einen Schwaben - im Sturm. Damit haben wir im Angriff - so Luca Toni und Miro Klose bleiben - gemeinsam mit Ivica Olic wohl keine Personalnöte in der kommenden Saison. Die kleinste aller Baustellen ist somit ad acta gelegt.

Mario Gómez ist ein "mitspielender Stürmer", einer der sich auch Bälle erarbeiten - sprich "holen" - kann. Er ist kopfballstark, technisch versiert, körperlich robust und hat den Blick für den Raum, weiß genau wo er zu stehen hat. Auch in Sachen Torvorbereitung hat "Super-Mario" eine prima Quote. Dies macht ihn als Sturmspieler so ziemlich komplett, und ich wüsste momentan für uns keinen besseren.
Die angebliche Torflaute des Mario Gómez in der Nationalmannschaft halte ich im übrigen für medial völlig überzogen - wenn man sich ansieht wie lange er seit einem Jahr im Nationaltrikot letztlich wirklich auf dem Platz stand, relativiert sich diese Durststrecke. In der Liga ist er für mich der wahre Torjäger der Saison, denn Gómez brauchte im Gegensatz zu Wolfsburgs Grafite keine Elfmeter zu seiner beeindruckenden Quote. Auch in den letzten drei Jahren erzielte er immer um die 20 Tore pro Saison. Ich bin zufrieden mit diesem Transfer - zumal wir mit Gómez auch den besten deutschen Stürmer verpflichtet haben.

Falls also Luca Toni und Miroslav Klose dem Klub erhalten bleiben, sehe ich die Personalplanungen für die Abteilung Angriff für abgegeschlossen, und uns bestens aufgestellt.

Dienstag, 26. Mai 2009

Barcelona

Foto: Spiegel Online

Seit 2005 blogge ich nun im Internet, aber über "Barcelona 1999" habe ich noch nicht einen Text verfasst. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums dieses Traumas, bin ich nun bereit zurückzublicken.

Wir starteten vom Haus Frein in Bochum mit mehreren Bussen in Richtung Spanien. Das Ziel war Lloret de Mar, der touristische Küstenort an der katalanischen Costa Brava. Die Fahrt war unaufgeregt, mit der üblichen Mischung aus Spannung und Vorfreude. Der FC Bayern hatte sich in der Gruppe mit Bröndby Kopenhagen, dem FC Barcelona und Manchester United durchgesetzt, im Viertelfinale Kaiserslautern mit 6:0 auf dem Betzenberg gedemütigt, und im Halbfinale Dynamo Kiew aus dem Wettbewerb gekickt. Beim Gruppenspiel in Manchester und in Kaiserslautern war ich dabei.
Angekommen in Lloret, bezogen wir ein kleines Hotel und flanierten anschließend durch die Gassen und entlang der Strandpromenade. Die Touristensaison hatte noch nicht begonnen, aber Lloret war überfüllt mit Menschen - der Fußball regierte die Stadt. Mit einigen Sixpacks eiskaltem Becks ging's an den Strand. Wir genossen die Fußballatmosphäre um uns herum, überall tranken und feierten deutsche wie britische Fans friedlich miteinander. Die heiße Sonne ließ uns das Bier etwas schneller zu Kopf steigen als üblich. Wir blickten selig auf das Meer vor uns und philosophierten über das bevorstehende Endspiel - ein bisschen Angst vor einer Niederlage, aber im Grunde waren wir guter Dinge. Am Abend suchten wir in diesem wenig reizvollen und völlig überfüllten Badeort ein passables Restaurant - eine Stunde mussten wir auf einen freien Tisch warten, wofür wir dann aber mit der guten Küche des Etablissements belohnt wurden. Danach ging es auf eine der Hauptstraßen, wo einige tausend Fans beider Klubs beim Bier diskutierten und den lauen Frühlingsabend mit Schlachtgesängen anreicherten. Gemeinsam mit Jan unterhielt ich mich mit einer Gruppe von Manchester-Fans, und wir hatten zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Bedrohung oder von einem der umstehenden Engländern angefeindet zu werden. Doch je später der Abend wurde, desto nervöser wurde die spanische Polizei, der dann plötzlich einfiel man könne nun die Fangruppen trennen. Die Stimmung wurde aggressiver und vereinzelt kam es zu Scharmützeln mit der Guardia Civil - ansonsten blieb es friedlich. Ein vollkommen unsinniger Auftritt der spanischen Ordnungshüter. Wir feierten dann anschließend noch ein paar Stunden in der Hotelbar und verschwanden dann in unsere Betten.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen wurden unsere Busse von der spanischen Polizei nach Barcelona eskortiert. Die Stimmung stieg mit jedem Kilometer, den wir uns der katalanischen Metropole näherten. Weit ab vom Zentrum wurden wir auf einem riesigen Gelände aus den zahlreichen Reisebussen gelassen, von dort ging es dann mit der U-Bahn ins Stadtzentrum. Die Stimmung dort war entspannt, aber dominiert von Manchester-Fans - wo waren all die Bayern-Fans? Die meisten Fans aus Deutschland zogen es vor, die Sehenswürdigkeiten Barcelonas zu erkunden oder direkt bei den Bussen zu bleiben - im Gegensatz zu unserer Gruppe, die inmitten zehntausender Manchester-Fans die Partystimmung genoss. Ich hatte keinen Kopf für Kultur oder die Schönheit der hiesigen Architektur. Zwischenzeitlich befragte mich noch ein deutsches Fernsehteam zu den "Krawallen zwischen deutschen und englischen Fans in Lloret" - die es ja gar nicht gab. Ich schimpfte ein wenig über die spanische Polizei, aber das was die ProSieben-Reporter hören wollten, gab es von mir nicht.

An den Weg zum Stadion kann ich mich gar nicht mehr erinnern, aber es war ein gewaltiges Gefühl in diese Arena zu treten und auf diese gigantischen Tribünen zu blicken. Wir standen inmitten einer rot-weißen Wand aus Bayern-Fans, die ich zahlenmäßig weit höher schätzte als die Anzahl der Manchester-Anhänger - wo waren die den ganzen Tag über? Das Stadion wirkte irrwitzig steil, und trotz der - dem Fassungsvermögen von 100. 000 Zuschauern geschuldeten - hohen Tribünen, empfand ich den Blick aufs Grün ganz passabel.

Die Zeremonie begann, und während Montserrat Caballé, begleitet von der Tonbandstimme des verstorbenen Freddie Mercurys, "Barcelona" sang, hatte ich - gänsehäutig ob der Atmosphäre - ein erstes mulmiges Gefühl. Wie sagt man so schön? "Die Oper ist erst zu Ende, wenn die dicke Frau gesungen hat" - 93 Minuten nach Anpfiff weiß ich, dass da etwas Wahres dran ist.

Es war mein zweites Endspiel um diese Trophäe - das erste in Wien 1987 hatten wir verloren. Nun war sie wieder da, die Chance diesen Cup zu gewinnen, 12 Jahre später. War das nun der Abend, auf den ich seit 22 Jahren hingefiebert hatte? Der mir mehr bedeutete als bisher dagewesene in meinem Fan-Dasein?

Das Spiel begann und die Bayern spielten gut. Schon nach sechs Minuten schoss "Super-Mario" das 1:0 durch einen Freistoß! Manchester wirkte wie paralysiert von dem frühen Rückstand auf dem Platz - die Bayern dominierten das Spiel. Aus der englischen Kurve kamen nur noch sporadische Anfeuerungsrufe.
Nach der Halbzeit spielten die Engländer wieder mit, erhöhten den Druck, und trotzdem hat man das Gefühl, die Bayern stehen dem 2:0 näher als die Briten dem Ausgleich. Kurz vor Ende der Partie erspielten sich die Bayern noch zwei, drei hochkarätige Torchancen. Verteidiger Stam, Torhüter Schmeichel und die Latte verhinderten die Entscheidung. Irgendwie schwante mir Böses. Nach Scholls Pfostenschuss und Janckers Fallrückzieher starrte ich im Sekundentakt auf die Uhr. Ich begann zu ahnen, dass es ein Spiel gegen die Zeit würde. Irgendetwas in mir erzeugte diese Unruhe, die mich die Minuten herunterbeten ließ. Die offizielle Spielzeit war bereits um, Nachspielzeit.

Thorsten Fink bekommt den Ball nicht weggeschlagen, der Ball landet bei Giggs, der schießt den Ball zu Sheringham und der Ball ist im Tor - Ausgleich! Unfassbar! Aus dem Nichts - wir hatten das Spiel beherrscht - kein Mucks war bis zu diesem Zeitpunkt von den Manchester-Fans zu hören - jetzt tobte der ganze Block! Das kann doch nicht wahr sein?! Ich bin wie gelähmt. Ich starre in das Gesicht von Hansi Kordges - der alte Recke, der schon in Rotterdam dabei war. Wir sind die "Alten" in unserer Gruppe, die das Elend von Wien '87 schon miterlebt hatten. Hansis Blick ist leer, todtraurig, nie werde ich diesen Ausdruck in seinem Gesicht vergessen, der mir fast das Herz brach. Doch was dann kam, hatte ich im Fußball noch nicht erlebt.

Foto: Spiegel Online

Ein letzter Angriff der Engländer, Eckstoß für Manchester. Beckham bringt den Ball in den Strafraum, Solskjaer bringt den Fuß an den Ball. Tor.
Tor. Sie haben ein Tor geschossen - das Spiel ist aus. Was? Keine Verlängerung, kein Sieg, keinen Pokal. Man United ist Champions League-Sieger. Zwei Minuten in der Nachspielzeit reichen der schlechteren Mannschaft dieses Finales um zu gewinnen. Ich kann es nicht fassen. Wir blicken uns alle entgeistert an. Niemand spricht, niemand flucht. Wir starren wie vom Blitz getroffen auf jubelnde Engländer, weinende Bayern-Spieler. Ich verlasse die Tribüne und gehe wie betäubt auf eine der Mauern zu, stütze mich ab und starre auf die Lichter der Stadt. Ich höre nichts mehr, sehe niemanden mehr, nur die Stadt vor mir - die irgendwie unschuldig, bei all dem hier völlig unbeteiligt wirkt - wie in eine andere Welt. Ich bin leer. Ich fühle mich wie der einsamste Mensch der Welt. Tränen laufen mir über das Gesicht. 22 Jahre Warten, und wieder nichts. Wieder stehen wir mit leeren Händen da. Zwei Minuten! Wir hatten die Hände schon am Pokal. Ich kann es - ich will es nicht glauben. Ein paar der anderen kommen, wir umarmen uns lautlos, weinen, schütteln die Köpfe. Gesprochen wird nicht mehr.

Es tröstet wenig, dass Bayern-Fans und Bayern-Mannschaft sich an diesem Abend in Barcelona den aufrichtigen Respekt der Engländer verdienten. Die Fairness mit der diese Niederlage ertragen wurde, hat auf der Fußballinsel nicht wenige sehr beeindruckt. Dazu muss man die englische Fußballmentalität verstehen, die Härte im Nehmen und die klaglose Akzeptanz der Niederlage glorifiziert. Fan-Sein heißt Leiden, und wer litt mehr an diesem Abend als die Fans der Bayern?! Für Manchester United-Fans war dieser Abend aufgrund seiner Dramaturgie sicher das Allergrößte - coming from behind, von hinten kommen, sagen die Engländer dazu.

Foto: Spiegel Online

Zurück im Bus kehrt die Stimmung und der Galgenhumor mit jedem Kilometer in Richtung Heimat zurück. Wir singen alberne Schlagerlieder oder texten Fußballsongs um. So seltsam es klingt, aber die Stimmung im Bus ist fast besser als auf der Hinfahrt. Das erste was mir auffällt, zurück in Deutschland, ist das Mitleid. Man hat Mitleid mit uns! Egal ob Schalke-Fans, oder Gladbacher, Kölner oder Leverkusener - überall Unverständnis und Mitleid! Mit Schadenfreude wäre ich zurechtgekommen, aber Mitleid?

In den Wochen, Monaten und Jahren danach habe ich Barcelona ausgeblendet - dieses geflügelte Wort "Barcelona" aus meinem Wortschatz gestrichen. Ich habe die Erinnerungen versucht zu löschen - alles auszublenden. Bis zum Mai 2001 und dem Finale in Mailand. Da waren sie wieder da, die Erinnerungen, wie eine Warnung! Aber an diesem Abend im Mai 2001, in der Mailänder Oper des Fußballs, haben wir dann endlich Geschichte geschrieben - und ich durfte dabei sein. Der gute Hansi war natürlich auch dort.



Links zum Thema:

Günther Jauch bei 11 Freunde

eines Tages (Spiegel Online)

Dienstag, 19. Mai 2009

Manchmal ist der Teufel ein Eichhörnchen

Saisonfinale hört sich wirklich nach Höhepunkt an, oder? Wird es das wirklich? Wenn die zweite Halbzeit gegen Hoffenheim nicht gewesen wäre, hätte ich diese Frage mit einem Ja beantwortet - so aber...

Natürlich, eine Niederlage der Wölfe gegen Bremen und ein Heimsieg der Bayern gegen den VfB, und alles wäre auf den Kopf gestellt. Doch ist das wohl in dieser Saison nur auf dem Papier eine realistische Variante.
Bremen steckt zwischen zwei Endspielen, die den Hanseaten die Saison retten können. Die werden sich nicht zerreissen, so viel steht wohl nach dem KSC-Spiel fest. Zudem sind sie in der Defensive anfällig, und es spielt am Samstag dort der beste Sturm der Liga. Dass Felix Magath enormes Selbstvertrauen zur Schau stellt, kommt also nicht von ungefähr. Und dann sind da noch die Bayern.

In einer normalen Spielzeit hätte ich keine Zweifel, dass wir uns gegen Stuttgart in einem so wichtigen Spiel wie dem 34-sten dieser Saison durchsetzen würden. Doch die Leblosigkeit und die Qualitätsdefizite einiger Bayern-Spieler im laufenden Spieljahr ist eine Achillesferse, die eine Mannschaft wie der VfB in seiner derzeitigen Form auszunutzen weiß.
Bayern ist unter Druck am stärksten, so sagt man - doch den Beweis dafür lieferte der FCB in der laufenden Saison eigentlich nur ein Mal: In der Hinrunde gegen Hoffenheim.

Der Druck am kommenden Samstag ist hoch: Es geht um die Qualifikation für die Champions League. Die Einnahmen aus diesem Wettbewerb sind für den FC Bayern enorm wichtig, wenn auch nicht überlebensnotwendig. 50 Millionen Euro wird der FCB durch die diesjährige CL-Saison eingefahren haben - immerhin erreichte man das Viertelfinale. Aus dem Podolski-Verkauf kommen 10 Millionen hinzu. Zieht man das Schmerzensgeld für JK davon ab, bleibt immer noch ein ordentliches Sümmchen. Doch man will und muss auf dem Transfermarkt nochmal ordentlich zuschlagen, und ohne CL-Teilnahme im kommenden Jahr wird ein solches Unterfangen risikobehaftet. Dazu kommt, dass einer wie Franck Ribéry und vermutlich auch ein Philipp Lahm nicht unbedingt in der Europa League (bislang UEFA-Cup) spielen wollen.
Die Tabellenkonstellation hat es in sich: Hertha muss gegen den KSC ran, und auch die Berliner wollen ihre Saison noch durch die Qualifikation an der Champions League retten. Drei Punkte für Bayern sind also zwingend notwendig.

Der VfB Stuttgart hat eines unter Beweis gestellt: Torgefährlichkeit! Und unsere Abwehr ist in diesem Jahr alles andere als Sattelfest. Die Stuttgarter Torfabrik mit Goméz und Cacao - und auf der anderen Seite Demichelis und van Buyten.
Noch schlimmer als diese Konstellation ist unsere beeindruckende Fähigkeit beste Tormöglichkeiten fahrlässig zu vergeben. Kurz: die Voraussetzungen am letzten Spieltag sind für uns alles andere als gut.

In Schwaben sagt man, "manchmal ist der Teufel ein Eichhörnchen", und vielleicht ist er das am Wochenende auch. Immerhin hat es bei ähnlichen Konstellationen am letzten Spieltag nicht selten Überraschungen gegeben, von denen auch niemand zu träumen gewagt hätte.

Späteste Entscheidung: 2001 fiel die Entscheidung über die Titelvergabe erst in der Nachspielzeit, als Patrik Andersson für den FC Bayern das 1:1 in Hamburg erzielte und somit die zeitgleich siegreichen Schalker um einen Punkt überflügelte.

Größte Aufholjagd: Im Jahr 2000 schaffte der FCB das Kunststück, drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Bayer Leverkusen aufzuholen und sich den Meistertitel noch zu sichern. Bayern gewann daheim gegen Werder Bremen, Leverkusen unterlag 0:2 in Unterhaching.

Längste Aufholjagd: Vom 2. bis zum 33. Spieltag stand Werder Bremen in der Saison 1985/86 an der Tabellenspitze, unterlag am letzten Spieltag dem VfB Stuttgart und musste so dem FC Bayern am letzten Spieltag den Vortritt lassen. Am vorletzten Spieltag verpasste Werder beim 0:0 gegen München im direkten Duell durch den verschossenen Elfmeter von Michael Kutzop vorzeitig den Titelgewinn.

(Quelle: http://www.fcbayern.de)
Doch in diesem Jahr ist alles anders, und deshalb fehlt mir auch der rechte Glaube. Selbst wenn wir gegen Stuttgart siegen, wird Wolfsburg die Meisterschaft nicht mehr aus der Hand geben. Siegen müssen wir allerdings, denn Hertha wird in Karlsruhe nicht verlieren - auch davon bin ich fest überzeugt.

Mein hoffnungsvoller Tipp:
Bayern 2, Stuttgart 1

Donnerstag, 14. Mai 2009

Position Torwart

Die Bild spekuliert darüber, dass Louis van Gaal auf einen neuen Torhüter setzt. Namen fallen auch: Adler und Neuer.

Ich halte beide nicht für besser als Michael Rensing - gerade Adler offenbart in der Schlussphase dieser Saison regelmäßig Unsicherheiten.
Der FCB benötigt einen gestandenen, erfahrenen Torhüter - einer mit Ausstrahlung, und damit dürfte Manuel Neuer dann auch aus dem Raster fallen (ist der nicht Schalke-Fan?).

Mein Favorit wäre derzeit Robert Enke, der dringend ins internationale Geschäft muss, will er weiterhin die Nummer Eins in der Nationalmannschaft bleiben. Seine Quote ist im Vergleich zu den Erstgenannten sicherlich nicht gut, aber das liegt eher an seinen Mitspielern bei Hannover 96.
Enke ist im besten Torhüter-Alter, hat Auslandserfahrung, und zudem alle Höhen und Tiefen einer Torhüter-Karriere hinter sich. Und er ist zweifelsohne jemand, der weiß wie es sich durchzubeißen gilt! Zudem wäre Robert Enke eine finanziell günstige Lösung.

Blogpause

Zum vierten Spieltag der laufenden und bald abgelaufenen Saison, im September 2008, wurde dieser Fußballblog ins Leben gerufen. Dass uns eine so merkwürdige, aufreibende und an Aufregung - positiver wie negativer - kaum zu überbietende Spielzeit ins Haus steht, hätte ich kaum für möglich gehalten.

Natürlich sorgte die Verpflichtung von Jürgen Klinsmann für eine Menge Fragezeichen, aber dass es letztlich so dramatisch kommen würde?!
Nun haben wir einen Interims-Trainer, der seine Sache hervorragend macht, und wir haben einen neuen Trainer mit Dienstantritt Juli 2009. Es kommen nun jede Menge an Gerüchten, Strategieentwürfen und personellen Veränderungen auf uns zu, die das Sommerloch zwischen alter und neuer Saison sicherlich stopfen werden.

Zeit für mich, vorab noch schnell in Urlaub zu fahren, und dem Stress der letzten zwei Spieltage zumindest aus Blogger-Sicht zu entgehen (na ja, so ganz freiwillig ist das nicht, aber es ließ sich nicht anders planen). Zu deutsch: Einen Rückblick auf das Spiel gegen Hoffenheim gibt es frühestens am Dienstag, und das Saison-Finale gegen Stuttgart am 34. Spieltag wird erst nach meinem Urlaub Ende Mai hier Berücksichtigung finden. Wenn Urlaub, dann auch Urlaub von der Bloggerei.

Nichtsdestotrotz werde ich natürlich unter Vollspannung den Zieleinlauf der vier ambitionierten Teams verfolgen, und die Fahne des FCB auch im Ausland hochhalten!

Und jetzt nach Sinsheim

"Personell kann Ralf Rangnick wieder aufatmen. Andreas Beck kehrt nach seiner abgesessenen Sperre aus dem Spiel beim VfL Wolfsburg ebenso zurück in den Kader wie Marvin Compper, der seine Adduktoren-Probleme überwunden hat. Für Andreas Ibertsberger und Selim Teber kommt das Spiel am Mittwoch noch zu früh. Es besteht jedoch berechtigte Hoffnung, dass beide am Samstag gegen den Rekordmeister Bayern München wieder zum Kader gehören. Nachwievor fehlen die Langezeitverletzten Vedad Ibisevic und Matthias Jaissle."
(Quelle: Website TSG 1899 Hoffenheim)

Das nächste Spiel im Meisterschaftdrama 2009 steht an: Auswärts bei der TSG 1899 Hoffenheim. Die Ausgangsposition ist unverändert, Bayern muss siegen, drei Punkte einfahren und hoffen, dass einer der anderen Konkurrenten um Meisterschaft und Champions League-Qualifikation stolpert.

Die schlechte Nachricht: Hamit Altintop fällt mit Muskelfaseriss für die letzten Spiele der Saison aus. Die Verschiebung mit Lucio und Van Buyten als Alternative sah am Dienstagabend alles andere als nach einer hilfreichen Lösung aus.
Die gute Nachricht: Halbzeit Zwei gegen die Werkself war sehr beeindruckend und macht Hoffnung auf einen angriffslustigen, spielfreudigen FC Bayern! Immerhin ist Miro Klose wieder dabei, und hatte gegen Leverkusen sogar schon eine Klasse-Szene - ein Sturmduo Podolski/Klose könnte ich mir derzeit gut vorstellen (hätte auch nicht gedacht, dass ich das noch hier schreiben würde). Allerdings kann ich auch gut nachvollziehen, wenn Jupp Heynckes es bei der bewährten Aufstellung der letzten drei Spiele belässt - immerhin schießt unser Italiener die ganz wichtigen Tore.

Tja, Hoffenheim, dazu ist doch eigentlich schon alles gesagt. Natürlich brennen sie darauf uns im ungünstigsten Moment ein Bein zu stellen. Die Frage ist nur, können sie es überhaupt? Oder besser: Warum sollten wir das im zweitwichtigsten Spiel der Saison überhaupt zulassen? Ich bin mal sehr optimistisch und tippe:

Hoffenheim 1, Bayern 4




Dienstag, 12. Mai 2009

FC Chancentod München


Wenn die fehlenden Tore letztlich der entscheidende Faktor sein werden, warum wir nicht Meister werden oder in der Champions League landen, dann dürfen wir uns nicht wundern. Über die komplette Saison (ich würde hier wirklich gerne mal eine aussagekräftige Statistik sehen) haben wir mit dem Auslassen bester Möglichkeiten geglänzt. So auch gegen Leverkusen in Halbzeit Zwei.

Aber der Reihe nach...

Was war das denn in der ersten Halbzeit? Meine Güte, wie zu schlimmsten Klinsmann-Zeiten. Emotionslos, leblos, weitgehend chancenlos. Ich möchte gar kein Wort mehr über diesen Auftritt verlieren - die Stimmung in der Arena sprach ja Bände.

In der Kabine haben die Jungs dann mal ordentlich den Kopf gewaschen bekommen, und siehe da... ein ganz anderer FC Bayern - einer der noch Meister werden will - stand auf dem Platz. Ein frühes Toni-Tor, und so schnell konnte man gar nicht gucken wie Bayer Leverkusen in sich zusammenfiel. Wie schon so oft in München.
Dann ging es im Viertelstundentakt weiter: 2:0 Ribéry, 3:0 Podolski, und dazwischen Chancen die man sich angesichts der Tabellenkonstellation einfach nicht entgehen lassen darf! Es wurde noch ärger, zwei hundertprozentige von Luca und dann - nach dessen Auswechslung - nochmal Klose! Unfassbar - Bayer wäre mit einem 7:0 angemessen bedient gewesen. Ich darf gar nicht drüber nachdenken - denn bei ein bißchen mehr "Wolfsburger Effizienz" wären wir jetzt Tabellenführer.
Aber das ist immer noch Wolfsburg, weil bärenstarke Dortmunder keine Tore schießen konnten - und weil man in Wolfsburg das Wort Effizienz in Fußball ummünzt. Von Köln war nichts zu erwarten - von daher Herthas Sieg in der Domstadt voraussagbar. Fazit: Die Tabellensituation ist unverändert - abgesehen davon, dass Stuttgart jetzt den Druck hat nachziehen zu müssen.

Schade, dass ich mich so wenig über das 3:0 freuen kann - aber es wäre so viel mehr drin gewesen. Wieder mal.

Diego ist sich einig

Vor einer Stunde veröffentlicht Bild Online "den Hammer", dass sich Diego mit den Bayern einig sei. Eine Viertelstunde später veröffentlicht Focus Online, dass sich Diego mit Juventus Turin geeinigt hat. Einig sind sie sich nicht.
Halten wir fest, was sicher zu sein scheint: Diego ist sich einig.

live im Radio

Der letzte Sieg der Leverkusener in München ist 20 Jahre her
(21. Oktober 1989).

Bayern 5 überträgt die zweite Halbzeit der Bayern live im Radio.

Bodenhaftung

Guter Artikel bei Spiegel Online über die Verwurzelung des FC Bayern.

Montag, 11. Mai 2009

Himmel, Hölle, dazwischen nichts

Die Saison 2008/2009 nähert sich dem Ende. Ein Blick auf die derzeitige Tabelle macht klar, für viele Teams der Bundesliga geht es um nichts mehr, der Drops ist gelutscht, das Saisonziel ist erreicht oder eben nicht.

Die Grauzone der Liga fängt ab Tabellenplatz 7 und dem FC Schalke 04 an, der gestern in Gladbach einen dazu passenden mausgrauen Auftritt hatte. Mit ein bißchen Glück und Schützehilfe könnten die Königsblauen tatsächlich noch in den UEFA-Cup... äh die Europa-Liga rutschen, allein der Glaube daran fehlt den Knappen anscheinend. Dann eben nicht. Die neutrale Zone endet mit Platz 12 und dem 1. FC Köln, dem realistisch betrachtet auch nichts mehr passieren kann. Christoph Daum hat das Saisonziel erreicht: der FC ist nicht abgestiegen. Hannover 96 konnte den Absturz in Liga Zwei ebenfalls noch verhindern, und so dürfte rund um den Maschsee die Zufriedenheit überwiegen. Für ein Drittel der Liga geht es also um nichts mehr, außer vielleicht ums Renommee. Dazu gehören unter anderem Bayer 04 Leverkusen, Werder Bremen und die TSG Hoffenheim.

Zwischenzeitlich hatte ich Leverkusen mal auf der Rechnung als einen der Kandidaten, die ganz oben mitspielen könnten - so wie man immer mal wieder die Rheinländer auf der Rechnung hat, um dann zu erkennen, dass es am Schluss wieder nicht reicht. Das Ziel am internationalen Wettbewerb teilnehmen zu können hat auch Bruno Labbadia nicht geschafft, wie schon im Vorjahr sein Vorgänger. Der Fluch der LTU-Arena scheint in Wahrheit ein Bayer-Fluch zu sein - Neverkusen eben. Doch Halt! Da ist ja noch das DFB-Pokalfinale Ende Mai - aber das gehört nicht hier hin.
Werder Bremen hatte eine katastrophale Saison - zumindest in der Liga. Absturz ins Mittelmaß, da gibt es nichts schön zu reden. Nichtsdestotrotz haben Finaleinzug im UEFA-Cup und im DFB-Pokal und die dazugehörigen Siege gegen den Nordrivalen HSV für Beruhigung, ja sogar für Glücksgefühle an der Weser gesorgt. Holt man auch nur einen möglichen Titel, dürfte das dem SV Werder die Saison retten.
Kommen wir zur TSG Hoffenheim. Was war das für eine Hinrunde! Der Sensationsaufsteiger hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen, der dem großen FC Bayern ebenbürtig wird und die Fußballrepublik im Nu verändern wird. Ja ja, is klar.
Hoffenheim, das kleine "gallische Dorf", das den übermächtigen Bayern eisern Paroli bietet - und wo der heimische Pfarrer mit Hoffenheim-Schal die Messe liest und die Spieler vor dem Auswärtstrip noch schnell in lokalen Tankstelle ihre Mars-Riegel kaufen gehen. Die waren ja so normal! So normal war es dann wohl doch nicht, folgte der Herbstmeisterschaft doch sehr schnell der Sturz ins Mittelmaß der Liga. Die schlechteste Rückrunde eines Aufsteigers bescherte dem Hopp-Klub doch noch Tristesse. Verletzungsanfälligkeit, Undiszipliniertheiten und eine Prise Pech - vor allem aber, mehr Widerstand der Gegner in der Rückrunde. Für mich wenig überraschend.

Im oberen wie im unteren Drittel geht es dagegen noch heftig zur Sache. Im Spitzendrittel wie auch im unteren Tabellendrittel balgen sich jeweils sechs Teams um Meisterschaft oder die Teilnahme am internationalen Wettbewerb beziehungsweise Relegation oder Nichtabstieg.

Ab Platz 14 wird es bedrohlich - mit 28 Punkten steht dort der VfL Bochum, gefolgt von drei Teams mit nur einem Punkt weniger und dem Schlusslicht KSC mit 23 Punkten. Ein kleiner Befreiungsschlag gelang den Gladbacher Borussen gestern Abend mit einem späten 1:0 gegen unmotivierte Schalker. Nachlegen muss die Elf vom Niederrhein nun am Mittwoch im Abstiegsduell gegen Energie Cottbus. Die Lausitzer haben zwar ihren Kampfgeist wieder entdeckt, doch könnte der ein bißchen zu spät gekommen sein. Arminia Bielefelds später Patzer gegen schwache Leverkusener könnte sich noch als Bumerang erweisen - die Ostwestfalen stehen derzeit punktgleich mit Gladbach und Cottbus auf Platz 16, also dem Relegationsplatz. Beim Schlusslicht Karlsruhe muss jetzt die Tor- und Siegflaute enden, sonst wird's aussichtslos. Kein Sieg gegen Hannover am Dienstag, und der Zug dürfte für die Badener schon abgefahren sein.
Wirklich leicht hat es in den letzten drei Partien keiner der Abstiegszonenklubs. Der Tanz in der Hölle wird ein heißer.

Von der Hölle in den Himmel der Liga - und dem wohl spannendsten Spitzenkampf aller europäischen Ligen.
Selbst der fünfte und sechste, Borussia Dortmund wie der Hamburger SV, könnte - wenngleich auch eher theoretisch - noch Deutscher Meister werden. Wirklich entscheiden wird es sich vermutlich aber zwischen Bayern, Wolfsburg, Stuttgart und der Berliner Hertha. Doch nicht nur der Kampf um die Schale is spannend wie selten - auch der damit verbundene Kampf um die Teilnahme an der Champions League oder dem Abrutschen in die UEFA-Cup-Ränge ist durch die Punktedichte offen wie nie. Am Ende kann selbst der Spitzereiter ohne internationale Beteiligung dastehen - alles ist möglich. Neun Punkte sind noch zu vergeben - gerade mal fünf trennen den Tabellenersten von Platz Sechs. Für alle Protagonisten drei Spiele in zwei Wochen, und der Ligafussball ist aufregend wie selten zuvor!

Morgen Abend um 20 Uhr spielen die Bayern in der Allianz-Arena gegen Bayer 04 Leverkusen. Die Statistik macht den Gastgeber zum haushohen Favoriten - ein gefährlicher Status! Man kann nur hoffen, dass den Bayern-Spielern das Aus gegen eben jene Leverkusener im DFB-Pokal noch präsent ist, und dass alles dafür getan wird Revanche zu nehmen. Die drei Punkte aus diesem Heimspiel müssen her, um den Druck auf die Konkurrenz aufrecht zu erhalten - und mehr noch: sich ergebende Tormöglichkeiten müssen konsequenter genutzt werden. Noch sind zwei Treffer des momentan Führenden in der Liga zu übertrumpfen. Es muss ein Donnerschlag her am Dienstag, will man in die direkte CL-Qualifikation oder Deutscher Meister werden. Ich bin optimistisch, aber auch nicht blauäugig - Neun Punkte aus den letzten drei Spielen braucht der FC Bayern. Das wird schwer genug. Es geht um Himmel oder Hölle.

Zum Meister-check geht's hier!


Mein Tipp: Bayern 3, Leverkusen 0


Sonntag, 10. Mai 2009

auf Augenhöhe


Auswärtssieg bei Energie - Stuttgarts Gomez demontiert den Tabellenersten aus Wolfsburg. Nun sind wir also punktgleich mit dem Tabellenführer. Dazu später mehr.

Überhaupt ist die Tabellenkonstellation verrückter den je. Wolfsburg und der FCB mit jeweils 60 Punkten, dann folgt schon Hertha mit 59 Punkten (hätt' ich nicht gedacht) und der VfB mit 58 Zählern. Allesamt realistische Anwärter auf die Meisterschaft! Der HSV könnte heute Abend noch aufschließen.

Eine Riesenrückrunde lässt die Dortmunder Borussen zur Spitzengruppe aufrücken, Meisterschaftschancen kann man den Schwarz-Gelben aber wohl nicht mehr zurechnen. Wär' ja auch noch schöner.

Neun Punkte sind nun noch zu vergeben, und es folgt die letzte englische Woche der Saison mit dem Auftakt am Dienstag gegen Leverkusen zuhause. Eigentlich (und dieses Unwort habe ich wohl selten so oft genutzt wie in dieser Saison) eine klare Sache - glaubt man der Statistik. Doch im Moment bereitet mir jeder Gegner ein komisches Gefühl im Bauch - auch in Hoffenheim müssen wir höllisch aufpassen.
Wolfsburg wird es mit Dortmund zu tun bekommen, und die Stuttgarter spielen am Mittwoch bei Schalke. Verrückt, wenn wir tatsächlich am Mittwoch die Tabellenspitze erklimmen würden. Vielleicht wirds aber auch die Hertha, die bei wenig motivierten Kölnern antreten darf.

Am vorletzten Spieltag dann hat die Konkurrenz allesamt machbare Gegner und wir müssen in Hoffenheim ran. Mir schwant Böses.
Der letzte Spieltag der Saison hat es dann nochmals richtig in sich: Bayern - Stuttgart, Wolfsburg - Bremen, und Hertha spielt in Karlsruhe. Ich wage es echt nicht mehr, irgendwelche abschließenden Prognosen zu stellen. Grundsätzlich halte ich uns aber zur Zeit wieder für absolut Meisterschaftskompatibel, und damit kommen wir zum gestrigen Spiel gegen Cottbus.

Cottbus ist Zuhause ein gefährlicher Stolperstein - das wissen wir ja, aber die Souveränität mit der die Bayern-Mannschaft da gestern auftrat, lässt die berechtigte Hoffnung zu, dass der FCB wieder zurück in die Spur gefunden hat. Interessant, dass ein Lukas Podolski kurz vor seiner Abreise aus München plötzlich in eine Rolle schlüpft, die man von ihm gar nicht mehr erwartet hatte und vermutlich auch nicht mehr erwarten konnte. Dank Heynckes, der den Ex- und Zukunftskölner in eine verantwortungsvolle Rolle schweißt, sind sogar Standards der Bayern plötzlich wieder eine gefährliche Waffe. Das zeigt einerseits, dass Heynckes es versteht mit Psychologie und Motivation selbst Mr. Lethargie persönlich aus dem Tiefschlaf zu wecken, und andererseits verdeutlicht es, was ein Lukas Podolski bei Bayern hätte werden können - wenn er mehr gewollt hätte.
Gegen überaus motivierte Cottbusser hat der FCB gestern dominiert - zwei Chancen für Energie - eine wurde genutzt -, der Rest war FC Bayern München. Das Endergebnis hätte noch höher ausfallen können, aber immerhin sind wir jetzt auf zwei Treffer wieder an den Wolfsburgern dran.

In Stuttgart, Berlin, vom VfL Wolfsburg und bei Bayern München war gestern das Gleiche zu hören: Man kann alles gewinnen, aber auch viel verlieren - so eng geht es zu an der Tabellenspitze. Vom Triumph der Meisterschaft bis zum undankbaren Absturz in die Europa-Liga-Ränge ist alles möglich. Auch für den FC Bayern! Das einzige Rezept dagegen sind drei Siege, also neun Punkte aus den verbleibenden Partien. Momentan sind wir endlich wieder auf Augenhöhe.


Freitag, 8. Mai 2009

Geschichtsaufarbeitung

Lob an die Hertha-Verantwortlichen, sich der eigenen Geschichte und deren Aufarbeitung ohne schönfärbende Einflussnahme zu stellen.
Herausgekommen ist dabei ein Buch (Daniel Koerfer: "Hertha unter dem Hakenkreuz. Ein Berliner Fußballclub im Dritten Reich." 288 Seiten. Verlag Die Werkstatt. 19,90 Euro).

auch wieder wahr

Letzte Woche hatte Bayern München in der Fußball-Bundesliga einen Rückstand von drei Punkten auf den VfL Wolfsburg. Diese Woche hat Bayern München ebenfalls einen Rückstand von drei Punkten auf den VfL Wolfsburg. Was ziemlich leicht erklärt ist, zumindest rechnerisch: Vergangenes Wochenende verloren beide Vereine, dieses Wochenende holten beide die volle Punktzahl. Trotzdem interessant, wie sehr ein Trainerwechsel (noch dazu eines Trainers, der in den Redaktionen nur so mittelbeliebt war) die Wahrnehmung verändert.

Der Sportinformationsdienst (SID) beispielsweise eröffnet den Bericht zum gestrigen Spiel der Bayern mit dem Satz:

Rückkehrer Jupp Heynckes hat Bayern München im Titelkampf die Hoffnung zurückgegeben.

Und fährt dann fort mit der Feststellung:

Während die Münchner wieder vom Titel träumen dürfen, rückt für Gladbach der Abstieg nach dem sechsten Spiel in Folge ohne Sieg immer näher.

Dabei ist die Ausgangslage seit vier Wochen unverändert; Bayern München hat seit dem 26. Spieltag immer genau drei Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Am 25. Spieltag war es sogar nur ein einziges Pünktchen, von "Titelträumen" und "neuen Hoffnungen" war damals aber nicht so viel zu lesen. Da hieß der Trainer ja auch noch irgendwie anders.

(Alles eine Frage der Wahrnehmung, BILDblog)


Donnerstag, 7. Mai 2009

Zensierte Hillsborough-Aussagen veröffentlicht

Der englische Mirror macht heute mit der Schlagzeile auf, Dokumente mit abgeänderten und zensierten Aussagen zum Hillsborough-Disaster gefunden zu haben (hier als PDF).

20 Jahre nach der Katastrophe, während die Hinterbliebenen der Opfer immer noch um Gerechtigkeit kämpfen, ist das ein Hammer!

Mittwoch, 6. Mai 2009

„Na also, jetzt sieht das doch wirklich nach Fußball aus...“

... mit diesen Worten beendete Jupp Heynckes eine Übung, bei der sich die Spieler des FCB gestern merklich schwer taten (so zumindest die Bild München).

Direktspiel mit ständigen Positionswechseln nennt Heynckes das, andere würden "one-touch-Fußball" dazu sagen. So leicht vermittelbar scheint das allerdings nicht zu sein, Klinsmann ist daran schon gescheitert.

Überhaupt habe ich manchmal den Eindruck, die familiäre Atmosphäre beim FC Bayern hat etwas von einem Internat für verzogene, reiche Bengel (siehe auch das Lahm-Interview bei Zeit Online). Vielleicht ist da etwas mehr Zucht und Ordnung à la van Gaal in Zukunft gar nicht so schlecht.

Christian Lell darf sich bereits jetzt hegen und pflegen lassen - die Saison scheint für ihn bereits beendet zu sein.
Apropos Pflege, wundert es eigentlich niemanden, dass Doc Müller-Wohlfahrt wieder so schnell beim FCB tätig ist? Hatte der nicht gar keine Zeit mehr, wegen seiner Klinik? Jetzt wo Klinsmann weg ist, kann man eigentlich auch Sepp Maier als Torwart-Trainer zurückholen, oder?

Egal - nun geht's am Samstag nach Cottbus! Hurra, wieder so ein Gegner, bei dem man eigentlich nur Scheiße aussehen kann. Energie Cottbus hat den diesjährigen Heim-Komplex anscheinend überwunden und ist wieder "heiß" im Kampf gegen den Abstieg. Schön müssen wir da nicht spielen - wir müssen gewinnen (mit oder ohne "one-touch-Fußball"). Drei Punkte - Wolfsburg muss schließlich in Stuttgart ran - könnten die Meisterschaft wieder zu einem richtigen Kopf-an-Kopf-Rennen machen.

Mein Tipp:
ein Krimi - Cottbus 2, Bayern 3



Dienstag, 5. Mai 2009

Adieu Franck!

Der Guardian meldet, dass Manchester Utd. 70 Millionen Euro für Ribéry hinlegen will - wenn Ronaldo zu Real wechselt.
Gar nicht drüber nachdenken, Herr Hoeneß - einfach machen! Verkaufen. Adieu Franck! War kurz, aber nett mit Dir.

Sonntag, 3. Mai 2009

Mit Raute gegen die Raute


Wen hat der erste Auftritt der Bayern unter Jupp Heynckes wirklich überrascht? Klar war doch, dass der neue "Alte" dieser Mannschaft nicht mirnichtsdirnichts neues Leben einhauchen kann und aus mittelmäßigen Fußballern wie Christian Lell innerhalb weniger Tage eine echte Verstärkung des Teams machen kann. Klar war doch auch, dass Bayern München 2009 gegen defensiv stabil aufgestellte Mannschaften wie Gladbach am Samstag, derzeit wenig Mittel hat. Klar war auch, dass der Mr. Lustlos der letzten Monate (Lukas P.) nicht plötzlich zum Super-Stürmer mutiert - wenngleich Heynckes' Seelenmassage beim Wunsch-Kölner tatsächlich erste Wirkung zeigte. Die Baustellen sind die gleichen (Angriff, Defensive, Qualität). Hinten wackelt es gewaltig, Luca findet das Tor nicht mehr, und Miro Klose fehlt uns mehr denn je. Dennoch bleibt ein eher positives Fazit: die Bayern wollten, kämpften und - das wichtigste - sie gewannen! Jetzt hat Jupp Heynckes eine weitere Woche Zeit, dieser Mannschaft wieder das Sieger-Gen einzupflanzen - zuzutrauen ist es ihm!

Meisterschaftskampf
Wenn sie in genau diesem Stil in Cottbus , zuhause gegen Leverkusen und bei Hoffenheim Siege einfahren, soll mir das recht sein. Der VfL Wolfsburg muss nächste Woche in Stuttgart ran - alles andere, als eine leichte Aufgabe für die Niedersachsen. Hier könnte bereits Punktgleichheit hergestellt werden. Danach empfangen sie in der Autostadt die wiedererstarkte Dortmunder Borussia - auch die könnten zum Stolperstein werden. Obwohl die Sportkommentatoren am Wochenende unisono den Titel schon an Magath & Co. vergeben haben, der Tanz wird noch ein heißer.
Beim Tanz um die Schale mischen immer noch die Stuttgarter mit - zu meiner Überraschung, muss ich zugeben. Und in den direkten Duellen (Stuttgart vs Wolfsburg, Bayern vs Stuttgart) wird sich herauskristallisieren, wer am Ende die Nase vorn haben dürfte. Die von mir auf Platz drei prognostizierten Hamburger, scheinen mit mit den zusätzlichen Aufgaben zum Saisonende dann doch etwas überfordert zu sein. Doch Vorsicht! Wenn der HSV heute Hertha bezwingt und im Nord-Duell gegen Bremen punktet, folgt für die Hanseaten das einfachste Restprogramm aller Meisterschaftskandidaten.

Quo Vadis Ribéry?
Die andauernden Wechselabsichten (so es denn stimmen sollte) des Franzosen nerven. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass die kolpotierten Vereine eher von Seiten seines Beraters in die Medien getragen werden - der Mann will Geld verdienen. Wer auch immer in der Zukunft zum FC Bayern kommen mag - ein Diego, ein van der Vaart und wie sie alle heißen mögen - machen wir uns keine Illusionen, es wird auch bei diesen Leuten niemals Ruhe einkehren, das ist in Manchester, Barcelona und Chelsea nicht anders.

van Gaal, Sammer, Meyer
Es sieht derzeit so aus, als würden die Bayern-Oberen Herrn Louis van Gaal favorisieren. So richtig begeistert bin ich von dieser Lösung nicht. Am liebsten wäre mir einer wie Mourinho oder Wenger, die wir aber beide nicht bekommen werden. Auch Frank Rijkaard fänd' ich so schlecht nicht - aber auch der will anscheinend nicht in die Bundesliga (das sagt übrigens auch etwas über den Stellenwert unserer Liga aus). Dass Matthias Sammer wollen würde, könnte ich mir vorstellen - und selbst mit dieser Idee könnte ich mich anfreunden. Sammer ist gereift, ein kluger Taktiker, kann sich Respekt verschaffen und baut auf die richtigen Tugenden.

Apropos Trainer: Der Auftritt von Hans Meyer im heutigen Doppelpass war mal ganz große Klasse! Da wurden die Experten Holzschuh, Wontorra, Köhler und Herrmann mal so richtig vorgeführt - großes Kino (Nachzulesen bei Sportmedienblog)!

Freitag, 1. Mai 2009

Termine Mai 2009

02. Mai 2009 - Bundesliga
FCB vs VfL Borussia Mönchengladbach
15.30 Uhr

09. Mai 2009 - Bundesliga
FC Energie Cottbus vs FCB
15.30 Uhr

12. Mai 2009 - Bundesliga
FCB vs TSV Bayer 04 Leverkusen
20.00 Uhr

16. Mai 2009 -Bundesliga
TSG 1899 Hoffenheim vs FCB
15.30 Uhr

23. Mai 2009 - Bundesliga
FCB vs VfB Stuttgart
15.30 Uhr

26. Mai 2009 - Freundschaftsspiel
SpVgg Kaufbeuren vs FCB
18.30 Uhr

28. Mai 2009 - Freundschaftsspiel
VfB Eichstätt vs FCB
18.30 Uhr

29. Mai 2009 - Freundschaftsspiel
1. FC Magdeburg vs FCB
18.00 Uhr

31. Mai 2009 - Freundschaftsspiel
Fortuna Sittard vs FCB
15.30 Uhr