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Donnerstag, 30. April 2009

Rensing-Interview

... im SZ-Magazin (zu Zeiten, als Klinsmann noch Trainer war).

Ehrlich, sympathisch, fair.
Hat mir gefallen.

Aloysius Paulus Maria „Louis“ van Gaal

Kommt van Gaal?

Es ist Zeit, dass ich mich nun auch an den derzeit sehr beliebten Spekulationen, wer denn nun der neue Bayern-Trainer wird, beteilige.
Da fällt zum Beispiel der Name "Louis van Gaal", derzeit Trainer beim AZ Almaar.

Der Niederländer gehört zweifelsohne zu den ganz großen Namen im Trainergeschäft, ist 57 Jahre alt und hat einige bemerkenswerte Erfolge auf dem Kerbholz. So ist van Gaal zum Beispiel verantwortlich für die großen Jahre des Klubs Ajax Amsterdam von 1991 bis 1997 (Triple-Meisterschaft 1994-1996, niederländ. Pokalgewinn 1993, UEFA-Cup-Sieg 1992, Gewinn der Champions League und des Weltpokals 1995, Finalteilnahme Champions League 1996). Danach wechselte er 1997 zum FC Barcelona und errang dort zwei Meisterschaften. Seit 2005 ist er Trainer beim AZ Alkmaar, und führte den Klub 2009 zur Niederländischen Meisterschaft.

Louis van Gaal hat eine ganze Ära in Amsterdam und auch im niederländischen Fußball geprägt - aber das ist 10 Jahre her. Erst vor kurzem soll der Belgische Fußballverband sich um van Gaal als neuen belgischen Nationalcoach bemüht haben - der Niederländer hat noch bis 2010 einen Vertrag bei Alkmaar.
Der tazblog hat ein Auge auf den Mann - interessante Artikel hier und hier. Demnach hat van Gaal nicht das beste Verhältnis zu den Medien - herrje... will man sich das wirklich antun - in einer Medienstadt wie München? Wir werden sehen.

Dienstag, 28. April 2009

Alles Neue macht der Mai - oder doch nicht?

Was gestern Abend in den Medien - auf den Internetportalen der großen Tageszeitungen und im Fernsehen - los war, spottete jeder Beschreibung, zeigt aber auch die Bedeutung und Wahrnehmung eines Klubs wie dem FC Bayern München in unserer Medienlandschaft. Die ARD widmete dem "zweitwichtigsten" Thema nach der Mexiko-Grippe sogar eine Sonder-Sendung der Sportschau im Anschluss an die Hauptnachrichten. Und wie immer in solchen Situationen quetschten Experten, welche die es gerne sein würden, Beobachter, Begleiter, Politiker, die unvermeidliche Claudia Roth, Aufsichtsratmitglieder, Fan-Club-Vorsitzende, Schreiberlinge und echte Sportjournalisten ihre Hirne aus, um unzählige Sprechblasen zu füllen (und vor allem ihr Geschwätz zu Beginn der Saison zu konterkarieren).
Haben wir nun neue Erkenntnisse? Nichts, was nicht schon vorher auf der Hand lag oder zu vermuten war. Einzig das zwischen-den-Zeilen-Heraushören bei der Pressekonferenz am gestrigen Vormittag ließ den ein- oder anderen Rückschluss zu.

Ein Fußball-Lehrer ist Klinsmann nicht, so muss man wohl Uli Hoeneß interpretieren - auch das ist so überraschend nicht. Zu viel hat er gewollt, der Klinsmann - aha! Und die Bayern-Führung? Die etwa nicht? Oder hat sie nur viel gewollt, aber zu wenig dafür getan? Man weiß es nicht.
Überrascht war ich von der plötzlichen Leichtigkeit, die sich in Hoeneß' Gesicht während des Pressetermins widerspiegelte. Da fiel jede Menge Druck vom Manager ab - und die "Rettung der Saison" in persona von Spezi Jupp Heynckes dürfte ihn ganz persönlich freuen. Ob die Freude auch bis nach dem 34. Spieltag anhält, darf mit Recht bezweifelt werden. Was kann Heynckes denn eigentlich noch tun, in den letzten Partien der Saison? Hinbiegen kann es nur noch die Mannschaft.

Das Eingeständnis einer Mitschuld am "Projekt Jürgen Klinsmann" hörte man indes nicht - weder von Rummenigge, noch von Uli Hoeneß. Mund abputzen, weitermachen und den Blick nach vorne richten. Dem schließe ich mich an - es ist alles gesagt und geschrieben worden in den letzten Tagen. Alte und eventuell schmutzige Wäsche zu waschen nützt dem Klub nicht.
Einzig das nachhaltige Bemühen für einen Wandel hin zu einem europäischen Spitzenklub nehme ich den Entscheidern im Klub so schnell nicht mehr ab. Aber weiterhin Meistertitel und Pokale einfahren, war ja auch immer sehr nett.

Jetzt geht es an diesem 2. Mai mit Jupp Heynckes und Co Hermann Gerland gegen die stark abstiegsbedrohte Borussia aus Mönchengladbach. Ausgerechnet! Wer hat dieses verwirrende Drehbuch zur Saison eigentlich geschrieben?

Ich tippe auf eine Trotzreaktion der Mannschaft, der auch das "Argument Klinsmann" genommen ist - und ich habe gezwungenermaßen die Borussia in den letzten Wochen "aus der Nähe betrachten" können. Verstecken werden sie sich nicht, Fußballspielen können sie auch, nur mit dem Tore schießen hapert es, und das Glück ist ihnen einfach nicht hold.

Mein Tipp: 3:0

Vielleicht ein bisschen zu optimistisch, wer weiß? Ich weiß es nicht mehr.

Montag, 27. April 2009

Mission gescheitert

Die Presseerklärung des FC Bayern zur Entlassung von Jürgen Klinsmann.


A
ls der Beginn einer neuen Ära beim FC Bayern geplant wurde, kam für die Position des Trainers nur ein Vertreter der jungen Trainergeneration in Betracht. Wunschkandidat Arsene Wenger stand ja mal wieder nicht zur Verfügung.
Jürgen Klopp war ein Kandidat, Namensvetter Klinsmann ein anderer. Der eine hatte Trainererfahrung in Liga 2 und Liga 1 gesammelt, international dagegen war Klopp ein unbeschriebenes Blatt. Der andere, Klinsmann, hatte die Nationalmannschaft gemeinsam mit Jogi Löw zum Vize-Weltmeister gemacht - Ligaerfahrung hatte er als Trainer keine.

Die Bayern entschieden sich für den Schwaben, und hatten dafür durchaus nachvollziehbare Gründe. Klinsmann galt als Motivator, spricht mehrere Sprachen, spielte in Frankreich, England und Italien - und er war Garant für neue, innovative Trainingsmethoden und attraktiven Angriffsfußball. Dass es nicht einfach werden würde mit einem wie Klinsmann, lag auf der Hand. In München hatte man ihm seinen Abschied von den Bayern und das Ausbooten Oliver Kahns noch nicht verziehen. Doch apropos Hand, alles was Klinsmann in der Vergangenheit anfasste, wurde von Erfolg gesegnet - und so dachte sich die Führungstroika des FCB, lasst den Klinsmann das mal machen - der ist erfolgsbesessen, ein akribischer Arbeiter, der schafft das schon.

Kein Ligaspiel, nicht mal ein Vorbereitungsspiel hatte er als Trainer absolviert, da schossen die Boulevard-Blätter bereits erste Salven ab (Stichwort: Buddha-Statuen). Für Klinsmann wurde es ein medialer Spießrutenlauf über die ganze Saison. Der Vorstand des FC Bayern ließ sich davon nicht beirren - kolpotierte wieder und wieder, Klinsmann sei der Richtige für den Job. Der Hurra-Fußball der ersten Wochen war gefällig - und anfällig! Irgendwann waren es dann zu viele Spiele auf ein Tor, die trotz dieser Überlegenheit verloren gingen, und der Druck auf den Trainer wuchs. Klinsmann ruderte zurück - änderte die Taktik auf Hitzfeld'sche Defensivausrichtung. Ein Fehler, denn Jürgen Klinsmann konnte der Mannschaft ab diesem Zeitpunkt den Stempel von powervollen Offensivfußball der WM 2006 nicht mehr aufdrücken. Ja, er konnte ihr gar keinen Stempel mehr aufdrücken. Vielleicht hätten sie in einfach machen lassen sollen - wer weiß?

Die Führungsriege des FC Bayern hat den Umbruch hin zu einem neuen Niveau nicht kompromisslos genug unterstützt. Sie haben Forderungen gestellt - Meisterschaft sei das Ziel, und die Teilnahme am Viertelfinale der Champions League. Damit erzeugte man eine Erwartungshaltung, an der Klinsmann gemessen wurde. Anstatt ihm und der Mannschaft eine Saison ohne Zielformulierung, ohne Druck zuzugestehen, wollte man beides: Umbruch und Titel.
Gemessen wurde Klinsmann aber auch an seinen eigenen Aussagen, wie zum Beispiel der, "jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser zu machen". Gelungen ist es ihm nicht. Klinsmann sagte aber auch, dass er zwei oder mehr Jahre benötigt - das haben alle überhört. Die Stimmung gegen Klinsmann nahm bei einem Teil der Fans von Beginn an schon hysterische Züge an: Klinsmann will dem FC Bayern schaden! Ich habe das zu keinem Zeitpunkt nachvollziehen können, aber geschadet hat seine Verpflichtung dem Klub in jedem Fall.

Die Niederlagen mehrten sich, und desaströse Auftritte wie gegen Bremen, Hannover, Köln, Leverkusen oder Barcelona machten deutlich, wie unfertig und anfällig diese Mannschaft ist. Die Anfälligkeit hat auch die Vereinsführung mit zu verantworten, unterließ man es doch vor der Saison und auch in der Winterpause adäquates Personal zu beschaffen. Klinsmanns Fehler hierbei: Er glaubte, seine Mannschaft wäre stark genug - ein Irrglaube.

Um 17.20 Uhr am Samstagnachmittag war klar, die Ära Klinsmann beim FC Bayern ist nach nur 10 Monaten gescheitert.
Das wirtschaftliche Risiko letztlich nicht auf einem der Champions-League-Qualifikationsplätze zu landen ist zu groß geworden. Zu harmlos, zu ideenlos ließ die Mannschaft am Samstag gegen einen eher durchschnittlichen Gegner drei wichtige Punkte liegen. Ob es nun mit der Nachfolgeregelung für fünf Spiele gelingt, weiß niemand - aber so braucht man sich wenigstens nicht vorwerfen zu lassen, man hätte letztlich nicht alles versucht. Die Saison 2008/2009 ist - mit Titel oder ohne - eine verlorene Saison für den Verein. Der Imageschaden ist beträchtlich. Der Umbruch ist gescheitert - vorerst.

Zu Klinsmanns Ehrenrettung muss gesagt werden, dass sich einige Personalien im Laufe der Saison zu einem Fluch entwickelten: Lukas Podolski, dem die Lust fehlte für den FCB Einsatz zu zeigen - Schweinsteiger, der nach Vertragsverlängerung abbaute und abtauchte - die in der Vor-Saison noch starken Lell und Demichelis, die zu Schwachpunkten wurden - Verletzungen von Toni und Klose, die nicht kompensiert werden konnten - der lange Ausfall von Altintop, um nur einige zu nennen.
Klinsmann hat anscheinend, bei all dem Druck und Gegenwind zu Anfang der Hinrunde, auch der Mut verlassen, auf Nachwuchsleute wie Kroos (Mittelfeld), Badstuber (Innenverteidigung) oder Müller (Angriff) zu setzen. Verlieren können, hätte er dabei nichts.

Nun müssen die handelnden Personen des Vereins zeigen, dass sie lernfähig sind. Die erste Gelegenheit dazu haben sie bei der Wahl des neuen Trainers als Weichenstellung für die neue Saison - Heynckes und Gerland können und dürfen nur eine Übergangslösung sein.
Ich kann nur hoffen, dass jetzt nicht kübelweise schmutzige Wäsche gewaschen wird - das ist eines FC Bayern München nicht würdig.


Uli Hoeneß im Interview bei Bayern3

Aha.

Klinsmann gefeuert. Heynckes macht's bis Saisonende. Aha. Nun denn.

Ich hab's ja gestern schon erwartet - also das mit Klinsmann. Zu Heynckes sag' ich besser nix.
Ist ja nur für fünf Spiele.

Mein Verein wird mir immer seltsamer.

Sonntag, 26. April 2009

Honk des Monats


Der Honk des Monats geht übrigens an den Honk des Monats, Manuel Neuer - seines Zeichens Torhüter bei S04 und möchtergern-Nationaltorwart - für seine dämliche Eckfahneneinlage nach dem Auswärtssieg in München.
Weder war's originell, noch war's stilvoll - Kindskram, aber er ist ja auch noch jung. Für die Nationalmannschaft jedenfalls noch zu jung.

Es reicht nicht


"Die aktuelle Tabellensituation vor dem Spiel gegen Schalke ist klar und erlaubt für den FC Bayern nur einen Ausgang: einen Sieg!" [....] "Ich habe allerdings den Eindruck und die berechtigte Hoffnung, dass unsere Mannschaft in der Endphase der Meisterschaft großen Willen und Charakter an den Tag legt." [...] "Und ich bin davon felsenfest überzeugt, dass wir in der Liga unser Ziel erreichen, denn ich habe großes Vertrauen in die Qualität unserer Mannschaft, in ihren Willen und ihren Charakter."

(Karl-Heinz Rummenigge vor dem Spiel gegen Schalke im Bayern-Magazin)

Alt bekannte Aussagen, die ich in dieser Saison wieder und wieder gehört oder gelesen habe - das Resultat aus Willen, Charakter und Qualität hieß am Samstagnachmittag 0:1 im eigenen Stadion gegen keinen übermächtigen Gegner, ein dritter Tabellenplatz, und wahrscheinlich 6 Punkte Abstand zum Führenden (so die Wolfsburger heute in Cottbus siegen). Ich hatte zuvor gesagt, dass wenn wir gegen Schalke gewinnen, der Titelgewinn durchaus möglich ist. Jetzt muss jedem klar werden: Es reicht nicht.

Es reicht nicht, um eine mittelmäßige Schalker Mannschaft, die aus nur einer Standardsituation die Führung erzielt, in ernsthafte Bedrängnis zu bringen. Es reicht nicht, wenn man nur 20 Minuten ansehnlichen Power-Fußball spielt, die restlichen 70 Minuten allerdings einfallslos und statisch agiert. Es reicht nicht gegen Schalke zuhause mit nur einem Stürmer eine Partie zu beginnen, die nur einen Ausgang (einen Sieg) zulässt. Es reicht nicht, was wir auf der Bank haben. Es reicht nicht, nur mit hohen Bällen "Mister 1:0" zu suchen, und darauf zu hoffen dass der Italiener das schon irgendwie hinbiegen wird. Und wie man sehen durfte, reichen nicht mal zwei Abwehrspieler um Halil Altintop am Kopfball zum 1:0 für Schalke zu hindern.

Dass uns die Schiedsrichter in dieser Saison nicht sonderlich gewogen sind, ist nichts Neues - darf aber auch keinesfalls als Argument ins Feld geführt werden. Jones hätte mit Rot vom Platz gemusst - der Schiri hat es aus seiner Position anders bewertet - Punkt.
Gelb-rot für Ribéry war berechtigt - das Nervenkostüm des Franzosen ist angekratzt. Vielleicht ist gerade dieser Ausfall für uns zurzeit mehr Segen als Fluch, nimmt es dem Rest der Mannschaft doch die Möglichkeit, sich hinter Ribéry zu verstecken und wieder zwei Gänge zurückzuschalten.

Die Einfallslosigkeit diesem Rückstand von nur einem Tor begegnen zu können, ist für mich ein deutliches Zeichen, dass die Qualität in diesem Jahr den Ansprüchen nicht genügt. Die Gründe dafür habe ich schon ausführlich dargelegt. Natürlich werden die "Klinsmann raus"-Rufe lauter - den Sinn einer Trainerentlassung zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehe ich aber nicht, jedoch sind die Mechanismen im Profifußball wie sie sind. Persönlich habe ich gestern damit gerechnet, dass Klinsmann dieses Wochenende als Trainer nicht überstehen wird. Lustig, dass immer die Journalisten, die Klinsmann monatelang in Frage gestellt haben, jetzt Rückendeckung vom Vorstand für den Trainer fordern - die Meinung dreht eben, wie das Fähnchen im Wind.

Die Tatenlosigkeit in der Winterpause rächt sich bitter. Wo stünden wir jetzt mit einem Ivica Olic? Die Schwächen eines Oddo, eines Lells, die waren nach der Hinrunde nur allzu deutlich sichtbar - reagiert hat man nicht.
Jetzt gilt es zu retten was zu retten ist - es wird schwer gegen einen Abstiegskandidaten, der nichts zu verlieren hat (Gladbach), gegen Hoffenheim auswärts, zuhause gegen Stuttgart am letzten Spieltag. Die Träumerei von fünf Siegen in Folge, halte ich für Durchhalteparolen, die unrealistisch sind. Der FC Bayern 2008/2009 ist nicht der FC Bayern früherer Tage, der so etwas noch umsetzen kann.

Mittwoch, 22. April 2009

Länderspiel - nur geträumt

Ich habe geträumt...

von einem...
Länderspiel in Düsseldorf. Die Mode-Metropole lädt zum Stelldichein. Auf den Tribünen der Esprit-Arena nehmen die vom DFB geladenen Damen und Herren auf der VIP-Tribüne Platz. Eigens vom Deutschen Fußball-Bund mit Fächern in den Nationalfarben ausgestattet, wedeln sich die Ehrengäste, Sponsoren und Offiziellen ein bisschen Frische um die Nase - die Luft an diesem Spätsommerabend liegt bleischwer über der Arena.

Auf dem Grün bilden dreihundert Waldorf-Schüler ein überdimensionales "Herz der Völkerverständigung", lassen rote Herzballons in den Abendhimmel der Rheinmetropole steigen, während Jeanette Biedermann halbnackt auf dem Rasen ihren neuen Song "Love for all Nations" zum Besten gibt. Abgelöst wird sie und die Waldorf-Truppe nach müdem Applaus vom Cheerleader-Squad der Düsseldorfer Panther. Während übertrieben laut die Klänge des Schweizers DJ Bobo aus den Lautsprechern des Stadions quillen, schwingen die Mädels Beine, Haar und Pompons. Nach dieser Darbietung schickt sich der hysterische Stadionsprecher an, das Publikum nun endlich aufzurütteln und brüllt Anfeuerungen durch sein Mikrofon, die das Publikum gefälligst lautstark wiederholen soll. Dies funktioniert erst reibungslos bei der Bekanntgabe der Aufstellung des Heimteams: "Lu-Lu-Lukaaaaaaaaaaaaaaaaas", legt er vor, "PO-DOL-SKI" schallt es von den Tribünen. So geht es noch 23 Mal. Die Stimmung im Stadion ist merklich besser geworden.

Zwei Bühnen werden auf die Mitte des Rasens gerollt - auf der einen, ein Pykniker im Smoking, vermutlich gleicher Nationalität wie der heutige Gegner - auf der anderen, Andrea Berg im roten Abendkleid. Die Nationalhymnen. Die Fans im Stadion erheben sich feierlich aus ihren Sitzschalen, legen Cola und Popcorn beiseite und ihre rechte Hand auf's Herz. Der akustische Albtraum beginnt - die Stimmen der beiden vermischen mit dem Gebrüll tausender heiserer Männerkehlen.

Nachdem die Bühnen wieder vom Spielfeld gerollt wurden, laufen die beiden Mannschaften ein, begleitet von "Freude, schöner Götterfunken" in einer Lautstärke, die selbst dem Schwerhörigsten aller Zuschauer ein wahres Inferno im Gehörgang verschafft. Applaus und unverständliche Fan-Gesänge branden auf. Die Kapitäne beider Teams umarmen sich, klopfen sich abwechselnd auf die Schulter, kneifen sich in die Wangen und versprechen sich feierlich, einander nicht weh zu tun. Bezeugt wird diese Geste der Fairness vom siebenköpfigen Schiedsrichtergespann in knallpinken Trikots. Danach richten sich die Unparteiischen noch ihre Verkabelung - Werbeplakate, Kameras, Mikrofone und die Kleidungsstücke der Biedermann werden vom Platz geschafft. Das Spiel kann endlich beginnen.

Nach den ersten Minuten nervösen Abwartens wird ein Angriff der Deutschen über die Linke Seite jäh gestoppt. Das Publikum pfeift, der Schiedsrichter pfeift, der Gefoulte rollt sich mehrfach wie ein im BSE-Wahn verendendes Kalb auf dem Gras. Fünf Minuten dauert das nun folgende Prozedere, die erste Unterbrechung der Partie: Erst wird der Übeltäter vom Schiri aufs Eindringlichste ermahnt und mit dem derzeit gültigen Reglement vertraut gemacht. Nach dieser Predigt folgt eine innige Aussprache zwischen den beiden Spielern, die mit Abklatschen, Poklaps und Augenzwinkern feierlich beendet wird.
Das Spiel selbst bleibt ohne große Höhepunkte, bis kurz vor Schluss die Deutschen das einzige Tor des Abends erzielen. Der Torschütze küsst sich leidenschaftlich den eigenen Innenarm, beziehungsweise die Tätowierung auf diesem. Bei einem Interview nach dem Spiel erfährt die Welt wem diese Liebkosung galt, seinem 2004 bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Hund "Mr. Riffels". Anschließend dankt er den Physiotherapeuten am Spielfeldrand, wirft Luftherzen in Richtung der Tribüne, wo seine Großmutter aus Schlesien sitzt, lüftet sein Trikot - darunter erkennen wir auf einem T-Shirt das selbstgebatikte Konterfei Jesus' und die Worte "Glaube schießt Tore!".
17 Minuten werden nachgespielt - die Belehrungen der Schiedsrichter, die Versöhnungsgesten der Spieler, und letztlich das Gelen und Richten der Haare aller Protagonisten fordern ihren Tribut. Zudem gab es noch eine mehrminütige Unterbrechung, als sich zwei Abwehrspieler mit ihren Stirnbändern verhedderten. Es bleibt beim Sieg der Deutschen Mannschaft, die von den Fans und einem spastisch auf dem Platz herumtollenden Maskottchen überschwenglich gefeiert wird.


Gott sei Dank hab' ich das alles nur geträumt.

Dienstag, 21. April 2009

Endkampf

Der Endkampf wird meines Erachtens ein Dreikampf - Stuttgart und Hertha werden sich meiner Einschätzung nach aufgrund des Restprogramms nicht mehr um den Titelgewinn balgen. Ich schätze beide Teams werden so bei 64 oder 65 Punkten landen (vermutlich noch etwas weniger, da ich recht großzügig Punkte verteilt habe).
Damit konzentriert sich der Meisterschaftsendkampf auf drei Teams:

Wolfsburg, Bayern und dem HSV.

Dem VfL Wolfsburg traue ich mindestens noch 9 Punkte aus den verbleibenden 6 Spielen zu - damit lägen sie am Ende bei 66 Punkten. Vielleicht wird's noch ein Sieg mehr - ergo 68 Punkte. Sollte der FC Bayern nun endlich mehr Konstanz hinbekommen, könnten das 11 Punkte werden. Wären in der Summe ebenfalls 68 Punkte - und es würde die Tordifferenz über den Meister entscheiden. Hier liegt derzeit noch Wolfsburg vorne.
Dem HSV habe ich großzügige 13 Punkte bemessen - damit lägen sie mit ebenfalls 68 Punkten auf Platz Drei (z. Zt. die schlechteste Tordifferenz der drei Anwärter), doch fehlt mir der Glaube dass der Hamburger SV so viele Punkte bis zum Ende einfährt.

Natürlich ist das alles Gedankenspielerei - trotzdem sollten die Bayern nun anfangen etwas für ihre Tordifferenz zu tun. Am Ende könnte ein punktgleiches Finale geben. Vielleicht rächen sich hier noch die vielen vergebenen Möglichkeiten der kompletten Saison.

Als Titelfavorit muss derzeit ganz klar der VfL Wolfsburg genannt sein - obwohl die Bayern mehr Heimspiele in den letzten Partien haben als die Niedersachsen. Der HSV hingegen, hat noch die Belastung aus DfB-Pokal und UEFA-Cup, und müsste wirklich einen beachtlichen Schlussspurt hinlegen, um die Schale zu holen. Tja, und die Bayern? Die haben's letztlich wieder mal selber in der Hand. Wenn sie sich zusammenreißen, kann der Heimvorteil tatsächlich entscheidend sein. Immerhin sprechen nur die Bayern vom Titelgewinn - alle anderen machen auf Understatement (das hat sich in der Vergangenheit übrigens selten ausgezahlt!).

Meine Prognose: Ein Sieg gegen Schalke am Samstag vorausgesetzt, werden die Bayern am Ende Meister. Den Spitzenplatz erklimmen sie allerdings nicht erst am letzten Spieltag (so wie 1986), sondern schon davor. Die endgültige Entscheidung fällt allerdings erst am 34. Spieltag. Vizemeister wird der VfL Wolfsburg, Dritter wird der Hamburger SV.

Mein Tipp: Bayern 2, Schalke 0

Sonntag, 19. April 2009

Am Zaun - 1985 in Braunschweig

In den letzten Tagen drehte sich in den Medien viel um die Fußballkatastrophe in Hillsborough 1989.
20 Jahre ist es her, als annähernd 90 Menschen starben, mehrere hundert verletzt und viele, die damals dabei waren, für ihr Leben traumatisiert wurden. Hillsborough war eine Zäsur im Umgang mit den Fans und auch im Hinblick auf Sicherheitsbestimmungen in englischen, und in der Folge auch in europäischen Fußballstadien. Wenn ich die Bilder von damals sehe, muss ich an die Meisterschaft 1985 denken.

Im Mai 1985 starben beim Finale im Europacup der Landesmeister im Brüsseler Heyselstadion 39 Menschen. Sie wurden zerdrückt. Im Juni des gleichen Jahres verlagerte sich die Entscheidung der Deutschen Fußballmeisterschaft auf den letzten Spieltag. Der FC Bayern lag mit 2 Punkten (nach der alten zwei-Punkte-Regel) und 2 Toren vor Werder Bremen, und musste zur Eintracht nach Braunschweig. Werder Bremen musste nach Dortmund, wo die Borussia noch Gefahr lief in die Relegation zu rutschen.

Strahlender Sonnenschein, brütende Hitze, und rund um das Stadion an der Hamburger Straße sammelten sich zahllose Bayern-Fans, um eine weitere Deutsche Meisterschaft erleben zu dürfen. Die erste Halbzeit war wenig berauschend - zwar hätte den Bayern ein Punkt gereicht, Voraussetzung zum Titelgewinn war in diesem Fall jedoch, dass Bremen in Dortmund nicht gewinnt. Auf beiden Plätzen stand es zur Halbzeit 0:0. Den Bayern war eine gewisse Verkrampftheit anzumerken, bis Dieter Hoeneß in der 49. Minute das erlösende 1:0 erzielt. Die Stimmung kochte hoch. Als Bremen in der 56. Minute mit 1:0 in Rückstand gerät, präparieren sich alle um uns herum zum Sturm auf's Spielfeld - was damals. noch weitestgehend üblich war Ein ungutes Gefühl machte sich breit. Der Druck der Nachrückenden von oben wird immer größer. Wir stehen plötzlich direkt am Zaun. Der Druck von oben hatte uns an die Gitter gepresst. Das Braunschweiger Stadion war damals mit dem Begriff "baufällig" schmeichelhaft umschrieben, an Wellenbrecher kann ich mich nicht erinnern. Die Hitze hatte bereits im Laufe des Spiels einige Opfer gefordert - immer wieder wurden Anhänger mit Kreislaufproblemen von den Sanitätern aus der Kurve getragen.

Das Schieben und Drücken wurde immer stärker. Wir hatten Mühe uns auf den Beinen zu halten. Eingepfercht zwischen Körpern, stemmten wir uns mit aller Kraft gegen den Zaun. Die Bilder erstickender Menschen aus Brüssel noch vor Augen, machte sich Panik breit. Ich wollte da raus - nur noch raus! Irgendwann kam dann Paul Breitner an den Zaun und forderte wild gestikulierend die Fans auf, zurück zu weichen, und den Zaun nicht weiter zu verbiegen. Das tat nach einer endlos dauernden Weile seine Wirkung. Der Druck ließ ein wenig nach und die Fans wichen zurück. Wir drängten uns mit ganzem Körpereinsatz durch die Massen und verließen fluchtartig das Stadion. Dort blieben wir - etwas ramponiert, verschwitzt und erleichert - bis die Situation sich entspannte. Kurz vor Spielende dann die Nachricht vom 2:0 der Dortmunder - Bayern ist Meister! Ich weiß was mich damals mehr erleichterte, der Titelgewinn war es nicht, sondern die Tatsache aus diesem Menschenpulk noch einmal unversehrt herausgekommen zu sein. Als ich vier Jahre später die Bilder aus Sheffield sah, konnte ich halbwegs nachempfinden in welch' furchtbarer Lage sich diese Menschen dort befunden haben, und welch' unbarmherzige Kraft eine Masse von Menschen in Bewegung hat. Wenn ich die Bilder von Hillsborough sehe, muss ich immer auch an Braunschweig 1985 denken - und an das Gefühl vor diesem Zaun.

Samstag, 18. April 2009

Auf Kurs?

Drei Punkte aus Bielefeld. Das Spiel in Bielefeld kann der bedeutungsvolle Knackpunkt in Sachen Meisterschaft sein. Auf der "Alm" kannst du in so einer Situation nur verlieren - haben wir aber nicht, im Gegensatz zu einigen anderen in dieser Saison. Die erste Halbzeit war nicht sonderlich gut, in der zweiten war der FCB dann aber hochüberlegen. Wie schon so oft in dieser Saison wurde viel zu wenig aus den vielen Torchancen gemacht (was ist denn mit Altintop los?).
Vor dem Eckstoß zum 1:0 Abseitsstellung von Luca Toni - ein schlechtes Gewissen müssen wir deshalb nicht haben (Stichwort: Die wahre Tabelle). Immerhin haben die Wolfsburger einen Elfmeter geschenkt bekommen und die Leverkusener hätten einen bekommen müssen. Stuttgart ist dran - so wie ich das schon vor Wochen ahnte. Nun wirds ein heißer Tanz bis zum Ende. Sind wir wieder auf Meisterschaftskurs?

Freitag, 17. April 2009

New Manchester City


Foto: BBC

Bernhard "Bert" Trautmann hat ein bewegtes Leben hinter sich. Die Torwartlegende von Manchester City war als Kriegsgefangener Russlands entkommen und dann von britischen Truppen erneut festgenommen und nach England in Kriegsgefangenschaft geschickt worden. In den verschiedenen Lagern spielte er Fußball und landete letztlich auf der Position des Torhüters. Nach Kriegsende geriet er bei einem Freundschaftsspiel in den Fokus des Klubs Manchester City und wurde von den "Citizens" verpflichtet. 20.000 Menschen gingen aus Protest gegen diesen Transfer auf die Straße - man kann nur erahnen, mit welcher Feindseligkeit der ehemalige Kriegsgegner Trautmann in Manchester empfangen wurde. Der Rest der Geschichte wurde zur Legende: Trautmann bestach durch überragende Leistungen, wurde zum besten Torhüter der englischen Liga, und machte sich in den Herzen der Fans im FA-Cup-Finale 1956 gegen Birmingham City unsterblich. Trautmann spielte trotz schwerer Verletzung, die sich Tage später als Genickbruch herausstellte, die letzte Viertelstunde der Partie weiter, da kein Spieler mehr ausgewechselt werden konnte. Manchester City gewann das Finale, Trautmann wurde im gleichen Jahr zum besten ausländischen Spieler der Liga gewählt. Nach seinem Abschiedsspiel im Jahre 1964 im Stadion an der Maine Road wurden sogar die Pfosten abgerissen und ausgetauscht, da zwischen diesen Pfosten niemand anderes mehr stehen sollte als Trautmann. Er erhielt 1997 das Bundesverdienstkreuz und 2004 den "Order Of The British Empire".

Gestern Abend schied Manchester City im Rückspiel des UEFA-Cup-Viertelfinales gegen den Hamburger SV aus. Bert Trautmann war nicht dabei. Eingeladen wurde Trautmann vom HSV-Teammanager Wehmeyer. "Von meinem Verein habe ich noch nie eine Einladung bekommen", so Trautmann, "Das tut schon weh. In England sind jetzt Technokraten und Bürokraten am Werk, denen das Gefühl für den Sport fehlt", bemerkt er, "und die Mannschaft bestand zuletzt nur aus leblosen Individualisten. Es ist schon enttäuschend." Laut Trautmann sind die Mitglieder der Herrscherfamilie aus Abu Dhabi ausländischen Investoren, die mit Gewalt ein Topteam aufbauen wollen, aber keinerlei Gespür für die Traditionen des Fußballs haben. "Vor drei Monaten hat man mich gefragt, ob ich als Botschafter für den Klub eingesetzt werden kann. Was denken die denn, was ich in den letzten 60 Jahren getan habe?".

(Quelle: Rheinische Post, "Eine enttäuschte Legende", 17. April 2009)


Zeit der Forderungen

Tim Borowski fordert bald das Gespräch mit Trainer Klinsmann, und wundert sich. Er wundert sich, dass er trotz guten Trainings, harter Arbeit und einer Hinrunde in der er nach eigener Einschätzung "gut drauf" war und einige wichtige Spiele mit entschieden hat, nicht mehr aufgestellt wird.
Auch ich wundere mich! Ich wundere mich, dass Herr Borowski ausgerechnet den jetzigen Zeitpunkt wählt, um in einem Interview mit der Münchner tz Forderungen zu stellen. Ich wundere mich, dass ausgerechnet Tim Borowski - eine der größten Enttäuschungen dieser Saison - seine Leistung so ganz anders bewertet als die Fans und der Trainer.

Es scheint die Zeit der Forderungen in München angebrochen zu sein.

Ribéry, Lucio und Zé Roberto fordern neue Stars; Klose fordert mehr Unterstützung für Luca Toni, Luca Toni wiederum "fordert" einen italienischen Trainer. All das zu einem Zeitpunkt, den man gelinde gesagt als "schwierig" für den Verein bezeichnen kann - zu einem Zeitpunkt, zu dem die Konzentration nun ausschließlich dem Endspurt in der Meisterschaft gewidmet werden muss.

Ich fordere: Schnauze halten und Punkte einfahren! Und bitte sofort bei Arminia Bielefeld damit weitermachen. Statt Interviews und Stellungnahmen abzugeben, sollten die Spieler ihre Hausaufgaben machen.

Mein Tipp: Bielefeld 1, Bayern 2

Mittwoch, 15. April 2009

20 Jahre Hillsborough

In Gedenken an die Toten von Hillsborough


John Alfred Anderson (62)
Colin Mark Ashcroft (19)
James Gary Aspinall (18)
Kester Roger Marcus Ball (16)
Gerard Bernard Patrick Baron (67)
Simon Bell (17)
Barry Sidney Bennett (26)
David John Benson (22)
David William Birtle (22)
Tony Bland (22)
Paul David Brady (21)
Andrew Mark Brookes (26)
Carl Brown (18)
David Steven Brown (25)
Henry Thomas Burke (47)
Peter Andrew Burkett (24)
Paul William Carlile (19)
Raymond Thomas Chapman (50)
Gary Christopher Church (19)
Joseph Clark (29)
Paul Clark (18)
Gary Collins (22)
Stephen Paul Copoc (20)
Tracey Elizabeth Cox (23)
James Philip Delaney (19)
Christopher Barry Devonside (18)
Christopher Edwards (29)
Vincent Michael Fitzsimmons (34)
Thomas Steven Fox (21)
Jon-Paul Gilhooley (10)
Barry Glover (27)
Ian Thomas Glover (20)
Derrick George Godwin (24)
Roy Harry Hamilton (34)
Philip Hammond (14)
Eric Hankin (33)
Gary Harrison (27)
Stephen Francis Harrison (31)
Peter Andrew Harrison (15)
David Hawley (39)
James Robert Hennessy (29)
Paul Anthony Hewitson (26)
Carl Darren Hewitt (17)
Nicholas Michael Hewitt (16)
Sarah Louise Hicks (19)
Victoria Jane Hicks (15)
Gordon Rodney Horn (20)
Arthur Horrocks (41)
Thomas Howard (39)
Thomas Anthony Howard (14)
Eric George Hughes (42)
Alan Johnston (29)
Christine Anne Jones (27)
Gary Philip Jones (18)
Richard Jones (25)
Nicholas Peter Joynes (27)
Anthony Peter Kelly (29)
Michael David Kelly (38)
Carl David Lewis (18)
David William Mather (19)
Brian Christopher Mathews (38)
Francis Joseph McAllister (27)
John McBrien (18)
Marion Hazel McCabe (21)
Joseph Daniel McCarthy (21)
Peter McDonnell (21)
Alan McGlone (28)
Keith McGrath (17)
Paul Brian Murray (14)
Lee Nicol (14)
Stephen Francis O'Neill (17)
Jonathon Owens (18)
William Roy Pemberton (23)
Carl William Rimmer (21)
David George Rimmer (38)
Graham John Roberts (24)
Steven Joseph Robinson (17)
Henry Charles Rogers (17)
Colin Andrew Hugh William Sefton (23)
Inger Shah (38)
Paula Ann Smith (26)
Adam Edward Spearritt (14)
Philip John Steele (15)
David Leonard Thomas (23)
Patrik John Thompson (35)
Peter Reuben Thompson (30)
Stuart Paul William Thompson (17)
Peter Francis Tootle (21)
Christopher James Traynor (26)
Martin Kevin Traynor (16)
Kevin Tyrrell (15)
Colin Wafer (19)
Ian David Whelan (19)
Martin Kenneth Wild (29)
Kevin Daniel Williams (15)
Graham John Wright (17)

Samstag, 11. April 2009

Pflichtsieg


Ich habe nichts zu sagen. Pflichtsieg - schade nur, dass die Wolfsburger doch noch einen Auswärtssieg gegen aufopfernd kämpfende Gladbacher landen konnten. Ansonsten war's ja wieder ein Bayern-Spieltag (die noch nicht gespielten Sonntagspartien mal ausgenommen).

Freitag, 10. April 2009

Die gleichen Reflexe

Wenn die Bild richtig informiert ist, bleibt Jürgen Klinsmann allerhöchstens bis Sommer diesen Jahres Trainer des FC Bayern München. Wenn die üblichen Mechanismen der Fußballbranche greifen, dürfte der Abschied von Klinsmann aus München damit bereits kurz bevorstehen - und zwar vor dem Saisonende. Im Klartext heißt das, noch eine Niederlage oder ein unerwartetes Unentschieden, und Klinsmann ist weg.

Wenn die Bild richtig liegt, wäre das "Projekt Klinsmann" bereits jetzt gescheitert. Dies mag nicht wenige Anhänger unseres Vereins erleichtern, war man sich doch sicher dass Erzengel Klinsmann nur aus den Vorhöfen der Hölle hinaufgestiegen ist, um das Himmelreich des FC Bayern in den Abgrund zu ziehen. Das Vorhaben des Bayern-Vorstands einen Umbruch zu vollziehen und mit JK einen jungen Trainer zu verpflichten, der die alte Bayern-Kruste ablöst und den Wandel zu modernem, attraktiven Fußball vollzieht, ist damit zunächst wieder ad acta gelegt. Es folgen die immer gleichen Reflexe, wenn der Erfolg ausbleibt. Erfolg heißt beim FCB Titel. Erfolg heißt Besitzstandswahrung in Form von Champions League-Einnahmen und der Marktführerschaft im deutschen Fußball. Klinsmann hat all das vor Antritt seines Engagements gewusst. Bemitleiden kann man ihn da nicht - sein Schmerzensgeld ist üppig.

Es stellt sich die Frage, was sich die Vereinsoberen des Rekordmeisters dabei gedacht haben? Wandel braucht Zeit - braucht Geduld, und bedeutet auch eine Phase der Erneuerung. Will man diesen Wandel wirklich, muss man genau dies ohne Einschränkungen kommunizieren. Mit anderen Worten: Leute, stellt auf darauf ein, dass wir zwei oder drei Jahre keine Titel gewinnen werden - ja, und schlimmstenfalls werden wir vielleicht nur im UEFA-Cup spielen. Dieser Schritt zurück ist notwendig, um alte Strukturen aufzubrechen und eine neue Generation Fußballspieler heranzuführen - eine Mannschaft zu entwickeln, die in ein paar Jahren auf gleichem Niveau spielen kann wie die ganz großen des europäischen Fußballs. Hätte man vor Klinsmanns Trainerverpflichtung dies so gemacht, wären wir jetzt enttäuscht? Hätte die Sportpresse so viel Futter gehabt, um das Konzept wieder und wieder in Frage zu stellen? Wäre Jürgen Klinsmann schon zu Beginn der Saison so ins Kreuzfeuer der Kritik geraten? Ich denke Nein.

Ist die Angst vor einem Thronwechsel im deutschen Fußball - wenn auch nur für überschaubare Zeit - so tiefsitzend, dass es ohne Titel nicht geht? Ist der Druck von Sponsoren, die Notwendigkeit von Europacup-Einnahmen so immens, dass man eine solche Phase nicht überstehen könnte? Wer, wenn nicht der FC Bayern, kann sich so etwas leisten? Wer, wenn nicht der FC Bayern, ist auf lange Sicht im Hinblick auf seinen Status und seine Erfolge unerreichbar? Klinsmanns Engagement von kurzfristigen Erfolgen abhängig zu machen, ließ das ganze Projekt dieses mutigen, neuen Schrittes schon scheitern, bevor es überhaupt begonnen hatte.
Diese Posse wirft im Nachhinein auch einen ganz anderen Blickwinkel auf die Trainerverpflichtugnen von Hitzfeld und Magath in der Vergangenheit. So ein bißchen zufrieden war man, weil beide Doubles gewannen - ja, Hitzfeld sogar die Krone des europäischen Fußballs im Jahre 2001 für Bayern gewinnen konnte. Sie konnten beide den Status auf nationaler Ebene sicherstellen - das ist aller Ehren wert. Hitzfeld gelang es sogar, die Europacup-Abstinenz zu beenden. Doch das ist nun 8 Jahre her - fast ein Jahrzehnt. Und nach 2001 waren die Bayern in der Champions League kaum nennenswerte Konkurrenz.

Die qualitative Lücke, die sich zwischen deutschem Fußball, der deutschen Liga und England, Spanien und Italien ist größer, als uns das "Sommermärchen von 2006" weis machen wollte. Es war eben ein Märchen zu glauben, in Deutschland hätte man den Fußball neu erfunden. Dies hat zwangsweise Auswirkungen im internationalen Vergleich auf Klubebene. Das Abschneiden deutscher Teams im Europapokal in den letzten Jahren spricht Bände. Einzig die Bayern waren regelmäßig Viertelfinalkandidaten - mehr aber auch nicht.

Mit Jürgen Klinsmann wollte man ein bißchen Sommermärchen nach München holen: Neue Methoden, junge Talente und modernen Spaßfußball, weg vom ergebnisorientierten Kraftfußball, der den Deutschen so eigen ist. Im Jugendbereich hat der deutsche Fußball die Zeichen der Zeit erkannt - auch beim FC Bayern. Nur ist der Sprung hinein in die erste Mannschaft ein schier unüberwindbare Hürde. Die damit verbundenen Risiken ist man nicht bereit einzugehen. Auch Klinsmann hat schnell zu spüren bekommen, dass das Vertrauen auf junge Talente im Alltagsgeschäft gegen Punkte und Tabellenplatzierungen nicht ankommt. Daran sind wir alle Schuld! Die Vereinsführungen, die Sportjournalisten und die Fans gleichermaßen. Der Druck erfolgreich sein zu müssen, nicht verlieren zu dürfen, ist für den FC Bayern größer als anderswo. Schwieriger einen Umbruchprozess in Gang zu bringen, ist es nirgends im deutschen Fußball. Dies alles war zu erwarten. Der Vorstand des FC Bayern wusste dies - musste es gewusst haben.

Wenn man nun wirklich einknickt, sich dem Druck von außen beugt, dann hat der FC Bayern viel mehr verloren, als nur eine Saison. Der Klub hat dann die Chance verpasst, sich auf die Zukunft neu auszurichten. Als Vorreiter und Aushängeschild des deutschen Fußballs hat der FC Bayern damit das falsche Signal gesetzt. Das ist verhängnisvoll - für den deutschen Fußball ganz allgemein, für die Liga wie für die Nationalmannschaft. Wer sich nun also in Hamburg, Nürnberg , Berlin oder bei der Bild-Zeitung die Hände reibt und sich über ein Scheitern der Bayern mit Klinsmann freut, der vergisst dabei das große Ganze, um das es geht. Es sind halt immer die gleichen Reflexe - und deshalb stehen wir auch international genau da wo wir hingehören.

Donnerstag, 9. April 2009

nackt und schwach - Eine Abrechnung

Der Trainer

W
er den Trainer für diese beschämende Niederlage verantwortlich machen will, soll es tun. Jene, die schon die ganze Saison über den "Bäckersohn" herziehen, haben dafür persönliche Gründe - aber selten greifende Argumentationsketten. So einfach mache ich es mir nicht.

Die Klinsmann'sche Aufstellungsvariante von gestern Abend hätte ich so nie gewählt. Aber das ist taktisches Geplänkel, ich bin ja kein Fußballtrainer. Seien wir aber ehrlich, hätte er eine andere Aufstellung bevorzugt und das Ergebnis wäre das gleiche gewesen, hätte man auch dann lauthals seinen Kopf gefordert. Er kann eben nichts richtig machen - und das ist auch der Grund warum ich mittlerweile glaube, dass Jürgen Klinsmann und der FC Bayern ein Riesenmissverständnis sind.

Man kann Jürgen Klinsmann nun wirklich nicht vorwerfen, dass er nicht alles versucht - zumindest dahingehend hat er den meisten Protagonisten auf dem Platz die richtige Einstellung voraus. Manche Maßnahmen sind - sagen wir mal - "unkonventionell" und nicht immer ganz nachzuvollziehen - die letzte, ein Donnerschlag, die Torwartentscheidung vor dem Barca-Spiel. Die unglückselige Experimentiererei in Sachen Torhüterwahl hat es unter Klinsmann schon in der Nationalmannschaft gegeben - Nachfolger Löw macht es nicht viel besser. Ich bin kein Freund von diesem Gewurschtel - macht es unsere durchweg guten Schlussmänner nämlich nicht sicherer! Sei's drum - Butt hat seine Sache gestern den Umständen entsprechend gut gemacht. Wäre ich Michael Rensing, würde ich den Manager heute noch um meine Freigabe bitten.
Dazu kommen Entscheidungen wie das Hochloben eines Landon Donovans und die Verbannung des Kapitäns van Bommel auf die Bank - allesamt "unglücklich unkonventionell".

Der größte Fehler des Jürgen Klinsmanns offenbarte sich spätestens gestern Abend: Er hätte - einhergehend mit seiner Verpflichtung als Trainer - auf qualitativ hochwertige Neuverpflichtungen zu Anfang der Saison bestehen müssen. Tat er aber nicht, da er den bestehenden Kader überschätzte. Das rächt sich jetzt gnadenlos zum Ende der Saison.

Eine wirkliche Schuld an dieser holprigen Saison kann ich Jürgen Klinsmann allein allerdings nicht zuordnen. Aber da die Kluboberen selbst, und vor allem die Fans des FC Bayern nicht die nötige Geduld oder den notwendigen Gleichmut für einen Umbruch à la Klinsmann mitbringen, bleibt letztlich nur die Lösung Trainerwechsel. Wie heißt es so schön? "Der Druck wurde irgendwann zu hoch."

Die Mannschaft

Ein Verein, der sich in Reichweite der europäischen Top-Klubs sehen will, kann sich Spieler wie Christian Lell oder die Mailänder Leihgabe Massimo Oddo nicht leisten. Ein solcher Verein muss die Alternativen haben, um weitgehend unmotivierte Mitläufer wie Podolski, Schweinsteiger und Borowski kompensieren und auf die Bank setzen zu können. Ein solcher Klub muss mit mindestens vier Stürmern ausgestattet sein, um Verletzungsphasen oder länger andauernde Schwächeperioden überbrücken zu können. Dies alles kann der FC Bayern 2008/2009 nicht.

Mangels Alternativen müssen wir Woche für Woche einen extrem limitierten Lell neben den Angreifern des Gegners nebenher laufen oder Spieler wie Bastian Schweinsteiger regelrecht abtauchen sehen. Wir müssen einen beleidigt-lustlosen Podolski auflaufen lassen, weil es keine anderen Stürmer gibt. Wo bitte ist da der Druck um seine Spielberechtigung kämpfen zu müssen?
Die Mannschaft ist a) das Produkt einer zögerlichen Vereinsführung, die vor Saisonbeginn kein Geld zur Hand nehmen wollte - obwohl sich die Investitionen Ribéry, Toni und Klose längst gelohnt haben, und sie ist b) das Produkt einer Vereinsführung, die auf dem Schnäppchenmarkt aktiv wurde - der Qualität des Gesamtgebildes war dies abträglich (was nix kostet, is auch nix). Ein Fehler von dem Rummenigge und Hoeneß - und beide wissen, dass sie ihn auf dem Gewissen haben.

Dass ein Lukas Podolski nicht zünden will, konnte niemand ahnen. Sanktionieren kann man das jetzt nicht mehr, es fehlt die Alternative (oder man will sie nicht einsetzen - Stichwort: Müller!). Dass Spieler wie Schweinsteiger, Borowski, Altintop weit unter ihren Möglichkeiten bleiben, muss man kompensieren können. Dass junge Talente (Sosa, Breno, Müller) Spielpraxis brauchen um sich zu entwickeln, demonstrierte gestern Abend der große FC Barcelona eindrucksvoll. Es geht also. Dass man Marcell Jansen hat ziehen lassen, rächt sich jetzt bitter. Dass ein allein gelassener Ribéry keinen Sommer macht, sieht man Woche für Woche. Dass man einem Torhüter zu dem man eigentlich nicht ausreichend Vertrauen hat, fast eine Saison lang vorgaukelt er sei die unumstrittene Nummer Eins, ist fahrlässig. Die Mannschaft des FCB hat sich gestern in Camp Nou schonungslos offenbart: nackt und schwach!

Die Vereinsführung

Wie bereits erwähnt, hat sich die Zurückhaltung in der Einkaufspolitik spätestens jetzt bitter gerächt. Und - Wirtschaftskrise hin oder her - ist man auch nach dieser Saison ähnlich zurückhaltend, wird es auf Dauer nichts mit dem Aufschließen auf die Großen in Europa.

Dazu kommt, dass man keine Risiken eingehen will - was der Verpflichtung eines Trainers Klinsmann natürlich unvereinbar gegenübersteht. Umbruch heißt Geduld - auch beim FC Bayern. Chancen für die Jugend heißt auch den Mut zu haben, sie spielen zu lassen. Wenn sich der Präsident des Vereins allerdings gemein macht mit dem Boulevard, kann so etwas wie Ruhe nicht aufkommen.

Die Fans

Diese stillose Verunglimpfung des Trainers von Beginn an ist - bei aller persönlichen Antipathie des Einzelnen - auch mangelnde Unterstützung des Vereins. Hier macht man es der boulevardesken Berichterstattung (Bild, Az, Tz, DSF, Premiere, RTL etc. pp.) nicht nur leicht - man macht sich auch gemein mit ihr.
Wie viel bodenlosen und beschämenden Unsinn ich dieser Saison in Zügen, auf Tribünen gehört und in Foren und Blogs gelesen habe - so viel Scheißdreck aus Bayern-Kehlen habe ich in dreißig Jahren Dasein als Bayern-Fan nicht gehört. Und ich war heuer nicht mal viel unterwegs.


Gestern Abend
haben wir die derzeit beste Vereinsmannschaft der Welt Fußball zelebrieren sehen. Dagegen gibt es nicht allzu viele Mittel. Mit einer durch Ausfälle arg gebeutelten Truppe fällt dies umso schwerer. Ich fange nicht an von Einstellung, Herzblut und Leidenschaft zu philosophieren - das Fehlen dieser Grundtugenden wäre schlimm. Viel schlimmer ist aber, dass unsere Mannschaft keinerlei Mittel hatte. Spielerisch nackt und schwach. Die Aufgabe für Jürgen Klinsmann - oder wer auch immer noch kommen mag - ist viel größer als wir alle befürchtet hatten.

Montag, 6. April 2009

FCB versus FCB


Foto: UEFA.com

Barcelona gegen Bayern - was für ein Duell!

Mes que un Club vs La Bestia Negra!


Foto: UEFA.com

Laut der ewigen UEFA Rangliste für Europäische Wettbewerbe, ist der FC Barcelona mit 656 Punkten die erfolgreichste Fußballmannschaft Europas (Stand: 5. Dezember 2008). Mit einem Markenwert von 948 Millionen Euro, ist der FC Barcelona der zweit wertvollste Fußballverein der Welt (Stand: 09/2007). Mit einem Jahresumsatz von 308,8 Millionen Euro, belegt Barca den dritten Platz weltweit (Stand: 2008).
Der FC Barcelona hat nach Benfica Lissabon die zweithöchste Anzahl an eingetragenen Vereinsmitgliedern weltweit, der Verein besitzt 162.979 Mitglieder,und wird von rund 1888 Fanclubs (Penyes) unterstützt (Stand: 28. Nov. 2008). Des Weiteren hat der Verein mit etwa 44,2 Millionen Fans die höchste Anzahl an Anhängern Europas (Stand: 02/2009).

Mit 147.072 Mitgliedern (Stand: November 2008) ist der FC Bayern nach Benfica Lissabon, FC Barcelona, Manchester United und Arsenal FC einer der mitgliederstärksten Sportvereine der Welt. Der FC Bayern gehört auch zu den weltweit reichsten Klubs. In der Saison 2007/2008 belegte er Rang vier in der Liste der umsatzstärksten Vereine. 2.500 Fanclubs mit knapp 177.000 Fanclub-Mitgliedern unterstützen den FC Bayern München - insgesamt hat der Klub 19.8 Millionen Anhänger. In der Liste der wertvollsten Vereine weltweit steht der FCB derzeit auf Platz 5 (Stand: 2008).

Viertelfinale der Champions League 2008/2009 - ein Treffen der Superlative.

Die Namen der Barca-Spieler muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Daniel Alves, Andrés Iniesta, Xavi, Aljaksandr Hleb, Thierry Henry, Samuel Eto'o, Lionel Messi! Dagegen stehen beim FC Bayern Spieler wie Zé Roberto, Philipp Lahm, Lucio, Luca Toni, Martin Demichelis, Miroslav Klose, Franck Ribéry. Beide Mannschaften bevorzugen eine offensive Spielweise - beide Teams haben in der laufenden Champions League-Saison die meisten Tore aller Klubs erzielt (Bayern 24/Barca 19).

Die statistischen Werte der laufenden CL-Saison beider Vereine ähneln sich: 57 Torschüsse hatten die Bayern zu verzeichnen, Barca 59. Beide Teams holten 43 Eckstöße heraus. Insgesamt erhielten beide Klubs 11 gelbe Karten. Die Bayern liefen 21 Mal ins Abseits, Barca nur 14 Mal. Bayern bekam 5 Gegentore, Barca 9. Die Münchner begingen 118 Fouls, die Katalanen 83.

Verletzungssorgen
hüben wie drüben: Yaya Tourí laboriert an einem Muskelriss, genauso wie Xavi Hernández. Ausfallen werden die Langzeitverletzten Gabriel Milito und Eric Abidal. Andrés Iniesta und Carles Puyol sind hingegen wieder einsatzbereit.
Bei den Bayern fällt Klose mit einer Sprunggelenksverletzung aus. Lucios Einsatz ist fraglich (Adduktorenverletzung vom Wolfsburg-Desaster), Ribéry und Lahm haben leichte Blessuren, können aber antreten. Van Buyten ist aufgrund familiärer Probleme freigestellt. Luca Toni's Achillesfersenprobleme ist hingegen ausgestanden.

Die Generalprobe ist nur bei Barca geglückt: die Katalanen führen weiterhin souverän die spanische Tabelle an und konnten bei Real Valladolid 1:0 gewinnen (Henry wurde geschont, Alves und Messi spielten nur 30 Minuten). Bayerns Gipfel in Wolfsburg endete mit einem Absturz - einer 5:1-Niederlage.



Camp Nou:
Im Mai 1999 Schauplatz des Champions League-Finales gegen Man United.


Barcelona ist der Favorit - und hat sicherlich die technisch besseren Einzelspieler zur Verfügung. Zudem lief die Saison in der spanischen Liga für Barca bislang besser und vor allem konstanter als für die Bayern in der Bundesliga. Während die Münchner ihre Gegner in der Champions League bislang dominierten, tat sich der FC Barcelona da doch etwas schwerer.

Die Anfälligkeit der Bayern-Defensive ist gegen die offensiv extrem starken Katalanen natürlich ein gefährliches Defizit. Das größte Manko der Bayern ist fehlende Klasse und das Fehlen der Alternativen auf der Bank. Aber auch Barca steht hinten keinesfalls immer sicher.

Was letztlich zählen wird, ist die Tagesform, die Einstellung, das Selbstbewusstsein und sicherlich auch ein bißchen Glück - chancenlos ist der FC Bayern nicht, so alles gut läuft. Und dennoch: Der FC Barcelona darf sich wohl derzeit mit der stärksten Offensive der Welt schmücken, Abstimmungsprobleme oder individuelle Aussetzer wie wir sie zu oft in dieser Saison bei den Bayern gesehen haben - zuletzt am Samstag in Wolfsburg - , kann sich der deutsche Vertreter nicht leisten.

Bayern-Pleiten vor CL-K.o.-Spielen:

Saison 1999/2000:
* 1:2 gg. 1860 München, 2:1 gg. FC Porto

Saison 2000/01:
* 2:3 gg. Werder Bremen, 1:0 bei Manchester United
* 1:3 gg. FC Schalke 04, 2:1 gg. Manchester United

Saison 2005/06:
* 1:2 gg. Hamburger SV, 1:4 beim AC Milan

Saison 2006/07:
* 0:1 bei Aleman. Aachen, 2:3 bei Real Madrid

Saison 2008/09:
* 1:2 gg. 1. FC Köln, 5:0 bei Sporting Lissabon


Mein Tipp:

Vom 3:0 bis zum 0:1 ist alles drin - ich entscheide mich für die goldene Mitte
Barca 2 Bayern 1


Das Spiel wird am Mittwochabend live im Free-TV übertragen (SAT1, 20.45 Uhr)

Wenn...

> der VfL Wolfsburg Deutscher Meister würde, könnte die Schlagzeile so heißen:

"Bärenstarke Rückrunde bringt den Wölfen die erste Deutsche Meisterschaft!"

Wolfsburg ist derzeitiger Tabellenführer mit 51 Punkten


> der Hamburger SV Deutscher Meister würde, könnte die Schlagzeile so heißen:

"Hamburg duselt sich mit Effizienz zur Meisterschaft!"

Der HSV ist punktgleich mit dem derzeitigen Tabellenersten mit 51 Punkten auf Platz zwei.


> die Berliner Hertha Deutscher Meister würde, könnte die Schlagzeile so heißen:

"Wenn keiner will, freut sich die Hauptstadt!"

Hertha BSC Berlin steht momentan mit 49 Punkten auf Platz drei. 2 Punkte hinter dem Ersten.


> der FC Bayern Deutscher Meister würde, könnte die Schlagzeile so heißen:

"Am Ende gewinnen immer die Bayern (die Meisterschaft)!"

Bayern München steht momentan auf Platz vier, 3 Punkte hinter dem Tabellenersten.


> der VfB Stuttgart Deutscher Meister würde, könnte die Schlagzeile so heißen:

"Leise, still und heimlich - im Endspurt an allen vorbei!"

Der VfB Stuttgart hat derzeit 6 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer.



Sonntag, 5. April 2009

Lucio lahmt


Gegen ein hungriges Rudel Wölfe muss man geschlossen auftreten - dies gelang am Samstag bis zur 60. Minute. Danach brach die Bayern-Abwehr auseinander. Die Partie war lange Zeit ausgeglichen und mein Tipp vom 1:1 schien in die richtige Richtung zu laufen. Dann aber zeigte sich Lucio von seiner uneinsichtigen und der Fußballgott von seiner gnadenlosen Seite. Lucios Verletzung, und sein beharrlicher Irrsinn auf dem Platz bleiben zu wollen, sorgte für zwei Wolfsburger Treffer in der entscheidenden Phase des Spiels. Erst humpelt er in den gegnerischen Strafraum, um dann nicht mehr zurückkommen zu können. Die Lücke in der Münchner Innenverteidigung nutzen die Autostädter gnadenlos. Ich lege mich fest: diese verloren gegangenen drei Punkte haben wir dem Brasilianer zu verdanken!

Nach dem 1:3-Rückstand gab es nur noch die Devise alles oder nichts. Warum dann ausgerechnet Ottl eingewechselt wurde, das verstehe wer will - ich tue es nicht. Es kam, wie es eben dann so geht, Wolfsburg nutzte den Raum und dreht das lange Zeit ausgeglichene Spiel in einen Kantersieg. Mehr als drei Punkte gibts aber auch dafür nicht.
Wenn ich in dieser Saison noch einmal einen gewissen Lukas Podolski im Bayern-Trikot sehen muss, dann verweigere ich das Zuschauen. Warum Podolski so lange nur dritte bzw. vierte Wahl war, zeigte sich am Samstag wieder eindrucksvoll im direkten Vergleich mit Luca Toni.

In Sachen Meisterschaft ist immer noch nichts von großer Tragweite geschehen - Bayern zwar auf Platz Vier, aber es sind wieder nur drei Punkte bis zum Führenden. Länderspielpausen tun uns einfach nicht gut - wenn es davor ganz ordentlich lief. Jetzt lauert am Mittwoch Barcelona in der Champions League. Vielleicht war das Samstagsspiel eine Warnung zum rechten Zeitpunkt - vielleicht aber auch nur die in ein 5:1 gekleidete Gewissheit, dass der FC Bayern 2009 eine Baustellenmannschaft ist. Eine solche hat in Camp Nou sicher keine guten Karten.

Donnerstag, 2. April 2009

Im Tal der Wölfe

Es ist das Spitzenspiel des 26. Spieltags - Der Zweite gegen den Zweiten. Beide sitzen punkt- wie torgleich im Nacken der führenden Hertha: der FC Bayern und die Wölfe aus der Autostadt.

Die letzten drei Auftritte der Bayern in Wolfsburg verliefen aus Bayern-Sicht allesamt torlos, wenngleich man mit dem 0:0 im Mai 2008 die Deutsche Meisterschaft sicherstellte.

Die letzten 7 Ligaspiele gewann der VfL Wolfsburg, zudem ist der VfL in dieser Saison ligaweit am längsten unbesiegt, zuhause sowieso (14 Spiele!). Von den letzten fünf Auswärtsspielen konnten die Bayern nur eines gewinnen - in Bochum. Mit Wolfsburg spielt das beste Heimteam gegen die beste Auswärtself (Bayern). Zurzeit hat der VfL Wolfsburg mit Grafite und Dzeko das beste Sturmduo der Liga, verantwortlich für 31 Tore!

Berücksichtigt man, dass Bayern mit Toni (Trainingsrückstand) und Podolski (Einstellungsrückstand), ohne Klose (verletzt) im Sturm agieren muss, dürften die Wettquoten aus gutem Grund zugunsten der Gastgeber aus Niedersachsen tendieren.
Aber - die Bayern wären nicht die Bayern, wenn sie in solchen Situationen während der heißen Phase im Meisterschaftskampf nicht zu außergewöhnlichen Leistungen in der Lage wären.

Es wird ein heißer Tanz mit den Wölfen am Samstag - denn es geht darum, wer sich als Jäger Nummer Eins positioniert.

Mein Tipp: 1:1


UPDATE

Van Buyten und Demichelis sind nicht mit dabei. Na Glückwunsch.

Mittwoch, 1. April 2009

Termine April 2009

04. April 2009 - Bundesliga
VfL Wolfsburg vs FCB
15.30 Uhr

08. April 2009 - Champions League Viertelfinale - Hinspiel
CF Barcelona vs FCB
20.45 Uhr

11. April 2009 - Bundesliga
FCB vs Eintracht Frankfurt
15.30 Uhr

14. April 2009 - Champions League Viertelfinale - Rückspiel
FCB vs CF Barcelona
20.45 Uhr

18. April 2009 - Bundesliga
Arminia Bielefeld vs FCB
15.30 Uhr

25. April 2009 - Bundesliga
FCB vs FC Schalke 04
15.30 Uhr

(28./29. April 2009 - Champions Leage Halbfinale - Hinspiel)