Follow by Email

Samstag, 31. Januar 2009

von allem zu wenig


Es tut den Bayern nicht gut, im Vorfeld mit Lob und Ehrfurcht überschüttet zu werden - so viel ist klar seit gestern Abend. Nichts zu sehen, von der Aggressivität, Dynamik und dem blinden Spielverständnis des Stuttgart-Spiels. Die Hamburger im Gegensatz zeigten sich kämpferisch, und versuchten mit überfallartigen Kontern die Bayern in Verlegenheit zu bringen. Das gelang.

Warum ist schnell zu erklären: Die Bayern ließen dem Gegner zu viel Platz, und - völlig unverständlich - ließen einen Trochochwski aus jeder Lage aufs Tor schießen. Das sorgte auch jedes Mal für Gefahr, zumindest in den Folgeszenen seiner Schussversuche. Zwei Mal schaute Zé Roberto einfach zu, und ließ Trochochwski machen. In Hälfte Zwei hielt dann Altintop respektvollen Abstand. Die klare Kopfballchance von Schweinsteiger hätte eigentlich schon das 1:0 der Bayern bedeuten müssen - eigentlich. Und das ansonsten recht souveräne Schiedsrichtergespann lag bei Tonis Treffer falsch: ein Allerweltszweikampf, dennoch wurde Luca Tonis Treffer abgespiffen - wieder ein Beleg dafür, dass der Italiener bei den Schiedsrichtern keine guten Karten hat. Die Überlegenheit der Hamburger war - bei allem Respekt - letztlich eine Folge vieler Unzulänglichkeiten im Bayern-Spiel. Wieder mal lief die Bayern-Abwehr meist nebenher und ließ den Gegner einfach mal machen. Zé war völlig von der Rolle, und gehörte für meinen Geschmack schon in Hälfte Eins schleunigst auf die Bank.

In der zweiten Hälfte dann kamen die Bayern endlich. Näher am Gegner, deutlich aggressiver und mit Zug zum Tor erspielten sie sich hundertprozentige Möglichkeiten. Doch es war einer dieser Abende, an denen einfach nichts gelingen sollte. Exemplarisch dafür die Großchancen von Toni und Klose. Den einzigen Treffer des Spiels an Rensing festzumachen, halte ich für Unsinn. Dass er überhaupt noch den Ball berührte zeugt von seiner Klasse. Und dann sind da ja auch noch ein paar Abwehrspieler, die ihm zur Seite stehen müssen - taten sie aber nicht. Ein fahriger Lucio, ein unkonzentrierter Demichelis, ein nebenher laufender Lell - und da sind sie wieder die Probleme der Bayern 2008/2009. Man kann streiten über die Aussagen von Ribéry hinsichtlich neuer Verpflichtungen: Aber er hat recht! Es fehlt in einigen Mannschaftsteilen zur Spitzenklasse. Ein schlechter Einstand zu Beginn, und dennoch halte ich den FCB für den Meisterschaftskandidaten Nummer Eins. Ein rechter Warnschuss gleich zu Beginn - vielleicht kann man damit besser umgehen, als mit Lobhudelei.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Rückrundenstart

Das Hamburger Abendblatt stellt die Spieler für Freitagabend gegenüber, und kommt zu einem ausgeglichenen Ergebnis: 4:4.

Da ist natürlich jede Menge Wunschdenken dabei. Ohne Olic (gesperrt) wird's für den HSV noch schwerer als es der Gegner und Tabellenzweite ohnehin schon verspricht. Die Herausforderung für die Bayern wird dennoch ungleich höher als beim DFB-Pokalspiel am Dienstag, wenn - ja wenn - die Hamburger nicht wie der VfB in Ehrfurcht erstarren. Trotzdem sehe ich die Vorteile bei uns.

Mein Tipp: Hamburg 0 Bayern 2

Ich bin sogar zu weich als Manager

Hoeneß-Interview bei der tz.


Apropos Manager-Nachfolge:
"In einer repräsentativen Umfrage des Pay-TV-Senders Premiere sprachen sich 26 Prozent für Oliver Bierhoff, den Nationalmannschafts-Manager, als Hoeneß-Nachfolger aus."

Repräsentativ? Hat man wirklich nur Bayern-Fans befragt?
Lachhaft.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Kurzer Prozess


"Findungsphase" nannte Kommentator Béla Réthy die ersten fünf Minuten des gestrigen Pokalspiels. Gefunden hatten sich lediglich die Bayern. Eine deutliche Überlegenheit im Mittelfeld und gelungene Kombinationen auf der einen Seite - orientierungslose Hasenfüßigkeit auf der anderen. Den großen Worten im Vorfeld, hatten die Stuttgarter keine Taten folgen lassen, und das war ein großer Fehler. Die Bayern übernahmen die Initiative, störten früh und hartnäckig, und wirkten - wie von Klinsmann bereits angekündigt - eingespielt und gut aufeinander abgestimmt. Vor diesen Stuttgartern musste man keine Angst haben, und so machten die Bayern ihr Ding.

Die erste Bayern-Chance war schon eine hundertprozentige: Demichelis kommt frei vor Lehmann zum Kopfball, kann den Ball aber nicht drücken, so dass das Leder nur die Latte touchiert. Es folgte ein böser Abwehrschnitzer vom Stuttgarter Boka in der 14. Minute und Bastian Schweinsteiger drosch den Ball wunderbar an Lehmann vorbei ins Tor. Aus der Position gab es eigentlich gar keine Lücke mehr, durch die der Ball hindurchpasste - und dennoch, knallhart mit Effet geschossen, dreht sich der Ball zwischen Jens Lehmann und Torpfosten ins Netz. Super Tor! Zwei Minuten später rollt der Bayern-Express wieder in Richtung Stuttgarter Gehäuse. Prima Kombination, Ribéry auf Zé, hohe Flanke in den Strafraum, Klose verpasst, Toni entscheidet sich den Ball für Ribéry aufzulegen, statt selbst die Lücke zu suchen - Zack! 2:0, Franck Ribéry. Bereits hier war der Drops gelutscht - der VfB eiskalt erwischt.

In der 21. Minute schießt Toni aufs Tor, und Verteidiger Bokas greift im Fallen mit der Hand in Richtung Ball. Kann man geben - muss man aber auch nicht unbedingt. Schiri Fandel zeigt auf den Punkt.
Genie und Wahnsinn liegen meist nah beieinander - und so wollte Franck Ribéry den Elfer lässig über den Schlussmann lupfen. Wenn's gut geht, jubelt jeder über die unglaublichen Nerven des Franzosen - wenn's schief geht, sieht's nach Arroganz aus. Ein erfahrener Mann wie Jens Lehmann lässt sich so jedenfalls nicht überrumpeln, und so ging es schief - der Harmlosigkeit der Stuttgarter ist es zu verdanken, dass diese Szene keinen Bruch ins Bayern-Spiel brachte. Bis dato hatte der VfB noch nicht eine Torchance zustande gebracht. In der 43-sten dann "Toni Wunderbar" nach Vorlage von Ribéry zum 3:0. Kurz vor der Pause dann doch noch ein Stuttgarter Treffer vom eingewechselten Marica. Doch gleich zwei Stuttgarter stehen im Abseits.
Nach dem Wechsel machten die Bayern dann kurzen Prozess: Zé Roberto mit dem sehenswerten 4:0 in der 55. Minute, und nach einem klaren Foulspiel Elfmeter durch Schweinsteiger zum 5:0 für die Bayern (59. Min.). Auch wenn die Schwaben etwas angriffslustiger aus der Kabine kamen, an der Überlegenheit der Bayern änderte das nichts. Ein paar Chancen (2x Lattentreffer) schönten noch etwas die schwache Leistung der Stuttgarter, aber die Bayern hätten gut und gerne auch noch den ein- oder anderen Treffer landen können (Donovan).

Es war schon ein symbolträchtiges Bild für den gestrigen Pokalabend aus Stuttgarter Sicht, als nach dem 1:5 durch Gomez in der 84. Minute, Mannschaftskollege Lanig seinen belobigenden Klaps ausgerechnet in Gomez' Weichteilen landete. Schmerzhaft - wie diese Niederlage.
Was das Schiedsrichter-Gespann angeht, war das hoffentlich kein Vorgeschmack auf die kommenden Leistungen der Mannen in grün, gelb, schwarz oder rot (warum eigentlich nicht blau?). Fandel verteilte plötzlich wie wild Karten (als das Spiel schon längst ad acta gelegt war), und der Linienrichter, bei Bokas Nachtreten in Richtung Klose-Klicker, sollte eine Denkpause verordnet bekommen. Dass Luca Toni jetzt nahezu bei jedem Zweikampf Foulspiel unterstellt wird, ist zur Zeit ein Trend, der mich ein bißchen beunruhigt. Hoffentlich geht das nicht die komplette Rückrunde so.

Die Bayern sind im Tritt, und hatten durch die frühe Entscheidung den Vorteil ein paar Stammkräfte schonen zu können, für den Saisonauftakt in Hamburg übermorgen. Bei den Einzelkritiken halte ich mich mal vornehm zurück: die Defensive wurde kaum gefordert - im Mittelfeld waren sie alle stark. Die beiden Schwächsten: Klose ging irgendwie unter, Lell kann nicht flanken und ist nach vorn einfach zu harmlos.
Wie gut die Bayern schon in Form sind, wird sich erst an einem stärkeren Gegner messen lassen. Vielleicht schon am Freitagabend.

Dienstag, 27. Januar 2009

Roter Kopf und rotes Herz

Er ist die „Abteilung Attacke“, der Visionär des deutschen Fußballs, erfolgreicher Geschäftsmann, der Top-Manager des deutschen Fußballs, und beim FC Bayern die fürsorgliche „Mutter der Kompanie“ - All das in einer Person, polarisiert er wie kein anderer das deutsche Fußballvolk. Die Schreibe ist von Ulrich Hoeneß.

Als Sohn eines Metzgers in Ulm geboren, galt Hoeneß früh als eines der größten Talente des deutschen Fußballs. Zum FC Bayern kam Uli Hoeneß 1970. Er wurde dort 3x Deutscher Meister, 1x Pokalsieger und gewann mit den Bayern 3x in Folge den Europapokal der Landesmeister. 1972 wurde er Europameister und 1974 dann Weltmeister - Hoeneß galt als "schnellster lebender Stürmer Europas".
1979 holte ihn Bayern-Präsident Wilhelm Neudecker als Manager zurück zum FC Bayern München, und Uli Hoeneß drückte mit den Jahren - wie niemand sonst im bezahlten Fußball einem Verein - dem FC Bayern seinen Stempel auf. Mit Hoeneß als Manager entwickelte sich der Klub aus München zu einem modernen Fußballunternehmen, die sportliche wie wirtschaftliche Bilanz der „Hoeneß-Ära“ spricht für sich.

Seine Tätigkeit als Manager des, nicht zuletzt wegen ihm, erfolgreichsten deutschen Fußballclubs geht über das übliche Profil des Klubmanagers hinaus. Er hat die Rolle der Ziehmutter für junge Spieler inne, ist immer nah dran an der Mannschaft und jederzeit mit einem offenen Ohr für die Sorgen und Nöte der Spieler präsent. Der FC Bayern ist wie eine Familie für ihn, sagt er selbst, und so füllt er auch seine Rolle in diesem Verein vorbildlich aus.
Darüber hinaus ist Uli Hoeneß Inhaber des Nürnberger Unternehmens „HoWe Wurstwaren“, Produzent von Nürnberger Rostbratwürsten, das unter anderem Feinkost Käfer und ALDI beliefert.
Aufgrund eines Streits mit dem damaligen Bayern-Trainer Lorant wechselte Hoeneß zum 1. FC Nürnberg, kam dort jedoch nur 11x zum Einsatz. Mit 27 Jahren musste er wegen chronischer Kniebeschwerden seine Karriere als Fußballspieler beenden - Uli Hoeneß ging zurück zum FC Bayern, als jüngster Manager der Bundesliga - der Beginn einer einzigartigen Erfolgsstory.

Zu seiner Vitae gehört ein Flugzeugabsturz 1982, den Uli Hoeneß als einziger von vier Insassen überlebt. Ein Vorfall, an den er kein Erinnerungsvermögen besitzt. Einen Tag nach dem Absturz erwachte Hoeneß im Krankenhaus und fragte Paul Breitner als erstes, wie das Länderspiel ausgangen sei. Zehn Jahre später übersteht Hoeneß eine lebensbedrohliche Darmoperation. Mit beeindruckendem Gleichmut ertrug er über die Jahrzente Schmähgesänge und sogar Morddrohungen gegen ihn und seine Familie während der Daum-Affäre.

Uli Hoeneß sagt was er denkt und geht offensiv und ehrlich auf die Leute zu - er selbst nennt sich die "Abteilung Wahrheit". Dabei ist er nicht immer diplomatisch gewesen, und das hat ihm nicht nur Freunde, sondern auch jede Menge Feinde beschert - nicht zuletzt weil er sich gerne der psychologischen Kriegsführung und Provokation bediente. Kaum ein anderer hat die Zeichen der Zeit so früh und erkannt und die Weichen gestellt für modernen, wirtschaftlich soliden Fußball, der international konkurrenzfähig ist. Wer ihm Arroganz vorwirft, der weiß recht wenig über ihn. Als fairer Geschäftspartner, auf dessen Wort Verlass ist, verschweigt er zurückhaltend eine Vielzahl von sozialen Engagements. Auch das ist Uli Hoeneß.

Nun steht der Zeitpunkt bevor, von dem ich dachte ihn nie erleben zu müssen: Uli Hoeneß räumt seinen Posten als Manager des FC Bayern.
Doch seine Reputation und das Übermaß an Erfahrungen, sowie das Schwergewicht seiner Persönlichkeit bleibt dem Klub erhalten. Hoeneß wird neuer Präsident des FCB. Wir verlieren also den besten Manager, den man sich wünschen konnte, und gewinnen dafür den bestmöglichen Mann für das Präsidentenamt. Er wird dem Klub erhalten und selbstverständlich verbunden bleiben - denn der FC Bayern München ist Hoeneß' Baby, für das er all die Jahre - nicht selten mit gerötetem Kopf - kämpfte, wie eine Bärenmutter um ihr Junges. Eine Ära geht bald zu Ende - eine neue beginnt.


Teile des Textes sind abgewandelt oder auch vollständig aus dem Artikel "Abteilung Attacke" (veröffentlicht bei cox orange) übernommen.

Ein Schwabe macht noch keinen Sommer

Serdar Tasci (Verteidiger beim VfB Stuttgart) erklärte im Vorfeld des DFB-Pokal-Achtelfinalspiels Bayern-Stürmer Luca Toni zum Schwalben-König. Stuttgarts Teamchef Babbel ist sich sicher, dass Bayern heute Abend aus dem Pokal fliegt. Mario Gomez verspricht: "Wir putzen die Bayern!".

Nun denn...
Der VfB hat heuer den höchsten Umsatz in seiner Vereinsgeschichte erzielt, eine kleine Erfolgsserie im Rücken, und mit Markus Babbel wieder Selbstbewusstsein aufgetankt. Es steht ein Stadionumbau vor der Tür - die Zeiten in Stuttgart sollen aufregende werden. Was käme ihnen da besser zupass als einen Sieg gegen Rekordpokalsieger Bayern München.
Nachdem man im letzten Spiel der Hinrunde den Bayern einen Punkt abtrotzen konnte, ist die Brust der Schwaben breit. Und das trotz des Fehlens von Cacau (Nierenkolik), Magnin und Gebhart (muskuläre Probleme). Bei den Bayern ist van Buyten nicht im Aufgebot (Grippe).

Wir dürfen also gespannt sein auf diesen Pokal-Fight! Kommen die Bayern gut aus der Winterpause - dank einer - laut Jürgen Klinsmann - exzellenten Vorbereitung? Gelingt es den Schwaben, Franck Ribéry aus dem Spiel zu nehmen - oder gar zu treten? Wird Tasci sich ausschließlich auf das Zählen von Schwalben im Stuttgarter Strafraum beschränken? Oder wird Luca Toni vom Schiedsrichter präventiv direkt bei Spielbeginn des Feldes verwiesen? Und Babbel? Gelingt dem Ex-Bayernspieler tatsächlich Großes mit dem VfB? Ach, Babbellapapp... Bayern gewinnt mit 3:1 - denn ein Schwabe macht noch keinen Sommer.

Freitag, 23. Januar 2009

Adieu Willy!


Der "Willy" hört auf. Seine Achillessehne lässt dem 31-jährigen, dienstältesten Bayern-Spieler keine andere Wahl. Nicht mal Joggen kann er noch. Traurig.
Wir werden Dich sehr vermissen, denn Du warst ein Großer! Alles Gute! Adieu, Willy.

William "Willy" Sagnol
* Vize-Weltmeister: 2006 (mit Frankreich)
* Deutscher Meister: 2001, 2003, 2005, 2006, 2008 (mit Bayern München)
* DFB-Pokalsieger: 2003, 2005, 2006, 2008 (mit Bayern München)
* Ligapokalsieger: 2000, 2004, 2007 (mit Bayern München)
* Champions-League-Sieger: 2001 (mit Bayern München)
* Weltpokalsieger: 2001 (mit Bayern München)
* Französischer Meister: 2000 (mit AS Monaco)
* Sieger des Konföderationen-Cups: 2001, 2003

Mittwoch, 21. Januar 2009

Lukas - Ein letztes Fazit

Es wird wohl das letzte Mal sein, dass ich mich mit dem "Bayern-Spieler" Lukas Podolski ernsthaft und ausführlich hier beschäftigen werde. Ein Fazit.

Ist es Verbitterung über das endgültig gescheiterte "Experiment Podolski", die den Bayern-Anhängern diese Genervtheit über das Thema in den müden Blick zaubert? Ist es Unverständnis, dass eines der sympathischsten Talente des deutschen Fußballs ihre Liebe einfach nicht teilen kann, und wieder in die fußballerische Heimat möchte? Ist es Enttäuschung darüber, dass ausgerechnet einer wie er keinen Biss gezeigt hat, um Argumente für einen Stammplatz zu sammeln? Vermutlich ist es von allem etwas.

Natürlich kann man jetzt auf den gerne benutzten Zug aufspringen und den Bayern fehlerhafte/böswillige/arrogante Einkaufspolitik vorwerfen - doch das wäre a) eine zu einfache und zudem auch falsche Erklärung, und b) berücksichtigt solche Kritik nicht die Tatsache, dass L.P. gemeinsam mit seinem FC so oder so nicht in Liga 2 gelandet wäre, weil ihn sonst andere solvente Klubs geholt hätten. Die Fußballweisheit der Nation war sich damals einig: Einer wie Lukas Podolski darf nicht in der Zweiten Liga verkümmern. Die Bayern haben also - im guten Glauben - das einzig richtige getan.

Man kann auch - wenn man nur wenig weiß über den Primus des deutschen Fußballs - von den kalten Bayern sprechen, einer unpersönlichen Erfolgsmaschinerie, in der ein bodenständiger Junge wie Lukas in Ermangelung von Zuspruch, Nestwärme, ja Liebe, hoffnungslos verloren geht. Aber wen interessiert das Klischeedenken der Unwissenden? Man spricht nicht umsonst von der "Bayern-Familie".

Man darf sich fragen, warum ein Miro Klose trotz Formschwäche Chance auf Chance bekam, wo doch Ersatzstürmer Podolski Praxis brauchte und in der Nationalmannschaft verlässlich traf? Und auch hier gibt es eine klare Antwort: Klose ist der ältere (und erfolgreichere) Hase im Stall und hat damit einen verdienten Bonus auf der Habenseite. Klose konnte auch ohne eigene Treffer mannschaftsdienlich äußerst effizient für seine Mannschaft arbeiten. Klose merkte man jederzeit seinen unbändigen Willen an, aus dieser "Krise" herauszukommen. Klose ist vielseitiger als Kontrahent Podolski. Vier Argumente für Klose. Und zum guten Schluss hat die Zeit gezeigt, dass genau diese Bevorzugung Klose's die richtige Maßnahme war. Und schließlich ist es doch so, dass Lukas Podolski unter drei Trainern jede Menge Chancen erhielt, sich in diese Mannschaft zu spielen - Chancen, die er allesamt nicht nutzen konnte.

Vielleicht gehört Lukas Podolski tatsächlich zu denen, bei denen das Herz für einen Klub und seine Region mehr zählt, als Zukunftsperspektiven und üppige Gelder. Und vielleicht ist er uns damit sogar etwas suspekt, weil er gegen den Strom der unzähligen Söldner im Fußballgeschäft schwimmt, und wir es fast gar nicht mehr glauben können, diese vom Aussterben bedrohte Spezies erleben zu dürfen.

Vielleicht ist er und sein Umfeld aber auch einfach noch nicht reif für die große Fußballkarriere - und eher weinerlich statt kämpferisch, weil man ihn zu früh zum Fußballgott erklärte im Zuge dieses Sommermärchens, dem das Happy End fehlte.

Und vielleicht war es auch wenig taktvoll, die Fans des Vereins in dessen Diensten er steht, mit öffentlich zur Schau gestellter Zuneigung zu seinem Ex-Klub zu verprellen.

Man kann sich aber auch fragen, ob Lukas P. nicht in die Garde der überschätzten Talente gehört, weil er nicht nur limitiert in seinen Fähigkeiten am Ball und auf dem Spielfeld ist, sondern weil er seine Schwächen nicht mit Training und Ehrgeiz zu Stärken machen kann.

Doch letztlich ist es vermutlich gar nicht mal der Spieler selbst, der dieses mediale Theater zu verantworten hat. Er hat nur nichts dagegen unternommen.
Und im Zuge dieser lokalpatriotischen (kölschen) Hysterie, blickt man von Süden her mit Unverständnis auf die Huldigungen für einen Spieler, der die große Herausforderung einfach nicht annehmen wollte.

Lassen wir's am Besten einfach gut sein - denn je nach Perspektive wird man entweder ihn oder andere an den Pranger stellen wollen. Doch wozu das Ganze? - sind doch die Tage des Lukas Podolski beim FCB gezählt.

Warum nur?

Foto: Express Köln


Warum haben sie sich eigentlich getrennt? Gibt dieses Foto uns irgendeinen Hinweis?

Dienstag, 20. Januar 2009

Lukas braucht nur Liebe

"Freiwillig vom FC Bayern zum 1. FC Köln zu wechseln ist so, als würde Josef Ackermann von jetzt an lieber hinter dem Bankschalter arbeiten."
Das ist der wohl beste Satz als Einleitung eines Interviews bei jetzt.de mit Karriereberaterin Sabine Asgodom zum Wechsel von Lukas Podolski zurück zum 1. FC Köln.

Was wir dort erfahren ist:
Lukas braucht Liebe - und Sabine Asgodom ist vermutlich kein Freund des FC Bayern.


Und auch welt online sieht in LP eher den Romantiker, der unter all den Fußballsöldnern heraus sticht.
Man kann eben alles schönreden.

Dienstag, 13. Januar 2009

Blindtext

Martin Sonnleitner macht bei Zeit online die Bayern und Uli Hoeneß mitverantwortlich für die Stagnation des Lukas Podolski (Absteiger der Saison). Nur begründen kann er es nicht.

[...] Negativ hingegen fällt die Bilanz beim Abwerben prominenter Akteure vom Rivalen Werder Bremen aus. Weder Andreas Herzog noch der französische Feingeist Valérien Ismael oder der widerspenstige Charakterkopf Torsten Frings wurden in Bayern glücklich. Ein Beleg dafür, dass es manchen Spielern nicht genügt, viel Geld zu bekommen.[...]


Wo bitte ist der "Beleg", und wofür?
Diese drei Spieler in einen Topf zu werfen ist in diesem Zusammenhang natürlich Unsinn. Valérien Ismael beispielsweise, hat aufgrund mehrfacher schwerwiegender Verletzungen das für den FCB notwendige Leistungsniveau nicht mehr erreicht.

[...] Vielleicht wird einiges besser, wenn der Nachfolger von Uli Hoeneß keine Kopie von Uli Hoeneß wird.
Vielleicht sollte man - nein, man muss! - als Journalist vor der Veröffentlichung eigener Beiträge seine Argumenation prüfen. Ich hab' jedenfalls immernoch nicht verstanden, was der FC Bayern und in persona Uli Hoeneß bei der Personalie Podolski falsch gemacht haben soll?!

Manchmal schreiben Journalisten wirklich nur um zu viel Platz zu befüllen. Egal womit. Oder es wurde versehentlich der Blindtext veröffentlicht - auch möglich.

Testspiele und Drohungen

Testspiele

Al Jazeera vs FCB 2:3

Al Wheda vs FCB 1:3



Drohungen:


Lell droht mit Wechsel (nein, nein, Herr Lell, DAS ist keine Drohung)

"Ich habe meinen Vertrag nicht bis 2011 verlängert, um mich wieder hinten anszustellen. Ich stehe jetzt an einem entscheidenden Punkt in meiner Karriere, und habe Ziele, die ich nur erreichen kann, wenn ich kontinuierlich spiele."

(und der dafür Verantwortliche wird Christian Lell heißen - niemand sonst.)

Lucio droht: "spätestens 2010 bin ich weg!"

Donnerstag, 8. Januar 2009

Es sieht gut aus

Ich muss sagen, die Kölner haben sich noch einmal bewegt. Das Ganze sieht gut aus. Ich bin zuversichtlich, dass das klappt. Sie müssen noch ein wenig drauflegen. Aber zwischen dem, was sie anbieten und dem, was wir wollen, ist kein allzu großer Unterschied mehr. Das sollten sie auch noch hinbekommen. Sie sind auf einem guten Weg.
zitiert der Kölner Express den FCB-Vorstandvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge

Das ist ja schon fast ein Vollzugsmeldung. Es sieht gut aus...



Donnerstag, 1. Januar 2009

Termine Januar 2009

2. Januar - 12. Januar 2009
Trainingslager Dubai

10. Januar 2009 - Testspiel in Abu Dhabi
Al Jazeera vs FCB 2:3
13 Uhr (live im DSF)

12. Januar 2009 - Testspiel in Abu Dhabi
Al Wheda vs FCB 1:3

17. Januar 2009 - Freundschaftsspiel
1. FC Eintracht Bamberg vs FCB 0:3
14 Uhr (live im DSF)

19. Januar 2009 - Freundschaftsspiel
1. FC Kaiserslautern vs FCB 0:2
19 Uhr (live auf Eurosport)

22. Januar 2009 - Freundschaftsspiel
FSV Mainz 05 vs FCB 0:5
20.15 Uhr (live auf SWR)

27. Januar 2009 - DFB-Pokal-Achtelfinale
VfB Stuttgart vs FCB
20.30 Uhr (live im ZDF)

30. Januar 2009 - Bundesliga
Hamburger SV vs FCB
20.30 Uhr (live in der ARD)