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Mittwoch, 29. Juli 2009

Stadionrundgang BayArena

Ich hatte gestern die Gelegenheit auf der Baustelle der BayArena in Leverkusen herumzuspazieren und mir das neu gestaltete Stadion von Bayer 04 Leverkusen mal genauer anzusehen.

Was mir sofort auffiel war, dass noch an allen Ecken und Kanten gewerkelt wird und in den verbleibenden drei Wochen bis zum ersten Bayer-Heimspiel noch jede Menge gestemmt werden muss, damit alles rechtzeitig fertig wird. In dieser Woche wird erstmal der neue Rasen verlegt. Es dürfte zeitlich recht knapp werden.

Die Aufgänge sind m. E. mit recht niedrigen Schutzgittern/-geländern versehen, so dass jemand ab 1.85 m Körpergröße nicht allzu betrunken in deren Nähe herumtorkeln sollte. Im Stadioninnern beindruckt - wie schon von außen - in erster Linie die Dachkonstruktion der neuen BayArena. Die Tribünenkonstruktion hat nichts Außergewöhnliches, außer dass die etwas merkwürdig anmutende Sitzschalenverteilung auffällt (zumindest bei einem menschenleeren Stadion). Hier ein paar Sitze, da noch zwei, hier noch ein Dutzend - das sieht irgendwie aus, als hätte man verzweifelt nach Raum für die Anzahl von roundabout 30.000 Plätzen gesucht. Die neuen Sitzschalen sind rot, unterbrochen von schwarzen Reihen, die "1904" und "Bayer 04" darstellen.

Wer das Pech hat direkt unterhalb des Daches einen Sitzplatz erkauft zu haben, darf sich im wahrsten Sinne warm anziehen! Für die Belüftung des Rasens dürften die offenen Seiten günstig sein, für das Publikum zieht es dort oben wie Hechtsuppe. Das war gestern schon so, und wir haben Hochsommer - wie wird das erst im Herbst/Winter?
Ungünstig auch die wenigen Sitzplätze direkt an den Treppenzugängen. Dort kann man sich nicht anlehnen, da man dort ein Eisengeländer im Rücken hat. Bekommen die Leute dort ermäßigte Preise? Gerechtfertigt wäre das allemal.

Auffallend auch, die Enge hinter den Tribünen. Wenn ich mir vorstelle, dass in der Halbzeitpause dort hunderte oder gar tausende Fans hineinströmen, na dann Prost Mahlzeit. Fluchtwege kann man das jedenfalls nicht nennen.
Das Innere, also der Business-Bereich und die Logen, sind in stylish schwarz/grau gehalten. Die Thekenverkleidung im VIP-Bereich muss der Phantasie einer Dame entsprungen sein - das schwarze Plexiglas hat weiße Blümchen-Applikationen. Thema verfehlt, würde ich sagen.

Kurzum: Ob die Kosten im Verhältnis zum Ergebnis stehen, darüber kann man streiten. Eigentlich ist der ganze Standort des Stadions schon ungünstig gewählt. Letztlich ist der eigentliche Fixpunkt die helle Dachkonstruktion, wenngleich der Clou (die "Bayer"-LED-Beleuchtung) aus Kostengründen erstmal auf Eis gelegt worden ist. Ganz witzig finde ich auch, dass man auf der Bismarckstraße neben der BayArena unter dem Stadiondach hindurch fährt.

5 Kommentare:

christian s. hat gesagt…

ich befürchte, ich habe einen dieser plätze am treppenaufgang. allerdings keine ermäßigte karte. ^^

nichts desto trotz bin ich auf das fertige ergebnis gespannt.

Thomas hat gesagt…

Die eigentlichen Kostengründe, die gegen das Bayerkreuz über dem Dach gesprochen haben, sind wohl die, dass man kein Spiel der Frauen-WM bekommen hätte, weil sich die Werbung nicht hätte verhängen lassen und die Fifa da bekanntlich recht restriktiv ist. Mein Tipp: Das Kreuz kommt im Herbst 2011.

Zechbauer hat gesagt…

Aha. Ja ja, die liebe FIFA... so kennen wir sie ja.

Bald leuchtet erst einmal das Hochhaus.

GNetzer hat gesagt…

@Thomas Wobei ich mich glaube zu erinnern, dass einer der Gründe gegen das Kreuz vor allem die zu diesem Zeitpunkt gestiegenen Stahlpreise waren. Die FIFA ist also ausnahmsweise mal nicht allein schuld.
Wenn Bayer schlau wäre, würden sie sich eine Kreuzkonstruktion anfertigen lassen, die auf Knopfdruck zum Portrait von Sepp Blatter wird. Dann würde das durch FIFA-Subventionen bestimmt auch billiger. Kostenpunkt für Bayer um die 20-30 Euro.

Zechbauer hat gesagt…

Zumindest die Presse nennt ausschließlich Kosten als Begründung für den bisherigen Verzicht:

Geplant war ein überdimensionales Bayer-Kreuz über der Arena, das mit einem Durchmesser von 200 Metern aus 2000 transparenten Leuchtdioden gebildet worden wäre. Aus Kostengründen und nach Anwohnerkundgebungen, die sich erfolgreich gegen die Entfernung des bisherigen berühmten Bayer-Kreuzes als Stadtwahrzeichen richteten, wurde jedoch darauf verzichtet.(Solinger Morgenpost, 13.02.2009)

Ein überdimensionales Bayer-Kreuz mit 200 Metern Durchmesser und 2000 transparenten Leuchtdioden über dem Stadion wurde angekündigt. Doch dies wurde verworfen, angeblich aus Kostengründen.
(Leverkusener Anzeiger, 25.06.2009)

Auf die ursprünglich geplante Installation eines in die Uberdachung integrierten, beleuchteten Bayer-Kreuzes wurde zwischenzeitlich verzichtet, so dass der Kostenrahmen von 70 Millionen Euro eingehalten werden konnte. (Kölner Stadtanzeiger, 08.07.2009)