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Dienstag, 28. April 2009

Alles Neue macht der Mai - oder doch nicht?

Was gestern Abend in den Medien - auf den Internetportalen der großen Tageszeitungen und im Fernsehen - los war, spottete jeder Beschreibung, zeigt aber auch die Bedeutung und Wahrnehmung eines Klubs wie dem FC Bayern München in unserer Medienlandschaft. Die ARD widmete dem "zweitwichtigsten" Thema nach der Mexiko-Grippe sogar eine Sonder-Sendung der Sportschau im Anschluss an die Hauptnachrichten. Und wie immer in solchen Situationen quetschten Experten, welche die es gerne sein würden, Beobachter, Begleiter, Politiker, die unvermeidliche Claudia Roth, Aufsichtsratmitglieder, Fan-Club-Vorsitzende, Schreiberlinge und echte Sportjournalisten ihre Hirne aus, um unzählige Sprechblasen zu füllen (und vor allem ihr Geschwätz zu Beginn der Saison zu konterkarieren).
Haben wir nun neue Erkenntnisse? Nichts, was nicht schon vorher auf der Hand lag oder zu vermuten war. Einzig das zwischen-den-Zeilen-Heraushören bei der Pressekonferenz am gestrigen Vormittag ließ den ein- oder anderen Rückschluss zu.

Ein Fußball-Lehrer ist Klinsmann nicht, so muss man wohl Uli Hoeneß interpretieren - auch das ist so überraschend nicht. Zu viel hat er gewollt, der Klinsmann - aha! Und die Bayern-Führung? Die etwa nicht? Oder hat sie nur viel gewollt, aber zu wenig dafür getan? Man weiß es nicht.
Überrascht war ich von der plötzlichen Leichtigkeit, die sich in Hoeneß' Gesicht während des Pressetermins widerspiegelte. Da fiel jede Menge Druck vom Manager ab - und die "Rettung der Saison" in persona von Spezi Jupp Heynckes dürfte ihn ganz persönlich freuen. Ob die Freude auch bis nach dem 34. Spieltag anhält, darf mit Recht bezweifelt werden. Was kann Heynckes denn eigentlich noch tun, in den letzten Partien der Saison? Hinbiegen kann es nur noch die Mannschaft.

Das Eingeständnis einer Mitschuld am "Projekt Jürgen Klinsmann" hörte man indes nicht - weder von Rummenigge, noch von Uli Hoeneß. Mund abputzen, weitermachen und den Blick nach vorne richten. Dem schließe ich mich an - es ist alles gesagt und geschrieben worden in den letzten Tagen. Alte und eventuell schmutzige Wäsche zu waschen nützt dem Klub nicht.
Einzig das nachhaltige Bemühen für einen Wandel hin zu einem europäischen Spitzenklub nehme ich den Entscheidern im Klub so schnell nicht mehr ab. Aber weiterhin Meistertitel und Pokale einfahren, war ja auch immer sehr nett.

Jetzt geht es an diesem 2. Mai mit Jupp Heynckes und Co Hermann Gerland gegen die stark abstiegsbedrohte Borussia aus Mönchengladbach. Ausgerechnet! Wer hat dieses verwirrende Drehbuch zur Saison eigentlich geschrieben?

Ich tippe auf eine Trotzreaktion der Mannschaft, der auch das "Argument Klinsmann" genommen ist - und ich habe gezwungenermaßen die Borussia in den letzten Wochen "aus der Nähe betrachten" können. Verstecken werden sie sich nicht, Fußballspielen können sie auch, nur mit dem Tore schießen hapert es, und das Glück ist ihnen einfach nicht hold.

Mein Tipp: 3:0

Vielleicht ein bisschen zu optimistisch, wer weiß? Ich weiß es nicht mehr.

3 Kommentare:

TheBigEasy hat gesagt…

Bin auch schon mal gespannt. Darauf, wie die Mannschaft auftritt, wie die Atmosphäre im Stadion ist und ob sich auch taktisch eine Veränderung erkennen lässt. Dein Tipp sollte aufgehen, hoffe ich jedenfalls.

Behnsen hat gesagt…

2 Entscheidungen sind schonmal nicht neu. Butt bleibt vorerst die nr1 und van Bommel Kapitän. Für mich die richtigen Entscheidungen.

elmarinho hat gesagt…

Rensing ist doch momentan eh verletzt, oder?

Die Stimmung sollte wahrscheinlich gut wie lange nicht mehr sein, allein weil Gerland auf der Bank sitzen wird.

Taktisch wird angeblich mit Raute und Zé als 10er gespielt; außerdem sicher 2 Stürmer. Das ist gegen einen sicher defensiv ausgerichteten Gegner sicher nicht das Schlechteste.