
Die schlimme Botschaft zuerst, damit hätten wir dann auch das Negativste abgehakt, Miro Klose musste verletzt vom Platz - und es schaute ernst aus. Die endgültige Diagnose: Sprunggelenkverletzung, Operation notwendig - und mindestens 2 Wochen Pause! Ein überaus schmerzlicher Verlust.
Ich saß auf einem der Business-Seats mit wirklich glänzender Perspektive und es roch nach frisch gemähtem Grün. Überhaupt muss ich zugeben, dass ich mich in diesem schmucklosen Stadion immer recht wohlfühle. Bochum hat kein Operettenpublikum, hier schaut die ehrliche Arbeiterhaut Fußball. Der VIP-Bereich, in dem wir uns vor dem Spiel aufhielten, war dann auch nicht mehr als eine verqualmte, bierselige Kneipe mit gutem Essen. Mittendrin: Horst Hrubesch, wie er etwas verloren und einsam am Pils nippte. Das gratis servierte Fiege-Pils schmeckt allerdings erst nach dem siebten oder achten Glas, wenn man auch so nicht mehr allzu viel spürt.
Nach der Gänsehaut erzeugenden Bochum-Hymne "Tief im Westen" verstummten die über 30.000 Zuschauer anlässlich einer Gedenkminute für die Opfer des Amoklaufs in Baden-Württemberg. Was das mit Fußball zu tun hat? Nun, Fußballspiele der Profiligen sind gesellschaftliche Ereignisse, und die Gesellschaft drückt ihre Anteilnahme und Betroffenheit durch symbolisches Schweigen öffentlich aus - eine Geste des Respekts, eine Geste des Mitgefühls. Ich halte das angesichts eines der schlimmsten Amokläufe in der Geschichte unseres Landes für angemessen. Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wenn ein randvolles Stadion plötzlich inne hält, jeder Laut erstirbt - für einen Moment der Einkehr und des Gedenkens.

Die taktische Marschroute war klar: Nicht ins offene Messer laufen und aus einer stabilen Deckung heraus die ein- oder andere Möglichkeit herausspielen. Richtig angreifen kann man dann ab Halbzeit Zwei.
Der VfL Bochum hatte im ganzen Spiel eine Torchance - Rensing machte sich breit und ließ den Schussversuch an der Brust abprallen. Danach lief das Spiel in Halbzeit Eins über weite Strecken unspektakulär und ausgeglichen. Dann plötzlich ein humpelnder Miro Klose. Er deutete sofort an, ausgewechselt zu werden. Bayern nur noch mit einem Stürmer - da Klinsmann für mich etwas überraschend Sosa einwechselte. In der 32. Minute dann ein beherzter Schuss von Zé Roberto, der Ball schlägt ein zum 1:0. Meine Bedenken gegenüber dem eingewechselten Sosa wurden allerdings schnell zerstreut - denn der Südamerikaner machte eines seiner besten Spiele für den FCB. Dann ging es in die Halbzeitpause - völlig überflüssig und deplatziert die Tanzeinlagen einer Cheerleader-Gruppe auf dem Rasen. Gute Stimmung hingegen im Bayern-Block.
Nach der Pause dann mehr Druck von Seiten der Bayern - wie es zu erwarten war. Der VfL wurde in die Defensive gedrängt und die Bayern kamen zu mehr und mehr Tormöglichkeiten. In der 48. Minute foult dann der Bochumer Pfertzel Sosa als letzter Mann und sah folgerichtig Rot. Allerdings verlegte der Schiedsrichter den Tatort in den Strafraum - eine Fehlentscheidung! Podolski kann den Elfmeter nicht nutzen. Ausgleichende Gerechtigkeit. In der 60. Minute ist es Lahm, der die Entscheidung herbeiführt und zum 2:0 einschießt. Demichelis setzt mit dem 3:0 in der 90. Minute noch einen drauf.
Verdienter Sieg und eine durchaus ansprechenden Leistung der Bayern. Der für mich beste Mann auf dem Platz war - neben Sosa und Zé - Mark van Bommel. Bezeichnend, dass er selbst beim Stande von 3:0 in der 90. Minute noch wild gestikulierte und Kommandos über den Platz rief. Genau so stelle ich mir einen Kapitän vor. Etwas blass blieb wieder mal Sebastian Schweinsteiger, den ich schon in der Halbzeitpause aus dem Spiel genommen hätte. Etwas glücklos aber mit Engagement war der Auftritt von Podolski., Christian Lell hingegen kommt über die Rolle des Ball-Weiterleiters nicht mehr hinaus - weder kann er Flanken schlagen, noch ist er ohne Hilfe in der Lage mit dem Ball wirklich etwas anzufangen. Mit diesen offensichtlich begrenzten Möglichkeiten, hat er auf Dauer im Team nichts zu suchen.
Die Bayern sind wieder in der Spur, und die Hertha aus Berlin wird in den nächsten Wochen den heißen Atem der Bayern spüren dürfen. Ich bin sicher, - wenn wir weiterhin so konzentriert und beherzt spielen - dass der derzeit Tabellenführende aus der Hauptstadt bald ins Stolpern gerät, angesichts des Restprogramms.
Jetzt gilt es Karlsruhe ernst zu nehmen und weitere drei Punkte einzufahren, bevor es dann am 4. April zum "Spitzenspiel" in die Autostadt Wolfsburg geht.
Ich saß auf einem der Business-Seats mit wirklich glänzender Perspektive und es roch nach frisch gemähtem Grün. Überhaupt muss ich zugeben, dass ich mich in diesem schmucklosen Stadion immer recht wohlfühle. Bochum hat kein Operettenpublikum, hier schaut die ehrliche Arbeiterhaut Fußball. Der VIP-Bereich, in dem wir uns vor dem Spiel aufhielten, war dann auch nicht mehr als eine verqualmte, bierselige Kneipe mit gutem Essen. Mittendrin: Horst Hrubesch, wie er etwas verloren und einsam am Pils nippte. Das gratis servierte Fiege-Pils schmeckt allerdings erst nach dem siebten oder achten Glas, wenn man auch so nicht mehr allzu viel spürt.
Nach der Gänsehaut erzeugenden Bochum-Hymne "Tief im Westen" verstummten die über 30.000 Zuschauer anlässlich einer Gedenkminute für die Opfer des Amoklaufs in Baden-Württemberg. Was das mit Fußball zu tun hat? Nun, Fußballspiele der Profiligen sind gesellschaftliche Ereignisse, und die Gesellschaft drückt ihre Anteilnahme und Betroffenheit durch symbolisches Schweigen öffentlich aus - eine Geste des Respekts, eine Geste des Mitgefühls. Ich halte das angesichts eines der schlimmsten Amokläufe in der Geschichte unseres Landes für angemessen. Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wenn ein randvolles Stadion plötzlich inne hält, jeder Laut erstirbt - für einen Moment der Einkehr und des Gedenkens.
Die taktische Marschroute war klar: Nicht ins offene Messer laufen und aus einer stabilen Deckung heraus die ein- oder andere Möglichkeit herausspielen. Richtig angreifen kann man dann ab Halbzeit Zwei.
Der VfL Bochum hatte im ganzen Spiel eine Torchance - Rensing machte sich breit und ließ den Schussversuch an der Brust abprallen. Danach lief das Spiel in Halbzeit Eins über weite Strecken unspektakulär und ausgeglichen. Dann plötzlich ein humpelnder Miro Klose. Er deutete sofort an, ausgewechselt zu werden. Bayern nur noch mit einem Stürmer - da Klinsmann für mich etwas überraschend Sosa einwechselte. In der 32. Minute dann ein beherzter Schuss von Zé Roberto, der Ball schlägt ein zum 1:0. Meine Bedenken gegenüber dem eingewechselten Sosa wurden allerdings schnell zerstreut - denn der Südamerikaner machte eines seiner besten Spiele für den FCB. Dann ging es in die Halbzeitpause - völlig überflüssig und deplatziert die Tanzeinlagen einer Cheerleader-Gruppe auf dem Rasen. Gute Stimmung hingegen im Bayern-Block.
Nach der Pause dann mehr Druck von Seiten der Bayern - wie es zu erwarten war. Der VfL wurde in die Defensive gedrängt und die Bayern kamen zu mehr und mehr Tormöglichkeiten. In der 48. Minute foult dann der Bochumer Pfertzel Sosa als letzter Mann und sah folgerichtig Rot. Allerdings verlegte der Schiedsrichter den Tatort in den Strafraum - eine Fehlentscheidung! Podolski kann den Elfmeter nicht nutzen. Ausgleichende Gerechtigkeit. In der 60. Minute ist es Lahm, der die Entscheidung herbeiführt und zum 2:0 einschießt. Demichelis setzt mit dem 3:0 in der 90. Minute noch einen drauf.
Verdienter Sieg und eine durchaus ansprechenden Leistung der Bayern. Der für mich beste Mann auf dem Platz war - neben Sosa und Zé - Mark van Bommel. Bezeichnend, dass er selbst beim Stande von 3:0 in der 90. Minute noch wild gestikulierte und Kommandos über den Platz rief. Genau so stelle ich mir einen Kapitän vor. Etwas blass blieb wieder mal Sebastian Schweinsteiger, den ich schon in der Halbzeitpause aus dem Spiel genommen hätte. Etwas glücklos aber mit Engagement war der Auftritt von Podolski., Christian Lell hingegen kommt über die Rolle des Ball-Weiterleiters nicht mehr hinaus - weder kann er Flanken schlagen, noch ist er ohne Hilfe in der Lage mit dem Ball wirklich etwas anzufangen. Mit diesen offensichtlich begrenzten Möglichkeiten, hat er auf Dauer im Team nichts zu suchen.
Die Bayern sind wieder in der Spur, und die Hertha aus Berlin wird in den nächsten Wochen den heißen Atem der Bayern spüren dürfen. Ich bin sicher, - wenn wir weiterhin so konzentriert und beherzt spielen - dass der derzeit Tabellenführende aus der Hauptstadt bald ins Stolpern gerät, angesichts des Restprogramms.
Jetzt gilt es Karlsruhe ernst zu nehmen und weitere drei Punkte einzufahren, bevor es dann am 4. April zum "Spitzenspiel" in die Autostadt Wolfsburg geht.

1 Kommentare:
Hrubesch nippte zwar verlassen, aber nicht am Pils sondern an etwas antialkoholischem. - Wollen wir ihm mal nicht mehr Ehre zukommen lassen als seine Birne im EM-Finale gegen Belgien verdient hatte...
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